1. Juni 2020

Colitis, Crohn, Reizdarm… Ernährung, Stress und der Darm. Und: Die Leber

Ja, dieser Blog braucht ein Update. Bald bald. Ich mag aber nicht warten, bis ich euch diesen Artikel bereitstelle, bis das passiert ist. Weil naja, Momlife, Workingmom, Colitis (siehe Titel, es hat einen gegebenen Anlass), Corona… wir werden also sehen, wann ich mich hier wirklich mal vom veralteten Header und Design (vor allem mobil, eieiei…) verabschieden kann. Für heute bin ich hier für die empfindlichen Därme.

Dieser Artikel enthält Affiliatelinks.

Auf Instagram habe ich heute schon einen großen Post zum Thema verfasst, den ich somit auch hier festhalten möchte: Moment… copy… paste:

Let’s talk chronisch entzündliche Darmerkrankungen, #CED .

Für einiges an aktuellem und allgemeinem Hintergrund habe ich euch eben schon ein Storyhighlight angelegt. Hier im Feed mag ich eure Aufmerksamkeit aber auch noch mal nutzen. Denn auch wenn unter CEDs meist nur #colitisulcerosa und #morbuscrohn , vielleicht noch die #diverticulitis genannt werden, gehören nach meinem persönlichen Verständnis nach 15 Jahren Erfahrung mit dem eigenen empfindlichen Darm und dementsprechend (ihr kennt mich) häufiger und breiter Recherche, noch mehr Krankheitsbilder dazu: #Reizdarm / #irritablebowelsyndrome / #IBS , #SIBO / #smallintestinebacterialovergrowth , chronische Verstopfung oder chronische Durchfälle, Blähungen und Krämpfe. Ersetze „chronisch“ durch „wiederkehrend trotz gesunder Ernährung“. (Spoiler: Dauerdiät und Heildiät sind meist nicht identisch). Ein gesunder Darm/Magen-Darm-Trakt ist essentiell für ein gesundes System, denn alles, was wir an Flüssigkeiten und Feststoffen aufnehmen, muss durch ihn aufgenommen oder abgehalten werden.

In zweiter Instanz entscheidet die Leber dann über die Nährstoff- (und Giftstoff-…)zusammensetzung im Blut.

CEDs haben deshalb so viel zu kämpfen, weil beide Organe angeschlagen sind (Empfehlung für „Liver Rescue“/“Heile deine Leber“ von @medicalmedium plus die anderen Buchtipps aus dem Storyhighlight, Werbung, unbezahlt). Vereinfacht runtergebrochen: Die Leber braucht für ihre Heilung/Erholung passende Nährstoffe, die der Darm bereitstellen muss. Der Darm braucht seinerseits eine innere Umgebung, die die Leber ermöglichen muss, um heilen/erholen zu können. Nährstoffdichte, dabei schonende Nahrung ist der Schlüssel, um diesen Kreis zu unterstützen, statt zu einem Teufelskreis spiralisieren zu lassen.
Je stärker die Organe schon beeinträchtigt sind, desto deutlicher darf der Ernährungsaspekt sein, je weniger, desto weniger. That simple.

Ich habe eine sehr milde Form der Colitis auch bedingt durch meine schon allgemein und individuell sehr fortgeschrittene Diät über viele Jahre. Ich bin bereits vollständig medikationsfrei.
Dennoch ist es Zeit, für die nächsten Schritte für mich. Und dabei nehme ich euch mit.

Cleanse to heal with Monoeating

Für mich geht es darum zuerst meinen Darm und meine Leber so zu entlasten und vorzubereiten, dass sie im nächsten Schritt in der Lage sind, Altlasten komplikationslos loszulassen. Ich habe viele viele Jahre diverser Dauermedikation hinter mir, da lagert also vermutlich einiges. Somit geht es jetzt über Monoeating, zu Monoeating plus Säfte, über Monomeals plus Säfte hin zum 3:6:9-Cleanse. Ich folge dabei den Ratschlägen von Anthony William, die absolut passend sind zu meinen persönlichen Erfahrungen mit Eliminationsdiäten als Heildiäten, nur noch mehr auf den Punkt und dabei mit stärkerem Fokus darauf bei aller Restriktion so wenig Hunger- oder Nährstoffstress wie möglich zuzumuten. Ich kann es nicht anders sagen: ich freue mich darauf! Start ist Morgen, da ich noch etwas einkaufen muss, heute geht es als Transitioning schon mal in die Monomealphase plus Säfte. Ab Morgen kommt dann eine Phase von individueller Dauer von in meinem Fall ausschließlich Bananen, Kopfsalat und Selleriesaft. Vermutlich ein paar Tage bis maximal 1-2 Wochen bis zum Übergang mit anderen Säften zu Monomeals, also einem Lebensmittel pro Mahlzeit (bzw. ein paar 2er- und 3er-Kombis gehen auch), aber unterschiedlichen Mahlzeiten. Let’s do this!

Anthony William, the Medical Medium

Ein paar Worte zu Anthony William, den ich hier ja empfehle. Er selbst bezeichnet sich nicht ohne Grund als Medium, denn er stellt zu Beginn all seiner Bücher sofort klar: seine Quellen sind keine wissenschaftlichen Studien sondern es ist „Spirit of Compassion“. Er hört dessen Stimme und schreibt danach seine Bücher. Er sieht, bzw. fühlt zum Beispiel aber auch angeblich welche gesundheitlichen Aspekte sein Gegenüber plagen, wenn er anwesend ist. Das war für mich eine ganz schön dicke Kröte zu schlucken. An sich etwas, wonach ich Bücher sofort wieder schließen würde. Geblieben bin ich, weil er mir von einer Freundin empfohlen wurde, weil ich besonders auf Instagram fasziniert war von den Heilerfolgen seiner Community (mittlerweile über 2,5 Millionen Abnonnenten…) und ganz besonders weil das, was er schreibt und sagt, sich wirklich perfekt in all das eingefügt hat, was ich mir über die letzten 15 Jahre Erfahrung, Recherche, Trial und Error rund um Gesindheit und Ernährung im schulmedizinischen und holistischen Feld angeeignet hatte.

Gerade die Leber als Schlüsselorgan zu verstehen, hat so wahnsinnig viele schon vorher vorhandenen Puzzleteile an den richtigen Platz gerückt, sodass sich ein Bild ergab, das stimmig war und mich ungelogen sehr begeistert hat. Ich habe nun drei Bücher von ihm hier:
„Liver Rescue“, was für mich die Basis darstellt fürs Verständnis,
„Life Changing Foods“, was als Nachschlagewerk hervorragend funktioniert, um gezielt Lebensmittel auszuwählen (oder zu eliminieren) je nach individueller Erkrankung und
„Cleanse to Heal“, sein neuestes Buch, das ich noch durcharbeite. Letzteres hat viele Redundanzen zu „Liver Rescue“, bietet aber auch viele vertiefende Inhalte, die ich als absolut essentiell erachte, um wirklich eine passende Heildiät oder, wenn man das so nennen möchte, den passenden Cleanse für die jeweilige Situation auszuwählen, ohne den Körper zu überfordern.

Meine individuellen Erfolge – und was noch fehlt.

Viele der Tipps aus „Liver Rescue“ habe ich so integrieren können, weil sie schon zu meiner intuitiven und erprobten Ernährungsweise passten bzw. sich sehr leicht eingefügt haben. Es wurde hauptsächlich grüner, bunter, frischer, roher, kräuteriger und saftiger. Und es hat sich viel zum Guten getan: Blutwerte verbessert, Augen klarer, geringerer Schlafbedarf, bedeutend weniger Blähung und Schwellung im Bauchbereich und tatsächlich habe ich auch Anfang des Jahres schon mal einen kleinen Colitis-Schub damit abfangen und zurück in die Remission schicken können. Das ist mir früher auch schon mehrfach nur mit Ernährung gelungen, der Unterschied lag diesmal vor allem in der Geschwindigkeit (sehr viel schneller) und darin, dass ich dabei vegan unterwegs war.

Was nicht gelungen ist, ist also einem weiteren Schub vorzubeugen und auch meine Haut hat immer noch mit Akne zu kämpfen. Wobei ich gerade bei letzterer mittlerweile davon ausgehe, dass ich dafür vermutlich noch 3-6 Monate, eventuell auch eher 9 bis 18 Monate brauchen werde. Haut heilt zuletzt. Akne ist eine der hartnäckigsten Hauterkrankungen. Wer dazu schon ein bisschen mehr recherchieren mag, dem empfehle ich die Streptokokkenthematik, auf die Anthon William eingeht. Was auch der Grund ist, weshalb meine Akne unter Paleo so viel besser war. Paleo eliminiert die Haupttroublemaker (Gluten, Soya, Mais, Rapsöl…) aber das ist wieder ein anderes Thema. Denn mehr Eier und Fleisch sind keine Lösung. Im Gegenteil.

Und dann kam Corona

Dass ich jetzt wieder mit entzündetem Darm arbeiten muss, hängt an vermutlich zwei Faktoren: zum Einen maßgeblich der Coronastress.

You can’t outexercise poor diet.

Du kannst Stress nicht wegessen.

Beides gilt. Bewegung puffert unpassende Ernährung ab, gutes Essen kann Stress abpuffern. Aber an sich ist es immer unschlagbar an die Ursache zu gehen.

Zum Anderen bin ich ja eher im „Team überambitioniert“ und Stress plus das begonnene Cleansing nach den Liver Rescue Empfehlungen dürften etwas viel für meinen Darm gewesen sein. Denn darum muss es ja bei einem guten Cleanse gehen: dass Altlasten losgelassen werden können, ohne dass sie auf ihrem Weg nach draußen noch mal Ärger machen. Abgabe über den Stuhl via Darm ist einer DER Wege. Ist der Darm darauf nicht vorbereitet, kann das Probleme machen. Diese Vermutung liegt also nahe, lässt sich natürlich aber nicht verifizieren.

Ein Schritt zurück: Monoeating

Deshalb geht es für mich jetzt noch mal etwas zurück, indem ich meinen Darm besser vorbereite. Ich hatte ja wirklich viel Lust auf den 3:6:9-Cleanse, habe aber schon gemerkt, dass ich da einen inneren Widerstand hatte, tiefer zu gehen als die Empfehlungen der 3er-Tage. Und ich habe genug Erfahrung mit meiner Ernährung, um auf solche Intuition zu hören. Was denke ich sehr gut war. In „Cleanse to Heal“ legt AW sehr gut dar, weshalb der 3:6:9er-Cleanse zu heftig sein kann und für wen vor allem? Na? Für die mit angegriffenem Darm. Kann. Nicht muss. Die Alternative ist zum Beispiel das Monoeating, welches ich oben schon beschrieben habe.

Kritisch bleiben: How not to die

Bei all der Euphorie, dass sich so vieles für mich fügte, blieb das ungute Gefühl lange hängen: Der Mann hört eine Stimme…
Andererseits sind seine Informationen so detailliert, so in der Tiefe, da fällt es mir schon schwer mir vorzustellen, wie man sich das ausdenken soll. Aber nun gut. Ich weiß ja nur von dem, was publik ist.

Wichtig für mich war deshalb zumindest eine gewisse Gegenrecherche. Und die habe ich mit „How not to die“ gefunden. Ich bin hier also wieder bei einer populärwissenschaftlich aufbereiteten Sekundärquelle, just for the records.
Michael Greger, der Autor, ist selbst Arzt und legt anhand diverser Studien dar (welche ich nicht verifiziert habe!), welche Ernährungsform (und durchaus ab und zu auch Ausflüge in Antirauchkampagnen und pro Sport) für welche Risikoerkrankungen am sinnvollsten sind.

Long Story short: abgesehen davon, dass Greger sehr deutlich eine Ernährung ohne Tierprodukte (also vegan) und verarbeitete Lebensmittel (whole foods only please) propagiert, weil die einfach für egal welche (!) Symptomatik förderlich ist, sind seine Empfehlungen mit denen von William übereinstimmend. Greger ist allgemeiner, William spezifischer. Gerade die für mich so wichtigen Aha-Effekte bezüglich der Rolle der Leber bei Kohelnhydrat- und Fettstoffwechsel wurden von Greger bestätigt. Kurz: Zucker (vor allem aus Obst) ist nicht das Problem. Auch nicht bei Diabetes. Fett ist das Problem. Vor allem das aus Tierprodukten, da der Fettstoffwechsel den Zuckerstoffwechsel blockieren kann. Besonders problematisch sind deshalb Mahlzeiten, die sowohl Zucker als auch Fett beinhalten. Spätestens jetzt bekommt man auch eine Idee davon, weshalb das Monoeating noch ein paar Stärken mehr hat als bloßes raw till four (Rohkost bis um vier Uhr).

Empfehlungen

Für heute soll es damit genügen. Dieser Artikel ist als Ausgangsoprt für eigene Recherche und Meinungsbildung gedacht. Wen also „Spirit of Compassion“ arg schreckt, dem empfehle ich uneingeschränkt „How not to die“. Für gezieltere Lebensmittelauswahl und auch bessere Kombinationen und Timing am Tag („besser“ ist hier meine Bewertung), dem empfehle ich zuerst „Liver Rescue“, dann „Cleanse to heal“. „Life changeing foods“ ist nice to have, aber in dieser Reihe das nachgeordnete Werk für mich. „Celery Juice“ und „Thyroid Healing“ habe habe ich noch nicht gelesen.

Die von mir hier auf dem Blog schon vorgestellten Bücher von Kimberly Snyder „The Beauty Detox Solution“ und Kriss Carr „Crazy Sexy Diet“ gehen in eine sehr ähnliche Richtung wie Anthony Williams Werke, etwas andere Schwerpunkte, aber nah dran. „Lebensmittel“ von Michael Pollan bleibt für mich ein absolutes Basiswerk fürs Verständnis, ist aber im Vergleich zu Greger und William oberflächlich. Durchaus aber bewusst so, weil es da mehr um den gesunden Menschenverstand geht.
Bücher speziell zur Colitis habe ich keine hier, auch wenn „Der Darm mit Charme“ lesenswert fürs Verständnis dieses Organs ist, Ernährungstipps sind darin eher flach.

Affiliatelinks

Im Folgenden habe ich hier alle Bücher für euch noch mal verlinkt. Ihr kennt das Spiel: Wer über den Link kauft, unterstützt meine Arbeit, da ich dadurch eine kleine Provision bekomme, ohne dass euch Mehrkosten entstehen. Ob Amazon da die Bezugsquelle der Wahl sein soll… nun… das ist ein Wachstumsbereich für mich. Wenn du eine nachhaltigere, fairere Bezugsquelle für dich hast, nutze sie.
Zu den Büchern, die ich hier schon mal vorgestellt habe, kommt ihr über die Artikel dazu, die ihr unter diesem in den Vorschlägen findet.

Anthony William: Liver Rescue
Anthony William: Heile deine Leber
Anthony William: Cleanse to Heal
Anthony William: Lifechangeing Foods
Michael Greger: How not to Die (auch auf deutsch)

Alles Liebe,
Heike

1 Kommentar

  1. Was bedeutet denn der 3:6:9 Cleanse? Und dieser folgt auf deine Monodiät? Puh ich drücke dir die Daumen, dass sich der Aufwand lohnt und du Erfolg haben wirst damit:)!

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