6. April 2019

Was mich nicht umbringt macht mich weicher

Ging dieser Spruch nicht eigentlich anders? Weshalb du hier gern mitlesen und lernen darfst, egal ob du Kinder hast oder nicht. Denn letztlich sind wir alle Menschen und wir alle wollen glücklich sein, oder?

Und mit diesem Pathos springe ich doch direkt mal zurück an die Tastatur und in meinen Posteditor. Zurück zu dir vor dem Computer, dem Smartphone oder dem Tablet. Hallo nochmal. Kennen wir uns noch? Bestimmt, aber irgendwie auch nicht.

Ich mag nicht einfach nur die Instagramposts der letzten Monate hier rüberkopieren. Ich mag dich vor allem mitnehmen auf meine kleine große Reise hin zu…

hin zu einem besseren Leben, jenseits des höher, schneller, weiter perfektionistisch getriebenen Optimierens. Denn da liegt für mich das Gold der letzten zwei Jahre. In den Erkenntnissen, die ich gewonnen habe. Und je mehr ich lerne, desto mehr weiß ich auch, wie wenig ich tatsächlich weiß. Ganz ungruselig, eher demütig.

Je größer die Insel meines Wissens wird, desto größer wird die Küstenlinie des Nichtwissens.

Und um bei Instagram zu bleiben: Life is better at the beach!
Vom Wissen auf das Nichtwissen zu gucken und es schön finden zu können genau dort zu stehen, an dieser Grenze und diese immer weiter zu verschieben, das ist ähnlich schön, wie zu verstehen, dass jedes im Moment verfluchte Hinfallen und Scheitern das Potential hat uns stärker wieder aufstehen zu lassen. Härter? Nicht, wenn ich selbst wähle. Eher klüger. Und weicher.

Es ist schön wieder hier zu sein

Ich bin schneller an der Tastatur als am Smartphone, mehr im Fluss und mehr bei mir, denn ich bin gern die der vielen Worte, wenngleich ich die wenigen wirklich zu schätzen gelernt habe.

Dieser Post würdigt den Neuanfang hier, mehr als der vorherige, der noch eine bloße Ankündigung war. Denn die letzten zwei Jahre hatten es in sich. Du hast es dir vielleicht oder sogar vermutlich schon gedacht bei meinen babybezogenen Themen, die ich hier noch vor der großen Funkstille verfasst habe: Unser Start als Familie hat uns völlig umgeworfen. Nicht nur einfach „Unser Leben wurde auf den Kopf gestellt“. Nein. Merles Ankunft hat unser Leben, unser Selbst und unser Selbstverständnis in den Grundfesten erschüttert.

Ein Kind zu bekommen war das schrecklichste und wundervollste Geschenk, das wir bekommen konnten.

Nicht eine der Grenzerfahrungen hätte ich mir herbei gewünscht. Nicht eine war im Moment des Erlebens etwas, wofür ich hätte Dankbarkeit empfinden können. Aber das kann ich jetzt, weil ich verstanden habe, dass es meine Entscheidung ist, ob ich Erfahrungen ablehne oder die in ihnen liegenden Chancen sehe. Weil ich jetzt ein besserer Mensch sein kann. Vor allem für andere und dadurch auch mehr für mich denn je.

Meine liebsten Themen und Projekte habe ich hintenangestellt für das höhere Ziel, den höheren Wert eines mit Vertrauen ins Leben startenden Kindes. Und jetzt, da die Themen zu mir zurück kommen, weiß ich, dass das mehr als gut so war, denn ich kann nun jedes einzelne von ihnen so viel besser bespielen als zuvor. Tiefer. Mitfühlender. Losgelöster von meinem – ziehen wir doch direkt mal blank – nicht unbeträchtlichen Ego. Fehler- und Irrtumsfrei? Mit Sicherheit nicht.

Seit Anfang des Jahres arbeite ich wieder an Jakob, der wohl von nichts so profitiert, wie von genau diesen Erfahrungen der letzten zwei Jahre. Warum fange ich dann an hier wieder an zu schreiben und ziehe kostbare Jakobarbeitszeit ab?

Weil ich nun auch weiß, dass es nicht mein größter Traum ist Autorin zu sein, sondern Autorin zu sein ist einer meiner größten Träume als Teil des tatsächlich größten Traumes: Menschen zu erreichen, für das Gute. Das ist und wird auch Jakob sein. Autorin zu sein, ist somit eine Etappe auf diesem Weg, der besser ist als nur ein Ziel. Das ist somit auch das, was ich hier schreibe. Denn das haben mir alle Kommentare, das hast du, das habt ihr mir immer gezeigt: Ich bewege Menschen bereits, ich berühre sie. Das heißt, mein Traum ist schon real. Und nichts ist beflügelnder als dieser Gedanke.

Willkommen zurück!

Es ist schön, dass du hier bist.
Bis die Tage!

Deine Heike

9 Kommentare

  1. Man liest, dass es euch dreien gut geht und dass du an Stärke gewonnen hast. Ich freue mich, dass es mit Jakob weitergeht!
    Da ich auch mal ein Graphic Novel umgesetzt habe, würd mich mal interessieren, ob du es direkt publikationsfertig angehst. Was bedeutet das genau an Seitenformat, Auflösung und Co? Bei mir isses gut 15 Jahre her (mein halbes Leben OMFG!), da hab ich einfach drauf losgemalt (mit Buntstift), hatten aber später unfassbare Probleme mit dem Kopieren. So ein schönes Werk aber leider null Chance auf Publikation und Druck – Hat aber immerhin bis zur Vernissage und Kleinstauflage gereicht. An diesem Projekt saß ich 3 Jahre mindestens 40 Stunden pro Woche – Seitdem rede ich mir ein, keine Zeit mehr dafür zu haben, weil Malen aufwendiger ist als Schreiben. Falls ich wieder so etwas mache hab ich Angst, dass sich dieser Formfehler wiederholt. Heut würd ich sowieso digital colorieren, aber ich hätte so keine Lust, wegen Formfehlern Absagen zu kassieren.
    Ich würd die Geschichte rund um Jacob bestimmt lesen. Wenn du nen Probeleser mit ähnlichem Hintergrund brauchst, schreib mich ruhig an.

    1. Oh vielen lieben Dank für das Angebot und den Einblick in dein Schaffen. Da komme ich unter Umständen tatsächlich drauf zurück, das wird sich zeigen.
      Es wird keine komplette Graphic Novel werden, das ist mir tatsächlich zu aufwändig, geplant ist eine reine textausgabe und eine „Schmuckausgabe“ mit Illustrationen, also kein Sprechblasentext wie ich ihn ursprünglich ja mal bgonnen hatte.
      Ich zeichne mit Bleistift vor, scanne und bearbeite dann immer am Rechner. Ich achte auf eine Aufläsung von 300dpi bei etwa DIN-A4-Größe, größer ist doch extrem unwahrscheinlich für ein Buch. Bei Illustrationen, die aber mehr sind, als Begleitillustartion, lege ich die Dateien durchaus größer an, damit auch andere Drucksachen damit möglich sind (z.B. mal ein Poster oder T-Shirt o.ä.).
      Da kommt mir meine Arbeit als Mediengestalterin sehr zu Gute, dass ich da auf Erfahrungen mit Dtuck-PDFs zurückgreifen kann. Ich arbeite deshalb auch beim Colorieren direkt in CMYK und nicht in RGB.
      Liebe Grüße, Heike

  2. Keine Ursache 🙂
    Heißt das, du zeichnest die Outlines mit Photoshop nach?

    Ja die 300 dpi beherzige ich auch… aber das ist mit Schrift im Bild immer so ne Sache. Man sagte mir mal, man sollte Schrift und Outlines vektorisieren, aber da werd ich wahnsinnig bei der Arbeit. Und ich weiß dann auch nicht wie man’s für den Druck abspeichern soll, weil PDF Bilder komprimiert und es bei TIFF Probleme mit dem Farbraum gibt. Danach hab ich das mit den Comics und Graphic Novels aufgegeben. Ich weiß immer noch nicht was ne gute Auflösung für Print (ohne Text) ist. Irgendwann schluckt es nur noch unnötig Speicher, weil man große Bilder ja von größerer Entfernung betrachtet und man den Pixelmatsch eh nicht sieht. Und wenn man so wie ich gerne mal mit 10 Ebenen arbeitet …. macht es der RAM nicht mit. Oder der Stift ruckelt bei gefühlt 4000px Breite…
    Den Farbraum-Fehler macht man beim Druck genau EINMAL – Danach nie wieder 😀

    Über ein illustriertes Buch hab ich auch schon nachgedacht, aber die Verlagssuche machte mir nen Strich durch die Rechnung. Fast niemand veröffentlicht illustirerte Bücher! Also wurde es nun ein reines Buch und den passenden Verlag such ich immer noch. Die großen wollen einen nicht, die mittleren gibts in menem Genre nicht, den kleinen trau ich nicht. Ob Selfpublishing so ne gute Idee ist weiß ich bei einem 40h Job und mangelndem Publikum einfach nicht.

    Ich hab mich vor gut 10 Jahren tatsächlich mal für Mediengestaltung beworben… aber ich war da fehl am Platze. Ich mags nicht auf Druck kreativ zu sein und die Hochschule hatte ne ganz andere Vorstellung von Kunst und Ästhetik… Jetzt hab ich etwas vollkommen anderes gelernt. Mich juckts bei kreativen Sachen immer noch in den Fingern aber ich wär wahnsinnig geworden …

    1. Aaaalso. 🙂
      Mediengestalter. Ich hab ja Kommunikationsdesign studidert und dann als Mediengestalterin gearbeitet. das hat tatsächlich sehr viel wengier mit freier kreativität zu tun, als ich früher dachte. Ich sage immer: Als guter Mediengestalter, brauchst du ein gutes gespür dafür, was andere Leute schön finden (Zielgruppe und Auftraggeber, schwierig wird es, wenn die beiden nicht dieselben Vorstellungen haben 😉 ) und dahin zu arbeiten. Wenn du gern und gut gern aufräumen, Platz schaffen und puzzeln kannst, dann passt das (das passte für mich z.B. sehr gut, nur das mit dem Treffen vin anderer Leutes Vorstellungen, dafür brauchte ich Erfahrungen und Zeit, das war Anfangs echt haarig). Bei echter Kreativarbeit geht es in den Art Director / Creative Director Bereich oder in die freie Illustration. Illustration hätte ich auch am liebsten studiert, zum zeitpunkt der Studienwahl kam aber nur Dortmund in Frage für mich, sonst wäre ich nach ;ünster für Illustration gegangen, Dortmund hat nur Grafikdesign und Fotografie. meinn Abschluss konnte ich trotzdem in Illustration machen, aber ich hätte da so gern mehr in die Richtzung gelernt und weniger in Richtung Produkt- und Kommunikationsdesign.
      Bildgröße und das Geruckel: ja, du musst vorher wissen, was deine maximale Größe wird und die legst du dann mit 300dpi bzw. ppi an. Bei allem größer als DIN A3 darfst du von der Fernwirkung ausgehen und davon, dass dann eine geringere Auflösung reicht. Für A1 und A0 Plakate haben wir mit 70-100ppi gearbeitet und die mit Photoshop auf 300 später hochgerechnet, das wird dann eher verrauscht als pixelig.
      Was die PDFs angeht: Immer mit der Druckerei sprechen. Du behältst die offenen Daten solange, bis du weißt, welche PDF gewünscht ist. Das kannst du vorher nicht wissen, denn das ist abhängig von den Druckmaschinen und dem verwendeten Papier. Für Farbverbindlichkeit brauchst du einen Proof. Das heißt, die Druckerei schickt dir einmal einen Probedruck aus dem Proofgerät zu. das Teil ist teuer, ein spezieller Drucker, der die Papiertonigkeit mit simuliert, z.B enorm wichtig, wenn du auf Recyclingpapier druckst, aber auch je nach Opatizität des Papiers und wie gelblich oder bläulich der Weißgrad ist.
      Da kannst du dann auch sehen, wie die Farben in welchen PDF-Profil rauskommen. Also ob PDF X1, X2, X3 usw.
      Wenn du nicht im korrekten PDF-Format lieferst, passen die Farben nicht. Die Druckerei kann das auch nachträglich nicht justieren. Deshalb brauchst du einen Ansprechpartner in der Druckerei, der die Joboptions für dein projekt zuschickt. Das ist eine Datei, die du einbaust und dann aus Photoshop doer Indesign anwählen kannst, ob das korrekte PDF-Format zu exportieren. Mit diesen Joboptions kannst du dann auch einen Preflight machen, sodass dir Photoshop dper Indesign schon anzeigt, ob alle Auflösungen stimmen und alle Schriften eingebettet sind.

      Also ich vektorisiere meine Outlines nicht. Ich rechne hoch und reinige auf. Bei einigen Motiven habe ich den Scan tatächlich noch mal komplett nachgezeichnet, aber wenn ich will, dass die Bleistiftanmutung bleibt, dann mache ich das nicht.
      Simone Grünewald macht tolle Tutorials über ihren Patreonkanal. Ich folge ihr bei Insta und da zeigt sie oft, was ihr Patreons für Supportpakete von ihr bekommen, das ist schon sehr cool, zumal sie echter Profi und so eine liebe Person ist.

      Verlagssuche: verständlich, verständlich… Sagst du mir mal dein Genre? Ich glaube, es ist wichtig, dann weiter zu fragen: Was braucht ihr, damit das Manuskript, die Story für eiuch passt? Woran ist es gescheitert? Wie kann ich lernen?
      Ich ziele aktuell ja eher auf Selbstverlag, bin da aber offen.

      Liebe Grüße, Heike

  3. Vielleicht kann ich ganz froh sein, dass ich beim Test von Prof. Dr. Dr. abgewimmelt wurde. Auf Druck kreativ zu sein oder Kunden zu begeistern, die einen vollkommen anderen Geschmack haben, stelle ich mir sehr anstrengend vor.
    Ich hab ne Zeit lang Websites gebaut und war oft genug genervt davon, was leute für grauenhafte (!!!) Vorstellungen von Farbkombinationen hatten oder mir anbiedernde Texte gegeben hatte. Bei den Leuten wär ich niemals Kunde geworden ;D Es fiel mir echt schwer, meine Klappe zu halten und nicht einfach mein Ding daraus zu drehen. Und was manch Werbeagentur verzapft finde ich einfach… grauenhaft. Also nicht von der Qualität sondern eher vom Geschmack. Oft versteh ich den Sinn hinter gewissen Sprüchen und Marketingkanälen einfach nicht, aber es funktioniert. Deswegen fühlte ich mich fehl am Platze.

    Es kann gut sein dass mein Problem damit zusammen hing dass ich die Größe des fertigen Produkts nicht einschätzen konnte. Für mich persönlich reicht A4, aber manchmal wollte einer etwas in A2 nachdrucken, was dann nicht mehr ohne Weiteres ging. Ob professionell im Print auch mit 300 dpi gearbeitet wird, weiß ich nicht. Mir schwirrten noch die 1200 für „scharfen“ Text auf Drucksachen herum, aber da würd ich beim Malen wahnsinnig werden. Danke für die Richtwerte!

    Jepp, ich behalte schön meine psds… da bin ich einmal mit ner psd zur Druckerei gelaufen (am Telefon hieß es: jaja, das ist eh viel besser als komprimiert) und die haben totalen Schrott ausgedruckt! Der Farbkreis war 30° Richtung rot gedreht. Mensch bin ich da durchgedreht. Ich brauch ja keinen 100% Abgleich zu irgendwelchen Pantone oder RAL Werten, aber wenn blau plötzlich lila ist, krieg ich dei Krise. Wenn mein bester Kumpel nicht dabei gewesen wäre, hätt ich dem Typen den Hals umgedreht…
    Danke, ich wusste noch nicht, dass die PDFs auch andere Farbkodierungen hatten. Ich kenne den PDF Spaß eher aus anderen Funktionalitäten (digitale Signatur, Komprimierung, ..)

    Wo ich so mit dir schreibe hätt ich eigentlich wieder Lust auf diese Print und Medienthemen… hätte man mir damals nicht mein Herz mit dem Absatz getreten.

    Verlaggssuche:
    Mein Graphic Novel wurde ausgestellt, den konnte ich – weils Buntstift war – nicht gescheit replizieren und habs dann gelassen. Beim zweiten Werk hab ich auf Anfrage bzgl. Drucknormen bei drei Verlagen gar keine Antwort gekriegt. Seitdem liegt das Werk als Lineout herum und es wurde nicht mehr daran weitergearbeitet. Beides war eher so ne Art „Jugendroman“, nur dass damals das Thema Graphic Novel noch keinen Namen hatte. Das war so die Zeit, als jeder meinte, er müsste Manga zeichnen.
    Seit ein paar Jahren finde ich viel Spaß am Schreiben von Science-Fiction. Da hab ich auch schon 5 Bücher fertig, aber unfassbare Probleme sie an den Mann zu kriegen. Es gibt sehr wenig Verlage und der aktuelle Trend ist zu weit weg von dem was ich so schreibe. Ich hab Schiss vor Selfpublishing nachdem mein letztes Langzeitprojekt grandios am Marketing oder an der fehlenden Zielgruppe gescheitert ist. Und dann ist da noch die Sache mit dem Pseudonym, was in dem Fall recht teuer und aufwendig wird. Und dann kommt man sich so machtlos vor, weil man als fachfremder Vollzeitjobber nicht die Zeit hat, die jemand hätte, der zufällig in diesem Bereich arbeitet oder sein Hobby zum Beruf gemacht hat. Ich müsste mit meiner Marke (oder Pseudonym) ganz von vorne beginnen oder die Gefahr eingehen, dass potentielle Arbeitgeber den Eindruck erhalten ich würde meine Freizeit besser finden als arbeiten…
    Für Illustrationen in die Richtung fehlt es mir an Skill und Vorstellungsvermögen. Ich finds unfassbar schwierig digital Architektur und Blätterwerk zu zeichnen, aber jedes YT Concept Arts Video zu diesem Thema finde ich unfassbar demotivierend weil die alle so gut sind T____T Und um Line Outs digital nachzuzeichnen und zu colorieren bin ich zu ungeduldig. Also hab ich bislang nur de Figuren illustriert.
    Ich bin also gerade in einer ziemlich tiefen Sinnkrise…

    1. Wow, da bist du aber doch schon einen wunderbar weiten Weg gegangen! Nicht aufgeben. Wenn das dein herzensthema ist (was es vermutlich ist, wenn ich mir anschaue, wie rasch du hier antwortest und wie viel), dann folge deinem herzen und nutze den Verstand, um Hindernisse aus dem Weg zu räumen, zu überwinden oder zu umgehen.
      Viel zu oft geben Menschen auf, obwohl sie schon so weit gekommen sind. Das Pareto-Prinzip greift hier sehr: Wir brauche 20% unserer Energie umd 80% des Weges zu gehen. Für die verbleibenden 20% gehen dann meist ganze 80% der Gesamtenergie drauf. Ob diese 20% die letztenWegabschnitte sind, weiß man nicht, aber sie sind es doch recht oft. In jedem Fall sind es die Wegabschnitte mit den Hindernissen. 🙂
      Bezüglich Pseudonym und Arbeitgeber, der denken könnte… Vielleicht kannst du dich davon frei machen, wenn du es eher so siehst: Dein Arbeitgeber kann so sehen, dass du dich sehr für etwas begeistern und einsetzen kannst. Dass du, wenn dir etwas wichtig ist, am Ball bleibst und Wege findest. das ist kreativ, proaktiv, das zeugt von Durchhaltevermögen und Disziplin. Von Ambition und Motivation.
      Natürlich heißt das auch, dass dein Arbeitgeber dann weiß, dass du am besten in einem bereich arbeitest, der es dir ermöglicht, dich auch dort zu begeistern und zu schaffen. Wenn du so ein Projekt wirklich weiter verfolgst und umsezte, spricht das sehr viel mehr für als gegen dich. Es unterstreicht dein Potential.
      Concept Art von Landschaften und Pflanzen: I feel you! Das ist auch definitiv nicht meine Stärke, ABER: alle Übung. Klar findest du die Videos der Guten. Aber die haben auch mal angefangen. Das ist wir mit dem Sport machen. Da beginnt man auch nicht mit Liegestützen.
      Alles Liebe und ich freue mich weiter von dir zu lesen!

  4. Heike, vielen Dank für deine Motivation!
    Man hat mir vor ein paar Jahren sprichwörtlich das Herz aus dem Leib gerissen. Deswegen weiß ich gar nicht mehr, was meine Herzensangelegenheit ist, wenn es überhaupt noch eine gibt. Früher hätte ich alles gegeben, um meine Werke zu publizieren, aber ich habe im semiprofessionellen Bereich so viel Scheisse erlebt, dass das zertretene Stehaufmännchen nicht mehr aufstehen will. Meine Freunde und Bekannte haben irgendwann auch andere Interessen entwickelt oder schlichtweg keine Zeit mehr gehabt, sich mit meiner Kunst auseinander zu setzen. Also legte ich den Stift nieder, studierte etwas vollkommen anderes und hab nun eine Arbeit angenommen, die weder etwas mit meinem Hobby noch mit meinem Studium zu tun hat. Ich feiere damit erste Erfolge, aber ich weiß gar nicht mehr, wie es sich anfühlt, vor Glück zu springen.
    Wenn man sich jetzt die Konkurrenz ansieht, vergisst man, dass sie in den 10 Jahren, in denen man nur seinen Schmerz verdaut hat, weitergeackert haben. Und diese blöden Algorithmen tun das Beste daran nur noch das zu empfehlen, was überdurchschnittlich gut ist. Du hast so Recht damit, dass kein Meister vom Himmel gefallen ist.
    Ich hab noch keine Möglichkeit gefunden, all den alten Groll abzulegen und neu anzufangen. Mir fehlt auch eine Aufgabe oder eine Idee, die sich mit meinem jetzigen Leben vereinbaren lässt. Deinen Tipp, dass ich mich nicht verrückt machen soll, was mein Arbeitgeber über meine Kunst denkt, nehme ich mir zu Herzen. Es sind wieder mal schlechte Erfahrungen wie z.B. Bewerbungsgespräche, bei denen der Personaler meine Lebenslauf als „absolut chaotisch“ bezeichnet hat, statt mal einzusehen, dass ich vieles kann. Vielen Dank!

    1. Du erzählst deine Geschichte. Wenn du weißt, dass dein gegenüber/der Personaler, deinen Lebenslauf als chaotisch empfinden kann, nimm das Argument vorweg im Anschreiben. Du bist anders, dein Lebenslauf ist anders als die, die die Personaler gewohnt sind. Das kann dich entweder schwierig für andere machen oder interessant. Das hängt davon ab, wie du dann deine Geschichte erzählst.
      Ich habe kürzlich so eine wundervolle Weisheit gelesen:
      Persönlicher Erfolg kommt vor professionellem Erfolg.
      Das heißt letztlich nichts anderes, als dass es immer mit der Arbeit an dir selbst beginnt. Mit der Sicht auf dich. Das ist schön, weil du da maximale Handlungsfreieheit hast. Denn was du über dich denkst und fühlst, das kannst du so viel besser bestimmen (auch das ist Übung) als das, was andere übere dich denken und empfinden. Setzt du bei letzterem an, wird es schnell widersprüchlich zu dem, was du über dich denkst und empfindest und das merken die meisten Menschen schnell.

    2. P.S.: Es ist enorm hilfreich nicht mehr in „Konkurrenz“ zu denken, sondern auch da bei dir zu bleiben. Gerade in der Kunst. Wenn jemand anderes erforlgreich ist, heißt das nicht, dass du es nicht (mehr) sein kannst. Es heißt, dass jemand seine Kunst macht und das bedeutet auotmatisch dass auch du deine machen darfst. Wenn es jemandem gelungen ist, heißt das, dass es auch anderen gelingen kann. Das hilft mir enorm, wenn mich der Neid packt, eine garstige Emotion, der ich wirklich mit viel Nachsicht begegnen kann mittlerweile. Aber das war (und ist) auch ein eher steiniges Feld zur Bearbeitung.

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