10. Juni 2013

Basische Haar- und Hautpflege

Kein Sponsoring oder ähnliches, dennoch Werbung da Markennennung.

Hallo zusammen!

Wie ihr hier und hier nachlesen könnt, habe ich mich in den letzten Wochen mit Entsäuerung, dem Säure-Base-Gleichgewicht und basischer Haarpflege allgemein und speziell bei Haarausfall beschäftigt.
Nachdem nun also einige Wochen verstrichen sind, möchte ich euch an meinen Erkenntnissen teilhaben lassen.

Kleiner Teaser am Anfang, damit ihr auch bis zum Ende lest: es gibt wieder selbstgemachte Haarpflege:

Aber zunächst zum kritischeren Bereich, der die Hintergründe betrifft.

Der pH-Wert misst im Bereich von 0 bis 14, ob etwas sauer, neutral oder alkalisch/basisch ist. Der neutrale pH-Wert liegt bei 7,0, das ist der pH-Wert von reinem Wasser. Werte größer als 7 sind basisch, Werte unter 7 sauer. Die Skala ist logarithmisch, das bedeutet: ein pH-Wert von 6 ist zehnmal saurer als der von 7. Ein pH-Wert von 5 ist 100 mal saurer und ein Wert von 4 ist 1000 mal saurer als der von 7. Gleiches gilt für die andere Richtung zum Basischen hin.

Problem 1: Es gibt keine seriös wissenschaftlich medizinische Seite, die die Idee der ach so guten Basen und des bösen „Säureschutzmantels“ der Haut unterstützen würde. Wenn ihr eine Quelle habt: her damit, dann arbeite ich mich da gern noch mal durch. Die einzigen Quellen, die ich gefunden habe, sind Seiten wie diese: 1. 2. 3. usw. Ausschließlich heilpraktische Seiten, esoterische Seiten und/oder Seiten, die basische Haarpflege verkaufen. Das senkt ganz enorm die Glaubwürdigkeit.

Problem 2: Die Kausalzusammenhänge, die auf den heilpraktischen Seiten aufgestellt werden, sind nicht schlüssig.

Argument 1: Der Mensch  wächst 9 Monate im Mutterleib in basischem Fruchtwasser heran. Nie wieder ist Haut so zart und weich, wie nach der Geburt. Deswegen ist eine basische Umgebung für die Haut optimal.
Gegenargument: Die Haut ist auch nie wieder so empfindlich (außer sie wird krank). Besonders bei Babypflege wird ausdrücklich pH-hautneutrale (pH 5,5) Kosmetik/Pflege empfohlen, um die Haut nicht auszutrocknen. Im Mutterleib atmen und essen wir auch nicht. Trotzdem sind das Dinge, die man unbedingt machen sollte, wenn man geboren worden ist. 😉 Auch das Argument, dass ja das Meer basisch wäre, als Ursprung allen Lebens, lässt sich spätestens ab dem Moment nicht mehr halten, ab dem uns einfällt, dass wir kein Salzwasser trinken.

Argument 3: Vor 50 Jahren noch lag der durchschnittlich Haut-pH-Wert bei 6,2 und nicht wie jetzt bei 5,5. Gleichermaßen haben Allergien und Hauterkrankungen zugenommen. Unsere zivilisatorische Lebensweise hat zu einer Übersäuerung geführt.
Gegenargumente: Ein pH-Wert von 6,2 ist immer noch lange nicht basisch. Das ist „weniger sauer“ als heute, das ist korrekt. Vom gesunkenem Haut-pH aber auf mehr Allergien und Hauterkrankungen zu schlussfolgern ist zu leicht. Das ist so, als würde man sagen: im Sommer sind mehr Menschen allergisch als im Winter, das liegt an den gestiegenen Temperaturen. Falsch. Es liegt daran, dass im Sommer die allergenen Pflanzen blühen. Und ja, das tun sie weil es wärmer ist, dennoch ist der Kausalzusammenhang falsch, zu stark vereinfacht. Außerdem hätte ich dazu echt gern die Studie gesehen. Auch hier gilt wie bei Babyhaut: besonders kränkelnde Haut sollte pH-hautneutral gepflegt werden. Quellen: 1. 2. 3 (Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V.).
Dass die zivilisatorische Lebensweise zu mehr Allergien und Hauterkrankungen geführt haben soll, das will ich dagegen nicht abstreiten. Allerdings das auf den pH-Wert, der sich dadurch ergibt, zu beschränken, ist wieder zu leicht. Man ist gestresster, schläft weniger, isst unausgewogener etc. Wegen mir verursacht dies mit das Abfallen des pH-Werts. Aber den pH-Wert allein zu nennen, ist falsch.

Argument 4: Der Säureschutzmantel ist eine Erfindung der Kosmetikwerbeindustrie, um uns weiterhin saure Kosmetik unterzujubeln.
Gegenargumente: Wer das behauptet, basische Pflege propagiert und in der Sidebar basische Cremes verlinkt, um sie zu verkaufen, der hat seine Glaubwürdigkeit leider völlig verwirkt. Das ist Messen mit zweierlei Maß. Man darf nicht behaupten es gäbe den Säureschuitzmantel, um saure Kosemetik zu vertreiben? Aber das Basische hoch zu loben, um Basisches zu verkaufen, das soll dann okay sein? Sehr zweifelhaft.
Außerdem: Warum sollte die Kosemtikindustrie das tun? Ein Produkt basisch zu machen, ist wirklich nicht schwer und auch nicht teuer. Ich vermute sogar, dass es eher umgekehrt läuft und viele Produkte im nachhinein saurer gemacht werden, damit sie verträglicher sind. Wenn das Basische so genial wirken würde, ich bin mir sicher, Procter & Gamble würde alles daran setzen, sich daran eine goldene Nase zu verdienen.

Argument 5:  Es gibt keinen Säureschutzmantel, das saure Mileu entsteht nur, weil der Körper verzweifelt versucht Gifte über die Haut zu entsorgen. In sauren Mileus gedeihen nur Pilze und Bakterien, das macht uns krank.
Gegenargumente: Falsch. Pilze mögen keine saure Umgebungen. Bakterien dagegen schon. Klingt ja auch hübsch eklig: Bakterien und Pilze. Fakt ist, wir müssen die Hautflora unterteilen in erwünschte und unerwünschte (pathogene) Keime. Auch andere Körperregionen sind besiedelt und das ist auch gut so. Am bekanntesten ist diese Mikrosymbiose aus dem Darm. Probiotische Getränke und Speisen machen sich dieses Phänomen werbewirksam zu Nutze (ob das nun wirkt, ist wieder ein anderes Thema). Es gibt auch Medikation, die genau auf soetwas abzielt, wenn die Flora aus dem Gleichgewicht gekommen ist. Retardkapseln mit E.Coli für den Darm, Kapseln oder Zäpfchen mit Milchsäurebakterien für die Vaginalflora und für die Haut wird darauf geachtet, dass ein pH-Wert gewählt wird, der die guten Keime nicht zerstört. Jeder, der schon mal mit einer Pilzinfektion – egal ob Fuß, Kopfhaut, Körper oder sonst wo beim Arzt gesessen hat, wird gehört haben, dass übertriebene Reinlichkeit hier absolut Fehl am Platz ist, weil man die Hautflora zerstört und Platz macht für die Pilze.

Das war so das Wichtigste. Ich möchte aber noch auf ein paar weitere Punkte eingehen, um das Bild zu vervollständigen.

Behauptung 1: Der Haarboden ist basisch und sehr mineralstoffreich. Er fungiert als Feuerwehr, wenn es irgendwo im Körper brennt. Dann hilft er zu entgiften und leert sein Mineralstoffdepot, um wichtigeren Organen zu helfen. Das wiederum verursacht Haarausfall, weil für die Haare nicht mehr genügend Mineralstoffe da sind und zudem die Kopfhaut übersäuert.
Anmerkung: Der Haarboden ist nicht basisch. Er ist weniger sauer (pH 6 bis 6,2), das ist korrekt. Behaarte Körperregionen sind die am wenigsten sauren Regionen, das stimmt. Was das Mineralstoffdepot angeht, habe ich nichts gefunden. Aber haarige Körperregionen dienen tatsächlich der Entgiftung. Es sind die Regionen mit den meisten Schweißdrüsen. Wenn der Schweiß nicht gut verdampfen oder abfließen kann, dann müffelt es, denn haarige Regionen haben noch etwas gemeinsam: sie sind die am dichtesten mit Keimen besiedelten Hautoberflächen (die Kopfhaut wird nur noch getoppt von den Achselhöhlen). Wenn dort das Mikroklima dann nicht stimmt, dann vermehren sich die Pathogene und das, was da stinkt, das sind die Stoffwechselendprodukte der Bakterien. Was im übrigen auch Buttersäure ist. Und, erinnert ihr euch an den Chemiunterricht? Das stinkt! Und es ist sauer. Aber eine Säure, die nicht direkt von uns kommt, sondern von unsere Mikrosymbionten und -parasiten.

Behauptung 2: Nahrungsmittel können unterteilt werden in säurebildend und basenbildend. Der moderne Mensch isst viel zu viele Säurebildner, übersäuert deshalb und um die Säuren abzutransportieren, bedient er sich auch der Haut.
Anmerkung: Nach wie vor fällt es mir schwer nachzuvollziehen, warum nun manche Lebensmittel Säure bilden und andere nicht. Fakt ist: die Ernährung, die nach Säure-Base optimal ist, deckt alles ab, was andere auf Gesundheit ausgerichtete Ernährungsweisen ebenfalls propagieren.
Viel Wasser trinken, um den Körper zu reinigen. Keine industriell aufbereiteten Lebensmittel. Viel Gemüse, dann Obst und gute Fette, Getreide und Hülsenfrüchte nur mäßig, wenig Milchprodukte (und da am besten auch nur spezielle), wenig Eier und am wenigsten Fleisch und wenn Fleisch dann bitte von Tieren, die vorher so gelebt haben, wie es die Natur für sie vorgesehen hat und nicht, wie es am profitabelsten für den Bauern war. Kein Alkohol, keine Medikamente (Obacht! Keine überflüssigen Medikamente! Dass mir hier keiner plötzlich seine Medikation absetzt ohne Arztrücksprache!).
Kommt uns doch alles schon sehr bekannt vor, oder? Dass das besser ist, als Fastfood ist klar. Und dass es auch besser ist als die übliche Ernährung, die dabei rumkommt, wenn man nach dem Motto lebt: ich koche zwar für mich, aber es muss schnell gehen, deshalb sind es meistens Nudeln mit Soße oder Tieflkühlpizza, das dürfte mittlerweile auch jedem klar sein.
Was die Entgiftung über die Haut angeht: das ist in Ordnung. Fraglich, ob es tatsächlich Säuren sind, die damit abgegeben werden (bzw. das kann ich so nicht nachprüfen), aber dass die Haut wie alle Körperoberflächen dafür da ist Unerwünschtes aus dem Körper auszuschleusen, das ist bewiesen. Körperoberflächen dienen dem Stoffaustausch. Manches soll rein, manches soll raus. Je mehr Mist man isst, desto mehr haben die Organe zu tun, die dafür verantwortlich sind, dass wir auf Klo müssen, denn das ist der wichtigste Weg, um sich unserer Abfälle zu entledigen. Die Haut und Lunge wird da gern noch heran gezogen, um gewisse Entgiftungsprozesse zu beschleunigen. Jeder kennt das: wer gesoffen hat, der hat eine Fahne und der Schweiß stinkt. Ebenso, wenn man krank ist. Und der Gestank nach einer Narkose oder Chemotherapie, also der vollen chemischen Keule, ist fast durch nichts zu toppen.

So. Das ist der Hintergrund.
Nun kommen wir zu meinen eigenen Erfahrungen und Experimenten. 
Ich habe mir pH-Teststreifen gekauft (Apotheke, 2-3€ oder so) mich außerdem im Reformhaus mit ein paar Produkten eingedeckt, die angeblich für einen guten Säure-Base-Haushalt wichtig sind und habe losgelegt. Darunter Jentschuras Meine Base, der 7×7 Kräutertee und Probiergrößen von Wurzelkraft Würzig und Wurzelkraft Fruchtig, ebenso wie dem Morgenstund Frühstücksbrei. Und ein Shampoo von Schoeneberger, basisch, mit Coffein und dem auf mich wohl sehr werbewirksamen Beinamen „Extra Hair“.

Meine Base: Ein Vollbad in basischem Wasser (pH 8,5) soll helfen den Körper zu entschlacken. Ich bade sowieso gern und da ich die Probe hatte, hab ich es mal getestet. Es war ein angenehmes Bad. Wie alle Bäder. Andere VerwenderInnen sprechen von grauen Schmierrändern an der Wanne danach. Kann ich nicht bestätigen. Das Wasser war hinterher etwas trüb, aber nicht grau oder sonst wie. Einfach nicht mehr ganz so durchsichtig. Haut war angenehm, aber auch nicht anders als sonst.
Fazit: Kann man machen, muss man aber nicht. Billiger geht es mit Totes Meer Salz und Natron. Mit pH-Streifen kontrollieren und gut ist’s. Die in Meine Base feinvermahlenen Edelsteine halte ich für bloße PR. Heilsteine. Nun denn. In dem ganzen Bad ist noch nicht mal 1g Stein drin. Wenn man schon dran glauben will, kann man sich lieber gleich schöne Steine kaufen und sie sich unters Kopfkissen legen. Kommt billiger und ist im Zweifel hübsche Wohnungsdeko.

Bis hier hin, alles sehr ernüchternd.
Und nun. So ganz wollte ich mich von der Idee noch nicht verabscheiden, dass das vielleicht doch irgendwas dran sein könnte. Ich erinnerte mich außerdem an viele Berichte aus dem LHN, dass dort etliche mit basischer Pflege so gut zurecht kommen und für einige mit angezickter Kopfhaut war eine Natronwäsche das Nonplusultra. Und wenn es was Basisches in der Kosmetik gibt, dann eine Natronwäsche.
Ganz so mutig war ich nicht, denn viele andere, die Natronwäschen ausprobieren, berichten von wüsten Filzbällen danach auf dem Kopf. Das wollte ich nun nicht provozieren.

Also habe ich mir ein leicht basisches Haarwasser gemixt.
Rosenwasser (Bio) und eine Messerspitze Natron dazu. Dann solange Rosenwasser nachgekippt, bis der pH-Wert etwa bei 8 bis 8,5 lag (Teststreifen verwenden! Ich hatte zunächst eine viel stärkere Lauge und musste noch gut verdünnen. Besser aber erst mal weniger Natron nehmen. Wenn die Verdünnung nicht stimmt, braucht ihr immer 10x mehr Flüssigkeit, um einen pH-Schritt gutzumachen, wegen der logarithmischen Skala. Mischt ihr 100ml seid ihr also sehr schnell bei einem ganzen Liter.
Das Haarwasser habe ich mir morgens nach der Wäsche auf den Kopf pipettiert. Es waren etwa 5 Pipetten voll, vielleicht auch 6 oder 7.

 

Kaisernatron aus der Drogerie, Rosenwasser von basic, Pipette recyclet vom Haarwasser gegen AGA, braunes Glasfläschechen ebenfalls wiederverwendet von einem alten Apothekenmitbringsel.
Pipette und Glasflasch gibt es somit im Zweifel in der Apotheke.

Und der Kopf war friedlich. Kein Jucken. Aber da war dieses Bedürfnis durch die Haare zu fahren. Und ich bin ständig an etwas hängen geblieben.
Langer Rede kurzer Sinn: mein Kopf hat Zeug abgesondert, das war fast unglaublich. Die ganze Haut war belegt und griesig. Was ich da runter geholt habe, war extrem viel. Abends war ich dann nach über einer Stunde Kratzen „fertig“, sodass sich die Haut sauber anfühlte. Meine Hände dagegen waren schon echt eklig.
Ich habe gebürstet, weil die Haare total pappig danach waren.
Was dabei raus kam, war zum Einen ein riesiger Haarball (nicht anders zu erwarten nach der Kratzerei) und, was erstaunlich war, wirklich wunderschöne Haare am Kopf. Nicht fettig, nicht pappig. Glänzend, flauschig, schön.
In dem Haarball, den ich rausgebürstet hatte, steckten aber ganze Brocken von Dreck.
Als ich das Knäul aus der Bürste geholt habe, war der Tangle Teezer auch so haarlos extrem versifft. Jede einzelne Borste war von oben bis unten umwickelt mit klebrig graubraunem Schmodder. Ich hab das rausgefieselt und hatte am Ende ein Dreckpalett von etwa 5ct-Stück-Größe im Waschbecken.

Direktlink zum Bild, da eklig.

Ich war gelinde gesagt entsetzt.Wo kam das her? Ich hatte keine 12 Stunden vorher gewaschen! Ich wasche meine Haare jeden Tag. Das basische Haarwasser war klar, das konnte es auch nicht sein. Es musste also aus der Haut gekommen sein.
Zunächst war ich nicht sicher, ob ich das nun gut oder schlecht finden soll. Ich habe auch lange überlegt, ob ich das hier schreiben und zeigen möchte, weil es nun mal die Ekelgrenze deutlich überschreitet.

Mittlerweile finde ich es gut.
Seit dem Tag ist das Kopfjucken weg. Es schuppt und grieselt nicht, höchstens mal ganz vereinzelt. Und: es fallen wesentlich weniger Haare aus. Nicht nur in den nächsten zwei Tagen (was sich dadurch erklärt hätte, dass ich am Abend so einen dicken Haarball rausgezogen hatte), sondern bis jetzt, mit nur einem einzigen Ausnahmetag.

Meine Erklärung: Das basische Haarwasser hat tatsächlich einiges an Dreck aus den Poren und auch aus den Folikeln heraus gelöst. Danach konnte die Haut wieder besser atmen, war sauber, porentief, wie man so schön sagt. Dadurch kann sich jetzt wieder das natürliche Milieu einpendeln, denn die Talgdrüsen und Folikel sind frei. Talg und Keime können so abgegeben werden, wie sie es sollen. Es bilden sich keine Grieskörner mehr und keine Entzündungen.
Um dieses Mileu aufrecht zu erhalten, verwende ich nun pH-hautneutrals Shampoo. Sobald ich merke, dass es wieder anfängt zu grieseln, wechsle ich zu basischem Shampoo oder dem angemixten Haarwasser. Permanent so stark reinigen will ich nicht, denn ich vermute, dass es die Haut dann wieder belasten wird. Außerdem könnte es mein Haarwasser gegen den AGA beeinträchtigen, da es dann die Wirkstoffe mit ausschwemmt.

Nun habe ich auch eine Erklärung dafür, wehalb viele in den Foren davon berichten, dass sie nicht lange bei einem Shampoo bleiben können. So gesehen reinigt basische Kosmetik besser, saure Kosmetik pflegt besser. Aber nur eine saubere Haut kann gepflegt werden. Kennen wir alle von Silikonschichten auf dem Haar. Das muss erst runter, bevor man pflegen und nähren kann.Wer mal bei der Kosmetikerin war, der weiß auch: zuerst werden die Poren geöffnet, dann wird gelöst, dann ausgereinigt (idR mit milden Tensiden, also schwachen Basen und auch mechanisch, will heißen mit Peeling, Bürsten oder auch bei großen Unreinheiten klassisch durch Ausdrücken), dann kommt ein Tonic (welches sauer ist und die Poren wieder schließt) und dann die Pflege. Evtl auch erst Pflege und dannTonic. Kann man zu Haus auch nachempfinden.

Kosmetisch geht es also um eine Ballance und da werde ich versuchen das optimale Gleichgewicht zwischen Ausreinigung und Pflege zu finden.
Das Wichtigste ist aber, dass sich im Inneren des Körpers gar nicht erst so viel Mist ansammelt, dass die Haut Probleme mit dem Abtransport bekommt.
Es ist eigentlich so leicht: guckt euch einen bunten Salat an, eine Gemüsepfanne, eine Obstschale. Dann den Inhalt einer Chipstüte, einen Fertigkuchen etc. Woraus möchtet ihr, dass ihr besteht? Wofür ist eure Körper wohl ursprünglich gemacht? Eigentlich reicht es, die Augen auf zu machen und ein paar Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen. Man muss nicht wissen, ob etwas sauer oder basisch ist.

Du bist was du isst. Wenn es einen Leitsatz gibt, dem ich absolut treu bleibe, dann diesem.

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Mein Bandbreitenproblem lässt sich nicht so leicht lösen. Photobucket akzeptiert meine Paypalzahlung bisher nicht. Ich kümmere mich bereits, aber es kann sein, dass ich es jetzt nicht mehr rechtzeitig schaffe und meine Bilder kurzzeitig verschwinden werden. 

Das tut mir sehr Leid, aber gegen technische Probleme, die vom Bilderhost und Photobucket ausgehen kann ich nichts unternehmen, außer mit dem Support telefonieren und das habe ich schon getan.

I experimented with basic haircare. A topic which can cause hot discussions, because some really believe in this theory about acids and bases in the human body, in nutrition and in skincare. Others say it is all esoteric. I came to something in between. Basic haircare can work – if there is a lot of „dirt“ in and on your skin. But after that depp cleansing you should go back to pH skin neutral care, I recommand. 
The nutrition is of higher importance. Whether you call it acid-base or simply healthy and varied – you come to almost the same result. 
Even though there are many arguments against basic haircare I gave it a try and tested an alcaline hairtonic, pH 8 to 8,5.
What can I say? I have never ever seen before so many greasy filth coming out of my scalp. The days after that deep cleansing my hairloss abruptly decreased to a close to normal level, only slightly higher shedding.

It would say, it is worth a try, but it is no miracle cure. The best advice I can give you is to take care of what you eat and what else you put on your skin, so that there is not so much inside you, that needs to be secreted outside again. Every now and than a deep cleansing can be helpful to give your scalp more air, but I doubt that this is something for every day, because a pH of 8,5 ist 1000 time more basic than the normal skin pH of 5,5. And still 100time more alcaline, than the highes pH I found at my research, that can be possible for healthy skin (6,5).

Another problem: I have almost exceeded my bandwidth at photobucket. I already tried to go advanced with a plus account, but photbucket does not accept my paypal transfer at the moment,
So I do my best, but I cannot guarantee, that there will be not short intervall when all my images will be down for a while.

 

13 Kommentare

  1. Der Nachteil von basischer Kopfhaut-Pflege ist, das sich die Haare dabei auflösen.

    Deshalb werden auch Medikamente, die idealerweise im Darm resorbiert werden, mit Keratin überzogen. Das von der Bauchspeicheldrüse gebildete Natron, welches die Salzsäure des Magens neutralisiert, schaft einen ungefähren pH Wert von 8,0 im Darm. Das reicht aus.

    Ich wollts nur gesagt haben, dachte das wäre Allgemeinwissen…

  2. Hallo Goja,
    hm, also wenn ich das versuche nachzurecherchieren bekomme ich keinerlei Treffer. Ich kann das also nicht so ganz glauben, dass das "Allgemeinwissen" sein soll. "Komischerweise" fallen ja auch den ganzen Mädels im LHN die Haare nicht aus, die mit Seife waschen.
    Retardkapseln mit Keratin höre ich so auch zum ersten Mal und auch dazu finde ich online nichts.
    Hast du Quellen?
    Die Bauchspiecheldrüse gibt meines Wissens auch kein Natroin ab sondern HCO3-

  3. Hallo Maiglöcken,

    beeindruckend, Deine Grundreinigung und auch der interessante Artikel über basische Haarpflege.
    Das Bild von Rückständen in Deinen Haaren hat mich stark an sog. "Fettläuse" erinnert.
    Hm, ja, die heißen wirklich so und der Begriff kommt eigentlich aus der Wäschepflege.

    Wikipedia sagt dazu:
    " Fettläuse (auch Seifenläuse) sind häufig anzutreffende Schmutzrückstände bei maschineller Textilwäsche. Sie entstehen primär aus Hautfett, das durch den Waschgang nicht vollständig gelöst werden konnte und auch nicht mit der Waschflotte abtransportiert wird. Es bildet sich dann ein meist grauer, fettiger Belag, der in kleine Teilchen, die Fettläuse, zerfällt. Neben Hautfett kommen als Verursacher auch Cremes bzw. Salben in Betracht, die auf der Haut angewendet werden… Als Gegenmaßnahme werden eine möglichst hohe Waschtemperatur und eine hohe Waschmittel- und Enthärterdosierung empfohlen sowie bestimmte Mittel, die gegen groben Schmutz und Flecken dienen."

    Vielleicht wäscht Du mit zu mildem Shampoo, oder verdünnst es zu stark, oder es kommen zuviel Pflegestoffe auf die Kopfhaut und das Natron hat nun dieses Gemengsel gelöst?

    War so eine Idee.

    LG Kalienchen

  4. Hallo Mai Glöckchen,

    den Belag den du nach dem Haarwasser hattest, erinnert mich stark an das, was ich nach Seifenwäschen auch als Rückstände im TT hatte. Nur ist es nie so viel gewesen wie auf dem Bild von dir. Und je länger ich jetzt mit Seife wasche umso weniger wird es. Ob sich die Kopfhaut einfach erst mal daran gewöhnen muss?

  5. Doch, starke Basen lösen Haare auf. Deswegen sind gängige Reinigungsmittel für verstopfte Abflüsse auch stark alkalisch (pH 13) … da sie gut Haare auflösen.
    Natürlich kommt es auf den pH-Wert an, aber ich würde sagen, dass auch eine alkalische Behandlung um pH 8 auf Dauer nicht gut ist.

    Des Weiteren haben konventionelle Haarfärbungen einen pH > 7, oft sogar um 11 und es hat durchaus einen Grund, weshalb das flüchtige NH3 verwendet wird (bei Blondierung wird allerdings ein länger verweilende Substanz verwendet). Haarschäden durch permanentes Färben und Blondieren sind ja nicht unbekannt…

    Ansonsten lässt sich das leicht testen: Lösungen mit unterschiedlichen pH-Werten mixen, ein par Haare hinenhängen und schauen, was passiert.

  6. 'n Abend Haselnussblond,

    aus dem LHN auf dich gestoßen schnupper ich gerade hier durch und möchte dir erst einmal ein Lob aussprechen, dass du sowohl versuchst auf heikle Themen einzugehn wie auch, dass du großen Wert auf evidenzbasierte Quellen legst.

    Da mir allerdings auffiel, dass du das Wort "Entschlacken" nutzt und ich mir nicht sicher war ob du es umschreibend verwendest oder tatsächlich den "Effekt" damit meinst, möchte ich dir hiermit den Artikel bei Psiram zu Herzen legen, der sich genau mit solchen Mythen beschäftigt mit einem Schwerpunkt auf der Aufdeckung Pseudowissenschaften.

    http://www.psiram.com/ge/index.php/Entschlackung

    LG
    Arnatulliê

  7. Ich habe durch basische Pflege (sonst nichts geändert) meine trockene Haut im Griff, sie ist weg. Keine Ahnung warum. Finde deine Erklärung sehr einleuchtend. Wobei "Babys sollen mit 5.5 gepflegt werden" kein Argument ist, da Quelle nicht neutral. Ansonsten: Schöner Beitrag.

  8. Hallo Heike,

    dein Beitrag ist ja schon etwas älter, aber wie gings denn weiter? Benutzt du noch basische Haarpflege oder reinigst du nun hauptsächlich sauer?
    Ich beschäftige mich gerade auch mit dem Thema, weil ich zuhause hartes Wasser habe und da wohl saure Shampoos etc. besser sein sollen… Aber bin mir da auch echt nicht so sicher (va wegen den ganzen Mädels die so super mit Haarseife klarkommen) Oo
    Des einzige was ich an wissenschaftlichen Studien gefunden habe – vllt interessierts dich ja noch:
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4158629/

    PS Ich lese deinen Blog nun seit einer Weile und bin echt begeistert! ;D durch dich und Lenja bin ich richtig motiviert meine feinen Haare auch mal wieder länger als CBL wachsen zu lassen – danke! 😉

  9. Hallo Sophia,

    ich habe das Säure-Base-Thema nicht groß weiter verfolgt. Weder für die Ernährung noch für die Pflege, weil es für mich keine Rolle spielt. Eine geesunde Ernährung ist automatisch auch basisch. Ich ziele deshalb nicht auf basisches Ernährung ab, das ist mir zu kompliziert und zu konsturiert, sondern auf whole foods etc. Bei der Pflege sieht es ähnlich aus. Ich reinige und pflege sehr minimalistisch, was meine Haut angeht. Mein Dadosens Extroderm Shampoo ist tatsächlich basisch, ob das Dessert Essence Kokos Shampoo basisch ist, weiß ich gar nicht. Ich nehme da einfach das, was funktioniert. Dazu öle ich meine Kopfhaut regelmäßigund verwende die Wildschweinborstenbürste. Auch Emfpehlungen, die im Zusammenhang mit basischer Haarpflege oft genannt weden, die ich aber nicht eben deshalb macshe, weil es basisch wäre, sondern weil es die Haut pflegt und reinigt. Weil es für mich funktioniert aus nachvollziehbaren Gründen. 🙂

    Alles also sehr undogmatisch und ichf idne dadurch auch schon entspannt.
    Liebe Grüße,
    Heike

  10. Goja es ist völliger Quatsch das sich Haare mit Basenshampoos auflösen…sorry ich bin vom Haarfach ;)….wenn du natürlich 5 Stunden Blondierung mit 12% H2O2 auf den Haaren und Kopfhaut einwirken lässt, bei dem der PH Wert deutlich über 8 ist, dann kannst danach deine Kopfhaut und Haare wegwerfen! Ich wasche seit MOnaten mit einem PH 7,7 Shampoo und kein saures Shampoo hat mir jemals so füllige feste und doch weiche extrem glänzende Naturlocken beschert 🙂

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