Help & FAQ

Lange Haare sind wunderbar, aber was, wenn sie ausfallen? Ich bin seit vielen Jahren im Thema und habe immer wieder feststellen müssen: Die Betroffenen werden oft mit ihren Ängsten allein gelassen oder man belächelt sie sogar. Das Internet ist voll von Wundermittelchen, Panikmache und ansonsten nur sehr schwammigen und wenig hilfreichen Aussagen wie „Wächst doch wieder nach!“ oder „Dann mach dir weniger Stress.“

Diese Informationssammlung hier soll euch helfen, euch selbst zu kümmen, euch die Recherche einfacher machen und euch strukturiert und zielgerichtet dabei unterstützen eure Haarsorgen zu überwinden.
Ganz wichtig dabei: Das hier sind Erfahrungswerte; meine und die von mittlerweile wirklich vielen Freunden, Bekannten und Forenkolleginnen.
Ich bin keine Ärztin und kann und will hier keine Ferndiagnosen stellen. Versteht mich als Beraterin und Schwester im Geiste. Ich wünsche euch und euren Haaren eine gute Besserung!

 

Eigene Erfahrungen

oder warum ich meine, euch beraten zu können

Kurzfassung: Ich hatte bereits mehrere Male mit Haarausfall zu kämpfen.

1. In der Pubertät aus ungeklärten Ursachen, vermutlich aber aus einer Kombionation aus Stress, körperlichen und emotionalen Veränderungen und vielleicht auch einem Nährstoffdefizit (Teenager sind ja weder besonders ausgeglichen, noch essen sie besonders ausgewogen). Vollständiger Neuwuchs.

2. Mit Anfang zwanzig. Ebenfalls aus vermutlich einer Vielzahl an Gründen, ich war gesundheitlich damals sehr stark angeschlagen. Neuwuchs brauchte viel Zeit (mehr als ein Jahr), kam aber.

3. 2011, Eisenmangel. Sehr starker Haarverlust, über 50% der Haarmasse ging verloren. Nach Eisensupplementierung vollständiger Neuwuchs, unter Umständen sogar mehr Haar als früher. Kann gut sein, dass ich die Jahre vorher auch schon einen leichten Eisenmangel hatte, der nicht weiter auffiel. Der Neuwuchs kam quasi en bloc: eine richtige, dichte Stufe.

4. 2012, androgenetischer Haarausfall? Nicht letztlich geklärt. Ließ sich durch Haarwasser beheben. Bei erneut aufkommendem Haarausfall wirkte es aber nicht mehr. Das Haarausfallmuster war zudem untypisch. Vermutlich habe ich diese Diagnose nur bekommen, weil niemandem eine andere einfiel. Vollständiger Neuwuchs.

5. 2013, vermutlich diverse Ursachen und damit wieder eine Kombination. Heißester Anwärter auf den Übeltäter des Jahres hat meine vergleichsweise schnelle Ernährungsumstellung damals. Der Haarausfall zeigte Symptome einer Vergiftung (dystropischer Haarwuchs danach, schlimmer Hautzustand), was mich zum ersten Mal näher an das Thema Entgiftung und Detox herangeführt hat, was auch zu anderen Zipperlein der Zeit passte. Ärzte sprechen in der Regel nicht von Detox. Aber es gab Einigkeit darüber, dass ich durch meine so gesund umgestellte neue Ernährung und Lebensführung meinem Körper die Gelegenheit gegeben hatte sehr viele Altlasten auf einmal abzubauen. Was eben auch über die Haut ging – und somit auch die Haare tangierte.
Dieser Haarausfall hielt sehr lange an und hat sich unbeeidruckt von allen Maßnahmen gezeigt, die ich ergriffen habe. Meine gesunden Lebenswandel habe ich aber beibehalten, denn der war definitiv für mehr gut als „nur“ für Haare.
Seit Herbst 2014 ist es nun vorbei und die Vermutung liegt Nahe, dass es einfach seine Zeit gebraucht hat. In meinem Fall also gut 1,5 Jahre seit Ernährungsumstellung, zudem brauchzte ich Ruhe. Auch wenn ich um die Haare doch traurig bin, um alles andere nicht. Ich bin jetzt gesünder und glücklicher als jemals zuvor und damit habe ich weit mehr erreicht als nur meine Haare dazu zu bewegen nachzuwachsen.

6. Anfang 2016, die Rache der Grippe. Am Jahresanfang haben sich bei mir mächtige Stressoren gegen mich verbündet und gipfelten in einer heftigen Grippe, einem Hörsturz und diversen Kiefer-, Neben- und Stirnhöhlenentzündungen, die mich an die 6 Wochen außer Gefecht gesetzt hat. Ich habe in sehr kurzer zeit etwa 5% meine Körpergewichts verloren – meine Haare hassen das. Quittung war mit der üblichen 3-Monatsverzögerung ein 2-3 monatiger Haarausfallintervall, der mich zum Glück am Oberkopf kaum Volumen gekostet hat, zumal dort der Neuwuchs weiter auffüllt, in den Längen habe ich aber etwa den Fortschritt eines halben Jahres Wachstums eingebüßt. Komplette Erholung ohne ärztliches Zutun. Schlafen, essen – und die Stressoren eliminieren soweit das möglich war.

Haarausfall während und danach
Direkt nach dem schlimmen Eisenmangel-Haarausfall 2011 und zwei Monate später. Es wurden wenige Zentimeter geschnitten. Man sieht hauptsächlich gut, dass die Haare unter Haarausfall richtig krank waren. Stumpf, frizzig, tot. Nachdem das Problem behoben war, haben sie sich sehr schnell erholt. Dieses Phänomen konnte ich bisher nach allen Haarausfallphasen feststellen. Also: Nicht zu viel auf einmal abschneiden, erst mal abwarten.

Ihr seht, ich habe da eine schon ganz ansehnliche Historie. Nichts, worauf man stolz sein könnte, aber etwas, was mich viel gelehrt hat. Und das, was ich aus den Lehren gemacht habe, das wiederum macht mich doch ein bisschen stolz. Und das möchte ich auch an euch weitergeben. Denn denkt wirklich immer daran: Haare sind so ziemlich das letzte Glied in der Kette. Kümmert euch um alles andere und ihr habt gute Chancen, dass die Haare nachziehen werden.

 

Flechtzopfvergleich bei Haarwachstum und Haarausfall
Ihr seht 2010 bis 2012, alle Zöpfe vergleichsweise stramm geflochten. Beim dritten Bild von links (18 Schlaufen) hatte ich einen Zopfumfang stabil über 7cm. Ab dem hellgrauen Pulli kommt der Haarausfall. Auf dem letzten Bild ist der Haarausfall schon etliche Monate vorbei, aber der Neuwuchs noch viel zu kurz, um im Flechtzopf wieder auffüllen zu können. Der Zopf ist dadurch weiter dünner geworden, auch wenn ich pro Tag nur noch sehr wenige Haare verloren habe.

 

Neuwuchs nach Haarausfall im Flechtzopf
Etwa ein Jahr später. der Neuwuchs hat den Zopf erreicht (1). Der weitere Dickensprung bei (2) ist nicht durch Haarausfall entstanden, sondern vorher durch neue Haare. Ich habe nach Pilleabsetzen einen kleinen Schwung neuer Haare bekommen. Manchmal istd as leben auch fair. Ich muss ja nicht von allem Haarausfall bekommen. 🙂
Ponyneuwuchs nach Haarausfall
2012. Ich habe mir keinen Pony geschnitten. Das ist alles Neuwuchs. Die Haare hatte ich alle 2011 unter dem Eisenmangel verloren.Wohlgemerkt, das sah auf dem ganzen Kopf so aus. Im Ponybereich ließ sich das nur besonders gut abteilen.
Ponyneuwuchs nach Haarausfall
Jeden Monat ein Bild. Auf dem ersten seht ihr sehr gut, dass der Haaransatz in Form es kleinen umgekehrten Witwenspitz‘ zurückgewichen ist. Auf Bild 2 füllt es dort als erstes wieder auf. Ab Bild drei sieht man auch an den Seiten mehr Haar. Bild 4, entschuldigt bitte, da habe ich die Haare angefeuchtet, weil sie immer wegflogen. 5 und 6 zeigen schon ganz gut, was für ein Pony da kam.
langes, schönes Haar 15 Monate nach Haarausfallende
Und so sahen meine Haare 15 Monate nach Ende des Eisenmangelhaarausfalls aus. Ihr könnt sehen, der Neuwuchs hängt etwa auf Ohrhöhe, da puschelt sich so eine kleine Frizzwelle heraus. Die Länge habe ich damals plus/minus gehalten, auch wenn das Anfangs nicht sehr hübsch war. Leider folgte ein Vierteljahr später die nächste lange HA-Phase die bis Ende 2014 anhielt, sodass ich den Zustand nicht weiter verbessern konnte.

Jetzt aber konkret! Her mit den Ratschlägen!

Die wichtigstens Tipps zuerst:

1. Keine Panik!

Vieleicht habt ihr gar keinen Haarausfall, sondern Haarbruch oder einfach nur eine kleine harmlose Schwankung im Fellwechsel.

2. Keine Panik!

Selbst wenn es echter Haarausfall ist: in den allermeisten Fällen lässt sich das Problem beheben und es wächst nach. Angst und Kummer sind verständlich, sind aber tatsächlich auch das schlimmste Symptom. Haarausfall tut nicht körperlich weh, sondern seelisch. Also seid gut zu euch. Ihr seid mehr als euer Schopf. Auch, wenn der euch sehr wichtig ist.

3. Keine Panik!

Rennt nicht blind in die nächste Drogerie oder Apotheke und deckt euch mit Pillen und Pülverchen ein. Macht euch nicht direkt schlau über Perücken (die meisten tun das… ohne dass es je nötig wäre! Aber die Angst, die Angst…). Schneidet nicht in einer Kurzschlusshandlung eure Haare ab, weil sie ja jetzt dünn werden (könnten). Schneiden könnt ihr immer noch, wenn es wirklich nötig werden sollte. Und wenn ihr mir hier folgt, habt ihr gute Chancen, das Schlimmste abzuwenden. Also: Atmet ein paar mal tief durch, bindet die Haare vielleicht erst mal zusammen und macht euch dann einen Plan, wie ihr sinnvollerweise vorgehen wollt. Ich helfe euch hier mit dem Plan. Mit den nun folgenden Punkten.

4. Beantwortet euch selbst ein paar Fragen:

* Wieviele Haare verliere ich? Absolute Zahlen (ja, am Anfang bitte mal eine Woche die verlorenen Haare zählen – nur die mit Wurzel! Und zwar alle. Nicht nur die in der Bürste. Auch die von Kleidung, Kopfkissen, Boden und Duschsieb) und relative Vergleiche (doppelt so dickes Haarknäul wie sonst etc.). Damit könnt ihr einschätzen, ob es wirklich „schlimm“ ist, oder ihr euch vielleicht nur ein paar Mal erschreckt habt. Beim Arzt könnt ihr so außerdem euer Problem konkreter benennen. Richtschnur: absolute große Zahlen sind im dreistelligen Bereich, relativ hohe Mengen wären etwa das Doppelte bis Vierfache der üblichen Menge. Beispiele: Wer sonst 20 Haare verliert und mal auf 40 kommt, braucht noch keine Sorge zu haben. Wer von 80 auf 160 kommt, sollte mal einen genaueren Blick werfen. Wer aber immer um die 20 Haare verliert und dann an der 100 kratzt, der hat natürlich auch „ein Recht sich Gedanken zu machen“ , denn das ist dann schon die fünffache Menge. Es kommt also auf die Relation und auf die Menge an sich an.
* Was war vor drei Monaten? Viele Haarausfallursachen liegen etwa 3 Monate zurück, was mit den Wachstumszyklen des Haares zu tun hat. Ward ihr krank? Gab es ein einschneidendes Erlebnis? Eine Veränderung im Lebenswandel? Ein Trauma, ein Medikament oder eine Diät?
* Lebe ich gesund? Also wirklich gesund? Wo könnte ein Mangel bestehen? Vitamine, Mineralstoffe, Schlaf, Entspannung, frische Luft… Haarausfall ist gemein, er kann an allem möglichen liegen und oft auch nicht nur an einer einzelnen Ursache. Deswegen ist es immer gut sich als Ganzes gut zu behandeln.

5. Geht zum Arzt – und wappnet euch!

Anlaufstelle für euch ist der Hausarzt oder der Hautarzt. Dort tragt ihr euer Problem sachlich vor. Wenn alles gut läuft, bekommt ihr dieselben oder ähnliche Fragen gestellt, die ich euch eben aufgelistet habe. Danach geht es meistens mit einer Untersuchung der Kopfhaut weiter und wenn die unauffällig ist mit einem Blutbild. Je nach dem werden verschiedene Werte getestet. Alle möglichen Entgleisungen im Blutbild können Haarausfall nach außen zur Folge haben. Die häufigsten sind aber mit Abstand Eisenmangel und/oder Schilddrüsenprobleme. Deswegen sollte der Ferritinwert (unbedingt dieser Wert! Eisen im Serum und Hämoglobin reicht hier nicht) bestimmt werden, ebenso wie ein paar Schilddrüsenwerte. Über andere Werte müsst ihr mit eurem Arzt genauer sprechen.
Wenn es nicht so gut läuft, werdet ihr belächelt oder abgekanzelt. Deswegen: Wappnet euch! Das kommt öfter vor, als schön wäre. Bleibt sachlich. Aber belehrt euer Gegenüber nicht. Betont, dass ihr sehr beunruhigt seid. Und, oft hilft das schon, fragt, ob ihr nicht sowieso mal einen Check-up machen könnt (einmal im Jahr ist das in der Regel sowieso drin). Dann kann ausgeschlossen werden, dass vielleicht unterschwellig etwas im Argen ist und sich das nur grad an den Haaren äußert. Erklärt, dass ihr Verständnis dafür habt, dass ein Arzt natürlich jeden Tag größeres Leid sieht, als jemanden der über Haarausfall klagt. Aber schlimmer geht’s immer. Irgendwer ist immer ärmer dran. Und Schmerz ist subjektiv. Kummer auch.
Nützt nichts? Seid ihr vielleicht zu scheu? Sehr viele Menschen, die ich kenne, haben Ärzten gegenüber immer noch die „Götter-in-Weiß“-Einstellung. Legt diese Haltung ab. Es sind Menschen mit einer besonderen Ausbildung und – hoffentlich! – dem Wunsch anderen zu helfen. Deswegen habt ihr sie aufgesucht. Appeliert an diese Fähigkeiten und ihre Mission.
Nützt immer noch nichts? Sucht euch jemand anderes. Ich weiß, das nervt. Aber seht es als Übung. Bei Haarausfall ist das schon doof, nach jemandem zu suchen, der einen ernst nimmt und versteht, dass man leidet auch bei etwas, was andere Menschen einfach so hinnehmen würden. Aber überlegt mal, wie das wäre wenn ihr „was Ernstes“ hättet. Dann wollt ihr doch auch einen Arzt haben, der euch ernst nimmt, oder? Genau. Tipp: Bei jameda.de findet ihr Ärztebewertungen. Die geben zumindest eine gute Tendenz.

6. Lasst euch eure Blutwerte mitgeben!

Ich habe das Glück schon viele sehr kompetente, engagierte Ärzte kennengelernt zu haben. Aber ich kenne leider auch das Gegenteil ziemlich gut. Das muss noch nicht mal was mit Unmenschlichkeit zu tun haben, aber in vielen Praxen wird nur ein Blick auf die Werte geworfen und wenn da nichts offensichtlich aus der Reihe tanzt, wird das abgenickt und fertig. Was auch viel der knappen Zeit geschuldet ist, die Ärzte für ihre Patienten haben. Also: Rechnet mit Fehlern, kontrolliert nach. Ich komme hier auf meinen Liebling zu sprechen, den Ferritinwert. Die Sollwerte sind bei vielen Laboren bzw. Arztpraxen noch veraltet. Euer Wert sollte auf jeden fall über 40 liegen. Die alte Untergrenze spricht noch von 15 als Ende des Normalbereichs. Das ist allerdings schon ein deutlicher Mangel – vor allem, wenn es um Haare geht.
Und, Treffer? Weist euren Arzt freundlich darauf hin. Wie gesagt, wenig Zeit und jeder macht mal Fehler. Einsichtig? Supplemente besprechen. Uneinsichtig? Beharren, argumentieren. Immer noch uneinsichtig? Sucht euch jemand anderen.

7. Habt Geduld.

Das Ärztethema ist durch, ihr habt Supplemente bekommen, oder eine Creme oder was immer euch euer Arzt gegeben hat, um euch zu helfen. Ihr müsst vor allem bei Nährstoffmängeln etliche Wochen (Richtwert: 3 Monate) warten, bis die Wirkung und somit die Besserung sich entfalten kann. Das ist wieder den Haarwachstumszyklen geschuldet. Hört nicht mit der Behandlung auf, nur weil ihr nicht sofort eine Besserung feststellt. Habt Geduld. Das Schlimmste ist schon vorbei.

8. Findet die Ursache der Ursache.

Haarausfall wegen Eisenmangel. Zum Beispiel. Aber woher kommt der Mangel? Vorsorge ist besser als Nachsorge. Versucht herauszufinden, was euch wirklich fehlt. Warum bin ich unterversorgt? Warum neigt meine Haut zu Ekzemen? Warum bin ich so schlimm gestresst? So kommt ihr näher an des Pudels Kern.

9. Seid gut zu euch.

Ihr habt alles getan? Ward beim Arzt, habt vielleicht Medikamente genommen oder Salben geschmiert, habt euer Leben durchleuchtet und trotzdem, irgendwie… will es nicht. Bedenkt immer: Haare sind so ziemlich das Entbehrlichste, was der Körper hat. Sie sind Schmuck. Behandelt euch als Ganzes so liebevoll wie möglich und vielleicht – vermutlich! – werden es euch auch eure Haare danken. Und selbst wenn nicht, gut zu sich zu sein hat ja jetzt keine Nebenwirkungen, die man irgendwie vermeiden wollte, oder? 🙂
Wenn ihr euch mit den dünneren Haaren unwohl fühlt, versucht mal Clip-in Extensions. Oder Haardonuts für Dutts. „Das ist doch geschummelt!“ Ja und? Gefärbte Haare sind auch nicht 100%ig Natur. Eine tolle Jeans macht einen knackigeren Hintern und hohe Schuhe machen lange Beine und mehr Körpergröße. Ich betrachte Haarteile als Make-up für meine Frisur. Wo ist das Problem?

10. Keine Panik!

Erwartet keine Heilung auf Knopfdruck, erwartet keine Rapunzelmähne, kein Turbohaarwachstum oder die Antwort auf alle Fragen. Progress not perfection. Ein bisschen was geht eigentlich immer und Haare wachsen nun mal seeeehr langsam und haben diese Verzögerungen in den Wachstumsphasen. Ein Schritt nach dem anderen.
Glänzendes Haar in der Herbstsonne

So sahen meine Haare im Februar 2015 aus. Ich habe für meine Verhältnisse drastisch kürzen müssen, wenn man mit 2012 vergleicht, aber ich habe lange Haare erhalten können, die nun wieder gesund nachwachsen. Geduld zahlt sich auf lange Sicht aus. 

Haarpflege und -umgang in der Haarausfallphase

1. Keine weiteren unnötigen Reize!

Verzichtet wenn ihr es irgendwie könnt auf chemische Färbungen oder gar Strukturveränderungen (Dauerwelle, Volumenwelle, chemisches Glätten). Die Chemikalien reizen die Kopfhaut zusätzlich und ihr wollt einfach nicht noch einen möglichen Grund für mehr Haarverlust haben.
Desweiteren, wenn ihr das nicht sowieso schon tut, denn das gilt auch für geusndes Haar: vorsichtig kämmen oder bürsten, nicht reißen oder zerren, keine brühheißen Haarwäschen, keine Shampooexzesse. Seid sanft.

2. Wascht so oft wie nötig, hinauszögern ist unnötig.

Viele Betroffenen versuchen so selten wie möglich die Haare zu waschen, weil vor allem bei den Haarwäschen viele Haare ausgehen. Hier liegt ein Trugschluss vor. Die Haare, die ausgehen, sind telogene Haare, die schon lange vor dem eigentlichen Ausfallen abgestorben sind (in der Regel etwa 3 Monate vorher). Das Waschen spült sie lediglich aus, ist aber keine Ursache für Haarausffall. Was ihr beim Waschen verliert, hättet ihr sonst auch in den nächsten Tagen verloren. Es ist eine psychologische Frage: möchte ich lieber öfter waschen und relativ konstant viele Haare verlieren? Oder möchte ich selten waschen und an den Nichtwaschtagen dann weniger Haare in der Bürste haben, dafür verstopft mir dann beim nächsten Mal das Duschsieb?
Ich sage: Wascht so oft, wie die Haare es nötig haben, um gut auszusehen. Bei Haarausfall sind sie sowieso oft gleichzeitig noch schlapp und Frau fühlt sich nicht gerade auf der Höhe ihrer Attraktivität. Also nicht auch noch einen Klätschkopf oben drauf, der trägt nicht zur Verbesserung des Haargefühls und der Stimmung bei

3. Tragt Zöpfe (geflochten) oder Dutts.

Damit sind die Haare erst mal aus den Augen und aus dem Sinn. Und ihr verliert sie nicht wo ihr geht und steht. Das nimmt dem Haarausfall etwas von seiner Omnipräsenz und erleichtert euch auch ganz pragmatisch das Putzen

4. Pflegt eure Kopfhaut.

Ich bin sowieso großer Fan von Kopfhautpflege auch bei Nicht-Haarausfall. Eine gesunde Kopfhaut ist der Boden für gesundes Haar. Aber natürlich braucht auch die Kopfhaut gute Versorgung aus dem Körper. Nichts desto trotz: Wenn ihr das Bedürfnis habt etwas aktiv tun zu können, versucht es mal mit Haarölen. Es gibt verschiedene, die Hilfe versprechen. Ob sie immer Hilfe bringen, ist das andere. Ihr vertut euch damit aber nichts und im Zweifel habt ihr zumindest eure Kopfhaut gepflegt.
Wenn ihr bisher keine Ölkuren gemacht habt, können die ersten Anwendung allerdings einen ähnlichen Effekt haben wie eine Haarwäsche: das Öl löst noch mehr telogene Haare heraus. Das kann erst mal abschreckend sei, gibt sich aber meistens dann nach einigen Behandlungen.

5. Wählt ein mildes Shampoo.

Wenn ihr nicht sowieso schon ein Shampoo habt, das auf die Bedürfnisse eurer Kopfhaut abgestimmt ist, jetzt wäre der Zeitpunkt eines zu suchen und zwar am besten ein mildes. Damit verliert ihr bei der Wäsche oft etwas weniger Haare. Wie oben beschrieben tut das nichts daran, dass Haare noch ausfallen, aber für’s Gefühl ist das ganz gut. Generell solltet ihr ein Shampoo haben, nach dem die Kopfhaut nicht juckt oder anderweitig meckert

6. Finger aus den Haaren

Nicht kratzen. Kratzen löst noch mehr Haare.

Healthy Happy Hair
November 2015. Healthy Happy Hair

 

Was mir ganz persönlich geholfen hat

Zusammengefasst

Eisenmangel beheben durch Supplemente beim Arzt. Ursache des Eisenmangels beheben durch Sanierung meines Darms und Wiederherstellung meienr allgemeinen Gesundheit. Das hat jetzt über 4 Jahre gedauert! Habt Geduld und bleibt dabei! Supplemente haben mir somit als Überbrückung geholfen.
Um meinen Gesundheitszustand allgemein aufzumöbeln habe ich das getan, was ihr schon hundertmal irgendwo gelesen oder gehört habt: ich war gut zu mir. In jeder Hinsicht. Ich esse und bewege mich abwechslungsreich, bin an der frischen Luft, ich habe Strategien zum Stressmanagement entwickelt und beherzigt, ich meide Umweltgifte, so gut ich kann, schlafe viel und trinke viel Wasser

Essen & Lifestyle

Diese Frage ist ein Dauerbrenner. Leider kann ich euch aber genau da keine genaue Anleitung geben, was ihr braucht. Heildiät ist nicht gleich Dauerdiät und ihr müsst für euch herausfinden, was zu euch passt. Als Heildiät war für mich die Paleounterform AIP Gold wert. Für manch andere ist es die vegane Richtung. Als Dauerdiät wähle ich das, was allgemein als Clean Eating oder Whole Foods im Umlauf ist. Das ist weder vegan, noch paleo, noch lowcarb noch sonst was. Es ist meine persönliche Zusammenstellung von Lebensmitteln, die mir gut tun. Dabei so abwechslugnsreich, frisch, regional, saisonal, bio und vor allem unverarbeitet wie möglich. Diese Richtlinien könnt ihr aber auf eigentlich alle Ernährungsformen übertragen. Egal, ob ihr paleo, vegan oder sonst was sein möchtet. Esst echte Nahrungsmittel. Das sind die ohne Verpackungen und Zutatenlisten.Wenn ihr so esst, ist das Risiko am geringsten eine Nährstoffgruppe aus Versehen auszulassen oder sogar einen Mangel an einem Makronährstoff zu entwickeln.
Ich meide alle chemischen Lebensmittelzusatzstoffe, raffinierten Zucker und Weißmehlprodukte. Dogmatisch muss ich da aber nur sein, wenn ich krank bin. Ansonsten sind „Spuren von“ für mich nicht tragisch. Auch ich genieße gern. Essen ist mehr als nur Treibstoff. Es erfüllt mich. Buchstäblich. Und immer wieder: „Don’t ask for a food asnwer if you have a lifestyle question“. Geht mal durch meine „Grow long hair with the Magic Seven“-Reihe und vielleicht seht ihr dann rasch, dass Essen nicht euer Problem ist, sondern Bewegung, Regeneration, Wasser, Luft, Licht oder Liebe.

90cm Haarlänge, 1,5 Jahre nach Haarausfallende
90cm Haarlänge, 1,5 Jahre nach Haarausfallende, frisch geschnitten.

 

Haarpflege

Bei der Haarpflege ist das A und O für mich eine gesunde Kopfhaut. Meine liebt die Wildwschweinborstenbürste, Ölkuren (gern auch ätherische) und Joghurtkuren. Wenn das Shampoo stimmt, sind tägliche Wäschen kein Problem. Ganz wichtig ist, nicht zu kratzen. Passend zum Kratzthema mag es mein Kopf auch nicht massiert zu werden. Kopfhautmassagen werden allerdings immer wieder in höchsten Tönen gelobt, wenn es um Kopfhautpflege und Haarausfallbehandlungen geht. Das müsst ihr für euch heraus finden. Mein Kopf mag das gar nicht und reagiert mit noch mehr Shedding. Darum bleibe ich bei der Wildschweinborstenbürste.

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