7. September 2013

Food-Films

Kein Sponsoring oder ähnliches, dennoch Werbung da Markennennung.

Nach der Lektüre von Duves „Anständig essen“ war ich ziemlich aufgekratzt und hochmotiviert mein Konsumverhalten weiter zu ändern, besonders natürlich das Essen.
Immer wieder erwischte ich mich bei dem Gedanken:
„Aber du hast es doch immer gewusst! Du hast es doch verdammt noch mal gewusst! Wie um Himmels Willen konntest du das JAHRELANG einfach so wegschieben?“
Ich denke, ihr kennt die Antwort. Sie ist die gleiche, wie auf die Frage, warum man auf der Couch hocken bleibt, statt Sport zu treiben: es ist so einfach, so bequem und so gewohnt.

Nun, hier habe ich mehr Informationen und möchte meinen auch Motivationen für euch, bei denen ihr zunächst sogar auch auf der Couch sitzen bleiben könnt:

Food Inc.
Globale Zusammenhänge in der Massenproduktion von Lebensmitteln. Bezieht sich sowohl auf tierische, als auch auf pflanzliche Produkte. Die Omnipräsenz der Megakonzerne wird gezeigt, die Perversion von Massenproduktion egal ob bei tierischen oder pflanzlichen Nahrungsmitteln. Dagegen steht die Ohnmacht staatlicher Behörden angesichts des Lobbyismus und der Tatsache, dass in den Gremien die Leute sitzen, die eigentlich kontrolliert werden sollen.
Hervorragend aufgearbeiteter Film, super Drehbuch, keine Blutrünstigkeit (okay, minimal, aber da kommt man beim Thema Schlachtung auch nicht drum rum), tolle Grafiken (damit hab ich es ja ein bisschen) und besonders die Hintergrundmusik hat es mir als altem Soundtrackjunkie (instrumental bitte) angetan. Auf eine zumeist ruhige, unaufdringliche Art wachrüttelnd, dabei kein Stück langweilig.  
Müsste ich EIN Buch oder nur EINEN Film hier empfehlen, es wäre dieser hier.
Etwas mehr als eine Stunde muss man sich dafür Zeit nehmen, mehr nicht. Nur etwas mehr als 2 Minuten dauert der Trailer:


Mein Fazit: Jetzt lese ich nicht nur die Zutatenliste, sondern auch das Kleingedruckte Label des Mutterkonzerns. Mit Mais und Soja soll man mir vom Hals bleiben, zumindest aus konventioneller Bewirtschaftung. Fleisch aus konventioneller Haltung ist nicht nur moralisch verwerflich (mehr als aus Bio-Haltung, sofern man zwischen Töten und Töten unterscheiden möchte), sondern auch einfach widerlich. E. Coli im Burgerpatty? Ungezählte Schweine pro Frikadelle, weil alles zusammengeschmissen wird? Säurebäder, um Herr über die Bakterien zu werden? Guten Appetit.
In diesem Film hörte ich das erste Mal von Monsanto (ja, ich lebe hinter dem Mond…) und es sollte bei Weitem nicht das letzte Mal gewesen sein.
Hier geht’s zum Film bei YouTube. Englische Version. Deutsche Version ist auch dort zu sehen, aber in Einzelteilen. Der Link führt zum ersten Teil.

Forks over Knifes (Gabel statt Skalpell)
Gesundheitliche Argumentation bezüglich einer veganen Ernährung. Sehr interessant, sehr aufschlussreich, ist aber nicht ganz so offen, wie Food Inc,: Der Film ist monothematischer und lässt ein paar andere Einflüsse neben der veganen Ernährung außen vor. Nichts desto Trotz: wer wie ich von der gesundheitlichen Seite her kommt, der erhält dort Anreiz, sich mehr mit der Materie auseinander zu setzen. Die genannten Krankheiten kennen wohl alle. Jeder hat jemanden in der Familie (möchte ich leider jetzt einfach mal so behaupten), der unter einer der aufgeführten Zivilisationskrankheiten leidet. Der Film zeigt exemplarisch an Einzelfällen und anhand von Studien, dass eine Ernährungsumstellung hin zu einer veganen (oder zumindest vegan ausgerichteten) Diät viele Medikamente überflüssig machen kann (auch im Film unter ärztlicher Kontrolle!) und Krankheiten ausheilen, zum Stillstand bringen oder gar nicht erst entstehen lassen kann.
Hier ist der deutsche Trailer.
 
Mein Fazit: Dass Ernährung Krankheitsbilder beeinflusst, war mir schon sehr lange klar. Wie deutlich die Auswirkungen sind fand ich dann aber doch erstaunlich. Der Film hat mnich darin bestärkt meine Küche als meine Apotheke zu nutzen.

Food matters (Du bist, was du isst)
Hier geht es rein um gesundheitliche Argumentation. Ernährungslehren und Pharamzie werden auf den Prüfstand gestellt. Rohvegan wird mehrmals erwähnt, aber nicht näher ausformuliert. Gleich zu Anfang wird die Kernaussage des Films formuliert: Lasst eure Nahrungsmittel eure Heilmittel sein. Es wird gezeigt, wie mächtig die Pharamindustrie ist und wie man eigentlich vergleichbare Ergebnisse mit bestimmter Ernährung und Vitaminen erzielen kann.
Mein Fazit: Den Film kann ich nur eingeschränkt empfehlen, da er mir streckenweise zu effekthascherisch ist. Krebs ist ein sensibles Thema, da ist es geradezu fahrlässig nur von einer Seite aus zu argumentieren. Krebspatienten sind verzweifelt, sie greifen vielleicht nach jedem Strohhalm und der Film suggeriert eine Lösung zu haben, die mir so zu wenig belegt ist. Grundsätzlich fehlt leider nämlich die komplette Gegendarstellung. Es kommen nur die Befürworter zu Wort. Ich habe danach zu meinem Freund gesagt: Und wer jetzt ganz verzweifelt ist, der fliegt nach Kuba wegen dieses Films. Das kann es irgendwie nicht sein.
Dennoch gibt es einige sehr interessante Ansätze, was die Macht einer gesunden Ernährung im Vergleich zur ebenfalls potenten aber nebenwirkungsbelasteten Pharmazie angeht. Außerdem eine wie immer wichtige Kernaussage: Obacht bei dem, was wir essen. Wo kommt es her, was hat es gegessen, worauf ist es oder sein Futter gewachsen? Und so weiter.
Hier geht’s zum ersten Teil des Films (englisch) auf YouTube.

Unser täglich Gift
Lief letztens auf Arte. Über chemische Rückstände in Nahrungsmitteln insbesondere Rückstände aus Kunststoffen. Sehr gut belegt, sehr ausführlich. Leider sehr trocken (im Vergleich zu den anderen Filmen hier auf jeden Fall, aber dennoch fesselnd. Hier gibt es keine großen Bilder, sondern hauptsächlich Wissenschaftler im Interview, die ein paar Fotos und Grafiken zeigen. Der Inhalt ist allerdings echt erschreckend. Und fällt in die Kategorie: hab ich doch schon immer befürchtet.
Mein Fazit: Ich kaufe mehr Lebensmittel vom Markt. Am besten lose. Für die Arbeit habe ich mir eine schadstofffreie Wasserflasche gekauft, bin da aber noch nicht so ganz sicher, ob das der Weisheit letzter Schluss ist. Spätestens wenn es um Tupperdosen geht, wird es für mich schwierig.
Link zu YouTube

Sugar: The bitter truth / The Skinny on Obesity
Stammt noch aus meiner Paleo-Recherzeit. Es gibt sowohl die Rohfassung von Dr. Lustig, der auf einem unheimlich verpixelten Video einen Vortrag hält, als auch einen aufgearbeitetn Mehrteiler bei YouTube. Wenn man mich fragt, hätte man es bei dem bittere Wahrheitstitel belassen sollen… Inhaltlich bin ich aber dacord mit Lustig. Er nimmt auseinander, was der enorme Anbau von Weizen und Mais für uns bedeutet, insbesondere der daraus hergestellte Glukose-Fruktose-Sirup (High -Fructose-Cornsirup). Der Film ist Öl in die Feuer der Paleos und all derer, die weder was von Zucker, Massenproduktion oder Genmanipulation halten. Lustig erwähnt die Paleos sogar explizit im Vortrag.
Lustig argumentiert sowohl gesundheitlich, als auch vorwiegend über die Bekämpfung von Übergewicht, was aber eher ein Nebeneffekt einer gesünderen Ernährung wäre. Er macht deutlich, dass Low Fat nicht nur nicht funktioniert (außer über eine hypokalorische Diät auch besser bekannt als Hungern) sondern der damit meist einhergehende gesteigerte Kohlenhydratkonsum schädlich ist.
Basiernde auf Lustigs Forschungen hat der Spiegel im letzten Jahr etliche Titelstories veröffentlicht. Unter anderem:
Zucker, die süße Droge
Mein Fazit: Ich verstehe jetzt den Unterscheid zwischen Fruktose und Glukose und weshalb Fruktose in gewisser Weise schädlicher sein soll bzw. ich sage jetzt mal ist. Ich halte mich dabei aber an Lustigs eigene Aussage: Fruktose aus frischem Obst ist in Ordnung, da das Obst uns gleichzeitig sehr viel andere positive Nährstoffe mitliefert. Und Ballaststoffe. An meiner Ernährung hat sioch nichts geändert, da ich industrielle verarbeitete Nahrungsmittel sowieso nicht esse und Zucker grundsätzlich meide. Bloß Agavendicksaft ist eben auch keine Alternative für mich (da sehr reich an Fruktose). Der Film hat mir weiter Atgumente gelifert, weshalb Fertigprodukte, Fastfood und generell stark verarbveitete Lebensmittel gemieden werden sollten.

Earthlings
GRAUSAM! Habe ich nicht zu Ende schauen können. Gezeigt wird der menschliche Umgang mit seinen Mitlebewesen. Der Film ist in Kapitel unterteilt und steigert sich. Ich habe den Abschnitt über Haustiere gesehen und den ersten Teil über Nahrungsmittel. Dann konnte ich nicht mehr. Es kommen noch Tiere zu Unterhaltungszwecken, in der Bekleidungs- und der Pharmaindustrie. Bekannte haben mir von den Szenen erzählt, die ich nicht gesehen habe und ich bin froh, dass ich manche Bilder gar nicht erst wieder aus meinem Kopf bekommen muss. Wer den Film kennt: ich sage nur Polarfuchs. Mir hat allein die Schilderung schon gereicht, das möchte ich nicht sehen, wirklich nicht.
Earthlings ist ein Film, dem ich denjenigen empfehle, die immer noch der Meinung sind, dass es doch für alles staatliche Kontrollen gibt und dass doch nicht so schlimm ist mit den Tieren und so. Ist eben so. Denen, die das, was man normalerweise in den Medien an Schlachthausszenen vorgesetzt bekommt, nicht berührt. Wer von Earthlings nicht erschüttert ist, der… ich weiß es nicht. Dem möchte ich eigentlich nicht begegnen. Für alle anderen: Wenn ihr das sehen wollt, tut das. Aber: nicht allein, nicht im Dunkeln, am besten auf dem PC-Bildschirm und so, dass ihr jederzeit wegklicken könnt. Je nach dem wie sensibel ihr seid. Ich persönlich würde dem Film ein FSK 18 aufdrücken. Die Bilder sind unglaublich brutal. Und wahr. Das macht sie mehrfach schlimmer.
Mein Fazit: Siehe oben. Ich kann kein echtes Fazit geben, da ich noch nicht mal eine Viertelstunde durchgehalten habe. Mir wurde schlecht, ich musste weinen und meinen Hund ganz lange streicheln. Nach dem Film habe ich mich gefragt, wie es Menschen geben kann, die diese Jobs ausüben. Und wäre es nicht besser, niemand „müsste“ diese Jobs machen? Zum Jobthema empfehle ich aber wieder Food Inc…

Das waren meine Filme.
Auf meiner Liste, noch ungesehen, stehen:
Plastic Planet
Taste the Waste und
We Feed The World.

Und vermutlich wird die Liste immer mal wieder erweitert.
So viel für heute,

liebe Grüße,
Mai

After I read Duve’s book „Anstänbdig essen“ I was thrilled to learn more. Many friends supported me with information and links to films easy availbale on youtube. Some of them are in my bookshelf now. 
(For all links, look above in the German oart of the post. All films are originally in English.)

Food Inc
My top recommandation. It gives you an overview. It is not about being vegetarian, not about health in general. It simply shows you were we are today when it comes to food. Multinational enterprises hold almost monopols in many aspects. This film is almost subtil in its brutalyty. Very entertaining to watch, full of information. 
If you have time for only one film of my list: chose this one.

Forks over Knifes
How you can work on common deseases without pharamceuticals but with what you eat. This film is about a vegan diet. Maybe not as objective as I wish it would be, but anyhow: a good film to think about what you take as medication and what you eat. If you change one thing, you can change the other. Unfortunately most people prefer to take their pill and cling to fast food…

Food matters
I cannot recommand this film in general. It talks about how your diet (raw vegan is recommanded here) can help you overcome certain deseases with the help of vitamins. I agree that the pharma industry is not the only one, who pretends to have aswers to cancer, but espacially cancer is as sensitive topic. You can get some good inspiration thrugh this film, but please stay critical. Many things are worth trying, but when it comes to severe illness, I don’t want to be the one who told you to stop your chemo!

Unser täglich Gift
Only available in French and German, I guess. About chemicals in our food or at least in our food wrapping. Rather dry and scientific but nevertheless something that holds your attention. Bisphenol A is maybe something you have heard of before.

Sugar: The Bitter Truth / The Skinny on Obesity
Here you learn the difference between sugar and suger: fructose and glucose. Lustig MD refers about how the change in diet during the 1980s (low-fat, more carbs, especially carbs from corn and wheat also known as high-fructose-corn-sirup), afflicted our health. It’s much about obesity but also much about the common deseases cominge along with a western lifestyle: diabetes, heart deseases and so on.

I am not yet done with my research. There are more films I want to watch, such as „Plastic Planet“, „We feed the world“ and „Taste the waste“. 

That’s it for today. Please be patient with me and my translations, this mega posts are a real pain in the ass to write down, translate and correct.  As most of my readers are German, I spend more effort on the German part here, but I try to keep you up to date.

Best wishes,
have a nice weekend,
Mai

6 Kommentare

  1. We feed the world hab ich damals im Kino gesehen. Ist ja aus Österreich, das fand ich ganz gut, weil solche Filme ja oft aus den USA kommen und damot "weiter weg" sind.
    Und von Earthlings hab ich noch nicht gesehen, vielleicht sollte ich das mal tun…
    Mir gefällt der Themenmonat sehr gut! Mach weiter so!
    LG
    Pieps

  2. Ich habe earthlings komplett geschaut. Einfach auch weil überall bei uns die Internetseite an Häuser geschmiert ist. Und: Es war wirklich schlimm. Ich war danach echt komplett fertig und ich bin kein leichtes Gemüt. Widerlich, grausam und bedingungslos wahr.
    Plastic Planet kann ich empfehlen. Er zeigt uns zwar auch hauptsächlich nur die bedenklichen Seiten von Plastik (und vernachlässigt nützliche, wie die Medizin), aber das sehr ausführlich und vollständig. Und es ist wahr, dass man danach nichts mehr mit Dingen aus Plastik zu tun haben möchte. Ein wirklich guter Film, wenn man sehen will wie es wirklich aussieht. Durch ihn bin ich auf die ganze Problematik erst richtg aufmerksam geworden.

    LG Blondili

  3. Ich finde es sehr gut, dass du diese Filme hier vorstellst. Es gibt sicher noch mehr Leute, die sich darüber noch nie groß Gedanken gemacht haben und du bist sicher nicht die einzige, die noch nie von Montsanto gehört hat.

    Aus beruflichen Gründen war das bei mir ein bißchen anders und ich bin froh, dass der Konzern sich im Moment noch recht schwer tut auf dem europäischen Markt Fuss zu fassen…zumindest was gentechnisch verändertes Saatgut mit Ablaufdatum und Glyphosat (Roundup) angeht. Glyphosat greift in den pflanzlichen Tryptophanstoffwechsel ein. Da wir keinen Tryptophanstoffwechsel haben, sollte es für uns ungiftig sein. Leider erklärt das nicht warum in den Anbaugebieten die Raten an Fehlgeburten, Krebs und weiteren Gendefekten hochschnellen. Das muss bei uns wohl noch einen anderen Angriffpunkt haben und solange das nicht geklärt ist, ist es einfach unverantwortlich das Pestizid weiter zu verwenden. Mal angesehen von den riesigen Monokulturen, die die lokal vorrherrschende natürliche Flora und Fauna verdrängen.

    Earthlings kenne ich nicht, aber ich habe schon verschiedene Filme von Manfred Karremann gesehen u.a. über Pelztierhandel und Viehtransporte. Ich schätze mal die Szenen sind ähnlich. Bei manchen Leuten braucht es diese Szenen, um wachzurütteln, für andere hätte weniger gereicht, ist halt ein Blanceakt für die Filmemacher.

    Zum Nachwuchs: Das beruhigt mich etwas. Bei mir ist der große Neuwuchsblopp vom HA vor drei Jahren auch gerade erst an der oberen Schulterblattkante angekommen. Das zieht sich wohl einfach.

    Viele Grüße
    Desert Rose

  4. Hallo Heike,

    leider habe ich bisher keinen der Filme gesehen, wäre aber eine Überlegung Wert!
    Mir hat beim Thema Schlachtung allerdings schon das Buch "Tiere essem" vom Jonathan Safran Foer gereicht 🙁 Seitem esse ich kein Fleisch mehr, wobei vegan leben für mich dann doch nicht in Frage käme.

    Schöne Grüße
    Alba

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