7. November 2017

Bio Eiweißpulver im Vergleich

Ob man Eiweißpulver nun „braucht“ oder nicht, das sei dahingestellt. Weshalb wir es verwenden und weshalb es in bestimmten Situationen Sinn machen kann, obwohl echte Lebensmittel erste Wahl sind, findet ihr im ersten allgemeinen Artikel zum Thema Eiweiß

Hier und heute geht es jetzt wirklich nur um den Vergleich. Denn Benedict und ich haben schon einige Eiweißpulver durchprobiert, einfach weil sie verschiedenen Anforderungen gerecht werden sollten: Verträglichkeit, Geschmack, Konsistenz, möglichst bio und Vielseitigkeit wäre auch ganz nett.

Übersicht

Das sind sie, unsere Pülverchen. Eine ganz schöne Auswahl. 5 vegane Produkte, drei nicht-vegane, davon eins ohne Milchproduktbasis, eins ist nicht bio, sodnern nur aus Weidehaltung und eins ist definitiv nicht bio, aber eins der bekanntesten Pulver und deshalb gut für den Vergleich hier.

Die eingebetteten Links sind Affiliatelinks zu Amazon.

Hanfproteinpulver von Sevenhills

Ich mag die Firma und habe auch Kakaonibs und Lucumapulver daher und finde die A>uswahl generell echt gut. Ganz nebenbei ist es mein liebstes Verpackungsdesign in der großen Reihe hier, aber da hat man ja jetzt nicht so viel von. 😉

Hanfproteinpulver ist eines der wertigsten pflanzlichen Eiweiße mit sehr gutm Aminosäureprofil plus noch guten Fetten und Vitaminen und Mineralstoffe. Hanf istgenerell eine Pflanzemit enormem Potential: Kleidung, Papier, Öl, Nahrungsmittel wie dieses hier, Medikamente… und ja, auch Rauschmittel, aber dieses Pulver hier nicht, es ist ein normales Lebensmittel, daraus könt ihr keine Haschkekse machen. 😉
Als ich seinerzeit auf der Suche war nach einem Proteinpulver, das nicht auf Kuhmilchbasis (Whey oder Casein) ist, war Hanf mein erster guter Treffer. Bestellt, getestet… durchgefallen. Tatsächlich schmeckt Hanf leider ziemlich eigen: schwer, ziemlich muffig und versucht bitte erst gar nicht daraus einen Shake zu machen, die Pulvrigkeit geht nicht weg, es ist ein fieses Mundgefühl. Trotzdem mag ich es mittlerweile sehr, denn man muss nur wissen wie es lecker wird. Durch die Pulvrigkeit ist es also ungeeignet für Shakes und es braucht wegen des Geschmacks einen starken Gegenpol. Eine mögliche Verwendung hatte ich euch hier schon mal gezeigt:
Hanfproteincreme.

Banane, Avocado und Kokos mit etwas Zitrone sind stark genug im Eigengeschmack, um das Pulver abzufangen. Ein weitere Rezept habe hier schon mal in aller Kürze für euch, das kommt noch mal gesondert (dann kann ich es besser verlinken):

Hanfproteinbällchen

Kakao und Zimt sind ebenfalls mächtige Gegenpole, um den Hanfeigengeschmack abzufangen. Die Bällchen sind sehr dicht und schwer, macht sie eher klein, sonst kaut und kaut ihr und es wird im Mund immer mehr. 🙂 Das Rezept lässt sich stark vereinfachen auf nur Kokosöl, Hanfpulver, Kakao, Zimt und Ahornsirup, so gemischt bis es gut pappt und genug Süße hat.

Bezugsquelle, Amazon: Hanfproteinpulver von Sevenhills

Erbsenproteinpulver von Biotiva

Für mich das mit Abstand schwächste Eiweiß in der Reihe, da geschmacklich ebenfalls eher eigen, in Shakes auch ziemlich pulvrig-körnig und es hat nichts, was gegenüber anderen Pulvern für mich besser machen würde. Man könnte es vermutlich ähnlich verwenden, wie das Hanfpulver, um den Geschmack und die Pulvirgkeit abzufangen. Auf jeden Fall für mich kein Wiederkufprodukt. Wenn ihr aber gute Rezepte damit habt, gern her damit. Ich muss den Sack ja noch aufbrauchen.

Bezugsquelle, Amazon: Erbsenproteinpulver von Biotiva

Sojaproteinpulver von Erdschwalbe

Der Klassiker wenn es um vegane Eiweißpulver geht. Zu Soja kann man wegen der Phytoöstrogene geteilter Meinung sein. Ich würde es auch nur Bio kaufen, da Soja eine der am meisten genmanipulierten Pflanzen ist. Aber hier ist es. Ich habe es auch geholt WEGEN der Phytoöstrogene, dazu habe ich im Artikel „Postpartaler Haarausfall: Vorbeugung“ schon geschrieben.

Soja löst sich gut, geht also gut im klassischen Shake, ist geschmacklich in Ordnung und mit etwas Süße dazu wirklich okay. Damit ist es sehr flexibel im Einsatz, denn natürlich geht es auch in Cremes, Bällchen oder Kuchen, es macht sich nicht wichtig zwischen den anderen Zutaten und ist damit eine gute Ergänzung.

Bezugsquelle, Amazon: Sojaproteinpulver von Erdschwalbe

Reisproteinpulver von Bionutra

Kann man im Shake machen, muss man aber nicht. Wer also etwas veganes für den Shake sucht und Soja aus Gründen nicht will, der könnte es mit Reis versuchen. Mein Fall ist es nicht. Reisproteinpulver ist aber mein Proteinpulver der Wahl, wenn ich Kuchen bache und Mehl durch Eiweiß ersetzen mag (nkicjt das gesamte Mehl, aber die Hälfte geht meist sehr gut). Deshalb ein Nachkaufprodukt, noch dazu auch nicht so wüst teuer wie andere Pulver. Noch dazu ein pflanzliches Pulver, das nicht aus Hülsenfrüchten ist (die ich nicht so ganz so super vertrage) und dabei nicht so penetrant wie Hanf.

Bezugsquelle, Amazon: Reisproteinpulver von Bionutra

veganes Eiweißpulver mit Schoko-Erdnuss-Geschmack von veganz

Dieses Pulver ist ein Mischpulver, also es besteht aus verschiedenen Eiweißsorten, alle pflanzlich natürlich. Ich hatte es mir seinerzeit geholt, weil es praktischerweise bei dm zu kaufen ist. Eine Freundin von mir hat es auch und mich mal gefragt: „WAS machst du damit?“ Was schon impliziert, dass es ebenfalls für Shakes eher Geschmackssache ist und zwar weder ihre noch meine. Die Pulvrigkeit ist auch hier zu deutlich, damit einfach nicht schön im Mund, der Geschmack überzeugt nicht, insgesamt behält es etwas Muffiges. Dennoch ist es ein Nachkaufprodukt bei uns, denn: mit dem Pulver gelingen uns die besten Eiweißpfannkuchen, also Pfannkuchen bei denen Mehl zumindest teilweise durch Eiweißpulver ersetzt wird.

Bezugsquelle, Amazon: veganes Eiweißpulver mit Schoko-Erdnuss-Geschmack von veganz
außerdem in jedem dm-Drogeriemarkt, soweit ich weiß und auch in einigen Bio-Supermärkten

Kollageneiweißpulver von Primalife

Gefunden auf der Suche nach einem Pulver, das zu Paleo passt, aber nicht Hanf ist. Reis (Getreide) sowie Soja und Erbse (Hülsenfrüchte) waren deshalb schon raus, ebenso wie Whey (Milchprodukt). Letztlich habe ich es auf Empfehlung einer Blogleserin gekauft (Danke dafür!). Ich fand es erst komisch, denn letztlich ist es hydrolysiertes Weiderind (also hier nicht bio) und das fand ich… naja, komisch. Somit ist es das einzige Puvler hier, das noch nicht mal vegetarisch ist. Soll angeblich gut sein fürs Bindegewebe und die Haut an sich. Das fand ich in der Schwangerschaft mit wachsendem Bauch und somit sehr gedehnter Haut sehr passend. Tatsächlich meine ich, dass ich gut beobachten konnte, dass die Haut noch mal besser wurde (weniger Unreinheiten) und das unabhängig vom Schwangerschaftsglow. Es ist nach wie vor mein Lieblingsprotein und die gute Haut ist mir erhalten geblieben. Die Pickelchen, die ich jetzt habe, waren die Rache eines Fressexzesses abends auf der Couch, als ich übermüdet war und naja. 😉 Kennt man ja. Also die meisten kennen das wohl, egal ob junge Mutter oder nicht.

Das Pulver löst sich sehr gut ist geschmacklich neutral, sodass ein Shake mit Pflanzemilch angenehm süß und mild dabei ist. Wie alle anderen Puvler auch eigenet es sich hervorragend zum Backen und auch in meinen Bällchen funktioniert es gut als Eiweißboost.

Absolutes Nachkaufprodukt durch Geschmack und Einsatzfähigkeit, auch wenn, naja, es eben leider ein Tierprodukt ist. Kein anderes Pulver kann für mich aber mit ihm mithalten.

Bezugsquelle, Amazon: Kollageneiweißpulver von Primalife

Bio-Whey-… bzw.: Bio-Milcheiweiß von ProVista

Mein erstes Eiweißpulver, das ich seinerzeit nach dem Hanf ausprobiert habe und ich bin ihm treu geblieben, Milchprodukt hin oder her (Whey ist Molkeneiweiß, aber Obacht, siehe EDIT). Geschmacklich wunderbar süß und mild, sehr gute Löslichkeit im Shake, in Smoothies wird alles richtig fluffig cremig, zum Backen geht es auch wunderbar. Ich bevorzuge das Kollagen nur deshalb, weil ich ab und an doch gucken muss mit den Milchprodukten (so wie derzeit in der Stillzeit, leider. das ist individuell und gilt nicht für Stillzeit allgemein, sondern nur für Merle und mich erst mal). Wer ein klassisches Eiweißpulver sucht nur ohne Süßstoffe oder anderen Blödsinn, der ist hier richtig. Ich verwende das Whey schon lange und wer auf Instagram mitgelesen hat, der wird gesehen haben, dass ich ein paar Sponsored Posts dazu hatte. Dieser hier gehört nicht dazu. Genauso wenig wie ältere Artikel, in dem ich das Produkt schon mal empfohlen hatte.

Bezugsquelle, Amazon: Bio-Milchprotein von ProVista

EDIT: Meine Leser sind mal wieder großartig – Danke fürs Draufstoßen. Ich bin etwas enttäuscht. Was ich hier als 100%-Bio-Whey eingebunden habe ist eigentlich 100% Bio-Milcheiweiß. Dieses setzt sich zusammen aus 80% Casein und nur 20% Whey. Und ich überlege und überlege wie es sein kann, dass ich so auf dem Whey-Dampfer gefahren bin…? Ob sich da was geändert hat? Ich verwende das Pulver seit über einem Jahr. Zwischenzeitlich gab es eine Änderung im Verpackungsdesign. Ob sich da dann auch was an der Rezeptur geändert hat? Hm. Unbefriedigend. Vor dem Hintergrund des Sponsorings letztens finde ich das jetzt noch mal blöder. 
Casein ist das Milchweiß, das die meisten Probleme mit Allergien machen kann, weswegen ich das eigentlich eher meide. Dass ich es hier immer gut vertragen habe ist gut, dennoch. Das hinterlässt grad einen schalen Nachgeschmack. Doof. Tut mir Leid, dass ich das nicht selbst rausgefunden habe, bevor ich hier veröffentlicht habe. Ich bin mir so sicher, dass auf der alten Dose „100% Whey“ stand… und das habe ich dann mit dem Redesign nicht in Frage gestellt. 

Gold Whey von Weider

Weider ist eine der großen Marken für Fitnesssupplemente. Ich selbst konsumiere nichts davon wegen der enthaltenen Süßstoffe. Benedict bevorzugt das Gold Whey, weil es ihm schmeckt (Schokoladengeschmack) und es eben durch den Süßstoff noch weniger Kalorien dabei hat und sich auch gut nur mit Wasser anrühren lässt, um ganz schlank daher zu kommen. Es bleibt dabei dennoch cremig im Geschmack. Ich dagegen mische meine Shakes immer mit Pflanzenmilch und ab und zu auch noch mit einem Schuss Ahornsirup oder Honig, denn mir geht es nicht um Kalorienreduktion, sondern einfach um das Extra an Eiweiß. Benedict sagt, von der Konsistenz ist das Gold Whey hier ungeschlagen. Ich sage, diese Cremigkeit hat dann leider eben ihren Preis und der heißt Zusatzstoffe. Am vergleichbarsten ist dann noch das provista Whey, gefolgt vom Kollagen und erst dann mit reichlich Abstand vom Sojapulver.

Bezugsquelle, Amazon: Gold Whey von Weider (500g) und hier noch mal die extra Kingsizeversion 😉 Gold Whey (2000g)

Shaker zum Homogenisieren – lecker ohne Klümpchen

Eiweißpulver neigen leider dazu, sich in wässrigen Medien nicht allzu gut zu lösen. Wie schon beschrieben, hängt das stark vom jeweiligen Pulver ab. Griesig bis klumpig ist der Shake dann wirklich alles andere als angenehm im Mund. Mit einem Löffel kann man diese Klümpchen schlecht unterrühren. Eine große Hilfe ist uns immer ein Shaker. Dieser durchmischt in Sekundenschnelle das Pulver mit der Flüssigkeit, braucht keinen Strom und ist sehr schnell wieder gereinigt. Wir nutzen den Shaker von Weider. Dieser funktioniert sehr gut und hat bis jetzt noch nicht das Ende seiner Lebensdauer erreicht. Mittlerweile ist nur das Branding an der Außenseite verblasst. Würden wir uns noch mal einen Shaker zulegen, dann würden wir uns für einen Bisphenol-A-freien Shaker entscheiden. Preislich ist da kein Unterschied. Wichtig bei Shakern ist das innenliegende Gitter, das muss vorhanden sein.

Standard Shaker
Bezugsquelle, Amazon: Weider Shaker (700 ml)

Skaker BPA-free
Bezugsquelle, Amazon: Shaker BPA-free

Davon ab, wenn es wirklich perfekt gemischt sein soll und ihr fürs Reinigen etwas mehr Zeit habt, werden die Shakes natürlich am besten mit einem Standmixer oder Pürierstab. Ein Powermixer wie unser Vitamix ist dafür definitv nicht nötig, da tun es bedeutend kleinere Kaliber auch. Ich kenne etliche Leute, die auch einfach einen Milchaufschäumer verwenden.

Und das waren sie, unsere Eiweißpulver.

Lupinenpulver habe ich jetzt ganz neu noch entdeckt, das habe ich aber noch nicht probiert, ist aber auf meiner Wunschliste. Chiapulver ebenfalls nicht, denn das war mir zu teuer. Ganz allgemein esse ich auch sonst sehr eiweißreich auf Basis echter Lebensmittel, also bei mir vor allem viele Eier, Fleisch, Fisch, Nüsse und Samen, gern auch Quinoa und Amaranth, die noch gut als glutenfreie Getreide funktionieren. Eiweißpulver sind nett, wenn es mal schnell gehen soll, denn so hoch ich Essen und Kochen priorisiert habe, manchmal habe ich einfach keine Lust, manchmal stelle ich abends fest, dass ich mich den ganzen Tag nur von Fett und Zucker ernährt habe (fast) und manchmal finde ich das Zeug auch einfach lecker, eben weil es so prima Pfannkuchen, Bällchen und Bananeneis damit gibt.

Für jemanden, der ein Kaloriendefizit anstrebt, sind Eiweißpulver eine Möglichkeit einen Shake zu einer Mahlzeit zu trinken, um diese kleiner ausfallen zu lassen, denn die Flüssigkeit füllt und Eiweiß sättigt gut. Viele ersetzen sogar ganze Mahlzeiten durch Shakes, wovon ich persönlich kein Freund bin, da ich das als unbefriedigend erlebe und ich echte Lebensmittel immer als Basis behalten würde. Wie soll ein Eiweißshake – wohlmöglich sogar nur aus Pulver und Wasser – denn die Vielseitigkeit eines Salats eines günene Smoothies oder eines Omlettes ersetzen? Weniger Kalorien hin ode rher, wer nur die und das Eiweiß zählt hat etwas ganz Wichtiges ja Grundlegendes an gesunder Ernährung nicht verstanden.

Ich verweise somit noch mal auf den vorangegangen Artikel. 🙂

Ich hoffe, diese Übersicht war hilfreich für euch und bewahrt euch vor Fehlkäufen oder auch davor das teure Hanfprotein wegzuwerfen, weil es im Shake einfach eklig ist. Macht die Bällchen, die sind echt super!

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11 Kommentare

  1. Liebe Heike, danke für den Eiweißvergleich :). Da ich noch nie von Kollagen-Eiweißpulver bzw. hydrolisiertem Rind gehört habe, habe ich mal etwas gegoogelt, um da mehr Einblick zu erhalten. Jetzt stehe ich dem Produkt skeptisch gegenüber. Leider weiß ich nicht, wie verlässlich meine Quelle nun ist, doch ich möchte die Information dir und deinen Bloglesern trotzdem nicht vorenthalten. Jedenfalls habe ich jenen interessanten Kommentar zu einem Text mit dem Titel „Supplement Verarsche“ entdeckt, und zwar auf der Seite http://www.gannikus.com/hot-stuff/supplement-verarsche-produkte-die-es-eigentlich-nicht-gibt/ Etwas skeptisch war ich, weil die Seite so bunt und plakativ aufgemacht ist, doch es scheinen dort durchaus Leute unterwegs zu sein, die sich mit der Thematik auskennen.

    Hier der Kommentar:
    „“Protein von Weidekühen“ oder „Protein von grasgefütterten Kühen“ heisst nicht, daß in der Dose 100% „Weideprotein“ enthalten ist. Es ist „Weideprotein“ drinnen – aber wieviel Prozent? Um damit werben zu können kann 1% „Weideprotein“ und 99% normales Protein enthalten sein. Das sind rechtliche Fakten. Ihr kennt es aus anderen Bereichen der Lebensmittelindustrie. Um damit werben zu können, ist ein niedriger Prozentteil enthalten. Der Rest ist Standard. Wir haben täglich mit Rohstoffen zu tun und ich kann versichern, daß es ein „Weideprotein“ sofern es dies gäbe, unbezahlbar und für den „Massenmarkt“ gar nicht verfügbar wäre.

    Wer vegane BCAAs sucht – wir haben sie im Sortiment. Hergestellt aus Mais. Das Zertifikat können wir nachweisen. Wir verkaufen keinen Müll.
    (bitte den Absatz löschen, wenns nicht erwünscht ist)

    Nur die wenigsten Firmen wissen überhaupt, welche Produkte sie überhaupt verkaufen. Das meiste wird bei einem Abfüllwerk hergestellt. Die beziehen auch die Rohstoffe. Synthetische Aminos sind nicht automatisch vegan. Der Ursprung kann auch tierisch sein (Entenfedern, Menschenhaare). Kein Witz.

    Beef Aminos sind der größte Betrug. Es wird mit Rindfleischprotein geworben, aber es ist nur Gelatine.

    Wie erkennt man das?

    Einige Hersteller geben eine Aminosäurebilanz an. Geht der Tryptophangehalt gegen Null und ist der Glycingehalt wesentlich über 5% ist´s billigste Gelatine mit der biologischen Wertigkeit nahe Null. Andere Hersteller geben daher die Aminosäurebilanz gar nicht erst an. Auch die Aminosäuren Hydroxylysin und Hydroxyprolin sind nur in Gelatine enthalten.

    Wir haben ständig auf dem Rohstoffmarkt zu tun. Ich möchte es so formulieren: Wir kennen keinen einzigen (!) Rohstoff aus echtem Rinderprotein. Alles Gelatine. Alles Betrug am Kunden.

    Für den Muskelaufbau ist dieses Zeug nicht geeignet. Klar nimmt man noch andere Proteinquellen zu sich. Aber in Gelatine sind alle essentiellen Aminos (also auch die BCAAs) wesentlich geringer konzentriert als in jedem anderen Protein. Andere Proteinquellen würden diesen Mangel etwas abschwächen, aber er bleibt vorhanden.
    Wer würde es kaufen, wenn er diesen gravierenden Mangel kennen würde? Beef Protein kaufen die meisten, weil sie es für eine besonders hochwertige Proteinquelle halten. Das Gegenteil ist der Fall. Es gibt keine schlechtere Proteinquelle als Beef-Protein. Das ist keine Übertreibung. (…)“

    Auf Wikipedia steht auch, dass der Hauptbestandteil von Gelatine hydrolisiertes Rind ist, allerdings mit dem wichtigen Zusatz, dass der Gelatine die essentielle Aminosäure Tryptophan fehlt, weshalb sie eben kein „vollwertiges Nahrungsprotein“ sei (Wikieintrag zu Gelatine). Also gut, hydrolisiertes Rind wäre demnach doch mehr als einfach nur Gelatine-fragt sich nur, ob in diesen Produkten dann tatsächlich so viel Tryptophan drin ist, dass sich der Kauf des Produkts wirklich lohnt.

    Und in diesem für mich sehr kompetent wirkenden Video erklärt Julian, weshalb Beef Protein „doch nicht so scheiße“ sei, sagt aber auch, dass Beef Protein eben doch die essentielle AS Tryptophan fehlt (ab Minute 6): http://suppmarine.de/julian-zietlow-aminosaeureprofil-ist-beef-protein-wirklich-so-scheisse/

    Bei so tierischen Nischenprodukten bin ich immer sehr skeptisch, weil die leider allzuoft einfach nur Abfallprodukte sind und dem dann ein toller Name und ein nettes Label verpasst werden und der Kunde denkt, es sei das Gelbe vom Ei.

    Nun ja, ich sags mal so-ich würd dann doch eher zu einer pflanzlichen Eiweißpulverquelle greifen, erst recht, wenn das tierische Produkt nicht Bio ist, und als Nicht-Vegetarier/Veganer würd ich dann mit tierischem, natürlichen Eiweiß ergänzen.

    So jetzt hab ich auch mal recherchiert 🙂 hoffe, das Anbringen der Links als Quellen ist in Ordnung.

    1. Ui, und ich komme jetzt erst zu den Kommentaren.
      Irre Sache. Spannend. Und wusste ich nicht. Wahnsinn. Müsste ich jetzt alles nachrecherchieren, befürchte, das schaffe ich aber nicht mit Baby…
      Klingt erst mal auf jeden Fall schlüssig. Wenn es nur Gelatine ist, würde es dennoch erklären, weshalb es meiner Haut so gut getan hat. Den Ansatz kenne ich aus meinen Paleorecherchen, zwar schon etwas her, aber sei es drum. Da wird unter anderem Knochenbrühe (bone broth) so sehr gelobt, weil dabei die Gelatine aus den Knochen ausgekocht wird und dieser werden positive Effekte auf den Darm insbesondere bei leaky gut zugeschrieben. Darm und Haut sind ja sehr eng gekoppelt und Darm ist bei mir ein sehr sensibles Organ. Von daher würde das dann erklären, weshalb mir das Kollagen dennoch so gut bekommt, auch wenn es nicht das ist, wofür ich es gehalten habe. Für Makronährstoffausgleich ist es dann natürlich wegen des nicht vollständigen Aminosäureprofils eher nicht so doll auch für sportliche Ambitionen… Hmhmhm…
      Das behalte ich auf jeden Fall auf meiner To-Do-Liste für zukünftige Recherchen, wenn Baby mich lässt. Das möchte ich auf jeden Fall auch noch besser nachvollziehen können.
      In sofern: Vielen Dank für den Kommentar und für die Quellen!

  2. Vielen Dank!
    Der Artikel ist sehr hilfreich für mich.
    Besonders bezüglich des Hanfproteins, das wollt ich schon länger ausprobieren. Besonders dankbar bin ich für die Rezepte dazu.

    Bei mir fällt ziemlich viel weg: Getreide (auch glutenfreies), Milch (Kasein, deshalb trau ich mich auch nicht, das Whey auszuprobieren, ganz ohne Reste von Kasein wird das nicht herzustellen sein)., Soja…

    Das Kollagenhydrolysat hab ich auch, hauptsächlich weil es für mich verträglich ist. Geschmack und Geruch empfinde ich nicht als neutral, ich mag ich beides nicht. Aber ich nehme das Pulver trotzdem, meiner Haut tut es erstaunlich gut.
    Ich werde es mal mit Pflanzenmilch versuchen und einen Shaker benutzen, vielleicht ist es dann angenehmer im Geschmack.

    Vielen Dank Dir und weiterhin Alles Liebe für Euch 3,
    Jessica

  3. Hallo Heike,

    Lupine ist sehr mild – es bleibt aber die Frage, wie gut du es verträgst, weil es eben eine Hülsenfrucht ist. Sonnenblume fand ich zuletzt auch lecker.
    Ich störe mich aber an sich nur an der pulverigen Konsistenz, wenn ich den schlecht verrührten Bodensatz im Mund habe, insofern kann es sein, dass die Pulver dir zu pulverig bleiben.

    Liebe Grüße,
    Katja

  4. Ich kann als Shaker übrigens sehr die Blenderbottle ProStak empfehlen. Auch BPA frei, hat zum Shaken einen kleinen Edelstahl-Ball drin, der Klümpchen beseitigt und den Shake sehr cremig macht.
    Und das beste Feature für mich Ordnungsfreak: Man kann sie super genial stapeln/zusammenschrauben mit Dosen verschiedener Größe in die man das Pulver, Nüsse, Kleinzeugs oder wie in meinem Fall auch mal ne Portion Porridge (größte Schraubdose mit 250ml) packen kann.
    Spülmaschinentauglich außerdem.
    Klingt jetzt wie ein Werbebeitrag, isses aber nicht, ich bin einfach nur begeistert von dem Teil, seit ich es mal zum Geburtstag von meiner Besten geschenkt bekommen habe.

    Schade, dass ich deinen Beitrag nicht eher gelesen habe. Veganz ist bei mir auch haushoch durchgefallen, der Geschmack war so durchdringend, dass ich es nichtmal geschafft habe Protein-Brownies damit zu backen, ohne den Muff nachher ne ganze Weile im Mund zu haben. Pancakes wären da mal ne Idee gewesen, ich hab es dann leider echt weggeschmissen, ich konnte es wirklich nicht mehr riechen 🙁

    1. Oh danke für den Tipp!
      Und ja, kann ich verstehen mit dem veganz-Pulver. Ich hab da aus Geiz rumexperimenterit, weil ich dachte: Nee! Zu teuer zum Wegwerfen!

  5. Danke für diesen Beitrag. Er wird mich auf jeden Fall davor bewahren das veganz Pulver zu kaufen. Hatte eigentlich vor das mal auszuprobieren, aber wenn das nix für Shakes ist, dann ist es auch nichts für mich. Bisher hab ich ja einfach auf das am leichtesten zu besorgende, vegane (nicht-bio) Pulver zurückgegriffen, das natürlich auch voller Süß- und Ersatzstoffe ist. Dein Beitrag hat mich jetzt aber dazu angeregt da nochmal genauer zu recherchieren, was tatsächlich das beste Pulver für meine Bedürfnisse ist und Bio fände ich ja auch ganz schön. Da ich aber auch nicht empfindlich auf Zusatzstoffe reagiere, muss es auch nicht unbedingt ein „reines“ Proteinpulver sein. Nur vegan sollte es auf jeden Fall sein, schon allein weil ich auf Milchprodukte empfindlich reagiere. Wobei so ein weiteres Produkt ohne Süßstoffe zum backen oder Energiebällchen machen sicher keine schlechte Idee ist.
    LG, Annie 🙂

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