14. August 2014

Vegan Street Schlangestehen

Nun ja, zusammengefasst: Letztes Jahr war es besser.
Das Eis war zwar natürlich lecker, aber kleiner als letztens, die Schlangen überall waren eine echte Zumutung und irgendwie wollte weder bei mir noch bei meinen Freunden echte Stimmung aufkommen. Vielleicht weil mir auch vieles zu trödelig unprofessionell war, trotz des Andrangs. Man kann auch persönlich und freundlich sein, ohne dass man dabei halb im Gehen einschläft… Zwei aus unserer 6er-Truppe haben sich ausgeklinkt und sind zum Thüringer gegangen, Bratwurst essen. Also „echte“. Weil es einfach zu lang gedauert hat, wenn man da wirklich mit Hunger angekommen ist.

hairstyle made with clip-in-extensions

Ich selbst habe rohveganen Brownie probiert und eklig gefunden, dafür aber rohveganes Rotkohlbrot gekauft, das zwar sauteuer, aber dafür auch sehr lecker. Der grüne Smoothie vom Bianco-Stand war okay, aber verglichen, mit denen, die ich sonst so kenne, deutlich wässrig.
Unter einem Vortragszelt haben Veganer anderen Veganern erzählt, dass man keine Tiere essen darf, weil sie leidensfähig sind. Was irgendwie ein bisschen so ist, als würde ich zu einem Langhaartreffen gehen und mich vor die Gruppe stellen und sagen: „Mir ist aufgefallen, dass man weniger pro Monat abschneiden darf, als es wächst, sonst werden sie nicht lang!“
Applaus.
Damit erschöpfen sich meine veganen Erfahrungen dieses Jahr. Letztlich haben wir faul in der Sonne in den Liegestühlen vor der Berswordthalle gelegen und Tee getrunken, der nur zufällig vegan war und uns über YouTube-Fitness-Videos unterhalten.

Ich weiß nicht, bin ich ein Banause? Weiß ich einfach schon zu viel? Bin ich selbst eben nicht vegan genug? Oder waren die „coolen Sachen“ einfach am Vormittag schon gelaufen? Wir waren erst gegen 15-16:00 Uhr dort.
Sei es drum. Wer ganz neu im Thema war, fand es vermutlich besser, als wir.

Haariges: Ich habe einen Dutt mit blaugrüner Forke gesichtet und einen Gigantodutt mit Flexi, war aber jedes Mal nicht willens, meinen in der Anstehschlange ergatterten Platz aufzugeben und hinzulaufen. Für mich selbst gab es einen Fischgrätenzopf mit Flexi. Irgendwie wohl nicht ganz stilecht für einen veganen Tag?
Ansonsten gab es an Haaren wieder unheimlich viel zu sehen: diverse Farben, etliche Klassiker, einmal Knielänge (wenn auch sehr, sehr ausgedünnt…), Zopfkronen, Kordelzöpfe, einen Fünferzopf habe ich sogar auch gesehen, diverse Lacebraids, schräge Holländer und eine ältere Frau auf dem Fahrrad mit weißem, zarten Flechtzopf.

Kleines Highlight am Schluss, war aber dieses süße Kaninchen, das völlig furchtlos ganz nah heran kam. Vielleicht wusste es, dass ihm nichts Böses drohte?

Last weekend we met some friends and went to the Vegan Street Day. Well, what to say but: last year was better!? We had to wait that long at the various food stalls, that our guys decided to go elsewere and have a real sausage, because they were really hungry.
Finally we eneded up in a café nearby, enjopying tea and beer that were vegan only as a sideeffect. In a tent next to us some vegans told other vegans, that eating animals is crule, because they suffer. That is a bit as if I would go to a longhair cometogether, strike a pose and proclaim: „I finally found ot, that you have to cut less than it grows, if you want to grow your hair long!“
Okay, ehm, yeah.
Maybe I am not vegan enough, maybe I have already read too much about that topic to find something really new on an event like that, maybe the cool things took all place before we arrived.
Hairy facts: many, many super long manes, even two I recognized as part of the community (a flexi and a fork), all sorts of colours and many, many intricate braiding styles. 
Me myself, I wore a heringbone adorned with a small flexi.
Oh, but right in the end, it was supercute to watch the tiny bunny which came out of its hidning place, somehow feeling, that nobody would do it any harm…

9 Kommentare

  1. Hallo Heike,

    Ich lese Deinen Blog schon länger, allerdings eher sporadisch – mal hier mal da (hauptsächlich wegen Deiner Ernährungserkenntnisse – übrigens ganz toll, was sich alles verändert hat!) – als Hasen- und Langhaarfan musste ich aber auf die passende Gelegenheit warten, einen Kommentar dazulassen 😉
    Voilà:
    Das Kaninchenbild ist wirklich sehr süß!!
    Was den Rest angeht: solche Erfahrungen habe ich auch gemacht. Irgendwann ist einem so vieles selbstverständlich und klar… und dann sitzt man bei solchen Veranstaltungen und von Jahr zu Jahr geht etwas verloren. Der richtige Geist? "Spirit" klingt so komisch, aber da schwingt noch ein bisschen mehr von dem Gefühl mit, das ich meine. Wer neu in dem Thema ist, hat zumindest den Genuss vieler vieler Informationen, die einem alten Hasen (haha) eben nicht mehr den Aufreger bieten.

    Liebe Grüße und weiter so 🙂

  2. Guten Morgen 🙂
    Es war mein 1. VSD… Und nach den gewonnenen Eindrücken bin ich wenig motiviert, ihn nächstes Jahr wieder zu besuchen. Ich lebe nicht vegan, bin aber am Thema interessiert und war schon ein wenig erstaunt, überall "Fressbuden" zu sehen, die Döner, Bacon-Cheeseburger usw. anbieten. Ich frage mich eben, ob man seine Nahrung wirklich wie etwas nennen muss, dass man verurteilt. Davon abgesehen, dass man stundenlang Schlange stehen musste, um so eine vegan zubereitete Fleischkopie zu probieren, gab es auch sonst wenig weltbewegend neues über veganen Lebensstil für einen Fleischesser zu erfahren. Ich habe noch einen Sauerkirsch-Ingwer-Smoothie probiert, der mir auch wirklich gut geschmeckt hat, aber mit 5€ ziemlich teuer war. Es gab einen Stand mit vielen Pulvern und Samen mit mir fremden Namen/Bezeichnungen, aber leider erhielt ich auf die Frage, was das denn sei und wofür man es verwendet nur die Antwort, dass es doch auf den Tüten stehen würde… Schade, ich hatte insgesamt etwas mehr Information – grade für noch nicht vegan lebende Menschen – erwartet.
    Wenn du aber schreibst, dass es letztes Jahr besser war, dann gab es vielleicht dieses Jahr nur eine Änderung in der Planung und es lohnt sich vielleicht doch, nächstes Jahr mal zu schauen, ob sich wieder etwas getan hat 🙂
    Sonnige Grüße

  3. Hallo Heike,
    ich war auch ab 15:30 oder 16 Uhr auf dem Vegan Streetday und ich finde deine Zusammenfassung passt sehr gut. Ich esse selber vegan, aber das war nix für mich. Letztes Jahr fand ich es deutlich besser! Wir sind nach einem nicht so dollen Eis dann erstmal etwas bummeln gegangen und um sechs nochmal zurück. Da haben wir uns dann noch einen einen Burger bei Vegan Wonderland geholt (war ganz ok) und die Schlange an meinem heiß-geliebten Veganz-Eis war auch nicht mehr so lang….
    Liebe Grüße, Simone

  4. Hallöchen 🙂
    Also mir ging es ganz genau so! Wir waren dieses Jahr das erste Mal dort da ich sonst immer arbeiten musste und wir fanden es ziemlich mau. Ich hatte ein Stück Nusskuchen das schmeckte wie eine sehr zähe Scheibe Brot, wir hätten gerne viel probiert aber keine Lust uns dafür stundenlang anzustellen und viele Stände hab ich mir auch gar nicht erst genauer angeguckt weil es mir 1. zu voll war und 2. ich auch nicht so der riesen Fan von "Vegan Merchandise" bin.
    Für uns war es wohl der erste und letzte Vegan Street Day.

    Liebe Grüße,
    Karmi

  5. Ja, Merchandise gab es natürlich auch wieder – und der ist mir meist einfach zu plakati bzw. wäre das von mir als Omivor ja auch eine absolute Farce dann ein Veggie-T-Shirt zu tragen.

  6. Letztes Jahr fand ich vor allem auch solche Stände, die über veganes Essen hinausgehen interessant. Sowas wie Bio-Hundefutter (auch vegan aber nicht zwingend), schadstoffreie Wandfarbe und es gab mehr Rohkloststände, die professioneller waren, nicht ganz so … hm… hausgemacht.
    Das mit den Ersatzprodukten finde ich sowie extrem nervig., aber ich gehe da ja auch hin, weil ich hoffe mehr von den gesundheitsorientierten Veganern abgucken zu können. Von denen, die einfach den selben Schrott wie früher essen wollen, nur ohne Tier, gucke ich mir eh nichts ab, weil Tier da dann meist durch Industriepridukt ersetzt wird und das brauche ich nicht – und meiner Meinung nach auch niemand sonst.

  7. Jein. Also grad die Infos kamen finde ich echt zu kurz. An sich ging es um kollektives, veganes Fastfood fressen. Dann noch um Sehen und Gesehen werden und wer grad nen ganz Moralischen hatte, konnte sich am Greenpeacestand Ökostrom zulegen. Vegane Infos, die ich super gefunden hätte – auch wenn ich sie schon kenne – wären weniger, dass eben Tiere leidern, wenn man sie in Massentierhaltung zpüchtet und schlachtet (ach!), und das auch ein Biotier im Finale auch nicht friewillig ins Messer läuft, sondern mehr rund um globale Zusammenhänge oder auch eben gesundheitliche Aspekte. Ich finde gerade Veganer ruhen sich gern darauf aus, dass sie ja moralisch unanfechtbar sind. was aber nicht stimmt, wenn man einfach nur sagt. kein Tier! Diese Haltung ist Öl auf das Feuer aller Vegangegner, wenn besagte Veggies zu Nudelvegetariern bzw. -veganern werden, die eben Tier durch Ersatzprodukte, Weizen- und Sojaprodukte ersetzen, auch aus konventionellem Anbau etc.Das wäre ein Ansatz gewesen, den ich da gern gesehen hätte. EIn bisschen selbstkritisch und ein bisschen dden nächst logischen Schritt vor Augen.
    Aber. Vielleicht bin ich da auch zu alt. bzw eben einfach nicht die Zielgruppe. Das Klientel war ja sehr jung bzw. sehr alternativ und ich denke, dieses Ersatzfastfood verkörpert da auch einen gewissen Lifestyle. Und die, bei denen ich das Gefühl htte, dass sie wirklich nach Infos gesucht haben, die standen ähnlich gelangweilt in den Schlangen und führten ähnlich unmotivierte Gespräche wie wir.
    Ich vermute fast, dass mich eine Veranstaltung zum Thema Rohkost mehr angesprochen hätte. Auch wenn ich genauso wenig Rohköstler bin, wie ich Veganer bin, Aber die Philosophie dahinter kommt meiner eigenen näher.

    LG und ich geb mir Mühe mit dem weiter so machen. 🙂

  8. Soja und Weizen aus konventionellem Anbau ist immer noch umwelt- und tierfreundlicher als eine (Bio-)Thüringer.
    Ich verstehe nicht, warum du dieses "Event" so abwatschen musst. Ist dir da jemand oder etwas auf den Schlips getreten?
    Andrea

  9. Damit hast du Recht, aber ich halte gesundheitlich gesehen von Weizen und Soja nicht viel, bessere CO2- und Leidenbilanz hin oder her. Das Event habe ich so erlebt wie beschrieben. Und ich finde es eben echt schade, dass da nicht mehr draus gemacht wurde. Letztes Jahr mochte ich den VGS wie gesagt sehr. Dieses Jahr war iuch eben doch recht enttäuscht. Da ich selbst meine Leser über Facebookdazu aufgefordert habe doch auch hinzugehen und sich das anzuschauen, weil es auch für Omnivoren interessant ist, habe ich mich dazu verpflichtet gefühlt, auch selbst ehrlich zuzugeben, dass der Tag den Erwartungen nicht gerecht werden konnte. Wie gesagt, im Vergleich, Letztes Jahr war gut, dieses nicht.
    Ich räume ja auch ein, dass es an der Uhrzeit gelegen haben mag oder eben daran, dass ich dieses Jahr einfach informierter vorab schon war als letztes Jahr. Meinen Veganerfreunden ging es im Übrigen aber nicht anders als mir.

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