25. August 2017

Wie stellst du dir ein Leben mit Kind vor?

„Mich würde interessieren, wie du dir ein Leben mit Kind vorstellst, jetzt, da es noch nicht da ist. Und dann vielleicht ein paar Monate oder ein Jahr später, noch mal einen Artikel dazu, wie es dann wirklich gekommen ist!“

Ein Vorschlag von euch und ich fand ein richtig guter! Bevor ich aber konkret auf meine Vorstellungen und Erwartungen eingehen mag, gibt es einen kleinen Denkanstoß, der dazu geführt hat, dass ich unter Umständen etwas aggressiver hier klinge als üblich. Denn da war etwas, das fast immer mitschwang, wenn diese Art Frage an mich heran getragen wurde.

„Na da bin ich mal gespannt, wie du das noch machen willst, wenn das Kind da ist!“

Die eigentlich Aussage war also gar nicht wirklich Interesse daran, wie ich mir das vorstelle, denn anderer Leutes Luftschlösser sind ja nur so mittelinteressant… Ich hatte sehr oft das Gefühl, dass da eigentlich gesagt wurde: „Du wirst dich noch sowas von umgucken!“ Ein vorweggenommenes: „Hab ich doch gewusst!“ Tatsächlich hier auf dem Blog noch freundlicher und ehrlich interessierter als im sogenannten realen Leben…

Und das hat mich wirklich… getroffen. Meine erste Reaktion war Blockade und Groll. Als würde mich da jemand besser kennen als ich mich selbst! Ich habe mich stark bevormundet gefühlt, auch wenn einige der Kommentare von Menschen kamen, die mir am Herzen liegen und ich somit ausschließen konnte, dass man mir da absichtlich einen reinwürgen wollte. Aber es kam bei mir so an. Mittlerweile bin ich ruhiger, denn ich habe den Standpunkt gewechselt. Ich fühle mich jetzt weniger angegriffen als dass ich es bedauerlich finde, dass manche Menschen mir so eine Breitseite verpasst haben. Tatsächlich sogar wohl öfter gar nicht im Bewusstsein das zu tun. Denn ich habe darauf rumgedacht wie das kommt.

Erste Möglichkeit: Nicht nachgedacht.

Der Kommentator hat einfach einen Spruch wiedergegeben, den er/sie selbst schon oft gehört hat. Denn tatsächlich ist diese Haltung ja sehr verbreitet: „Wenn erst mal ein Kind da ist, dann kannst du dir X, Y und Z erst mal abschminken.“ Da wollte mir niemand was böses. Das war schon fast Smalltalk. Aber ein bisschen auf der selben Ebene wie: „Du hast aber lange Haare bekommen. Willst du die nicht mal abschneiden?“

Zweite Möglichkeit: Von sich auf andere geschlossen.

Ein Kind ist eine Herausforderung, da bin ich absolut dabei. Aber wer was wie schafft oder auch nicht, das hat nur bedingt etwas damit zu tun, ob da ein Kind mit im Spiel ist. Ein Kind verstärkt das Verhalten, das vorher schon da war, dadurch, dass es bei aller Liebe auch ein Stressor ist und man einfach weniger Zeit für Entscheidungen hat und man somit noch stärker in Routinen hängt, auch in solchen, die eher nicht so optimal sind. Das kann sich dann so anfühlen, als gäbe es keine andere Wahl, als wäre etwas tatsächlich unmöglich. Ich bin und war vor Merle schon sehr organisiert, das Thema Routinen und Balance aus Produktivität/Effektivität und Gelassenheit und Erholung ist für mich ein sehr spannendes, mit dem ich mich stark auseinandersetze, somit habe ich für mich keinerlei Bedenken gehabt, das auch weiterhin gut hinzubekommen. Organisation ist nicht alles, aber sehr vieles, wenn es um einen vollen Alltag geht. Und für all die Überorganisierten wie mich: Wer mit genauso viel Ehrgeiz auf die Entspannung guckt, wie auf den produktiven Output, der tut sich einen riesigen Gefallen. 🙂 Ich für meinen Teil werde dadurch auch eher noch produktiver, auch wenn das paradox klingen mag.

Dritte Möglichkeit: Tatsächliche Missgunst, Freude daran jemanden scheitern zu sehen. In diesem Fall mich.

Auch wenn ich die ersten Möglichkeiten für wahrscheinlicher halte bei den Kommentaren, die ich persönlich bekommen habe, so hat es sich doch für mich oft nach dieser Möglichkeit angefühlt. Das war es, worüber ich viel nachgedacht habe, um aus meiner abwehrenden Grollhaltung zu mehr Verständnis aber gleichzeitg auch mehr „Gut, ich sehe das aber anders.“ zu wechseln. Das ist gesünder für mich und menschenfreudlicher. Aber ja, doch, mich gibt es auch in Situationen, in denen ich aufstampfe und „Ich werde hier noch zum Menschehasser!“ durch die Wohnung schimpfe. Hass kostet Energie, habe ich keine Lust drauf, die für sowas hässliches (man bachte das Wort 😉 ) zu verschwenden.

„Powerfrauen inspirieren nicht, sie setzen unter Druck!“

Daran musste ich denken. Das ist ein Zitat aus „Die alles ist möglich Lüge“. Das Buch hat ja auch Recht, es ist nicht alles möglich. Zeit ist endlich. Punkt. Deswegen hier an der Stelle ganz, ganz wichtig für euch, falls das wirklich der Fall sein sollte, dass sich hier jemand durch mich unter Druck gesetzt fühlt: Eines meiner größten Bestreben ist es, den Druck zu vermindern! Auf mich und auch auf euch. Deshab teile ich mit euch so viel über Ernährung, Gesundheit, Fitness, Zeitmanagement, Selfdevelopement. Indem ich teile, lerne ich noch mal besser. Und damit lasse ich euch daran teilhaben, was für mich funktioniert, um den Druck rauszunehmen und mehr bei mir zu sein. Natürlich, dadurch dass ich von mir rede, ist immer ein Vergleich gegeben, aber wenn ihr vergleicht, dann vergleicht vollständig. Ich arbeite derzeit nicht angestellt sondern nur frei. Ich arbeite grundsätzlich angestellt nur in Teilzeit (was eine bewusste Entscheidung war, um das Leben führen zu können, was ich führen will), ich habe in Benedict einen Partner, der voll mitzieht. Ich bin aus der härtesten Umstellungsphase heraus, in der gesundes Essen Sport und Co noch Energie abgezogen haben, weil die Routine fehlte und der Körper noch schwächelte. Ich bin also schon sehr weit weg von dem, was ich für mich als untragbar empfunden habe: Weg von der Tretmühle aus Arbeit, Kranksein, Medikamente nehmen, um arbeitsfähig zu sein und sich fragen wo zur Hölle meine Zeit schon wieder geblieben ist. Weg von im Terminkalender 15-Minuten-Freizeitfenster eintragen (oh Gott, lang ist es her, aber war das furchtbar!). Das heißt: Mein Ich von vor drei Jahren hätte eventuell dieselbe Aussage getroffen: „Pfff, also wie soll das denn bitte mit Kind gehen? Einmal ganz und einmal gar nicht!“ Und ich wäre stolz auf meinen Zynismus gewesen.

Ich vermute, dass viele vor allem Mütter einfach von ihrer Realität dermaßen überwältigt sind, dass sie sich nicht vorstellen können, dass es für anderen Mütter (oder gar für sie selbst) auch anders gehen könnte. Und so viele, wie da in einer sehr wesentlichen Aussage konform gehen, ist zumindest eines schon mal sicher: Leichter wird es mit Kind nicht! Dass man erschöpft nicht gut umstrukturieren kann, ist klar. Und mit Herzchen in den Augen auch nicht unbedingt. 😉 So oder so: Ich verstehe total, wieso das so kommuniziert wird. Trotzdem will ich diese Wahrheit nicht zu meiner machen.

Und damit dann jetzt konkret zur Beantwortung der Frage im Titel:
Wie stelle ich mir das Leben mit Baby vor?

„Wenn das Baby erst mal da ist, wirst du nicht mehr zum Schlafen kommen.“

Der Klassiker. Ich sage aber: Doch, das werde ich. Es wird nicht einfacher, aber dann wird eben gestückt und nicht mehr 8 Stunden durchgeschlafen, sondern 4-4 oder 5-3 oder 3-3-2. Oder eben auch sowas wie 2-2-2-1-1. Je kleiner die Stückelung desto anstrengender und zehrender natürlich, aber um so wichtiger dann auch, dass man es trotzdem tut. Priorisieren. Schlafen. Und dann nicht noch irgendwas „wichtiges“ tun. Ich vertraue mir da, dass ich das schaffe, weil ich schon gut in Übungen bin gestückelt zu schlafen durch Hurley Demenzphase mit nächtlichem, mehrmaligem Umherwandern und in den letzten Wochen muss ich allein einmal nachts zur Toilette und werde auch einmal richtig wach, weil ich mich umdrehen muss und der dicke Bauch dann weh tut (Übungswehen) und ich Rücken- und Hüftweh habe. Aktuell schlafe ich also schon im 3-4-1 Rhythmus. Gibt schöneres, geht aber gut.

„Wenn das Baby da ist, kommst du nicht mehr dazu (so gesund) zu essen.“

Ich muss gestehen, da bin ich dermaßen raus, so sehr, dass ich fast meine eigenen Höflichkeitsformeln über Bord werfen mag und denjenigen, der (bzw. die) das sagt schütteln mag. Es ist mir unbegreiflich, wie das passieren kann. Schlaf ja, den kann man nicht forcieren, wenn man sich mit besten Absichten hinlegt und nicht einschlafen kann, obwohl total müde, dann ist das wirklich eine schwerere Aufgabe da für sich eine Lösung zu finden (Rezension „Sleep Smarter“ kommt bald, aber ich empfehle das Buch hier noch mal, habe ich letztens schon gemacht). Aber Essen? Vorbereiten, sich helfen lassen. Und klar, da wird weniger aufwändig gekocht werden, aber das heißt nicht weniger gesund. Schnelles gesundes Futter sind Nüsse, Gemüse und Obst, praktisch sofort verfügbar. Bisschen öde wenn pur, das gebe ich zu, aber wer lieber gar nicht isst statt etwas langweiliger, nun… da müssen wir dann über was anderes reden als darüber, ob das daran liegt, dass nun ein Baby da ist. 😉 Energiebällchen sind mein persönlicher Favorit. Vorkochen aka Mealprep. Muttis hochgelobter großer Suppentopf oder fast alles aus dem Ofen, was nicht gerührt oder anderweitig beaufsichtigt werden muss. Vom Junk Food möglichst gar nichts daheim haben, denn ja, Müdigkeit und Stress setzen die Willenkraft deutlich herunter und wenn die Schoki genaus leicht erreichbar ist wie der Salat… dann hat man vielleicht noch so schön gemealprept und gute Vorsätze gehabt, die Schoki wurde dann auf Autopilot vertilgt. Der Salat wohl eher nicht. 😉 Futter dort deponieren, wo auch gestillt wird. Und im Kopf haben, dass man jetzt gesundes Essen mindestens genauso sehr braucht wie in der Schwangerschaft. Zur eigenen Heilung und zum Stillen. Also. Da erwarte ich für mich einfach etwas unaufwändigeres Essen, vermutlich ein bisschen eintöniger dadurch, aber kein Stück weniger gesund und schon gar nicht weniger an Menge, weil ich nicht dazu kommen sollte. Erleichtert wird das Ganze dadurch, dass Benedict ebenfalls sehr gesund isst (sportliche Ziele, Mensch, was bin ich neidisch, ich will auch wieder!) und ich somit auch nicht in Versuchung komme seine Schatzkiste um ein paar duplos zu erleichtern. Ich habe gehört, das soll während der Schwangerschaft vorgekommen sein. 😉 Soviel zum Thema Hundertprozentigkeit. Wie ihr seht, lebe ich noch. Trotz duplos. Und sieht auch so aus, als würde das Babys überleben. Spaß beiseite. Ich war schon sehr diszipliniert in der Schwangerschaft, aber ich habe DEUTLICH gemerkt, was Hormone auch mit mir, meinem Magen und meiner Willpower anstellen.

„Mit Kind hast du keine Zeit für Workouts.“

Ich mag widersprechen. Weniger Zeit ja und vor allem weniger Zeit am Stück. Aber es gibt ganz wunderbare Wege mit Baby oder Kleinkind Sport zu machen. Da muss man nur ein bisschen kreativ sein (oder faul ein Runde googlen). Ich werde euch da liebend gern den Vorturner machen. Wir reden hier nicht von Kraft- und Cardiotrainings in Wochenbett und Rückbildungszeit. Aber ich rede davon, dass der Körper täglich durchbewegt wird für eine gute halbe Stunde, gern auch mehr. Passend zum Fitnesslevel. Also von leichten Stretches und Umhergehen bis hin zur kräftigenden Rückbildung und danach dann auch Wiederaufnahme regulärer Workouts. Ich will stark und fit sein. Für mich und noch mal mehr für mich und Baby. Als Vorbild und weil es mit Kind nicht leichter wird im Leben und ich dafür die Kraft haben will. Dass die nicht von Schonung kommt, das wissen wir. Also: Es wird sich bewegt werden. Und jetzt einmal Oh mein Gott: Ich habe da ein konkretes Ziel. Ich mag wieder in mein Brautkleid passen. Weil ich damit noch mal Fotos machen mag, mit Benedict zusammen, wenn wir im Frühjahr beide noch mal einen Monat Elternzeit zusammen haben werden. So. Das ist jetzt aber wirklich der Bonus, da dürft ihr mir gern einen Vogel zeigen, ich hab da aber Bock drauf. Generell hab ich Hummeln im Hintern, ich will endlich wieder um den Hengsteysee laufen können! Und ich will Klimmzüge machen und klettern gehen und wandern und die Crossfithalle in Dortmund ausprobieren. Wuaaaaah! Lagerkoller… 😀

„Wenn du erst mal Mutter bist, hast du andere Prioritäten als dich hübsch zu machen.“

Stimme ich zu. So halb. Ich habe/hatte auch als Nicht-Mutter andere Prioritäten als mich hübsch zu machen. Schlafen und Essen zum Beispiel und Sport. Aber zwischen Sich-hübsch-machen und Sich-hübsch-machen liegt ja auch viel Spielraum. 😉 Vielleicht dauert es dann eben länger, bis ich aus dem Schlafanzug in die Tagesklamotten komme, weil eben vorher noch Schlaf, Essen, Bewegung UND ja nun zusätzlich die Babyversorgung kommt. Aber allein ich für mich möchte mich wohlfühlen. Also will ich mich waschen, kleiden und 5 Minuten für meine Haare und mein Gesicht haben. Die 5 Minuten kriegt man morgens unter (ich habe das tatsächlich schon gestoppt). Und wenn Duschen dann nicht klappt, weil man da schlecht unterbrechen kann, wenn das Baby weint, dann dusche ich eben abends, wenn Benedict von der Arbeit zurück ist. Machen viele andere Leute auch, einfach weil sie morgens so früh raus müssen, dass ihnen morgendliches Duschen nicht angenehm ist. Oder sie es abends lieber mögen.
Ich verbringe den Tag mit mir und Merle verbringt den Tag mit mir. Sie sieht mich, ich sehe mich im Spiegel. Und ich weiß, dass ich anfange zu versumpfen, wenn ich mich nicht fertig mache. Ab und zu Pyjamas all day ist toll, aber dauerhaft für mich absolut das falsche Signal an mich selbst. Es macht mich träge. Also werde ich mich waschen und kleiden und hübsch machen. Weiterhin. So einfach ist. Und weil eben die Chance hoch ist, dass ich gerade am Anfang vielleicht doch bis Mittags im Pyjama stecke, mag ich für mich und mein Wohlfühlen in zwei hübsche Schlafanzüge investieren. Stillfreundlich, bequem, warm aber etwas, worin ich dann nicht erschrecke, weil DHL klingelt und ich meine Bollerbuchse und das graue T-Shirt, das irgendwann mal schwarz war noch anhabe. Ich investiere ja auch in gute Haussschuhe, weil ich die soviel trage. Also auch an der Stelle in einen schönen Schlafi.

„Mit Kind kannst du so einen ordentlichen Haushalt gar nicht aufrechterhalten.“

Wieso nicht? Alle Dinge für Merle haben ihren Platz und wenn sie dreckig sind, dann kommen sie in die Wäsche, die Spülmaschine oder eben zurück in die passende Schublade bzw. den Schrank. Ich habe ohne Kind meine Wohnung nicht täglich gestaubsaugt und werde das auch mit Kind nicht tun. Wir sind im Aufräumen und Putzen dabei so routiniert, dass es bis auf saugen und wischen eigentlich nichts gibt, was sich wirklich groß anstauen würde. Es wird einfach sofort erledigt. Dann geht es auch schneller. Ich habe nie einen Küchenputztag, weil ich die immer nach dem Kochen abwische. Ähnliches gilt für das Bad. Und sowas wie Fensterputzen, da habe ich keinen Ehrgeiz, das mache ich, wenn ich finde, dass sie dreckig sind, meist so 4x im Jahr. Wenn es dann nur noch 3x sein sollte, dann ist das eben so.
Mit Kind finde ich es noch mal wichtiger die Ordnung zu halten. Das gilt insbesondere für Dinge, zu denen das Kind Zugang hat. Da bin ich ganz Minimalist. Weniger ist da wirklich mehr. Wäsche waschen könnte blöd werden, weil ich dafür dann in den Keller muss. Nun, dann wird das eben gemacht, wenn wir beide daheim sind.

„Wenn du ein Kind hast, wirst du deinen Blog/dein Buch/Hobby XY aufgeben müssen!“

Nein. Ich werde weniger Zeit dafür haben, natürlich, denn richtig, da ist ein neuer Mensch, den ich versorgen muss und will! Aber es ist wieder eine Form der Priorisierung. Da hier mit Schlaf, Essen, Babyversorgung, Sport, Anziehen, Haushalt schon 6 Prioritäten höher gestellt sind, ja, kann das unter Umständen dauern, bis ich am Tag soweit bin, dass ich meine Ich-Zeit für solche Projekte haben kann. Aber dann werde ich das tun. Weil ich das für mich brauche. Ich freue mich darauf Mutter zu sein, aber ich identifiziere mich nicht über diese Rolle ausschließlich. Sie wird Teil meines Ichs, ist es schon. Aber Selbstaufopferung ist nicht das, was ich für mich will und auch nicht das, was ich Merle vorleben mag. Das tolle an meinen Hobbys und Projekten ist, dass ich sie dabei bei mir haben kann. Das Am-Stück-arbeiten, das wird wohl ein paar Jahre schwieriger werden, da mache ich mir nichts vor. Ist aber nichts, was mich schreckt.

„Warum willst du ein Kind?“

Das ist jetzt nicht direkt passend, aber letztlich sind es doch die Vorstellungen und Erwartungen, die mich und uns dazu gebracht haben, zu sagen: „Ja, wir wollen eine Familie gründen!“ Wieso? Bei den Aussichten auf weniger Schlaf und mehr Stress und Organisation und weniger Geld und überhaupt? Babys sabbern und kotzen und können nicht antworten und man muss ihnen ständig den Popo sauber machen und dann wollen sie an die Brust und vielleicht hinterlässt die Schwangerschaft körperliche Schäden bei der Mutter und man ist nie mehr allein und und und… Warum also wollten wir ein Kind?

Weil ich mich darauf freue zu sehen, wie ein Mensch ganz neu ist, bevor die Gesellschaft (und auch ich) ihn präge. Weil ich so neugierig bin auf dieses Gefühl, das ich mir noch nicht vorstellen kann, diese angeblich bedingungslose Liebe, wie für niemanden sonst auf der Welt. Ich will wissen, ob das stimmt und wenn ja, wow, dann möchte ich das auch empfinden. Vielleicht kann man sich das als Nicht-Eltern genauso wenig vorstellen, wie ein Kind sich Verliebtsein vorstellen kan, bis es in die Pubertät kommt und es einen erwischt… Ich freue mich darauf zu sehen, wie dieser kleine Mensch sich entwickelt, jeden Tag, jede Woche, jeden Monat. Ich glaube darauf freue ich mich fast am meisten. Ich mag Merle die Welt zeigen mit ihren großen und kleinen Wundern, die mir dann vielleicht selbst auch noch mal mehr als genau das bewusst werden: als Wunder. Ich war gerne Kind. Das mag ich weitergeben. Ich stelle mir also vor, wie wir sie beobachten und uns an ihr und mit ihr freuen. Das ist es maßgeblich. Ich freue mich auf eine größere Form von Wir.

*sülz*

Zurück zu den härteren Themen. Aber das musste auch gesagt werden. Sonst krieg ich wieder Kommentarschelte, dass ein Kind doch wohl nicht nur Arbeit ist und dass seine pure Existenz alle Unannehmlichkeiten aufwiegt. Nun, es wiegt es wohl schon allein in der Vorstellung  soweit auf, dass wir beschlossen haben es drauf ankommen zu lassen. Und ich sagen kann, dass wir uns ehrlich auf Merle freuen. Das das hier thematisch kurz gehalten ist, liegt daran, dass ich mit dem Artikel hier einen anderen Bereich bespiele, eben den, der nichts mit Herzchen in den Augen zu tun hat, obwohl ich garantiert den einen oder anderen Niedlichkeitsausraster haben werde und sei es bloß, weil sie putzig rülpst. Ich meine, das konnte ich bei Hurley ja schon süß finden. Wie muss das dann sein, wenn man von Mutter Natur die volle Dröhnung Hormone abbekommen hat, um dieses kleine Fleischpäckchen lieb zu haben? Obwohl ich arg vermute, dass ich zu den Müttern gehöre, die sehen können, ob ihr Baby süß ist oder nicht… Aber vielleicht auch nicht. Vielleicht brennen mir auch einfach die Sicherungen durch und ich halte einen schrumpeligen kleinen Koala für das schönste Geschöpf unter der Sonne. Auch richtig so. 😉 Geht ja außerdem nicht darum, wer den Baby of the Year Contest gewinnt. Ich werde mir einen abfreuen, wenn Merle aussieht wie Benendict. Das fänd ich genial…

Oha. Soviel dazu. Da war er doch auch noch mal im Echo, der Sülzmodus… Bin ich also nicht vor gefeiht, auch wenn ich bei arg viel davon immer noch so ein leichtes Kitzeln am Zäpfchen verspüre… 😉 Also. Zurück zu härteren Themen.

Also einfach alles so wie immer nur plus Baby?

Nein. Das geht ja gar nicht. Meine Tage sind ja so auch schon voll. Woran ich kürzen werde bzw. was schwieriger werden wird, sind Fernsehabende, lange Telefonate, viel WhatsApp-Geticker und Treffen mit Freunden und Familie. Die werden seltener werden, dafür aber mehr geschätzt. Und wer uns besucht, wird weniger bewirtet werden als einfach Teil unseres Alltags sein. Das heißt dann werde ich stillen und wickeln, wenn Freunde da sind. Oder ich sportel mit ihnen zusammen. Tatsächlich habe ich vor dem Punkt aber den größten Respekt: Menschen abzusagen. Das ist das, was ich sehr oft lese, dass Freundschaften daran zerbrechen bzw. man sich voneinander entfernt, weil eine Mutter geworden ist. Ich kann nämlich absolut verstehen, dass das passiert. Es ist ein sehr anderer Lebensabschnitt. Und manchmal bedeutet das eben, dass man den nicht mehr mit allen Menschen gehen kann. Weil die Wege dadurch zu verschieden geworden sind.

Ich glaube aber, dass wir auch das hinbekommen werden. Weil ich denke, dass ich in vielen Bereichen da auch einfach etwas vorweg gehen kann. Und weil ich eben genau das nicht sein will: Nur Mutter. Aber eben auch. Der letzte Punkt ist also der, der spannend wird, für mich.

Und damit würde ich sagen, lassen wir die Sache nun auf uns zukommen und ich schreibe dann 2018 wieder dazu. Zusammen dann wohl mit einem weiteren Ausblick, denn in einem Jahr wird sich etwas anderes wieder dazu addieren: Arbeit. Das hier ist der Ausblick auf das nächste Jahr. Richtig ans Eingemachte geht es dann danach. Aber, glaubt es mir oder nicht, bis dahin plane ich noch nicht.

Richtig gelesen. Ich als Planerin plane nicht für die Zeit nach dem Ende der Elternzeit. Ich habe eine Tagesmutter organisiert (muss man hier schon sehr früh) und damit hat sich meine Vorrausarbeit tatsächlich erschöpft. Denn so viel steht fest: 2017 und 2018 werden grandios! Und auf jeden Fall sehr anders.

Merken

Merken

62 Kommentare

  1. Guter Text. Und ich als unfassbar erfahrene Mama *hust* etwas über 4 Monate *hust* kann vielem davon zustimmen. Mag sein, dass ich einfach wahnsinnig Glück mit meiner Tochter habe, aber ich habe keinen Schlafmangel (Baby mit im Bett, zum Stillen T-Shirt hoch, andocken, weiter pennen, beim nächsten mal dann Seitenwechsel), mache mich jeden Morgen fertig (teils eben gestückelt mit Babybespaßung zwischendurch) und komme wie vorher zum Nähen, Basteln, Serien gucken und so weiter. Und arbeiten tu ich auch noch 3,5 Stunden die Woche. Seit ein paar Wochen hab ich sogar die Gitarre wieder rausgekramt und spiele jetzt täglich. Hab ich ewig nicht gemacht. Man muss mit Baby eben oft Dinge unterbrechen oder kann sie nicht dann machen, wann man gerne möchte. Und ja, manchmal klappt es an einem Tag auch einfach gar nichts und man kommt zu wirklich nichts. Aber wenn man bereit ist, Dinge in kleinen Etappen zu erledigen, dann schafft man ne ganze Menge. Mittlerweile beschäftigt Emma sich auch mal 20 Minuten alleine oder guckt mir in ihrer Wippe beim Kochen zu.
    Ich antworte Leuten, die mich fragen wie es läuft, immer, dass ich mir das alles viel viel anstrengender vorgestellt habe. Also echt jetzt. Mama sein ist geil. Und sich selbst dabei nicht aufgeben meiner Meinung nach echt machbar.

    1. Oh wie wunderbar! So mag ichd as auch haben! 😀 Das mit der Stückelung, das ist dann eben so. Für so einen kleinen Menschen sind die Aufmerksamkeitsspannen ja auch noch ganz andere. Allein wenn ich mich daran erinnere wie irre lang ein Tag war, als ich noch in den Kindergarten geganen bin. Als Baby muss die zeit sich ja noch länger anfühlen, weil einfach alles neu ist.
      Emma ist ein so schöner Name! War bei uns auch im Rennen, es ist der Zweitname meiner Oma.
      Ich wünsche dir weiterhin so eine tolle Zeit mit deiner Tochter! Habt ganz viel Spaß!

  2. Da kann ich dir nur zustimmen! Ich bin selbst Mutter, aber eben nicht nur. Auch als Mutter kann man sich um sich selbst sorgen, alles andere sind nur Ausreden. Dem Baby tut es auch gut, wenn die Mutter entspannt und ausgeglichen ist.
    Man darf eben nicht im Selbstmitleid versinken, dass man nichts mehr schafft. Man muss umstrukturieren, klar, aber das kriegt man auch hin.
    Du wirst das auch schaffen 😊

    1. Danke schön! 😀 Das freut mich so zu lesen! Ich glaube bei vielen geht es gar nicht so unbedignt um Selbstmitleid, sondern darum, dass sie sich so dermaßen in ihr Baby verlieben, dass einfach alles andere hinten über fällt, weil sie es als unwichtig empfinden bzw. nicht mehr wichtig genug. Das führt dann finde ich zu Ausreden was die genannten Bereiche angeht und vermutlich auch in andere Lebensaspekten. Zu asgen „Danns chaffst du das und das nicht mehr!“ ist dann eine Verteidigung des eigenen lebensmodells. Was man ja so führen kann. Es ist eben bloß nicht meins und ich finde auch aus nachvollziehbaren Gründen. 🙂
      Ich glaube auch, wir schaffen das!

  3. Ich denke, du hast genau die richtige Einstellung!

    Ich kann da natürlich keine Erfahrungen von mir präsentieren, aber eine Freundin von mir hat ein Kind, das jetzt fast ein Jahr ist. Wir, also unser Freundeskreis, treffen uns alle immer noch, nur eben bevorzugt bei ihr, damit sie nicht mit Kind und Kegel durch die Stadt reisen muss. Da ist bisher keine Freundschaft zugrunde gegangen! Wir sind eh eine Gruppe, wo jeder schon immer ganz eigene Bedürfnisse hat (Rückenprobleme, Allergien, wohnt weiter weg, chronische Unpünktlichkeit … lauter verschiedene Dinge eben) und wir nehmen immer aufeinander Rücksicht, wo es geht und sind andererseits auch nicht beleidigt, wenn man mal nicht dabei ist, weil es einfach nicht passt. Und jetzt ist eine eben Mutter geworden und wir freuen uns ganz doll mit ihr. Es muss also nicht so kommen, dass sich deshalb Beziehungen verlieren.

    1. Das hoffe ich sehr. 🙂 Ich habe einige Freundschaften über Distanz, da habe ich etwas Sorge, dass die dann leiden könnten, weil das an sich ja schon Beziehungen sind, die schwieriger zu pflegen sind als soclhe, wo man mal eben auf einen Kaffee vorbei kommen kann. Aber ich weiß ja, dass das ein Knackpunkt werden könnte und somit kann ich da dann bewusst gegensteuern. 🙂

  4. Hallo meine liebe Heike,
    super Artikel.
    Und zu so manch missgünstigen Zeitgenossen fällt mir nur ein: Ohren auf Durchzug, beim einen rein, beim anderen raus , denn irgendwie geht es immer. Und nicht nur ich bin davon überzeugt, dass Du und Dein Mann das mehr als gut meistern werdet, das Leben als Familie! Und das wird ganz toll werden!
    Alles Liebe, Sabine

    1. Danke schön! 😀 Ich glaube das ja auch. Und das gute ist auch, dass ich bei den meisten Menschen wirklich glaube, dass das eher ein Smalltalkthema war, dass bei Lichte betrachtet dann einfach einen fiesen Nachgeschmack hat. Mit Sicherheit auch deshalb, weil ich es wirklich fürchte, dass sie recht haben könnten. Bzw. es gefürchtet habe. Mittlerweile stehe ich da drüber. Eine Freundin habe ich danach noch mal extra angesprochen, weil ich wirklich mit einem Stein imMagen nach Hause gegangen bin, nachdem sie eben meinte, da wäre sie mal sehr gespannt, wie wir das so hinkriegen wollten… Hat sich herausgestellt, das es eben einfach nur als Erfahrungswert gemeint war, dass man sich ganz schön umstellen muss. Gehören ja auch eben immer zwei dazu: Sender und Empfänger. Bei ihr und mir hat sich das so gut lösen lassen.
      Bei anderen… nicht. Bzw. bei manch anderen habe ich dann auch nicht die Energie in ein Gespräch gesteckt und mir einfach „Jaja“ gedacht.

  5. Nach einem knappen Jahr mit Kind kann ich sagen, dass ich durchaus gesund esse, regelmäßig Sport mache, ausreichend schlafe (dank Familienbett) und sogar noch einen ordentlichen Haushalt habe. Meistens zumindest. Mein Mann spielt bei allem eine große Rolle, er arbeitet in Teilzeit und wir teilen uns so weit möglich die Pflichten in Haushalt und Familie. Ohne ihn wäre vieles nicht möglich. Und natürlich habe ich das Glück, dass unsere Tochter recht umgänglich ist.
    Was ich vermisse: Mal einen Nachmittag im Cafe sitzen und ein Buch lesen. Und mir fehlt es, mal eine größere Menge Alkohol zu trinken (ich stille noch). Aber sonst bin ich derselbe Mensch wie früher, nur eben mit Kind.
    Es verschieben sich zwar Prioritäten, aber dadurch gibt man sich selbst noch lange nicht auf!
    Ihr packt das schon. Stück für Stück.
    Liebe Grüße Alba

  6. Schöner Artikel 🙂

    Weisst Du, was ich komplett unterschätzt habe, war dieser extreme Shift in der Wahrnehmung. Mein Baby war „pflegeleicht“, sprich kein Schreikind, hat gut geschlafen, von daher alles paletti… aber: es hat nur einen Mini-mini-mini-Mucks gemacht und meine komplette Aufmerksamkeit war bei ihr. Ich KONNTE dann nichts anderes machen, mich nicht konzentrieren. Ganz am Anfang war das extrem, ich konnte das Baby kaum aus der Hand geben ohne körperliche Stressymptome zu bekommen. Das hat dann etwas nachgelassen 🙂 ; ich konnte aber auch später kaum etwas für mich tun wenn ich nicht gewusst hab mit dem Kind ist alles in Top-Ordnung (was es ja bei Weitem nicht immer ist, ich sag nur Trotzphase… ).

    Ich freu mich schon darauf hier weiterhin Updates zu lesen und ich wünsch Euch eine tolle Geburt und eine schöne Zeit danach!

    1. Dem muss ich auch zustimmen. Wenn ich unsere Tochter dem Papa zum Aufpassen gebe, damit ich Sport machen kann oder duschen horche ich immer (!) und höre manchmal sogar Phantomweinen 😀 will heißen, bei allem, was ich tu wenn sie nicht dabei ist, schwingt ein gewisser Stress mit und man beeilt sich irgendwie unbewusst ganz schön.

      1. Same here. Trotz superzufriedenem Baby habe ich manchmal einen „Babygeheultinnitus“. Zum Stubenwagen geeilt stelle ich dann fest: Baby schläft oder spielt glücklich lachend und vor sich hin pfurzend mit ihrem Mobile…

      2. Das glaube ich sofort! In abgeschwächter Form hatten wir das ja, als es Hurley so schlecht ging und wir oft gedacht haben, er fiepst. War aber dann doch nicht.

  7. Ich habe selber keine Kinder, kann daher nur aus Aussensicht als Patentante und Freundin von Müttern sprechen. Aber die Mütter, die ich kenne, schaffen es alle, neben Kinderpflege, Haushalt und Arbeit ausser Haus noch ein Privatleben zu führen, sich auch mal zu schminken, ein Buch zu lesen oder die Nägel zu lackieren. Gut, vielleicht nicht gerade in den ersten Wochen, aber doch zumindest nach einigen Monaten.

    Wie du richtig schreibst, ist nicht alles möglich. Aber die „das kannst du dann nicht mehr“-Leute sollen dich doch bitte selbst ausprobieren lassen, was mit Merle in welchem Umfang möglich ist und was nicht. Ich denke, dass du da eine sehr realistische Ansicht dazu hast und bin sicher, dass es so auch klappen wird. Vielleicht nicht gleich sofort, aber doch bestimmt, wenn ihr euch aneinander und an ein Leben zu dritt gewöhnt habt.

  8. Schmunzel, ich kenne solche Aussagen….. Ich denke, es wird mit Kind genau so sein, wie es für Euch passt. Aufregend, spannend und es wird sich einlaufen je besser Ihr euch kennenlernt.

    Woher ich das weiß? Ganz einfach, ich hab zwei mittlerweile erwachsene Kinder.

    Lass Dich nicht verrückt machen, Heike, und plan nicht so viel. Auf Dich, Deinen Mann und Deinen Bauchzwerg kommt das spannende erste Jahr zu und ich wünsch Euch ganz viel Glück, Zufriedenheit, Gelassenheit und Humor.

    Liebe Grüsse,
    Rabenschwinge

    1. 🙂 Ach doch, ich plane doch gern. Mir macht das Spaß. Ich sehe schon, ich brauche echt mal langsam den Artikel zum MBTI im Detail. 😀
      Danke für die Wünsche, ich denke, es wird super werden! Das Geplante und das Ungeplante. 😀

      1. 😉 ich weiß. Nur manchmal geht es ohne großartige Pläne besser, da man kein Drehbuch im Kopf hat wie es denn zu sein hat und dadurch ist es entspannter.

        Liebe Grüsse,
        Schwinge

  9. Ein toller Blogbeitrag. Kann dir nur von Herzen zustimmen, obwohl ich zwischen drin überlegt habe, ob ich früher so doofe, kritische Ansagen zu werdenen Müttern nicht auch schon gemacht habe?! Einfach unbedacht, nachgeplappert was andere sagen und damals auch zu weit entfernt gedanklich von dem ganzen Mutter-Kind-Ding.
    Seitdem wir uns so dringend eine Familie wünschen, hat sich vieles geändert. Ich seh das auch völlig wie du: Mutter sein ist nicht meine Lebensaufgabe und einzige Rolle. Es ist ein Bonus, eine tolle Seite die ich wahnsinnig gerne ausleben möchte. Wahnsinn, wahnsinnig gerne! Das Leben ändert sich mit Kind, aber je nach Prioritäten unterschiedlich. Meine Beste lebt fast nur für ihre Kinder und ist sowas wie eine Super-Mama. Ist damit auch mega glücklich und ihr Mutterglück spürt man – hinterlässt zwar manchmal auch ein schlechtes Gewissen, weil ich weiß ICH will mehr als nur Mutter sein, aber dass darf jeder für sich entscheiden.
    Ich möchte auch als Mutter Sport treiben. Wozu hat man einen Partner? Zum Glück ist mein Schatz sehr kinderverliebt und wird kein Problem sein, dass er mal eine Stunde mit XY spielt und beschäftigt, damit ich sportel. Und selbst ohne kann man viel gemeinsam mit dem Kind machen oder neben dem Kind turnen – oder gemeinsam! Die 4-jährige Kleiner unserer Freunde war von unserem Training immer begeistert und wollte mitmachen. Uuuuuursüß!
    Im Bad brauch ich zum Glück auch max 5-10 Min und das ist mit egal wieviele Kinder man hat möglich 😉
    Und beim Essen denke ich ähnlich. Wer vor der Schwangerschaft schon brav gesund aß, der wird auch hinterher gut dabei sein. Hoch lebe Vorkochen, Einfrieren, schnelle gesünde Obstmüslis und einfache Gerichte. Hab mir schon gedanken zum Wochenbett gemacht und dass ich viel vorkochen und einfrieren werde 😉
    Bin aber dennoch schon sehr gespannt auf die Nachher-Beiträge nächsts Jahr! Sowas ist immer spannend und du bist so herrlich ehrlich und kritisch.
    Alles Liebe und Gute hier nochmal!

    1. 😀 Du, da bin ich ganz bei dir! das kann mir durchaus auch schon über die Lippen gekommen sein. Das sind so Floskeln, die hat man irgendwie drin so wie: „Und, wie istd as Wetter bei euch?“ da gibt es bestimmt noch ganz viel mehr, was mir auch jetzt noch verbal ausrutscht, einfach weil ich nicht den Fokus auf einem bestimmten Thema habe und mir da über Empfindlichkeiten nicht bewusst bin.
      Auf jeden Fall soll jede Mutter da für sich entscheiden, wie viel sie in welche Lebensbereiche investieren mag. Nur mag ich es eben nicht, wenn sich dann etwas gerechtfertigt wird, so über das Kind, man hätte keine Zeit gehabt zu sporteln, weil man ja ein Kind hat. Nein. Man hat sich in der Situation dafür entscheiden etwas anderes zu tun. Bewusst oder unbewusst.
      Ach Mensch, ich drücke euch immer noch so dermaßen die Daumen! Ihr seid ein großartiges Gespann! Und das werdet ihr auch als Eltern sein.

      Ich bin echt gespannt, wie mein Fazit nächstes jahr ausfällt. Vielleicht schaue ich dann doch auf diesen Artikel zurück und empfinde ihn als Schenkelklopfer des Jahres. Weil es dann doch SO anders wurde. Aber wir werden sehen. 🙂
      Viele liebe Grüße nach Österreich! Ich sag dir, wir sitzen noch zusammen: ihr mit Kind und wir in unserer Wahlheimat in bzw. nahe der Alpen. Erinner dich dann meiner Worte hier! Da freue ich mich drauf. Das kommt mit in die Bildersammlung in meinem Kopf für Zukunftsvisualisierungen, die weiter weg liegen als ein paar Tage doer Wochen. 🙂

      Alles Liebe!

  10. Hallo Heike,
    ich bin sonst eher eine stille Mitleserin…
    Meine „Babyzeit“ ist schon eine Weile her (meine Söhne sind 12 und 7), aber verfolge deine Entwicklung zur Mama sehr gespannt, weil es so ganz, ganz anders ist als bei mir (ich war bei meinem 1. Kind 22 und Studentin). Du hast einen sehr realistischen Blick auf das Kinderthema – das ist sehr erfrischend.
    Bei aller Planung empfehle ich für das 1. Jahr: mitfließen. Was mich beim 1. Kind megagestresst hat (und beim 2. dann gar nicht mehr): dass man kaum eine Entscheidung unabhängig vom Kinde treffen kann. Und planen am Anfang ebenfalls eher selten. Die Chance, Gelassenheit zu erlernen, sollte man jedoch dringend nutzen. Und perspektivisch gesehen sind die Zwerge so kurz nur Babys, dass man diese Phase getrost auch mal ein paar Dinge (aus dem Ruder?) laufen lassen kann.
    Alles, alles Liebe für dich.
    Doro

    1. Genau das habe ich auch mit geplant bzw. eben im Kopf. 🙂 Das ist das, was ich meine, wenn ich immer sage, dass, was auch immer nun kommen mag, primär von Merle abhängig sein wird. Wie sie ist, was sie braucht, was die Situation mit mir macht. Der Artikel hier zeigt ja gut, das ich dennoch meine Erwartungen habe. Aber Merle ist eben kein Projekt. Sie wird da sein und sie wird sie sein. Das ist total spannend. Und ja, genau das: sie sind nur kurz Babys. Das will ich erleben. 🙂

  11. Ich nochmal – ich glaube, es ist mit der Geburt genau wie mit der Zeit, die danach kommt: das Beste ist, sich vorzubereiten und Pläne zu haben, aber trotzdem möglichst frohgemut auf den Zug aufzuspringen, wenn es dann doch anders kommt. Wie eine Vorrednerin glaube ich auch, das Problem in der Zeit mit Kind ist anfangs nicht die objektiv vorhandene oder nicht vorhandene Zeit, sondern die subjektive Wahrnehmung, die sich verschiebt, weil man doch – ein bisschen ein anderer Mensch ist als zuvor. Nicht komplett jemand anders natürlich, aber schon.

    Ich z.B. erinnere mich, dass ich, wenn das Baby dann mal ruhig war, stundenlang nichts anderes konnte als im Sessel sitzen und die Wand anstarren – mein Inneres brauchte einfach viel Leerlauf, um sich auf die Veränderung einzustellen. Alles andere, die Wohnung, das Essen, die Mitmenschen etc. ging so ein bisschen im Nebel unter. Das gab sich auch irgendwann wieder, und das ist auch garantiert für jede/n anders. Aber Geduld mit sich selbst haben und keinerlei Perfektion erwarten, das sind, glaube ich, gute Tipps, jedenfalls für das erste Jahr.

    Ach, und von Ansagen wie „du kannst dann nicht mehr…“ „du willst dann gar nicht mehr…“ „du wirst dann ja x und y nicht mehr schaffen“ halte ich gar nichts. Was man wirklich will, das klappt auf die Dauer auch, mit oder ohne Kind.

    1. Das mit der Wand anstarren, das kenne ich jetzt schon. 🙂 Das passiert mir, wenn generell viel los ist in meinem Leben. Ein bisschen bin ich darüber seiberzeit zu Meditation und Minimalismus gekommen, denn letztlich ist es sehr ähnlich von dem, was da dann im Kopf passiert. Wenn zu viel neu ist, muss das sortiert werden. Das merke ich jetzt auch, wie gut mir das tut, das ich mittlerweile feste Rituale habe, um mich gedanklich aufzuräumen und ich eben Techniken habe, den inneren Wust abzuarbeiten bzw. sacken zu lassen (ist ja doch vielmehr etwas passives, ein Gehenlassen als ein inneres Wegräumen).
      Damit rechne ich auch, dass das passieren wird, wenn Merle da ist. Üebrwältigung. Und das ist gut so, wenn es passiert. Wenn nicht, nun, dann genieße ich eben die Kraft, die ich dann habe, um nicht üebrwältigt, sondern einfach nur erfüllt zu sein.

  12. Wieder ein toller Artikel!

    Vor meiner eigenen Schwangerschaft und dem fast fünf Monate alten Baby habe ich zwei Mütter kennen gelernt, die waren vor dem Kind „Partnerin“ und nach der Geburt „Mutter“. So 100%. Das wollte ich nicht, ich wollte 90% Mama sein, aber eben auch weiter ich, mit meinen Hobbys und meiner Freizeit.

    Jetzt, mit Baby, schaffe ich das auch. Ich hole mir den Freiraum. Nutze Schlafpausen für mich. Nähe und schaffe sogar Uniabschlussarbeiten. Spiele der Einfachheithalber am Handy zwei Spiele für meine gedankliche Babyauszeit.

    Wie eine andere Mama hier schon schrieb, bestimmt halt das Baby diese Mama-Zeit. Meine Tochter regelt derzeit meinen Tagesablauf, aber das ist für mich ok, dafür bin ich zuhause. Mama-Zeit kommt früh genug wieder und ich werde mir diese Nähe zurückwünschen.

    Es ist alles eine Frage deines Willens. Und „freu“ dich drauf, im ersten Jahr passiert so viel, du machst es eh falsch. Du lässt dein Baby bei dir schlafen? Ogott, es wird abhängig, das bekommst du nie aus dem Bett. Du stillst länger als 6 Monate? Dein Baby wird niiiie richtig essen. Du trägst lieber? Du Rabenmutter, so bewegt sich dein Kind ja gar nicht selbstständig. Und andersherum: Du lässt dein Kind im eigenen Bett schlafen? Die fehlende Nähe wird dein Kind seelisch beeinflussen. Du fütterst zu? Du Rabenmutter, stillen ist doch das beste, wichtigste, allergesündeste ü-ber-haupt! Du fährst dein Kind im Kinderwagen? Heute trägt man Kinder, du schadest dem Kind mit dem ewigen Herumliegen!

    Und es wissen die anderen sowieso IMMER besser 😀
    Mein Tipp für dich: Bleib dir selbst treu und triff dich mit anderen Müttern mit ähnlich alten Kindern. Ich habe eine so tolle Gruppe und der Austausch tut so gut, ohne dass wir in Konkurrenz mit der Entwicklung stehen. Mal über Windelinhalt und schlaflose Nächte sprechen zu können ist sehr wohltuend ^^

    Liebe Grüße und eine tolle Geburt,
    Sandra

    1. Liebe Sandra,
      ge-nau-so-sehe-ich-das-auch. Man findet eh immer jemanden, der es meint besser zu wissen. Da bin ich vergleichsweise entspannt, einfach weil ich mich kenne und weiß, dass ich mich ja gut schlau mache und offen für Kritik bin. Meine Meinung ist nicht in Stein gemeißelt, wenn mich jemand überzeugt, schwenke ich gern um. Wenn nicht, nun, dann ich eben so, Person X eben anders. das geht mir in allen lebensbereichen so, nicht nur was jetzt Schwanegrschaft und baldige Mama-Zeit angeht. Wobei das Beserwissen teilweise echt drastische Ausmaße annimmt. Da bin ich noch gut weggekommen, hab das aber vor einiger Zeit im Umfeld beobachtet, als über eine Mutter, ja… nicht hergezogen wurde, aber… Also sie müsse sich ja nicht wudnern, dass ihr Kind so viel schreit. So wie sie in der Schwangerschaft noch unter Strom gestanden hätte. Ws da die Wahrnehmung ausmacht. In meinen Augen war besagte Mutter einfach die, die sie immer war: eine starke Frau mit klarem verstand, starkem Willen und eben mehr im Leben als Mutterwerden. Aber nein. Da wird dann schnell die Schuldkeule ausgepackt, das kann ich gar nicht leiden.
      Bester Lacher für mich letztens: Ob ich merle denn auch brav Mozart vorgespielt hätte. Ich hab tatstächlich sofort gelacht und verneint. Ja aber die Studien!
      Kann jede mchen wie sie will, finde ich, solange man da vielleicht nicht Heavy metal mit Kopfhöreren in den Bauch schallt… Ich hab Musik gehört, die mir Freude gemacht hat und bei der ich mitgesungen habe. War jetzt kein Mozart. Ich glaube aber irgendwie nicht, dass ein Kind von Coldplay, Agnes Obel, Soundtracks und Tycho einen Schaden bekommt.
      Jaja. 😀

      1. Ich finde es echt anstrengend und zum Teil auch befremdlich, wenn Leute denken, dass nur ihr eigener Weg zum Ziel führt. Gerade die Schreidauer kann so viele Ursachen haben (bis hin zum genetisch bedingten Temperament des Kindes). Ich hab während der Schwangerschaft bis zuletzt am Leben teilgenommen – und im letzten Drittel noch den Beruf gewechselt. Glaube aber nicht, dass der Bewerbungs- und Umstellungsprozess sich auf das heutige Schreiverhalten des Kleinen auswirkt. 🙂

        Auf Mozart habe ich ebenfalls verzichtet. Soweit ich das in Erinnerung habe, wurde der Effekt auch überschätzt. Das einzige, was ich dem Fötus gezielt vorgespielt habe, war seine Spieluhr. Einfach weil Babys mögen, was sie kennen (sie stehen auch alle auf rot, weil sie diese Farbe aus dem Mutterleib kennen – das war ein sehr wertvoller Tipp meiner Hebamme). Zumindest kann ich mir nun einbilden, dass das Gedudel das Kind beruhigt, weil ich gut vorbereitet hab 🙂

        1. Das mit der Spieluhr haben wir auch gemacht. Hat sich auch schon bewährt, da war ich echt überrascht WIE schnell sie das Geklimper beruhigt hat. Rotes Licht findet sie auch toll. Die Salzlampen genauso wie die Rotlichtlampe. Da wird angestarrt wie ein Sonnengott. Da schielt sie richtig vor Konzentration.

  13. Liebe Heike,
    dieser Artikel spricht mir aus der Seele! Vor dem ersten Kind hätte ich das genau so auch gesagt. Inzwischen habe ich zwei Kinder und finde dass das genau die Einstellung ist, wie man am Besten an die Sache rangeht. Ich muss zwar schon relativieren dass alles irgendwie anders kommt als man denkt, aber eher in dem Sinne dass die „Lösungen“ für die genannten Themen hier und da anders aussehen als ich es mir vorgestellt hätte. Genug Schlaf? Kein Problem, ich komm allerdings inzwischen auch sehr gut mit weniger aus als früher. Gesundes Essen? Ein absolutes Muss! Aber wenn man das sowieso verinnerlicht hat auch überhaupt kein Problem, im Gegenteil, genau wie Du schon schreibst. Workouts? Im Kinderwagen-Alter sowieso kein Problem, mit Kinderwagen mal einige km jeden Tag zügig laufen und wenn das Kind im Bett ist noch Stretching, Kraft, was auch immer einem am Herzen liegt. Und wenn das Kind erst mal älter ist hat man sich auch genügend Freiräume geschaffen. Gut, bei Kind 2 bin ich gerade erst dabei mir die Freiräume zu schaffen, da leidet der Sport tatsächlich etwas. Aber das kommt ja alles wieder. Mich „hübsch“ zu machen – ich sag mal lieber immer gepflegt zu sein wozu ich auch definitiv ein mindestens dezentes Make-up, eine gesellschaftstaugliche Frisur und Kleidung mit denen ich mich jedem gegenüber treten traue – ist ein absolutes Grundbedürfnis wie Zähne putzen und war nie Thema das nicht zu machen. Einen ordentlichen Haushalt aufrecht erhalten sehe ich auch nicht als Problem, im Gegenteil, man hat ja entweder Elternzeit und damit sowieso viel Zeit oder wenn man schnell wieder Geld verdient ist eine Haushaltshilfe eine günstige und große Erleichterung. Bei den Hobbys gibt’s ja weniger und mehr zeitintensive, im normalen Rahmen kann man das finde ich absolut aufrecht erhalten oder das Kind integrieren oder man orientiert sich neu hin zu Hobbys zu denen auch ein Kind passt.
    Also es kommt wie gesagt vielleicht das ein oder andere anders als man denkt aber ganz bestimmt nicht so, dass man jeden Tag mit zerzausten Haaren im Pyjama im chaotischen Haushalt sitzt (diese Tage soll’s aber durchaus vereinzelt geben wenn mal alles zusammen kommt, also z.B. Partner auf Dienstreise, Kind 1 krank, Kind 2 auch oder zahnt oder was auch immer ;-D ) und sich von Keksen ernährt.
    Du wirst das bestimmt klasse machen! Ich wünsch Dir eine tolle Geburt und hoffe weiterhin von Dir zu lesen.
    Liebe Grüße,
    Lilly

    1. Klar gibt es solche Tage nur mit Schnuffelklamotten und Keksen. Genau wie du sagst. Manchmal kommt es dicke und dann muss man eben gucken, dann steht eben satt und sauber bei den Kidnern an Platz eins und alles andere muss irgendwie folgen. Wenn man merkt, dass das ein Dauerzustand wird, dann braucht man meiner meinung anch Hilfe und tut sich einen Gefallen diese einzufordern.
      Mit zwei oder mehr Kindern ist das natürlich noch mal was anderes, vor allem, wenn sie sehr klein sind. Zwei unter zwei sind wohl eine besondere Herausforderung. Schön, wenn sie später dann ähnlich alt sind und gut miteinander spielen können, aber in der ersten Zeit natürlich echt… herausfordernd.
      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar und die guten Wünsche! So viel Zuspruch wie ich hier erhalte, muss das ja einfach gut werden. 😀

  14. Huch, meine Erfahrungen sind irgendwie zu nem Roman geworden, obwohl sie noch alles andere als zahlreich sind. Sorry!

    Mein Kleiner ist jetzt gute zwei Monate alt. Er schläft gerade auf meinem Bauch. Das ist schön kuschelig, deshalb lasse ich ihn manchmal so liegen, bis er aufwacht. Dabei hole ich manchmal selbst Schlaf nach oder ich lese (nicht nur Babythemen, sondern auch vom Weltgeschehen und auch Belletristik). Oder ich schreibe Freunden. Oder ich telefoniere. Auch Onlinebanking geht mit dem Smartphone.

    Beim Vereinbaren von Treffen mit Freunden sind wir im Moment auch noch nicht eingeschränkt. Wickeln und Stillen geht auch unterwegs und ein Baby muss auch nicht unbedingt um 6 ins Bett und um 6 aufstehen. Wir gehen derzeit alle zusammen zwischen 11 und 1 schlafen und stehen unter der Woche halb 9 auf (Herr Chagrineur arbeitet ab 10 und hat 10 min Arbeitsweg). Das Kind kommt im Moment nachts meistens 4-3-2 oder 3-3-1-1 oder 4-4-2. Und jedes Mal, wenn es morgens/vormittags aufwacht, entscheiden wir, ob wir aufstehen oder nach dem Stillen nochmal schlafen. Bis maximal um 11 hat das schon geklappt. Das ist mit Kindergartenkindern komplizierter. Wir gehen mit Baby in den Wald, ins Museum, zu Open-Air-Konzerten, wo man Abstand zur Lärmzone halten kann sowie zu Kunstausstellungen und Festivals. Tagsüber schläft der Kleine im Kinderwagen oder der Trage am besten. Also suche ich mir so oft wie möglich nen Grund, das Haus zu verlassen (mit Freunden oder Herrn Chagrineur zum Essen treffen, einkaufen…). Da wir das auch außerhalb von Herr Chagrineurs Arbeitszeiten so handhaben, ist die Wohnung tatsächlich etwas unordentlicher. Aber kein Saustall. Ich liebe den Kleinen wirklich extrem. Aber ich habe beizeiten gemerkt, dass ich Gespräche mit Erwachsenen brauche – und unbedingt auch solche, die sich nicht um Kinder drehen. Bei aller Aufopferung: Das Kind hat nichts davon, wenn seine Eltern nen Koller kriegen (oder depressiv werden, weil sie sich isoliert fühlen).

    Meinem Haupthobby gehe ich auch mit Kind nach: Ich singe beim Wickeln,wenn er beschäftigt werden will und wenn er nicht allein in den Schlaf findet. Wenn er etwas größer ist und weniger Körperkontakt braucht, gefällt es ihm bestimmt auch, wenn ich ihm auf der Gitarre oder dem Keyboard was vorspiele. (Ab jetzt tippe ich gehend mit Kind in der Trage.) Sportkurse, zu denen ich ihn mitnehmen kann sind (zusätzlich zur Rückbildungsgymnastik) schon fest eingeplant.

    Von den Gerichten, die wir während der Schwangerschaft vorgekocht haben, habe ich erst zwei gegessen. Dafür habe ich einmal Pizza bestellt. Das war in einer Phase, als der Kleine alle zwei Stunden trank – und zwar jeweils eine Stunde lang. Und dann war ihm immer so schlecht, dass er viel Trost brauchte und kaum schlief. (Und natürlich hat er dann gespuckt ohne Ende.) Obst und Gemüse esse ich aber trotzdem viel. Obst oft mundgerecht vorbereitet beim Stillen oder bei meinen Wanderungen durch die Wohnung , Gemüse mittags warm und abends in reichlichen Mengen einfach roh: Salat in wechselnden Sorten, Gurke, Tomate,Fenchel, Möhren.. . Ich hab seit Schwangerschaftsbeginn einen fast unstillben Appetit auf frisches Obst und Gemüse. Das wird zwingend ranorganisiert! Wir wechseln uns oft beim Essen ab oder der Kleine kommt in die Trage und wird die ganze Zeit geschuckelt. Aber wir essen und wir essen gesund.

    Körperpflege passiert zurzeit tatsächlich hauptsächlich abends. Dann bespaßt jeweils eine/r das Kind und der/die andere ist im Bad. Ich setze mir dann bei allem, was sich so erledigen lässt, Kopfhörer mit Hörbuch auf und nehme mir so meine tägliche Ich-Zeit.

    Nur Filme hab ich tatsächlich seit der Geburt noch keine gesehen. Nur an und zu mal ne kürzere Doku (auf dem Tablet). Überraschenderweise vermisse ich das aber gar nicht.

    Trotzdem hab ich das Gefühl, dass mein Leben komplett umgekrempelt ist. Schon allein, weil mein Lebensmittelpunkt sich in sehr kurzer Zeit völlig verändert hat. Und ich muss der Ehrlichkeit halber sagen, dass unser Paar-Sein derzeit etwas leidet. Nicht das Paar, das angeregte Gespräche führt. Aber abends auf der Couch kuscheln klappt grad gar nicht. Und im Bett schlafe ich ein, sobald das Baby schläft. Ich bin weg, sobald mein Oberkörper die Matratze berührt. Zum Schmusen mit Herrn Chagrineur muss ich mich echt zwingen, obwohl ich das Bedürfnis dazu habe. Mal sehen, wie wir das regeln, bevor wir unzufrieden werden.

    Bei uns klappen die „Du-wirst-dich-noch-umgucken“-Punkte also bis jetzt alles in allem ganz gut. Wir haben aber schon immer (wirklich!) gleichberechtigt und auf Augenhöhe gelebt und uns gegenseitig unterstützt. Und wir haben ein Umfeld, auf das wir uns verlassen kann. Das mit uns abends durchs Gründerzeitviertel spaziert, wenn der Kleine nur mit der Kombi aus Körperkontakt, Bewegung und Draußensein zufrieden ist. Das mir das Essen klein scheidet, damit ich beim Stillen essen kann. Oder das Baby hält, während ich esse, und sich klaglos von ihm anspucken lässt. Das ihn auch mal im Arm halten und trösten, wenn der Kleine schreit. Das nicht die Nase rümpft, wenn ich im Restaurant, Park oder in Anwesenheit von männlichem Besuch stille. Schön allein Letzteres ermöglicht eine große Portion Teilhabe am Leben jenseits der Wohnung und explizit für Mütter gedachten Räumen und Situationen.

    Mit weniger oder gar ganz ohne Unterstützung sähe das bestimmt alles ganz anders aus. Ich bin sehr dankbar für alle Hilfe und allen Rückhalt und hab großen Respekt vor allen, die mit weniger oder ohne auskommen (wollen oder müssen).

    1. Mit dem Smartphone passieren eben immer Fehler beim Schreiben (insbesondere, wenn man dabei durch die Wohnung wandert – aber immerhin schnarcht das Kind :)). Das meiste ist verständlich, aber den Festivals fehlt der Bindestrich. Sind Kunstfestivals. Auf laute Veranstaltungen gehen wir mit ihm erst, wenn er Gehörschutz tragen kann. Es sei denn, wie gesagt, man kann Abstand zum Lärm halten.

    2. Das liest sich schön und sowohl spannend als auch entspannt! Und so einen Partner zu haben und auch so ein Umfeld ist dann Gold wert. Ich sage mal: da zahlt sich dann aus, für welche Menschen man sich in seinem Leben entschieden hat. 🙂 Das ist sowieso nicht zu unterschätzen. Manche kann man ja nicht wählen, aber Partner und Freundeskreis machen so viel aus. Wahlverwandtschaft. Auch das macht mich sehr zuversichtlich, denn ich mag meine Wahlverwandtschaft auch sehr und sie ist jetzt schon eine tolle Unterstützung! Aber ich bin ja genauso. 🙂 Ich würde das für meine Lieben auch tun, von daher finde ich das alles sehr schön, so wie es ist.
      Ich habe deinen Bericht hier wirklich sehr gern gelesen. Einfach eine schöne Stimmung, die trage ich gern mit mir.
      Liebe Grüße, Heike

      1. Schön, dass ich ne schöne Stimmung vermitteln konnte. 🙂 Ich glaube nämlich dass es mir selbst sehr hilft, dass ich diese bei Freunden festgestellt habe, die vor uns Kinder bekommen haben. Das geb ich gerne weiter. Und ja, ich tue auch, was ich kann, für meine Wahlverwandtschaft, auch wenn es um deren Kinder geht. War schon öfter Babysitter.

        Da du auch gern liest und auch wissenschaftlich fundierte Sachbücher magst: Wir haben von unserer Wahlverwandtschaft „Kinder verstehen“ von Herbert Renz-Polster geschenkt bekommen. Finden wir beide sehr lesenswert. Gut verständlich, aber mit hoher Dichte an wissenschaftlichen Belegen. Renz-Polster argumentiert evolutionsbiologisch, was mich erst skeptisch gemacht hat. Bis jetzt finde ich aber das allermeiste einleuchtend. Falls dir das noch nichts sagt: sehr empfehlenswert.

        Wenn Merle da ist, würde ich mich sehr über deine Sicht auf stillgeeignete Kleidung freuen. Ich trage fast immer Kleider und fast nie Blusen. Hier vor Ort bin ich deshalb kaum fündig geworden. Die Oberteile, die ich hier gekauft habe, trage ich zu Hause und beim Sport. Zum Glück sind grad Blusenkleider modern, davon hab ich zwei ergattert. Den Rest hab ich online bestellt. Finde ich schade. Falls es bei euch ähnlich mau aussieht, würde ich mich über nen Blogbeitrag dazu freuen.

        Erstmal wünsche ich dir aber eine gute Geburt und nen schönen Start mit Merle!

        1. Das Buch habe ich mir direkt in meine Wunschliste gepackt. 🙂 Danke für den Tipp! Immer her damit. 😀
          Oh ja, Stillkleidung. Da krieg ich derzeit auch eine klein e Jrise. Jenseits von H&M-Stillshorts geht nicht viel. Bei Zalando sind die meisten Sachen, die mir gefallen dann gleich bei 50-70 Euro für ein Oberteil und sonst gibt es fast nur den recht typischen Dawanda-Schick mit vielen Ringeln und Polkadots, was zwar süß ist. aber so gar nicht ich. Ein paar Tricks habe ich mir schon rausgsesucht. Im Sommer gehen Off-Shoulder-Puliis, -Kleider und -Shirts gut, aber jetzt da es kühler wird ist das eher nicht so toll.
          Im Moemnt trage ich viele meiner normalen Pullis und krempel die an eienr Seite hoch und klammere sie mit einer Krebsklammer ob am kragen dann fest. damit der Bauch nicjht nackig ist, habe ich meine Bauchbänder aus der Schwangerschaft an, wie ein Tubetop, nur eben nicht über die Brüste, nur unter der Brust bis zum Gürtel. Das hat sich bisher als die beste Option herausgestellt. Aber ja, gern ein ARzikel dazu. Ich fand Umstandskleidung schon eher frustig zu kaufen, Stillkleidung ist noch mal schwerer.

          1. Ich hab bei Asos noch bisschen was gefunden. Das sind Umstandskleider, die sich auch fürs Stillen eignen. Dort gibt es verschiedene Stile. Bei Esprit hab ich noch ein Stillkleid und ein Stilltop bestellt. Beides ebenfalls auch Babybauch geeignet. Das gleiche gilt für zwei Kleider, die ich bei Babywalz (reduziert) ergattert habe. Bei Nicht-Umstands-Mode gehen außer Blusen(-kleidern) auch manche Wickelkleider und -oberteile. Manche sind aber so weit ausgeschnitten, dass der halbe BH rausguckt. Und noch ein Stilltop drunterziehen mochte ich bei Sommerwetter nicht. (Hab mit Kind am Körper und hormongeflutet genug geschwitzt.) Alle, die in meinem Umfeld vor allem im Winter gestillt haben, trugen ihre üblichen Pullis mit H&M-Stilltop drunter. Zum Stillen haben sie den Pulli dann hochgeschoben. Mit Kleid (und Strumpfhose drunter) lässt sich das aber nicht nachmachen. Gebraucht hab ich leider gar nichts gefunden. Dir wenigen Sachen in meiner Größe, auf die ich gestoßen bin, gefielen mir vom Stil und vom Zustand her gar nicht. Vielleicht findest du ja noch paar Varianten, die wir hier noch nicht genannt haben. : )

  15. Liebe Heike,
    guter Artikel 🙂 Ich habe früh (mit 20) Kinder bekommen, jetzt sind sie 4 und 5 Jahre alt. Für mich war das Leben durchaus eine sehr große Umstellung, aber das ist nicht der Punkt. Man rechnet damit ja, es ist einem sehr wohl klar, das da auf einen was Großes zukommt. Ich würde sagen, man kann sich aber nicht vorstellen, wie es sich ändert – wie bei vielen Dingen im Leben muss man das erst erleben, um es zu wissen. Und da prallen bei vielen Menschen einfach Welten aufeinander. Und wer die Erfahrung schon gemacht hat, der macht dann solche blöden Kommentare. Aber jeder, der diesen Kommentar macht, der sagt damit eigentlich über sich aus, dass es für ihn selbst eine große Umstellung war, ein großer Kontrast zwischen Vorstellung und Wirklichkeit. Und doch haben alle diese Kommentatoren ihn auch selbst gemeistert. Die Leute sind durchaus neidisch auf dein Leben (und ich glaube nicht, dass es so viel mit Smalltalk zu tun hat). Sie sagen eigentlich: Du lebst dein Leben so toll, wie willst du diese Umstellung schaffen, wo es für mich bei meiner durchschnittlichen Art zu leben doch schon so krass war? Da steckt viel Häme drin. Ich finde toll, dass du dich davon nicht mitreißen lässt und dem nicht mit Hass begegnest.
    Viele ganz liebe Grüße,
    deine Ayula

  16. Liebe Heike,

    ich bin mir sicher, Du wirst auch mit Kind auf Ernährung, gepflegtes Aussehen, Hobbys etc. achten.
    Vielleicht anfangs nicht immer so regelmäßig, aber alles muss sich erstmal einpendeln. Neues Leben,
    neuer Rhythmus…Du bist eine schöne, intelligente, disziplinierte und warmherzige Frau, Hast klare Vorstellungen und Ziele. Also, was soll da schiefgehen? Und wenn’s mal nicht so klappt, wirst Du eben improvisieren. Lass Dir von negativen Kommentaren nicht die Vorfreude nehmen! Dieses “ Du wirst schon sehen…das und das geht nicht mehr“ finde ich negativ und nicht schön. Bange machen gilt nicht! Das Leben wird sich verändern, aber auch (noch) schöner werden 🙂 Das wird eine aufregende und spannende Zeit.
    Bleib gesund und fröhlich. Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Liebe und Gute!

    Viele Grüße aus Bremen
    Conny

    1. Danke dir! 🙂 Ich denke auch, das wird gut. Ich freue mich grad total, dass die Stimmung hier in den Kommentaren wirklich durch die bank positiv ist. Ganz große Klasse! 😀

  17. Liebe Heike,

    ich habe selbst leider keine Kinder, daher kann ich hier keine Erfahrungswerte beisteuern – aber ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du all das, was Du Dir vornimmst, auch mit Merle schaffst! Ich könnte mir vorstellen, dass am Anfang alles etwas eingeschränkter und langsamer stattfindet als vorher. Aber ich glaube, dass es möglich ist, wenn man flexibel genug ist und Willenskraft und Disziplin hat. Beides hast Du schon gebraucht, als Du Dein Leben gesünder gestaltet hast, also daran fehlt es nicht. Und wieso sollte man mit Baby plötzlich komplett anders essen als vorher? Man weiß doch, was einem gut tut und es gibt so viele gesunde, leckere Gerichte, die nicht wesentlich aufwändiger sind als andere Dinge. (Na gut, eine Fertigpizza geht schneller… aber was ist das für ein Maßstab…? 😉 )

    Auch was Deine anderen Vorhaben betrifft, kann ich mir vorstellen, dass Du sie umsetzt und nach und nach mit Merle wieder in eine Routine kommst. Ihr habt schon mal einen riesen Pluspunkt auf Eurer Seite: Ihr seid ein tolles Team. Ich wünsche Euch das Beste!

    Liebe Grüße,
    Peh

    1. Oh ja, ein Team sind wir wirklich. Das ist etwas, was ich ungemein an unserer Beziehung schätze. Diese Teamfähigkeit ist auf jeden fall eine unserer festesten Säulen neben Kommunikation, Aufmerksamkeit und Wohlwollen.
      Man muss ja auch keine Kinder haben, um eine Meinung zum Thema zu haben. 🙂 Die hatte ich vorher auch schon. Ich finde es spannend, dass gerade jetzt die Kommentare hier so toll sind. Ich weiß gut, dass ich vor Monaten/Jahren hier öfter Kommentare bekommen habe, wenn es um Pläne, Strukturiereung gesundheit etc ging, dass ich da ja auch bloß so gut drin sein könne, weil ich keine Kidner hätte. Ich solle erst mal in der Realität einer Mutter ankommen. Das fand ich damals schon daneben. Das hab ich da schon anders gesehen.
      Ich freue mich gerade irgendwie dann auch noch etwas mehr, dass ich merke, dass ich mir das sehr wohl auch ganz wirklich mit Kind zutraue. Das wird gut. 🙂

      1. Na klar, wird das gut! Alles Liebe ud Gute für Euch, habe eben gesehen, dass Merle schon da ist! Meinen Glückwunsch zu Eurem kleinen großen Wunder!

  18. Liebe Heike

    Nun ist es jeden Moment soweit, dass Ihr endlich Eure Merle im Arm halten und beschnuppern dürft und ich wünsche Euch von ganzem Herzen alles Liebe und dass Ihr eine superweiche Landung haben werdet. Was man so herauslesen kann scheint Ihr ja bestens gerüstet und auf alles optimal vorbereitet zu sein. Hut ab.

    Es war mir in den letzten Wochen eine große Freude an Deinen Erfahrungen und Überlegungen teilhaben zu dürfen. Danke dafür. Und ich freue mich riesig darauf weitere Berichte lesen zu dürfen (ja, auch Mamis haben Zeit zum Lesen…).

    Dass Dir da so ein eisiger Wind um die Nase wehen musste tut mir sehr leid. Ich kann Dir versichern, Du stehst nicht allein. Wir Mütter sind schon manchmal eine eigentümliche Spezies, wir können manchmal gnadenlos sein, sowohl zu uns selbst als auch zu anderen Eltern… eigentlich dumm von uns wo doch ein konstruktiver Austausch das Naheliegendste wäre. Aber viele geradezu übergriffige oder auch verletzende Aussagen sind oft eigentlich als gute Ratschläge gemeint (die ja immer auch Schläge sind und von denen man ja gar nicht genug bekommen kann *rolleyes*).
    Ich denke Ayula könnte insofern einen wichtigen Punkt getroffen, dass Leute die meinen einen „Planer“ wie Dich darauf hinweisen zu müssen, dass beim Thema Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Baby viele Pläne nicht aufgehen selbst Menschen sind die erleben mussten wie ihre eigenen Pläne sich in der Realität nicht so umsetzen ließen. Wobei ich das in Deinem Fall eigentlich nicht nachvollziehen kann, da ja aus Deinen Überlegungen eindeutig hervorgeht, dass Du sehr wohl diverse Unwägbarkeiten mit einkalkulierst und immer auch darauf achtest Alternativpläne auf der Hinterhand zu haben. Aber es ist auch klar dass Du diese Notfallpläne jetzt nicht in den Vordergrund stellen möchtest um die besser auf den „Wunschablauf“ konzentrieren zu können.

    Wie ich Dir schon im LHN schrieb ist es für mich wie eine kleine Zeitreise. Nun ist meine Tochter 5 Monate alt und entwickelt sich wundervoll und ich kann mich (auch dank Dir) noch an viele Einzelheiten sehr gut erinnern und konnte viele Parallelen feststellen. Auch ich hatte bereits zu Beginn der Schwangerschaft klare Vorstellungen von meinen Vorbereitungen und habe viel geplant, von gesunder Ernährung, weiterhin regelmäßig ins Fitnessstudio zu gehen, Abfolge aller Untersuchungen, das Kinderzimmer war bereits Monate vor Ankunft fertig, die wichtigsten Anschaffungen erledigt, ich versuchte mich körperlich und mental bestmöglich auf die Geburt vorzubereiten, hatte bereits allen den Namen verraten und mich ebenfalls mit dem Thema des postpartalen Haarausfalles auseinander gesetzt (einer nicht-repräsentativen Umfrage in meiner Familie zufolge und auch meiner eigenen Erfahrung entsprechend verstärkt wohl auch ein rascher Gewichtsverlust in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt den Haarausfall… ) … diese Liste könnte ich noch weiter fortsetzen.

    Natürlich erwarteten auch mich Überraschungen die mich zwangen von meinen Plänen abzuweichen, sowohl während der Schwangerschaft, als auch während der Geburt und danach… und ich kann nachvollziehen dass einen das verunsichern und frustrieren kann. Aber man stelle sich vor: viele dieser Überraschungen und Abweichungen gereichten mir oder meiner Tochter oder uns beiden und meinem Mann zum Vorteil, auch wenn es vielleicht anfangs nicht danach aussah…

    Auch jetzt weiche ich immer wieder von meinen Plänen ab, aber auch wenn die Versuchung groß ist dem Baby die Schuld zu geben oder es als schicksalsgegeben zu betrachten muss ich sagen dass fast alle Abweichungen auf meinen bewussten Entscheidungen beruhen… Beispiel: ich könnte mehr schlafen, aber es ist mir oft wichtiger die Zeit wenn meine Tochter schläft auch mal für mich zu nutzen, Zeit mit meinem Mann zu verbringen oder regelmäßig Sport zu machen. Oder z.B könnte ich vielleicht auch noch mehr Sport machen und meinen Körper noch schneller wieder dazu bringen so auszusehen und so viel Kraft und Kondition zu haben wie früher, aber ich entscheide mich bewusst für einen langsameren Weg, ich will mehr Zeit mit meiner Tochter verbringen und mit Kinderwagenschieben, Yoga und etwas Krafttraining fühle ich mich einfach momentan wohler als mit Spinning und Functional. Mein Körper fühlt sich ohnehin schneller als ich zu hoffen gewagt hätte fast wieder so an wie er meiner Ansicht nach sein sollte und das vielleicht nicht TROTZ der Abweichung von meinen ursprünglichen Plänen sondern vielleicht genau DESWEGEN. Z.B. Mein Haushalt ist jetzt sogar besser und ordentlicher als vorher, einfach deshalb weil es mir jetzt mehr bedeutet. Ich könnte noch viele weitere Beispiele aufzählen… Haare, Tagesablauf, alles mögliche.

    Natürlich besteht immer die Gefahr gedanklich an den nicht wahr gewordenen Wunschvorstellungen haften zu bleiben, vielleicht sogar sie zu verklären, sich einzureden, die Abweichung hätte dem Kind schwer geschadet… und letztlich an den eigenen mütterlichen Leistungen zu zweifeln. Vielleicht ist genau das einigen der Kommentatorinnen die solche Sachen zu Dir gesagt haben passiert und sie wollten Dich einfach nur davor warnen… auf ungeschickte Weise. Aber so etwas scheint ja ohnehin nicht Deine Art zu sein. Ich denke Mutterschaft macht uns alle irgendwie zu Experten, aber letztlich ist jede trotz aller Erfahrung nur eine Expertin für sich selbst, ihre eigene Schwangerschaft, ihre eigene Geburt, ihr eigenes Kind…

    Bitte nimm Dir fehlformulierte, übergriffige oder ungeschickte Erfahrungsberichte und Ratschläge weiterhin nicht zu Herzen (natürlich gilt das auch für diesen Kommentar falls Du ihn so empfinden solltest), geh davon aus dass sie vielleicht eigentlich gut gemeint waren und mach genauso weiter wie bisher. Ich bin sicher es wird alles ganz wunderbar klappen. Vielleicht genauso wie Du es Dir vorgestellt hast, vielleicht auch auf eine ganz andere, unvorhergesehene aber deshalb nicht minder wunderbare Art und Weise.

    Herzliche Grüße

    CarMaMia

    1. Liebe CarMaMia, es waren wirklich wengie Kommentare in die Richtung, aber ich habe da eben drauf rumgedacht. Einige sind auch schon sehr alt, da war ich noch gar nicht schwanger und es kam eher aus der Richzung, dass man meinen Weg zu leben damit in Frage gestellt hat: Frei nach dem Motto: „Also ist ja schön und gut, dass du gesund isst, Sport machst, dich mit Minimalismus beschäftigst etc. aber ICH als MUTTER ich kann sowas überhaupt nicht machen! Weil ich Mutter bin. Komm mal in meiner Realität an und dann wirst du schon sehen!“
      Ich fand die Thematik hier für den Blog sehr spannend, weil es eben die ist, die emotional etwas in mir bewegt hat, auch wenn ich – ich denke das kam im Artikel gut raus – mich da vor nichts fürchte oder verstecke. Und wenn ich mir hier die Kommentarflut und auch die Länge der Kommentare anschaue, dann habe ich da denke ich einen Nerv getroffen.
      Es ist grundsätzlich einfach sehr spannend, wie mächtig Worte sind, auch solche oder gerade solche! – bei denen wir vielleicht gar nicht so darüber nachdenken, was sie eigentlich implizieren, weil sie eben so schnell daher gesagt sind.Das ist etwas, was mich generell immer fasziniert. Da bin ich nicht fehlerlos, bestimmt nicht, ich habe sicherlich bereiche, in denen ich nicht für etwas sensibilisiert bin und dann einen „dummen Spruch“ ablasse, der für jemanda dneren in einer bestimmten Situation eher unlustig ist. Aber da habe ich für mich eben auch Freude dran, sowas zu entdecken und zu analysieren.
      das ist so ein bisschen die Weiterführung von dem, was man Kidnern ja beibringt: !Keine bösen Worte!“ aber das hört eben längst nicht beim Schimpfworten auf.

      Viele liebe Grüße und ich drücke dir die daumen für dein Haar natürlich ganz besonders, viel Freude mit deiner Tochter.

  19. Ich bin ehrlich gesagt überrascht, wie viele negative Kommentare Du in Deinem Umfeld bekommst… Auch wenn sie nicht böse gemeint waren.
    Bei mir kam es selten vor, und WENN, dann war meine Standard-Antwort: „Wir werden sehen…“. Mir war einfach klar, dass es funktioniert und solche Kommentare habe ich eigentlich nur ausgeblendet.

    Wie schon oft erwähnt wurde… Es ist halt anders. Wie, das wird sich dann zeigen. Trotz recht entspanntem Baby gab es z.B. Phasen, wo einfach NICHTS anderes ging, als das Baby zu bespaßen, betüdeln, bekuscheln. Tagesplanung, adé… Aber hey, auch das geht vorbei. Und mal tüdeln und kuscheln ist ja nun auch nicht das schlechteste 😉 Ich kenne allerdings auch welche, wo es wirklich nicht anders funktioniert, da diverse Faktoren da eine Rolle spielen, auf die einfach mal kein Einfluss genommen werden kann.

    Es kommt wie es kommt und ja, man passt sich natürlich an den Rhythmus des Babies an. Und da kommt es dann nur noch drauf an, wie man die Phasen nutzt (Schlafen, Haushalt, Gammeln, Whatever). Wenn man dann dazu noch einen Partner hat, der einen 100% unterstützt, ist das ja schon die halbe Miete!
    Lass Dich also nicht ärgern. Von keinem… 😀

    1. So viele böse Kommentare sind es nicht. 🙂 Aber es sind welche, die ich mir merke und über die ich nachdenke, weil ich es spannend (und eben manchmal auche rschreckend finde), was ein paar lapidare Worte mit demjenigen machen können, der sie hört. Und das ist dann oft etwas, was ich gern für den Blog aufgreife. So zum drübernachdenken. das bringt mich weiter und ich glaube viele adnere auch. 🙂 Mittlerweile ist Merle ja da und hui, also ich muss schon sagen. Ja, es geht, was ich mir so vorgestellt habe. Aber Alter Falter, was für ein Kraftakt! Irre!

  20. Haha, ich kann das SO verstehen weil ich mich über GENAU DAS momentan (SSW 24) auch übel aufrege!

    In meinem Familien– und Bekanntenkreis haben viele Leute in den letzten Jahren Kindern bekommen, und da konnte ich einiges beobachten. Meistens waren diejenige, die mit einer gesunden Einstellung an die Sache rangegangen sind, sich einiges vorher überlegt haben und die auch vorher im Leben schon organisiert waren auch diejenigen, die es am besten hinbekommen haben ohne sich zu stressen.

    Dann gabs (sorry!) selbsternannten Übermütter (sorry), bei denen ich echt das Gefühl hatte die suhlen sich wohlig in ihrem Selbstopfer (sorry) und müssen immer rausposaunen wie viel sie denn für ihr Kind aufgeben und dass Mamasein (sic!) ein 24/7 Job ist wo man hat damit leben muss dass man noch nichtmal 5 Minuten in Ruhe kacken gehen kann (sorry!) und wer das nicht so sieht und nicht 2 Jahre voll stillt, Babybrei nicht selber kocht, kein attachment parenting macht oder gar Wegwerfwindeln benutzt, dürfe üüüüberhaupt eh keine Kinder bekommen und so weiter und so fort. Das war dann auch meistens die Fraktion, die dem Partner noch nicht mal zugetraut hat, 10 Minuten das Kindelein zu betreuen. Merkt man, ne?

    Mit der Fraktion bin ich dann auch schon übel aneinander geraten weil die mich für eine Rabenmutter in spe halten weil ich zum einen auch vorhabe, ein Hobby weiter zu verfolgen wenn das Kind abgestillt ist (mein Mann hat auch ein Hobby, das er weiter machen soll) und das Kindelein wenn es ca. 8 Monate alt ist dann vom Papa betreut werden wird weil er dann Elternzeit nimmt und ich wieder arbeiten gehe (OMG!!). Da heißt es dann Männer können sowas nicht, ich würde das total bereuen mein Kind in dem Alter schon „abzuschieben“ (hallo, es ist dann bei seinem Vater!) und so weiter und so fort.

    *tief durchatmen*. Man merkt, das regt mich schon beim Denken daran wieder auf. Aber nicht nur, weil es mich kritisiert, sondern weil ich es auch so unendlich schade finde, dass die Väter bei dieser Denkweise völlig ausgeschlossen werden. Mein Mann wollte das Kind mit dem ich jetzt schwanger bin viel viel glühender und schon viel sehnlicher als ich! Er will seit Jahren nichts mehr, als Papa zu werden. Wenn ich dann hingehen und ihm als Übermama die Zeit mit seinem Kind regelrecht verwehren würde weil ich der Meinung wäre, das kann man nur mit einem zweiten X-Chronosom würde ich ihm wirklich Unrecht tun. Es reicht ja schon, dass er im Prinzip fast ein bisschen neidisch ist dass er nicht schwanger sein kann und dass er nicht stillen kann 😉 Von daher aus meiner Beobachtung ein Rat an alle werdenden Mamas: Vergesst Eure Partner nicht! Die sollen auch Aufgaben übernehmen. Die können sich auch wenn Ihr eine klassische Rollenaufteilung habt an festgelegten Zeiten ums Kind kümmern! Das haben sogar meine (konservativ-katholischen) Eltern vor 30 Jahren schon hingekriegt, dass meine Mama einen Abend in der Woche mit ihren Freundinnen in der Kneipe auf ein Bier war und auch die Wochenende tagsüber für sich hatte.

    Und: Man muss ein Kind nicht 24/7 „bespaßen“. Das kann sich auch selbst beschäftigen. Das kann auch zugucken, wenn Mama oder Papa aufräumen, kochen, von zu Hause aus arbeiten, sporteln, etc. Das schadet überhaupt nicht.

    Was natürlich – und da muss man geistig flexibel sein – immer passieren kann, ist dass ein Kind länger krank ist oder z.B. Koliken hat und wochenlang mehr oder weniger durchschreit (hatte ich auch im Bekanntenkreis). Dann treffen wirklich die düsteren Prophezeiungen à la „dies und das und das wirst Du nicht mehr machen können“ zu. Aber grade dann ist es umso wichtiger, sich abzuwechseln (weil sonst die Person, die hauptsächlich betreut irgendwann selber echt am Rad dreht) und vor allem sich klarzumachen: Es wird auch wieder vorbeigehen, das ist dann halt eine blöde Phase.

    In dem Sinne love, peace, und alles Gute 😀

    1. Mein Kleiner hat ab und zu wirklich paar Tage, an denen er tagsüber permanent bewegt werden möchte – im Kinderwagen, am liebsten aber im Tuch oder der Trage. Oder er will quasi einen ganzen Tag durchschmusen. Dann kommt er halt auch ins Tuch oder die Trage. Trotzdem: Mit Kind am Bauch kann man sehr vieles machen. Das ist kein Grund, dauerhaft das sonstige Leben einzustellen. Es sei denn, man will das dann. „Ich will“ zu sagen, ist aber was anderes als „man muss“.

    2. Ahhh, wir verstehen uns auf weiten Strecken echt sehr gut. 😀 Hat Spaß gemacht zu lesen. Merle ist ja jetzt da (seit fast 2 Wochen) und boah, ich muss schon sagen, krasser Kraftakt. es geht noch alles, aber es ist abslut heftig. Ich freue mich sehr darauf, wenn wir die Phase erreicht haben, in der das Kind kognitiv dazu in der Lage ist sich selbst zu beschäftigen. Dauert noch ein paar Wochen. Die Neugeborenenphase finde ich grad echt krass. Da kann man ja nichts erziehen, es ist reine Bedürfnisbefriedigung und da gibt sie den Takt vor. Ich finde die Vaterrolle auch enorm wichtig. Ich würde mich kapiuttfreuen, wenn ich das Stillen mal abgeben könnte… Haha. Aber naja. Hat ja nie jeamdn behauptet, dass das Wochenbett ein Spaziergang würde. Ich feiere mich grad schon, dass ich hier mal am Computer sitze und meine Kommentare beantworte. Das tut mir so gut. Ich-Zeit. Das Babymädchen wacht zwar grad wieder auf, aber hey, ich habe ein bisschen aufgeräumt und mich frisiert UND den Blog bespielt. Das war vor ein paar Tagen noch nicht möglich. Jeden Tag geht ein bisschen mehr. 🙂 Okay, nicht jeden. So zwei Schritte vor, einer zurück ist es eher.
      LG

  21. Ich weiß, das haben alle vor mir auch schon geschrieben, aber ich trau dir das mit dem Kind auch voll und ganz zu! Ich würde sogar sagen „Wenn nicht du, wer dann?“. Du hast immerhin schon einige schwierige Phasen in deinem Leben (mit Benedict) zusammen durchgestanden, hast dich angepasst, an dir gearbeitet, warst flexibel und bis am Ende stärker daraus hervor gegangen! Und du bist was Essen, Sport usw. angeht schon vor und während der Schwangerschaft in einer Routine drin gewesen und sehr diszipliniert. Und du hast einen Partner, der voll und ganz hinter dir steht und bereit ist, dich mit dem Kind zu unterstützen.
    Mir ging es da in der Schwangerschaft anders. In meinem Umfeld haben mir eher alle mehr zugetraut, als ich mir selbst. Da war ich die, die am ehesten an mir gezweifelt hat, ob ich das wohl schaffen würde und eine gute Mama werden würde. Solche Zweifel hab ich auch heute noch, aber bisher hab ich die letzten 7 Monate fast besser gemeistert, als ich vorher gedacht hätte. Ich hab Zeiten für mich, ich musste mein Studium nicht abbrechen, ich nehm mir die Zeit um mich morgen ein Bisschen hübsch zu machen, ich könnte zwar gesünder essen, aber es bewegt sich in etwa auf dem Level wie vor der Schwangerschaft und ich bin was Sport angeht genauso faul wie vorher :-D. Aber da muss ich mich auch manchen Kommentaren vor mir anschließen, vieles davon wäre ohne die Unterstützung von meinem Mann nicht möglich. Und manchmal würde ich auch den Koller kriegen, wenn er mir den Kleinen nicht auch mal für eine Zeit abnimmt. Und ich finde das ist auch gut so. Unser Kind soll Vater und Mutter haben und zu uns beiden eine so gute Beziehung wie möglich entwickeln. (Ich hatte selber einen Vater, der in meiner Kindheit und Jugend viel unterwegs war und bin quasi fast allein von meiner Mutter erzogen worden und das will ich für mein Kind nicht!)
    Ich finde es so schade, dass Müttern gegenüber, aber auch Mütter untereinander, oft ziemlich fies kommuniziert wird. Da mutiert man zur Einzelkämpferin und schert dann mit den Ellenbogen aus. Außerdem versucht man nach außen hin das bestmögliche Bild abzugeben und das funktioniert noch besser, wenn man andere herunterputzt. Und dann noch der Neid untereinander, wenn das eine Kind unkomplizierter ist, schneller durchschläft, besser zunimmt oder die Mutter mit ihrer Mutterrolle scheinbar keine Probleme zu haben scheint und man selber manchmal am Rande des Wahnsinns zu stehen scheint. Dabei würde wir uns alle mehr helfen, wenn wir Mütter ehrlicher und unterstützender miteinander umgehen würden. Aber da muss ich selber auch ganz viel noch lernen. Denn es ist einfach viel leichter den anderen runter zu putzen um sich selber besser zu fühlen.
    Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute weiterhin und lese hier begeistert mit! (Und alles Gute noch nachträglich zum Geburtstag! Ich hab gestern an dich gedacht, war aber unterwegs und hab dann nicht mehr schreiben können!)
    LG, Annie

    1. Huhu! Oh, den Rand da´es Wahnsinns hab ich schon kennengelernt. in den letzten Tagen. Mein lieber Herr Gesangsverein, wenn die Babys nicht so süß wären.. Boah. Aber geht. Heulen, jammern, durchatmen, weitermachen. Noch mal heulen ist auch okay. WIr kommen jeden Tag mehr an.
      Ich finde es toll, dass du das über dich selbst so nun sagen kannst, dass du dich selbst beeindruckt hast. Denn das gibt dir ja allgemein dann ganz viel: zu sehen, dass du selbst Situationen, in denen du ängstlich und zweifeldn warst meistern kannst und sogar besser als gedacht. Das ist großartig! Dass du weiter studierst verdient meinen größten Respekt. Ich bin grad in der Phase, in der ich mir auf die Schulter klopfe, weil ich jeden Tag dusche. So ungefähr. Hier grad am Blog zu arbeiten ist ein Träumchen.
      So. Wenn man von spricht. Baby wach, Fütterungszeit. Ich bin aktuell ja Brüste auf Beinen. 😉
      LG

  22. Ich hoffe, ich gehöre mit meinem Kinderzimmerkommentar nicht zu denen, die dich geärgert haben, das war tatsächlich nur eine reine Feststellung hier im Freunde mit Kindern Umfeld. Ich hab ja auch da schon geschrieben, dass jede Familie ihren eigenen Weg findet, der für Sie richtig ist.

    Was mich tatsächlich am meisten geschockt hat, war, wie fertig mein Körper war. Ich war bis zum Ende der Schwangerschaft sportlich unterwegs, ich war lange, wie manche meinten, zu lange, bouldern und klettern, viel schwimmen, bin radgefahren und viel gelaufen…. und ich war sooooo fertig nach der Geburt. Also, nicht den Tag danach, sondern die Wochen und teilweise Monate. Ich konnte Monate nach der Geburt noch nicht vernünftig vom Boden aufstehen… alle anderen Mütter wollten Kilos loswerden und ich hätte nur gerne meine Muskeln zurückgehabt. Was da bei mir das Problem war, weiß ich bis heute nicht, aber ich war am Ende der Schwangerschaft besser unterwegs als die Monate danach. Und Sport ging nur in sooo Minieinheiten, ich hätte weinen können… Scheint aber auch normal zu sein, meinten Hebamme und Arzt. Da hätte mich vorher mal einer vor warnen sollen…
    Und meine Haare sind nachgedunkelt. Das wusste ich, es hat mich trotzdem geschockt. Ich bin zwar immer noch hellblond aber soooviel dunkler als vorher.

    Ansonsten ist das Leben mit Kind ziemlich so wie erwartet, nicht groß anders als früher und die Änderungen hatte ich erwartet. Leider ist auch meine Erwartung an das schlecht schlafende, nicht ablegbare, nicht essen sondern stillen wollende Kind wahr geworden, aber hey, wozu gibt’s Tragetücher? Ich hatte noch nie so gute Rückenmuskeln wie im Moment. : D

    Was ich mir mal wünschen würde: Durchschlafen und Ausschlafen. Nicht, weil mein Schlafmangel so krass ist, aber so langsam wäre das mal wieder nett. Und was ich auch nicht kann, ist abends länger in Ruhe mich mit Freunden treffen, irgendwann will ich entweder ins Bett oder die Gesellschaft wiegt den Schlafentzug nicht auf… die Nacht ist halt um sechs vorbei, egal, wann ich ins Bett bin. Und das ist’s mir nicht wert. Und wie Alba würde ich gerne mal wieder was trinken, aber auch das ist mir der nächste Tag nicht wert. Die Prioritäten verschieben sich. 😉

    Ich wünsch dir eine gute Geburt und eine schöne erste Zeit als kleine Familie!

    1. Alles gut. 🙂
      Das mit dem fertigen Körper habe ich hier auch. Okay. Ich bin auch heute erst bei Tag 12, von daher habe ich da noch Geduld und finde, ich schlage mich ganz gut. Aber oweia, diese dämliche Dammschnittnaht… ich freue mich darauf, wenn ich wieder normal sitzen und gehen kann. Ich humpel hier so rum wie Omi ohne Rollator, wobei es jeden Tag besser wird. Trotzdem aua. Werde gleich ein Tragetuch bekommen und dann hoffe ich auch, dass es dann noch mal besser wird, denn das Baby, das nicht abgelegt werden möchte, habe ich hier auch. Sehr süßes Geschöpf, aber uff.
      Sonst glaube ich geht die Umstellung für mich. Ich war auch vor der Schwangerschaft nicht so der Mensch für Abendaktivitäten, ich bin da ganz gern zu Hause und früh im Bett. Ich stehe lieber früh auf und gehe dann raus.
      Wird schon. Irrer Kraftakt, das merke ich deutlich, aber wird schon. Jeden Tag ein bisschen besser.

  23. Ich habe jetzt schon mehrmals angefangen zu schreiben und bin nie fertig geworden:) tatsächlich ist mein Kind schuld daran 😉 , sodass ich erst zum kommentieren komme nachdem merle schon geschlüpft ist und du vermutlich schon den ersten Schub Realität abgekriegt hast..

    Ich habe lange überlegt wie ich es am besten formuliere ohne einen Roman zu schreiben oder vieles zu wiederholen und würde sagen im ganz kurzen: wie es wird hängt ganz von merle ab und wie du es dann „nimmst“. Meine kleine ist jetzt 14 Wochen, den Stress des ganz am Anfang haben wie also überwunden. Und ich habe festgestellt, dass es mit Kind ganz anders ist als zuvor (welch Enthüllung:))), aber auch vor allem weil mein Kind einfach auch anders ist als andere. Ich habe in der Rückbildung etc echt mit mir gehadert , weil meine kleine eben nicht allein unter dem Spielebogen liegt, nicht allein Mittagsschlaf macht etc. Nichts von alle dem geht. Sie schläft Tags nur auf mir, nachts an mir. Sie will beschäftigt werden wenn sie wach ist. Sie hasst autofahren und manchmal den Kinderwagen. (Nur tragen geht aber nicht- das macht mir Milchstau). Ich kann sie nicht im die wippen legen und dann Hausarbeit machen- wenn sie liegt will sie das ich singe, mit ihr spiele. Ich will damit nicht sagen das ich eine „mich aufopfernde Supermama“ bin- in Gegenteil habe ich mich oft eher unfähig gefühlt, dass ich “ das nicht hinkriege“. Bis ich auf die Seite von Dr. Sears gestoßen bin..Ich habe offensichtlich einfach ein „24 Stunden Baby“- die sind eben so :)). Jetzt gehe ich leichter durchs Leben, genieße meinen Klammeraffen und kann es viel besser nehmen wenn alles bei anderen so anders läuft.

    Langer Rede kurzer Sinn: guck was merle für eine ist, lass dich nicht von anderen nerven- jeder muss da seinen eigenen Weg gehen..
    Und es gibt auch tolle Seiten;) ich bin glaube ich die einzige mama ohne Schlafmangel in der Rückbildung;)..

    1. Ach und noch ein Nachtrag (stilldemenz lässt grüßen) Kind an jemand anderen „abgeben“- z.b. an den Papa- war hier zeitweise auch überhaupt nicht drin. Die beiden haben schon im Kreißsaal gebondet als ich versorgt wurde, er hat sie in den ersten Tagen fast allein versorgt, weil ich kaum aufstehen konnte, er hatte Elternzeit..Alles optimal also, trotzdem hat sie irgendwann angefangen bei ihm unberuhigbar zu weinen, egal was er gemacht hat (das war auch sehr schwer für ihn) und nur bei mir hat sie sich beruhigt- gibt es also auch. Und das lag nicht am „nicht abgeben wollen“, ich hätte gerne mal kurz durchgeatmet, aber war halt nicht drin ne zeit lang (‚cry it out‘ unterstütze ich nicht, genausowenig wie ‚die das auskämpfen lassen‘).

    2. Hehe, den Klammeraffen haben wir hier auch. Das finde ich auch anstrengend, aber nicht „schlimm“. Ist eben so. Ich kann sie verstehen. Nähe wollen, nicht allein sein und Ansprache. Finde ich eher ungewöhnlich wenn babys das nicht wollen. Aber ja, damit schrumpft die eigene zeit noch weiter zusammen. Ich hoffe grad sehr auf das Tragetuch (ui und dann hoffentlich kein Milchstau).
      Dass es ganz am Anfang hart wird, war mir klar, auch wenn es jetzt natürlich sich noch mal anders anfühlt, da es keine Fiktion mehr ist. Ich hoffe auf die Zeit in der Merle dann etwas mehr ansprechbar ist, also so in ein paar Monaten. Bis dahin werde ich versuchen sie einfach an mir dran zu integrieren. Einfach. Haha. Wir werden sehen. 🙂 Dr. Sears muss ich mir anschauen. Sagt mir noch nichts.

  24. Liebe Heike,
    es wurde schon viel zu dem Thema geschrieben. Meine Kinder sind acht und fünf und ich habe viel gelernt durch und mit den beiden, vor allem: entspannte Mutter=entspannte Kinder und Nobody is perfect. Ich bin mir sicher, ihr macht es so, dass es für euch passt. Das ist schließlich das Wichtigste.
    Alles Liebe für euch.
    Susanne

  25. Sehr spannender Post liebe Heike. ich bin ganz schön erstaunt was die Leute dir da gesagt haben .. ich habe solche Kommentare zum Glück nicht gehört, aber ich muss auch sagen das ich die erste mit Baby sein werde, sowohl in meiner Familie als auch in meinem Freundeskreis, vllt liegt das daran. Ich bin mir sicher du wirst immer die Heike sein die du bist nur mit einem niedlichen Extra. Ich denke immer das Babys eine Bereicherung sind 🙂 Ich glaube lustigerweise das ich jetzt endlich mehr Zeit für mich als Mama haben werde, einfach weil ich aus der Klinikmaschiene raus sein werde, mein Job hat immer schon von 8-18 gedauert wenn es gut läuft, plus Wochenenddienste, plus Nachtdienste plus 24 h Dienste, da ist alles andere purere Luxus für mich und mehr Lebensqualität, erst Recht Elternzeit mit Baby 😀 . Ich denke es ist gut das du das so entspannt siehst, du wirst es super meistern du bist sehr belesen und gut organisiert, da wird sich mit Baby überhaupt nichts dran ändern.
    lg Zoey :*

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.