9. Oktober 2013

Dünnes Haar lang und schön! – Basics

*please scroll down for translation*

Ihr Lieben, die letzten Wochen waren bei mir unglaublich voll gepackt. Vielleicht erinnert ihr euch? Ich arbeite im Verlag. Und was ist diese Woche? Buchmesse. 🙂 Außerdem haben die Kollegen und ich einen neuen Prospekt auf den Weg gebracht, aber das wäre dann eher was für den Mai-Gloeckchen-Artwork-Blog. Beizeiten.

Nun bin ich also „wieder da“ und kann ein paar liegen gebliebene Dinge – und somit auch Blogposts – angehen.

Starten wir also endlich mit dem Monatsthema:
Dünnes Haar lang und schön! 

Some of you might already know this pic: It was taken last year with a ponytailcircumference of around 6 to 6,5cm.
Though the lengths were thicker than, than they are now.
It’s one of my favourite „thinhair pics“. And you might recognice the place from the last post’s photo. 🙂

Zu Anfang möchte ich ein paar Basics und allgemeine Tipps zusammenstellen, die helfen können mit diesem nicht ganz einfachen Haartyp besser zurecht zu kommen.

Begriffsklärung
Feines Haar: Das einzelne Haar ist sehr fein und zart im Gegensatz zu rauem bis grobem dickem Haar.
Lichtes Haar: Der Kopf ist nicht (mehr) dicht bewachsen, man kann die Kopfhaut durchsehen.
Dünnes Haar muss weder fein noch licht sein. Es bedeutet, dass der Zopfumfang, das Gesamtvolumen geringer ausfällt.

Was man individuell als dünn empfindet, kann sehr variieren. Nur grob: in unseren Breiten hat der durchschnittliche Pferdeschwanz  etwa einen Umfang von 7cm, wenn man dem LHN glauben darf. Typische Probleme mit dünnem Haar treten bei Zopfumfängen ab etwa 6,5 bis 6cm und darunter auf. Wer starken Taper hat, hat zwar das Transparenz- und Kantenproblem, Pflege und Frisierbarkeit werden davon aber nur wenig beeinträchtigt.


Typische Probleme bei dünnem Haar
* Die Schnittkante braucht häufigere Trimms, um stabil zu bleiben, wenn man sich für eine ebensolche Kante und gegen Fairytaleends entscheidet.
* Die Frage nach „mehr Länge oder mehr Kante“ stellt sich wesentlich früher, also bei kürzeren Längen als bei dickerem Haar.
* Die Längen wirken schnell transparent, will heißen man kann die Kleidung darunter durchscheinen sehen. Besonders bei hellen oder kontrastreichen Kleidungsstücken.
* Am Oberkopf entstehen bei nicht sehr ordentlichem Frisieren schnell Kopfhautblitzer.
* Nicht mehr taufrisch gewaschenes Haar lässt sich praktisch nicht kaschieren. Das geht bei dickerem Haar noch bedingt, weil das Deckhaar oft noch fluffig ist, obwohl die Unterwolle schon nicht mehr ganz so schön ist. Bei dünnem Haar gibt es praktisch keine Unterscheidung zwischen Deckhaar und Unterwolle.
* Der Oberkopf wirkt schnell platt.
* Bei kürzeren Haarlängen (BSL und kürzer) können die typischen Langhaarschmuckstücke selbst in den kleinsten Größen zu groß sein. Beispielsweise fertigen viele Hersteller nur Stäbe und Forken regulär ab 5″. Kürzere Längen sind Spezialanfertigungen, Custom Orders.
* U-Pins sind für Dutts oft zu lang.

Aber: hey!Sollte man dünnes Haar deshalb lieber abschneiden? Unsinn. Denn dann hat man immer noch dünnes Haar. Nur eben kurzes, dünnes Haar. Wobei es natürlich stimmt, dass die Schnittkante dann voller ist. Wer darauf viel Wert legt, kann somit tatsächlich von kürzeren Längen profitieren.

Macht das Beste draus! – Tipps:
* Was an Dicke fehlt kann durch Länge kompensiert werden. Je länger das Haar, desto größer die Dutts. Man braucht aber SEHR viel mehr Länge, um Volumen aufzubauen. Dünnes Haar hat „nicht mehr kleine“ Dutts bei Haarlängen ab Taille bis Steiß etwa, je nach Haar und Taper.
* Kugelige Dutts wie Kelte und LWB werden vergleichsweise klein bei dünnem Haar. Vorteilhafter sind flächige Frisuren wie ein Centerheld oder ein Braided Beehive.
* Tricksen! Duttkissen, Parandis, Tressen, Perfect Pony… es gibt mehr als man meint. Für Tressen empfehle ich Lilith Moon, die aus ihrem ansonsten sehr fedrigem Haar mit ihren Clip-ins wirklich grandiose Frisuren zaubert.
* Wenn ihr föhnt, föhnt über Kopf. Das gibt mehr Stand (aber bitte vorsichtig und nicht heiß!)
* Flechtwellen werden bei feinem Haar schnell wie gekreppt. Parandiwellen dagegen sind schön groß und weich.
* Einfarbig dunkle Kleidung aus einem glatten Material ist euer bester Freund. Darauf liegen die Haare am besten und wirken am vollsten (siehe Foto oben).
* Wenn Dutts wegen noch zu wenig Länge/Volumen nicht halten wollen, probiert es noch mal mit Basiszopfgummi.
* Wenn die U-Pins zu lang sind, kneift sie einfach ab! Ein paar Nagellacktröpfen auf die Enden und fertig. Damit habe ich sehr lange, sehr gut friseren können. Und manchmal nehme ich die jetzt noch.

bobbypin / shortened U-pin / normal U-pin / scroo (screw)
With thin hair you better work with the first  and second guy.

* Überpflegt eure Haare nicht. Leichte Öle sind besser, damit nichts schwer und pappig wird: Arganöl oder Brokkolisamenöl sind zwei gute Beispiele. Von Olive und Avocado würde ich abraten, es sei denn, ihr habt nicht nur dünnes sondern auch SEHR pflegehungriges Haar (zum Beispiel, weil ihr blondiert habt).
* Wascht so oft es nötig ist. Herauszögern ist bei dünnem Haar fast unmöglich. Um die Haut nicht zu stark zu reizen, verwendet milde Shamppos und wascht eher lau als heiß. Sollte tägliches Waschen die Haut zu stark beanspruchen, könnt ihr sie vor der Wäsche cremen oder ölen.
* Friseure schneiden gern Stufen „für mehr Volumen“ in dünnes Haar.  Damit erreicht ihr einen leichten, fedrigen Look, das platte Herunterhängen wird dadurch abgemildert. Aber natürlich büßt man dadurch Haarmasse ein. Für Freunde von Dutts und Zöpfen ist so ein Haarschnitt bei dünnem Haar daher gar nichts. Und natürlich auch: je mehr an den Seiten oder am Deckhaar weg geschnitten wird, desto weniger kommt unten an, wenn es um mehr Länge geht. Nicht umsonst hassen viele Haarzüchter ihre Stufen regelrecht und sehnen den Tag herbei, wenn sie endlich raus getrimmt sind. Ich bin da nicht so. Wenn es ums Offentragen geht, finde ich Stufenschnitte meist sehr schön. Ich würde aber selbst aus gerade genannten Gründen keinen haben wollen, weil mir so ein hübscher Look für offenes Haar meine geliebten Frisuren versauen würde. Ich habe selbst quasi „natürliche“ Stufen durch den Haarausfall und die sind schon nervig genug. Aber manchmal eben auch ganz nett, wenn es um ein paar neckische herausbaumelnde Haarsträhnen geht. Aber der Gart ist schmal zwischen „neckisch“ und „Frizzkopp/-zopf“.
* Ein weiterer Friseurtipp: toupieren oder über Rundbürsten föhnen. Funktioniert, keine Frage. Allerdings ist dünnes Haar meistens auch gleichzeitig sehr empfindlich. Heißes Föhnen und toupieren würde ich keinem Haartyp empfehlen, wenn es um langes Haar geht, aber am allerwenigsten jemandem, der schon so fragiles Haar hat.
* Blonde Highlights sind ebenfalls gern empfohlene Friseurmaßnahmen. Auch hier: ja, das bringt den erwünschten Effekt: durch die Highlights bekommt das Haar optisch mehr Tiefe, zudem plustern sich blondierte Haare ein bisschen auf (weil sie aufgeraut sind) und man erhält dadurch mehr Volumen. Ist das Haar außerdem sonst sehr glatt, wird es griffiger. Bei „griffig“ schrillen bei mir allerdings sämtliche Alamrglocken. Das ist eignetlich immer mit einer Beschädigung der Haaroberfläche verbunden. Bei kurzem bis halblangem Haar ist eine sanfte Blondierung eine Option, sehr empfindliches Haar kann daran aber schon scheitern. Wollt ihr langes Haar länger als APL oder BSL, so stellt Blondieren keine wirkliche Option dar. Seid ihr dagegen mit kürzeren Längen zufrieden, dann passt das. Es gibt wenige Ausnahmen, die langes Haar ab Taille abwärts auch über Jahre erhalten können, obwohl sie blondieren. Aber ich kenne nicht eine Ausnahme dabei, die von Natur aus dünnes Haar dabei hätte.
Föhnen, toupieren, blondieren, ansprayen: das bringt alles einen gewissen kurzfristigen Effekt. Mittel- bis langfristig macht man sich damit aber die Haare kaputt.
* Volumen vorzutäuschen ist eine Möglichkeit. Eine andere ist, den Haartyp noch zu betonen. Das beste, was man aus dünnem, langen Haar machen kann, ist ein ästherischer Look. Finde ich. Zart und elfenhaft. Etwas, was mit dickem Haar nur sehr schwer bis gar nicht zu erzielen ist. Also macht eure Schwächen zu euren Stärken. Kombiniert zarten Schmuck, Kleidung mit Chiffon oder Spitze, lasst ganz bewusst Haare locker aus der Frisur fliegen.
Dünnes Haar ist in vielerlei Hinsicht etwas anspruchsvoller im Handling, aber nicht per se weniger hübsch.

Wie ihr also vielleicht schon bemerkt habt, bin ich gar kein „echtes Dünnhaar“. Durch meinen Taper sehen die Haare in den Längen ziemlich dünn aus, aber am Oberkopf ist es noch guter Durchschnitt. Nichts desto trotz weiß ich ganz gut, wie man mit wirklich dünnem Haar umgehen kann, hatte ich nach dem schlimmsten Haarausfall doch eine längere Zeit mit nur 5cm Zopfumfang zu hadern. Und das ist dünn. Der Zopfquerschnitt entspricht dem eines 1ct-Stücks.

Der nächste Post zum Thema wird nicht so lange auf sich warten lassen, wie dieser hier.
Liebe Grüße, Mai

So here we are to start with this month’s topic:

Thin hair, long and beautyful!


At first, what is thin hair?
Don’t be mistaken: fine hair is not automatically thin. Thin describes the overall volume, the ponytailcircumference. Fine describes the thickness of one single hair. You can have thick hair even though your single strands are finde.
What you consider to be thin is very individual. But don’t cry over an average ponytail, please. 🙂 Here in middle Europe the average ponytailcircumference is about 7cm if we can trust the LHN surveys.
Typical thinhair problems occur at 6,5 to 6cm and lower. I fyour hair tapers a lot, you might regard it as thin too and you have similar problems concerning transparency and your hemline, but when it comes to care and styling, taper is not such a big deal.

Which problems are typical for thin, long hair?
* Your hemline needs to be trimmed more often if you decided not to have fairytale ends.
* You will be confronted much earlier with the question „More length or neat hemline?“ than those with thicker hair.
* Lengths become transparent very easy, especially with white or contrasting clothes.
* When styling your hair not super neat there will easly occur some extra parts on your head, where you can see the scalp.
* There is almost no way to hide hair that is not freshly washed.
* The crown area looks flat very quickly.
* With shorter lengths around APL or BSL even the shortest hairtoy sizes can be too large. For example, the most hairstick brands sell sticks not shorter than 5″. If you want less length you need to make a custom order.
* U-pins are often too long for buns.

But hey, let’s make the best of it! Here are my tips:
* If you lack volume, more length can help. The longer the hair, the bigger the buns.
* Ball-like buns look rather puny, but something flat like a braided beehive or a centerheld can form great hairstyles.
* Feel free to add some extravolume with helping gadgets: donuts, parandis, clip-ins, perfect pony… there is much you can use. I highly recommand Lilith Moon who shows on her YouTube channel what you can make with rather short and feathery thin hair, when you work with clip-in-extensions.
* Blow dry overhead. If you blow dry at all. That gives more volume at the roots. But please: no heat! Only warm air.
* Braidwaves can look crinkled on thin hair. Better use a parandi to create bigger, smooth waves.
* Wear dark smooth (I mean slippery like leather or silk) clothes, when you wear your hair down. See picture at the start.
* If your buns don’t stay in place, because they are to small to have a firm hold, add a scrunchie at the base. Usually that helps a lot.
* Don’t overdo it with your haircare. Use light products. Brokkolissed- or arganoil are good choices but better stay away from olive- or avocadooil, they are much to heavy for thin hair. Except your hair is thin AND needs a lot of carre. E.g. because your hair is bleached or so.
* Wash as often as neccessary. There is almost no way in prolonging your washingcycle. If your scalp doesn’t like daily washing, take care of it with pre-wash oils or creams. And wash with only warm and not hot water.
* Many hairdressers recommand a layerd haircut. They are right and wrong at the same time. Layers create a feathery, light look, something beautyful with thin hair, if you ask me. But of course layers create no volume, they cut it away. So if you like buns and braids, layers can be really annoying. And when you want to grow your hair to longer lengths, layers deminish the amount of hair, that can reach down to the end. So layers are very ambivalent. I like the look of layered hair, worn down, but layerd hair in a braid is nasty. A thin braid becomes superthin when you add  (substract…) layers.
* Many hairdresser also recommand teasing your hair or blow drying it over round brushes. Please, no teasing! It damages you hair a lot and you won’t be happy with it very long. Same for hot blow drying and styling. That’s something for the special occasion but nothing for every day.
* Blonde highlights are something similar to layers: they look good and work fine on thin hair. Highlights create more texture and the bleached blonde hair is  more volumous than the rest. Because… it is damaged. So for the moment blonde highlights look great. On the long run, they can ruin your hair. Only very few longhairs have bleached blonde hair and can maintain it over years. And I remember none of them who have bleached blonde thin hair. So you might consider that when you aim for APL or BSL. But longer length are hard to impossible to archieve with thin, bleached hair.
* To create more volume is one thing. The other is to embrace your natural hairtype and to make the best of it as it is. Thin, long hair can look ethereal, fragile and elvenlike. Maybe this is something for you? In combination with fabrics like silk, chiffon or lace you can create a look thickhair-heads can only dream of.

Next time you read me, I will come with some examples.

But you already see: I am no „real thinhair“. My hair tapers a lot due to my hairloss history, but on my head my hairthickness is average. Nevertheless I have enough experience with really thin hair after the biggest shed, when my circumference was at its lowest with only 5cm. That was really thin but I learned to deal with it.

Best wishes,
Mai

4 Kommentare

  1. Gut zusammen gefasst. Schade, dass mir so ein leichter Feenlook nicht steht. Find den total hübsch. Dafür müsste ich aber nochmal einiges abnehmen und wie du schon sagst: auf hellen Farben wirkt Feenhaar noch durchsichtiger. Ich hoffe auf mehr Wirkung durch mehr Länge 😀

  2. Oh, meine Haarnadeln sollte ich auch mal abkneifen. Die stehen bei mir auch ständig raus.

    Verrätst du noch kurz, was das Problem beim Herauszögern ist? Ich sollte spätestens alle 5 Tage waschen. Das finde ich schon eine ziemlich langen Rhythmus, aber richtig fettig sind sie dann immer noch nicht. Ich muss dann eher wegen Kopfhaut und Schuppen waschen …
    Aber ich lasse sie sowieso nie offen, weil sie mir so nicht gefallen. Das macht sicherlich auch noch mal zwei Tage aus …

  3. Das Problem ist, wie ich schrieb, dass bei dünnem Haar kein fluffiges Deckhaar bleibt, um schon klätschiges Unterhaar zu kaschieren. Das ist ein problem von wirklich dünnem Haar mit weniger als 6cm ZU. Darüber gehtd as meist noch begrenzt. Aber ich halte sowieso nicht viel vom Rauszögern und finde, das man es so gut wie immer sieht, dass die Haare nicht mehr frisch sind. Wenn die Kopfhaut Probleme macht und schuppt oder juckt, würde ich sie dann auch lieber mild reinigen und versuchen sie vor der Wäsche noch mal gut zu pflegen oder nach der Wäsche ein Haarwasser aufzutragen, das die Haut beruhigt. Natürlich nicht fettend, eher sowas wie Rosenwasser oder einen kalten Tee (Kamille, Salbei, diverse Kräuter bieten sich da an). Etwas, was eben trocknet wie Wasser, aber die Haut besänftigt. Schuppen und Jucken sind immer Zeichen von Irritation.

  4. Jetzt erst gelesen … Das klingt logisch. Einen Tee-Kopfhaut-Guss probiere ich mal aus. Danke für den Tipp! Kur vor der Wäsche bekommen meine Haare sowieso :.)
    Nach einer Natron-Wäsche sind die Schuppen jetzt erstmal besser geworden. Aber das ist ja keine dauerhafte Lösung. Aber ich glaube, den Anreiz mit dem Natron habe ich bei dir bekommen …

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