30. Mai 2014

Haarschneidemarathon

Wenn ich die Fotos nicht hätte, ich hätte glaube ich an dem Abend vergessen, wie vielen von meinen „Vereinskolleginnen“ ich die Haare geschnitten habe – oder im Fall von Wuscheline auch nicht. 🙂
If I hadn’t the photos I am shure I could not remeber how many ladies came to me that evening to get their hair cut – or in the case of Wuscheline, to get no haircut. 🙂

Aber seht selbst, das war mein Freitagabend beim Treffen im Allgäu: messen, drapieren, schneiden.
But have a look and see what my first evening on our meeting at Nessa’s looked like: measuring, draping, trimming.

Hier seht ihr Mensch/nrsss. Mitteldickes Haar auf recht genau Hosenbundlänge. Sie lässt noch alte Haarfarbe herauswachsen – aber man sieht es kaum noch. Sie aber schon, deswegen sollte was ab. Die Kante an sich hätte es nicht nötig gehabt.
Ihre Haare sind wirklich spiegelglatt. Sehr, sehr rutschig. „Schwierig“ mag manch einer dazu sagen. Ich finde diese Haare großartig und wirklich außergewöhnlich.
Bei ihr habe ich nur einen kleinen Trimm mit einem ganz flachen U-Schnitt vorgenommen.
Here you see Mensch/nrsss. She has got hair of medium thickness, hipöength or trousers‘ waistband if you like. She is growing out old dye – but you can hardly seeit anymore. But she knows it is there, so have a go and cut. Her hemline was close to perfekt before, thoug.
Her hair is really, really glossy and slippery. Difficult you might also say. I am a big fan of her mane. I think it look wonderful and extraordinary.

MissMut hatte schon fast klassische Länge, aber die Spitzen waren vom langen Wachsenlassen deutlich ausgedünnt. Ich habe bei ihr gut 4cm geschnitten, und dabei die natürliche Wuchsform ihres Haares berücksichtigt, um bei minimalem Längenverlust ein bestmögliches Ergebnis in der optischen Dichte zu erzielen.
MissMut was very close to classic length before we cut. But her ends have thinned during that long period of growing.We decided to go for a 4cm-cut following her natural line of thickness in a deep U-shape. That was minimal loss of length with a well visible effect on the thickness.

Lenja, die süße Waldfelfe, hatte ebenfalls eine stark ausgedünnte „Kante“. Wobei sie per se keine hat und auch keine will. Sie trägt ihre Haare als Fairytaleends und das ist auch gut so, schmeichelt es ihrem zarten Haartyp doch am meisten. Eine blockige, harte Kante ist bei feinem Haar wie ihrem praktisch unmöglich und sehr langes Haar tut für sie optisch wesentlich mehr, als es ein stumpf geschnittener relativer Kurzhaarschnitt tun würde. Nichts desto Trotz haben wir uns auch hier auf einen relativ großzügigen Schnitt geeinigt. 4-5cm sind gefallen, um die Vorreiterhaare an den Rest anzupassen und ihr eine natürliche U-Form zu geben.
Lenja, the cute little „fairy of the forrest“ had too a very thinned „hemline“. She is not aiming for a blunt cut and prefers fairytaleends, so that is no big deal here. Nevertheless we evened up the shape of her ends, so that they are now more U-shaped, which suits her much better. Maybe you don’t see it. but we made a relatively big cut of 4-5cm on the longest hairs.

Nickikes Haare schneide ich schon seit über einem Jahr regelmäßig. So haben wir ihre Blondierreste eliminiert und jetzt trimmen wir zum Klassiker. Was da ab muss? Nichts, aber wenn man sie fragt muss da immer was ab. Nickike ist absoluter Kantenfan, außerdem hat sie sehr schnell wachsendes Haar, sodass man bei ihr relativ viel schneiden kann und sie trotzdem an Länge gewinnt. Wir trimmen immer auf ein relativ flaches U. Die Wellen auf dem Bild sind Flechtwellen bzw. Rosebunwellen, die die Kante etwas weniger rund aushängen lassen, als sie dann war. Optimal zum Schneiden sind immer Haare in ihrer Ursprungsstruktur oder gegebenfalls glatte Haare. Künstliche Wellen und Knicke erschweren das Ganze.
Nickike’s hair knows my scissors for over a year now. Together we trimmed out her bleached blonde ends and now she is aiming for classic length but please with a THICK hemline. That is my part again.  As Nickike’s hair grows really fast, we can trimm quite a lot and she is still gaining length. As always we went for a slight U-Shape. What you see on the pics are rosebunwaves. That is not optimal for cutting. I prefer straight her to cut or the natural structure. But no artificial waves please. That is why the hemline looks a bit asymmetric.

Nymeria wollte eigentlich auf den Ostermeter züchten. Uneigentlich wollte sie dann doch (Vorsicht Kalauer!) die Gelegenheit beim Schopf  ergreifen und ihre Spitzen trimmen lassen. Bei Locken bzw. starken Wellen wie ihren ist diese Notwendigkeit immer erst seeeeeh viel später gegeben verglichen mit glatten Haaren – wenn überhaupt. Locken und starke Wellen profitieren sehr oft von Fairytaleends. Nymeria möchte aber lieber ein Kante. Hatte sie auch vorher schon, trotzdem hat man langgezogen gesehen, dass auch sie seit schon sehr langer Zeit ohne größere Schnitte wachsen lässt und wir haben die untersten Enden angeglichen. Wie bei MissMut habe ich die schon verhandene Wuchs- bzw. Schnittform nur nachgeschnitten.
Nymeria actually was longing for the Easter-meter. But less actually she decided to take the chance of getting a trim by a fellow longhair and so the Easter-meter became now the autumn-meter. Hair like Nymeria’s or even curlier structures don’t need a trim as often as straight hair does. Curls and waves often look better with slight fairytalends than with a blocky hemline. But Nymeria likes her her cut blunt and there we were. I didn’t take off much, only the first faster growing hairs, following her U-shape, she already had.

Wuscheline wollte dann auch einen Trimm. Nix da. Wo denn? Ihr Haar ist sehr voll, sehr dicht und lockig. Einstimmig wurde entschieden, dass sie zum indest noch mal eine Nacht darüber schlafen sollte. Denn eine noch dickere Kante? Das gäbe ja einen Block. Nun, am nächsten Morgen war sie dann doch froh, dass alles dran geblieben ist.
Wuscheline also wantd a trimm. But everybody yelled NOOOO! Because: why? Her hair ist thick and healthy, no thinned hemline or so. So we decided that she shoul sleep a night over the decision. And the next morning she was happy, that every single centimeter was still there. 

Und Nessa schließlich. Unsere Gastgeberin mit den mit Abstand längesten und dicksten Haaren wollte auch einen Schnitt. Wir hatten vorher schon drüber gesprochen, dass grob 10cm fallen sollten. Es wurden dann 8,5cm. Zunächst in nur einem sehr flachen U bzw. fast schon einer geraden Kante, dann habe ich am nächsten Tag noch mal auf ihren Wunsch korrigiert zu einem weicheren, tieferen U, das einfach harmonischer aussah. Nicht täuschen lassen: am nächsten Morgen ist keine weitere Länge gefallen, nur die Seiten habe ich nach oben angeglichen. Die Perspektive spielt uns hier einen Streich und lässt die Haare kürzer aussehen.
Warum da was absollte? Noch ein paar Restschäden aus Zeiten als Nessa ihre Haare noch nicht so wichtig waren, will heißen der letzte Abschnitt ist ausgeblichen und splissiger im Vergleich zum Rest. Was die Dicke der Kante angeht, hätte da nichts abgemusst. Nessa will bei Längen zwischen Knie und Mitte Oberschenkel bleiben, somit war der relativ große Schnitt für sie völlig im Rahmen. Bei Längen wie ihrer fällt es tatsächlich auch einfach nicht mehr so auf, prozentual zur Gesamtlänge ist der Schnitt immer noch eher klein. Der Effekt auf die Kante und Zopfquaste war aber enorm.
And finally there was Nessa. Our host had the longest and thickest hair of us all and she too wanted a cut. We talked about that earlier and discussed about 10cm.  We went for 8,5cm then. At first I cut a very shallow U-shape, but the next day we corrected the shape to a deeper U which was more flattering. Don’t be mistaken: the next day I cut no more length, I only worked on the sides. the perspective makes the hair look shorter.
Why she wanted to cut? Because her ends are remnants of a time, when hair was not that important to Nessa and the care therfore not that perfect already. The last decimeters are drier, a bit bleached from ageing and more prone to split ends. That is why she wants to eliminate this old hair sooner or later. She wants to maintain between kneelength and midthigh, so that big chop was not that big at all – compared to her overall length. And her goal is already reached. The length seems only a bit shorter now than before, but the hemline and the tassle are now absolutely perfect.

4 Kommentare

  1. Hach schade, dass du so weit weg wohnst von der Nordsee :). Ich wünschte, ich könnte mir auch von dir die Spitzen trimmen lassen, du hast einen tollen Blick für eine harmonische Kantenform und dafür, wie viel weg muss :).
    Zu normalen Friseuren trau ich mich kaum mehr, die wollen gefühlt immer gleich ein Jahreswachstum abschneiden.

  2. Wow, bis vor kurzem waren meine Haare auch noch bei 73cm. Leider waren sie jedoch sooo kaputt (durch Färbeleichen und Sonne und immer diese filzigen Nester im Nackenhaar durch Jacken und Schals im Winter) dass ich sie bis etwas über Schulterlang abgeschnitten habe. Vorher habe ich jedoch auch nur selbst die spitzen geschnitten, dein Schneide-Marathon ist wirklich klasse, es ist super wenn man da jemandem hat dem man vertrauen kann und nicht schwupp-di-wupp mal ungewollt 10cm weg sind. Ich hoffe meine Haare wachsen auch wieder gesund nach und in ein paar Jahren gehöre ich dann auch wieder zur langhaar Fraktion.

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