24. März 2013

Das Ding mit den i’s

Ich hatte euch hier bereits angekündigt, dass ich auf die i-Klassifizierung beim üblichen Fia-Haartypsystem noch mal eingehen wollte.
Zur Erinnerung: Die Kategorien i, ii und iii stehen für die unterschiedlichen Zopfdicken, von dünn über mittel bis dick.
i ist für Zöpfe mit Umfängen unter 5cm,
ii ist für Zöpfe zwischen 5 und 10cm Umfang und
iii für Zöpfe die dicker als 10cm sind.

So. Und ich sagte bereits, dass ich das für sehr ungenau und irreführend halte. Warum? Darum: hier seht ihr zum Beispiel zwei Zöpfe eines identischen Haartyps.
Ganz klar, vollkommen gleiche Haare, oder? Haha.

I already mentioned in this post, that I wanted to talk again about the thrid classifier in Fia’s hairtyping system: the i’s.
Keep in mind:
i is for braids with a ponytailcircumference unter 5cm
ii for circumferences between 5 and 10cm
iii for more than 10cm

So. I already said, that I think this is not fitting but irritating. Why? Because: here you see two braids of the same hairtype. They look almost identically, don’t they? Haha.

Mit freundlicher Unterstützung von Nickike. 🙂
Wellen sind Duttknicke. Sie hat ein bisschen Restblondierung, ich ein bisschen Rest-Dip-Dye.

Das sind Nickike und ich. Wir beide haben den Haartyp 1b/c F/M ii.
Ob nun 1b oder 1c, das ist bei uns beiden nie abschließend geklärt worden und ist auch wirklich ähnlich genug. Darum geht es hier ja nicht. Auch ob das jetzt F oder M-Haare sind, lässt sich nicht komplett klären. Ich habe sowohl als auch auf dem Kopf, hauptsächlich aber F. Bei Nickike ist das ähnlich, nur mit einer Tendenz zu M würde ich mal behaupten.
Fakt ist: beide Schöpfe sind gleichfarbig, gleichunwellig und laut Fia-System in der selben Dickenkategorie.
Und das ist der Punkt der eben einfach nicht passt.

That’s Nickike and me. We have (almost) the same hairtype: 1b/c F/M ii.
We are both something between 1b and 1c and we both have F-hair as well as M-hair. Nickike with a tendency to more M and I with more F. 
But you see: both manes have the same colour, the same nonexistant wavyness and depending on Fia they are in the same categorie for thickness. And that’s the point.

Ich habe mittlerweile beim hohen Pferdeschwanz 7,5cm ZU. Nickike liegt bei etwa 9,5cm. Dass bei ihr vorn noch ein Pony dabei ist, der nicht mitgemessen werden kann, ist hierfür zu vernachlässigen.
Ich hatte zu schlimmsten Haarausfallzeiten einen Zopfumfang von 5cm, das sah so aus:

By now I have again a ponytailcircumference of 7,5cm. Nickike has 9,5cm. At my worst hairlosstime my braid looked like that, 5cm circumferenc (left picture, right is one year later):

Linkes Bild Sommer 2011, Eisenmangelhaarausfall.
Rechtes Bild: Sommer 2012

Jetzt mal abgesehen davon, dass das bei mir schön wieder nachgedickt ist (nach bald zwei Jahren…): selbst dieser superdünne 5cm-Zopf wäre noch in der selben ii-Kategorie.
Das passt doch nicht!

My haitr is regrowing now and the braid already thickend up, but nevertheless, even this tiny braid here is in the same categorie as Nickikes braid: in the medium ii categorie.
Sorry, but that does not fit!
 
Wir hatten im LHN eine längere Diskussion über das Thema und mittlerweile benutzen die meisten in ihrer Signatur nur noch die Zentimeterangabe des Zopfumfangs oder sie verwenden beides, Fias ii-System und die ZU-Zahl.
Der Haartypcode dient ja vor allem für zwei Dinge: Vergleich, um sich bei andern Frisurentipps und -tricks und Pflegebesonderheiten abzugucken und Hilfe bei der Suche nach Haarzwillingen zwecks Motivation.
Es ist sowohl für Züchter am unteren Ende des ii-Bereichs frustrierend, wenn sie jemand vermeintlich ähnliches gefunden haben und dann begrüßt sie ein Zopf à lá Nickike, als auch für die am oberen Ende der ii-Skala, die immer noch suggeriert bekommen, dass ihre Haare ja nur durchschnittlich wären. Was sie nicht sind!
Die Zopfumfänge sind einfach genauer.
Ich hatte da mal was vorbereitet:

We had a longer discussion about this subject on the LHN and by now most of the users there use the centimeternum,ber of their ponytailcoircumference in their signature’s hairtypcode. Or they use both: Fia’s i’s and the more objective centimeternumbers.
There are simply two reasons for which we need the code: get advice for haircare and style fitting to or hairtype and looking for hairtwins or at least similar heads for inspiration and talk. 
If you are an ii at the lower end of the scale it can be really frustrating, when you think you have found somebody with hair like yours and you click on her forum’s blog and see pictures of braids and buns 4 times bigger than yours. For those at the upper end of the scale, it is somehow mean, that your hair is still considered to be only somehow average, medium. And it isn’t!

Zopfumfangübersicht mit Vergleichsgegenständen

5cm ZU entspricht also einem 1ct-Stück. 7-7,5cm ist 20 bis 50ct und gut das doppelte an Volumen (Kreisberechnung!). Wenn wir uns den 10cm nähern, kommen wir zu fast viermal so viel Haaren.
Umfänge unter 5cm habe ich auch gar nicht erst aufgeführt. Das kommt sehr selten vor und auch wenn das zu den bösen Wahrheiten gehört, die man in Langhaarkreisen nicht gern hört: mit so dünnem Haar kann man nicht auf Länge gehen. Im LHN haben wir eine einzige Userin mit 5cm ZU aber auch praktisch ohne Taper außer in den letzten Zentimetern, die es bis zur Hüfte geschafft hat. Das entspricht ziemlich genau dem, was ihr auf dem Foto von mir oben mit dem rostroten Pulli seht. Ich denke, ihr versteht, was ich meine mit: SEHR dünnes Haar ist nicht für Länge geeignet. Zumindest nicht, wenn man damit so einen Zopf tragen möchte und den Anspruch hat auch jenseits von Foren hübsche Haare zu haben.

5cm circumference is a 1ct coin. 7-7,5cm is between 20 and 50ct and around doubled more volume.  If we come close to 10cm, such a braid has around 4time more hair, than the 5cm-braid.
I did not illustrate circumferences under 5cm as they are very rareand – of course nobody want’s to here that, when growing hair – under 5cm it ist almost impossible to reach a certain length. I know only one girl from the LHN who has 5cm hair and managed to grow it till hiplength. That is likely to the braid I showed you abouve, the 5cm braid I had due to hairloss. No question that hair like this is a pain in the ass to grow long.

Auf jeden Fall bevorzuge ich die Zentimeterangaben. Sie sind genauer und objektiver, ich empfinde sie dadurch auch als weniger wertend.
Meine persönliche Empfindung von dünnem und dickem Haar sieht eher so aus:

Unter 5,5cm: sehr dünn. 
Haar ist sehr schwer auf Länge zu züchten. Gelingt nur extrem wenigen Ausnahmen, sonst ist BSL oft eine Art Schallgrenze. Dutts sind sehr klein, selbst die kürzestesn Haarschmuckgrößen sind oft noch zu groß/zu lang. Flechtzöpfe sind sehr unvorteilhaft.
Über 5,5 bis 6,5cm: dünn. 
Das Haar ist in der Regel  filigran und empfindlich, braucht häufige Trimms, um nicht transparent zu werden, Längen länger als Taille sind sehr schwer zu erreichen, aber möglich. Dutts sind eher klein, lassen sich aber mit entsprechenden Techniken deutlich volumiger frisieren. Kleiner bis mittlerer Haarschmuck passt.
Über 6,5 bis etwa 8cm: mittel.
Auch lange Längen sind in der Regel möglich. Normal große bis große Dutts, je nach Länge. Haarschmuck kann in fat allen Größen getragen werden, ist abhängig von Frisur, Taper und dann doch auch ob es 5mm mehr oder weniger ZU sind.
Über 8 bis etwa 10,5cm: dick
Optimale Voraussetzungen für lange Haare, wenn der Rest (Gesundheit, Taper) stimmt. Auch sehr lange Längen länger als klassisch sind gut möglich, wenn gewünscht – und wenn man lange genug Geduld beweist. Dutts sind sehr groß, je nach Frisur und Länge kann selbst großer Haarschmuck eng werden. Ist das Haar stark wellig oder lockig und die Trägerin eher klein und zierlich, kann hier schon der Effekt von erschlagenden Haarmassen auftreten. Das ist aber immer sehr Typabhängig.
Über 10,5cm: sehr dick
Toll um wirklich lange Längen anzustreben, aber schon schwerer im Handling. Das Haar an sich hat viel Gewicht, Dutts werden schnell sehr riesig. Das wichtigste beim Styling ist hier, dass die Frisur gut gehalten wird und nicht ziept durch ihr Gewicht oder überforderten Haarschmuck. Ist aber Übungssache.

So als Richtlinie. 🙂

Well that is why I prefer the centimertnumber instead of the i’s. To me this number is more objective and therefor less judgeing.
My personal view on thin or medium or thick hair is more like this:
Under 5,5cm: very thin
Really hard to impossible to grow long. Only very few can do it. For most there ist a certain broder around BSL. Buns are tiny, even the smalles/shortest hairtoys are often too big/long. Braids look rather unflattering.
Over 5,5 to 6,5cm: thin
Difficult to grow longer than waistlength but possible. Such ahir is mostly fragile and needs a lot of care and regular trimms to avoid seethrough lengths. Hairtoys fit in small sizes and with longer hair with few taper medium sizescan fit too. With practise you can make bigger looking hairstyles with this hair.
Over 6,5 to 8cm: medium
Even longer lengths are possible to reach. Normal to bigsized buns, hairtoys can be worn in all sized depending an the length and taper.
Over 8 to 10,5cm: thick
Perfect hair for very long lengths if the hair is healthy. Buns are big to huge and maybe you can get difficulties even with large hairtoysizes. If the hair is wavy or curly and the girl who wears it is small and petite hair like this can look too much for the fragile body. But that depends a lot of the individual.
Over 10,5cm: very thick
Super for really long lengths but difficult to handle. Hair like this is heavy and buns are huge. You need routine and practise to style it without tweeting with hairtoys which are easily too small. Of you manage it your hair can look absolutely gorgeous.

Just my two cents. 🙂

4 Kommentare

  1. Die Vergleichsbilder sind wirklich krass. Kaum zu glauben, dass ich mit meinen 6 cm da auch gerade noch hineingehöre.

    Ich finde es auch immer wichtig, wie der ZU ganz unten ist. Bei mir ist er 10 cm oberhalb der Spitzen gar nicht wirklich messbar, weil er in einem einzigen Rastazöpfchen endet. Ohne HA könnten sich sonst 6 cm ZU bei BSL ganz gut sehen lassen … aber so ist es einfach noch ein langer Weg, um BSL mal offen tragen zu können …

    Danke für deine persönliche Einschätzung der verschiedenen ZU. Da mein Ziel schönes, gesundes BSL ist, fühle ich mich jetzt bestärkt in meinem Vorhaben.

  2. Ich will nicht nörgeln, zumal Du Dir viel Mühe gemacht hast und zudem nun die Überlegungen reiflich diskutiert wurden, aber ist nicht auch der ZU nicht grundsätzlich unsinnig, da er in einem Verhältnis stehen muss?

    Dem liegt folgende Überlegung zugrunde:
    Der ZU kann nur in Relation zu der Fläche der "behaarten" Kopfhaut bemessen werden. Klar fragt man sich, ob es da so wesentliche Unterschiede gibt und ob das nun zu vernachlässigen wäre oder nicht. Zum einen denke ich, dass als Langhaarzüchter, die bekanntlich gerne pedant ins Detail gehen, kein Parameter zu vernachlässigen ist zum anderen aber ist es auch so für den Laien sichtbar: Ich bin kürzlich in eine Unterhaltung mit einer Freundin geraten während Sie sich vorm Spiegel die Haare machte. Sie hat naturmittelblonde, dicke Haare, absolut blickdicht, ein klassischer Haarteppich, bis knapp zum Steiss. Sie erwog sich einen Pony schneiden zu lassen, aber ihre Haare seien so dick, da fälle der nicht so gut in die langen Haare blabla… und forderte mich auf die Haare mal anzufassen. Ich fasste die Haare im Nacken zusammen und die Dicke kam mir bekannt vor. So ziemlich exakt wie bei mir.
    Nur leider habe ich an den Seiten des Kopfes dünne Haare (Kopfhautblitzer sind an der Tagesordnung) und oben und hinten eine mittlere Dicke. In einem sehr dunklem straßenköterdunkelblond. Meine Haare sind ca. Midback und offen tragen ist bekanntlich eine Sache des farblichen Untergrunds. Will heissen eher "dünne" Haare.
    Beide ZU 8,5 cm.
    Die Gute ist allerdings 1,65 m, hat ein kugelrundes Gesicht, Haaransatz ist ein Halbkreis und hat mittlere bis dicke Haare.
    Ich bin 1,72 m, habe ein ovales Gesicht, einen Witwenspitz gepaart mit latenten Geheimratsecken und meine Haare haben eher eine feine bis mittlere Dicke. Tja und offensichtlich habe ich einen großen Kopf.
    Also nebeneinander im Spiegel ist die Physik eben sichtlich anders.

    Verschiedene Kopfgröße, Gesichtgröße, Haarstärke, -menge, -struktur etc. zeigen optisch einen enormen Unterschied wie oben beschrieben und wir haben so ziemlich exakt denselben ZU. Da hilft auch keine gleiche Haarstruktur oder auch eine etwaige additionale Angabe der Hutgröße, da der Haaransatz, ob im Nacken oder auf der Stirn, sowie die ganze Kopfform enorme Unterschiede erzeugen kann.

    Um es mal salopp vergleichend zu veranschaulichen: die weibliche Oberweite.
    Eine "Handvoll" bei einer zierlichen Asiatin heisst gute Rundungen und eine Handvoll bei einer 1,85m-Amazone ist recht… ausbaufähig.

    Auch unter Berücksichtigung der mangelnden Übereinstimmung von Haarfarbe und -dicke, halte ich die Angabe von Zopfumfang, ob mit oder ohne weitere Angaben, für unbrauchbar. Sogar in dem Maße, dass es auch kein wirklicher Anhaltpunkt ist. Folglich natürlich auch die i-Klassifizierung, die ja noch mehr Spielraum gibt.

  3. Hmmm… also ich finde den ZU mit Centimeterangabe nach wie vor sehr sinnvoll. In Kombination mit Haarlänge und dem Taper kann man gut einschätzen, welche Schmuckgrößen passen und welche Frisuren funktionieren.
    Die von dir angeführte Dichte der Kopfbehaarung, die Kopfgröße, der Haaransatz, das sind einfach noch mal extra Kriterien.
    Der Haarcode 1bFii bzw. 1b7,5 gibt lediglich die gängisten Klassifizierungen an. Es gibt noch ein System für die Kohäsion, die Friktion und die Steifigkeit, also: wie starr ist das Haar, wie plusterig und wie schnell bilden sich Strähnen. Dann gibt es noch den Schadensgrad, die Porösität, den Frizzgrad und natürlich die Haarfarben.
    Die von dir angeführten Parameter erweitern das einfach noch mal mehr.

    Meist bedingen sich die unterschiedlichen Parameter untereinander mit. So, wie es logisch ist, das jemand mit großem Kopf, enormer Haardichte, wenig täglichem Shedding, C-Haar und noch dazu ausgeprägten Locken die ultimative Löwenmähne hat, einhergehend mit einem großen ZU.

    Klar die Relation ist da auch noch. Das spielt sich aber nicht mehr im Handling der Haare ab, sondern "nur" im optischen Gesamteindruck. So ist sehr dünnes Haar besser für kleine zierliche Frauen tragbar. An großen, schweren Typen sieht das oft sehr arm aus.

  4. Ich finde Anja liegt richtig mit ihrer detaillierten Sichtweise bezügl. Haarstruktur, – dicke, Zopfumfang in Verbindung mit der Kopfgröße.
    Ich finde die Unterschiede gerade bei Feenhaar (bei gleichem Zopfumfang) im Langhaarnetzwerk sind erheblich. Manches Feenhaar sieht voll und schwer aus da wahrscheinlich das Einzelhaar dick ist. Wieder anderes Feenhaar ist weich und durchsichtig wie ein Seidenvorhang, da wahrscheinlich das Einzelhaar dünn ist aber viele Haare vorhanden sind – der Zopfumfang ist dabei m.E. völlig unerheblich. Wichtig ist der Gesamteindruck des Haares.
    Ich habe selbst Feenhaar nach obiger Definition welches, wenn ich es glatt trage, zart und durchsichtig ist, mit Wellen oder Locken aber ein Megavolumen hat. Mit Wellen und ohne schlaff machende Spüungen/Kuren/Öle habe ich einen wesentlich größeren Zopfumfang als mit glattem saftig gekurtem Haar. Ich mache mich nicht verrückt bezügl.Zopfumfang und Kategorisierung meines Haares. Das ist genetisch festgelegt und es ist wie es ist. Mit glattem Haar bin ich also i und mit Wellen ein ii Haartyp. So what?
    Haare sind entweder schön oder eben nicht schön. Der größte Witz m.E. ist,daß Haar mit Zopfumfang 5cm feines Haar ist aber Haar mit Zopfumfang 5,7cm mitteldickes Haar ist. Eine unsinnige und auch völlig unnötige Kategorisierung. Genau so unsinnig wie man ab einem bestimmten BMI plötzlich als zu dick gilt. Auch das lässt sich nicht anhand einer simplen Formel bestimmen.

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