7. August 2018

Brautfrisur mit Schleier und Blumen

Super dickes, kastanienbraunes Haar, taillenlang und das Ganze an einer strahlenden Braut: Ich durfte mich austoben und bin sicher, wir haben die richtige Frisur für sie, ihr Kleid und den Tag an sich gefunden.

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Meine Kollegin Lisa hat geheiratet. Und welche Ehre, dass sie mich gefragt hat, ob ich ihr am großen Tag zu einer Brautfrisur verhelfen könne. Denn irgendwie hatte sie bei regulären Frisören kein so gutes Gefühl. Danke meine Liebe! Ich hoffe und glaube auch, dass ich dich nicht enttäuscht habe!

Lisa kam einmal zum Probefrisieren, hatte mir vorab schon Fotos von ihrer aktuellen Haarlänge geschickt (da ich in Elternzeit bin, hatte ich sie länger nicht persönlich gesehen) genauso wie vom Kleid und mir die Info gegeben, dass es einen Schleier geben würde. Auch den hat sie zum Probefrisiren mitgebracht.

Die perfekte Frisur finden.

Lisa ist ein natürlicher Typ, dem dabei klassische Eleganz sehr gut steht. Bei ihrem Kleid ist sie hervorragend beraten worden: Es schmeichelt ihrer Figur und ihrem Typ optimal mit genau der richtigen Mischung aus sehr klaren klassischen Linien und romantischer Spitze. Lisa hat tolle Haut und tolles Haar, da gibt es nichts zu kaschieren. Zum Kleid gehörte für die Kirche ein Spitzenjäckchen, welches auf dem Rücken durchgeknöpft wurde, der Schleier war ein klassischer Schleier mit Kamm zum ins Haar stecken.

Wie wirkt die Frisur von vorn?

Lisas Gesicht profitiert von einer weichen Frisur, die viel Haar von vorn sichtbar lässt. Damit wären wir bei offem Haar, Half-ups, seitlichen Zöpfen oder seitlichen Dutts. Ich bin außerdem generell ein Freund von „schöne Haare von vorn“, denn abgesehen von den typischen Langhaar- und Frisurenfotos sehen einen die meisten Menschen doch eher von vorn und auch die Fotos mit Gesicht sind dann zur Erinnerung doch die beliebteren, zumal bei einer Hochzeit.

Achtung Knöpfe!

Wegen der Knopfleiste am Jäckchen habe ich Lisa von einem Zopf abgeraten. Alles was auf dem Rücken aufliegt und echte Schlaufen hat, verfängt sich schnell darin und lässt sich nur ziepig lästig lösen. Den fehler hatte ich einmal bei einer Freundin gemacht, die glücklicherweise aber icht die Braut war, sondern nur Hochzeitsgast. Das hatte ich mir gemerkt. Blieben offenes Haar, Half-ups und seitliche Dutts beziehungsweise Steckfrisuren.

Wohin mit dem Schleier?

Brautschleier sind so gemacht, dass sie so ziemlich in jeder Frisur halten können, spätestens wenn mit Haarspray oder etwas Toupierarbeit nachgeholfen wird. Auch in offenem und recht kurzem Haar geht das. Ideal sind aber Dutts, Zöpfe und ndere Flechtereien, diedem Steckkamm Halt geben und ein Abrutschen nach unten verhindern. Außerdem macht es sich optisch gut, wenn der Schleier in die Frisur integriert wird, statt einfach an den Hinterkopf gesteckt zu werden, was ein kleines Argument gegen rein offenes Haar ist. Blieben Half-ups und Hochsteckflechtereien bzw. Dutts.

Die Stärken betonen

Mit Lisas Haar wäre so ziemlich alles möglich gewesen: Lang, super dick, gesund und sehr gut zu flechten, da glänzend aber dennoch griffig (seltener Kombination). Ich habe ihr letztlich zu einem Half-Up geraten. Das ist mehr Frisur als einfach nur offen und vielleicht noch gelockt. Half-ups haben von sich aus einen romantischen Look und der Schleier lässt sich darin gut einarbeiten genauso wie die Frisur ohne Schleier gut funktionierte (sie war recht sicher, dass sie ihn später abnehmen wollte). Nachteil: unter so dickem Haar und generell unter offenem Haar im Sommer kann es sehr warm werden. Das hat Lisa in Kauf genommen. Viele Frauen müssten für so eine Frisur mit wirklich vielen Haarteilen arbeiten (ich zum Beispiel). Lisa hat diese Haarmenge von Natur aus. Große Steckfrisuren sind recht gängig, da ein Duttkissen vergleichsweise einfach zu verarbeiten und günstig ist. Haarteile in dieser Länge und Menge kosten dagegen mehrfach dreistellig und damit sie bequem halten, braucht es Erfahrung bei demjenigen, der sie einarbeitet.

Deshalb habe ich zu Lisa gesagt: „Deine Haare sind ein echter Woweffekt! Zeig sie! Sie sind toll! Hochstecken kann jeder.“ Ich glaube, das hat sie überzeugt, wenn sie es nicht vorher schon war.

Das Ergebnis

Ich habe Lisa einen breitgezogenen Fischgräten-Half-up geflochten, der mittig am Hinterkopf zu einem Elasticbraid zusammengenommen wird. Dieser Zopf liegt nicht auf der Knopfleiste des Jäckchens auf, weil Lisa so viel Haarmasse hat, dass er darüber zu liegen kommt. ich sage ja: Wer hat, der hat. Mit Schleier ist der Elasticbraid verdeckt, ohne Schleier hatte Lisa somit mehr Frisur als nur einen Flechtkranz. Bei der Testfrisur war der Elasticbraid auch wegen Zeitknappheit noch deutlich kürzer. Final wurde er so lang wie möglich, sodass dabei die Zopfquaste noch gut mit gelockt werden konnte.

Locken

Auch ohne Locken sah Lisa schon wirklich umwerfend aus. Mit Locken wirkt die Frisur aber noch mal vollständiger. Ich habe dafür einen Lockenstab verwendet, der speziell für (sehr) langes Haar geeignet ist: Turmalinoberfläche (kein Metall! Metall wird ungleichmäßig heiß und kann das Haar noch mehr schädigen als Hitzestyling sowieso) und kein Clip, außerdem mit variabler Temperatur. Wir haben mit 180 Grad gearbeitet. Es geht noch deutlich heißer. Weniger Hitze reicht meiner Erfahrung nach leider oft nicht, um  die Locken wirklich haltbar zu machen. Die Strähnen werden mit einem Handschuh gehalten. Mein Lockenstab ist schon ein paar Jahre alt, aber es gibt verschiedene ähnliche. Mittlerweile sind die Dinger auch sehr viel günstiger geworden. Meiner hat damals noch dreistellig gekostet. Ich habe euch Links zu solchen Stäben am Ende des Artikels verlinkt.

Gebt den Locken Zeit zum Auskühlen, dadurch werden sie formstabiler. Dafür eigenen sich kleine Clips oder Klämmerchen, um die frischen Kringel etwas zu fixieren und erst drei Lockenkringel später (oder noch später) wirklich zu öffnen.

Wenn wie hier ein Elastikbraid oder ein anderer Zopf mit Silikongummis eingearbeitet ist, achtet daruaf mit dem Lockenstab nicht an die Gummis zu kommen. Dise schmelzen sonst sofort auf und der Zopf öffnet sich.

Wichtig ist, dass die Haare wirklich trocken sind, bevor sie gelockt werden. Auch sonst besteht die Gefahr, dass sich die Srähnen schnell aushängen. Ist alles fertig gelockt, sind meist ein paar Strähnen noch mal dran, weil sie doch etwas mehr Hitze brauchten. Nicht kämmen oder bürsten! Nur locker aufschütteln, mit Haarspray fixieren und fertig. Die Locken werden von Selbst im Laufe des Tages lockerer und wilder. Selbst nur lcoker grobzinkig gekämmt, kann aber je nach Haar sehr schnell alle Arbeit hinfällig sein und man fängt von vorn an.

Blumenschmuck

Mit den Blumen, die Lisa passend besorgt hatte (Schleierkraut und kleine Rosen), ließ sich der etwas harte obere Abschluss des Kammes weich zu den Seiten zum Geflecht hin verblenden. Ich habe mich dafür entschieden die Blumen asymmetrisch einzustecken, um die „Ecke“ neben dem Kamm gut ausfüllen zu können und einen dicken Blütenklumpen am Hinterkopf zu vermeiden. Ein paar Blättchen mit einzuarbeiten macht die Frisur immer noch etwas natürlicher. Das Schleierkraut hält von sich aus recht gut, da es so leicht ist und gut steckbare Stiele hat. Die Rosen hatten leider nur recht kurze Stiele, sodass sie mit Bobbypins extra befestigt wurden, nachdem schon beim Herumlaufen in der Wohnung deutlich geworden war, dass sie sonst nicht halten würden. Leider habe ich davon kein Foto. Der Pin wird direkt unterhalb der Blütenbasis um den Stil geschoben und dann im Haar versenkt.

Dauer

Wir haben mit zwei Stunden geplant, um Puffer zu haben. Tatsächlich habe ich für das reine Frisieren etwas über 90 Minuten gebraucht. Davor kam ich ja dann erst mal an, bekam ein Glas Wasser, konnte mich ausbreiten… und danach war noch etwas Zeit für die Haare der Brautschwester. Am längsten dauern bei so dicken Haaren wie Lisas die Locken! Knapp 45 Minuten nur dafür. Die Fischgräten sind zwar filigran, aber von der Fingerfolge her flott. Der Elasticbraid braucht etwas mehr Gefummel, obwohl er einfach ist.

Schwierigkeistgrad

Leicht bis mittel. Es gibt ein paar Fallstricke (mögliche Asymmetrien bei den Half-ups, Scheitelposition, sauberes gleichmäßiges Breitziehen, unziepiges Arbeiten mit den Silikongummis beim Elasticbraid, richtige Dauer und Temperatur für die Locken…), aber an sich ist diese Frisur mehr Geduldsarbeit als hohes Können. Wenn sie euch also gefällt, egal für welchen Anlass, und ihr ein bisschen mehr Zeit übrig habt: Probiert sie doch mal aus! Wenn ihr sie an euch selbst flechten wollt, gehen der Schwierigkeitsgrad und die Dauer natürlich deutlich rauf, zumindest für den Elasticbraid. Machbar ist sie aber auf jeden Fall auch allein.

Ich für meinen Teil bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und finde: Das ist eine strahlende Braut! Wie gesagt würde ich mich freuen noch ein Foto von im im Ganzen zu sehen, dafür war es im Zimmer leider etwas eng.

Noch mal meine herzlichsten Glückwünsche und alles Liebe, liebe Lisa!

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