12. November 2017

Haare im November: 2 Monate post partum

Neuer Monat, neue Haare und das ist dieses mal wörtlich zu nehmen. Zwei Monate nach Merles Geburt haben sich meine Haare deutlich verändert.

Neuwuchs und Haarausfall

Die gute Nachricht: ich habe viele 1-2cm lange neue Haare, die sich am Haaransatz und am Scheitel entlang wichtig machen. Die weniger gute: Mein Tangle Teezer ist nun fraglos wirklich voll nach dem Kämmen. Wir nähern uns nun auch steil der spannenden Phase mit rund 12 Wochen nach der Geburt, wenn der postpartale Haarausfall losgehen könnte, aber so wie es aussieht, schleicht der sich bei mir schon langsam an. Die Bürste ist voll, Tendenz steigend. Ich habe mal eine Stichprobe ausgezählt und kam auf 130 Haare, hatte aber auch schon Tage, an denen der Tangle Teezer bedeutend voller war. Nicht so schön, aber eben auch nicht ungewöhnlich. Ebenfalls anders ist das Sebum, das natürliche Fett, das die Kopfhaut produziert. Die Haare sind jetzt ziemlich genau so wie ganz am Anfang der Schwangerschaft: sehr bauschig, stumpf-trocken und schwer kämmbar. Sie neigen stark zum Verfilzen und ich habe morgens oft echte Probleme durchzukommen. Normalerweise bürste ich vielleicht 30 Sekunden und bin fertig. Jetzt brauche ich mehrere Minuten.

Die Sonne gibt mir den Glanz, den ich sonst aktuell ziemlich suchen muss. Sonne ist immer toll. Die unteren Längen fangen nun nach etwa 6 Wochen vermehrtem Haarverlust an auszudünnen, auch hier auf schwarzem Grund

Meine Go-To Frisur

Optisch bin ich nach wie vor aber sehr zufrieden mit meinem Schopf. Ich habe über die Schwangerschaft einen guten Puffer an Volumen bekommen und so sehe ich dem weiteren Verlauf gelassen entgegen. Es ist tatsächlich auch so, wie alle sagen: Ich hab derzeit andere Themen als Haare. Und mit einem Baby, dass mir so oft über der Schulter hängt und einen starken Greifreflex hat… nun da müssen die Haare sowieso zusammen sein und Forken und Stäbe trage ich auch nicht, um sie nicht zu pieksen.

Im Alltag überwiegen somit eine Logroll oder ein Cinnamon mit Ficcare, Flechtdutts mit Scroos oder einfach ein Engländer. Wenn ich mit Kinderwagen unterwegs bin, habe ich die Haare gern offen: genießen, solange es geht. Dabei sind auch die Bonnenbilder hier entstanden. Und ich finde: Die kann ich wirklich noch sehr gut herzeigen.

Maße

86cm Länge (plus 1cm) bei 6,7cm Zopfumfang (konstant, vermutlich fängt die Bauschigkeit den Haarverlust aktuell ab). Passt.

Schneidegedanken?

Da Benedict sagte, dass das letzte Haar bei 87cm war, nun, wird es wohl allmählich echt fransig. Da ich aber wie gesagt sowieso die Haare zusammen trage und wir stramm auf die Jahreszeit zugehen, in der Mützen und Schals und Ekelwetter offenes Haar draußen rasch zu Filz verwandeln würde, bleiben sie dran. Erst mal. Auch ist ja noch nicht gesagt, wie viel ausfallen wird. Und wenn ich keinen Koller zwischendurch kriegen sollte, würde ich gern abwarten, bis sich der Haarverlust wieder runterreguliert und dann schneiden. Das sollte auch einen schönen Vorher-Nacher-Effekt geben.
Davon ab mag ich die Länge im Moment wirklich wieder sehr. Ich will nichts hergeben. Ab und an werde ich aber schon wehmütig, wenn ich einen großen Filzballen ausgekämmter Haare in den Mülleimer werfe und fange an bei anderen Frauen zu schauen, welche kürzeren Haarlängen mir da auch gefallen könnten. Denn so viel ist sicher: Ich mag mich auch mit meinen Haare so hübsch wie möglich fühlen. Mit 24/7 Babybespaßung  fühle ich mich nämlich auch so schon oft genug wie eine Jogginghosenmuddi im Sinne von versumpft und vernachlässigt und mir fällt die Deck auf den Kopf. Deswegen auch so gut wie nie Pyjamas all day und deswegen auch ein Minimum an Haarpflege. Meine persönliche Schallgrenze wäre wieder, dass ich mich mit offenem Haar nicht wohl fühle. Dann muss es ab, bis auf eine Lägne, die dicht genug ist, dass ich sie wieder mag. Das Kapitel hatten wir schon mehrfach in meinem Leben, wird langsam etwas öde, zumal jedes mal so kurz vom Meter-Ziel, aber nun denn. Warten wir es erst mal weiter ab.

Babyhaar

Merle hat Anfang des Monats einen Schwung Haare gelassen, sodass die Geheimratsecken weit bis auf den Oberkopf kahl geworden sind. Mittlerweile wächst dort neuer Flaum. Ihre zarter Schopf wird dichter, die Farbe bleibt bei mittel- bis dunkelblond und je nach Licht eher kühl oder doch warm. Ich habe ihr mal meine Haare übergehängt, und da ich finde, dass sie damit ähnlich schick ausseht wie Donald Trump, würde ich vermuten, dass sie eher ein kühler Typ ist. Tatsächlich ist ihr Farbtyp jetzt auch schon recht eindeutig: Sommer, wie ihr Papa. Ich bin noch unschlüssig ob ein Soft Summer Light oder ein Light Summer, da sie sowohl mit Soft Autumnfarben sehr süß aussieht als auch Light Spring Farben besser toleriert, als ich gedacht hätte, ich tendiere aber zum Soft Summer, ganz der Papa eben. Winter ist absolut raus, die „echten“, dunkleren Herbste auch, ebenso wie die sehr grellen, weniger hellen Frühlinge. Sie ist auf jeden Fall sehr rosa im Vergleich zu meiner gelben Haut und ihre Augenfarbe verändert sich auch hin zu einem immer helleren, klareren Blau.

Vom Thema abgekommen. Aber der Farbtyp würde eher zu einem kühleren Blond passen, wobei wir ja wissen, dass Naturhaarfarben in den allermeisten Fällen zum Farbtyp  passen – aber nicht immer. Es gibt Sommer mit rötlichem Haar genauso wie Herbste mit aschig im Haar. Und Augenfarben sind noch ungenauer. Meine Erfahrung. Wir werden sehen. Auf jeden Fall ist es glattes, sehr feines Haar. Von Löckchen keine Spur.

Diesen Monat hat sie etwas Kopfgneis bekommen (unbedenkliche Schüppchen, abzugrenzen vom juckenden und nässendem Milchschorf), der sich gut mit einer Mischung aus Olivenöl und Jojobaöl behandeln lies. Shampooniert habe ich sie nicht. Es wurde nur normal mit Wasser mit Milch und etwas Jojoba gebadet und der Rest Öl ist wohl in Mützchen und Kissen versickert.

Und damit warten wir nun auf den nächsten Monat. Der, der es dann ja wirklich spannend macht, was meine eigenen Haare angeht. Wobei ich gar nicht gespannt bin. Es läuft erschreckend gut einfach nebenher im „Ist mir fast egal-Segment“. Aber eben nur fast. 😉

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21 Kommentare

  1. Das freut mich sehr, dass es Deinen Haaren soweit gut geht 🙂 Toi toi toi! Und was Deine Kleine angeht: Da wird sich haartechnisch noch so viel bis zur Einschulung ändern 😉 Erst ab dem Zeitpunkt hab ich quasi meine endgültige Farbe und Struktur entwickelt. Von hellblond über mehrere Nuancen bishin zu dunkelblond. Alles Gute weiterhin für euch 🙂 Ihr macht auf jedenfall einen glücklichen und eingespielten Eindruck, wenn ich die letzten Fotos betrachte. LG

    1. Danke! Glücklich aber derbe müde. Die authetischeren Bilder habe ich hier nicht bzw. die könnten dann eher den Novemberrückblick betreffen. Aber eingespielt sind wir auf jeden Fall. Das ist auch echt super.

    1. Ja, da war sie denke ich gedanklich woanders. Stillen oder wickeln oder was auch immer und dann kommt Mama an und macht nen Zwischenstopp vorm Spiegel. 😀

  2. Oh weh… Den Anblick vom Tangle Teezer kenn ich. Ich bin jetzt fast durch damit. Fast 9 Monate nach Entbindung und Hormon-Chaos. Es ist also noch viel Potenzial in alle Richtungen. Ich habe 5 Monate nach Entbindung ca. 10cm (von knapp Steiß auf Taille) geschnitten und es hat sich gleich viel besser angefühlt.

    Haare ziehen wird irgendwann übrigens irgendwann, wenn der Neuwuchs länger ist, nicht besser. Meine Kleine kann greift sich den mittlerweile nämlich und das ziemlich gerne. Und sie findet jede Strähne…Nicht schön 🙁 Deswegen ist auch mein Pony aktuell meist nach hinten gesteckt.

    Hihi, genau so ein Haar-Quatsch-Foto habe ich vor 2 Monaten oder so auch mal gemacht… Gehört dazu. Und man muss ja auch mal schauen, wie die kleinen mit mehr Haupthaar aussehen 😀

    1. Ja, so 9 Monate post partum ist es dann in der regel geschafft. Da hab ich noch ein halbes Jahr vor mir. Mal sehen, was dabei dann rumgekommen ist. Ich schwanke im Moment zwischen einfach ignorieren und eh hochstecken und dann auch gut dokumentieren können, was sich getan hat und DANN erst Rückschnitt, oder jetzt schon bald was kappen. Vermutlich lieber die erste Version, ich kenne mich, ich ärgere mich ja doch über jede verlorenen Zentimeter.

      1. Ich bin gespannt… 🙂 Ich konnte es nicht mehr ignorieren. Es war echt fizzelig und einfach nicht mehr schön. Da war mir die Länge dann doch nicht so wichtig 🙂

  3. Oh wie herrlich, das „Perückenbild“ mit Merle! Habe richtig laut gelacht! Merle hat aber vom ersten Atemzug an mehr Integrität als Trump (nur noch höchstens 3 Jahre, 1 Monat).

    Selbstgemachtes Leinsam-gel (+ Jojoba) mögen meine Haare sehr, falls es Dir und Euch allen was nutzt, erwähne ich es hier. Es ist absolut geruchtsarm, geeignet für empfindliiche Baby-Näschen. Ich habe das Gefühl, sie bekommen mehr Feuchtigkeit , auch wenn sie nur zusammengebunden oder hochgesteckt sind. Meine ähneln Deine, denke ich. Ich lasse sie 80cm+ (länger gerne) auch wenn die Kante nicht berauschend ist, einfach weil Hochsteckfrisuren, wie Ihr alle sicherlich wisst, mit mehr Haare besser gelingen. Und es macht einfach viel Spass sie zu hegen und pflegen – und beschnüffeln — mit den ganzen wohlriechenden Sachen, die man reinmachen kann 🙂 Ich habe mehrere Kinder, Zeit ist hammer knapp, aber die Haarpflege ist meine Art, mich zu entspannen. 🙂 Nix Bob nix!
    PS Wir haben unseren Kindern kaum die Haare gewaschen, (wozu?) und sie haben jetzt ganz tolle Haare. Dicht, lockig, schnell wachsend, was will man mehr.

    1. Ah, das mit dem Leinsamengel merke ich mir. Aktuell keine zeit für Selbstrührexperimente, aber kommt Zeit kommt wieder mehr Haarpflege. 🙂
      Ich mag bei Merle auch Shampoo und Co so lang wie möglich von ihrer Haut fern halten.

  4. Ich liebe das Quatsch-Foto! 🙂 Auf die Idee bin ich damals gar nicht gekommen. Meine Kleine hatte von Anfang an viel eigene Wolle auf dem Kopf.

    Deine Haare schauen immer noch toll aus. Das mit dem vollen Tangle Teezer ist bei mir gerade auch so. Sie kletten und verfilzen leicht und ich brauche doppelt so lange zum Kämmen wie sonst. Dabei gibt es hier gerade kein süßes Baby. (Aber einen kleinen vierjährigen Sonnenschein, da bleibt wenigstens keine Zeit zum Jammern. 🙂 )

    Alles Gute!

    1. 😀 Ich hatte daran auch echt Spaß. Und Danke.
      Tut mir Leid zu lesen, dass dir auch Haare ausgehen und das ohne so einen „netten“ Grund. Ich hoffe, es pegelt sich rasch wieder ein.

  5. Mich plagt der Haarausfall aktuell auch. Ich habe zwar kein Kind geboren, aber gerade eine Doktorarbeit abgegeben. Ich denke, da macht sich der Stress bemerkbar.

    Ich hoffe, dass es sich bei dir schnell wieder einpendelt. (Und bei mir auch…)

    Ich finde es total spannend, dass man schon bei so kleinen Babys sich Gedanken über den Farbtyp machen kann. da bin ich noch überhaupt nicht drauf gekommen.
    Ich bin gespannt, ob deine Einschätzung sich verändert, wenn sie älter wird, und die Haare vielleicht dunkler werden.

    1. Dann erst mal hezlichen Glückwunsch, Frau Doktor! 😀 Stress ist je nach Resistenz der person ein ganz schöner Faktor, wenn es um Haare geht. Sehr individuell unterschiedlich, ob sich das niederschlägt, kann aber tatsächlich recht heftig werden. Aber bei dir ist es ja jetzt geschafft. 🙂

  6. Ich lese auch gespannt mit, wie es weiter geht. Merle ist ja auch echt ne Süße 🙂

    Zum HA kann ich nur sagen: das, was Du da zeigst, finde ich (leider) täglich in der Bürste. Das ist nun wirklich wenig (wenn man mal ehrlich ist), aber ich drücke Dir natürlich die Daumen, dass es nicht mehr wird (und gerne auch weiter abnimmt). Wenn man natürlich mit HA schon Probleme hatte, trauert man um jedes Haar, auch wenn man im Grunde im grünen Bereich liegt. Jedenfalls: Daumendrückerle und alles Gute Euch dreien!

    1. Hmmm, das sind weit über 100 haare. Wirklich wenig ist dsa also nicht. Bei Haarausfall kommt es auch immer auf die relation an. Wenn du auch normalerweise sehr viele Haare verlierst fiktiv sagen wir mal so 80, dann sind 120 oder so gar nicht so wüst und kein Zeichen für Besorgnis. Kommt man dagegen von nur 10 Haaren am Tag, dann sind 80 schon als Haarausfallreaktion zu bewerten. Die absoluten zahlen sind dann noch ein weiterer Faktor. Da sagt man eben allgemein: über 100 gilt als Haarausfall. So gesehen ist alles so zwischen 50 und 150 etwa individuell, ob das schon Haarausfall ist doer nicht.DArunter würde ich auch sagen: Ist keiner, höchstens mal vermehtes Shedding. Darüber ist ziemlich sicher Haarausfall, der eine Ursache hat.
      Das in der Bürste entspricht etwa dem Doppelten, was ich normaleweise verliere (ich bin auch ein „Vielhaarer“ 😉 ), eicht aber schon um den Zopfumfang zu senken. Wenn man dauerhaft (über Jahre) diese Menge verliert, erreicht man irgendwann einen Punkt, an dem die Haare nicht mehr dünner werden. Dann gleichen sich verlust und Neuwuchs aus in der Regel bei starkem Taper, also deutlichem Ausdünnen der Haare vom Ansatz zu den Spitzen hin.

  7. Hallöchen,

    ich lasse aktuell auch vermehrt Haare und haben keinen sonderlich neuen Stress.

    Glaubt ihr bzw. glaubst du, Heike, an saisonalen Haarausfall?

    Zumal bei mir auch kein Eisen-/Feritin-Mangel festgestellt wurde.

    Mal abwarten…

    Euch alles Gute! Ich lese sooo gern hier 🙂

    1. Ich weiß nicht recht, ob es eine Glaubensfrage ist. Fakt für mich ist, dass ich viele kenne, die sagen, dass sie das immer wieder erleben. Andererseits sind Haare so sensibel, dass man nicht sicher sein kann, ob es wirklich die Jahreszeit ist oder etwas anderes, was vielleicht einfach auch einen Jahresrhythmus hat (Arbeitssituation, unterschwellig stressige Familienfeiern, Vit-D-Mangel…) Da gibt es sehr viele Möglichkeiten und da Haare eben auf sooo vieles reagieren können ist das immer sehr schwer zu sagen ohne die betroffene person en Detail zu kennen.

  8. Liebe Heike,
    ich weiß, ich schreibe hier am falschen Ort, nur weil ich keine Ahnung habe von Instagram, aber hab vielen Dank für den Verweis auf Sierra Nielson. So wie Du ist sie pure Inspiration. Hab vielen Dank für Deine Mühe – Deine Seite inspiriert und tut super gut!

  9. Meine Kleine ist eine gute Woche älter als deine Merle und mich hat der postpartale Haarausfall jetzt auch erwischt. Ich werde auch erstmal nicht mehr schneiden, als ich es sonst getan hätte, sondern warte erstmal ab.

    Beim Baby wird der Flaum oben auf dem Kopf nun immer dichter, aber am Hinterkopf und ein bisschen auch an den Seiten hat sie kahle Stellen vom liegen – obwohl sie viel getragen wird. Ich bin sehr gespannt, ob sie auch die gleiche Haarfarbe bekommt wie ihre Schwestern (dunkelblond, das mit zunehmendem Alter immer mehr Richtung braun geht). Das ist schon spannend zu beobachten. 😀

    1. Ich haare jetzt auch richtig wüst. Das hier ist ja noch das Bild aus Oktober. Der November haut jetzt richtig rein. Woche 12 ist erreicht, lehrbuchmäßig also.
      Wegen der kahlen Stellen bei deiner Kleinen: Ich lege Merle ein Seidentuch unter den Kopf, das hilft auf jeden fall gegen Verfilzen und daduch bleiben mehr Haare erhalten. Ein bisschen sieht man die Liegestellen, aber das Tuch hat gut was gebracht. 🙂

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