18. Dezember 2017

Wie ist das Leben mit Kind? – 3 Monate altes Baby

Erster Einblick in „Wie ist es denn nun wirklich?“ Im Vergleich zu den Vorstellungen, die ich noch schwanger hatte.

Merle ist nun also etwa 3 Monate alt (16 Wochen) und ein „richtiges“ Baby, kein Neugeborenes mehr, mit dem Wochenbett kann ich also jetzt nicht mehr argumentieren. Auch wenn ich generell das Gefühl hatte unseres ging eher so bis Woche 12, sowohl was unsere Stillgeschichte angeht als auch mein körperliches Abheilen. Das ist eben doch sehr individuell und die üblichen 40 Tage, die so gern veranschlagt werden, die haben bei uns längst nicht gereicht.

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40 Kommentare

  1. Liebe Heike,

    Ich hätte mir ja sehr diesen Beitrag gewünscht und jaaaa, bitte noch einmal, wenn Merle mobiler wird (dann fragt man sich nämlich nochmal, was an einem Säugling, der ja „nur“ gefüttert und gewickelt werden will, so anstrengend war). Scherz beiseite, meiner ist mittlerweile drei und erst seit der Kita habe ich wieder richtige Ich-Zeit und auch meinen Mann und unsere Beziehung hat unser Sohn grundlegend verändert. Ich bin sehr viel demütiger anderen Eltern (und meinen eigenen) gegenüber geworden und halte mich mit Tipps wahnsinnig zurück (beim Thema Vereinbarkeit halte ich mich besser ganz raus, da es da so viele Varianten wie Berufe und Individuen gibt). Auf jeden Fall: Danke für deine Offenheit hier. Ich hab mich sehr wiedergefunden (bin sonst eher stille Zuschauerin auf Instgram und LHN „Namaste“). Deine Kleine ist wirklich zauberhaft!

    1. „ein Säugling der NUR gefüttert und gewickelt werden will…“ Oh ja, diesen Gedanken kann ich zu 100% nachvollziehen. Wenn auf einmal Dinge die ewig nicht klappen wollten plötzlich funktionieren und man erwartet sich davon eine große Erleichterung. Juchuu, mein Kind kann jetzt krabbeln, wirklich toll! Endlich kein Gequengel mehr weil die frustranen Krabbelversuche so anstrengend und ärgerlich sind, endlich Freiheit für sie und sie kann selbst ihre Welt erkunden…
      und dann kam Ernüchterung: Schei**, mein Kind kann krabbeln! Es kann stürzen, sogar über die Teppichkante. Selbst bei umfassend abgesicherter Wohnung darf man sich keine Minute abwenden, Wickeln und Anziehen geht jetzt plötzlich nicht mehr so leicht weil Madame nicht mehr Stillhalten will. Mobiles die eigentlich zur Ablenkung über dem Wickeltisch gehängt worden sind animierten nicht mehr zum Betrachten, sondern zum Klettern. Huch, da steht jemand plötzlich im Stubenwagen auf, schnell abbauen das Ding bevor sie herausfällt, ach schade, wo machen wir denn jetzt unseren Mittagsschlaf? Der Energieverbrauch vervielfacht sich und man kommt trotz erfolgreicher Verköstigung mit dem Stillen nicht mehr hinterher.
      Bei uns war die Zeit zwischen dem dritten und sechsten Monat die entspannteste und strukturierteste. Schön dass Ihr jetzt gut angekommen seid. Ich hoffe das wird bei Euch auch so, liebe Heike, jetzt da ihr soviele Hürden gemeistert habt, habt Ihr Euch eine kleine Verschnaufpause wirklich verdient, ich wünsche es Euch von Herzen.

      1. Danke! das wünsche ich uns auch!
        Ich bin sehr gespannt, wie das wird, wenn sie mobil wird. Sie strengt sich sehr an, dass das schon bald der Fall sein könnte. 😀
        Was du beschreibst, haben mir jetzt schon viele erzählt. Also rechne ich damit und bin nicht schockiert, wenn ich eben nur hinter ihr her sein muss. Vielleicht ist es trotzdem ganz nett. Sie will ja seeeeehr viel getragen werden, vielleicht entfällt das dann zumindest teilweise, weil sie dann selbst dahin kommen kann, wo sie hinwill. 🙂

    2. Haha… Meine ist jetzt 10 Monate und fängt grad erst an, sich rückwärts zu schieben. Dafür plappert sie, als würde sie eine Fremde Sprache fließend sprechen. Hat alles Vor- und Nachteile. Aber es stimmt: Man wartet auf das erste Krabbeln, die anderen Mamis aus den Krabbelgruppen sagen alle: „Sei froh und genieße…“… Am Anfang konnt ich das nicht verstehen. Mittlerweile lach ich immer und ja, genieße es tatsächlich. Machen grad die Wohnung Krabbel-Sicher… An was man alles denken muss… Puuh… So dumm kann man manchmal gar nicht denken xD

      1. Wir wollten über die Weihnachtsferien die Wohnug jetzt auch krabbelsicher machen Gar nicht so einfach, denn wir haben fast nur niedrige Schränke und kaum hohen Stauraum für gefährliche Schätze wie Medikamente und Putzmittel. Aber das wird sich finden. 🙂
        Und oh ja, ich genieße es! Ich wurde mehrfach schon gewarnt und bin willens es nicht überhört zu haben. 🙂

        1. Nur als Tipp… Es gibt bei Amazon Magnet-Sicherungen. Die sieht man nicht und die sind echt klasse. Haben hochglanz-schwarze Schrank Fronten (was mit Kind ja eh schon mega ist… nicht…)
          Naja… Habe sie mir auf Empfehlung von Muddis von schon-krabbel-Babies geholt. Und auch die Krabbel-Besuche bei uns haben gezeigt: Halten 😀

    3. Ach du bist es, Namaste! 😀
      Jaaa. ich hab auch meine Schwester mit ihren zwei so gut wie erwachsenen Kindern gefragt, ab wann es ihrere Meinung nach deutlich besser wurde. Kurz nachgedacht: „Mit der Einschulung!“ Da hab ich einmal geschluckt und gelacht. Glaube ich dir sofort, dass es mit der Mobilität dann noch mal ganz andere herausforderungen gibt. Ich bin gespannt.

  2. Oh, bitte nochmal nach 6 Monaten! Da wird nochmal so viel mehr passiert sein. Oft werden Babies unabhängiger, wenn sie mobiler werden. Damit sind dann häufig größere Zeitfenster für sich selbst drin. Ich konnte irgendwann sogar baden, wenn ich Emma regelmäßig Spielzeug in Reichweite geworfen habe 😀
    Ich dachte übrigens auch, ich sei keine Säuglingsmama und bin jetzt total überrascht, wie wenig ätzend und langweilig das mit so kleinem Baby ist. Diese ganzen spannenden Sachen findet man dann eben erst am eigenen Baby wirklich spannend.
    Und ich lege übrigens auch großen Wert aufs anziehen und „fertig machen“ – vor Emma gab es deutlich mehr Gammeltage. Heute mach ich das so gut wie nie.
    Das mit den Freundschaften ist wirklich schade. Ich hab da Glück und bis auf eine Freundin haben alle anderen vor mir Kinder bekommen… Trotzdem fehlt mir so langsam das „Ich“ sein. Aber ich glaube, abstillen macht da den Unterschied. Im Moment kann ich quasi nach 18 Uhr das Haus nicht verlassen, weil sie dann schläft und ich parat stehen muss, wenn sie wach wird. Der Papa kann da leider nichts ausrichten. Das nervt mich langsam schon manchmal, aber nicht doll genug, um abzustillen. Im Endeffekt ist das ein so kurzer Zeitraum, da kann ich mich gut zurück nehmen für mein Kind. Und wenn ich dann abgestillt habe, im Sommer vermutlich, geh ich feiern. Die Muttis aus dem Geburtsvorbereitungskurs und ich haben schon ein Date 😀

    1. Ich bin gespannt, wie es bei Merle werden wird. 😀 Ich muss ja gar nicht groß vor die Tür für mein Glück. Aber hier am Schreibtisch sitzen ist schon toll. rad wird sie vom papa getragen, sonst ginge das auch nicht. Frau Nachteule schläft ja auch nicht vor 23 Uhr, das heißt, wir haben keine freien Abend. Nun denn. Wird schon. Denn wie du sagst: Insgesamt ist es doch eine kurze Zeit. Und die geht dann eben ganz an Merle. 🙂

  3. Hallo Heike,
    ich wünschte, so einen Beitrag und viele deiner anderen Beiträge rund um Babys hätte es schon sehr viel früher gegeben (mein Sohn wird demnächst schon 14 Jahre). Du schreibst sehr offen, authentisch und wahr.
    Ein Buch genau davon hätte mir sehr geholfen. Hier stecken Emotionen dahinter. Die meisten Baby-Bücher sind ja doch stark ‚wissenschaftlich‘. Informativ ganz klar, aber das persönliche fehlte mir beim Lesen. Und das habe ich hier gefunden. Sehr schöner Blog!
    Liebe Grüße

  4. Liebe Heike,

    ich habe Tränen in den Augen. Du hast mit diesem Artikel ganz viel in mir berührt.
    Du bist ein wundervoller Mensch, danke, dass du uns an deinem Leben, deinen Empfindungen teilhaben lässt! Ich freue mich so, dass du nun angekommen bist.

  5. Hallo,
    Ich muss ehrlich sagen, dass mich dieser Artikel sehr darin bestätigt, dass ich kein Kind möchte. Du zählst da alle Punkte auf, die mich abschrecken. Dazu kommt noch die Frage wie sich die Beziehung zum Partner mit Kind verändert. Verstehe ich aber, dass das für so einen Artikel im Internet zu persönlich ist.

    Wobei ich auch keine Sehnsucht nach einem Kind kenne. Würde mich sehr interessieren wieso du dich entschieden hast, ein Kind zu bekommen, obwohl bei dir die Sehnsucht auch nicht so stark da war. Das ist nicht als Angriff auf deine Entscheidung gemeint, sondern interessiert mich einfach zutiefst, da ich mich sehr damit beschäftige, warum bei mir absolut kein Kinderwunsch da ist.

    1. Es gibt sogar einen Artikel dazu wenn ich mich richtig erinnere (also zu der Frage „warum Kind?“), scroll dich mal durch die schwangerschafts-Artikel, da müsste er dabei sein 🙂
      Ich finde das ist ja einer der großartigen Vorteile des Internet, dass man an Lebenswelten oder -entwürfen teilhaben kann die eben anders als die eigenen sind, näher als es bei manchen Bekannten der Fall wäre.

      @Heike: oh ja, ich würde so einen Rückblick nach sechs Monaten auch sehr sehr gern lesen!

      1. Ja da sehe ich auch einen großen Vorteil im Internet! Bei dem Artikel damals war ich allerdings ab dem Punkt „Wir wussten schon immer, dass wir mal Kinder kriegen wollen“ (sinngemäß aus der Erinnerung) leider abgehängt.

        1. Nur kurz: da wäre echt auch sehr die Frage nach deinem Alter interessant. Ich kenne viele, denen es ganuso geht bis sie so Ende zwanzig sind. In meinem Fall ja auch erst Ü-30. Und was auch eine Binsenweisheit ist, die sich aber doch oft bestätigt: Kidner sind ansteckend. Wenn du viele im Freundeskreis hast, stehen die Chancen nicht schlecht, dass es abfärbt. Und das auch, wenn du Kinder sonst eher abschreckend fandest.

          Für mich haben Kinder immer zu einem vollständigen lebensentwurf gehört, waren aber nie Sinn- oder Identitätsstifter.

        2. Ach so und: Ich will dich um Gottes Willen nicht dazu „überreden“ Kinder doch toll zu finden. Ich finde, wenn man es nicht möchte, ist es immer noch kinderfreundlicher sich dagegen zu entscheiden, als es dann zu tun und es zu bereuen. Ja, man wächst an seinen Aufgaben und die allermeisten freuen sich dann doch über das Baby, wenn es erst mal da ist. Aber. Aber eben. Du bist ja nicht unvollständig ohne. Etwas, was finde ich zu vielen Menschen eingeredet wird ab einem gewissen Alter. Also mach dir keinen Kopf. Ich fühle mich auch sehr vollstänbdig ohne die Welt bereist zu haben, was mir auch alle unbedingt ans Herz legen. So als nicht ganz passender Vergleich. 🙂

          1. Hallo Heike,
            Also ich habe jetzt auch nicht das Ziel mir einen Kinderwunsch aufzubauen, wo einfach keiner da ist. Ich bin auch ohne Kind ganz zufrieden, auch wenn es natürlich Punkte gibt, die dagegen sprechen kinderlos zu bleiben. Zum Beispiel, dass man im Alter vielleicht niemanden mehr hat, der sich um einen kümmert. Aber nur deswegen ein Kind zu bekommen, das ich eigentlich nicht will, käme mir falsch vor.
            Es geht mir eher darum dass ich den Kinderwunsch als solchen bei anderen gerne besser nachvollziehen würden könnte. Es ist immerhin ein Thema, dass bei Freunden und Geschwistern teilweise sehr wichtig ist und da möchte ich emotional nicht ganz abgehängt sein.

          2. Ich glaube, du kannst den Wunsch nicht „aufbauen“. Er kommt, oder er kommt nicht. Sagen wir mal blöd: Im statistischen Mittel steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er sich entwickelt, je näher du der Mitte Dreißig kommst. Und je mehr deiner unmittelbaren Freundinnen Kinder bekommen.
            Für einige hängt es auch am Partner. Das ist ja sogar ein recht verbreitetes Phänomen: Mit Partner A ist kein Kinderwunsch vorhanden (obwohl aber zum Beispiel dieser Partner A gern würde). Man trennt sich. Partner B taucht auf. Und zack, man entschließt sich Kinder zu bekommen. Für Partner A ein sehr verletzendes Szenario, aber kommt wie gesagt öfter vor.
            Mir sind Kinder wichtig, weil ich Familie und Kindheit als etwas Schönes erlebt habe, was ich weitergeben mag.

    2. Hallo Kawimedo,

      ich stehe im momentan am Punkt „irgendwann mal Kinder, aber jetzt noch nicht“, komme aber auch von „niemals nie Kinder“. Vielleicht hilft dir weiter, wie sich das bei mir entwickelt hat.
      Ich denke, ein wesentlicher Punkt für mich war und ist, dass die Umstände einfach immer kindertauglicher geworden sind: Ich habe überhaupt erstmal einen Partner, mit dem ich mir vorstellen könnte Kinder zu haben (finanzielle Stabilität, liebevoller Charakter, tiefes Vertrauen, gleiche Wellenlänge in den wichtigen Dingen, funktionierende Routinen innerhalb der Beziehung).
      Dann stehen wir beide inzwischen an einem Punkt, an dem ein Kind unsere Lebenspläne nicht komplett durcheinanderbrächte bzw. wir noch komplett in finanzieller Abhängigkeit von unseren Eltern stünden, wenn wir selbst ein Kind bekämen. Es wäre immer noch nicht optimal, aber annehmbar.
      Und ich habe mich in den letzten Jahren als Mensch ein enormes Stück weiterentwickelt.
      Insgesamt ist der Ausblick auf ein potenzielles Kind inzwischen nicht mehr: „Die Chancen stehen gut, dass ich das Kind, meinen Partner und mich irgendwie dadurch traumatisiere, dass ich dem Kind vorwerfe, es hätte durch seine Existenz mein Studium und meine restliche Lebensplanung durcheinandergebracht/zerstört. Außerdem habe ich meinen Partner jetzt nicht mehr für mich/bin durch Blutsbande an einen Mann gebunden, an den ich nicht gebunden sein will. Und eigentlich wollte ich doch gar kein Kind.“ sondern „Ufz, war jetzt so nicht geplant, aber irgendwie schaffen wir das schon, wir haben andere Dinge ja auch schon hinbekommen, wenn auch noch nichts in dem Maßstab.“

      Also kurz gesagt: Kinderwunsch kann mit den passenden Umständen kommen. Sach‘ ich jetzt mal mit Anfang/Mitte zwanzig mitten im Masterstudium ^^,

      Liebe Grüße, ich hoffe, der Erklärungsversuch hat ein bisschen geholfen,
      Katja

      1. Hallo Katja,
        Danke für die Erklärung wie das bei dir so ist. Finde sowas immer interessant zu hören bzw. zu lesen.

        Ich bin persönlich eigentlich in der Situation, in der jeder von mir erwartet, dass ich mal ein Kind zur Welt bringen sollte. Ich bin Ende zwanzig, mein Studium ist abgeschlossen, ich bin seit ein paar Jahren verheiratet und mein Mann und ich haben feste Jobs mit ganz guter Bezahlung. Und mein Mann kann sich Kinder gut vorstellen. Von daher frage ich mich manchmal, ob mit mir etwas nicht ganz stimmt, dass ich das Gefühl Kinderwunsch eigentlich nicht mal bei anderen nachvollziehen kann…

        1. Ah hier sehe ich es grad. Ende zwanzig. Kann sein, muss nicht Stress dich nicht. Es ist ja erst mal dein Leben und was andere da erwartetn spiegelt ja erst mal bloß, was sie sich wünschen, nicht wirklich das, was eben dein Ding sein muss.
          Kinder sind toll. Aber sie sind irre, verdammt anstrengend. Sie sind es wert, wenn man sich darauf einlassen mag und kann. Wenn nicht, sieht man nur, was sie einen kosten. Und das hast du nicht verdient und das kind auch nicht. Wobei ich glaube, man wächst da echt mit seinen Aufgaben, Und Hormone sind echt unglaublich mächtig. Das stelle ich jedes mal wieder fest. Nur man kann es ja nicht einfach mal ausprobieren und dann sagen: Joah, gut und schön ist nix für mich. Retour bitte.
          Also machst du das für dich genau richtig, indem du jetzt sagst: Nee, will ich (jetzt) nicht.
          Und niemand weiß, ob das jetzt ein nie sein wird. Auch du nicht. Aber du noch am ehsten. 🙂

  6. Liebe Heike,

    sehr gerne nochmal mit sechs Monaten und vielleicht auch nach einem Jahr oder wann immer es sich anbietet.

    Weil du ein paar Mal den ungestaubsaugten Boden erwähnst: Staubsaugeroboter sind je nach Modell nicht so teuer und nach allem, was man so (nicht) hört, auch relativ leise. Das wäre vielleicht in dem Bereich eine Teillösung – das Bad wischen kann er natürlich nicht, aber ein sauberer Boden macht schon viel her.

    Liebe Grüße,
    Katja

  7. Nur kurz, da mit Baby und Kleinkind die Zeit nochmals knapper ist als „nur“ mit Baby: rechne damit, dass das Schlafen nach einer besseren Phase wieder schwieriger wird, wenn Merle mobil wird. Je mehr sie tagsüber erlebt, desto mehr muss sie nachts verarbeiten. Zudem braucht sie dann mehr Kalorien, aber stillen tagsüber wird schwieriger, man könnte ja was verpassen…
    Aber viel wichtiger: besorgt euch einen Saugroboter! Der Roomba hat uns echt gerettet. Denn sobald das Baby anfängt herumzurobben, wird regelmässig saugen wieder wichtiger, weil man sonst dreimal täglich das Baby umziehen müsste 😉 Die Kleinen finden nämlich garantiert alle vernachlässigten Ecken. Zudem es ist gerade bei lärmempfindlichen Kindern ein Segen, wenn der Roboter saugt, während man einen Spaziergang macht, auch über das Babyalter hinaus. Es muss übrigens kein besonders toller Saugroboter sein, für eine durchschnittliche Wohnung braucht es weder Handysteuerung noch planmässiges Putzen, Zufallsprinzip reicht da völlig. Auch die Akkuladezeit etc. ist ziemlich nebensächlich, selbst wenn der Roboter jeden Tag nur ein Zimmer saugt, ist die Wohnung letztlich trotzdem sauberer als beim Wochenend-Grossputz. Für mich (und viele andere junge Eltern, die ich kenne) ist der Hauptgewinn aber, dass man die Zeit und Energie endlich wieder sinnvoller nutzen kann, als sie ins Putzen zu investieren. (Und damit du nicht viel Zeit mit Recherche verlieren musst: die simpleren Modelle von Roomba können nicht viel, aber das in Perfektion, es gibt problemlos Ersatzteile und ab 180.- Euro seid ihr dabei. Da kann die Putzfrau auf Dauer nicht mithalten.)

    LG, Julia

    1. Danke dir! Das Ding wurde uns jetzt schon öfter empfohlen. 🙂 Für einen Weihnachtswunsch ist es wohl zu spät, aber mal gucken, man kann sich ja auch jederzeit selbst beschenken. Zumal mit sowas sinnvollem. 🙂

  8. Liebe Heike

    Wieder einmal ein herzliches Dankeschön für Deinen Artikel. Ja, an dem bekannten phrasenschweinpflichtigen Satz „Was es bedeutet ein Kind zu haben kann man erst wirklich begreifen wenn man selbst eines hat“ ist was Wahres dran, das finde ich hast Du ganz toll herausgearbeitet. Aber ebenso dass es einfach Aspekte gibt auf die man sich kognitiv, materiell und mental vorbereiten kann wenn man sich informiert, empathisch Erfahrungen anderer Eltern aufnimmt und sich insgesamt mit dem was sich vom Leben erwartet und erhofft und dem was sich das Baby wohl vom Leben erwartet gründlich auseinandersetzt. Aber für das was einen unvorbereitet trifft braucht man sich nie zu schämen.

    Einen Punkt möchte ich an diesem Satz gerne ergänzen und das finde ich ist auch schön herausgekommen. Selbst wenn man bereits ein Kind hat weiß man trotzdem nie wirklich was auf einen zukommt. Denn jedes Kind ist anders und viele Eltern erleben dann das zweite oder dritte Kind plötzlich ganz anders als das erste und müssen sich wieder ganz neu in diese Situation hineinleben. Und die vielen Veränderungen die sich im Laufe der Entwicklung ergeben die Du auch schön auf Instagram und im Blog beschreibst machen auch für jemanden der bereits „angekommen“ ist trotzdem manchmal jeden Tag wieder zu einer neuen Herausforderung.

    Man denkt man sitzt langsam einigermaßen im Sattel und dann kommt der nächste Schub und obwohl man eigentlich darauf vorbereitet war steht man plötzlich wieder wie der Ochs vorm Berg. (Zum Beispiel als unsere Süße krabbeln gelernt hat und plötzlich wochenlang die ganze Nacht durchgestillt werden wollte nachdem wir vorher so einen tollen Rhyhmus hatten…)

    Ich finde das ganz großartig wie Du jede neue Hürde angehst, diese Mischung aus geduldig annehmen (ohne zu resignieren) aber trotzdem beharrlich dranbleiben (ohne zu stressen oder zu erzwingen) die Du in Deinem Stillbeitrag schön gezeigt hast wird Euch auch über alle anderen Hürden helfen. Mir hilft das jedesmal.

    Ich muss auch gerade an die Diskussion zu deinem Artikel „Wie ich mir das Leben mit Kind vorstelle“ denken und darüber wie gnadenlos manchmal Mütter über andere Mütter (oder werdende) urteilen und möchte gerne meinen Gedanken von damals wiederaufgreifen. Wir sind alle Experten, aber nur für das eigene Kind. Beim zweiten läuft vielleicht alles ganz anders und ein Urteil darüber was andere Mütter mit ihren Kindern erleben kann man sich auch nicht erlauben. Gerade deshalb verfolge ich sehr gerne Deinen Blog und die Beiträge auf Instagram. Nicht nur deinetwegen (sorry), sondern auch wegen der anderen klugen, empathischen und lieben Leute die sich zu Wort melden. Das lese ich so gern und das hilft mir auch. Ich liebe diese Wertschätzung und Unterstützung untereinander.

    Die nächsten Schritte werden nicht weniger interessant und ich freue mich schon auf weitere Erfahrungsberichte.

    Liebe Grüße an Dich und auch ganz besonders an Deine Leser und Diskussionsteilnehmer

    CarMaMia

    1. Kein Sorry an der Stelle. Ich fnde die Diskussionen da auch einfach echt super! Hätte ich nie gedacht, dass das auf Instaram so gut gehen könnte, aber tut es.
      Und ich bemühe mich auch immer, wenn mich jemand fragt dazu zu sagen, dass das eben FÜR UNS so und so läuft oder auch nicht. Alle sind anders. Es gibt eben nur ein paar Dinge, die im statistischen Mittel helfen können, dieses und jenes leichter zu machen. So wie tragen bei vielen hilft das Schreien etwas runterzufahren, muss aber nicht.

  9. Liebe Heike, viele der von Dir beschriebenen Erlebnisse teile ich, allerdings sehe ich das mit den Freundschaften anders. Mir tun gerade die Freundschaften zu kinderlosen FreundInnen total gut, weil ich dort aus dem Kinder-Kosmos ausbrechen kann und neue Anregungen bekomme.
    Sicher ist es nett, über Krabbelgruppen und auf dem Spielplatz andere Eltern kennen zu lernen – aber wer davon eignet sich schon für eine wirklich gute Freundschaft? Eine langjährig gewachsene Beziehung ist einfach durch nichts zu ersetzen.
    Ich finde es immer schade, wenn frisch gebackene Eltern nur noch mit anderen Eltern Kontakt pflegen und glaube, dass es unserer Gesellschaft besser täte, wenn die Frage ob man Kinder hat oder nicht einen weniger trennen würde. Letzten Endes gibt es doch tausend Themen jenseits der Elternschaft, über die man eine Verbindung herstellen kann. Sicher rede ich mit kinderlosen Freunden auch mal über meine Tochter, aber nicht als zentraler Inhalt.
    Ihr seid ja noch recht frisch Eltern und da verstehe ich schon, dass euer Kind komplett im Mittelpunkt steht. Dennoch die Anregung darüber nachzudenken, ob nicht gerade die Freunde ohne Kinder eine große Bereicherung sein können.
    Was passiert am Ende mit Menschen, die ungewollt kinderlos sind und deren Freunde alle Eltern werden – die vereinsamen dann doch komplett. Also kurz gesagt ein Plädoyer dafür, Freundschaften nicht aufzugeben, nur weil im Moment unterschiedliche Schwerpunkte bestehen.

    1. Liebe Alba,

      Ich stimme dir zu: Grade wenn man sich als Eltern 24/7 „nur“ um sein Kind kümmert tut es durchaus gut, mit Menschen über ganz Anderes zu sprechen. Mal auszubrechen aus dem Mama – Sein und ein Stück „Ich“ herauszukramen, aufzuleben!

      Diese Momente sind so wertvoll. Und ich habe sie nur mit einer einzigen kinderlosen Freundin. Die andere ist total verliebt in meine Tochter (♥) und dementsprechend sind die Themen.

      Fast alle anderen Freunde verstehen nicht, dass wir uns nun primär nach unserem kleinsten Familienmitglied richten. Wie Heike schreibt: Vormittagstermine gehen nicht; so gehen bei uns keine Spät – Abends Termine. Unsere Tochter schläft nur neben mir, stillend. Auch mit über einem Jahr noch. Ich finde es in Ordnung. Dann eben Nachmittags! Mit Kind. Denn Fremdbeteeuung ist schwierig. Und wir haben sie auch gern bei uns…

      Aber damit stehen wir ziemlich allein da. Ich kann es ja verstehen. Ohne Kind habe ich ähnlich gedacht.

    2. Ich würde mich da sehr gerne Alba anschließen. Deinen Blog verfolge ich schon seit Jahren und finde sehr viele deiner Beiträge unglaublich interessant, informativ und inspirierend und schätze sie für deine Ehrlichkeit. Es kommt nur sehr selten vor, dass ich mir beim Lesen denke: „Huch, Moment, das sehe ich aber grundlegend anders“. Beim Lesen deines Absatzes über die Freundschaften musste ich aber nun doch sehr schlucken und bin etwas erschrocken, wie du deine Gefühle bezüglich des Themas beschreibst. Wäre ich eine kinderlose Freundin von dir und würde diesen Post lesen – ich wäre sehr, sehr verletzt.
      Dass Freundschaften etwas kürzer treten müssen, wenn man hochschwanger und danach dann ganz frisch Mutter ist – na klar, dafür hat sicherlich jede/r Verständnis und gute Freundschaften sollten es auch verkraften, dass da dann einige Monate lang der Kontakt etwas brachliegt. Aber die Aussage (sinngemäß) „Ich interessiere mich nur noch für Themen rund ums Kind und eine Unterhaltung mit einer langjährigen Freundin (oder natürlich einem Freund), die kinderlos ist und sich lieber primär über andere Themen austauschen möchte, raubt mir im Moment nur unnötig Kraft und Energieressourcen, daher kappe ich hier (schweren Herzens) die Bande, bis die befreundete Person auch Kinder hat und über entsprechende Themen reden möchte, ergo: wieder interessant für mich wird“ finde ich wirklich schlimm und erschreckend. Vielleicht habe ich es auch einfach falsch verstanden/interpretiert.
      Wieso solltet ihr denn keinerlei gemeinsame Schnittmenge mehr haben, was die verschiedenen Lebensentwürfe angeht? Bei dir ist doch „lediglich“ der (ja, sehr große) Aspekt Baby hinzugekommen und die anderen Dinge sind etwas (oder aktuell auch etwas mehr) in den Hintergrund gerückt. Aber mal ehrlich: Merle ist jetzt gut drei Monate alt. Selbst wenn man die letzten Monate deiner Schwangerschaft dazu zählt, in denen sich gedanklich vielleicht alles ums Baby und um das Elternwerden gedreht hat, denke ich, dass eine gute, langjährige Freundschaft es allemal aushalten sollte, wenn der Kontakt mal für ein halbes Jahr auf ein Minimum schrumpft – wie gesagt: dafür, dass eine Schwangerschaft und anschließend die Eingewöhnung an den Alltag mit einem Baby sehr anstrengend und Kräftezehrend ist, werden enge FreundInnen doch sicherlich Verständnis haben. Ich verstehe nicht, warum da irgendetwas amputiert sein sollte (außer natürlich, es ist deinerseits aktuell tatsächlich keinerlei Motivation oder Wunsch da, den Kontakt wieder zu intensivieren, wenn der Alltag mit Merle in ein paar Monaten vielleicht noch mal deutlich entspannter geworden ist).
      Und dass du keine Kraft hast bzw vor Erschöpfung vergisst, regelmäßig nachzufragen, wie es denn geht, ist doch auch okay und legitim. Wie gesagt, da sollte doch Verständnis da sein. Längere Kontaktpausen von einigen Monaten kommen ja selbst so mit einigen FreundInnen auf, einfach dadurch, dass jede/r ein eigenes Leben und viel um die Ohren hat. Aber genau das macht eine Freundschaft doch aus – dass man sich trotzdem gern hat und weiß, man kann aufeinander bauen.
      Ja, ich bin kinderlos und kann daher auf keinen Fall nachvollziehen, wie es sich anfühlt, Mutter zu sein. Und ja, Elternsein ist sehr individuell, da kann man sicherlich nicht mit „Aber andere Eltern machen doch…“ argumentieren. Dennoch tue ich genau das jetzt, denn ich habe doch einige Babys im Freundes- und Bekanntenkreis und in der Familie mitbekommen und keines, wirklich keines der Elternpaare hat nach der Geburt einfach den Kontakt zu den meisten Freunden eingestellt. Da gab es immer auch noch andere Themen und Schnittstellen, und man war einander wichtig genug, zumindest sporadisch alle paar Monate mal kurz voneinander zu hören und hat dann eben öfter Besuch bekommen (anstatt selber zu besuchen), und das halte ich, als Außenstehende, auch für sehr gesund.

      Das klingt jetzt so negativ und kritisch alles… Dabei schätze ich deinen Blog wirklich sehr und lese deine liebevoll verfassten und gestalteten Posts so wahnsinnig gerne – sogar die, die sich ums Baby drehen, obwohl das eigentlich überhaupt nicht mein Thema ist.

      1. DAs betrifft nur ein paar Freundschaften, die auch vorher schon über die Jahre immer wengier Schnittmengen hatten. Das passiert einfach. Nicht immer sind Kinder da der Grund weswegen man sich aus den Augen verliert, oft ist es ein Job, ein Umzug oder gar ein Hobby. Manchmal entwickelt man sich einfach in andere Richtungen. Kinder sind oft – und so ist es auch bei uns – einfach der letzte Faktor, der dazu führt, dass es dann endgültig abreißt.
        Ich habe dazu einen sehr großen Freundes- und Bekanntenkreis. Dass ich die nicht alle würde halten können, nicht mehr so wie früher ohne Kind, das war mir von Anfang an klar. Das ist aber wie gesagt auch etwas, was passiert, wenn man z.B. umzieht oder den Job wechselt. Manche menschen kommen, manche gehen. Manchmal freiwilliger, manchmal weniger.

    3. 🙂 Die meisten meiner Freunde sind kinderlos. Aber es gibt solche, bei denen ich vorher schon befürchtet hatte, dass es dann bei uns mit Kind dann nicht mehr passen würde. Und dem war auch so. Leider. Es war eben absehbar… Da war das Kind aber nicht der eigentliche Grund, sondern nur, hmmmm, der letzte Faktor. „Der Tropfe der das fass zum Üebralufen bringt“ klingt nach Wut und Negativität. Das meine ich nicht. Es hat vorher schon nur noch sehr wenige Schnittmengen gegeben. Mit Baby nun noch weniger.

      1. So wie Du es jetzt beschreibst, sind es wohl eher Bekanntschaften und keine echten Freundschaften, die Du hinter Dir gelassen hast.. Das wiederum kann ich verstehen, man hat weniger Ressourcen und muss neue Prioritäten setzen. Aber wie Du sagst ist es dann im Grunde nicht die Elternschaft, welche euch trennt, sondern dass Du weniger Zeit und Energie hast, Bekanntschaften zu pflegen die Dir nichts mehr geben. Das hätte auch durch einen neuen Job oder einen Umzug geschehen können…

  10. Ein schöner Beitrag wirklich. Eigentlich bin ich ja durch das Thema Haare hier gelandet, womit ich gerade anfange mich ernsthaft zu beschäftigen, aber geade was du zum Thema Kinder schreibst finde ich sehr interessant. Ich finde hier sehr viele übereinstimmende Gedanken zu mir (mein Sohn ist 16 Monate alt) und finde gerade diesen Text sehr spannend in Hinblick auf die Überlegungen zum zweiten Kind. Ich werde auch einige Dinge anders machen und meine jetzt besser zu wissen, was mich erwarten wird … aber schlussendlich ist jedes Kind anders. Und ich freue mich diesen schwersten, aber schönsten Job der Welt noch einmal zu übernehmen (und es hat mir gefühlt kein bisschen geholfen, das ich Kindheitspädagogik studiert habe – so viel dazu).

    1. Jaaaa, das ist krass oder? Die Theorie und die Praxis…! Das merke ich auch öfter in andren Bereichen, aber in keinem so sehr, wie mit Kind. Und wie schön zu lesen, dass es eben nicht abschreckend ist, wenn es um den Wunsch nach einem zweiten Kind geht.

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