17. Juli 2017

Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Kind? – Oder: Warum gerade jetzt?!

Eine sehr persönliche, aber auch eine gesellschaftspolitische Frage. Aber trotz aller Rationalität und Familienpolitik bleibt da etwas, was wohl in keinem Lebensbereich so mächtig ist, wie rund um Kinderwunsch und Schwangerschaft: das Bauchgefühl. Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Kind, wann fühlt es sich richtig an? Denn Familienplanung kann das eine sein, Kinderwunsch das andere.

Den ersten, gesellschaftspolitischeren Teil (Geld, Gesellschaft und ein bisschen Glück), habe ich vor ein paar Tagen veröffentlicht und oweia, was hat der Wellen in den Kommentaren geschlagen! Somit komme ich nicht umhin hier noch auf einiges Bezug zu nehmen, bevor es dann wirklich um das geht, was ursprünglich die Frage war: Warum haben wir ausgerechnet jetzt beschlossen ein Kind zu bekommen? Ich habe schon fast ein bisschen Bammel. An kaum einem Artikel habe ich soviel rumeditiert, wie an diesem, ist es doch vermutlich der, der wie kein anderer offenlegen wird, wieso ich die Person bin, die ich bin. Mit meinen Plänen, meiner Disziplin, meiner Känpfer- und Stehaufmännchenmentalität, meinen Recherchen und meinem Glauben an mich selbst und an meine Träumen – und eben nun auch mit meiner Familie.

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46 Kommentare

  1. Eine wunderschöne Ergänzung zum anderen Artikel und insgesamt sehr mitreißend zu lesen. Ich finde es toll, dass du uns so viel anvertraust und so viele Ideen und eine Basis zum Recherchieren bietest 🙂 danke dafür und ich gönne es dir wirklich von Herzen, wie gut es dir inzwischen geht. Auch wenn ich sonst nicht abergläubisch bin, bei solchen Geschichten denke ich auch immer kurz, ja, wenn es dann wirklich einfach direkt auf Anhieb kappt, dann sollte es auch so sein 😀

    1. Ach ja, das denke ich mir dann auch immer ganz gern. das fühlt sich irgendwie gut an. Ist natürlich Blödsinn, denn ich kenne genug Leute, denen ich es so dermaßen von Herzen gönnen und wünschen würde, dass es endlich klappt und es klappt einfach nicht und da weigere ich mich irgendwas an Aberglauben reinzuinterpretieren.
      Aber so für positive kleine persönliche legenden ist es dann doch ganz nett ein bisschen das Gefühl von „Es war Schicksal!“ zu haben. Damit erschafft man einfach seinen eigenen Zauber, und der schadet auf keinen Fall. 🙂

  2. Toll. Ich muss sagen ich fand beide Artikel von dir gut. Bitte glaube nicht das es nur Kritik gibt. Ich hoffe das die weitere Schwangerschaft Stressfreier wird;)

    1. Danke!
      Nein, weiß ich ja,d ass es nicht nur Kritik gab. Aber dennoch bin ich eben ab und an ganz schön gestolpert beim Lesen und ich bin der Typ Mensch, der sich dann rechtfertigt, weil ich Missverständnisse nicht gut im Raum stehen lassen kann. 🙂

  3. Hallo Heike,

    ein sehr schöner Artikel.

    Zu der Aufarbeitung des letzten Artikels: Es klingt für mich wie etwas, das ich als typisches Masculine Strength Problem oder ein Problem von bestimmten MBTI-Typen (?) sehe: Man spricht etwas direkt an, wie man es empfindet, und eine Menge Leute fühlen sich auf die Füße getreten. Ich spreche mit dem Kopf, die anderen hören mit ihren Emotionen. Offensichtlich gibt das Missverständnisse. Hart und überspitzt gesagt: Wie kann man es denn nur wagen bei einem emotionalen Thema Kopfentscheidungen treffen!
    Also: Was draus lernen und sich nicht für die Gefühle von anderen Leuten verantwortlich fühlen, solange man nicht objektiv unfreundlich, brutal direkt oder ähnliches war. Was einen trifft, betrifft einen – wenn’s eine emotionale Reaktion in mir hervorruft, wenn jemand was Normales zu mir sagt, sollte ich eben bei mir kucken, warum das gerade wehtut. Lohnt sich sehr 🙂

    Zum eigentlichen Artikel: Ich finde die Entscheidung nachvollziehbar. Ich leite den Artikel mal dem Herrn Freund weiter, ich bin gespannt, was der dazu sagt. Oder zumindest zu dem fixen Datum 😀
    Aber ja. Bei uns ist es im Moment noch in der „jaja“-Phase. Oder akut in der „also jetzt gerade wäre es echt ein bisschen ungünstig, weil Katja für ein halbes Jahr ins Ausland geht“-Phase. 😀
    Aber ja. Es hat Zeit.

    Ich finde es sehr interessant, die Lebensplanung mal so aufgedröselt zu sehen. Insbesondere ist damit auch klar, warum es Leute mit Mitte 30 mit einer Lebenskrise erwischt. Man hat schließlich „alles wichtige“ erledigt und dachte darin seinen Sinn zu finden. Hat man aber nicht – un wat nu?

    VIele Grüße,
    Katja

    1. Wuah, so langsam schwimme ich weg in all den Kommentaren, aber hier muss ich natürlich noch ran. 🙂 Meine liebe Katja! Ja, diese Persönlichkeitsstrukturen egal ob jetzt MBTI oder Bingo oder sonst was, die machen echt viel aus. Mit Kopf gesprochen aber mit herzen empfangen, das ist finde ich sehr schön zusammengefasst. Geht auch umgekehrt. Ich kenne auch leute, denen man sein herz ausschüttet und man bekommt dann weniger Verständnis und Trost (was man sich gewünscht hat) als eine Situationsanalyse mit Handlugnsaufforderungen, das kann auch ein ganz schöner Schalg vor den Kopf (bzw. das Herz) sein.
      Das mit dem fixen Datum muss man ja nicht bierernst nehmen, aber das weißt du sowieso. 🙂 Es war auch mehr ein Zeitraum. 32 sein dauert ja schließlich ein Jahr und so ein geburtstag kommt ja auch nicht überraschend. :)Es war eben einfach für uns als Erinnerung gedacht, damit wir vor lauter Alltag oder auch vor lauter Projekten nicht vergessen, dass da noch etwas ist, was uns sehr wichtig werden könnte, wenn es dann schon reichlich spät dafür sein könnte. Wie ein Wecker, den man aber noch mnal snoozen kann, weil er eben nicht auf Last Minute gestellt ist. 🙂

      1. Hallo nochmal, (und vielen Dank für die Zeit und Mühe 🙂 )

        ich sag‘ es mal aus der anderen Perspektive: „Jetzt habe ich mir dieses emotionale Gesülze angehört, rausgefiltert, was das Problem ist, und dann will der keine Lösung haben! Wozu haben wir dann überhaupt geredet?“ Aber im Ernst – ich finde es extrem schwierig zu trösten, weil ich sehr genau merke, dass ich mit Lösungen anecke, aber gleichzeitig nicht so viel Interesse daran habe, mir „die Ohren vollheulen zu lassen“.
        Ich muss mal bei Gelegenheit im MBTI-Bereich kucken, vielleicht gibt’s da ja eine Anleitung „Trösten für Problemlöser – so kommen Sie sich nicht vor, wie das bessere Kissen zum Reinheulen“ 😉

        Jupp. Mir gefällt die Idee mit den Terminen einfach – bis zu einem gewissen Grad funktioniert das für mich auch ganz gut im Alltag, auf lange Sicht habe ich das aber noch nicht ausprobiert.

        Viele Grüße,
        Katja

        1. Oh, das kenne ich, das mit dem Problemlöserdrang. Es hilft, wenn man vorher einfach einmal fragt: Mächtest du eine Rat oder möchtest du dich gerade nur erleichtern?
          Beides ist okay, nur ständiges Abladen von Beschwerlichkeiten nehme ich nicht hin. Ab und an oder in Akutphasen finde ich das okay. Gebe aber eigentlich auch immer mit, dass mein Gegenüber von mir nicht erwarten darf, dass ich sowas unkommentiert lasse und es Ratschläge geben wird, weil das in meinen Augen sinnvoller ist. Dann wissen beide woran sie sind. 🙂

  4. So ein schöner Text. So viel Offenheit und Ehrlichkeit. Danke dafür. Nun versteht man den ersten Teil erst richtig. Ich glaube, Respekt und ein wenig Angst gehört dazu und auch wenn wir uns nicht kennen bin ich überzeugt davon, dass ihr großartige Eltern werdet.

      1. Es ist wirklich spannend, welche Diskussionen sich nun ergeben. Und ich finde es großartig, wie du darauf reagierst und dass du dir die Zeit nimmst, so vielen zu antworten. Wie schön wäre es, wenn man sich bei einem Tee und deinen Keksteigbällchen (die sind übrigens der Hammer) zusammensetzen könnte und mal ne Runde quatschen könnte. 🙂
        Ich nehme hier aus den Kommentaren für mich mit, dass ich in meiner Meinung bestärkt bin, dass Kinder nicht viel Geld brauchen (ja, von den wirklich wichtigen Dingen wie gesundem Essen etc abgesehen), sie dürfen aber nie vermittelt bekommen, sie wären Schuld an der finanziellen Lage oder ähnliches.
        Meine Einstellung zu dem Thema hat sich auch schlagartig geändert als mein erstes Kind auf die Welt kam. Ich war niemand, der die Schwangerschaft über alle Maßen genossen hat und habe oft getrauert, weil ich meinen Beruf und mein Hobby zeitweilig aufgeben musste. Da haben viele nicht verstanden, dass ich nicht auf Wolke rosa schwebend durch die Gegend gelaufen bin. Ich wollte sogar recht schnell wieder anfangen zu arbeiten. Aber kaum war mein Sohn da, habe ich nur noch über mich selbst den Kopf geschüttelt, wie ich jemals denken konnte, ich würde etwas vermissen oder etwas anderes wichtiger finden. 😀 so soll es wohl auch sein mit den Hormonen… 😀

        1. Darauf bin ich auch so gespannt, wie das wird, wenn ich merle dann wirklich kennenlerne. Noch überwiegt Neugier und Faszination. Ich habe die Vorstellung von ihr lieb. Ich bin super neugierig, wie sich das anfühlt, diesen Menschen zu sehen, kennenzuklernen und zu lieben, den wir da gemacht haben. Und eben genau darauf, was das dann mit mir und meinen anderen lebensthemen so machen wird. 🙂

  5. Yeah da ist ja schon Teil 2 und oh mein gott ich erkenne so viel von mir in dir :-D. Also so dieses vorher schon zum Arzt laufen und mal alles testen lassen, falls noch was in Ordnung gebracht werden muss, oder das überlegen, wenn wir dann anfangen und es dann nicht klappt dann wird das ja erst so und so spät mit dem Kinder kriegen. Echt eins zu eins das selbe! Nur mit dem Unterschied, dass das alles bei uns später statt gefunden hat und ich doch noch ein paar Jahre jünger bin, sodass die biologische Uhr noch nicht meckert sondern eher das ich möchte aber doch bald ein Kind. Bei uns ist noch ein Schritt in der To Do Liste zu tun und dann starten wir denke ich auch ;-). Denn mir war es auch sehr wichtig erstmal die Ausbildung komplett abzuschließen um einigermaßen sicher im Berufsleben zu stehen. Kind im Studium wäre deshalb für mich nicht in Frage gekommen.

    Vielen vielen Dank für deine Sicht der Dinge. Es ist sehr angenehm zu sehen, dass es ähnlich orientierte Planungsmenschen gibt, bei denen dann alles so gut läuft ;-). Das lässt hoffen!

    Viele Grüße

  6. Liebe Heike,
    nachdem mich durch deinen Blog, den ich schon lange wirklich wahnsinnig gern lese, das Thema Kinderkriegen in letzter Zeit ziemlich beschäftigt hat und mich die Haltung vieler anderer Leser wirklich erstaunt hat, gerade zum Thema Kinder und Geld, möchte ich nun auch kurz mal meinen absolut unpopulären Senf dazu geben. Mein Mann und ich sind seit 11! Jahren glücklich verheiratet und ich bin noch nicht mal 30. Wir besitzen mittlerweile 3! Einfamilienhäuser und der passende SUV steht gerade vor dem Haus in der Sonne vor meinem 5.500 Quadratmeter großen Grundstück. Alle Häuser gehören uns gemeinsam, wir sind gemeinsam im Grundbuch eingetragen. Und ich wünsche mir Kinder. Viele sogar, mit diesem wundervollen Mann, den ich den meinen nennen darf! Aber… in den nächsten 7 Jahren werde ich sicher kein Kind bekommen, denn.. ich selber habe keine abgeschlossene Berufsausbildung. Und ohne die werde ich bei allem finanziellen Wohlstand und stabiler Partnerschaft kein Kind bekommen. Denn ich persönlich fühle mich für ein Leben, dass ich in die Welt setzte 100 Prozent verantwortlich! Ich muss als Mutter in meinen Augen auch ganz allein sicherstellen können, dass mein Kind immmer alles haben wird, was es braucht. Mein Mann hat einen recht gefährlichen Beruf und selbst wenn das nicht so wäre. Niemand kann garantieren, dass er immer da sein wird, auch wenn er es mir fast täglich verspricht, das kann man nicht wissen und was dann? Soll ich mich dann, wie andere Frauen zur Weihnachtszeit im Radio anstellen für eine Spende, damit ich für mich und meine Kinder den Einbau einer neuen Heizung bezahlen kann, wenn die alte kaputt geht? Und zu der Frage was Kinder alles brauchen. Was wenn dieses Kind, das man bekommt,in einer normalen Schule nicht zurecht kommt, weil es sich mit einem IQ von über 130 manchmal anders verhält als die anderen und die das nicht akzeptieren und das Kind auf dem Nachhauseweg dann mit Stöckern und Steinen bewerfen?Wäre es dann nicht schön, wenn Mama sich eine Privatschule leisten kann,die dem Kind das gibt, was es braucht? Sorry, aber das regt mich so auf. Das Kind muss die Konsequenzen des Handelns seiner Eltern tragen,sein ganze Leben lang, da kann man gar nicht vorsichtig genug sein. Und zu guter letzt: Ich möchte meinem Kind ein Vorbild sein! Ich möchte dass es zu mir aufschauen kann und dafür braucht es in meinen Augen einen eigenen anständigen Beruf. Schon im Kindergarten wird danach von andern Kindern gefragt und ich möchte das mein Kind dann voller Stolz sagen kann, meine Mama ist…. So, nun habe ich sicher einen der unpopulärsten Kommentare mit jeder Menge Hasspotential geschrieben aber irgendwie glaube ich, du verstehst was ich meine und falls das jetzt noch nicht klar genug rausgekommen ist, ich unterstütze deine Sichtweise sich vorher mal über alles Gedanken zu machen voll und ganz!

    Liebe Grüße,

    M.

    1. P.s.: Eines will ich zur Erklärung meiner vielleicht etwas radikal anmutenden Haltung und im Bezug auf Part 2 deines Artikels noch sagen: So wie du deine Kindheit beschreibst, hast du in meinen Augen großes Glück gehabt. Ich habe das erste Mal mit 5 Jahren gedacht, dass es besser wäre,wenn es mich nie gegebenen hätte. An meinem 11 Geburtstag saß ich nach der Schule auf der Treppe und wusste nicht wohin. ,, Verpiss dich und komm nie wieder“ hatte mein Vater mir morgens beim Losgehen noch hinterhergerufen. Und noch etwas: meine Eltern sind beide Gymnasiallehrer, mein Vater hatte zu dem Zeitpunkt aber schon gekündigt und verdient seit dem sein Geld als freiberuflicher Jornalist. Ich komme also aus einer Akademikerfamilie und trotzdem war durch die Entscheidungen meines Vaters das Geld immer knapp und ich habe das auch immer zu spüren bekommen.Soll nur heißen, nicht für alle Kinder gehen Schwankungen im Leben der Eltern so glimpflich aus.

      Liebe Grüße,

      M.

      1. Das tut mir Leid zu lesen. Natürlich hast du Recht und das geht in die Richtung, die ich angemekrt habe: wir werden zu dem menschen, der wir sind durch unsere Erfahrungen, gute wie schlechte. Was du beschreibst, kann nicht anders als prägend gewesen sein.

    2. Das ist tatsächlich ein Kommentar, der hier sehr aus dem Rahmen fällt, aber gerade deshalb finde ich ihn hier gut. Weil er anders ist, weil dein Lebensmodell anders ist, deine Ansichten. Ich teile einiges, nicht alles und habe eine Menge Abers auf den Lippen, denke aber (aber 😉 ) dass du solche kennst.
      Ein kleines kann ich mir nicht verkneifen: Auch mit IQ unter 130 kann das Kind schon sehr anders sein. Eigentlich kann es das mit jedem IQ. Zwischen Forrest Gump und Sheldon Cooper liegt noch viel Mobbingpotential für andere großartige Menschen. Leider eigentlich.
      LG, Heike

      1. Selbstverständlich kann ein Kind auf sehr viele Arten sehr anders sein. Das war nur ein exemplarisches Beispiel. Aber das besondere Förderbedürfniss,das bleibt, wenn ein Kind sehr anders ist, und das kann man halt vorher nie wissen. Man weiß ja vorher nicht, was für eins man bekommt.
        Und klar Mobbing gibt es überall und aus verschiedensten Gründen aber für ein Kind, dessen Probleme aus mangelnder Förderung resultieren, reicht dann eine neue staatliche Schule einfach nicht aus.
        Und das muss dir nicht leid tun. Ist alles lange her.Ich wollte damit nur deutlich machen, man sollte halt immer im Auge haben, was alles schief laufen kann und nicht blauäugig daran gehen.

        Liebe Grüße,

        M.

        1. Vielleicht noch eins zu den Abers ?Meine Mutter, die ja nun um das ganze Spektrum weiß, welches mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin, sagt immer:,, Ich verstehe dich ja, aber mit deiner Haltung gäbe es so gut wie keine Kinder mehr auf der Welt.“ Stimmt, sehe ich ein, und ich kann selber trotzdem nicht anders. Ich kann aber durchaus einen gesunden Mittelweg wie du ihn gehst, bei anderen akzeptieren und mich für sie freuen, allerdings gar nicht nachdenken…das bringt mich dazu, als eigentlich stille Leserin ellenlange Kommentare im Internet zu verfassen ?

          LG,

          M.

  7. Respekt vor diesem recht offen und ehrlichen Beitrag!
    Da ich noch nicht so lange hier lese, wird mir doch so einiges bzgl. Deines Handelns und Deiner Lebensweise klar! Find ich gut. Umso mehr freut es mich für Euch, dass es nun alles geklappt hat!

    Wir haben beide unsere Ausbildung schon lange hinter uns und sind schon lange mitten im Beruf und sind auch mit 32 (einen Monat vor dem 33. Geburtstag) Eltern geworden. Warum jetzt? Es passte jetzt einfach. Wobei der Schalter im Kopf bei mir schon mit Ende 20 umgelegt wurde. Da war der Kinderwunsch das erste Mal präsent.
    Es gab einen ähnlichen Moment, bei dem wir überrumpelt wurden und es dann hieß: JETZT. Hm. Okay… Ähm ja… Jetzt. Ja… Man weiß nie, wie lange es dauert…

    LG

    1. Danke! Wir freuen uns auch! So lässt sich auch besser über meine eigenen abendliche Nöligkeit hinwegsehen, weil mich Merle mal wieder von innen ausbeult, gern so Richtung Magen… Sie bleibt ein Geschenk und eine Unselbstverständlichkeit. Ein organetretendes Geschenk, aber eben unser persönliches kitschbeladenes kleines Wunder.
      Jetzt hast du mal einen meiner wenigen hormonverstrahlten Säuselkommentare abbekommen. 😉
      Dieses Gefühl von: Oh wow, echt jetzt? Jetzt? Das ist krass oder?
      So unwirklich. Vor allem, weil man ja am Anfang nicht so wirklich was merkt. Außer vielleicht so ein diffuses Gefühl von Andersartigkeit. Bis bei mir die Übelkeit losging war alles herrlich normal bloß ohne Periode.
      Man weiß nie wie lang es dauert. Oder wie schnell es eben doch geht.

      1. Haha, ja organ-tretend… Das kenn ich. Weißt Du, was ich im Nachhinein erstaunlich finde? Ich habe nie geglaubt, dass man die Kugel vermissen würde. Genieße die Zeit, egal, wie schwer es evtl. zum Ende wird. Manchmal vermisse ich die Kugel nämlich wirklich. Und die Tritte. Hach <3

        Und ja, es ist wirklich krass. Die ganze Zeit wird nur drüber geredet und dann wird es ernst. Bei uns war es ja noch ein wenig anders. Wenn es Dich interessiert, kannst Du mir gern schreiben 😉

        1. Oh doch,d as glaube ich dir, dass man die Kugel vermissen kann. 🙂 Mittlerweile bin ich richtig stolz auf meine Babybwohnkugel. Ich finde es toll, was mein Körper kann und faszinierend, dass da eben wirklich jemand in mir wohnt. Ich bin ein Lebensraum, das finde ich krass. Also nicht nur Gefäß für mich, sondenr auch für jemand anderen.

  8. Hab ja unter dem ersten Beitrag zu dem Thema schon kommentiert und muss es hier auch mal tun: Ich finde es ganz toll und stark, wie offen Du Deine Geschichte und Deine Beweggründe teilst. Ich hab atemlos mitgelesen und musste ein paar Tränchen verdrücken (jaja, die Hormone ;-)). Es tut mir sehr leid, dass Du so eine schlimme Zeit durchmachen musstest (ich lese hier noch nicht so lange mit und wusste bis heute nichts davon) und ich drücke ganz, ganz fest die Daumen dass Du weiterhin fit bleibst und es Dir weiterhin gut geht!

    Selber hatte ich auch eine Krankheitsgeschichte vor der Schwangerschaft, allerdings psychisch. Sagen wir mal, es war sehr sehr gut dass ich nicht wie mal geplant mit 30 schwanger wurde, sondern länger warten wollte. Ich darf mich inzwischen als geheilt betrachten, aber da waren auch ein Klinikaufenthalt und einige Jahre Therapie für erforderlich. In meiner Abschlusstherapiestunde habe ich miener Therapeutin dann überglücklich vom positiven Schwangerschaftstest erzählt 😉

    Mich stört es übrigens auch, dass viele Leute konsterniert reagieren, wenn man grade als Frau nicht blümchenbekranzt barfuß freudestrahlend mit nichts als Enthusiamus auf das Thema Schwangerschaft und Kinderkriegen reagiert. Das ist mir auch schon öfters passiert, Leute waren überrascht dass ich überhaupt Kinder will weil sie dachten ich will keine, nur weil ich mich mit den möglichen harten Realitäten auseinandersetze 😉 Oder sie sind vor den Kopf gestoßen, wenn ich artikuliere dass ich Schwangerschaft an sich als körperlichen Zustand im besten Fall faszinierend und seltsam und im schlimmsten Fall als eine Zumutung empfinde. Und ja, das Baby ist gewünscht und ich freu mich auch wie ein Keks! Aber deswegen muss ich doch nicht alles mit der rosaroten Brille sehen. Aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass das von mir als Frau erwartet wird.

    Was ich damit eigentlich sagen will: Ich kann Dich und Deine Gedanken und Beweggründe total verstehen und für mich ist das was Du schreibst auch nicht negativ oder traurig, sondern realistisch. Und es heißt auch NICHT, dass man deswegen keine Emotionen hätte oder sich nicht freuen würde! Jeder Mensch hat da seine eigene Gedanken- und Gefühlswelt und das ist auch völlig ok so.

    Ich wünsche Dir und auch Merle und Deinem Mann ganz viel Gesundheit, einen guten Geburtsverlauf und eine schöne Zeit!

    1. Dasselbe wünsche ich dir und euch auch! Und wie wundervoll, dass die Schwangerschaft auch für dich der Abschluss einer zuvor schwierigen Phase war. Das ist dann einfach ein echter Neubeginn bzw. kann es dann wirklich wirklich sein. 🙂

      Was du über die Schwangerschaft sagst, oh ja, da bin ich ganz bei dir. Ich fand das früher auch als Vorstellung immer sehr befremdlich. Dieser kleine Alien in mir. Da wohnt dann jemand. Wenn man sich lange genug drauf konzentriert, kann man sich auch jetzt noch schön einreden, dass das echt sehr, sehr merkwürdig ist. Meistens finde ich es faszinierend. Soll sie da rum turnen. woher soll sie wissen, dass jenseits ihrer Höhle meine Verdauung stattfindet und die das nicht ganz so genial findet ständig geknetet zu werden. Ist ja nicht ihr Problem. 😉 Ich hab das Glück eine Bekannte zu haben, die da ähnlich pragmatisch aber nicht weniger freudig an das Thema heran geht und mit ihr konnte ich mich gut austauschen, gerade auch als es mal eher doof war mit Kotzi und so. So ist sehr realistisch aber nicht weniger liebevoll zu ihrem Sohn dadurch (sie erwartet ihr zweites Kind, aller realismus plus eine echt garstige erste Schwangerschaft haben sie also nicht abgeschreckt, obwohl man das durchaus hätte meinen können). Ich empfand und empfinde den Austausch mit ihr als Wohltat.

      In diesem Sinne. Realismus und Vorfreude schließen sich nicht aus. Beides hat seinen platz und seine berechtigung. Manchmal behindern die sich gegenseitig, aber eigentlich komplettieren sie bloß das Bild.

  9. Realistisch sein um positiv denken zu können, das verwirrt in meinem Umfeld viele Leute. Ich kann gut nachvollziehen, wie dir die Kommentare wegen dieser „Diskrepanz“ (Recherche / eigene Meinung) im Magen gelegen sind.

    Auf der Arbeit habe ich in einem Meeting ein Softwareprogramm „vertreten“ und gesagt, warum es unerlässlich ist, dass alle es benutzen. Danach wurde mir an den Kopf geworfen, dass das Programm beschissen ist, dass niemand versteht, warum ich so dafür bin. Tja, es gab halt keine Alternative, und ich fand das Programm auch beschissen, aber es nützt ja nichts, die Augen vor der Realität zu verschließen. Da war ich bei manchen als Buhmann unten durch …

    Ich finde es clever, wie realistisch du an die Baby-Kiste rangehst. Du weißt, was bei welchem „Aufwand“ zu erwarten ist, realistisch betrachtet. Was von „Glück“ abhängt oder von „Wahrscheinlichkeit“. Und kannst dich vielleicht deshalb um so mehr freuen, was über die realistischen Erwartungen hinaus passiert.

    Selber habe ich das Urvertrauen, dass alles gut wird. Das setzt für mich jedoch voraus, dass ich will, dass es gut wird, und dass ich daran arbeite, dass es auch gut wird. Genau wie, dass ich akzeptiere, was ich nicht beeinflussen kann, um keinen Aufwand zu verschwenden, den ich woanders brauche. Das hat auch mit Prioritäten zu tun und mit Commitment zu einer Sache.

    Ich wünsch dir ganz viel Freude auf der Zielgeraden zum Leben zu dritt, und Danke, dass du so ausführlich hier berichtest.

    Es würde mich sehr interessieren, mal einen Blick in deinen Bücherschrank zu werfen. Hast du vielleicht so was wie eine Leseliste? Ernährung, Persönlichkeitsentwicklung, Gesundheit und Fitness, Kinder, Selbständigkeit, Haus + Garten + Einrichtung, … ?

    1. Eine leseliste direkt noch nicht, aber du findest hier unter „books“ (Sidebar rechts) ganz viele Artikel zu Büchern, die ich vorstellenswert fand. Manches ist vreraltet sicherlich, aber einiges ist auch immer noch aktuell. 🙂
      Aktuell lese ich viel aus der Selfdevelopementschiene, eine zeitlang waren es vor allem Ernährungsratgeber. Ein paar Babybücher habe ich auch, aber eher wenige. Aber so eine Liste wäre tatsächich vielleicht mal ganz nett. 🙂 Ist notiert.

  10. Hallo Heike,

    ich bin hier eher eine stille regelmäßige Mitleserin und möchte eine Frage stellen, die sich auf deine Kopfschmerz-Zeit bezieht. Auch ich leide aktuell leider sehr unter Kopfschmerzen. Anfangs Migräne, dazu kamen dann aber irgendwann auch Spannungskopfschmerzen. Gerade bin ich in einem Teufelskreis, auch ich nehme ständig Schmerzmittel, alles dreht sich um die Schmerzen, es wird immer schlimmer. Ich finde mich hundertprozentig in deiner Beschreibung aus deiner Zeit in den 20ern wieder. In jeder Hinsicht. Daher meine Frage: Was konkret war es, was dich letztlich aus der Schmerzspirale herausgeholt hat? Verstehe ich richtig, dass es bei dir insbesondere die Kombi aus Sport, gesunder Ernährung und auf sich achten war? Oder gab es bei dir noch eine andere konkrete Ursache, die aufgedeckt wurde und die du dann beseitigt hast? Ich wäre für jeden Tipp dankbar, denn deine Geschichte macht mir echt Mut. Es ist erstaunlich, wie sehr deine Beschreibung von damals mir jetzt ähnelt. Auch ich vertraue meinem Körper nicht mehr, da er ja ständig die Kopfschmerzen erzeugt.

    Liebe Grüße,
    Lara

    1. Meine Osteopathin hat Blockaden gelöst, did der Orthopäde vorher festgestllt hatte, sie hat aber noch mehr gefunden. Das Lösen durch sie hat über 1,5 Jahre gedauert, die Erstverbesserung trat aber nach 1-2 Wochen schon ein, also nach 1-3 Behandlungen. Erst durch sie bin ich überhaupt in die Lage versetzt worden an mir zu arbeiten. Unter dem Schmerz war eigener aktiver Sport oder auch nur eigene Rehaübungen undenkbar. Als ich die Tabletten reduzeiren konnte habe ich dann Blut geleckt und beschlossen, dass ich erst Ruhe geben werde, wenn ich gar keine mehr brauche und das hat mich dann in meine Recherchen rund um Ganzheitlichkeit gestürzt. Ernährung war da der beste Katalysator üebrhaupt für mich, aber das ist individuell verschieden. Ich hatte einen kaputten Darm, von daher war der Ernährungsnsatz sinnvoll. Wenn man ein totl Stresser ist kann Yoga oder Meditation vielleicht eher an erster stelle stehen. letztlich arbeitet alles Hand in Hand.

      Ich wünsche dir eine gute Besserung! Und frag dich immer bei deinem Schmerz: Was will er mir sagen? Das kann ganz simpel sein: Was ist eingeklemmt? Oder eher im übertragenen Sinne: Welches Gewicht lastet auf meinen Schultern?
      LG, Heike

  11. Liebe Heike,
    vielen Dank für deine beiden Artikel!
    Mein Partner und ich tragen uns auch mit einem Kinderwunsch und wollen den im nächsten Jahr auch umsetzen. Wir sind gut genug situiert, auch wenn rein rational betrachtet 2-3 (oder 5-6?) Jahre später der Zeitpunkt, zumindest finanziell, passender wäre. Aber … den ganz richtigen Zeitpunkt gibt es wohl nie. Dein Zitat „Ich muss nirgendwo ankommen, um ein Kind zu bekommen. Ich nehme es mit.“ finde ich wunderbar. 🙂
    Uns ist klar, dass ein Kind uns zeitlich und finanziell kosten wird. Also nicht völlig naiv, auch wenn das Bauchgefühl überwiegt. Dein erster Artikel war in der Beziehung aber sehr informativ und willkommen. Auch wenn er nichts an der Entscheidung ändert.
    Deinen zweiten Artikel finde ich sehr mutig. Wie du deine und eure persönliche Geschichte darlegst. Ich habe sie sehr gerne gelesen.
    Überhaupt lese ich deinen Blog sehr gerne und wünsche euch für die bald dreisame Zukunft alles Gute!

    1. Danke dir! Und auch dir alles Gute für eure Entscheidung!
      Ich liebe dieses Zitat einfach. Es lässt sich auch wunderbar auf andere Bereiche als Kinder übertragen. Man hängt viel zu oft an einer fixen idee fest, wie irgendetwas zu sein hat bevor man denn dann mit was auch immer loslegt.

  12. Auch wenn ich den ersten Artikel sehr wegen seiner Nüchternheit geschätzt habe, so kann ich hier trotzdem voll und ganz verstehen, warum du genau so gehandelt hast, wie du es getan hast. Ich sage von mir selber gern, dass ich eher die kühl denkende Person bin, die nicht viel dem Zufall überlässt. Aber vor genau zwei Monaten haben mein Partner und ich eine Entscheidung getroffen, die zumindest finanziell gesehen einen großen Schritt darstellt. Aus dem Bauchgefühl heraus. Wir haben uns ein Haus gemietet und werden nun in zukunft doppelt so viel zahlen wie bisher und das, obwohl wir auch bisher nur so über die Runden gekommen sind. Und mein Partner ist eigentlich auch ein sehr kalkulierender Denker aber weißt du was? Ich habe uns beide bei dem Satz „wird schon alles werden, wenn’s erst einmal läuft“ erwischt. Ist das nicht verrückt? 😀
    Daher würde ich auch nie aus dem Grund dass später UNS mal Geld fehlen könnte, sagen dass ich keine Kinder will. Höchstens aus dem Grund wie ich es momentan noch empfinde, Angst zu haben dass uns das Geld für ein Kind fehlen könnte. Aber wenn ich dich hier so lese… und an dieser Stelle möchte ich dir mal ein riesiges Danke! für deine Einblicke in dein privateres Leben dalassen, dann erkenne ich mich selbst irgendwie wieder, sehr oft sogar. Ich bin jetzt 27, Das heißt nach „deiner Rechnung“ hätte ich ja noch 5 Jahre übrig um mich noch zu entscheiden ob ich wirklich mal ein Kind möchte oder nicht 😉
    Und ich freue mich wirklich sehr für dich bzw euch (und auch immer für alle Menschen um mich herum), dass es nach so vielen gesundheitlich komplizierten Jahren doch noch so leicht geklappt hat. In diesem Sinne wünsche ich auch weiterhin alles erdenklcih Gute, ich verfolge weiterhin sehr gespannt was noch so alles passiert 🙂

    Liebe Grüße, Natascha

    1. 😉 Meine Rechnung ist aber eben genau auch nur meine. 🙂 32 ist eine fiktive Zahl, wir hätten genauso gut 30, 33 oder 35 sagen können. Wir hätten ein Ereignis festlegen können. Es ging mehr darum eine Erinnerung zu haben, dass das Leben weiterläuft und man ab und an dann mal kurz innehalten muss um zu gucken ob das, was da ja auch nioch rein soll – in diesem Fall ein Kind – langsam an der Zeit wäre.

  13. Hallo Heike

    Den zweiten Teil des Artikels habe ich mit genauso viel Begeisterung gelesen wie den ersten. Ich fand ihn sehr bewegend. Dass Du so furchtbar hart um Deine Gesundheit kämpfen musstest tut mir unglaublich leid und macht es mir noch viel leichter mich an Deinen schönen Berichten darüber wie gut es Euch jetzt gerade ergeht zu erfreuen (und bestärkt mich nebenbei in meinem grundsätzlichen Vorgehen meinen chronischen Schmerzpatienten im Zweifelsfall zusätzlich zum üblichen Verfahren parallel auch eine Vorstellung beim Osteopathen zu empfehlen…)

    Ich persönlich finde auch sehr wichtig und interessant die Beiträge derjenigen die sich bewusst gegen Kinder oder für einen späteren Zeitpunkt entschieden haben. Es war auch in meinen Augen nie eine Selbstverständlichkeit Kinder zu bekommen, denn an einem Kind ist nichts selbstverständlich. Auch in meinem Umfeld ist sowohl gewollte als auch ungewollte Kinderlosigkeit ein Thema. Ich selbst konnte mir zwar vorstellen auch ohne Kinder ein gutes und erfülltes Leben zu führen, aber das wollte ich nicht. Und jetzt… kann ich es mir nicht mehr vorstellen (und ich bin unendlich glücklich mit meiner Entscheidung und ganz aus dem Häuschen über jede faszinierende Kleinigkeit an meinem Kind, aber das ist nicht selbstverständlich, denn regretting motherhood ist ein schwerwiegendes Thema das oft tabuisiert wird und ich glaube viele Frauen fürchten sich insgeheim davor.)

    Wenn ich auf mein bisheriges Leben zurückblicke empfinde ich es so dass ich an jedem früheren Zeitpunkt an dem ich beschlossen habe meinen Kinderwunsch nach später zu verschieben die richtige Entscheidung getroffen habe und meine Tochter damals eine weniger gute Mutter in mir gehabt hätte als sie es jetzt hat. Das gibt mir irgendwie das Gefühl damals schon den ersten Schritt Richtung „gute Mutter“ gemacht zu haben und konsequenterweise macht das in meinen Augen auch jede Frau die bewusst entscheidet (jetzt noch) keine Kinder zu haben weil sie (noch) nicht alles geben kann oder will was ein Kind ihrer Meinung nach braucht zu einer guten Mutter. (Natürlich kann auch dem gewissenhaftesten und vorausschauendsten Paar einmal ein Verhütungsunfall passieren und ich betrachte Menschen die von ihren Kindern ungeplant überrascht werden deshalb nicht als weniger gute Eltern).

    Allerdings gehen die Vorstellungen von dem was Kinder unbedingt brauchen ja manchmal sehr weit auseinander… für mich persönlich ist der wichtigste Punkt: volle Zuwendung und bedingungslose Hingabe.

    Das ist auch bezüglich vieler der anderen genannten Faktoren der ausschlaggebende Punkt. Egal ob es um den beruflichen Werdegang geht, die Entwicklung der eigenen Person, das Schaffen materieller Sicherheit oder wie in deinem Fall auch das Wiedererlangen der eigenen Gesundheit… das Wort „Selbstverwirklichung“ wird im Zusammenhang mit Kindern gerne als etwas Negatives gesehen, weil sich alle einig darin sind dass Kinder niemals unter den Egotrips der Selbstverwirklichung leiden oder gar ein Teil davon sein sollen. Wobei ich schon glaube dass man auch nachdem ein Kind geboren wurde das durchaus noch machen kann, nur halt eben nicht mehr „volle Pulle“, denn auch Eltern sind ja nie mit sich fertig und sollen sich noch ein bisschen entwickeln dürfen, nur die Entwicklung des Kindes geht dann eben vor….

    Das ist eine sehr persönliche Geschichte und ich bin Dir dankbar dass Du uns daran teilhaben lässt. Es beeindruckt mich auch dass Du Dir so viel Mühe mit den vielen Kommentaren gibst.

    Im Grunde geht es wohl um eine einzige Sache: erstmal die bestmögliche Mutter werden die man sein will und dann erst Mutter sein wollen. So habe ich Deinen Artikel verstanden. Und so wie es aussieht ist in Deinen Augen dein heutiges Ich (healthyhappyheiki) die bestmögliche Mutter die Merle haben kann. Volle Zustimmung und Respekt. So wird es dann auch sein. Ich freue mich sehr für Euch und die Kleine.

    (Puhh, so ein ellenlanger Monolog nur um zu sagen dass ich glaube dich richtig verstanden zu haben…)

    1. Chronischer Schmerzpatient… brrr… das ist wie ein kleiner Schlüsselreiz für mich. 😉 Die Diagnose hatte ich auch lange. Ich hab einiges gehabt mit dem „chronisch“ Stemepel und nichts davon hat sich als tatsächlich „für immer“ herausgestellt. Ich gaube, es gibt etwas, was sich darstellt, wie etwas Ewiges, weil es bedeutend schwerer anzugehen ist, als andere Symptome. meist weil an sehr vielen Stellschrauben gedreht werden muss und nicht nur an den offensichtlichen. Meine Kopfschmerzen waren eben auch die Quittung von weit mehr als nur neurologischen Unstimmigkeiten.

      und mir geht es so wie dir: zurückblickend sind da auch noch andere Aspekte außer dem offensichtlichen mit der Gesundheit, die bedingt haben, dass ich noch nicht bereit war. Regretting Motherhood ist ein spannendes, kotnroverses Thema. Als das durch die presse ging habe ich da auch mit Bekannten viel drüber geredet, weil ich die Fruen, die dort zu Wort kamen, sehr gut verstehen konnte. Ich war nicht an dem Punkt zu sagen, dass ich bereit gewesen wäre für ein Kind. Ich war noch viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt und ich hätte es vielleicht bereut früher Kinder bekommen zu haben, weil mich das gesundheitlich sehr ausgebremst hätte und in vielen anderen bereichen sicherlich auch.

      Ich mag mich auch mit Merle weiter selbst verwirklichen. Es ist mein persönliches IOdeal ihr ein Leben zu zeigen, in dem sie bedingungslos geliebt wird, in dem sie aber auch sieht, dass ich immer, immer, immer ihre Mama bin aber eben nicht nur das. Dass ich auch Dinge nur für mich tue und das ebenfalls liebe, für mich. Denn das möchte ich ja auch für sie. Dass sie herausfindet, wer sie ist und was sie sein will. 🙂
      LG, Heike

  14. Wahnsinnig schöner Artikel. Eine perfekte Ergänzung zum Vorgänger-Artikel. Ich als (Noch-)Kinderlose kann dieses Gedankenkarussell so gut nachvollziehen und habe immer wieder gedacht „Ja genau!“ und ich glaube dass es vielen so geht. Irgendwie hat es mir weitergeholfen, ich kann noch nicht einmal sagen, wie genau. Vielleicht einfach auch dieses Gefühl, mit dem Gedankenkarussell nicht allein zu sein.
    Ich freue mich jedenfalls sehr für dich, dass es dir jetzt so gut geht, dass du rückblickend so zufrieden bist und dass du diese Freude auf die Zukunft mit Merle und Benny empfindest – es ist unheimlich mitreißend. Ich bin mir sicher, dass du dir diese Begeisterung bewahren kannst.
    Alle lieben Wünsche… 🙂

    1. Danke! 😀 Ich glaube Begeisterungsfähigkeit ist eine meiner größten Stärken. <3 Ich kann mich für total viel interessieren und so eben auch für unser Baby.
      Und freut mich ehrlich, dass ich dir eine Hilfe sein konnte - wie auch immer. 🙂 Ich glaube, es gibt aktuell einfach viele Lebensbereiche, die sich unsicherer anfühlen, als noch vor Jahren und vor allem unsicherer als die meisten sich das vorgestellt haben. Und in Bezug auf Kinder macht das natürlich die Entscheidung nicht leichter.
      Dir auch alle lieben Wünsche!

  15. Huhu! 🙂
    Wollte auch mal wieder was von mir hören lassen.
    Ich habe jetzt nicht alle Kommentare aus dem vorherigen Artikel gelesen, und ganz klar, jeder hat da so seine eigene Einstellung, aber ich kann dich wirklich gut verstehen.
    Dieses „wird schon“ war auch nie so meins, ich bin ein Planer.
    Denn manchmal… wird es halt nicht. Und dann wird gejammert. Und alle sind schuld, nur nicht man selbst.
    Ja, ist jetzt provokant, ich weiß. Aber ich erlebe das leider oft. Und dann steht man auf der Matte und sagt „lös gefälligst mein Problem“. Kein Geld, alleinerziehend, keine Kinderbetreuung. Oder alle drei.
    So, das ist die eine Seite (und vielleicht bin ich da auch bissle negativ geprägt, das will ich nicht ausschließen).
    Die andere ist die, dass man beim Thema Kinder mit dem üblichen „wenn ich mich nur genug anstrenge und genug Pläne mache und to-do-Listen abhake, dann komme ich irgendwann an mein Ziel“, das man so gewohnt ist, irgendwann nicht weiterkommt.
    Klappt es, klappt es nicht – man kann es nur bedingt beeinflussen. Erlebe ich gerade.
    Und dazu, trotz Kinderwunsch, doch immer wieder die Gedanken, ist ein Kind jetzt, gerade jetzt, wirklich schlau? Jetzt, wo beruflich alles im Wandel ist? Wo es so viele Chancen geben wird? Zieht dann alles an mir vorbei, und ich komme, obwohl ich mir vorher den Arsch aufgerissen habe, wieder, und habe alles verpasst? Aber wenn nicht jetzt… dann gar nicht mehr? Auch keine Option.
    Gleichzeitig will man beruflich aber nicht alles wegschmeißen, was man sich so aufgebaut hat, und sich anderswo wieder ganz hinten anstellen. Manchmal ist es verführerisch, klar. Auch um des lieben Friedens willen daheim (du weißt ja von meiner Extrempendelei).
    Aber für mich käme dieses „ich mach dann mal und habe keinen Plan in der Hinterhand“ NIE in Frage.
    Also informiert man sich so gut man kann, und überlegt sich, was geht und was nicht. Vorher.
    Fälle, in denen das nicht passiert ist, sind bei dem, was ich so gesehen habe, irgendwie nie wirklich positiv ausgegangen. Klar, wieder persönliche Erfahrungswerte.
    Fazit: mit nur rosarot kann man eben auch auf die Schnauze fallen…
    Gruß
    die Leia

    1. Der Standpunkt passt wie die Faust aufs Auge zu dir, allein deshalb finde ich ihn schon gut, weil du dir selbst sehr treu bleibst und ziemlich gut weißt, was du willst und was nicht. Das hilft auf jeden Fall. Auch wenn das so ein paar Kernkoflikte dann ja nicht auch nicht beseitigen kann, wie du ja selbst sagst. Aber man sieht klarer, du siehst klarer und das finde ich gut.Vor allem für jemanden wie dich. Ich bin da ähnlich gestrickt, wobei ich glaube ich etwas lockerer dann doch bin.
      Das mit den Chancen ist so eine Sache, kommt natürlich stark auf den Job an, den man ausübt, aber eine Unterbrechung kann fast immer auch selbst eine Chance sein. Um sich selbst besser kennenzulernen und zu schauen, ob das wirklich die Richtung ist, die man weiter verfolgen will.
      Dafür braucht man jetzt sicherlich kein Kind und ich würde da im Zweifel auch eher einen längeren Urlaub oder ein Sabbatical empfehlen, weil da dann eben kein weiterer Mensch dran hängt, aber ein Kind kann so eine Zwangsbesinnung auch sein. Schon oft erlebt. Und daraus haben die Leute dann immer viel Gutes gezogen. Denn zu wissen, was mich der Spaß kostet ist das eine. Dann zu erleben, wie so ein ganz anderes Leben sein kann, oft das andere.
      So oder so wünscheich dir alles alles Gute für deinen Weg. Und bitte mit weniger Pendelei, das ist ja irre, wieviel lebenszeit du auf der Autobahn verbringst… Krass.
      Liebe Grüße, Heike

      1. Ja, ich weiß, ich bin da sicher manchmal etwas radikal.
        Aber du hast Recht, dieses „will ich das wirklich“ kann schneller kommen, als man denkt. Auch ohne Kind.
        Selbst so erlebt Anfang des Jahres. Völlig aus allen Wolken gefallen. Und bis zu dem Punkt „jetzt erst recht“ hat es nicht nur Wochen, sondern Monate gedauert. Naja, hatte viel Zeit daheim zum Nachdenken.
        Die Familie war da natürlich nur eingeschränkt hilfreich („warum tust du dir das an, haben wir eh nie verstanden“).
        Anderswo umgesehen. Die Chance auf Heimatnähe gehabt, inklusive Zusage.
        Und letztlich doch geblieben. Einfach zu viele liebe Menschen, auf die ich nicht hätte verzichten wollen, und die mir in der Krise wirklich geholfen haben, statt mich fallen zu lassen. Das ist nicht selbstverständlich. Woanders hätte man mich wohl fallen lassen wie eine heiße Kartoffel. Will nicht ins Detail gehen, aber wer vertraut, wird manchmal eben schwer enttäuscht. Und fragt sich, wie man es hätte verhindern können, auch wenn der Verstand weiß, dass es nicht möglich gewesen wäre.
        Und da war ich doch auch froh, dass der Mann die Entscheidung letztlich verstanden hat. Finanzielle Einbußen wären noch obendrauf gekommen, hätte ich den Absprung gewagt.
        Und nun – habe ich Perspektiven wie nie zuvor. Und wäre blöd, nicht darauf hinzuarbeiten.
        Aber auf ein Kind verzichten – niemals, das würde ich noch mehr bereuen!
        Und da war es wieder, mein Dilemma.
        Ich kann nicht „entweder oder“. Ich kann nur „sowohl als auch“. Schon immer.
        Problem unserer Generation, der man alles versprochen hat, was?
        Ich kenne einige ganz tolle Wochenendpapas. Tja, ich wäre die Wochenendmama. Und weiß jetzt schon, dass ich schräg angeschaut werde. Bewege mich ja familiär doch in einem eher traditionellen Umfeld. Aber solange es für Mann und Kind passt, sollte das doch egal sein?
        Den Stress habe ich ein bisschen rausgenommen (ein Hoch auf die Bahncard 100 übrigens!), und man lernt wirklich, im jeweiligen Moment präsent zu sein, egal, wo man gerade ist.

        Auch so ein Ding – man redet immer davon, dass mittletweile so viel mehr möglich ist, und von Wahlfreiheit. Aber in der Realität muss man sich eben doch blöde Fragen gefallen lassen, wenn man von „Mann verdient voll, Frau macht Teilzeit und ist Zuverdienerin“ abweichen will.
        Da sollten wir doch echt drüber hinaus sein heute.
        Also, von daher: man darf kritisch sein. So wie du es bist, was die Elterngeldregelung angeht. Ja, es ist besser geworden. Aber selbst, wenn man nur ein Jahr wegbleibt, kann das krasse Einbußen bedeuten.
        Weshalb ich jetzt schon überlege, was könnte ich bereits während der Elternzeit beruflich von daheim aus machen, ohne fahren zu müssen. Und ohne komplett rauszufallen. Aber Betreuung ist auch nicht gerade umsonst.
        Objektiv haben wir heute mehr Wahlfreiheit. Aber Steine schmeißt man uns immer noch munter in den Weg, sobald wir es wagen, kreative Kösungen finden zu wollen…

        Ich weiß, das klingt jetzt negativer als beabsichtigt. Und wenn man erstmal so nen kleinen Wurschtel daheim hat, ist bestimmt auch vieles vergessen, bzw wird unwichtiger. Aber genau darin liegt die Gefahr für uns Frauen. Klar, alles KANN super friede-Freude-Eierkuchen laufen.
        Aber wenn nicht, sind wir es immer noch, die die A…karte haben. Und letztendlich mehr opfern.
        Das im Auge zu behalten, ist einfach wuchtig.
        Deshalb finde ich den Satz „lieber einmal unromantisch…“ super.
        Du machst das schon, da bin ich mir absolut sicher!
        Leia

        1. Hui,d as klingt nach einer großen Sache Anfang des Jahres. Ich hoffe, die WOgen haben sich gut geglättet und du bist wirklich wieder gut auf Kurs mit „Jetzt erst recht!“
          Wochenendemama ist einfach noch mal schwieriger als Wochenendpapa, biologisch einfach, da kommt man aus der Kiste irgendwie nicht raus, so emanzipiert man da auch sein will. Frau hat die Brüste. Wenn man stillen möchte ist das nix mit nur am Wochenende, einfach nicht möglich. Klar bekommt man ein Kind auch mit dem Fläschchen groß, trotzdem gehöre ich da jetzt auch zu der Fraktion, die da direkt „Aber!“ sagt. Weil ich Stillen wichtig finde. Noch dazu geht es denke ich auch einfach viel um Nähe. Wenn sich für viele Väter da schon einiges nur im Feierabend abspielt finde ich das bedauerlich genug, nur am Wochenende um so mehr.
          Ach ja.
          Emanzipation ist sowas von noch nicht abgeschlossen. Man merkt einfach deutlich wie schwer die Situation ist, allein dadurch schon, dass die Diskussionen darüber so vergleichsweise hart geführt werden und es sich wie eine Art Glaubensfrage darstellt. Da geht es um viele Verletzlichkeiten und Rechtfertigungen, eine Portion Glück und oft auch Unglück. Sehr spannend dadurch, aber auch sehr sensibel.
          Liebe Grüße und ich bin ebenfalls sicher: du wirst da deinen Weg gehen!
          Heike

  16. Entschuldigung – ich verstehe das Ganze hier nicht richtig.

    Der Mann ist Lehrer – Beamter auf Lebenszeit mit hohem, absolut sicherem Einkommen.

    Dann tut man so, als stellten einen Kinder vor finanzielle Probleme. Da kann es nur einen Grund geben: Wenn man mit Geld nicht umgehen kann, bringt man jede Summe durch – siehe Boris Becker.

    Einfach die eigenen Ausgabegewohnheiten überdenken. Man kommt mit weniger Geld aus, als man denkt; das gilt insbesondere für Kinder. Glücklich macht Kinder nicht die Qualität der Wohnungsausstattung oder teure Klamotten, sondern elterliche Zuwendung. Das sollte man sich immer vor Augen halten.

  17. Hallo Heike und Mitleser,
    Mein eigener Standpunkt kommt aus einer anderen Ecke, dennoch würde auch ich gerne etwas dazu schreiben.

    Ich finde das Thema Kinderwunsch und Familienplanung ein sehr spannendes Thema, vor allem die ganz persönliche Gedankenentwicklung zwischen den 20ern und 30ern des Lebens. Und das obwohl – oder irgendwie auch gerade weil? – ich selbst keinen Kinderwunsch habe. Eine große Frage, die ich mir stelle ist: Habe ich NOCH keinen oder werde ich möglicherweise NIE einen haben? Es ist nicht nur das „ja ja, später mal, aber dann schon gerne/unbedingt!“, das viele in meinem Alter (Anfang 20) haben. Von den Rahmenbedingungen rede ich gar nicht, also ob Finanzen, Pläne, Partner, Umfeld etc. passen werden oder nicht. Selbst wenn das okay bis ideal wäre, es ist die Psyche, die mich zurückhält.

    „Du bist doch noch so jung und hast Zeit.“ Stimmt! Aber ich freue mich auch, selbst eine sehr junge Familie zu haben. In der es keinen großen Generationensprung gibt, in der die Großeltern noch vergleichsweise jung und fit sind. Auch wenn es nicht geplant war und garantiert nicht leicht in den jungen Jahren (ohne familiäre Unterstützung wäre es schwer möglich gewesen, aber die war zum Glück vorhanden), hieß es nicht, die Punkte der Lebensplanung über Bord werfen zu müssen: Sie waren „nur“ in anderer Reihenfolge. Da ist mit 40 das Kind bereits volljährig und aus dem Haus und meine Mutter war noch jung genug ihr Studium zu beenden, Karriere zu machen, zu reisen.
    Nicht euer Modell, aus sehr nachvollziehbaren Gründen auch selten das angestrebte Modell und wie es aussieht auch nicht meins. Aber eben auch eines.

    Wie gesagt, ich lese bei solchen Themen sehr gerne und gespannt mit, vor allem eben auch in der Frage: Wann kam der Kinderwusch auf (bei euch wohl, wenn auch diffus, schon recht früh)? Und: wäre es nicht traurig, wenn er bei mir nicht käme, wo doch die meisten Eltern trotz Schwierigkeiten so große Erfüllung darin finden? Aber es liegt immerhin noch einiges an Zeit vor mir, in der sich das alles entwickeln kann – wenn Biologie und Schicksal es überhaupt so wollen.

    Alles Liebe und Gute,
    emalya

    1. Die Fragestellung ist gut, finde ich auch sehr spannend. Tatsächlich war der Wunsch sehr diffus und das auch für lange Zeit. Nicht nur wegen meinem gesundheitlichen Hintergrund. Ich kann mir auch vorstellen, wäre der nicht so gewesen, also mit der Möglichkeit gar keine Kinder bekommen zu können, dann hätte ich da vielleicht länger noch gern aufgeschoben. Ich habe ein ziemlich erfülltes Leben, wie ich finde mit unglaublichen vielen Themen auch ohne Kind. Und ich weiß gut, dass ich da nun kürzer und auf jeden Fall anders treten muss, da Merle fast da ist. Ich weiß nicht, ob ich unter anderen Voraussetzungen dazu bereit gewesen wäre. Was mich aber auch immer doch Richtung Kind hat entscheiden lassen war: Ich wollte nicht mit 40/50/60 Jahren zurück schauen und feststellen, dass ich es gern gewollt hätte. Selbstverwirklichung mit Kind ist eher möglich als eben später dann noch Kinder, weil man Selbstverwirklichung vorgezogen hat.
      Es war bei uns eben kein ausgeprägtes Wünschen sondern einfach ein: Joah, das passt jetzt gut. Warum nicht?
      Jetzt mit etwa 9 Monaten Abstand kann ich für mich sagen, dass diese denkbar entspannte Art da heran zu gehen für uns wirklich super war. Aber es ist und bleibt einfach immer sehr individuell und sehr persönlich.

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