1. Juli 2017

Heiki liest: The Miracle Morning von Hal Elrod

„Guten Morgeeeen!“, Miracle Morning, das klingt nach chronisch glücklichen Menschen, die einem schon vor Sonnenaufgang auf die Nerven gehen mit überdreht fröhlichem Gutelaunegesülz. Tatsächlich handelt es sich aber um eine Morgenroutine, die alles ist, nur nicht überdreht und die mich meine Tage sowohl bedeutend entspannter als auch effektiver nutzen lässt.

Und das, obwohl Hal Elrod zu den überdrehtesten Menschen gehört, die man sich auf YouTube so reinziehen kann. Also: Lieber Buch lesen statt Podcasts gucken, wirklich. Er ist schon ziemlich grell. Selbst für amerikanische Verhältnisse, selbst für Amerikanische Overachieververhältnisse, selbst für amerikanische Lifecoaching Overachiever. 😉

Gut gestartet ist halb am Ziel

Wie wir unseren Tag beginnen, legt die Grundlage für den restlichen Tag, für die Woche, den Monat und zack ist wieder ein Jahr verstrichen. Morgens ist der Zeitpunkt für die wichtigsten Aufgaben, die wir uns vornehmen können, denn morgens sind wir noch fit und klar.

Das Wichtigste zu erst

Laut Miracle Morning – und ich stimme zu – sind die wichtigsten Tätigkeiten die, die uns zu dem Menschen werden lassen, der wir sein müssen, um der zu sein und das Leben zu führen, der wir sein und das wir führen wollen. „Selfdevelopement“ nennt sich das im Buch (ich habe mal wieder das englische Orginal gelesen, gibt es aber auch auf Deutsch, Verlinkung am Ende des Artikels).Tätigkeiten, die passiert sein sollten, bevor wir zur Arbeit oder zur Uni gehen oder uns in den Haushalt stürzen oder ähnliches.

Die Lebensretter

Wie auch schon bei Gabriele Oettingens „Die Psychologie des Gelingens“, in dessen Rezension ich euch den Miracle Morning schon angeteasert habe, gibt es auch hier ein fesches Akronym. Was bei Oettingen WOOP (Whish – Outcome – Obstacle – Plan) ist, sind bei Hal Elrod die Life S.A.V.E.R.S. Sechs Aspekte, die den Morgen untergliedern und die Hal, der sich selbst auch gern als „Yo Pal Hal“ (Dein Kumpel Hal) vorstellt, ausgewählt hat, da jedes einzelne von ihnen schon eine starke Morgenroutine darstellt und signifikanten Einfluss darauf hat, dass der Tag besser wird als ohne. Sie werden euch bekannt vorkommen, auch wenn ihr sie vorher nicht Life-Savers genannt habt:

Silence

Ruhe, Stille und natürlich ganz gern Meditation. Sich sammeln, achtsam sein. Bei sich ankommen. Stille um uns herum schafft nicht unbedignt sofort Stille im Kopf, sondern gibt vor allem bei Anfängern erst mal den Blick frei auf all das, was da im Kopf drin ist. Wenn man die ganze Unordnung da dann sieht, merkt man ganz gut, wie sinnig es ist, diese zu strukturieren.

Affirmationen

Sehr begehrt unter Positivitätsanhängern und könnt ihr schon vom Five Minute Journal bei mir hier kennen. Eine Affirmation ist ein Satz, ein Mantra, das man sich sagt, um sich in etwas zu bestätigen oder auf etwas einzustimmen. Von ganz praktisch „Bei meiner Präsentation bin ich souverän und professionell“, bis hin zu etwas metaphysisch „Ich bin ausgeglichen und in Balance“ ist da alles drin, was ihr braucht, was ihr von euch selbst hören müsst, um euch in etwas zu bestätigen oder auf etwas einzustimmen, was ihr sein wollt. Gern auch passend zu WOOP direkt mit der Handlungsaufforderung bzw. dem Plan enthalten: „Ich bin ausgeglichen und in Balance, denn ich mache meinen Pausen und tue mir aktiv Gutes.“ „Bei meiner Präsentation bin ich souverän und professionell, denn ich werde durch Kleidung und Haltung Selbstsicherheit ausstrahlen. Ich bin gut vorbereitet, weil ich alles sauber erabeitet habe.“ Am besten nicht nur denken, sondern wirklich aussprechen, gern auch aufschreiben. Aussprechen ist am Anfang schwer, es fühlt sich an als wäre man ein bisschen komisch im Kopf, wenn man so mit sich redet. Warum eigentlich? Wie oft sagt man im Selbstgespräch: „Boah ich kann das nicht!“ oder gen Spiegel „Alter, sehe ich fertig aus!“ Negative Selbstkommentare sind gängig und man stolpert nicht darüber. Positive sind ungewöhnlich, aber hilfreicher und gesünder. Tatsächlich aber etwas, was die meisten Menschen lernen müssen. Also. Keine falsche Bescheidenheit. Man darf sich lieb haben und gut finden und bestätigen. Bei Affirmationen soll man sogar. 🙂

Visualization

Das Ziel, der Wunsch, der Traum wird hier visualisiert, also innerlich erlebt. Auch wieder egal ob ganz konkret nur für den Tag oder etwas größeres. Ihr könnt natürlich auch mehrere Ziele visualisieren. Wie sieht das aus, wie fühlt ihr euch dabei? Einmal Kamerarundumfahrt mit Sound und Gefühl und allem drum und dran, und wer gut dabei ist, visualisiert auch gleich den Weg dorthin. Was ebenfalls wieder zu WOOP passt, also zu Hindernis und Plan.

Anmerkung von mir: Der Miracle Morning lässt den Realitätsabgleich weg, der bei WOOP ja essentiell ist, da Teil des mentalen Kontrastierens. Er wird in gewisser Weise als einzig logisch vorausgesetzt. Dass das aber nicht von selbst passiert, hat Oettingen ja bewiesen. Also: Wer das ordentlich machen mag mit Silence, Affirmation und Visualization, der schiebt hier jetzt den Realitätscheck ein, um die maximale Aktivierung aus den obigen Übungen zu ziehen.

Exercise

Sport. Und wenn es nur 1 Minute Hampelmänner sind. Stretching. Idealerweise aber doch eher ein Workout zwischen 20 und 60 Minunten. Länger optional. Denn, oh ja, das ist wichtig und hat unglaublich viel Einfluss auf das Aktivitätslevel, das wir im Tag weiter fahren. Und auf unsere Gesundheit sowieso.

Reading

Und zwar ein Sachbuch oder einen Ratgeber aus einem Bereich, in dem ihr euch entwickeln wollt. Kein Roman und auch wenn einige YouTube Videos da ebenfalls reinzählen könnten, Schminktutorials sind nicht gemeint. Auch keine Bauanleitungen. Es geht hier vor allem um Selbstentwicklung/Selfdevelopement. Findet heraus, wie ihr zu dem Menschen werden könnt, der ihr sein wollt. Und genau das benötigt eben auch Recherche. Stille auch, aber die hatten wir ja schon. 🙂

Scribing

Und jetzt noch aufschreiben, was wichtig ist für den Tag oder die längerfristigen Ziele. Vielleicht etwas, was gerade gelesen wurde. Vielleicht eine Erkenntnis aus der Stille. Oder die Affirmation. Oder eine To-do-Liste. Vielleicht mehreres hiervon, vielleicht alles. Stichpunkte oder ausformuliert, es liegt bei euch. Geführte Journale können helfen, letztlich tut es aber auch ein Zettel. Idealerweise hebt ihr aber eure Schreibereien auf, damit ihr sie noch mal lesen könnt. In ein paar Wochen oder Monaten. Dabei lernt ihr über euch mindestens so viel wie im Moment des Schreibens.

Anmerkung: Auch hier könnt ihr den Realitätsabgleich gut unterbringen und Hindernisse und Plan von WOOP integrieren.

Und das sind sie, die Life-SAVERS des Miracle Mornings. Ich gehe absolut mit Hal konform: Alle machen Sinn. Alle bringen unglaublich viel und alles sind typische Tätigkeiten, die gern aufgeschoben werden, weil man „keine Zeit“ dafür hat. Oder dann vielleicht doch lieber abends… Wenn ihr etwas darüber nachdenkt, werdet ihr feststellen, dass viele erfolgreiche und/oder entspannte Menschen aber tatsächlich mindestens eine dieser Tätigkeiten in ihrer Morgenroutine haben.
Manche schwören auf Yoga (Exercise und Silence, Affirmationen und Visulaisierungen könnt ihr ebenfalls mit unter bringen).
Einige auf 10 Minuten allein auf dem Balkon stehen, nur mit der Kaffeetasse als Gefährten und „sprich mich nicht an“ (Silence).
Etliche machen erst mal eine Liste, was so ansteht (Scribing).
Und wieder andere stehen vorm Spiegel: „Ich schaffe das!“ (Affirmation).

Die Kombination macht den Miracle Morning zu dem, was er ist.

Das Buch gibt euch letztlich bedeutend mehr mit auf den Weg. Wie ihr das schafft, auch wenn ihr echt, also wirklich, ganz ehrlich kein Morgenmensch seid. Und wie ihr das dann trotzdem mögen könnt und vermutlich auch werdet.

Wie ihr den Miracle Morning unterbringt, auch wenn ihr nur 10 Minuten dafür habt – ihr aber schnell feststellen werdet, dass es sich super lohnt früher für ihn aufzustehen, um zumindest 30 Minuten draus zu machen.

Insgesamt ist das Buch voller wirklich sehr guter Denkanstöße, sodass ich es direkt ein zweites Mal gelesen habe und dann auch wie empfohlen mit Unterstreichungen und Randnotizen. Das wollte ich erst nicht, weil ich meine Bücher gern sauber halte. Damit gehört es zusammen mit Clean your Clutter with Feng Shui zu den wenigen Ratgebern, die ich mehrmals gelesen habe und bisher ist er der einzige, den ich direkt im Anschluss von vorn angefangen habe.

Wie war das mit dem überdrehten Amerikaner?

Beim zweiten Lesen konnte ich dann auch schön die Passagen übergehen, in denen Hal sich in Wiederholungen ergeht und dem Leser seine Vita ausbreitet. Ja, die ist besonders, hatte er doch zwei wirklich drastische Tiefpunkte, aber nichts desto Trotz brauche ich die für mich nicht. Man liest einfach sehr den ausfgekratzten Entrepreneur heraus, der er eben ist. Aber sei es drum, wenn er genug gejubelt hat, gibt es wieder die Infos und Denkanstöße, für die ich das Buch wirklich sehr, sehr schätze. Und wenn man seine Geschichte nicht kennt (ich kannte sie vorher schon), ist sie auch wirklich beeindruckend.

Dass er sich ein bisschen zu arg für meinen Geschmack über Mittelmäßigkeit (mediocrity) auslässt… nun das bietet Stoff für einen eigenen Artikel. Ich denke: Für viele ist das, was er als Mittelmaß beschreibt schon ein mega Erfolg und das fand ich etwas arg… überheblich. In einem kurzen Absatz weiter hinten im Buch relativiert er das zwar auch wieder, aber bis dahin hat man sich schon zigfach angehört, dass Mittelmaß der Klotz am Bein des Genies ist. Da „mediocrity“ ein sperriges Wort ist, fiel das leider dann doch etwas auf und ich habe ein bisschen die Nase gekräuselt.

Den Mircale Morning WOOPen

Ich sagte schon bei WOOP, dass der Miracle Morning sich desselben Prinzips bedient. Tut er in den Life-Savers, wenn der Realitäscheck mit gemacht wird. Spannender fand ich aber fast, dass das Buch nach dem WOOP-Prinzip aufgebaut ist. Da ich es direkt im Anschluss gelesen habe, fiel mir das extrem auf. Hal nutzt also diese Technik, damit der Leser maximal begeistert von seinem Miracle Morning ist und ihn dann ausprobiert. Hat für mich geklappt. 😉

Zunächst wird der Wunsch beschworen: Erfolgsfantasien, Beispiele anderer erfolgreicher Miracle-Morning-Nutzer, seine Vita, was alles möglich ist, wenn man denn dann nur mal so richtig könnte und das Hätte-hätte-Fahrradkette-Ding im Kopf abgestellt bekäme und so weiter. Blühende Landschaften, Traumjobs, Gesundheit und ein bisschen Weltfrieden. 😉 Überspitzt gesagt.

Dann folgt der Realitätsabgleich. Wo stehen denn aber die meisten Leute, warum leben sie ihre Träume nicht, erreichen ihre Ziele nicht, weshalb ist das Leben jenseits der Kindheit für die allermeisten ein Sichabstrampeln?

Direkter Übergang zur Benennung der Hindernisse und dabei explizit der Hindernisse, die sich allgemein fassen lassen und die man selbst angehen kann. Also keine gesellschaftsliche Problematik, sondern Hinderisse im Mindset und den eigenen Gewohnheiten und Abläufen.

Schwups sind wir beim Plan und damit dann bei den Life-Savers sowie noch einigen sehr praktischen Anleitungen, um genau dieses Life-Savers bestmöglich angehen zu können.

Die Kombination der beiden Bücher bzw. ihrer Kernaussagen war für mich so gesehen Gold wert. Was ich insbesondere am Miracle-Morning-Buch sehr schätze, sind die wirklich zig super guten Zitate und Affirmationsbeispiele. Ich folge ja diversen Accounts, die täglich so einen Inspirational Quote raushauen oder auch mehrere, aber das Buch bietet für mich echt so ziemlich die besten bisher.

Kritik: My Miracle… Night?!

Neben dem Ding mit der überpräsenten mediocrity und einem aufgekratzen Hal Elrod gibt es leider einen echten Hasenfuß beim Miracle Morning: Die Sache mit dem Morning. Ich stimme vollkommen zu, dass man mehr davon hat lieber früher ins Bett zu gehen und dafür dann den Morgen nutzen zu können, aber je nach Jobsituation sind dem Grenzen gesetzt und ich finde da muss man ehrlich sein: biologische Grenzen. Unabhängig davon, ob sich jemand als Morgenmensch oder nicht bezeichnet, wenn ich für meinen normalen Job schon um 5 Uhr oder früher aufstehen muss, dann ist es eine sehr haarige Angelegenheit daraus 4 Uhr oder auch nur 4:30 Uhr zu machen. Ich brauche für einen Miracle Morning, der sich für mich vollständig anfühlt, eine bis 1,5 Stunden. Meiner Recherchen ergeben, dass vor allem, die, die sehr erfolgreich damit arbeiten, im selben Zeitsegement liegen, gern auch drüber. Das Buch vermittelt zwar, dass es sich voll lohnt für den Miracle Morning um 4 Uhr aufzustehen, aber ich stimme dem nicht zu. Wer dann nach dem Miracle Morning noch voll arbeiten geht und danach Haushalt und Familie hat, der ist einfach um 8 Uhr abends dann zwar schon bettreif, aber noch nicht fertig. Das ist sozial nicht gut verträglich und Menschen, die Bäcker oder Zeitungsbote sind, werden bestätigen, wie ätzend das ist. Klar ist es doppelt ätzend, weil man für etwas aufsteht, was man tun muss (Job) und nicht für etwas, was man tun will (Miracle Morning, Selfdevelopement), aber es ist und bleibt irre früh und Sorry Hal, der Mensch ist nicht nachtaktiv. Spätestens im Winter wird das ganz schön übel.

Ich persönlich habe zu solchen Jobs gegen den Biorythmus eine recht harte Meinung und bin habe mich auch hier schon mal darüber ausgelassen, dass ich unsere gesellschaftsliche Jobsituation für Käse halte (weswegen ich ein anderes Lebensmodell lebe), aber da kann ich ja Meinungen für zehn haben, Meinung ändert erst mal nichts.

Deswegen wäre mein Denkanstoß für all die, die jetzt sagen: Ja ätsch, genau das ist meine Realität! Mach du mal deinen Miracle Morning, ich sitze um sieben im Büro. Oder bin um halb sechs auf der Autobahn oder wo auch immer!

Seid ihr dort gern so früh?
Wie sähe denn ein Morgen für euch aus, der gut wäre?

Vieles wird mit „ich muss aber“ gerechtfertig. Besonders Techniken wie WOOP und Miracle Morning helfen enorm dabei sowas zu hinterfragen und Alternativen zu finden. Dafür schätze ich sie sehr. Es ist sehr viel weniger müssen auf der Welt, als man meint. In der Regel haben bloß andere was davon, wenn ihr meint ihr müsst. Ihr selbst am wenigsten.
Spannendes Thema und da geht es dann richtig ans Eingemachte beim Selfdevelopement. Um genau das aber mit sich ausdiskutieren zu können, braucht man einen zeitlichen Freiraum, um solche Fragen für sich durchzugehen. In Stille. In Visualiserung des Lebens, das man führen möchte. Im Realitätsabgleich, im Ausmachen von Hindernissen, Entwickeln von Plänen/Strategien und in Affirmationen. Wer sich diese Zeit nicht nimmt, der ist sehr schnell genau in dem gefangen, was ich ganz zu Anfang schrieb: aus Morgen werden Tage, werden Wochen, Monate und zack ist wieder ein Jahr vorbei. Und ob man dabei dann wirklich dem Leben näher gekommen ist, das man führen möchte, ist fraglich. Vielleicht hat man auch einfach nur die ganze Zeit gestrampelt.

Mein Rat

Für alle, die ihre Morgen so beim besten Willen aktuell nicht gestalten können: macht das mal an einem Wochenende, besser noch jedes Wochenende. Oder im Urlaub. Denn was ich oft sehe, ist, dass Menschen sowas erst machen, wenn sie eine ganz besondere Form von Auszeit bekommen: Kranksein. Das nennen sie dann nicht WOOP oder Life Savers sondern „Also als ich da so rumgelegen habe, habe ich mal nachgedacht und da ist mir klargeworden, dass sich etwas ändern muss…“ Oft muss es erst weh tun. Ebenfalls oft muss es erst richtig dolle weh tun, bevor man etwas ändert. Die Techniken von WOOP und Miracle Morning setzen an, bevor das passiert.

Schlussbemerkung

Ich erschaffe das Selbst und das Leben, das ich sein und das ich führen will durch meine täglichen Routinen und Entscheidungen.

Und das ist meine persönliche Affirmation, die ich mir in den letzten Wochen erarbeitet habe und ich mag sie mit euch teilen. Sie ist für mich sehr wahr und zwar vollkommen Wurst, ob ich damit meine mir brav mehrmals täglich die Zähne zu putzen, erst mein Gemüse zu essen und dann die Schoki ins Visier zu nehmen (die ich vielleicht dann gar nicht mehr „brauche“), mich im Spiegel anzulächeln, weil ich auch angelächelt werden mag und ich es schön finde, wenn andere zurücklächeln oder ob ich damit meine, dass ich sowohl super produktiv als auch tiefenentspannt sein kann.

Könnte vom Satzbau schöner formuliert werden, aber ich habe das „durch…“ bewusst als Nachsatz angehängt und nicht als Einschub verbaut, um Visualisierung und Handlungsplan in Reihenfolge zu halten.

Besten Dank an Cordula, die mich auf den Miracle Morning aufmerksam gemacht hat und an Niiickike, mit der ich ein super Gespräch darüber führen konnte, dass nicht alle Menschen so einen Pusher brauchen oder gar lieben, sondern es auch Leute gibt, die eher zur Ruhe kommen müssen. Ich sage immer noch: Das ist mit dem Miracle Morning und WOOP kein Widerspruch, ganz im Gegenteil, aber ich fand den Standpunktwechsel sehr erfrischend.

In diesem Sinne: Wenn ihr sowieso schon auf über 100% lauft und denkt, „Das hat mir gerade noch gefehlt, jetzt noch was, was ich besser machen soll, noch früher aufstehen, das kann die Heike schön für sich machen, aber geh mir weg damit!“ Genau dafür lassen sich sowohl Miracle Morning als auch WOOP wunderbar nutzen: Zum Runterkommen, zum Reduzieren, wenn nötig. Es ist genauso für Morgenlethargiker geeigent, wie für echte Frühaufsteher, die abends das Gefühl haben eine Arbeitswoche an einem Tag abgerissen zu haben.

Selfdevelopement heißt nicht: Mehr, mehr mehr! Es heißt: Besser. Womit wir übrigens direkt beim Minimalismus sind, den ich mittlerweile nicht mehr nur anflirte sondern heiß und fettig liebe:

I don’t want more, I want better.

Alles Liebe und ich wünsche egal wie und wann einen guten Morgen. Jeden Tag. 🙂

Heiki

***

Wenn euch der Miracle Mornning interessiert, sind hier die Amazon Links:
Deutsche Version:
Miracle Morning: Die Stunde, die alles verändert
Englische Version:
The Miracle Morning: The 6 Habits That Will Transform Your Life Before 8AM

Ebenfalls erwähnt habe ich:
The Five Minute Journal
Die Psychologie des Gelingens

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10 Kommentare

  1. Danke für die interessante Rezension! Um ehrlich zu sein, wird das Buch nicht sofort auf meiner Lese-Liste landen. Ich habe schon mehrere Ratgeber dieser Art gelesen, und so motivierend sie auch sind – im Endeffekt geht es immer darum, dass ein erfolgreicher, zufriedener, wahrscheinlich sogar glücklicher Mensch erzählt, was IHM dabei geholfen hat, und welchen Weg ER dabei eingeschlagen hat. Und ich – ich bin dabei, meine Weg zu finden 🙂

    Übrigens: ich bin ein Morgenmensch, und muss für meinen Job auch „nur“ um 6:20 aufstehen. Aber um meine Ruhe zu genießen, Yoga zu machen, Affirmationen aufzusagen, und und und – dafür habe ich in der Früh einfach nicht den Nerv – ich möchte mich einfach in den Tag hineinstürzen und ihn leben, wie er kommt. Dafür verlange ich am Abend nach der Zeit für mich – und nehme sie mir auch. Wenn der Tag schon vorbei ist, ist es doch viel schöner, zur Ruhe zu kommen und ihn Revue passieren zu lassen. So verschieden sind die Menschen also.

    Ganz liebe Grüße und ich freue mich schon auf die nächsten Posts – die Schwangerschaftsposts sind mir gerade die liebsten 🙂

    1. 🙂 Ich habe ein Buch hier rumstehen, bei dem es primär um alternative Arbeitsmodelle geht und der AUtor sagt etwas sehr wahres: Oft kommt es gar nichtd arauf an, dass man den Heiligen Gral findet für sein persönliches Vorankommen, sondern es geht oft einfach darum immer mal wieder etwas ANDERS zu machen. Neu. Das allein pusht dann schon. WObei ich mit WOOP und dem Miracle Morning mich wirklich gut aufgehoben fühle, das fluppt im Moment einfach dermaßen und gerade, da ich das ja schriftlich fixiere ist es schon recht deutlich.
      Und schön, dass dir meine Schwanegrschafts-Artikel so gut gefallen! Ich bin mal gespannt, was mein nächster großer Themenblock wird, der hier hat ja ein absehbares Ende. Und eigentlich wollte ich dann nicht auf Babycontent gehen. So gesundheitliche Sachen postpartum, die schon noch, aber ich muss der Welt glaube ich nicht mitteilen, wann Merle das erste Mal durchschläft, wann sie krabbelt und so weiter. Wenn sich ein paar Denkanstöße wieder erben, die dann weiter gern. 🙂
      Liebe Grüße, Heike

  2. Eine tolle Rezension! Ich glaube manchmal, die Rezension in deinen Worten bringt mir mehr, als das Buch zu lesen. Jedenfalls war es bei ‚Fettlogik überwinden‘ so. 😀
    Ohne das Buch gelesen zu haben sehe ich jedoch den gleichen Haken wie du. Ich sehne mich auch danach, den Tag ruhig, strukturiert und sanft zu starten. In der Realität geht es aber um fünf Uhr früh mit zwei ausgeschlafenen und sehr unternehmungslustigen Kindern aus dem Bett. Beim Lesen deines Artikels sah ich mich vor meinem inneren Auge fröhlich meditierend zwischen den fliegenden Legosteinen sitzen. Und noch früher aufstehen? Nach den viel zu kurzen Nächten undenkbar, zumal ich damit zumindest eins der Kinder wecken würde. Vielleicht hat sowas seine Zeit, wie so alles. Die ruhigeren Morgen werden wiederkommen und irgendwann muss man die Kinder morgens aus den Federn ziehen. Ich bin gespannt, wie du mit der neuen Situation als Mami deinen Weg finden wirst und hoffe, dass du dann deine Erfahrungen mit uns teilst und dass ich mir dann ein paar Ideen bei dir abschauen kann. 🙂

    1. Darauf bin ich auch gespannt. Ich mache den Miracle Morning auch nicht 100%ig, aber so viel, wie möglich. Die letzten Tage z.B. waren auch Sonderfälle, aber ich merke, wie gut mir das tut, dann zu so eienr Routine zurück zu kommen. Und dadurch,d ass sie mich üproduktiver macht im Alltag habe ich für solche Ausnahmesituationen Puffer, sodass ich jetzt nicht ewig wie viel aufarbeiten müsste. Hurley hat seine Zeit bekommen.
      Mit Baby denke ich geht das sogar noch, mit Kleinkind muss ich gucken. 🙂

  3. Hallo Heike,

    eine interessante Rezension. Je mehr ich von dem esoterisch überladenen Begriffen weggehe, desto sinnvoller erscheint es mir. Ich probier’s jedenfalls mal aus. Die beiden Artikel haben an sich schon den Finger in die Wunde gelegt, dass im Moment einiges nicht so läuft, wie ich es idealerweise gerne hätte. Oder auf eine Art läuft, die ich nicht länger als zwei Wochen lang zu tolerieren bereit bin.

    „Selfdevelopement“ deckt im Wesentlichen das ab, was man im Allgemeinen unter Persönlichkeitsentwicklung versteht, oder? Oder fällt da auch rein, dass ich zum Beispiel Vokabeln lerne, wenn ich in einer Sprache besser werden will?

    Ich finde es im Übrigen gut, dass du Affirmationen und Visualisierungen in WOOP einbettest – meiner Erfahrung nach haben nämlich beide enormes Potenzial einfach nur Futter für’s Ego zu sein, wenn weder Realitätsabgleich stattfindet, noch man tatsächlich was dafür tut. „Ich werde in Französisch voll gut.“ und oh-so-bunte Bilder von der 1 im Vokabeltest bringen eben doch nichts, wenn man immer noch keine Karteikarten in die Hand nimmt ;p

    Ich fand Hal in dem Video, das ich von ihm geschaut habe, (jaja, große Stichprobe :D) tatsächlich garnicht mal so grell, wie du beschreibst. Ja, der ist ein bisschen aufgedreht, sonst aber auch nicht schlimmer als… jeder, den ich aus dem amerikanischen Raum so mitbekomme (unter Superlativ geht nicht und auf den Punkt kommen auch nur nach zehn Anekdoten). Also ankucken kann sich schon lohnen. Er ist nur leider sehr amerikanisch, insofern kann man sich die Videos gut nebenher mit halbem Ohr anhören.

    Liebe Grüße,
    Katja

    1. Ich hatte 2 Videos mit ihm gesehen und fand ihn zum Weglaufen. 😀 😉 😀
      Vokabeln lernen fällt da nicht rein, nein. Bzw. wäre so eine Grauzone. Das ist dann eher was, was du dir beim Scribing auf die To-Do-Liste schreibst. Hal meint schon explizit Persönlichkeitsentwicklung, Ratgeber, sowas. Wobei es dann auch extra noch so Miracle Mornings für Autoren, Selbststädngie und so weiter gibt und ich vermute, da werden die spezifischen Job-Aufgaben dann in den MiMo eingebettet, ich weiß es aber nicht. Wenn du dir Lerntechniken angucken/anlesen würdest, das würde dazu zählen. Lernen an sich dann nicht. So hab ich das zumindest verstanden.

      Es läuft ja auch nicht imemr alles rund und muss es ja auch nicht. Ich mag solche Techniken auch deshalb, weil man – um im Bild zu bleiben – mit ihnen besser wieder die Kurve kriegt. Die Breitseiten kriegt man vom Leben so oder so. Es ist ja ein ständiges Nachjustieren und das geht mit solchen Routinen sehr gut, weil man in gewisser weise besser gepolstert ist, weiter blickt und mehr Alternativrouten hat. Oder auch erkennt, wann „Augen zu und durch“ angebracht ist.
      Jaaaa… visualisieren ohen Aktion ist ziemlich hohl. Da denke ich imemr an Castingshows, wenn da völlig talentfreie Menschen auftauchen und gkauben,w enn sie nur überzeugt genug von sich behaupten, dass sie der nächste Star werden, sie dann tatsächlich eine Chance haben.
      Glaub an dich und du kannst alles schaffen. Ja, ein STück weit stimmt das, aber das ist eben so brutal runtergebrochen,d ass es für die meisten nicht stimmt, weil sie nicht weiter denken als bis zum Glauben.

  4. Hier, ich! Ich sitze gerne schon morgens um sieben im Büro. Einfach weil ich gut früh raus komme und dann auch früher wieder heim komme.
    Ich nutze Yoga und Co. dann im Alltag auch lieber abends zum abschalten, auch wenn ich am Wochenende und wenn ich frei habe gerne direkt nach dem Aufstehen sportel. Aber vor der Arbeit ist mir das zu „stressig“ – wenn ich mal ein paar Minuten länger brauche komme ich später los. Trotzdem habe ich für mich einen ganz entspannten Morgen, zu dem zum Beispiel meine Hasen gehören, aber sonst ist das DIE Zeit in der ich einfach alles so laufen lasse wie es eben kommt. Bevor ich in einen geplanten Tag starte. Das finde ich super.
    Allerdings finde ich schön, dass es dir so gut tut! Und bewundere, dass du all das übertriebene Gerede herausfiltern kannst – bei mir wäre glaube schon nach dem Klappentext Schluss gewesen… 😀

    1. Das ist witzig, an dich musste ich beim Schreiben tatsächlich mal wieder denken. 🙂 Du gehörst aber für mich auch zu den ganz wenigen Menschen, die ich kenne, die sehr jung schon rausgekriegt haben, wer sie sind, was sie wollen und danach leben. Du bist auf eine entspannte Art sehr erfolgreich und man merkt, dass du deinen Job liebst genauso, wie die anderen Dinge die du tust. Die allermeisten Menschen, die ich kenne, finden ihre Jobs jetzt zwar nicht furchtbar, aber gern dafür aufzustehen wäre die Üebrtreibung des Jahrhunderts. Und viele versumpfen danach dann auf der Couch. Da bist du einfach schon sehr viel weiter. Und ich bewudnere Menschen wie dich ja, die so bei sich angekommen sind (zumindest wirkst du so auf mich), dass sie solche Techniken jicht erlenen brauchen, weil sie von sich aus sehr ähnlich funktionieren und vieles richtig anpacken. Da muss bei dir einiges ziemlich richtig gelaufen sein. 🙂 Was total super ist! SO, wie es Menschen gibt, die von sich aus einfach auch sehr mitfühelnd und tolerant sind, denen man Ungerechtigkeit nicht aufzeigen muss, sondern, die einfach so sind. Das finde ich immer toll. 😀

  5. hihi Das ist so ein typisches Heiki-Buch, sag ich mal ganz überzeugt, ohne es gelesen zu haben. Ich denke man muss da einfach der Typ für so etwas sein und ganz nebenbei überlegt: es muss irgendwie mit deinem MBTI-Typ zusammen hängen, dass du so eine Leidenschaft und Liebe für solche Sachen hast. Strukturierter, zielgerichteter, lebensverbessernder Optimismus – oder so ^^
    Obwohl ich ja echt nicht zu den Pessimisten oder Depri-Menschen gehör. Aber ich käm mir bekloppt vor morgens vorm Spiegel zu lächeln und zu sagen „ey du wirst jetzt bald schwaaaanger“…. eh… 😀 Irgendwie ist Selbstaffirmation nichts für mich, habe es aber schon einer Freundin geraten, die mangelndes Selbstbewusstsein hatte. Ist halt nicht für jeden etwas und ich bin da wohl zu rational und praktisch veranlagt. Ich TU lieber etwas, als davon zu träumen und Pläne zu schmieden. Planen, Träumen und Visionen nachhängen und schmieden ist mehr ein Intuitivler-Ding wenn wir bei MBTI bleiben. Die Spontanen Inuitivler (mit high Ne) haben es hier schwerer die Träume auch umzusetzen, wo du als High Ni einen großen Vorteil hast. Du packst an und tust etwas für deine Träume (hier kommt das tatkräftige Se in Einsatz).
    Meine Woop-Morgen-Variante wäre wohl: eine Runde Laufen im Wald. – Müsste ich nicht um 7 im Büro sitzen. Bin außerdem Morgenmensch und hab kein Problem so früh aufzustehen. Aber nochmal früher aufstehen um dann 1-2 Std. mich selbst zu bepinseln und Sport zu treiben… ne das geht nicht.
    Yoga oder Pilates kann ich morgens nicht machen, da bin ich zu steif und würde mich auch gestresst fühlen. Find es abends angenehmer, kein Zeitdruck und man kann die Büro-Verspannung loswerden.
    Ist mein Morgen aber so kacke wie das jetzt klingt? Nein, ich steh sogar etwas früher auf, um entspannt noch 15-25 Min mit meinen Katzen zu kuscheln, ein Glas Wasser zu trinken und einfach zu chillen. Mehr benötige ich nicht 😉
    Aber wie gesagt: jeder ist hier anders und manche brauchen das oder können es toll umsetzen. Für die ist dieses Buch vermutlich ganz toll. Muss man einfach mal gehört haben und für sich entscheiden, ob man etwas daraus rausziehen und positiv umsetzen kann.

    1. Jap, auf jeden Fall tickt da jeder anders. 🙂 Mir helfen solche Systeme auch einfach sehr, weil ich mich rasch verzettel. Umgekehrt kenne ich viele, die in die Kategorie „Rumsumpfen“ verfallen und ohne eine feste Struktur morgens erst gegen 10 Uhr richtig hoch kommen.Also wach sind sie schon, aber irgendwie nur körperlich anwesend.
      Passt auf jeden Fall zum ENFJ, da bin ich ganz bei dir. 🙂
      Lieber TUN als TRÄUMEN, wie du sagst ist ja dann auch ein MBTI-Ding bzw. das ist ja ein Knackpunkt bei WOOP und Miracle Morning, dass eben deutlich gemacht wird,d ass viele Menschen nur das eine oder das andere tun. Ich glaube, deine Träume sind so klar, du musst die nicht bewusst aktivieren. Aber es gibt Menschen, die machen einfach immer das, was als nächstes anzustehen scheint und verlieren darüber den Bezug zu dem, was sie wirklich wollen. Klassischer fall von: Boah, ich hab dieses jahr nicht ein mal durchgeatmet, es war so viel zu tun! aber was habe ich da eigentlich für mich gemacht? Antwort: herzlich wenig. Umgekehrt die Nur-Träumer, die jedes Silvester merken, dass sie sich wie immer dasselbe vorgenommen haben, aber nicht nähergekommen sind.
      Für beide Typen halte ich WOOP und MBTI für sehr passend. Ich empfinde mich als Mischtyp, der ohne ein gutes mentales System sich eben sowohl in Träumen verlieren kann, als auch eben in Alltags-To-Dos. Ich schaffe immer schon sehr viel, ich laufe quasi weite Strecken. Aber der Weg zu meinem Ziel ist dadurch extrem hakenschlagend gewesen, ich bin viel von links nach rechts gesprungen und dies noch und das noch und hier auch und so kam ich zwar vorwärts und habe viel gemacht, aber für das was ich wirklich machen WOLLTE, habe ich vergleichsweise wenig meiner vielen Energie aufgewendet, weil die woanders verpufft ist. Na, nicht verpufft, aber eben woanders eingegangen. Breit aufgestellt zu sein ist prima und hat viel für sich, aber wenn es eben um ein konkretes Ziel geht, macht es Sinn mal die Scheuklappen aufzuziehen, zumindest so lange, bis man an einer neuen Etappe angekommen ist und wieder reflektiert. Dann kann ich immer noch neu justieren.
      Das ist so meins. 🙂

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