7. Juni 2018

Wie ist das Leben mit Kind? – 9 Monate altes Baby

„Durchhalten, weitermachen! Das zahlt sich im nächsten halben Jahr alles aus!“
Das hat mir die Kinderärztin bei der U5 mit einem somit knapp 6 Monate altem Baby gesagt, als Raketenmerle ihr freudestrahlend fast vom Arm gesprungen ist und ich erwähnte, dass wir allmählich vom stündlichen Stillen weg kommen. Nun, drei Monate später kann ich schon sagen: Oh ja, wie Recht sie hatte!

Die üblichen Meilensteine

Und natürlich sind sie dennoch für uns hier besonders, auch wenn es eben das ist, was man ja irgenwie von einem Baby erwartet. Da sich die Kinder mit fortschreitendem Alter aber immer stärker voneinander auch in dem unterscheiden, was sie wann mit welchem Elan oder Ruhe erlernen, sind es doch wieder sehr individuelle Meilensteine. Zumal, wenn man die Erwartung aufgibt und dem ganzen mit Vorfreude begegnet. Wirklich, das ist nicht nur ein netter Nachsatz, dieser Perspektivwechsel macht enorm viel aus, macht die Momente, auch die anstrengenden so viel schöner.

Lachen und erste Wortvorstufen

Merle lacht nun mit Stimme, und zwar am liebsten, wenn sie allein spielt und dabei etwas lustig findet. Spielen wir mit ihr, ist lautes Lachen eher selten, dafür ist nach wie vor die Mimik auf einen Kilometer Entfernung erkennbar. Auch die ersten mit Intention geäußerten Laute und Wortvorstufen sind da. Sie hat eindeutige Genusslaute beim Essen, wenn ihr etwas schmeckt (kehlig sanftes „Hmmmmm!“) und auch eindeutige Missfallenslaute (lautes, bis gellendes „Nananananana!“). Wie alle Eltern lauern wir auf das erste „Mama!“ und „Papa!“. Bauchgefühl sagt: dauert noch. Braucht sie ja auch nicht. Wir sind ja da und verstehen auch ihr Gesicht ohne die passenden Silben. Deshalb glaube ich, wird das erste Wort ein anderes sein. Das Nanana! ist ja schon verdächtig nah am Nein… Ich glaube, ihr erstes Wort könnte etwas werden, was wir so öfter missverstehen. Zum Beispiel Pipi oder Kacka. Wenn sie deshalb knatscht, passiert es öfter, dass wir recht langsam schalten und ihr stattdessen Wasser anbieten, mit ihr spielen oder sie hochnehmen und beruhigen wollen. Ist alles vom Nörgelgequake zu nah beieinander. „Hirsekringel“ wäre auch ein Kandidat, wenn das Wort nicht so monströs wäre. „Tuch“ vielleicht auch. Das ist ihr liebstes Spielzeug. Vielleicht auch „Trage“. Spekulation. Aber mal gucken, was es dann wirklich wird.

Ihr erstes Wort!

Nun, am Tag der Artikelveröffentlichung gibt es keinen Zweifel mehr. Sie hat nach dem Nananana! für „Will ich nicht!/Mag ich nicht!“ ein erstes Wort, welches sich auf ein Objekt bezieht. Lag ich mit meienr Vermutung doch gar nicht so flasch. Es ist ihr Spielzeug. Der kleine Häkelhurley. Sie bekommt ihn immer beim Wickeln, denn mit ihm beschäftigt sie sich gern und hält länger still (sonst singen wir noch dabei, das geht auch gut). „Höööi.“ Das Ist ihr Wort für „Hurley“. Sie sagt es, wenn sie ihn haben will oder wenn wir ihn ihr reichen. Zum Dahinschmelzen.

Bleiben wir bei der Kommunikation

Wie auch in vielen anderen Bereichen, geht es hier mit großen Gesten zur Sache. Merle grabscht und reißt und krallt, wenn sie umarmen will und sie kommt mit weit aufgesperrtem Mund an, wenn sie küssen will. Ist sie aufgekratzt fröhlich, verteilt sie an alle Liebesbisse: in Füße und Kissen, Arme, Beine, Klamotten, Gesicht… Zum Glück nicht fest, aber mit vor lauter Glück weit aufgesperrtem Mund. Bei anderen Babys macht sie das auch, aber sanfter. Ebenfalls ein Ausdruck von Freude und Spaß ist es, wenn sie aus dem Strampeln gezielte Tritte macht. Ich weiche aus, kommentiere den Schmerz möglichst nicht zu arg, um es nicht noch spannender zu machen und spiegel zurück: „Oh, du freust dich aber sehr! Komm her, feste umarmen! / …Und ich gebe dir Küsschen! /…Komm wir tanzen!“ Nicht alles davon, sondern das, was gerade passt. Ich gebe ihr Alternativen zum Grobsein, das sie ja noch nicht als Grobsein versteht, sondern nur als abgeleiteten Freudenimpuls. Seit einigen Tagen versteht sie den Unterschied zwischen dem, was sie tut und der Alternative, die ich ihr anbiete, nämlich sanft und vorsichtig. Sie kann jetzt auch streicheln, statt hauen. Hauen findet sie aber meistens besser. Genauso wie sie beim Küsschen geben oft noch antestet, ob denn nicht vielleicht ein ganz langsam zum Biss geschlossener Kiefer auch eine Option wäre. „Du tust mir weh.“ Melde ich ihr auch zurück, vor allem, wenn sie mich so erwischt hat, dass ich um einen für sie bestimmt lustigen Stöhner nicht herum gekommen bin.

Bewegung

Grobmotorisch geht es hier in rasant zu. Merle ist nie gerobbt, sondern hat sich gerollt und tut es noch mit Begeisterung. Dann kam das Sitzen, das innerhalb von 3 Tagen so stabil war, dass sie dabei mit den Armen fuchteln konnte. Vom ersten Vierfüßler bis zum ersten Krabbler hat es 4-6 Wochen gedauert. Die ersten Vierfüßler waren Glückstreffer. Bewusst ausgeführte kamen zwei Wochen später. Es war gut zu sehen, dass sie wirklich erst Muskelkraft aufbauen musste, um ihr nicht unwesentliches Gewicht eines großen Babys halten und bewegen zu können. Wenn ich zierlichere Babys bei ihren Krabbelunternehmungen beobachten konnte, sah das sehr anders aus. Nun wird also gekrabbelt und sich permanent  überall hochgezogen. Seit kurzem steht sie ohne Hilfe an Hocher, Stuhl, Couchtisch oder ihrer Regenbogenwippe und findet es auch schön, wenn man sie hochzieht und nur an den Händen ausbalanciert. Am liebsten nur noch an eienr Hand, damit die andere etwas tun kann. Laufen üben an der Hand gefällt ihr sehr, noch lieber als Laufen möchte sie aber hüpfen können.

Was mir in dem Kontext auffällt, ist, wie gut sie ihr Gleichgewicht gezielt austariert. Wie da ein Arm leicht seitlich in der Luft gehalten wird, fast schon wie bei einer Ballerina, fast wie posiert. Wie sie mit den Zehen arbeitet, um den Fuß besser zu setzen. Das sind Kleinigkeiten, die ich sehr spannend finde, weil sie untergehen hinter der Frage „Steht sie schon?“ Ein weiterer Meilenstein der Art ist, dass sie nun die Bewegung von Objekten vorhersehen kann und teils sehr rasch reagiert, damit es ihr nicht entwischt. Das Fette Radieschen, dass ihr aus den Händen gleitet und das sie noch festhalten konnte. Die große Holzkugel, die übers Parkett kullert.

Feinmotorisch wurden in den letzten Wochen der Pinzettengriff und das Kauen perfektioniert. Die Unterscheidung von sanft und grob zähle ich als den Übergang zwischen den beiden Bereichen Grob- und Feinmotorik. Und glaubt mir, das ist ein echter Meilenstein bei unserer kleine Rakete. Es ist genial zu sehen, dass sie an die kleine, zarten Dinge mit genauso viel Elan heran geht, wie an die wilden, großen.

Unterwegs mit Papa

Vermutlich mein persönlicher größter Meilenstein. Merle macht nun auch kleine Exkursionen mit Papa allein. Dafür musste der Stillrhythmus erst bei nur noch 1-3x tagsüber liegen und sie musste gut aus der Flasche Wasser nehmen wollen. Da sind wir nun! Und ich bin endlich, endlich so viel freier! Ich habe zum ersten Mal seit 9 Monaten mal wieder laut Musik hörend und mitsingend am Rechner arbeiten können, während Baby mit Mann einen Freund besucht hat. Sonst ging das nicht, weil Rechnerzeit immer nur möglich war, wenn sie in der Nähe schlief.

Feierabend am Horizont aufgetaucht

Merle schläft oft nur noch einmal am Tag, mittags, dafür dann länger und dadurch geht sie abends ENDLICH!!! früher ins Bett. Wir waren bis dahin bei immer rund um 22:00 Uhr plus minus halbe Stunde mit Ausnahmen hin zu noch später. Jetzt habe ich zwischen 20:00 und 21:00 einen Feierabend erreicht, der auch nicht mehr neben ihr im Bett stattfinden muss (was er aber dennoch oft tut, weil ich dann platt bin). Das heißt nach 9 Monaten haben Benedict und ich wieder gemeinsame Abende. Theoretisch. Nach wie vor bin ich dann doch oft so müde, dass ich dann lieber mit im Bett bleibe, lese, Hörbuch höre und das „Alleinsein“ mit schlafendem Baby neben mir genieße.

Kooperation

Merle kooperiert jetzt sehr viel deutlicher und bewusster. Das ist auch total genial. Das Wickelwrestling hat sich dadurch sehr entspannt. Sie wälzt sich zwar immer noch sofort weg, aber ich habe gesehen, dass sie das tut, weil sie ein Spielzeug haben mag. Meistens ist es ihre Bürste oder ihr schon erwähnter Häkelhurley. Also wälzt sie sich so, dass sie dran kommt. Wegen der Wickelumrandung ist das nicht ganz einfach und sieht auf den ersten Blick immer so aus, als wollte sie sich bloß gegen mich und das Wickeln wehren. Hat sie dann aber ihr Spielzeug, ist sie sehr geduldig und wenn ich ihr durch Hilfestellung zeige, dass sie die Bürste von der einen, in die andere Hand geben soll, damit ich beide Arme nacheinander in ihren Pulli fummeln kann, dann tut sie auch das. Bedeutend langsamer natürlich als man das von einem Erwachsenen gewohnt ist, den man zu etwas auffordert, aber doch so schnell, dass klar ist, dass sie versteht, was paassiert und es kein Zufall ist. Ich brauche also nur minimal mehr Geduld mit ihrer relativen Langsamkeit und habe dafür friedliches, fröhliches Umziehen und Wickeln. Wenn sie wirklich knatschig dabei ist, hilt es meist für sie zu singen. Den Deal akzeptiert sie. Ich singe, dann zappelt sie nicht so doll. Und wirklich knatschig ist sie beim Wickeln eigentlich auch nur dann, wenn ich es bin, die eigentlich total drüber ist, nicht sie. Wenn ich mir wünsche, dass jetzt bitte alles schnell fertig sein soll, weil ich nicht mehr mag. Dann spiegelt sie und bockt. Also, durchatmen, mich selbst regulieren, Spielzeug anreichen und singen. Wenn es noch nicht total verknatscht ist, weil ich schon länger gar bin, hilft das sehr gut.

Magische Momente

Einer der schönsten „Meilensteine“ ist Kuscheln kommen. Wenn sie morgens heranrollt und sich gezielt an mich schmiegt, gern mit dem Kopf auf meinem Arm, was sie sonst nicht will. Wenn ich schon aufgestanden sein sollte oder sie näher am Papa liegt, dann macht sie das auch bei ihm. Oder auch nach einer Toberunde sind auf meinen Schoß zu schmusen, das ist an Niedlichkeit schwer zu überbieten.

Autofahren

Sie fährt nun auch allein auf der Rückbank. Es muss niemand mehr neben ihr sitzen. Ein Spielzeug reicht für eine kurze Strecke. Das macht uns so viel flexibler, weil wir jetzt auch allein mit ihr wohin fahren können und nicht mehr zu dritt unterwegs sein müssen.

Der Buggy!

Und so sehr sie die Trage nach wie vor liebt (das ist ihr Nähetanken, sehr viel mehr als das Stillen): Wir haben nun einen Buggy. Als Ausguck findet sie den super. In der Trage will sie ja auch immer nach vorn schauen, findet die Rückentrage aber nach wie vor doof. So kann sie nun zum Gucken gefahren werden und wenn sie sich zurückziehen will, lege ich die Trage an und binde sie ein. Ist bisher aber erst einmal vorgekommen Die Touren sind so spannend, dass sie wach bleibt und schaut und schaut und dann zu Hause nach noch einmal wickeln und stillen nur noch sehr wenig Einschlafbegleitung mit Gesang und Federwiege oder auch nur noch Einschlafstillen braucht.

Das Schöne…

Das habt ihr denke ich schon rausgelesen: Es wird in meinen Augen immer besser. bezaubernder. Spannender. Vielschichtiger. Sie ist fröhlich, offen, fremdelt nur kurz und ist nach Rückversicherung bei uns dann aufgeschlossen und verspielt wie immer. Die Spiele werden auch für Erwachsene spannender (Leute, holt Spielzeug, mit dem ihr auch spielen wollt. Ihr müsst es immer und immer wieder tun. Wenn das Zeug öde ist, leidet ihr da vermutlich mehr drunter als das Baby, das sich für vieles begeistern kann. Ich mag Holzscheiben, Tücher, Bänder und überhaupt alles, was keinen sofort ersichtlichen Sinn hat, sondern zu etwas gemacht werden muss) und es kommt einfach jetzt viel mehr vom Kind zurück. Ich weiß, viele Mamis lieben besonders diese ganz innige erste Zeit, in der das Baby noch wirklich wie an einer unsichtbaren Nabelschnur hängt. Ich kann das nachvollziehen, bin aber selbst eher der Typ Mutter, der sich grad nen Keks freut, dass das Töchterchen ziemlich super allein zu meinen durch die Küche wuselnden Füßen spielen kann. Hauptsache dabei.

Die Tage sind planbarer geworden. Es ist nun möglich Termine mit ein bisschen Flexibilität zu begegnen, weil Merle nicht schlafen muss, wenn sie das erste Müdigkeitsanzeichen zeigt, sondern sie sich dann durch etwas Unterhaltsames noch eine Stunde weiter schieben lässt. Das ist eine Win-win-Situation, denn damit das klappt, muss ich mir dann wirklich was Tolles für sie einfallen lassen. Babyschwimmen ist eines dieser tollen Sachen. Der Termin kollidiert eigentlich mit ihrer Schlafenszeit. Sie liebt es aber. Und so schläft sie dann danach. Wäre vor ein paar Monaten absolut undenkbar gewesen.

Ich glaube ja auch, dass es in diesem Babyalter noch viel mehr die Eltern als das Kind sind, die eine Struktur und Routine brauchen. Dass das Kind eine Reihenfolge und Regelmäßigkeit will, das müsste, wenn ich das richtig recherchiert habe, erst in den nächsten paar Monaten kommen. Aber wir als Eltern, wir lauern auf den nächsten Schlaf, den Feierabend. Wir brauchen diese planbare Freiheit vom Baby mehr als das Baby die Ruhe zu einer bestimmten Zeit.

… und das andere

Der 37-Wochen-Schub war echt ein… Fiesling. Wir achten ja nun schon etwas mehr auf die Wortwahl, nicht wahr? Dieser dumme Schub hat uns 6 Wochen einiges an Nerven gekostet mit wieder nächtlichem Tragen und Trösten, teils 2-3h Stunden am Stück wach mit Weinen und Stillen und Wickeln und Tragen und von vorn. Diese Nachtaktion war zum Glück nicht 6 Wochen konstant so, sonder es gab zwischendurch Nächte, in denen wir allen erholen konnten. Ansonsten war Merle einfach sehr schnell quer und hat gekreischt und geknatscht (auch ohne dass ich vorher das müde Spiegelbild geliefert hätte). Zwischendurch haben wir als Eltern wirklich mit dem ja etwas zweifelhaften Oje-ich-wachse-Buch hier gesessen und haben uns vorgelesen, nur um uns rückzuversichern, dass wir alles richtig machen und dem Kind erstens nichts fehlt, was Hilfe von außen bedurft hätte und zweitens es vorbei gehen wird. Und es ging vorbei.

Annehmen, loslassen, durchtamen und noch mal. Es ist gemein, denn die Situation stresst so sehr. Je mehr wir uns als Eltern den Stress aber zu eigen machen, desto mehr dreht Merle hoch. Om. Yoga, Atemtechniken, Wutamanagement, und so weiter. Mal gucken, vielleicht poste ich dazu beizeiten mal eine kleine Sammlung, das wäre doch ganz hilfreich.

So mies die Nächte waren: Wir sind noch glimpflich davon gekommen. Merle spielt ganz wunderbar für sich, solange wir nur im selben Raum sind, es gibt keinerlei Probleme mit dem Essen oder Stillen, sie fremdelt nur ganz wenig, gerade so, dass man sieht, dass ihr bewusst ist, dass sie die neue Person da nicht kennt. Somit konnte ich tags etwas auftanken, um dann nachts parat zu stehen. Quasi. Natürlich ersetzt kein fröhliches Baby am Tage den Nachtschlaf. Aber sie so strahlend zu sehen, hält ganz gut bei der Stange.

Und da sind wir nun. 9 months in, 9 months out.

Ich esse nach wie vor gesund und derzeit sogar wieder aufwändiger, weil es möglich ist und mir das Freude macht.

Ich mache nun jeden Tag Sport, weil Merle mir dabei gern zuschaut. 3x Krafttraining nach dem BBG, die anderen 4 Tage Yoga, Laufen, Pilates oder Blackroll. Wonach mir dann ist.

Ich ziehe mich wieder schöner an, denn ich muss ja nicht mehr ständig die Brust freilegen und wohne nicht mehr permanent in der Trage. Stilloutfits in etwas mehr als nur praktisch und nicht ganz öde sind wirklich schwer zu finden… Auch frisiere ich mich wieder öfter. Insgesamt bin ich wieder mehr ich. So viel mehr. Gott sei Dank!

Ich-Zeit ist nach wie vor der Knackpunkt, genauso wie Pärchenzeit, aber da haben wir denke ich den Silberstreif am Horizont erreicht. Ich schreib es beim letzten Update: Durch die Federwiege habe ich tagsüber Zeit für meine Themen, wenn Merle schläft. Für meinen Geschmack deutlich zu wenig, aber es wird besser. Auch deshalb weil merle jetzt ganz langsam akzeptiert, dass ich mal was am Computer arbeite, wenn sie dabei spielt. Bisher nur wenige Minuten, aber hey, es ist ein Anfang!

Es ist ganz wundervoll Mutter dieses kleinen Menschen zu sein. Aber es ist noch wundervoller jetzt ehrlich wieder sagen zu können, dass ich nicht mehr nur Mutter bin. Und für meinen Geschmack darf da auch noch sehr viel mehr Ich-Zeit dazu kommen. Aber wir sind auf dem Weg. Ich wiederhole hier gern etwas, was ich an vielen Stellen schon geschrieben habe: Es steht und fällt mit der Unterstützung. Der Mensch ist nicht dafür gemacht ein Baby allein großzuziehen. Auch nicht pseudoallein, weil der Partner tags arbeiten ist. Je mehr man sich selbst noch über andere Themen definiert als nur über das Muttersein, desto mehr Unterstützung braucht es. In diesem Sinne freue ich mich sehr, dass wir eine Tagesmutter gefunden haben, der ich Merle ab August/September mit gutem Gefühl anvertrauen kann (jemand bindungs- und bedürfnisorientiertes zu finden ist jetzt nicht sooo einfach), sodass ich nicht nur arbeiten gehen kann, sondern auch alle 2 Wochen einen Vormittag für mich haben werde. Ich bin froh und dankbar, dass Benedict Lehrer ist und er an Wochenenden und Feiertage somit daheim ist. Ich bin froh und dankbar, dass meine Mama bisher so alle zwei Monate  für eine Woche vorbei gekommen ist, um mit uns Zeit zu verbringen.

Ich bin froh und unendlich dankbar ein so gesundes, fröhliches Baby zu haben, das von ganz allein selbstständig wird. Ganz selbstbewusst, ganz selbstverständlich. Ganz ohne Schlaftraining, ohne sie aus der Trage zu verbannen, ohne sie von mir aus abzustillen oder dergleichen. Teils so viel schneller, als ich es selbst für möglich gehalten hätte. Und manchmal, wenn ich wieder das Gefühl habe, zu nichts gekommen zu sein, außer mich um sie zu kümmern, dann muss ich mich etwas an diese Dankbarkeit erinnern. Aber auch das ist wie so vieles Übung. Und Babys haben von Natur aus ein Interesse daran, dass es den Eltern gelingt, sich zu erinnern. Dafür haben sie das Kindchenschema bekommen. Ihre stärkste Waffe. Diese bezaubernde Niedlichkeit. Da könnte man doch glatt vergessen, dass man eben noch angemeckert wurde, weil man sich erdreistet hat sie davon abzuhalten kopfüber ins Klo zu fallen.

Ach was, Liebe ist toll. Humor auch. Wer mit Kindern nicht mehr lacht als vorher, ist selber Schuld. 😉

14 Kommentare

  1. Die letzten vier Sätze sind der Hammer! 🙂 Ein sehr schöner Artikel! Und ich bewundere wieder einmal, wie bewusst und reflektiert du durch den Babyalltag gehst. Ich glaube, das Schreiben für den Blog hilft ungemein zu sortieren – Situationen, neu Erlerntes, Gefühle. Ich sollte auch mehr schriftlich festhalten. Es gibt so viel Struktur. Und bei euch ist es schön, eure großen und kleinen Erfolge zu begleiten.

    1. Ooooh ja! Schreiben macht für mich sehr oft DEN Unterschied in meinem Tagesablauf. Blog, Bulletjournal, Instagram, Nachrichten an Freunde, Memos. Ich schreibe viel und möchte nichts davon missen. Es sortiert und strukturiert und macht manches erst so richtig bewusst.

  2. Liebe Heike

    Vielen Dank für diesen weiteren schönen Artikel. Diese Verlaufsberichte alle drei Monate ergeben wirklich ein sehr gut reflektiertes und fließendes Gesamtbild und ich freue mich jedes mal sehr darauf.
    Es ist sehr schön zu lesen dass Ihr mittlerweile Gelegenheit hattet auch mal ruhigeres Fahrwasser kennen und lieben zu lernen. Wie sehr sich das alles lohnt sieht man ja schon an der tollen Entwicklung. Hut ab.

    Ich schreibe nun relativ spät aus Zeitmangel hauptsächlich als Reaktion auf deinen Instagrampost von gestern und heute.

    Es hat mich berührt und darauf zu reagieren war mir ein Bedürfnis, auch weil ich hier dank durchaus kinderreichem Freundeskreis diesbezüglich zwar schon vorgewarnt war und wusste: NORMAL gibt es nicht! Jedes Kind entwickelt sich anders und auch Dinge die man für selbstverständlich hält weil sie vielleicht anfangs keine Probleme bereitet haben können irgendwann schweres Kopfzerbrechen bereiten und auch bei anderen Stirnrunzeln hervorrufen. Und trotz des Wissens dass im Ablauf und Tempo der Entwicklung so ziemlich jede denkbare Abweichung und Normvariante möglich und akzeptabel ist, habe ich mich auch immer wieder beim Grübeln erwischt ob da denn gerade etwas schiefläuft, und mich bei manchen harmlosen unbedarften Nachfragen auch angegriffen oder bloßgestellt gefühlt.

    Ich sehe trotz deutlicher Unterschiede auch sehr viele Gemeinsamkeiten zu unseren Erfahrungen und auch denen in meinem Freundeskreis und der Familie, wo auf der Skala der Möglichkeiten soziemlich jede Normvariante vertreten war.
    Ganz besonders der Beikoststart verlief bei uns ähnlich, wenn auch erst ein klein wenig später und mit anderen Hürden.
    Bei uns wollte einfach das Trinken nicht klappen… kein Becher, kein Glas, keine Flasche und kein noch so ausgeklügelter Trinklernbecher wurde angenommen… lediglich das Essen und Löffeln hat super geklappt, weshalb wir hier weiterhin vor allem nachts viel gestillt haben und ebenfalls mit viel Brei gearbeitet haben.

    Bis zum 11. Monat lief das so, ich dachte ich stille noch monatelang weiter und hatte mich damit angefreundet, dann wurde plötzlich durch Zufall die Nuckelflasche erneut ausprobiert und angenommen… und vielleicht kann man es Saugverwirrung nennen… damit hat sich unsere Maus abgestillt. Obwohl das Stillen weiterhin angeboten und zunächst gern angenommen wurde verlor sie meist nach einer Minute die Geduld, biss mich oder trat zu und verlangte nach der Flasche. Erst war ich verwirrt und enttäuscht, aber letztlich wäre es auch mit dem bevorstehenden Berufswiedereinstieg schwierig gewesen weiterhin nachts 3-7mal zu stillen… und wir freundeten uns damit an. Jetzt wird immer noch jede Nacht ca. ein halber Liter Milch (wir verwenden Bioziegenmilch, auch Hipp Bio/ Combiotik und Demeter Biomilch werden gut vertragen) getankt, manchmal sogar mehr, meine Güte! Das hätte ich auf Dauer wohl sowieso nicht mehr leisten können.

    Es gibt noch weitere Beispiele anhand derer mir Merles Entwicklung eigentlich eher „normal“ erscheint als bei vielen anderen Beschreibungen. Besonders aber das mit 15 Monaten immer noch tägliche Einschlaftragen (bei uns zum Glück meist deutlich kürzer als bei Euch) zum Mittagschlaf (alternativ Buggy) und zum abendlichen Einschlafen ist hier auch noch Pflicht. Die erste Schlafetappe wird hier meist im Babybettchen geschlafen aber spätestens wenn die erste Nachtmahlzeit fällig ist wird zu Mama und Papa ins Familienbett umgezogen. Das ist ok für uns, kein Grund was daran zu ändern.

    Ich kann Dir an dieser Stelle wirklich nur noch einmal wärmstens das Buch „Schlaf gut, Baby“ von Nora Imlau und Renz-Polster empfehlen. Es hat mir unheimlich gut geholfen. „Jedes Kind kann schlafen lernen“ habe ich persönlich nie gelesen, ich traue Dir aber ohne weiteres zu auch ein noch so umstittenes und potenziell gefährliches Konzept wie das Schlaftraining für Merle so einfühlsam und umsichtig anzuwenden und zu gestalten dass Euch dadurch kein Schaden entsteht. Ich denke Du machst das schon richtig. Lass dich nicht verunsichern, Du kennst deinen kleinen Engel am besten und wenn Du den Eindruck hast dass es Ihr hilft dann passt das doch.

    Auch die motorische Entwicklung verlief bei uns ähnlich… mit etwas über 6 Monaten krabbeln, dann zügig aufstehen und an Gegenständen festhaltend stehen und gehen und mit 11 Monaten dann frei laufen (gehen gabs hier sowieso kaum, das Motto lautet anfangs Rennen oder Fallen ;-))

    Eine weitere Parallele ist der starke Mamabezug, puh das war echt eine harte Nuss für uns… sehr frustrierend für den Papa und für mich. Und dann kam der schicksalhafte Tag an dem ich plötzlich wegmusste und die beiden für einige Tage sich selbst überlassen, ging nicht anders, aber mein Gott was hab ich mich deswegen gestresst. Mir Vorwürfe gemacht, Angst gehabt. Ich war sicher dass das niemals gutgehen würde… und wurde kaum vermisst! Alles super! Wer hätte das gedacht?! Einen Tag vorher konnte ich noch nicht einmal ins Nebenzimmer gehen ohne sofortigen Protest und dann das. Noch heute gibt es selbst wenn ich nur kurz das Haus verlasse tränenreiche Abschiede… und 5 Minuten später bin ich scheinbar vergessen. Das hat mich wirklich überrascht und mir gezeigt wie unglaublich kompetent mein Kind ist.

    Du siehst, auch wenn es „normal“ eigentlich nicht gibt, gibt es doch zumindest durchaus einige Familien die ähnliche Erfahrungen machen wie ihr… ehrlich gesagt erscheint mir Merles Entwicklung anhand Deiner Beschreibungen eher „normal“ als so manch andere Geschichte. Erfahrungsaustausch ist meiner Ansicht nach wichtig und interessant. Nachfragen, Wundern auch Stirnrunzeln sollte erlaubt sein, denn manche Kinder unterscheiden sich wirklich so sehr von anderen dass man nur noch verblüfft den Kopf schütteln kann, dahinter muss aber keine Wertung stecken und manche Menschen verdrängen auch vieles im Laufe der Jahre, sodass „Erfahrungsberichte“ besonders von manchen (Groß-)Eltern doch manchmal sehr von der Realität abweichen.

    Ich danke Dir und wünsche Euch Dreien weiterhin alles Liebe.

    *Roman Ende*

    1. Tausend Dank für deinen Roman! Du siehst, ich bin auch echt spät dran mit dem Antworten. Der Rechner lag hier wieder lange, lange brach. Ich empfinde Merle auch nicht als unnormal. Eine Normalverteilung hat ja ohnehin eine Glockenform und auch wenn es in der Mitte eine Häufung gibt, sind die Randbereiche dadurch ja nicht weniger gut oder dergleichen. Wichtig ist mir eigentlich immer primär, dass sie gesund und zufrieden ist (glücklich zwischendurch gern auch, aber ich habe für niemanden, weder für mich noch andere den Anspruch permanenter Glückseligkeit. Du weißt glaube ich, was ich meine). Und das ist sie. Im Schreien war und ist für mich wichtig zu sehen, dass ich alle Bedürfnisse abgeklopft habe und wenn da nichts übrig bleibt, nun, dann ist es ihr gutes Recht zu schreien um des Schreiens Willen. Dass das an meine Nerven geht ist natürlich für mich mies, aber wenn ich bedenke, dass mir mit meinen 33 Jahren auch ab und zu der Tonfall und die Lautstärke entgleist, wenn ich einfach überfordert bin, nun, wie könnte ich von meiner 10 Monate alten Tochter erwarten, dass sie in dem Bereich schon so toll aufgestellt ist, dass sie sich berechnbar selbst reguliert. Gar nicht.
      Je mehr ich mich mit dem Babythema beschäftige, desto mehr sehe ich auch das Wort „normal“ als schwierig an. Es ist ähnlich wie „man“ oder „egal“. Es ist undifferenziert und wertend dabei. „Ungewohnt“ oder „ungewöhnlich“ passt auf besser, vielleicht sogar noch eher „unbekannt“ oder „erstaunlich“. Das beudetet, dass da ein Verhalten gezeigt wird, das uns (noch) nicht oft begegnet ist. Es bedeutet, dass wir es sind, die uns wundern, weniger dass das Kind etwas tut, was unpassend wäre. Erneut ist das etwas, was mir sehr viel über den Blick unser Gesellschaft auf den Menschen und speziell auf Kinder beibringt. Einerseits die hochstilisierte Individualität, aber andererseits der Anspruch eines berechenbaren, funktionierenden Menschen. Die Andersartigkeit und Einzigartigkeit soll sich bitte in Talenten äußern und wenn schon in Schwächen, dann bitte in witzigen.
      Ach ja. ich verquatsche mich mal wieder.
      Deine Erfahrungen fna dich auf jeden Fall ganz wundervoll zu lesen. Ich frage mich mittlerweile immer mehr, ob nicht die meisten babys eigentlich eher in die Kategorie (Vorsicht Vereinfachung und Vergleich hier!) wie Merle fallen und einfach das Bild des pfegeleichten Kindes mit der coolen Mama, die es einfach überall mit hin nehmen kann deshalb so präsent ist, weil man (ha! man! also die Eltern) mit so einem Kind natürlich mehr machen kann und mehr gesehen wird. Und wer das nicht kann, kommuniziert das weniger, ist es doch mit Versagensgefühlen behaftet, mit Erschöpfung und auch Enttäuschung. Ich glaube das ist es, was du auch sagen willst mit „Merle ist normal“. Ist sie. Und wie. Genauso wie dein Kind. genauso wie ein noch deutlich anstrengenderes Kind und genauso auch wie eines, das tatsächlich überall mithin genommen werden kann.
      ich lerne so viel derzeit über mich, das Menschsein und Gesellschaft. Manches ist geradezu erschreckend. Manches ist einfach nur wunderschön.

      1. Liebe Heike.

        Vielen Dank für Deine Antwort. Ja, das Wort „normal“ habe ich in diesem Zusammenhang tatsächlich ungern benutzt da es mir ebenso aufstößt wie Dir. Aber dennoch hat es eine gewisse Daseinsberechtigung wenn es im richtigen Kontext verwendet wird… Was ich damit sagen wollte: ich finde es „normal“ wenn es Dir Stirnrunzeln bereitet dass Leute ein Kind kommentieren das nicht ihr eigenes ist und dieser Kommentar eine Wertung beinhaltet, impliziert oder auch nur andeutet wie z.B. das von Dir zitierte „noch“ in Sätzen wie „tragt ihr noch immer so lange“ „trinkt sie noch immer kein Wasser“ „schläft sie noch immer bei Euch“ „läuft sie noch immer nicht“ „schreit sie noch immer soviel“ Dennoch finde ich diesen Austausch wichtig und hilfreich, auch wenn man dabei gut aufpassen muss sich nicht gegenseitig auf die Füsse zu treten.

        Ich denke „anstrengend“ ist auch relativ. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und jedes Kind hat Eigenschaften die es für sich selbst und sein Umfeld Phasenweise mehr oder weniger herausfordernd machen. Während einige nichts mehr wünschen als ihr Kind mal irgendwo mithin nehmen zu können, ist für andere das Zähneputzen, das Stillen, die Fieberschübe, das Wickeln, das Schlafen, die Unberechenbarkeit der Tagesform, das Zornen, Probleme bei der Kommunikation und dem „Erspüren“ von Bedürfnisssen, das Klammern, der Schnuller, der Jähzorn, Krankheiten, die Eingewöhnung bei Kita/Tagesmutter oder etwas anderes eine nicht enden wollende Herausforderung… nach der Regel: irgendwas ist immer.

        Eine Wohltat ist es hier zu lesen dass das auch einmal offen kommuniziert wird und zwar nicht nur hinsichtlich der Bedürfnisse des Kindes sondern auch hinsichtlich der Bedürfnisse der Eltern. Welche ja gerne einmal totgeschwiegen werden weil die landläufige Meinung wohl impliziert dass (gute) Elternschaft absolute Selbstlosigkeit voraussetzt…
        Nun ja, Du kennst meine Einstellung zu dem Thema aus meinen bisherigen Kommentaren. Selbstaufgabe ist keine Lösung sondern ein Problem, ebenso wie der entsprechende Gegenpol, der Egoismus. Wer ein zorniges Kind verstehen und ihm beim Aufbau von Frustrationstoleranz beistehen will braucht einen authentischen und ehrlichen Bezug zu seinem eigenen Zorn. Deshalb hier volle Zustimmung für die ehrliche Auseinandersetzung mit „entgleisten Tonfällen“.

        Die Belastung ist enorm, gerade auch hinsichtlich der eigenen Schwächen die einem gnadenlos vor Augen geführt werden, ich denke auch das ist eher die „Norm“. Auch wenn viele eben nicht darüber reden. Nicht umsonst zählt das Babyjahr ebenso wie das Jahr des „Häuslebauens“ als die härteste Bewährungsprobe für Beziehungen (entsprechende Studien zur Scheidungsrate im Babyjahr kann ich nicht nennen), viele Paare zerbrechen daran und wer daraus zusammengeschweißt und gestärkt hervorgeht kann sich tatsächlich glücklich schätzen und auch bis zu einem gewissen Punkt stolz auf seine Leistung sein. (Wobei natürlich auch hier gilt: nur weil es einigen von uns nicht gelingt heißt das nicht dass sie nicht stolz auf sich sein könnten oder nicht ihr bestes gegeben hätten).
        Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf Euren Abschlußbericht Babyjahr und den Austausch dazu und natürlich auch auf weitere Berichte… denn das Abenteuer nimmt ja jetzt erst richtig an Fahrt auf.

        Liebe Grüße und eine gute Zeit

  3. Ups, ich sehe grade, da sind mir gestern noch zwei entscheidene Nebensätze untergegangen bevor ich abgeschickt habe… das kommt davon wenn man es zu eilig hat.

    Der Erste bezieht sich auf dein Vorhaben „Jedes Kind kann schlafen lernen“ zu lesen. Da ich persönlich ja nur die Sekundärliteratur gelesen habe und mir das ausgereicht hat um mich gegen das Konzept zu entscheiden, kann ich dazu wie gesagt nicht viel schlaues sagen. Jedoch denke ich dass man vielleicht wie bei vielen anderen Konzepten auch eine selektive Anwendung einzelner Komponenten auf kinderfreundliche und bedürnisgerechte Art und Weise herausfiltern könnte. Deshalb würde ich nie über jemanden urteilen ohne zu wissen WIE es genau praktiziert wird… Aber das hast Du ja offenbar sowieso nicht vor. Und mit Du wirst es richtig machen hatte ich Deine bisherige Art gemeint wie Du eben im Interesse Deine Tochter aus jedem Konzept das für Euch Beste herausfilterst ohne dogmatisch zu werden (Baby-Led-Weaning ohne die Breifrei-Klausel, Windelwenig und nicht dogmatisch windelfrei….).

    Der zweite ist eine Ergänzung zu den gelegentlich tränenreichen Abschieden…. das betrifft nicht nur mich, auch andere Menschen (Oma, Tante, Neffen, Freunde oder bislang unbekannte Besucher) werden manchmal tränenreich verabschiedet.

  4. Hallo Heike

    Erinnerst du dich noch an meine Worte? Wegen der Müdigkeit als Mutter? Du meintest das würde dir nicht passieren da du Hilfe hättest…..
    Doch ein anderes Thema: Einschlafen!
    Wir haben auch so ein Energiebünde,l(männlich), das, wenn auch noch so müde, nicht liegen bleiben will. Wir gaben ihm dann einfach mal unser Mobile mit Kindermusik/Serie. Und oh Wunder, es half(und hilft bis jetzt!)
    Liebe Grüsse, Patrizia

    1. Ich erinnere mich an einige… Oweia, was habe ich das alles unterschätzt. Ich habe Hilfe. Aber nachts ist natülich niemand da. generell ist es am schwersten Hilfe zu bekommen für die Zeiten, die am meisten drängen. Aber es geht, es geht… Immer besser. Wir haben jetzt eine Babysitterin, das ist Gold wert. Benedict hat Ferien. Ich bleibe bei dem, was ich nicht müde werde, bei Insta auch ständig zu wiederholen: Menschen sind nicht dafür gemacht ein Kind allein großzuziehen. Auch nicht wenn allein bedeutet, dass Papa nach Feierabend wieder da ist. Das können seeeeehr lange 10 Stunden sein. Und die Nacht hängt dann ja aich meist wieder an den Müttern, zumindest wenn gestillt wird. Ach, weites Feld. Es ist eine so schöne Zeit und ich bin immer etwas traurig, wenn ich sehe, wie schön sie sein könnte, wenn wir gesellschaftlich an einem anderen Punkt wären, der nicht auf maximale Berufsflexibilität aus weit voneinander entfernt lebende Familien ausgelegt wäre.
      Kindermusik und ähnliches haben wir alles durch. Vielleicht nald. Allmählich wächst ihr Interesse an Dingen. Zum Schlafen merkt man bei Merle aber eindeutig, dass das ales Mama-Ersatz-Dinge sind für Nähe, Gesang, Ansprache oder was auch immer. Weder Deckchen noch Schnuller noch sonst was war da ja je passend. Ich finde verständlicherweise, aber manchmal wünsche ich mir so ein Objekt als Helferlein schon. Wäre einfach. So wie es jetzt ist folussiere ich mich drauf, dass es ein absolutes Privileg ist, dass sie mich so sehr will. Es kommt die Zeit, da braucht sie mich weniger. Also lerne ichd as Gebrauchtwerden mehr zu lieben. Viele tun das ja sowieso. Ich bin eher der Typ „eigenes Leben ist auch ziemlich geil“, aber so ein Perspektivwechsel zu der Harangehensweise anderer hilft enorm und macht es jetzt so viel schöner.

      1. Sie wird DICH immer brauchen, kein Spielzeug oder Mobile kann dich ersetzen 🙂
        Ich denke genau wie du: der Familienzusammenhalt und die Nähe zueinander fehlt leider hier in unseren Breitengraden.
        Wenn wir meine Schwiegereltern in Marokko besuchen ist das ein anderer Anblick: sie wohnen zuammen, teilen sich die Hausarbeit und versorgen ihrer Geschwister Kinder als wären es ihre eigenen.
        Hier bin ich ganz alleine…Mann arbeitet, keine Eltern, Verwandte weit weg.
        Keine Ferien für mich, keine Wochenenden…
        Jetzt verstehst du mich nicht wahr 😉
        Ganz viel Kraft weiterhin und viel Nerven.
        Patrizia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.