26. Februar 2013

Die Anfänge des Wahnsinns


Nach drei Jahren gut protokollierter Züchterei, habe ich bereits eine recht beachtliche Strecke hinter mich gebracht auf dem Weg zu langem Haar. Ich hatte zweimal mit Haarausfall zu kämpfen, einmal davon wirklich massiv, sodass ich nicht so weit bin, wie ich es hätte sein können. Insgesamt habe ich die Rückschläge aber gut überstanden, sodass ich jetzt wieder an einem Punkt bin, an dem ich meine Haare sehr mag, auch wenn immer noch Schäden deutlich zu sehen sind – wenn ich will, dass man sie sieht. Sonst nicht. 
Wie alles begann: Kleinkind bis Grundschüler
Geboren mit dunklem Haar, das dann ausfiel, wuchs mir alsbald ein honigblonder Schopf mit leicht gewellten Spitzen, der aber rasch abdunkelte und zu etwas geschnitten wurde, was als praktischer Topfschnitt bekannt ist, auch geläufig als Prinz Eisenherz oder euphemistisch: Pagenkopf. An der Länge tat sich nicht viel, denn „Schneid ab, dann wachsen sie schneller!“.  Ihr seht, ich habe mir mit einer Gardine geholfen, um ein bisschen wie Rapunzel zu sein. Ein schwarzes Tuch zum Schneewittchensein gab es auch.
Teenager von etwa 12 bis 15.
Mit Beginn der Pubertät hatte ich mich genug emanzipiert, um meine Haare wachsen zu lassen. Auch der Pony sollte verschwinden. Als ich zum Angleichen ging, verpasste man mir wieder einen Longbob, statt des gewünschtes V-Cuts und ich weiß jetzt noch, wie ich mich im Wohnzimmer auf der Couch gewälzt und geheult habe, wegen dieser unterschiedlichen Interpretation von „Bitte einmal den Pony zum Rest angleichen!“  Wie man mir den abgeschnittenen Pferdeschwanz noch vorgehalten hat und ich so sprachlos war (etwas, was bis heute selten vorkommt), dass das große Geheule erst zu Hause angestimmt werden konnte. Nun, es wuchs nach und mit konsequentem Nichtschneiden hatte ich zur Konfirmation (drittes Bild) immerhin wieder etwas, was die meisten Menschen als lange Haare durchgehen lassen.Dass ich oft langweilig mit meiner Frisur aussah, lag wphl weniger an den Haren an sich, als vielmehr an meiner fraglich Vorliebe für beige T-Shirts.
Auf dem Weg in die Volljährigkleit, Ziellänge klar definiert.
Seit ich denken kann, habe ich mir Haare bis zur Taille gewünscht. Und nach dem Malheur des Ponyangleichenlassens war ich vorsichtig geworden und ging nur noch sehr selten zum Frisör. Was gut funktionierte. Meine Haare waren gesund, schon damals habe ich nur selten geföhnt, brav Shampoo nur für den Kopf und Spülung für die Längen verwendet und Olivenöl hab ich auch ab und zu reingematscht. Auch damals habe ich schon mit der Bastelschere (!) am Schreibtisch in der Sonne gesessen und mir den Spliss einzeln rausgeschnitten. Welch Aha-Erlebnis, als ich vor 3 Jahren das LHN fand und dort ein ganzer Haufen Leute war, die das auch taten und dafür sogar einen Namen hatten : S&D (Search&Destroy).  Ebenfalls schon damals habe ich meine Haare gemessen, allerdings mit einem Lineal, das ich am Hinterkopfscheitelwirbel angesetzt habe und dann mit einer Haarsträhne dran hochgehalten habe. War ein erhebendes Gefühl vom 30cm Standardlineal auf das 50cm Megateil zu wechseln.
Ich war ebenfalls schon irre gnug, um meine Mutter um Längenbilder vor und nach dem Frisör zu drängen (endlich ein V-Cut, wie ich ihn haben wollte! Ertse beiden Bilder).
Mein Traum waren taillenlange Locken zum Abiball. Und ich wusste ja, dass Locken einkürzen. Also habe ich wachsen lassen. Leider kam meine liebe Freundin auf die glorreiche Idee mein ach so ödes Straßenköterblond (!!! Hallo? Wie toll sehen die Haare denn bitte auf den vorher-nacher-Bildern aus? Wo sind die langweilig? Okay, Jahrtausendwechsel, ja, ich verstehe schon. Es waren bunte Technofrisuren in…) aufzupimpen und schenkte mir zum 17. Geburtstag blonde Strähnchen aus der Drogerie. Wir haben Haubensträhnchen gemacht. Eine der schlimmsten Torturen, die ich meinen Haaren je unterzogen habe. Ich habe bitter bereut.
Abiballhaare. Gibt leider keine großen Bilder davon.
Obwohl die Strähnchen (eigentlich fast das komplette Deckhaar) bald anfingen unten nur so wegzubröseln, dass ich mit meinen Splissschnitten gar nicht mehr hinterher kam, habe ich es geschafft bis zum Abiball knapp Hüftknochenlänge zu erreichen, was gelockt immerhin Midback ausmachte.
Anfang des dritten Lebensjahrzehnts: Studentin
Dann war das Ziel erreicht, das Studium und ein neuer Lebensabschnitt begannen und die Haare wurden auf APL bis BSL gekürzt und durchgestuft, gesträhnt (diesmal von jemandem, der das konnte) und für die nächsten Jahre war ich glücklich mit unterschiedlichen Strähnchen und/oder Undercolor rund um APL bis BSL eben. Mal blonder, mal brauner, mal rötlicher. Einen Pony habe ich auch angetestet, weil ich den immer an anderen so schön fand, aber wie ihr seht, war das nicht so das Wahre. Meine Frisörin hat ihn mir aber schnell wieder angepasst. 
Willkommen zurück Naturhaarfarbe, auf zu mehr Länge!
Dann kam der Wunsch nach langem Haar wieder. Also nach Taillenlänge. Und es war klar, dass ich nur eins haben konnte: gefärbte und blondieret Haare oder längere Haare. Also habe ich über eineinhalb Jahre immer wieder die Haare angleichen lassen bis ein so weicher Verlauf entstanden war, dass ich rauswachsen lassen konnte.
Damals noch stark angeschrägte Seiten, die ich aber sehr mochte. Es gab noch ein Tönungsintermezzo mit braun, das mich zu blass machte, aber ansonsten schön war und dann war es auch schon 2010 und auf der Suche nach Tips bin ich im web am LHN hängen geblieben. Und hab mich festgelesen. Was ein bisschen so war, als würde man plötzlich seine Familie finden. So viele Leute, die Spliss einzeln rausschnitten und ihre Haare vermessen hatten. Ich war fasziniert und hochmotiviert. Mit 73cm nach SSS meldete ich mich an und es sollte sehr bald Erfolge zu verzeichnen geben.

Here you see my personal hair-history before I found the onlinecommunities to grow my hair with.
I always wanted long hair, but as a child I was not allowed to. Shorter hair was easier to manage – for my mom. Later I grew it out and felt much better with it. Once I had an accident at the hairdresser’s, as I wanted to have my bangs fit to the length. I meant an U- oder V-cut, but what I got was a bob. That was a lot of crying. Than I let my hair grow till the end auf school as I wanted long locks at promnight. A goal I reached. 🙂 With the beginning of my life as a student I made a cut to APL or BSL and let my hair dye with highlights and lowlights and an undercolur. I stick to this hairstyle for a few year and than I started growing again, longing for waistlength. I had a good hairdresser who helped me bring my dyed hair in line with my natural hair colour as I already knew that I could not have both: length and dyed hair. The last picture shows my hair pretty close before I joined the langhaarnetzwerk. Somehow BSLish, healthy and layerd. I liked the look and still do.

haselnussblond


Heißt das nicht haselnussbraun? 
Richtig. Aber ich bin ja nicht braunhaarig. Oder doch? Nein?
Und schon sind wir im Thema. Bin ich nun blond oder brünett? In der Sonne bin ich sogar rothaarig. Und mein Ansatz ist viel dunkler und aschiger als die Längen…
Der erste Blogheader hier.
Die meisten sagen dunkelblond oder hellbraun zu meiner Haarfarbe. 
An sich ist sie das, was in Mitteleuropa so ziemlich mit am häufigsten vorkommt und vermutlich auch am häufigsten überfärbt wird, weil die Farbe ja sooooo langweilig ist. Straßenköterblond schimpft das der Volksmund, was in Züchterkreisen eine ähnliche Debatte auslösen kann wie aktuell das Wort „Neger“. Wildkatzenblond wird gern stattdessen verwendet, zumindest klingt das netter. Ob sich Erika Mustermann dann die richtige Farbe vorstellt, wenn sie davon hört, ist was anderes. Im englischen Sprachraum sind die Worte blond und brunette zu blonette verschmolzen worden.
Ich habe mich nun für haselnussblond entschieden. Das bin ich. Zumindest irgendwo so auf Achselhöhe sind meine Haare so.
Aber eigentlich ist es ja egal, wie man das nun nennt. Es ist eine schöne Farbe, die ich sehr schätze, sowohl an mir, als auch an anderen. Kaum eine Haarfarbe ist so vielseitig, ich halte sie für arg verkannt.   
Blonette, haselnussblond, dunkelblond, hellbraun… das ist ein Farbbereich, der hell genug ist, um nicht blass zu machen. Hell genug, um bei Frisuren die Struktur gut sichtbar zu machen.Der Ton ist dunkel genug, um sich deutlich von der Haut abzusetzen und das Gesicht klar zu konturieren.  Es ist ein Farbton, mit dem man so gut wie jede Kleidung tragen kann, ohne dass die Farbe beißen würde. Es ist ein Farbton, der sehr natürlich ist, sehr weich. Nicht umsonst haben viele Models diese Haarfarbe: sie ist vielseitig.
Die Schönheit einer Farbe hängt auch eigentlich gar nicht so sehr an der Farbe an sich. Es ist der Glanz, die Gesundheit des Haares. Und bei den meisten Menschen lässt sich viel mehr Glanz aus unbehandeltem, naturbelassenem Haar herausholen, als aus chemisch behandeltem Haar. 
Taillen- und Hüftlänge mit mal eher blondem, mal eher braunem Haar.
Recht neutrales warmes Blondbraun. Ich weiß gar nicht mehr, warum ich diese Dreierreihe fotografiert habe.
Ich glaube, es war eine Microtrimmdokumentation.
Hoher Gelbanteil – in mehrfachem Sinne.
Und hier wieder sehr braun und dunkel, obwohl das Ende des Sommers ist.
 So und nun kennt ihr auch das Gesicht zum Hinterkopf. Hallo in die Runde!

Haselnussblond, that means hazelnutblonde. On the LHC this haircolour is called blonette, something between blonde and brunette.It is the most common haircolour among middleeuropeans – and I guess the colour that is dyed the most. Because people often say it is soooo boring. Not to my mind. It is a very smooth colour, naturally and easy to combine with almost any other colour you want to wear with your clothes. It fits to almost everey white-person’s skintone. And I want to point out, that it is mostly not the colour which defines whether hair is beautyful or not: it is the structure, the health, the gloss. Any colour can look gorgeous, when it is shining. And any colour can look missfitting, if it is dead, dull und damaged. 
I have chosen this name for my blog, because of course it is my haircolour. And because it sounds so nice for something that it better nown as dishwaterblonde.

25. Februar 2013

Es ist Mai Glöckchen


Hallo ihr Lieben!

Lang von gesprochen, viel drüber nachgedacht, oft verworfen und nun doch zum Leben erweckt: hier ist er: mein persönlicher Blog über lange Haare, wie man sie bekommt und wie man dabei möglichst viel Spaß bei der Sache hat.
Eine kurze Vorstellung:
Ich bin Heike, aber die meisten werden mich schon kennen als Mai Glöckchen. Unter diesem Namen  bin ich seit nun ziemlich genau 3 Jahren recht aktives Mitglied im Langhaarnetzwerk (LHN), somit werde ich dieses Pseudonym beibehalten.  
Mein aktueller Avatar aus dem LHN.
Ich blogge seit nunmehr ebenfalls ziemlich genau vier Jahren. Was als Semesterprojekt („Richte dir eine eigene Website ein!“) begann, wurde rasch zu einem etwas amateurhaften, aber dennoch recht gut frequentierten Fashion- und Lifestyleblog. Irgendwann wurde mir das aber alles zu durcheinander und ich habe meinen Blog zunächst nur noch für geladene Gäste sichtbar gemacht, letztlich aber ist dieses Projekt eingeschlafen. Allerdings gab es da schon meinen zweiten Blog, den ihr immer noch unter mai-gloeckchen.blogspot.deerreichen könnt:  mein Illustrationsblog, auf dem ich meine grafischen und zeichnerischen Arbeiten (unter anderem meine Graphic Novel) zeige und in den ich noch ein bisschen etwas von meinem Spaß an Outfitposts hinüber gerettet habe – nur illustriere ich sie nun.
Hier nun wird es nur um Haare gehen. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich mir alle Mühe geben werde, es hier für euch so informativ und gleichzeitig kurzweilig wie möglich zu gestalten.
Dies ist der erste Post, es kommt also noch einiges. Nur ein wenig Geduld.
Ich würde mich freuen, wenn ihr meine Leser werden und mich auf meiner weiteren Langhaarreise begleiten würdet. Denn nach nunmehr eben vier Jahren des Bloggens, drei Jahren Onlinezüchterei und einem ganzen Leben, in dem ich schon einen kleinen, na, mittleren, nein, man muss schon sagen einen großen Haarspleen kultiviert habe, kann ich gut von mir behaupten, dass das Haarthema für mich keine Eintagsfliege ist und ihr hier von mir einen zwar hobbymäßig betriebenen aber dennoch so professionell wie mir möglich geführten Blog  finden werdet.
Seht euch um und richtet euch ein.
Bis schon bald,
Mai
P.S.: Ich möchte diesen Blog am Donnerstag, den 28. Februar erst bekannt geben. Er ist eine kleine Überraschung für meine treuen Leser im LHN, pünktlich zu meinem dreijährigen Jubiläum dort. Wer mich hier schon vorher findet: bitte haltet noch ein bisschen dicht, damit die Überraschung glückt, das wäre super! Ich muss aber jetzt schon vorarbeiten, sonst wird es am Donnerstag nicht viel zu sehen geben.

Hello everybody!
Here it is: my own longhair-blog. As I know that lots of you don’t speek German, I will give a short translation to you at the end of each post. It will summarize what I have written more in detail above in German.

I am Heike but some you migth already know me as Mai Glöckhen respectively Mai Gloeckhen from the LHN oder the LHC. I am growing my hair online  for three years now, so I will cling to my nickname.
So this is my third blog after an old fashion- and lifestyleblog and my aktual illustrationblog, which you can find at www.mai-gloeckchen.blogspot.de.I hope will enjoy ma website and find it both: informative and nice to watch and read.

Read you soon,

Mai