7. Oktober 2017

Healthy Mindset – Alles eine Frage der Einstellung

Über  habe ich mich ja schon mehr als einmal ausgelassen. Heute geht es an die Grundlage all dessen: Wie bekomme ich das eigentlich hin, das alles zu wollen, zu tun und mich dabei gut und nicht unter Druck gesetzt zu fühlen?

Das ist so ein Artikel, von dem ich längst nicht gedacht hätte, dass ich ihn mal schreibe. Mindset. Mir ist dieser Begriff in verschiedenem Kontext immer wieder begegnet: Einstellung, Achtsamkeit, Meditation, Haltung, Positivität, Affirmation, Visualisierungen, Dankbarkeit, Disziplin, Dedication, Commitement… Das waren die Begleitbegrifflichkeiten. Meist kam das Thema an mich heran durch Fitnessrecherchen und auch über meine Liebe zum Minimalismus.

Und nun bin ich doch da. Und mag mit euch teilen, denn offenbar bin ich so nah zu diesem Kern vorgedrungen, dass ich es so soweit ausstrahle, dass ihr mich danach fragt, wie ich das mache. Was für mich ein enormer Ritterschlag ist. Tausend Dank dafür!

Was wirklich zählt, ist das Innere

Das Innere, das seid ihr, das Selbst, das ist was euch wirklich ausmacht. Es ist die Kraft und Macht eurer Gedanken, die letztlich bestimmt, wie ihr euch selbst und eure Umwelt wahrnehmt und wie ihr auf sie reagiert.
Bei solchen Sätzen war ich lange Zeit total raus. Ist ja toll, hab ich gedacht, und was, wenn mein Inneres aber ein Zweifler ist und irgendwie da drin alles so vollgestopft ist und ein bisschen oder auch ein bisschen mehr durcheinander und unsortiert und ab und an auch dunkel, zynisch und vielleicht sogar agressiv oder deprimiert? Klar, da sind auch andere, schöne Seiten in mir, aber wie soll denn meine Kreativität, mein Intellekt, mein „Und es ist mir nicht egal!“, wie soll das denn die andere Teile kompensieren? Muss ich die kompensieren? Das bin doch auch ich? Ruht ihr mal alle schön in euch selbst, Menschen sind unterschiedlich und ich bin so eben nicht!

Und da bin ich dann gestolpert. Denn das kollidierte mit einer meiner grundsätzlichsten Säulen meines Selbst- und Weltverständnisses: Es ist eben nicht einfach so! Und so hab ich ein Auge auf das Thema behalten. Ein skeptisches.

Ich funktioniere von außen nach innen

Was mich wohl lange sehr irritiert hat, war, dass egal wo ich geschaut habe, ständig propagiert wurde, dass man ja zu sich selbst finden muss, an sich glauben, die eigenen Gedanken in positive Bahnen lenken und so weiter, um dann seine Umwelt zu verändern und damit wiederum auch sich selbst.

„Erst mal musst du dich selbst lieben und akzeptieren!“
„Minimalismus geht nicht darum weniger Dinge zu besitzen, sondern darum im Kopf Ordnung zu schaffen.“
„Wenn ihr Sport macht, dann ändert sich vor allem eure Einstellung, die körperlichen Veränderungen erkennt ihr dann als zweitranging!“
„Wether you believe you can or you can’t you are right!“

Und ich dachte mir nur: Aha. Was ich alles muss. Und vielleicht kann ich eben manchmal einfach nicht? Ich räume jetzt erst mal auf, mich nervt der Krempel. Und ja doch, ich mache Sport aus Eitelkeit! So!

Der Witz ist, dass ich jetzt verstehe, was mit den Aussagen oben wirklich gemeint war und ist. Aber ich funktioniere eben von außen nach innen. Das hatte ich vorher schon beobachtet und war deshalb auch nicht so arg genervt von den Ansprüchen, die bei diesen Sätzen ja mitschwingen und sich für mich gerde zu Anfang anfühlten wie Extradruck und kein Stück wie eine helfende Hand. Denn erst mal fühlte ich mich eher ungenügend. Als würde ich das alles aus niederen Beweggründen machen und wäre damit kein echter Minimalist, nur ein oberflächliches Fitnessmädel und ziemlich weit weg davon ich selbst zu sein. Ich war offenbar einfach nicht toll genug, so innerlich, um diese Sätze aus tiefstem inneren Einverständnis zu sagen und damit mein Leben auf die Reihe zu kriegen.

Ich finde es bewundernswert und vor allem aus meiner Warte heraus auch unglaublich erstaunlich, dass es Menschen gibt, die so bei sich sind, die den Kern der Sätze sofort begreifen, weil es sowieso schon Teil ihrer Selbst ist und sie das nur noch mal schön formuliert lesen mussten. Die daraus dann ableiten können: „Oh, wenn ich auch mit meinem Körper und meiner Umwelt den Frieden schließen mag, den ich mit mir habe, dann sind zum Beispiel gesunde Ernährung, Fitness und Ordnung eine prima Sache!“ So bei sich selbst zu sein, auch wenn der Körper bockt, es um einen herum aussieht wie nach einer Hausparty von vor einer Woche, die keiner aufgeräumt hat… Respekt. Mittlerweile traue ich mir diese Fähigkeit auch zu. Aber als ich angefangen habe mich mit der Thematik zu beschäftigen, konnte ich darüber nur einmal etwas schrill lachen. „Jaja.“ Jaja heißt… na ihr wisst schon.

Somit bin ich erst seit einiger Zeit dabei mich um meinen Kern zu kümmern und auch den aufzuräumen. Nach den großen Entrümplungsaktionen kann ich auch meine inneren Themen ausmisten. Erst, da ich meinen Körper fit gemacht hatte und habe ausheilen lassen, erst dann konnte ich schauen, was in mir drin noch gestärkt, teilweise auch ausgeheilt werden wollte. Und das Tolle dabei, sind die Rückkopplungen, die sich dadurch ergeben.

Unterbewusst und bewusst

Der Witz dabei ist, dass es auch so vermeintlich von außen nach innen dennoch ein von innen nach außen ist. Denn dass ich mich überhaupt um die Äußerlichkeiten gekümmert habe, setzt voraus, dass ich mich innerlich so gern hatte, dass ich es mir wert war meine äußere Umwelt so anzupassen, dass mein Inneres davon profitierte. Ich bin es mir wert, dass ich mich um meine Gesundheit kümmere und ja, ich habe ein schönes Zuhause verdient, das mir Ruhe und Geborgenheit spendet und das mich optisch erfreut. Ich habe es verdient in einer Welt zu leben, die morgen besser ist als heute oder gar gestern. Wir sind hier also bei der Basisressource, dem Selbstwert. In diesem Artikel bin ich darauf schon mal eingegangen.

Und wie bin ich da hin gekommen?

Egal also ob ihr von außen nach innen oder von innen nach außen funktioniert: Wichtig ist vor allem, dass ihr entscheidet etwas zu tun. An einem Punkt anzusetzen, der für euch passt, in dem ihr euch Zuhause fühlt, dort aktiv zu werden. Wenn es erst mal der optische Anreiz beim Sport ist, ist das auch okay, nur bleibt offen dafür dabei zu erleben wie genial es ist, stärker zu werden und stolz auf die eigenen Disziplin zu sein. Wenn es für euch ist, erst mal auszumisten und eure Wohnung oder Zimmer schön zu machen ist, tut das.

Letztlich läuft es immer auf dasselbe hinaus: seid offen, lernt, nehmt an und setzt um. Das ist nichts von heute auf morgen, aber es gibt Tage oder gar Momente, die tiefer einrasten als andere. Euer Verstand ist euer mächtigstes Werkzeug und eure größte Ressource. Setzt diese Kraft ein. Wir alle tun das ständig, es nennt sich „das Leben“.  Was aber bei Mindset gemeint ist, ist das bewusste Arbeiten mit diesem Werkzeug. Gedanken werde Worte, werden Taten, werden Gewohnheiten und damit zu euch selbst. Mindset ist ein bewusster Prozess und ja, wie alles, was man erst mal bewusst beginnt, kostet es am Anfang mehr Kraft, als wenn die ersten Routinen entstanden sind.

Ich erschaffe das Selbst und das Leben, das ich sein und das ich führen will, durch meine täglichen Entscheidungen und Routinen

Das ist eine meiner Basisaffirmation. Ich liebe sie, denn sie macht mich handlungsfähig, selbst wenn etwas festgefahren erscheint, sie schaut voraus und verlangt nichts weiter von mir, als mich zu entscheiden, was ich als Routine etablieren will. Vom Entscheiden und Routinenerschaffen kann ich aktuell ein Lied singen, ist mit Baby doch alles neu und muss seinen Platz finden. Aber gerade in so einer Ausnahmesituation bewahrheitet sich dieser Satz um so eindrücklicher. Denn was ich in Routinen untergebracht habe, muss ich mir im Mindset nicht mehr mühsam erkämpfen. Deshalb wird es leichter nachts für das Baby aufzustehen. Es wird wie Zähneputzen. Nur… müder. Das schon.

Fest daran zu glauben, dass ich aber immer die Wahl habe im Kleinen wie auch im ganz Großen (Man ist immer nur eine Entscheidung von einem völlig anderen Leben entfernt.) und ich dadurch meinen Weg bestimme, hat mich emotional sehr stabil gehalten. Denn also ich habe schon daran gedacht, einfach mal wegzugehen. Ohne Baby. Wenn es furchtbar war. Es dann nicht zu tun ist eine Entscheidung. Und die macht viel aus. Sie ist selbstverständlich (ist es für die meisten, denn dieser gesunder Kopf ist glücklicherweise bein den meisten fest verankert) und doch unselbstverständlich (denn man gibt sich auf für einen wirklich harten Alltag).

Deutsche Sprache, schwere Sprache

Und das meine ich nicht als Fremdsprache, sondern im übertragenen Sinn. Viele Worte an sich transportieren bei uns eine gewisse Negativität.
Hässlich: etwas ist hassbar.
Aufgabe: um etwas zu tun, muss man etwas aufgeben, vermutlich sogar sich selbst.
Etwas erledigen: erledigen wird auch Synonym verwendet für etwas töten.

Davon ab hat der Deutsche eine recht etablierte Beschwerdekultur. Wenn gefragt wird, wie es uns geht: „Ja, muss ja!“ Es wird „gern“ geklagt. Probleme werden gewälzt, die Schlechtigkeit der Menschheit diskutiert und ganz viel „Nee, nee, nee! So viel Sand und keine Förmchen!“
Mir fällt das besonders auf, weil ich aus einer Familie komme, in der leidenschaftlich gern über das Übel in der Welt geredet wird. Positiv daran ist, dass ich dadurch zu einem kritisch hinterfragenden Menschen geworden bin. Die Kehrseite ist, dass ich lange Jahre sehr darauf getrimmt wurde das Schlechte zu sehen. Ich merke das jetzt besonders, da ich mich nun seit einigen Jahren mit Positivität auseinander setze und an dem Punkt angekommen bin, an dem ich selbst von mir sicher sagen kann: Ich bin Optimist mit einer großen Portion Realismus. Früher wäre ich eher Pessimist  mit Realismus aus Ausgleich gewesen. Ich bin lösungsorientiert. Wenn ich nun mit Menschen rede, die problemorientiert sind, also klagen um des Klagens Willen, dann merke ich förmlich, wie mir das Energie abzieht.

Bevor ich mich hier total in diesem sehr breiten Thema verliere:

Einfache Tipps für jeden Tag für ein glücklicheres, gesünderes und dabei fast automatisch produktiveres Mindset

Inspirational Quotes. Ihr findet sie überall mittlerweile! Pinterst, Instagram, eigene Websites, in Kalendern, auf Postkarten, Postern… wie ihr wollt. Kennt ihr noch die Geschenkebüchlein und Postkarten in den Buchhandlungen mit Zitaten von Antoine de Saint Exupéry wie „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar!“ Das waren wohl die Anfänge, sowas habe ich als Teenager öfter geschenkt bekommen oder auch selbst verschenkt. Konfuzius war auch immer sehr begehrt oder Gandhi. Ihre Sinnsprüche gelten immer noch. Für so jeden Tag heute empfehle ich aber andere. Mehr auf den Punkt. Klartext. Je einfacher die Aussage, desto besser, um euch einzustimmen. „You can!“ ist vielleicht der Bekannteste oder aktuell auch „You are enough“. Im Englischen sind die Quotes verbreiteter als im Deutschen. Dennoch ist „Du musst dein Ändern Leben“ einer meiner persönlichen Lieblinge.
Ich schätze sehr den Feed vom 5-Minute-Journal (Zitate, die mehr auf Ganzheitlichkeit und das Leben an sich abzielen), vom Productivity Planner (selbsterklärend stärker im Produktivitätskontext, so zum Arsch hochkriegen), Kayla Itsines hat tatsächlich auch oft eine schöne Auswahl bei sich im Feed, sehr oft von der Seite Thegoodquote. Ich meine hier nicht Seiten Wie Schwarzer.Kaffee, Twitterperlen oder Visual Statements. Die haben zwar auch schöne Inspirational Quotes und Denkanstöße, aber zwischendurch bzw. hauptsächlich ist es eher zynisch bis passiv agressiv humorig. Kann ich meist gut drüber lachen, aber das ist nicht das, was ich hier mit Mindset meine und geht sogar sehr oft in die gegensätzliche Richtung, weil da viel „Ich bin halt so! (morgenmuffelig, tollpatschig, undiszipliniert) propagiert wird.

Affirmationen. Sucht euch einen schönen Inspirational Quote aus und formuliert ihn um. Nicht „You can!“ sondern „I can.“ Anhand meines Lieblingsspruchs könnt ihr auch schön eine Art Affirmationsevolution sehen: „Du musst dein Ändern leben“ -> „Ich muss mein Ändern leben!“ (selbstbezogen) -> „Ich will mein Ändern leben!“ (wollen ist besser als müssen, Freiwilligkeit statt Zwang, Entscheidungsfreiheit), „Ich lebe mein Ändern!“ (der Vorsatz wird aus der Zukunft ins Jetzt geholt und steht fest) -> „Ich ändere mein Leben!“ (Klartext, das Augenzwinkern des Originalspruchs habt ihr ja schon verinnerlicht) -> „Ich ändere mein Leben durch…“ (Plan zur Aktion. Hier füllt ihr ein, was ihr herausgefunden habt, was eben genau dafür nötig ist).
Affirmationen könnt ihr euch selbst überlegen, je nach dem, was ihr gerade braucht. Oder ihr baut sie eben aus Inspirational Quotes. Die Seite des Miracle Mornings bietet eine schöne Liste mit Affirmationsvorschlägen sogar situationsbezogen.
Typisch für Affirmationen ist, dass sie euch um so schwerer fallen auszusprechen, je weniger ihr euch selbst glaubt, weil ihr das, was ihr da sagt nicht als Ist-Zustand empfindet, sondern als Wunschdenken. Sagt, schreibt oder denkt es trotzdem. Es wird ein Teil von euch.

WOOP. Wish, Objectivation, Obstacle, Plan. Dieses Prinzip aus „Die Psychologie des Gelinges“ hatte ich hier schon vorgestellt. Also Wunsch, dann Realitätsabgleich, ein Blick auf die Hindernisse, die euch vom Erreichen des Wunsches trennen könnten und dann noch ein Plan, wie ihr gedenkt mit den Hindernissen umzugehen. Zusammen mit den Affirmationen ist aus diesem Ansatz mein aktueller Leitspruch entstande, meine wirklich tägliche Affirmation, ich annte sie bereits:

„Ich erschaffe das Selbst und das Leben, das ich sein und das ich führen will, durch meine täglichen Entscheidungen und Routinen.“

Mit diesen Worten decke ich alles ab, was mir wichtig ist. Von Selbstwert bis knallharter Produktivität.

Dankbarkeit. Egal ob innerlich für euch, aufgeschrieben oder ausgesprochen: Dankbarkeit ist wie ein inneres Lächeln. Es ist eine Wertschätzung und genau da wollt ihr ja hin: Zum Selbstwert. Ohne Selbstwert fällt alles schwer. Den meisten Menschen mit geringem Selbstwert fällt es leichter für etwas dankbar zu sein, was nicht sie selbst sind, wer aber solche Dankbarkeiten übt, streichelt damit auch das sehr angeschlagene Innenleben. Ich finde solche Sprüche bezüglich „Jeder hat in jeder Situation etwas, wofür er dankbar sein kann und wenn es nur ist am Leben zu sein!“ wenig hilfreich. Denn wer wirklich am Boden ist, durch welche Umstände auch immer, der ist für diesen Fakt vielleicht gar nicht dankbar. Wenn ihr hier lest, dann denke ich aber, habt ihr Dinge im Leben, für die ihr dankbar seid. 🙂 Oder Menschen. Meine Top 5 in meinen Dankbarkeiten sind alles Menschen bzw. das, was diese Menschen tun. Siehe auch weiter unten, Inspirational Humans.

Positivität. Ich bin kein Freund von positivity only, das werde ich nicht müde zu erwähnen. Denn von Blauäugigkeit hat auch keiner was und vom Glauben an das Gute allein wird man auch nicht aktiv. Dennoch ist Positivität ein Grundwerkzeug für ein gesundes Mindset. Glaubt daran, dass es gut sein kann. Dann kann es viel leichter gut werden. Lernt vor allem im Umgang mit anderen Positivität zu nutzen. Wenn etwas eben einfach nicht (nur) positiv ist, lernt Feedbacktechniken (Sandwhichtechnik zum Beispiel: erst was Gutes, dann konstruktive Kritik, dann wieder abschließen mit etwas Gutem). Wie gut euch und eurer Umgebung das tut, werdet ihr schnell merken. Behandelt andere wie ihr selbst behandelt werden wollt. Was nicht heißt, dass ihr garstig zu anderen sein sollt, wenn ihr euch selbst grad grässlich findet.

Journaling. Affirmationen aussprechen ist sehr effektiv. Dankbarkeiten aussprechen ebenfalls. WOOP mit anderen kommunizieren macht es noch effektiver. Aber alles kann sich gerade am Anfang echt… merkwürdig anfühlen. Vor allem die Affirmationen. Auch deshalb ist ein Journal dabei sehr hilfreich, in dem ihr eure Affirmationen, Zitate und Dankbarkeiten sammeln könnt, genauso wie eure Pläne und Ideen. Ich persönlich schätze mein Bullet Journal sehr (dazu mal etwas gesondert), auch wenn ich es nicht täglich nutze. Aussprechen ist noch effektiver für mich. Darin übe ich mich derzeit.

Lächeln. Ernsthaft jetzt? Ja. Gibt genug Leute und wohl auch Studien, die bezeugen, propagieren und wohl auch bestätigen, dass es hilft, zu lächeln. Kein Fake-Lächeln, kein Keep-Smiling. Aber schenkt jemandem ein Lächeln und erfreut euch an der Reaktion. Und zwar wirklich, zuerst euch selbst. Morgens einmal im Spiegel, so wohl meinend, wie ihr könnt und wenn der Tag doof ist, dann eben albern, dann müsst ihr vielleicht echt lächeln. Wenn ich beim Sport an meine Grenzen komme, versuche ich meine Anstrengungsgrimasse einmal kurz zu einem Lächeln zu formen. Es ist, wie es mit sich selbst gut meinen. Eckhardt von Hirschhausen sagt in seinem Buch „Das Glück kommt selten allein“ als eine der besten Morgenroutinen: „Lächle, dann hast du’s hinter dir!“ Oder einer meiner Lieblinge zum Thema, leider weiß ich nicht von wem: „Smile. You can’t kill them all.“

Inspirational Humans. Oder: Idole, Vorbilder und Helden. Wisst ihr noch, wie toll es als Kinder war, beim Spielen in die Rolle der Helden zu schlüpfen? Und wieviel stärker man sich plötzlich gefühlt hat? Das funktioniert als Erwachsene auch und macht ab und zu auch einfach Spaß. Sich vorzustellen, man wäre jemand anderes und man nimmt fast automatisch etwas der Körperhaltung und Mimik ein. Oder sich mit solchen Menschen zu umgeben, denn sie färben ab, man kann es spüren. Das geht stark in die Richtung:

You become like the five people you spend the most time with.

Ich habe 4 feststehende reale Personen, die ich liebe und mich inspireren. Platz 5 wird von mehreren Menschen geteilt. Und viele davon sind nur digital in meinem Leben. Hier sind meine momentanen virtuellen Lieblingsmenschen: Mimi und Alex Ikonn, Sadia von Pick up Limes. Außerdem zählen dazu auch die Autoren der Bücher, die ich zum Thema Selfdevelopement lese, denn auch sie prägen mich. Deswegen suche ich mir da sehr bewusst aus, was ich lese.

Meditation. Für Fortgeschrittene. Deswegen halte ich es hier mal kurz, denn es gehört nicht zu den einfachen Tipps, sondern zu etwas, was dann gern anschließen kann, wenn ihr euch mit dem Thema wohler fühlt. DANN ist Meditation toll. Meine Erfahrung ist eher, dass die meisten Menschen innerlich oder tatsächlich mit den Augen rollen, wenn sie mal wieder diesen Rat aufgetischt bekommen. Gleich nach „Stress dich weniger.“ und „Du musst auf dich aufpassen.“

One step at a time. Es ehrt mich, dass ihr mich nach so einem Artikel fragt, wirklich. Das zeigt mir, wie weit ich gekommen bin. Da ich ja 24 Stunden am Tag mit mir verbringe, fallen mir Veränderungen wohl bedeutend weniger auf als meinem Umfeld. Aber ich bin weder über Nacht so geworden, noch bin ich jetzt der perfekt in sich ruhende Buddha, der nie etwas schlechtes denkt oder auch mal sagt und – Gott bewahre – vielleicht auch mal tut. Aber ich bin ein bedeutend besserer Mensch als noch vor ein paar Jahren. Und auch da fand ich mich schon nicht wirklich schlecht. 😉 Erwartet also nicht zu viel euch. Seid wohlwollend mit euch. Die Arbeit am Mindest ist wie sich selbst zu erziehen. Liebevoll, mit Konsequenz, aber nicht dogmatisch und schon gar nicht mit Bestrafung, wenn etwas nicht klappt, wie erwartet.

Es gibt sicherlich noch mehr Techniken und Tipps, aber das sind die für mich wichtigsten. Ich hoffe, ihr konntet darunter etwas für euch finden. Und natürlich bin ich gespannt, wenn ihr noch etwas ganz anderes habt, was für euch funktioniert! Hinterlasst es mir sehr gern in den Kommentaren!

Ich mag schließen mit dem Leitspruch aus dem 5-Minute-Journal,  dem Claim von Creative Change, dem Business von Alex und Mimi Ikonn sowie UJ Ramdas, die das Journal und andere Produkte erschaffen haben und vertreiben:

To lifelong dreamers and creators. You change the world every day.

Träumt und erschafft. Euch selbst und die Welt. Und als ersten Schritt für heute: sagt doch mal jemandem Danke für etwas, wofür ihr euch schon länger nicht bedankt habt und schaut wie der jenige sich freut.

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30 Kommentare

  1. Wow.
    Ich muss sagen, der Artikel passt gerade extrem gut zu dem, womit ich mich selbst seit einiger Zeit beschäftige.
    Ich hab mich gerade SO in deinen Einstiegsworten wiedererkannt.
    Motivationssprüche kamen bei mir eher aus der SF-Ecke, und davon jede Menge (wobei Yodas „do, or do not. There is no try.“ immer noch zu meinen all time favourites gehört).
    Seit meiner Katastrophe anfang des Jahres füllt sich meine Bibliothek allerdings auch immer mehr mit Büchern, die in die, na, ich nenns mal, realistischere Richtung gehen.
    Achtsamkeit, Meditation, buddhistische Lehre, Selbstakzeptanz, Bekämpfung von Perfektionismus, eigene und fremde Erwartungen, insbesondere wieder aufstehen nach krassen Einschnitten… vieles davon ist absolut gnadenlos und tröstend zugleich, ich kann das gar nicht wirklich beschreiben.
    Und hui, kommt da beim Lesen auch manchmal viel alter Sch… hoch, vieles, wovon man meinte, ach, das ist doch längst erledigt und begraben.
    Die Umsetzung im Alltag – naja, davon reden wir mal noch nicht, mal klappt es, mal fällt man doch schneller als man denkt in alte Muster zurück (manchmal bin ich halt doch schneller auf 210, als ich mir die ganzen guten Ratschläge ins Gedächtnis rufen kann – ja, Jähzorn und Wutanfälle, das ist so ein Thema bei mir, und manchmal ist das Mundwerk dann eben doch schneller als das Hirn, und man feuert reflexartig zurück…), manchmal reicht eben nicht „ich lese ein Buch zum Thema und setze das halt mal eben um“ – das ist wohl eine Lebensaufgabe.
    Aber es ist doch interessant, wie sich manche Einstellungen ändern.
    Hätte man mich früher gefragt, wäre das alles ganz einfach gewesen, mit so „Psychoquark“ konnte man mich jagen.
    2014 bin ich dann auf die Bücher von Elaine Aron gestoßen, und hui, war das ein Aha-Erlebnis!
    Ich habe ungelogen heulend und gleichzeitig total erleichtert auf dem Sofa gesessen und gedacht, mein Gott, ist das schön, ich bin doch nicht bekloppt. Ich habe einiges dann dem Mann zum Lesen gegeben, und auch das war eine meiner besseren Entscheidungen. 🙂
    Zu der Zeit hatten mir diese Erkenntnisse aber erstmal gereicht; der Fokus lag damals auch eher darauf, wieder körperlich fit zu werden.
    Viele Bücher, die du damals hier vorgestellt hast, sind ja dann auch direkt in meinen Fundus gewandert, ob das jetzt Ernährung oder Fitness war. Man nimmt es mit, und dann ist wieder Alltag.
    Tja – und dann hauts einem ansatzlos den Boden unter den Füßen weg, die schöne Illusion fällt zusammen und man zweifelt erstmal alles an, und all dieses Wissen zu self care, das man sich mitgenommen hat, reicht nicht mehr. Und man stellt fest, dass das, was man vorher so abschätzig als Psychoquark betitelt hat, doch seine Daseinsberechtigung hat (wenn auch trotzdem einiges an Blödsinn dabei ist).
    Naja, ähm, was ich mit dem Roman eigentlich sagen wollte: ich finde es doch faszinierend, wie du es immer wieder schaffst, hier Themen anzusprechen, die mich auch gerade beschäftigen. Komme deshalb immer gerne hierher. 🙂
    Leia

    1. Yoda hat da schon Recht. Nicht nur mit diesem Satz. Ich steh ja nicht so arg auf Star Wars, aber Yoda ist großartig, den würd ich gern persönlich kennen. 😀 Elaine Aron hab ich auch schon auf meiner leseliste bezüglich Hochsensibitlitt. Kannst du nmir ein Buch empfeheln? ich find e es schwer mich für eines zu entscheiden. In dem Bereich sind die Rezensionen so sehr gemischt. Beid er Thematik an sich habe ich bsiher noch nichts Gedrucktes in den Händen gehalten, würde ich aber gern, denn die Aha-Erlebnisse, die hatte ich hier auch. Seienrzeit, als ich mich mit dem MBTI auseinander gesetzt hatte und einiges nicht passen wollte. Da wir ja ähnlich lesen, wäre mir deine Empfehlung vie wert.

      Liebe Grüße und weiterhin dir auch alles gute beim Friedenschließen mit sich selbst. Oh ja eine Lebensaufgabe. Aber eigentlich ja eine schöne. Wenn man schon mal da ist Frieden zu schließen, statt sich selbst zu verbiegen.

      1. Jaaah, ich habs mir vorgenommen mit den Buchempfehlungen, bin aber bisher nicht dazu gekommen, sorry!!
        Nächste Woche hab ich Urlaub und bin daheim, da hab ich endlich mal Zeit dafür.
        Wie kann ich dir das am besten zukommen lassen, wird länger?

        Gruß
        Leia

  2. Ich muss gerade total vor mich hin grinsen, denn in dem Artikel erkenne ich mich selbst brutal wieder!
    Bis vor einigen Jahren war ich oft und gern auch noch so drauf, dass ich mich über allen möglichen Kleinscheiß aufgeregt hab, über Leute die mich ankotzen, über Dinge die in meinem Leben nicht so laufen wie ich das wollte, über meinen Beruf, über Vorkomnisse, über über über… Du weißt denk ich, was ich meine.
    Aber irgendwann und irgendwie hab ich das sein lassen. Nicht auf einmal, eher nach und nach, schleichend.
    Ich glaub das hat angefangen beim Einkaufen. Ich stehe an der Supermarktkasse oder beim Metzger, vor mir noch ein, zwei Leute. Die Bedienung ganz freundlich, so wie sie es eben muss: „was darf’s denn sein?“, der Kunde, blaffend und bellend (wie er es nicht musste): „Pfund Aufschnitt. Pfund Hackfleisch. Hundert Gramm Emmentaler. Ja ist alles!“ Und das hab ich über die Jahre soo oft erlebt. Männlein wie Weiblein, Alt wie Jung. Und da hab ich irgendwann mal meine negativen Gedanken, die ich da dem Individuum das vor mir mit der Bestellung dran war gegenüber hatte, in etwas Positives gelenkt. Als ich dann an der Reihe war mit der Frage „was darfs denn sein?“ bedient zu werden, hab ich erst mal gelächelt und losgelegt „hallo, ich hätte bitte gern…“
    Keine Ahnung ob die Dame hinterm Wursttresen das in dem Moment entgegen genommen hat, aber ich wollte ihr unbedingt zeigen, dass es nicht nur arschige Leute gibt. Das war von dem Moment an mein Antrieb. Den Leuten zeigen, dass es auch anders geht, dass man seinen Mitmenschen von vornherein mit einem Freundlichen Gesichtsausdruck und einem „Hallo“ entgegentreten kann. Hast du mal aufgepasst wie viele Leute das einfach nicht sagen, eben gerade bein Einkaufen oder so? Die blaffen sofort ihre bestellung raus wenn sie dran sind. Ich find das furchtbar!
    Und nach und nach hab ich dann auch sämtliche andere Einstellungen geändert, oder wenn das überhaupt nicht ging, dann eben am Leben etwas verändert. Wie du selber schon beschrieben hast z.B. mit Sport und gesunder Ernährung. Weil ich halt keine 110 Kilo mehr wiegen wollte und es auch satt hatte mich deswegen selbst zu bemitleiden und zu hassen. Ich hab’s angepackt und nun läuft es, saugut sogar. Hab 25 Kilo runter, fühle mich großartig, arbeite weiter daran. Meinen Mann konnte ich sogar mit ziehen, der hat genau so viel runtergeschwitzt. Wir fühlen uns klasse! Ganz zu schweigen vom Feedback von außen, das die Seele zusätzlich streichelt. Und eben das Gefühl von Kraft, Vitalität (jetzt klinge ich wie eine Sportmüsli-Werbung, sorry ^^) und von Gesundheit. Es ist einfach klasse!
    Und ich hab es auch geschafft mit meinem Job ins Reine zu kommen. Naja einigermaßen. Er ist immer noch nicht das, was ich mir unter dem Gelben vom Ei Vorstelle, aber ich sehe es so: die Arbeit selber geht, die Schichterei ist stellenweise wirklich nervig, aber nicht zerstörerisch, zumindest nicht für mich. Dafür bietet mir das ganze so viele andere Vorteile, beispielsweise dass ich eine 35-Stunden Woche habe. So habe ich am Tag schon mal noch viel Zeit für mich selbst übrig. Und mein Gehalt ist wirklich auch nicht zu bemeckern. Ehrlich, sonst hätte ich mit meinem Mann unser neues Wohnquartier nicht beziehen können (wir mieten ein Haus seit 1. September) und das ist etwas, was wir wirklich schon so lange wollten. Somit kann ich also die paar wenigen Negativen Aspekte an meinem Job in eine größtenteils so positive Richtung auslegen, dass ich wirklich meinen Frieden damit schließen kann. Ich tu es für unseren Wunsch und für all die Dinge, die wir uns hin und wieder leisten wollen. Wir sind genießer. Schichtarbeit ist und bleibt zwar trotzdem nervig, aber es gäbe schlimmeres 😉
    An der ein oder anderen Sache mit sich selbst kann man trotzdem immer noch Arbeiten, aber so wie es gerade ist fühle ich mich echt gut und ich würde nie nie wieder in das Stadium von vor ein Paar Jahren verfallen wollen. Schon allein weil ich fast vollständig vergessen hab wie das war, wenn man ständig nur am beschweren und jammern ist. Ich selber sag ja regelmäßig „wie kann man nur so sein?!“ wenn einer meiner Kollegen wieder seine Schimpftiraden loslässt. Der kann so schlimm sein! Daher wie gesagt, habs wohl fast ganz vergessen wie das mal war, so ein Leben als Motzer 🙂

    Mach auf jeden Fall immer weiter so, du bist großartig wie du bist und ich selbst habe auch noch einiges durch deinen Blog gelernt, gerade was Umzug, Organisation und Ausmisten anging, da war ich Gott sei Dank echt rigoros. Deswegen danke, danke dafür dass du deine eigenen Ansichten, deine Einstellungen, deine Lebensweise so sehr mit uns teilst. Vieles hat wie gesagt schon oft geholfen, in einigem hab ich mich oft sehr wieder erkannt. Was auch gut tut, zu wissen man ist nicht der einzge bekloppte, der manche Dinge so tut wie er es eben tut 😀 Und danke für alles was du in Zukunft noch mit uns teilst, ich werde wieder gespannt mitlesen und mich entweder wiedererkennen oder wieder dazulernen.

    Viele liebe Grüße aus Bayern.
    Natascha

    1. Vielen, vielen Dank! Das liest sich alles echt wunderbar positiv, zufrieden und sehr bei dir. Das finde ich toll. Ich weiß gar nicht woraf ich da speziell eingehen mag. Alles eigentlich. Toll. Wirklich. Fidne ich ganz großartig, dass das hier noch unter meinem Artikel steht.

  3. Danke, Heike! Das ist wieder so ein brillianter Artikel, der einem die Augen öffnet.
    Ich hab ja schon mit vielen Leuten geredet und versucht mein aktuelles Gefühls- und Gedankenchaos in Bahnen zu lenken, aber irgendwie will mir das nicht glücken. Ich versumpfe im Pessimismus und habe immer wieder die gleichen Gedanken und Ängste, die mir niemand nehmen kann. Wenn mir jemand anderes sagt, ich sollte „loslassen“, „an das größere Ganze denken“ oder „einfach mal etwas ausprobieren“ klingt es abgedroschen und einfacher, als es wirklich ist. Denn wie soll ich eine Entscheidung treffen, wenn ich nicht einschätzen kann, ob es mir danach besser geht oder was sich alles ändern wird?! Ich traf die meisten wichtigen Entscheidungen bewusst und komme einfach nicht damit zurecht, einen Schritt irgendwohin zu wagen….
    Meine Umgebung (hauptsächlich Absolventen, Berufseinsteiger oder -wechsler) beschäftigt sich gerade sehr viel mit Selbstverwirklichung. Manche hielten es für nötig, von jetzt auf gleich nach Australien zu verschwinden, andere haben angefangen, Meditation zu betreiben, sich vegan zu ernähren oder die Lehren Buddhas zu zitieren. An manchen Tagen habe ich das Gefühl, mich mit Spinnern zu umgeben, an anderen Tagen finde ich solche Entscheidungen unfassbar mutig. Aber verstehen kannn ich sie nicht. Dein Artikel hilft mir diese Ursachen und Ideen zu verstehen, also danke dafür!
    Und so beschäftige ich mich schon seit Monaten (!) mit der Frage was mich ausmacht und glücklich macht. Ich kenne meine Fähigkeiten und Vorlieben seit Jahren sehr genau, aber ich weiß nicht, was mir gut tut und wofür ich überhaupt lebe. In diesem ganzen Gewusel fühle ich mich deplatziert, obwohl ich vieles kann, weiß und hinterfrage. Ich habe sehr viele meiner Ziele erreicht und bin einfach nicht glücklich. So etwas scheint wirklich komisch für jemanden, der immer alles von A bis Z durchplant und bis zum bitteren Ende durchzieht.
    Kann es sein, dass man mit Mitte / Ende Zwanzig einen „Sinn“ braucht? Als Jugendlicher hab ich einfach gemacht und es war mir egal wofür….

    1. Kleine Quaterlifecrisis. Das haben ganz viele. Ist normal für viele. Lass dich drauf ein, hör auf dich und probier vielleicht auch einfach was aus. Ist nicht ungewöhnlich, dass in diesem ALter so viele ihr Studium oder ihre Ausbildung abbrechen doer wechseln und auch einige Partnerschaften in Frage gestellt werden. Ich hebe mal die Hand für den Studienabbruch seinerzeit. 🙂
      Es ist gut, sich damit auseinander zu setzen, ob der Weg, den man geht,d er richtige ist, statt einfach nur einen Weg zu gehen. Das Alter ist auch super dafür. Erwachsen, schon relativ weit bei sich selbst (ich glaube da kommt man nie 100%ig an, aber es gibt Alter, da hat man das Gefühl sich so gar nicht zu kennen), die Verpflichtungen sind idR noch überschaubar.

      Wofür stehst du morgens auf? Wo möchtest du dich in 5 Jahren sehen und warum? Das sind Fragen, die dich auf den Weg bringen können. Sind die Antworten unbestimmt oder vielfältig, dann probier einfach aus. Etwas machen ist besser als nichts machen. 🙂 „Fail forward“ f#llt mir dazu noch ein. Auch das ist ein Weg und mit Sicherheit einer, der, wenn auch nicht der bequemste, so doch der ist, die die meisten Lehren mit sich bringt.

      1. Ich stehe auf, weil der Wecker klingelt und nicht, weil ich es möchte. Wenn ich ehrlich bin, weiß ich gar nicht wofür ich lebe. Ich bin weder Weltenverbesserer noch Unterhaltungskünstler geschweige denn Familienmensch. Ich weiß nur, dass ich durch mein Studium meine Leidenschaften und den Anschluss an meinen Hobbies verloren habe. Nach einigen Versuchen sie wieder aufleben zu lassen, bin ich frustriert und müde, weil kein Feedback kommt. Ich weiß, was ich kann, aber ich weiß nicht wohin mit mir. Mir fehlt einfach der Sinn und der Mut etwas Neues anzufangen. Ich habe Angst davor, dass ich – egal was ich für Hobbies oder Berufe annehme – keine Leidenschaft entdecke und alles nur noch mache, weil ich es kann (oder mir beibringen kann) und nicht, weil ich es mag. Das einzige was mir noch etwas bedeutet sind meine Freunde, aber die durchleben gerade eine ähnliche Krise: Studieren oder arbeiten in Bereichen, die sie nicht wirklich mögen. Nur eine Person in einem näheren Umkreis ist zufrieden, hat aber keine Hobbies mehr.

  4. Ein toller Artikel! Ich hab immer wieder ganz heimlich bewundert wie du versuchst Dinge positiv zu werten aber dabei realistisch bleibst. Der Artikel kam genau zur passenden Zeit, heute war ein absolut blöder Tag, ich musste 4 Stunden im Regen Auto fahren über Landstraßen. Und gefühlt ist nur dabei rum gekommen, dass die Verwandschaft, die wir extra besuchen fahren auf dem Weg zum Kurztrip an die Ostsee, beleidigt und sauer ist und ein Treffen absagt weil wir nicht sofort vorbei gekommen sind. Ich wurde am Telefon echt fies angegangen und hab auch geweint deswegen aber mit einigen Stunden Abstand kann ich mich davon besser distanzieren. Ja, es war fies und tut noch weh, aber ich hab so viel Glück in meinem Leben und weiß, dass wenn ich morgen mich auf die Yogamatte setze (ich schaff es nach Jahren endlich mal mehr als 7 Tage jeden Tag Yoga zu machen ☺️) die Welt wieder in Ordnung ist. Das hilft gerade ganz schön, vor allem weil ich weiß, dass ich mir mit dem Yoga helfe.
    Vielen Dank auch für die ganzen Buchinspirationen. Ich dachte ich lasse mal einige von meinen da:

    „Quiet: The Power of Introverts in a World That Can’t Stop Talking“ von Susan Cain
    „Schnelles Denken, langsames Denken“ von Daniel Kahneman
    „The Organized Mind: Thinking Straight in the Age of Information Overload“ von Daniel Levitin.
    „The optimized woman“ von Miranda Gray

    1. Yay! Nüchertipps! Ach, ich liebe euch hier dafür! Solche Bücher sind eine eihte Bereicherung. Ich liebe mein Regal. 🙂 Bis auf den letzten Titel sind mkir alle auch schon mal untergekommen (gelesen habe ich aber noch nichts davon).
      Und guck mal, wenn du das jetzt liest, isz die doofe regenfhrt schon längst vergessen, von deinen Yogaroutinen hast du aber immer noch was. 🙂 Liebe Grüße!

  5. Oh wow danke für diesen Artikel!

    Beim ersten Mal lesen hab ich den Artikel ehrlich gesagt nicht so richtig verstanden ..“oh nöö, schon wieder so ein Optimierungsding“ hab ich mir gedacht ..und „ein unperfektes Leben ist doch viel spannender, ich will keine Tagesroutine die um 6:00 startet ..“
    Jo und dann ist mir deine Affirmation stundenlang im Kopf rumgespukt. Dass man sein Leben und das was man sein will durch seine täglichen Entscheidungen und Routinen bestimmt. Und nachdem ich dann zum vierten Mal an diesem Tag mein Handy rausgeholt habe um mir irgendwelche Videos auf youtube anzusehen und mir überlegt habe, wieviel Zeit ich eigentlich gerade verschwendet habe ..hab ich deinen Artikel nochmal ausgepackt und durchgelesen und hatte eine kleine Erleuchtung. Ich hab das Glück, mit meinem Leben recht zufrieden zu sein und eine größere Baustelle gibt es nur in der beruflichen Weiterbildung. Deshalb hatte ich lang den ziemlich arroganten Standpunkt „mein Leben ist schön, ich muss nichts ändern“. Dass ich damit aber in eine ungesunde Bequemlichkeit gerutscht bin, und sich einige weniger schöne Gewohnheiten eingeschliffen haben, habe ich erst jetzt bemerkt ..dass ich viel zu viel Zeit am Handy verbringe, ist nur eine davon. Danke für diesen Augenöffner!

    1. Zu sagen „mein Leben ist schön, ich muss nichts ändern“ finde ich gar nicht arrogant. Eher bequem. Und das sind Menschen ja eigentlich erst mal immer von vorneherein. Energiesparmodus wo es geht, denn man könnte die Energie ja für was ganz wichtiges brauchen. Fight or Flight oder so.
      Und oh ja, so kleone garstige Angewohnheiten, die habe ich auf jeden Fall auch. Wobei die jetzt mit Baby quasi von jetzt auf gleich rausgeflogen sind. Dafür hat es aber diesen „Zwang“ gebraucht, nur durch den Vorsatz „Also ich könnte mal besser dieses und jenes“ wird das bei mir auch nix. Ich muss da schon sehr konkret werden und vor allem so einen Konjunktiv weglassen. Dann geht es. Aber meist auch nur eine Gewohnheit nach der anderen. Mehrere gleichzeitig zu ändern ist ein echter mentaler Kraftakt. Für mich zumindest. Ich funktioniere besser schweibchenweise als „ganz oder gar nicht“.

  6. Hallo Heike,

    was die deutsche Sprache angeht möchte ich widersprechen. Kurz gesagt ist nicht die deutsche Sprache negativ, sondern der Sprecher drückt sich negativ aus. Ich kann statt hässlich unschön sagen, statt Aufgabe Herausforderung und statt erledigen schaffen oder machen. Statt Mitleid Mitgefühl.
    Eine Aufgabe ist nicht per se etwas Schlechtes (das Rauchen aufgeben, beispielsweise), du siehst sie nur negativ.
    Und „hässlich“ ist nicht gleichbedeutend mit „hassbar“, vergleiche „nützlich“ und „nutzbar“. #grammarnazi
    (Generell gibt es in dem Artikel viele vermeidbare Anglizismen (ich meine nicht Begriffe oder Eigennamen, die man nur oder vor allem auf Englisch findet), was ich stilistisch unschön finde.)

    Was Meckern ohne Ändern angeht, ja, das ist nervig. Genauso wie amerikanische Schönfärberei von Mittelmäßigem. Kann man beides einfach sein lassen ;P

    Was Außen und Innen angeht: Es gibt diese Bedürfnispyramide von Maslow, deren Aussage vereinfacht ist, dass erst Grundbedürfnisse gegeben sein müssen, bevor man an Individuellerem arbeiten kann. Wenn beispielsweise mein Sicherheitsbedürfnis nicht befriedigt ist, kann ich meine kognitiven Bedürfnisse nicht sinnvoll befriedigen. Wenn ich mit Schmerzen im Bett liege, dann wird es mit der Selbstverwirklichung, gelinde gesagt, schwierig.
    Insofern ergibt es Sinn, dass ich erstmal meine Wohnung aufräume (Ästhetische Bedürfnisse befriedige), bevor ich Selbstverwirklichung betreiben kann. In meinem konkreten Fall haben sich zum Beispiel viele Probleme mit dem Urvertrauen erst lösen können, als ich in einer Partnerschaft war, die mir eine emotionale Sicherheit gegeben hat, die ich vorher nicht hatte.

    Mir helfen ein paar Dinge ungemein:
    * Ich führe mir vor Augen, dass ich immer eine Wahl habe. Insbesondere Situationen zu verändern, die mir nicht passen. Das schriebst du ja auch, aber ich möchte es nochmal betonen, weil es für mich unglaublich wichtig ist, da ich damit Handlungsträger sein kann, statt Opfer der Umstände.
    * Was mich trifft, betrifft mich. Es gibt diese spezielle Art von Unruhe, Schmerz oder Ärger, die auf „innere Baustellen“ hindeutet. Das benutze ich als Kompass, um mein Inneres aufzuräumen.
    * Ich benutze vor allem für die Entwicklung meines Charakters sowas ähnliches wie Visualisierungen: Wie fühlt es sich an, so zu sein, wie ich gerne wäre? Das mache ich immer durch sehr liebevolle Augen oder um es etwas esoterisch angehauchter zu sagen: Was würde reine Liebe tun? (Das finde ich auch bei Entscheidungen als Ausrichtung sehr hilfreich.) Es geht hier um die großen Punkte: Wie fühlt es sich an, wenn ich vollkommen in mir Ruhe, wie fühlt es sich an, wenn ich einfach genug bin, etc.
    Ich sage „sowas ähnliches wie Visualisierungen“, weil ich keine Bilder benutze. Das Gefühl ist für mich viel wichtiger.
    * Vergebungsrituale um emotional aufzuräumen. Mir gefallen Ho’oponoponos dafür am Besten, weil sie Verantwortungsübernahme, Vergebung, Liebe und Dankbarkeit verbinden. Meine Buchempfehlung wäre „Ho’oponopono: Das hawaiianische Vergebungsritual“ von Ulrich Emil Duprée

    Und dann noch Kleinkram:
    * mein Notizbuch, um den Kopf frei zu haben – es ist unglaublich, wie viel Energie man braucht, um Dinge im Kopf zu behalten.
    * Bewegung – ich werde sehr unausgeglichen, wenn ich mich nicht bewegen kann.
    * angemessene geistige Herausforderungen. Im Alltag in Deutschland stellt es kein allzu großes Problem dar, aber aktuell im Ausland lerne ich nur eine Sprache, was nicht besonders befriedigend ist, wenn man kleinschrittigere Problemlösungen gewohnt ist. Nicht, dass es nicht knifflig wäre, aber es langweilt mich auf die gleiche Art, auf die Fitnesskurse mich langweilen – man wiederholt Übungen, die durchaus was nutzen, aber auf eine relativ stumpfsinnige Art.

    Liebe Grüße,
    Katja

    1. Maslows Bedürfnispyramide liebe ich ja, ist aber eine kleine Hassliebe. Sie ist kern von meonem schon viel zu lange auf Eis liegenden Buchprojekt um Jakob Winter. Kurz geht es darum: Was wenn mir einfach ein Basiselement fehlt bzw. ein unteres Basiselement, alles andere, sich aber gut ergibt? Ist es dann trotzdem gut? Kann es das sein? Wie wirkt sich das aus?
      Das ist ein Teil der Geschichte. Denn in Natura kommt es gar nicht so selten vor, dass man die Bedürfnisse nicht vond er Pyramidenbasis aus aufgefüllt bekommt, auch wenn es sich besser anfühlen würde, das zu tun bzw. tun zu können.
      „Was mich trifft, betrifft mich“ Sehr schön. Das merke ich mir. Sehr klug.
      „Ho’oponopono“ habe ich schon öfter gehört, mich aber nie näher damit beschäftigt, weil es nur an mich heran getragen wurde als „Alter, das ist so lächerlich!“ Wenn ich aber gerade mal daran denke, wer das geäußert hat, nun, dann stelle ich dein Urteil da auf jeden Fall höher und gebe dem noch mal eine Chance. 🙂 Ist schon eine Weile her.
      Insgesamt hast du total tolle Techniken für dich, nahe an meinen, aber doch eben deine. Ich gucke mir gern was ab. 🙂
      Liebe Grüße wie immer, du verzeihst mir diesmal die Anglizismen. Das ist mir beim letzten Korrekturlesen auch aufgefallen und ist dann so geblieben, weil ich zum Stillen beordert wurde und mir dachte 80% sind gut genug diesmal. 🙂 Und vielleicht sind es trotzdem noch 90% geworden.

      1. Was die Bedürfnispyramide anbelangt bin ich mir nicht sicher, wie sehr das im eigentlichen Modell behandelt wird, aber ich glaube, in Natura spielt sehr mit rein, wie weit die einzelnen Stufen aufgefüllt sind und wie viele unvollständig sind.

        Ich kucke mir andersrum auch gerne was ab – oft erstmal eher pragmatisch als ästhetisch, aber solange es funktioniert, ist das ok. Und ich bin unheimlich glücklich über die Zusammenfassungen der amerikanischen Ratgeber, weil ich die absolut nicht gerne lese.

        Ja, dieses „kuck mal wie lächerlich“ ist ein Problem, das in Bezug auf viele alternative Themen existiert. Natürlich sammeln sich da schrille Vögel, Abzocker und viel Unfug, aber die Bereiche haben auch ihre Punkte. Oder andersrum versagt man sich sehr schnell ein vollständiges Bild, wenn man sich nicht die Mühe macht, in die Sichtweise aller Seiten reinzuschlüpfen.
        Dupree fand ich gut lesbar, ich kenne die Ho’oponos aber nicht ausschließlich aus dem Buch. Der Pragmatiker in mir fügt zum Beispiel gerne mehrere zusammen – also erst alle Verantwortungsübernahmen, dann alle Vergebungen, etc.

        Sicher, immer mit der Ruhe. Kommt Zeit, gehen die Anglizismen.

        Liebe Grüße,
        Katja

  7. Meine Gefühle sind bei diesem Thema sehr zwiegespalten. Zum einen ist der Glaube, dass man durch die Entscheidungen, die man trifft, Dinge (zum Guten) verändern kann, sehr wichtig für das eigene Selbstbewusstsein. Fatalismus ist wie zur Ideologie erstarrte Depression. Als ich mich in der Kindheit entschloss, vegetarisch zu leben, geschah das vor allem aus der Überzeugung heraus, dass es einen wenn auch noch so kleinen Unterschied macht in Umwelt und Gesellschaft. Aus ebendieser Überzeugung versuche ich bspw. auch, den Konsum exotischer Lebensmittel zu vermeiden (schlecht für die Umwelt) oder mir nie etwas nach Hause liefern zu lassen (schlechte Arbeitsbedingungen, Schließen lokaler Geschäfte) und viele andere Dinge mehr … Zum anderen aber sollte man nicht aus den Augen verlieren, was man eben alles nicht in der Hand hat (Zufall) und wie viel von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen abhängt (z.B. kriegt man seinen Uniabschluss und bewirbt sich, wenn es gerade einen Wirtschaftsaufschwung gibt oder nicht) . Und das ist genau der Grund, warum ich solchen Durchhalteparolen und „es liegt nur an dir selbst, murmle dir einfach immer wieder vor wie toll alles ist“ oft als Ablenkungsmanöver verstehe, mit dem quasi gesellschaftliche, strukturelle Probleme und Konflikte und dgl. nicht mehr benannt werden, sondern stattdessen alles auf das Individuum abgewälzt wird. Daher schreckt mich auch dieses amerikanische Dauergrinsen in Verbindung mit dem grausamen „jeder ist seines Glückes Schmied“ fürchterlich ab.

    Ansonsten möchte ich meiner Vorschreiberin beipflichten, dass Dein Schreibstil bisweilen anstrengend zu lesen ist, weil er verunschönt wird durch zu viele Anglizismen und zerhackte Sätze. Das ist schade, denn Du hast viel Humor und interessante Gedanken. Und es tut gut zu lesen, wie Du Dich motivierst, weil das tatsächlich ansteckend wirkt.

    Mein Lieblingsaphorismus stammt übrigens von Voltaire und ist öfter auf Postkarten zu finden: Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.

    1. Der Aphorismus ist super! Merke ich mir. 🙂
      Scahde, dass der Schreibstil dir das Lesene rschwert hat. Ist zugegebenermaßen babybedingt keine Glanzleistung, das wusste ich, als ich abgeschickt habe, auch mit den Anglizismen. Habe aber diesmal beschlossen, dass es nun so bleibt, weil meine Zeit derzeit sehr limitiert ist. Wird wieder besser. 🙂
      Bezüglich dem Gedanken rund um Eigenverantwortung fes Individuums gegenüber gesellschaftspolitischen Problemen, vertrittst du exakt die Meinung meoner Mutter, einer sehr klugen Frau, die mir viel beigebracht hat. Ich schätze die Doskussionen mit ihr sehr, genauso, wie ich sie fürchte, weil sie mir eben so massiv Energie abziehen können. Sie macht mich kritischer, aber ich sehe diese Thematik rund um Gesellschaft und Individuum anders als sie und vermutlich auch als du. Recht oder Unrecht hat da in diesem Sinne, glaube ich keiner. Letztlich schauen beide auf die selbe Thematik und wollen beide etwas ändern, aber der Blickwinkel ist ein anderer und ich finde es gut und wichtig, dass es beide gibt. WIe im Artikel schon erwähnt, kann ich den Standpunkt meiner Mutter zwar nachvollziehen, aber nur schwer einnehmen, da er mich massiv Energie kostet. Was interssant ist, wähle ich doch einen Standpunkt der mir wesentlich mehr Verantwortung aufdrückt (Individuum) als sie (Gesellschaft) und doch fühlt es sich leichter an. Verzeih die Tippfehler, auch das ist der knappen Zeit geschuldet, Kommentare lese ich gar nicht Korrektur, sonst müsste ich aufhören sie zu beantworten. 🙂

  8. Liebe Heike

    Danke für diesen schönen Artikel. Auch ich habe die verschiedenen Konzepte der Selbstoptimierung bisher eher kritisch beäugt. Was die Anglizismen und den Wortfluß angeht über die Katja und Dlin gestolpert sind muss ich sagen, ich kann sie ja normalerweise auch nicht besonders gut leiden besonders wenn es schöne und treffende deutsche Bezeichnungen gäbe. Allerdings finde ich es noch unschöner wenn ursprüngliche Begriffe zwangsübersetzt werden, natürlich hätte man z.B. statt Journaling auch Tagebuchführen sagen können aber das klingt ein bisschen holpriger und da Du offenbar viele Deiner ursprünglichen Quellen und Inspirationen in englischer Sprache gefunden hast ist es durchaus legitim die wichtigsten Begrifflichkeiten beizubehalten.

    Leider bin ich über diese Themen bisher oft nur in für mich nicht so tollen Zusammenhängen gestolpert. Eben beim Thema Fitness, Motivation, Kommunikation und Erfolg. Da hieß es oft: denk nicht immer nur an andere, denk erstmal an dich. Mir stoßen aber auch gerade bei Fitness-, Erfolgs- und Motivationsgurus diese amerikanischen Superlative irgendwie auf… du weißt schon: dieses Entweder/Oder dazwischen gibt es nichts…Da war auch meistens nur die Rede davon irgendwas zu schaffen. Je steiniger der Weg desto stolzer kannst Du sein. Ich will aber nicht nur einfach irgendwas mit Hängen und Würgen auf die Reihe kriegen, sondern ich möchte gerne auch etwas leichtfüssiger sein… Spaß dabei haben, den Weg genießen.

    Was mich da inhaltlich auch unter anderem skeptisch macht ist die Wirkung von positivem Denken und Affirmationen. Wie geht das? Ich rede mir lange genug ein dass ich mich selbst toll finde auch wenns nicht stimmt, bis ich es irgendwann glaube und dann glauben es auch die anderen? Ist das authentisch? Und wenn ich mich dabei wie ein Schwindler fühle, bin ich dann auch einer? Ist es überhaupt gut sich so viel mit sich selbst zu beschäftigen und sich zu vertollern? Ich will mich selbst lieben, aber ich will nicht selbstverliebt sein. Ich will mir selbst gefallen, aber nicht selbstgefällig werden. Ich will ein besserer Mensch werden aber ich will nicht denken ich sei was Besseres als andere. Wo bleibt noch Platz für Selbstkritik? Das ist mir sehr wichtig. Was ist wenn all das mit-mir-selbst beschäftigen, das Yoga, das positive Denken, die Selbstoptimierung, all das innere und äußere Sich-zurecht-biegen letztlich nur dazu führt dass mir irgendwann der Kopf im eigenen Hintern stecken bleibt? (*Kopfkino*)

    Vielleicht hab ich das alles einfach nur falsch verstanden, oder das Falsche gelesen. Denn andererseits ist es doch vollkommen logisch dass das was uns zu besseren Menschen machen kann erstmal der Wunsch ist ein besserer, empathischer, rücksichtsvoller Mensch zu sein und so Mindsetting und Affirmationen ein schöner Weg dahin sind. Gerade aber dieser Aspekt der Selbstoptimierung um auch ein besserer Mensch zu werden und nicht nur mich selbst sondern auch mein Umfeld besser zu behandeln stand bisher in der Literatur die ich gefunden habe leider oft nicht so sehr im Fokus. Das macht das Ganze jetzt für mich auch gleich viel interessanter und wichtiger. Also werde ich mich jetzt nun einmal wieder damit befassen und ich bin sicher aus dieser Perspektive wird mit der Themenkomplex etwas mehr zusagen.
    Dankeschön.

    Liebe Grüße

    1. Liebe CaMaMia,

      dein Kommentar spricht mir sehr aus dem Herzen. Selbstoptimierung ist sicherlich eine sowohl schöne als auch wichtige Sache, aber – gefühlt wird es in der entsprechenden Literatur als Selbstzweck betrieben. Das Ich im Mittelpunkt. Und an dem wird dann so lange gefeilt, bis das beste Selbst, das zum entsprechenden Zeitpunkt erreicht werden kann, erreicht wird, während sich dieses beste Selbst aber permanent verändert. Da lauert dann schon die Gefahr, dass eine Person irgendwann nur noch um sich selbst kreist und die Optimierung zum Selbstzweck werden könnte.

      Was mir an dieser Stelle ganz stark fehlt (auch in diesem Artikel): das Warum. Warum sollte ich mich selbst optimieren? Nur wer für sich selbst sorgt, kann auch für andere sorgen. Erst einmal um sich selbst kümmern, damit die Kraft vorhanden ist, sich auch um andere zu kümmern. Stimmt definitiv. Aber leider hören die entsprechenden Texte meist mit dem „erst mal um sich selbst kümmern“ auf… Ja, bei vielen liegt das daran, dass es eine Betrachtung eines laufenden Prozesses ist, ein „work-in-progress“ sozusagen, um mal wieder die Anglizismen zu bemühen 😉 Aber ist das Warum nicht eigentlich viel spannender als das Wie? Ab welchem Zeitpunkt wäre denn genügend um sich selbst gekümmert, dass Kapazitäten für andere frei werden? Warum mach ich das denn eigentlich? Das fehlt mir so ein Stück weit in der Ratgeberliteratur.

      Mal ganz davon abgesehen, dass dieser ganze Themenkomplex bereits eine Vielzahl von Privilegien voraussetzt… Wenn Menschen in prekären Verhältnissen leben, bleibt häufig nicht einmal Zeit für die Erfüllung von Grundbedürfnissen, geschweige denn, sich mit Selbstoptimierung auseinander zu setzen. Da helfen Affirmationen auch nur begrenzt weiter 😉 Aber gut, rein statistisch wird das wohl auch nicht die Leser*innenschaft dieses Blogs und entsprechender Literatur sein, schätze ich 😀

      Und dennoch: mir fällt es immer wieder auf (auch hier an mancherlei Stellen), wie sehr der vollkommen berechtigte Stolz auf das, was selbst geschafft wurde, betont wird, die Faktoren Privilegien und, ganz häufig, auch einfach unfassbares Glück dabei bloß in einem Nebensatz erwähnt werden… Zum Beispiel bin ich in einem deiner Artikel sehr darüber gestolpert, dass du, liebe Heike, schriebst, du hättest durch Ernährung, Sport und deine gesamte Lebensführung es geschafft, dass dein Körper eine Schwangerschaft ohne Medikamente geschafft hat, was du noch vor einigen Jahren für nicht möglich gehalten hättest. Das stimmt natürlich und es ist echt großartig, was du geschafft hast, um deinen Körper in die beste Form deines bisherigen Lebens zu bekommen! Das will dir sicherlich niemand absprechen. Aber. Aber… du hast ganz offensichtlich auch einfach das Glück, dass du einen gesunden Fortpflanzungsapparat hast 🙂 Du hast offenbar keine z.B. genetische Abweichung, die es dir unmöglich machen würde, ohne medikamentöse Hilfe ein Kind austragen zu können. Das ist ein großes Glück, dass du einfach hast, viele haben dies nicht, egal wie sehr sie an sich optimieren. Und beim Lesen dieses einen Satzes über die medikamentlose Schwangerschaft bin ich quasi stellvertretend für diejenigen Menschen, denen dieses Glück fehlt, zusammen gezuckt… da eine Schwangerschaft, die nur mit Medikamenten verlaufen wäre, doch genauso wertvoll und ein Geschenk gewesen wäre 🙁

      Hmmmmm… ich frage mich, ob mein Gedanke klar wird… mir kommt es etwas wie wirres Geschreibsel vor, was ich zusammenkritzele 😀 Also: ich glaube, es würde dein „Das hab ich geschafft!“ in keinster Weise entwerten, wenn du es mehr in einen größeren Zusammenhang setzen würdest 🙂 In vielen Kontexten ist es heute üblich, die eigenen Privilegien zu nennen, um anderen Menschen ein gutes Gesamtbild zu vermitteln, von welcher Position aus gesprochen wird. Jemand, der*die weiß ist, Zugang zu einer Hochschulbildung hat, hetero, verheiratet, cis ist, ohne Behinderungen lebt, ein geregeltes Einkommen hat usw. usf., hat ja ganz andere Startbedingungen, als jemand, der*die diese ganze Reihe von Privilegien nicht hat.

      Und damit schließt sich dann in meinen Augen dann auch wieder der Kreis: für mein Verständnis ist es nicht richtig, bei der Selbstoptimierung stehen zu bleiben, während Privilegien so unterschiedlich verteilt sind in unserer Gesellschaft. Es ist super, wenn Ratgeberliteratur das Werkzeug an die Hand geben kann, um das Beste aus einem Leben herauszuholen. Aber der Besitz von Privilegien sollte auch immer als eine Verantwortung angesehen werden, um zumindest ein bisschen die Welt zu verändern und nicht nur das eigene Leben. Was durchaus auch mit dem Schreiben eines Blogs passieren kann, wie es deiner ist 😀

      Liebeste Grüße!
      Julia

      1. Hallo Julia

        Ehrlich gesagt verwirrt mich Deine Antwort gerade ein bisschen und ich weiß nicht ob ich sie richtig verstehe. Ich wollte eigentlich meinen Kommentar nicht so verstanden wissen dass ich den Eindruck hätte, dass Heike sich auch auf diese Egozentrische Komponente der Selbstoptimierung beschränkt, sondern dass ich vielmehr eher den Eindruck habe dass sie genau das NICHT tut.

        Ich lese da sehr viel Dankbarkeit und Anerkennung zum Beispiel gerade wenn es darum geht wie sehr Benedict sie bei dem Heike-Kram unterstützt. Dass hier nicht im Vordergrund steht wie oft Heike auf ihre Ich-Zeit verzichtet um sich der Unterstützung von Benedicts Projekten zu widmen liegt halt daran dass es ihr Blog ist oder vielleicht auch daran dass sie zu bescheiden ist um das extra zu erwähnen (ich weiß es nicht, ich kenne die beiden ja nicht)

        1. Hmmmm… vielleicht ist da auch einiges durcheinander geraten und ist dadurch unscharf geworden. Ich hab dir vor allen Dingen in deinen Gedanken bezüglich der gängigen Ratgeberliteratur, vor allem aus dem US-amerikanischen Marktraum, zugestimmt 🙂 Von der dort propagierten Haltung ist Heike selbstverständlich meilenweit entfernt! Dennoch fehlt mir auch hier der Schritt von der Anerkennung und Dankbarkeit für das, was man hat, hin zu: Warum sollte ich mich denn optimieren, also außer für mich selbst? Wie kann ich auch für andere Menschen einen Unterschied machen? (Und hier scheiden sich vermutlich die Geister, wie aus deinem Kommentar schließe… ich spreche von dem Versuch einer gesamtgesellschaftlichen Veränderung, nicht von Unterstützung innerhalb der Kleinfamilie 🙂 Dass ein Mensch (Ehe)Partner*in und Kinder bei ihrer Verwirklichung unterstützt/unterstützen sollte, steht ja noch auf einem anderen Blatt 😉 )

          Ich muss zugeben, ich finde die Diskussion hier sehr spannend! 🙂

      2. Hallo Julia,

        ich sehe ein paar Dinge, die du in deinem Kommentar angesprochen hast anders.

        Ich halte das standardmäßige Erwähnen von Privilegien für eine Perversion von Dankbarkeit. Dankbarkeit für die kleinen Dinge und eine gewisse Achtsamkeit können die Augen öffnen, aber mir missfällt das schlechte Gewissen, dass bei Privilegien mitschwingt ungemein. „Du hattest es einfacher, weil du privilegiert bist“ ist nur eine weitere Art, die Leistung von jemand anderem kleinzureden. Ähnliches gilt für „Aber andere hatten nicht so viel Glück“, was ich am problematischsten finde, wenn es tatsächlich um Dinge geht, für die man nichts kann.
        Ich sehe nicht ein, mich schlecht zu fühlen, weil andere weniger Glück hatten, als ich. Zumal die Sichtweise oft einseitig ist. (Ist jemand aus einer zerrütteten Mittelklassefamilie privilegierter, als jemand aus einer intakten armen Familie?) Ich halte es für grenzwertig taktlos zu sagen „Du hattest Glück eine Schwangerschaft ohne Medikamente haben zu können, viele haben das nicht“, besonders, wenn eine Schwangerschaft ohne Medikamentengabe über einen langen Zeitraum eher die Norm ist. (Ist sie das?)

        Ich halte es für bevormundend, mein Leben für Andere leben zu sollen. Einerseits vom Sender aus (womit ich nicht dich konkret meine, sondern die allgemeine Denkweise), andererseits auch „den Anderen“ gegenüber.
        Ich möchte mir nicht Verantwortung* aufdrücken lassen, die ich weder haben sollte, noch will. Es ist etwas Anderes, wenn ich von mir aus wähle, Verantwortung zu tragen, aber ich wehre mich entschieden dagegen, mir welche unterschieben zu lassen. (Was im Übrigen mit einer der Punkte ist, warum Abtreibungen in Deutschland erlaubt sind.) [* Ich meine Verantwortung oder Engagement, das über höflichen zwischenmenschlichen Umgang hinausgeht.]
        Um das klarzustellen: Ich will wählen können, wie und wozu ich etwas beitrage. Ich möchte vor allem nicht Teil einer Bewegung sein, die selbst anwendet wogegen sie vorgeht, und ich möchte nicht Teil einer Bewegung sein, deren Programmpunkte es zu einem großen Teil nicht gäbe, wenn die Mitglieder vor ihrer eigenen Tür kehren würden (im Sinne von eigene Unsicherheiten und Traumata bearbeiten).
        Deswegen halte ich es für das Sinnvollste, vor meiner Tür zu kehren, mein Leben so zu leben, wie ich es für richtig und gut und gerecht halte, und damit Vorbild für diejenigen zu sein, die sich mich zum Vorbild nehmen oder irgendwas abschauen wollen.

        Viele Grüße,
        Katja

        1. Woooow… da habt ihr echt was auf den Tisch gebracht. oder war ich es, die den Tisch aufgebuat hat…?
          Spannend. Zumal ihr hier alle mit so viel Energie argumentiert. Was ich sehe, sind da vor allem ganz andere Persönlichkeiten, und alle Standpunkte finde ich erst mal nachvollziehbar.
          Weshalb ich das Warum nicht erwähnt habe? Also in diesem Artikel? Vielleicht weil er so schon so irre lang war und ich vor allem im Sinn hatte die Fragen zu beantowrten, die man mir immer öfter gestellt hat, nämlich eben, wie ich es hinkriege die Haltung zu haben, die ich habe, die somit zumindest für einige offensichtliche rstrebenswert zu sein scheint.
          Um es hier kurz zu beantworten: Mein Warum lässt sich super mit einem weiteren Inspiratinal Quote beantworten, einer meiner Lieblinge:

          You can’t pour from an empty glass / Aus einem leeren Glas kannst du nichts ausgießen.

          Ich gebe sehr gern und ich gebe viel. Tatsächlich habe ich persönlich auch mehr Menschen in meinem Umfeld, die geben, geben, geben, bevor sie sich um sich selbst kümmern und denen man eher sagen muss: DU, pass auf dich auf! Du kannst nicht an einem Tag die Welt retten! Auch nicht die Welt von nur zwei oder drei Menschen. Da geht es viel um Pflichtbewusstsein und, schlimmer noch, um mangelnden Selbstwert. Da sehe ich einfach sehr oft, wie Menschen sich aufreiben, geradezu aufopfern, weil sie nur durch Anerkennung von außen die Bestätigung bekommen, dass sie von Wert sind. Beruflich. Familiär. Partnerschaftlich.
          Wer sich da noch optimiert, um noch gefälliger zu werden, missversteht mich. Mir geht es um die Grudnressource Selbstwert. Wenn ich die habe, dann kann ich geben, um des Gebens willen und nicht, weil ich es brauche, um mich gebraucht zu fühlen. Die Abhängigkeit von anderen Menschen hört damit auf bzw. wird geringer und das halte ich für erstrebenswert.
          Das ist es, was ebenfalls in meinem „Von außen nach innen“ impliziert ist. Ich habe auch angefangen an mir rumzuschrauben, aus dem Bedürfnis heraus zu gefallen. Sportliche Eitelkeiten, Anerkennedes Blicke für das, was ich geleistet habe. Was ich aber im Prozess bekommen habe – und ich glaube dafür braucht man vielleicht eben doch auch Offenheit, das zu erkennen zun wollen – ist, dass ich mich selbst lieber mochte. Stärker, aufgeräumter, selbstbewusster. Das hat mir für mich viel gegeben und ich habe danach dann entscheiden können, ob ich etwas weiter mache, für mich, oder es lasse, weil es nur für andere wäre. Das ist ein falsches „Für andere“ wie ich finde. Eine Anbiederung.
          Das „Für andere“, was ich jetzt geben kann, eben auch durch den Blog, das ist etwas zu teilen, was das Leben anderer besser machen kann. Sei es durch gesunde Futteralternativen, durch Denkanstöße, schönere Haare oder eben so wie hier einem Ansatz sich selbst lieber zu mögen. Letzteres scheint ein großes Bedürfnis zu sein. Ein nachvollziehbares, wie ich finde. Daraus ist denke ich das Bedürfnis entstanden, bei mir diesen Artikel anzufragen. Und ich hoffe, dass ich damit genau diesen Frageden ein paar gute Antworten geben konnte. 🙂

          1. Ich würde sagen, du hast den Raum aufgeschlossen, Julia hat den Tisch aufgestellt und ich habe mich drangesetzt oder so 😀

            Ich würde an der Stelle meine Position auch gerne noch ein kleines bisschen erläutern: Ich gebe sehr gerne, aber ich will nach meinen Bedingungen geben.
            Für zuverlässige Leute investiere ich zum Beispiel sehr gerne sehr viel Zeit in die Organisation gemeinsamer Aktivitäten, aber – und die Situation hatte ich letztens zum ersten Mal seit Ewigkeiten wieder – wenn ich gar keine Rückmeldung bekomme oder zwei Stunden vorher ein unbegründetes „muss ich mir noch überlegen“, dann ist es (mindestens für eine Weile) das letzte Mal gewesen, dass ich für diese Personengruppe etwas organisiere. Sowas zieht mir zu viel Energie ab, die ich in andere Dinge investieren könnte, die mir mehr Freude bereiten und mich weiterbringen, wovon dann wieder Leute profitieren können.
            Mit missionarischem Verhalten ist es ähnlich: Es geht mir unheimlich auf die Nerven, immer wieder die gleichen Diskussionen führen zu müssen, weil Leute sich ungefragt einmischen, deswegen mache ich es nicht. Wenn jemand, zum Beispiel, vegetarische Ernährung interessant findet und Fragen hat, dann beantworte ich das natürlich gerne aus meiner Warte, aber ich drücke es ihm nicht auf.

            Liebe Grüße,
            Katja

          2. Als kurzes Nachhaken nach Julias Kommentar: Kommen meine Kommentare als unhöflich bei dir an? Ich bin ziemlich direkt und deutlich, wenn ich das Gefühl habe, dass jemand damit klarkommt (oder mich etwas ärgert), aber unhöflich möchte ich nicht sein.

          3. Unhöflich nicht. Sehr deutlich und direkt, das ja. Das ist geschrieben leider immer etwas tricky habe ich die Erfarhung gemacht. Lässt sich oft nur durch sehr viel mehr abschwächenden text abmildern. Ich merke das hier oft, wenn ich mal dachte ich könne an der und der Stelle kürzen und müsse nicht noch alle Eventualitöten noch mal aufschreiben rund um „natürlich ist das individuell“ und “ das kann für Person A ganz leicht sein, für Person B aber nicht“. Blubb. Nicht so einfach, das Internet. 🙂

          4. Liebe Katja,

            ich empfinde dich ebenfalls als kein bisschen unhöflich! Mein Gedanke hierzu bezog sich eher auf eine Kommentatorin im Artikel zum Wochenbett 😉

  9. Oh je… ich hatte mich sehr bemüht, so zu formulieren, dass mein Punkt möglichst unmissverständlich aufgefasst werden kann… an Katjas Kommentar sehe ich allerdings, dass mir das wohl leider nicht gelungen ist 🙁 Daher schiebe ich noch kurz einige Ergänzungen nach, da ich Kommentare, die respektlos und unhöflich gepostet werden (wie in seltenen Fällen ja auch hier – Hut ab, Heike, dass du auf diese Kommentare dennoch antwortest!), unerträglich finde und nur sehr ungern meinen als einen solchen aufgefasst wissen möchte…!

    1. Meine kritischen Anmerkungen bezogen sich selbstverständlich nicht auf Heikes Leben, sondern ausschließlich auf Heikes Artikel! Da wir uns persönlich ja gar nicht kennen, wäre ich ja absolut nicht in der Lage mich zu ihrem Leben zu äußern 😉 Ich nehme durchaus an, dass viele der Personen, die hier lesen und schreiben und natürlich auch Heike selbst sich in ihre Gemeinschaft in verschiedenen Formen einbringen, dieser Aspekt kam mir persönlich bloß in diesem Artikel zu kurz. (Liebe Heike, dazu hast du ja bereits Stellung genommen, dass dies der Länge des Blogeintrags geschuldet war!) Entsprechend sehe ich hier auch nicht, inwiefern meine Gedanken irgendwem femdbestimmt Verantwortung aufdrücken sollten?

    2. Ich habe leider vergessen deutlich zu machen, dass meine eigene Sprechposition genau die Privilegien umfasst, die ich beispielhaft aufzählte 🙂 Dass mich Menschen im Laufe meines Lebens auf diese aufmerksam gemacht haben – mal sehr geduldig und freundlich, mal mit mehr Nachdruck -, hat mein persönliches Mindset stark geprägt, wie vielleicht in den folgenden Zeilen deutlicher wird.

    3. Als Perversion von Dankbarkeit empfinde ich das Aufzeigen eigener Privilegien nicht im Geringsten, genauso wenig wie als Abwertung von Leistung einzelner Personen. Ich entschuldige mich selbst auch nicht für Glück, das ich hatte. Aber Privilegien sind in den meisten Fällen nicht einfaches Glück, sondern sind gesellschaftliche Konstrukte. Ich kann auf der einen Seite dankbar für das Glück sein, dass ich als Weiße in einer wohlhabenden Gesellschaft geboren worden bin. Ich kann aber auch einen Schritt weitergehen und feststellen, dass das Glück in diesem Fall darin besteht, dass Menschen anderer Hautfarbe und anderer Herkunft schlechtere Chancen in unserer Gesellschaft haben. Und das ist ja kein Naturgesetz und „Glück“, sondern systematische Diskriminierung, von der ich nicht betroffen bin. Und dagegen kann ich ja durchaus angehen, damit sich die Gesellschaft, derer ich Teil bin, ändern möge. Nichts anderes möchte ich damit erreichen, wenn ich einen Unterschied zwischen Dankbarkeit und daraus resultierender Handlung mache. Mal davon ab, dass ich das Aufwiegen verschiedener Privilegien gegeneinander für absolut nicht zielführend halte.

    3. Bzgl. der medikamentlosen Schwangerschaft bzw. der Freude über ein gesundes Kind: nichts liegt mir ferner als einem Menschen Freude darüber vorzuwerfen, dass er*sie nicht auf Medikamente angewiesen ist oder dass das eigene Kind ohne medizinische Hilfe leben kann! Auch hier bitte ich wieder um eine Unterscheidung zwischen „der Person Heike“ und ihrer Artikel. Das, was ich an dieser Stelle einfach für mitdenkenswert halte, ist folgendes: jedes „Juhuu, ein gesundes Kind!“ beinhaltet in gewisser Form auch ein implizites „Puh… kein behindertes Kind…“. Liebe Heike, dass du dir um diesen Bereich bereits Gedanken gemacht hast, konnten wir ja schon in deinem schon älteren Artikel lesen, in dem du in Frage gestellt hast, ob die Aussage „Hauptsache gesund“ im Gegensatz zu „Wird es ein Junge oder ein Mädchen?“ eigentlich so viel besser ist. Ich bin mir ganz ganz sicher, dass du dein Kind nicht einen Hauch weniger lieben würdest, wenn es eben nicht als „gesund“ bei der Geburt klassifiziert worden wäre, da besteht für mich kein Zweifel! 🙂 Mein Gedanke war nur: vermutlich ist es statistisch nicht unwahrscheinlich, dass jemand hier mitliest, der*die entweder selbst mit einer Behinderung lebt oder ein Kind hat, das nicht als „gesund“ gilt… Und ich denke, auch wenn ich hier nicht aus einer betroffenen Position spreche, dass so ein Satz viele negative Emotionen triggern kann, die du nicht im Geringsten beabsichtigst. Entsprechend sollte dieser Teil meiner Antwort kein bisschen vorwurfsvoll sein, sondern als Anregung zu verstehen, da in deinen Texten sehr herauszulesen ist, dass dir sowohl dein Sprachgebrauch wichtig ist als auch Gefühle anderer Menschen. Und Kategorien wie krank und gesund können durchaus problematisch sein…
    Ich hoffe wirklich sehr, dass du diesen Teil meines Kommentars nicht als kränkend aufgefasst hast!

    4. Liebe Katja, auf den letzten Artikel deines ersten Kommentars kann ich leider nicht eingehen, da mir auch bei längerem Grübeln nicht klar ist, auf welche Bewegung oder auf welche Traumata du anspielst… Es tut mir leid, dass du auch in jüngster Vergangenheit verletzende Situationen erlebt hast, die dir die Lust geraubt haben, für diese Personengruppe deine Energie und Zeit einzusetzen. Ich kann es vollkommen verstehen, dass du in solchen Fällen diese lieber anderweitig einsetzt!

    Herzliche Grüße!
    Julia

    1. Hallo Julia,

      danke für die Ergänzungen. Ich folge deiner Nummerierung.

      1) Ah, das hat sich für mich durch das „du“ direkter gelesen, als du es gemeint hast.

      2) Aus dem Klientel des Blogs war anzunehmen, dass die genannten Privilegien deiner Sprechposition entsprechen 😀

      3) Mich stört an der Diskussion über Privilegien, dass sie nicht lösungsorientiert und in meinen Augen oft einseitig sind, weil die die Aufmerksamkeit nicht auf die relevanten Dinge lenken.
      Ich habe als Tutor die Erfahrung gemacht, dass ausländische Studenten oder Migrantenkinder oft (aber nicht immer) während des Semesters weniger Aufgaben bearbeiten (und entsprechend tendenziell schlechter in den Klausuren abschneiden), als Deutsche, was ich, gerade mit meinen aktuellen Erfahrungen mit internationalen Studenten, nicht allein auf Sprachbarrieren schieben möchte. Ich denke, es ist oft (aber nicht immer) eher eine kulturelle Sache, die Dinge lockerer anzugehen, die die Leute dann an einer deutschen Uni reinreitet. Studenten aus höheren Semestern schneiden tendenziell auch besser ab als Neulinge, was das zu stützen scheint.
      Jedenfalls nutzt es mir als Tutor nichts Wissen über Privilegien von Weißen zu haben oder darüber zu reden, sondern mein Ziel ist es eher alle Studenten zu motivieren und so direkt und offen wie möglich zu kommunizieren, wie der Hase laufen wird.

      3.2 – medikamentenlose Schwangerschaft) Ich sehe hier eine Unstimmigkeit: „nichts liegt mir ferner als einem Menschen Freude darüber vorzuwerfen“ vs „Das, was ich an dieser Stelle einfach für mitdenkenswert halte, ist folgendes: jedes „Juhuu, ein gesundes Kind!“ beinhaltet in gewisser Form auch ein implizites „Puh… kein behindertes Kind…“.“ Auf der einen Seite willst du Leuten ihre Freude nicht vorwerfen, auf der anderen klingt eine Kritik an der Freude über ein gesundes Kind an.
      (Und ich störe mich hier wirklich an den Anführungsstrichen um „gesund“ – gesund ist kein gesellschaftliches Konstrukt, sondern ziemlich klar umrissen.)

      In dem Abschnitt zeigt sich ein Problem, das ich mit deinem Standpunkt habe, recht deutlich. Ich zitiere unzusammenhängend: „vermutlich […] statistisch nicht unwahrscheinlich […] auch wenn ich hier nicht aus einer betroffenen Position spreche, dass so ein Satz viele negative Emotionen triggern kann“. Es geht hier um Eventualitäten, die insbesondere in früheren Artikeln schon abgedeckt wurden, und du nimmst den wirklichen Betroffenen die Entscheidung ab, sich zu Wort zu melden, wenn es sie tatsächlich stört.
      (Ich habe dieses Problem in anderer Form jedes Mal, wenn ich Tutor bin, weil ich meine Profs bitte, „die Tutoren“ zu benutzen, wenn sie von uns reden (was ich mir als einzige Tutorin rausnehme), diese aber keine Lust auf Ärger mit der entsprechenden Unistelle haben und sich deswegen um politisch korrekte Formulierungen bemühen, was in den allermeisten Fällen unfreiwillig diskriminierend, inkonsistent, übermäßig sperrig oder schlichtweg falsch endet, obwohl man eine einfach von allen Betroffenen akzeptierte Lösung hätte, die man auch benutzen könnte, wenn nicht Leute meinen würden, dass es ein Problem damit gäbe, das es in diesem konkreten Fall eben nicht gibt.)
      Selbst wenn Leute sich über etwas ärgern, stellt sich für mich immer die Frage, ob das Problem wirklich beim Sender liegt, wenn der Empfänger eine enorme emotionale Reaktion von einer der Höflichkeit gebietenden Aussage hat. (Ich hatte weiter oben geschrieben, dass ich genau dieses Muster ausnutze, um eigene Verletzungen aufzuspüren.)

      Und ich würde widersprechen, dass „Kategorien wie krank und gesund“ nicht grundsätzlich problematisch sind, sondern der Umgang damit. Wie gesagt, ich glaube, wenn alle vor ihren eigenen Türen kehren würden, dann wäre das auch kein Problem.

      4) (Ich nehme an, du meinst den letzten Absatz meiner ersten Antwort auf einen Kommentar von dir?) Ich meine zum Beispiel Tendenzen wie in Teilen der Fatacceptance-Bewegung, die sich gegen Bodyshaming ausspricht und im nächsten Atemzug Bodyshaming gegen Schlanke betreibt. Sowas findet sich durch die Bahn weg und relativ verbreitet in eigentlich allen aktuellen Bewegungen, ob jetzt Feminismus, LBTGQI oder Fatacceptance. Ich mag das nicht, das ist menschenfeindlich.

      Und die Sache mit dem Organisieren war in dem Moment zwar blöd, im Nachhinein betrachtet aber eine schöne Möglichkeit daran zu wachsen, Prioritäten neu auszuwerten und sich selbst zu hinterfragen. Also durchaus positiv.

      Liebe Grüße,
      Katja

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