5. Juni 2017

Heiki liest: HypnoBirthing von Marie Mongan

Ich weiß nicht, wie oft es explizit mir und auch allgemein „der Welt da draußen“ empfohlen wurde und so habe ich mich mal wieder überwunden und ein Buch gekauft, das mich weder vom Titel noch vom Cover her anspricht. Wie schon so oft: Ich wurde nicht enttäuscht, denn auch ich empfehle es weiter. Wenn auch ein bisschen mit Einschränkungen.

Worum geht es?

Um Geburt. Beziehungsweise genauer laut Untertitel: Der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften und leichten Geburt: Die Mongan-Methode – 10000fach bewährt! Mit Audio-CD!

Bisschen abbschreckend, fand ich. So plakativ, dass ich es unglaubwürdig fand. Und mit Audio-CD… Muss ich die hören? Aber naja, eine sichere, sanfte und leichte Geburt finde ich ja mal ansprechend. Die nehme ich! Einmal zum Mitnehmen bitte! Fast. 😉

Also ist das Buch gut?

Jein. Es hat sehr gute Passagen und… Passagen, auf die man sich sehr einlassen muss. Ich habe es meiner Hebamme gezeigt und gefragt, was sie davon hält. Dasselbe wie ich. Sie lächelte, war bedacht in der Wortwahl und sagte sinngemäß: „Da steckt viel Gutes drin. Aber man muss der Typ dafür sein.“

Und das ist auch wirklich der Knackpunkt. Es ist kein Buch, das ich uneingeschränkt empfehlen kann, sondern ein Buch, das ich nur quasi mit Gebrauchsanweisung empfehlen oder weitergeben mag. Besonders der Mittelteil ist teils extrem… wie soll ich es nennen? Alternativ? Weichgespült? Ich bin versucht „esoterisch“ zu sagen, aber das ist es nicht. Es fühlt sich aber etwas an, wie starke Eso-Lektüre und die muss ich auch immer sehr selektiv lesen, weil ich sonst zwischendurch in den Buchrücken beißen will. Also. Ihr solltet offen sein für die Lektüre. Nicht alle Techniken im Buch passen zu jedem, manches kann man finde ich auch nur überfliegen und abhaken als „passt nicht zu mir“. Es ist aber in jedem Fall sehr gut dafür geeignet die Angst vor der Geburt zu nehmen oder zumindest deutlich zu reduzieren.

Meine Angst hat es komplett genommen und das will was heißen, denn bis zur Lektüre bin ich mein ganzes Leben davon ausgegangen, dass Geburt zwangsläufig ein furchtbar schrecklicher, schmerzhafter Prozess sein würde und das hatte massiven Einfluss darauf, ob und wann ich überhaupt Kinder wollte. Bitter, oder? Und ich vermute arg, dass ich in meiner Generation und auch bei den jüngeren Frauen mit diesem Glauben nicht allein bin. Das überlegt man sich ziemlich gut, ob man bereit ist so einen Akt vernichtenden Schmerzes auf sich zu nehmen, um ein Kind zu bekommen, wenn man meint zu wissen, dass das unausweichlich ist. Noch vor wenigen Monaten habe ich mit einer Freundin im Garten gesessen und wir haben beide darüber geredet, dass wir uns ja nichts vormachen müssen, aber dass das bei mir kompliziert und schmerzhaft werden wird und überhaupt ein Kraftakt ohne gleichen und ein Kaiserschnitt wahrscheinlich ist. Jetzt denke ich: Nö! WENN das passiert, dann ist das so, dafür gibt es ja Kliniken. Aber ich gehe einfach nicht mehr davon aus. Nicht weil mich das Buch hypnotisiert hätte, haha, nein, einfach weil seine Argumentation schlüssig und logisch ist. Damit kriegt man mich. HypnoBirthing ist sehr praxisbezogen und gibt wirklich viele Tipps, die in der Schwangerschaft als sowohl mentale als auch körperliche Geburtsvorbereitung geübt werden können, es ist weit weniger Klangschalengeplänkel als man meinen könnte.

Einleitung: Geschichte der Geburtsmedizin

Fand ich großartig. Ein Abriss über die Geschichte der Geburtsmedizin in westlichen Ländern (primär in den USA, aber in weiten Teilen auf Deutschland übertragbar). Ich sage nur: Bin ich froh nicht in den 50ern zu entbinden! Die Methoden damals und früher waren… gruselig. Horrorfilmreif. Und mit solchen Methoden sind unsere Eltern und Großeltern noch geborden worden. Wenn wir Pech hatten, auch wir selbst noch. Ich wurde ein bisschen erinnert an meine Lektüre von „Untenrum frei“, die ja auch einen Abriss über die Geschichte der Emanzipation und des Feminismus mitgeliefert hat. So gesehen ist Geburt der urfeministische Bereich überhaupt. Was da noch vor Jahrzehnten lief, hat Frauen jegliche Selbstbestimmung geraubt und war häufig nur darauf ausgelegt es für das Klinikpersonal so leicht wie möglich zu machen, statt der Frau die Möglichkeiten zu bieten, die sie brauchte. Es ging um Angst und Trauma, Bewusstlosigkeit und Bevormundung.

Demgegenüber stehen Beobachtungen und Studien zur natürlichen Geburt also einer Geburt, die weitestgehend oder völlig auf medizinische Unterstützung verzichten kann – wenn die Gebärende sonst gesund ist. Diese Geburten sind bedeutend schmerzärmer, werden sogar von einigen Frauen als schmerzfrei erlebt, sie gehen schneller und sind komplikationsärmer. Kaiserschnitte sind seltener, ebenso Dammschnitte und die Gabe von Schmerzmitteln ist bedeutend herabgesetzt oder kann ganz entfallen.

Mittelteil: Wie funktioniert Geburt und was bedeutet HypnoBirthing dabei

Primär geht es darum, das Baby herauszuatmen, statt zu pressen. Locker zu lassen, statt muskulär zu arbeiten. Es geht viel um Atmung, Visualisierung und Ruhe. Im Mittelteil finden sich wirklich viele praktische Anleitungen zu Visualisierungs- und Entspannungstechniken. Einige davon so schräg, dass ich kurz davor war, das Buch nicht weiterlesen zu wollen. Ich hatte vor allem ein Problem mit der Art der Ansprache, die teils einfach wirklich sehr weichgespült war und ich mir vorkam, als würde mir jemand die Welt erklären wollen – mir als 3-jähriger. So ungefähr. Nichts desto Trotz! Die Techniken als solche habe ich für mich für gut befunden, auch wenn ich allein deren Benennung schon merkwürdig fand (das Tiefometer oder die Regenbogenmeditation. Ui. Farbmediation hätte mir völlig gereicht.) Ich übe einige davon mittlerweile (fast) täglich und bin ehrlich überrascht, wie gut sie funktionieren. Also: überfliegen und rausfiltern, was passt. Lesen wie eine Betriebsanleitung. Macht auch keinen Spaß, aber Sinn.

Endteil: Praktische Tipps rund um Geburt und Geburtsvorbereitung:
Wer, was, wann, wie, wo und warum.

Konkrete Tipps für Geburtsvorbereitung rund um Positionen, körperlichem Training vorher, Ernährung, Auswahl der Klinik, Geburtswunschliste (super Sache, werde ich auch machen!), Unterstützung durch den Geburtsbegleiter, Schritt für Schritt Ratschläge für die verschiedenen Phasen der Geburt und mit welchen Techniken aus dem Mittelteil man sie am besten vorher konditionieren kann. Somit hat das Buch für mich einen sauberen Abgang mit viel Mehrwert geschafft.

Was ich daraus mitnehme

Tatsächlich habe ich viele Einstellungen grundlegend überdacht und bin jetzt bedeutend entspannter, was die Aussicht auf die Geburt angeht. Ich freue mich auf den Tag, auch wenn der Respekt geblieben ist. Ob es wirklich sanft, schmerzfrei und leicht sein wird? Hm. Aber wenn es sanfter, schmerzärmer und leichter sein sollte, bin ich schon glücklich. Ich hatte mich bisher darauf eingestellt, dass es eben brutal vernichtend schmerzhaft sein und vermutlich 24 Stunden oder so dauern würde. Warum ich das geglaubt habe? Erzählungen anderer. Familienhistorie. Filme und Bücher wohl auch.

Warum ich das jetzt nicht mehr glaube

Gemäß dem physiologischen Gesetz werden alle natürlichen, normalen Funktionen des Körpers ohne Gefahr oder Schmerz erlangt. Die Geburt ist eine natürlich, normale Funktion für normale, gesunde Frauen und ihre gesunden Kinder. Daher kann gefolgert werden, dass gesunde Frauen, die gesunde Kinder austragen, ohne gefahr oder Schmerz sicher gebären können.

Dr. Jonathan Dye, 1891

Denkanstoß-Zitat aus dem Buch.
Und eines, das für mich ein Augenöffner war, bei weitem nicht nur auf geburt bezogen. Wie oft ertragen wir Schmerzen, weil wir meinen, sie seien normal? Gerade Frauen oft jeden Monat. Schmerz ist Kommunikation des Körpers, sein lautestes Sprachrohr. Natürlich tut Einreißen weh. Natürlich tut es weh, wenn ein Babykopf mit voller Muskelkraft gegen eine andere Gewebe- und Muskelpartie gedrückt wird, die verkrampft ist. Schon mal Gewichte gestemmt mit Nackenverspannung? Und da muss nix durch, da arbeitet man nur gegen den Krampf, das reicht schon, dass man brüllt und Sterne sieht und die Luft weg bleibt. Schon mal eine Massage von verspannten Muskeln bekommen? Aua. Und das dann im so empfindlichen Untergeschoss. Es ist also absolut nachvollziehbar, dass eine Geburt wehtun kann. Aber sie muss eben nicht.

Gegenargument: Der Mensch bezahlt den Preis für sein großes Gehirn mit einer vergleichsweise unreifen Geburt eines Babys mit Riesenschädel, der das absolute Maximum darstellt, was da so durchpasst. Da kann man entspannt sein, wie man will, das ist eng und schmerzhaft.

Gegenargument: Ein Kuhkopf oder Pferdekopf ist auch riesig. Und besonders nicht domestizierte Tiere gebären da doch bedeutend entspannter als der Mensch.
Die weibliche Anatomie ist dafür gemacht Nachwuchs zu bekommen.
EDIT: Wie aus der Diskussion in den Kommentaren gelernt, ist das nicht vergleichbar, da Tiere erstens Schmerz anders äußern und zweitens der Mensch durch den aufrechten gang ein besonders schmales Becken hat und gleichzeitig eben so einen großen Kopf für unser massiges Gehirn. Dennoch finde ich es weiterhin erstaunloich, dass Menschengeburten so besonders schrecklich zu sein scheinen.

Gegenargument: Durch so einen kleinen Schlitz soll also so ein Kugelkopf? Was für eine enorme Dehnung! Aua!!!

Gegenargument: Der Anus ist auch – wenn geschlossen – nur ein Punkt. Was da aber durchpasst, hat ganz andere Kaliber. Und das tut auch nicht weh, wenn die Passage freiwillig geschieht und man das mit den Ballaststoffen und dem Trinken beherzigt hat.

Geburten sind nicht darauf ausgelegt das Kind herauszupressen. Frauen im Koma gebären still und ohne Pressen. Das Kind macht mehr, als man meint, der Mutterkörper tut die Arbeit auch ohne bewusste Beteiligung. Das Kind muss buchstäblich mit dem Kopf durch die Wand, wenn die Mutter verspannt ist. Wer presst, spannt noch mehr an. Was man aber braucht sind weiche, gedehnte Unterleibsmuskeln, den Schub macht die Gebärmutter mit den Wehen und das Kind schraubt sich ins Becken. Um bei der Analogie zu bleiben. Darmpersitaltik ist auch so unglaublich viel effektiver und leichter als forciertes Pressen. Loslossen. Machen lassen.

Gegenargument: Aber viele Mütter haben das Bedürfnis zu pressen

Gegenargument: Wenn es von selbst nicht geht, dann greift dieser Notmechanismus, ja. Wer Verstopfung hat, presst auch, denn raus muss es ja, auch wenn die Peristaltik grad nicht will und unten alles zumacht. Dass eine Pressgeburt schmerzhaft ist, dürfte jedem klar sein, der schon mal verspannte Muskeln massiert bekommen hat, siehe oben.

Und wer jetzt presst, macht alles falsch oder wie? Jaaaaain, sagt HypnoBirthing. Nein, sage ich. Denn ganz offensichtlich ist das ebenfalls ein Drang und wozu sollte der da sein, wenn er nicht in einer bestimmten Situation Sinn machen würde? Sozusagen als das geringere Übel? Pressen kann aber viel kaputt machen. Wie eben bei wüster Verstopfung auch. Da reißt dann viel, stülpt sich aus oder Äderchen platzen.

Fazit

Für muskuläre Verspannungen habe ich meine Techniken und Helferlein, die mir das Loslassen mental ind körperlich enorm erleichtern. Je mehr ich sie übe, desto besser funktionieren sie: Yoga, Atemtechniken, Affirmationen und Mantras, Massagen.

Eine Geburt kann ich nicht üben. Ich kann sie aber visualisieren, ich kann sie besser verstehen, mich darauf konditionieren und meine Angst loslassen. Dafür bietet HypnoBirthing, wie ich finde, sehr genaue, differenzierte, vielseitige und konkrete Anleitungen, die man sehr gut für sich in den Alltag vor der Geburt integrieren kann. Das Selbsthypnose zu nennen mag etwas hochgegriffen klingen, weswegen ich auch eher geneigt bin bei Formulierungen wie „Konditionierung“, „Übung“, „Autosuggestion“ und so weiter zu bleiben.

Ich mag die CD nicht und werde zu keinem Kurs gehen, bin aber jemand, der mit Yoga, Progressiver Muskelrelaxation, Autogenem Training, Meditation, Visualisierung etc. schon lange vertraut ist und einiges seit Jahren übt. Jemand, der da komplett neu im Thema ist, profitiert sicherlich mehr von einer geführten Anleitung.

Das Buch bekommt somit von mir eine Empfehlung. Und nach der Geburt werde ich euch wissen lassen, in wie weit es mir tatsächlich geholfen hat. Denn das ist ja letztlich die spannendste Frage. Eine Bekannte von mir, die ebenfalls mit HypnoBirthing geübt und somit auch geboren hat, hat gesagt: „Klar war es anstrengend. Aber lange nicht so, wie alle immer prophezeit haben. Ich habe danach gesagt: Oh, okay, also wenn es das jetzt war, dann könnte ich auch direkt noch eins gebären!“

Das ist doch mal eine Aussage.

***

Wenn euch das Buch interessiert, findet ihr hier direkt den Link zu Amazon:
HypnoBirthing. Der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften und leichten Geburt: Die Mongan-Methode

 

EDIT: Da die Diskussion in den Kommentaren sich als sehr bereichernd erwiesen hat, empfehle ich allen, die jetzt erst vorbei schauen, sich auch diese durchzulesen oder zumindest zu überfliegen. Von meiner Seite: Hust, mal wieder tonnenweise Tippfehler, weil ich Kommentare nicht korrekturlese, sonst könnte ich die Menge nicht bewältigen. Aber vor allem die Diskussion über das Zitat zu Schmerz und den Performancedruck, den viele Frauen empfinden, wenn es um Geburt geht, finde ich sehr lesenswert.

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50 Kommentare

  1. Liebe Heike,
    das Buch habe ich nicht gelesen. Es klingt aber interessant. Ich fand meine Geburten durchaus schmerzhaft, aber gut aushaltbar. So wie Bergsteigen. Es ist anstrengend, tut auch mal weh, aber es ist schön. Um zum Gipfel zu gelangen, genießt man den Weg, dann aber muss man mal die Zähne zusammenbeißen, zwischendurch Pausen machen, aber auch in anstrengenden Situationen durchhalten. Wer wandern kann, weiß: Wenn man in anstrengende Situationen kommt, konzentriert man sich immer auf den Schritt, den man gerade macht oder als nächstes machen muss. Außerdem kann man rückblicken, auf den Weg, den man schon geschafft hat. Der letzte Schritt ist für immer gegangen. Die letzte Wehe kommt nie wieder. Das ist geschafft. Das mit der Entspannung stimmt definitiv. Es ist enorm wichtig, dass man sich entspannt, den ganzen Bauch, alles. Aber mit dem Pressen kann ich dennoch nicht zustimmen. Ich habe mich so lange aufs Entspannen konzentriert, bis das Köpfchen im Geburtskanal, in der Scheide war. Dann kann man pressen. Dann will man pressen. Dann presst man 🙂 Es ist unglaublich toll, wenn man das dann kann. Und ab dem Moment tut es auch nicht mehr weh. Dann kann man mitarbeiten. Die Wehen vorher tun mehr weh, als die Presswehen. Und ein Dammschnitt? Den spürt man kaum, der ist eine Nichtigkeit. Über eine normale Wehe kann man dennoch sagen: Die tut nicht besonders weh. Nicht so, wie ein Stich mit dem Messer oder so. Es ist ja eine Verkrampfung, also ein dumpfer, kein stechender Schmerz. (Und also hilft auch bewusste Entspannung.) Weh tut die Masse an Wehen. Dass es so viele sind. Es ist viel mentale Arbeit. Man glaubt, nicht mehr zu können. Aber man kann noch, wenn man das passende Denken übt. Meiner Erfahrung nach ^^ Bei der ersten Geburt ist es halt auch das Unbekannte. Aber es ist auf keinen Fall schlimm ein Kind zu kriegen. Es ist etwas, wobei man sich stark fühlen kann und woran man wachsen kann und auf seinen Körper stolz sein kann. Ich finde, man kann sich auf eine Geburt freuen! Es ist ein schönes, wenn auch anstrengendes Erlebnis.
    Viele liebe Grüße,
    Ayula

    1. Hallo Ayula,
      genau so stelle ich mir das auch vor: wie eine starke muskuläre Belastung. Da will man auch schreien und mitarbeiten, ab und an, aber es ist eben einfach eine große Aufgabe, vor der ich Respekt habe, keine Angst mehr. Wenn ich laufe und am Ende noch sprinte schreit auch alles an mir, dass ich nicht mehr kann und will und aua, aber es geht und wow, es ist ein irres Erlebnis. Ich glaube tatsächlich, dass der Sport und das Training für mich jetzt schon viel ausmachen mental. Ich bin ja erst wenige jahre wirklich im Training und erinenre mich noch sehr gut daran, wie es war das erste Mal Trainingsschmerz zu spüren. Man frgat sich echt, ob die gnzen Sportler irre sind, dass sie das machen. Schön ist das nicht. Damit umzugehen und in etwas positives zu verwandeln entsteht dann im Kopf.
      So ähnlich stelle ich mir das eben auch für die Geburt vor. 🙂
      Liebe Grüße,
      Heike

  2. Ich habe mich mit dem Thema Hypnobirthing nur so am Rande beschäftigt, weil es mir irgendwie zu esoterisch klang. Nach drei Geburten kann ich sagen: Entspannung ist auf alle Fälle gut und wenn dir das Buch die Angst genommen hat, dann war es sein Geld auf alle Fälle wert. Niemand sollte Angst vor einer Geburt haben müssen. Meine Geburten waren nicht schmerzfrei, aber der Schmerz ist (meiner Empfindung nach) viel besser auszuhalten als der Schmerz, der z. B. von einer Verletzung herrührt. Weil man weiß, wofür er da ist. Und weil er einem hilft, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Der Körper sagt einem ganz klar: „Jetzt wird kein Kuchen mehr gebacken und den Desktop kannst du auch wann anders aufräumen. Hier passiert was ganz wichtiges. Volle Aufmerksamkeit bitte hierher!“
    Ich glaube, selbst wenn man alle Bücher zu dem Thema liest und sich tausend Geburtsberichte zu Gemüte führt, man ist nie wirklich vorbereitet. (Trotzdem ist es ganz wichtig, dass man informiert ist und Bescheid weiß, was da passiert und passieren kann.) Ich wünsche dir einfach, dass du dich – wenn es soweit ist – voll darauf einlassen kannst, was da auf dich zukommt und dass die Geburt so wird, wie es für dich und das Kind richtig ist. Und das klingt jetzt irgendwie auch ein bisschen esoterisch. 😀

    1. Ich finde, das klingt vor allem toll! So wünsche ich mir das! Ich bin ein Planer, ganz eindeutig, deswegen hilft mir Information und Struktur mich zu entspannen und sicher zu fühlen, deswegen recherchiere ich grundsätzlich gern und bei so etwas Wichtigem natürlich ganz besonders. Aber ich weiß auch dass es genau das Loslasse, das Annehmen und nicht weiter Planen ist, was in der Situation dann an Wichtigkeit gewinnt. Die planung bereitet vor und ebnet den Weg, macht vieles leichter. Aber wie beim ersten Kuss: man kann das noch so oft gelesen haben, es ist das, was passiert. Der Vergleich hinkt sicherlich, aber dennoch fand ich ihn passend.
      Liebe Grüße, Heike

  3. Liebe Heike,

    bei mir lief zwar am Ende alles anders, aber ich habe während meiner Schwangerschaft ein paar Hebammenblogs gelesen. Diese Damen sind eigentlich die Kompentenzpersonen für Geburten, auch wenn man im Normalfall eher den Ärzten mehr zutraut und sie leider völlig unterbezahlt sind.

    Mich stört es auch nicht Geburtsfilme anzuschauen. Allerdings tun mir dabei einige Dinge mittlerweile mental etwas weh. Unglückliche Gebärpositionen (u.a. Rückenlage) und viel Liegen (beim Stehen oder Aufstützen hilft die Schwerkraft mit). Meine Cousine hat überraschend mit Anfang 20 ihr erstes Kind bekommen. Sie ist mit ihrem Freund, so gut es halt ging, Spazieren gegangen, nachdem die Wehen angefangen hatten. Nach der Geburt hat ihr eine Klinikmitarbeiterin gesagt, dass sie sich bei ihrer ersten Geburt auch gern so entspannt fühlen würde, wie meine Cousine aussah. Ich denke ,kann es aber nicht sicher sagen, dass viele Leute sich zu viele Gedanken über die Schmerzen machen und vielleicht auch daher verspannen.

    Das Baby arbeitet auch mit. Es will ja raus. Zudem wissen die wenigsten darüber Bescheid, wie wichtig auch der Beckenbodenmuskel ist. Es gibt ausreichend Situationen, bei denen einem auch ohne Schwangerschaft auffällt, dass dieser manchmal besser entspannt sein sollte. Seine Normalspannung bewahrt uns ja vor peinlichen Situationen.

    Ich habe das Buch hier zwar nicht gelesen, aber ich denke, dass das Erlernen aktiver Entspannung dabei sicher auch helfen kann. Die Beschreibung der Geburt als Bergwanderung scheint mir recht zutreffend. Das Ende ist, egal, wie der Verlauf war, meistens toll.

    Liebe Grüße,
    Katha

    1. Genau das, was du da beschreibst, bekräftigt das Buch auch: Angst vor Schmerz führt zu noch mehr Verspannung und damit zu mehr Schmerz. Dass man nicht jede Verspannung „auf Kommando“ wegatmen kann ist mir absolut bewusst. Wäre ja zu schön, dann hätten viel weniger Menschen Kopf- und Rückenschmerzen. Wobei die ja auch viel daher kommen, das man innerlich unentspannt ist… Rückkopplungseffekte sind da schon recht deutlich.

      Ich mag den Bergwanderungsvergleich auch. Generell denke ich, ist es viel mehr Arbeit als Akt. Ich bin gespannt.
      Liebe Grüße, Heike

  4. Zunächst mal: Man kann vorher nicht wissen, wie die Geburt verlaufen wird, und die familiären Erfahrungen müssen nichts heißen. Auf jeden Fall ist es besser, vorher nicht vom Schlimmsten auszugehen, um sich nicht unnötig zu verkrampfen – und schön, dass du dich da etwas entspannen konntest! Schade, dass das Buch so „esoterisch-artig“ ist, wenn es hilfreiche Techniken enthält …
    Tolle, ehrliche Review auf jeden Fall!

    Einen Fakt möchte ich aber anmerken::
    Dass eine menschliche Geburt schwieriger, gefährlicher und schmerzhafter ist als bei Tieren, liegt daran, dass sich durch den aufrechten Gang beim Menschen ein schmaleres Becken entwickelt hat (sonstige Tiere mit schmalerem Becken haben kleinere Köpfe). Daher ist das Argument „Kühe und Pferde haben auch große Köpfe“ nicht passend, denn diese haben als Vierfüßer ein breiteres Becken.

    [Und puh, das Zitat von Dr. Dye finde ich ehrlich gesagt einen Schlag ins Gesicht von allen Frauen, die trotz Gesundheit, gesunder und bewusster Lebensweise und gesundem Kind ohne medizinische Intervention eine Geburt nicht überleben würden. Zu sagen, dann wäre alles sicher, suggeriert, dass diese Frauen etwas falsch machen würden … Ebenso die Frauen, die unerträgliche Regelschmerzen haben bis hin zum Umkippen.
    Ich weiß, das Zitat soll ein Mut machender „Denkanstoß“ sein, aber ich finde es ganz furchtbar.]

    1. Ah, das mit den Vierfüßern und ihrem becken wusste ich nicht. Da editiere ich gleich mal was rein. 🙂 Danke dafür!

      Bezüglich Zitat: Da bin ich einfach anderer Meinung. Ich kann verstehen, dass es sich beim ersten Lesen wie solch ein Schlag anfühlen mag, aber das ist nicht das, was gemeint ist, das ganze Buch befürwortet zwar eine natürliche Geburt betont aber auch, dass es einfach medizinisch Situationen gibt, die ein Eingreifen efordern. Es geht nicht darum sich als Versagerin zu fühlen, das finde ich auch ganz schlimm, diesen Druck den sich da viele Frauen machen, weil sie „es nicht geschafft haben“ und das Kind geholt werden musste. Ich halte es für einen medizinischen Segen, dass wir im Fall der Fälle genau diese Techniken haben, die Mutter und Kind retten können. Ein Grund für mich ein Krankenhaus aufzusuchen und nicht daheim zu entbinden oder im Geburtshaus. EIne geburt ist ein wahnsinniger Kraftakt und eine körperliche AUsnahmesituation. Da kann eben auch den gesündestens was bei passieren. Auch ein Topsportler verschätzt sich mal, verdreht sich, fällt – bekommt eine Erkältung oder schlimmeres.
      Ich finde es furchtbar, dass Geburten immer noch so stark an Performance gekoppelt zu sein scheinen. Daher kommt denke ich das Gefühl etlicher Frauen versagt zu haben, wenn sie es nicht allein geschafft haben. Das ist bitter.
      Das Zitat bedeutet für mich vor allem, dass wir (und damit meine ich die zivilisierten Menschen von heute in Pi mal Daumen unserem Kulturkreis) viel zu sehr daran gewöhnt sind Schmerz als gegeben zu akzeptieren. Regelschmerzen. Ich halte die absolut nicht für normal. Ja, viele Frauen haben die und leben damit. Aber ich kann beim besten Willen nicht glauben, dass ein natürlicher Prozess, der einmal im Monat stattfindet eine Frau dermaßen quälen und entkräften sollte, wie es das bei vielen tut.
      Das ist jetzt absolut nur mein Standpunkt, aber einer, hinter dem ich sehr fest stehe durch meine persönliche Geschichte: Schmerz ist nicht normal. Und Schmerz ist nichts womit man sich abfinden muss (Ausnahmen: Schmerz resultierend aus einer Verletzung/einem Unfall die/der zu irreparablen Folgeschäden geführt hat). Schmerz sagt uns etwas. Immer. Und ich glaube, vielen sagt er einfach: es läuft etwas grundlegend falsch. Wir kommen ganz schnell in den Bereich der Zivilisationskrankheiten, in den Bereich, in dem wir merken, dass wir für unsere Annehmlichkeiten immer auch bezahlen müssen. Um den Bogen zurück zur geburt zu spannen: Die meisten Frauen in westlichen Kulturen können ja noch nicht mal so lange hocken, wie es nötig wäre, um in der Position ein Kind zu bekommen. Jetzt keine Stunden, nur der letzte Abschnitt. Weil wir immer nur sitzen. Stress verspannt und wer hat bei uns denn keinen Stress? Ist das normal nur weil es alle haben?
      Gerade meine Hebamme hat mich in dem Denken noch mal bestätigt und das hat mich sehr aufgefangen.
      Ich habe für mich nicht den Anspruch die easy peasy 3h Geburt hinlegen zu müssen, ohne Helferchen und Schmerzmittel. Ich möchte nur eben so weit als mir in der begrenzten Zeit möglich, die ich habe, etwas dafür tun, dass es so gut wie möglich wird.
      Liebe Grüße, Heike

  5. Liebe Heike,

    ich habe das Buch vor der Geburt meines ersten Kindes gelesen, mir hat es die Panik vor der Geburt damals nicht genommen. Ich hatte keine Angst vor Schmerzen oder einem Kaiserschnitt, sondern eben einfach nur davor, dass ich mir nicht vorstellen konnte, wie sich das anfühlen oder wie sehr das weh tun würde. Als ob noch nie einen Armbruch hatte und aber weiß, dass man sich in zwei Wochen einen brechen wird. Schmerzen sind nun mal etwas subjektives, jeder empfindet sie anders. Ich habe auch zur Geburtsvorbereitung Entspannungsübungen und Yoga etc. gemacht. Man kann aber tatsächlich NICHT jeden Schmerz „wegatmen“.
    Es ist gut, angstfrei und entspannt in die Geburt zu gehen, und bestimmt auch nicht hinderlich. Man sollte aber keinesfalls blauäugig hineinstürzen a lá „ich kanns ja wegenstpannen“.
    Ob Tiere Schmerzen bei der Geburt haben wissen wir im übrigen nicht. Ich hätte hier gerne eine wissenschaftliche Quelle über eine solche Aussage. Zu Dr. Dyes Zitat Stimme ich meiner Vorschreiberin 100% zu, es ist ein Schlag ins Gesicht für alle Frauen, die obwohl sie gesund sind ein Kind unter Schmerzen gebären.
    Die Geburt meines Sohnes tat weh. Aber nur während der Wehen. Dazwischen war es das schönste Erlebnis meines Lebens. Sie war anstrengend. Zum Schluss konnte ich nicht mehr, wollte nicht mehr, hab gesagt: „Macht ihr ruhig weiter hier, ich hab keine Lust mehr, ich geh nach Hause“. Und bin und war gesund und mein Kind auch. Ich wollte so etwas danach trotzdem NIE wieder erleben. Im August kommt unser 2.

    Wenn du einen guten Tipp willst: Such dir ein gutes Krankenhaus, Geburtshaus, Hebamme, was auch immer, wo du dich wohl, gut versorgt und sicher fühlst. Das entspannt. Ich war froh, zu wissen, dass ich mich 100% auf das anwesende Personal verlassen kann, dass sie wissen, was sie machen. Ich wurde die ganze Geburt über angefeuert, mir wurde gesagt, dass ich das toll mache und weiter so usw. Ich weiß, dass die das jedem sagen, aber es war das was ich hören musste. Nicht wie bei einer Freundin, die während der Geburt zu hören bekam „Na, stellen Sie sich mal nicht so an, das machen Frauen schon seit Jahrtausenden.“ So hab ich das Buch empfungen: Wenn du Schmerzen hast bei der Geburt machst du was falsch.
    Und such dir jemanden Vertrautes mit starken Nerven an deiner Seite.

    Alles Gute auch von mir!

    1. Ich möchte mich gern meinen Vorrednerinnen anschließen – ich habe zwar selbst keine Geburtserfahrung, bin allerdings mit einer Hebamme als Mutter aufgewachsen, die uns Kindern gegenüber kein Blatt vor den Mund genommen hat, was Geburten und alles drumherum angeht. Daher ist mein Vertrauen in sie in solcherlei Dingen sehr groß, weil sie eben weder Situationen in ihren Erzählungen dramatisch ausschmückt noch sie in irgendeiner Form weichspült.

      Aus aktuellem Anlass habe ich kürzlich über genau dieses Thema mit ihr gesprochen. Ihre Erfahrung mit diesem Thema ist sehr zwiegespalten. Zum einen wurde sie von Frauen, die meist schon jahrzehntelang Yoga praktizieren, sehr positiv überrascht, wie gut diese mit Atmung und Entspannung ihre Geburten meistern, daher ist selbstverständlich nicht im Geringsten etwas dagegen einzuwenden, sich mit Entspannungsübungen intensiv auseinander zu setzen.
      Das, was ihr allerdings vor allen Dingen in den letzten Jahren vermehrt begegnet, sind Paare, die mit ganz bestimmten Vorstellungen in den Kreißsaal kommen, und da kaum eine Geburt so verläuft wie erwünscht oder im Vorfeld visualisiert, stehen diese Paare dann ihrer Erfahung nach sehr schnell unter Stress, wenn es anders läuft. Ich denke, in dieser Extremsituation ist es auch noch mal ein ganz anderer Schnack, spontan entspannt zu bleiben, wenn sich „Pläne ändern“, weswegen es oft schwerfällt, sich gleich darauf einzulassen, wenn es anders läuft, als erwartet.

      Ihre Erfahrung zeigte ihr, dass eben gerade die Frauen, die sich zwar über die Geburt informiert haben, einen Geburtsvorbereitungskurs besucht haben etc., aber ansonsten möglichst wenig „verkopft“ waren und ohne viel Vorbereitung alles auf sich zukommen ließen, die entspanntesten Geburten erleben durften, während diejenigen, die genaue Vorstellungen im Vorfeld geäußert haben, sehr oft enttäuscht wurden und es oft Komplikationen gab. Und ich glaube, genau an dieser Stelle liegt das Problem bei diesem Werk: dass es eine schmerzarme bis schmerzfreie Geburt verspricht, wenn Frau sich nur genug entspannt. Und wenn dann auf einmal doch schmerzhafte Wehen einsetzen, ist das Entsetzen dann groß und die Vermutung, dass gerade etwas nicht richtig läuft (dass z.B. der Pieks vom Zugang legen oder das grelle Licht das wichtige Oxytocin vertrieben hat und daher Schmerzen da sind) oder dass die Gebärende etwas falsch macht (weil sie nicht in der Lage ist, sich richtig zu entspannen, und es somit ihr Fehler sei).

      Selbstverständlich wird eine Geburt, bei der alles verspannt ist, anstrengender und schmerzhafter. Entspannung wird die Schmerzen sicher lindern. Dennoch bin ich mir absolut sicher, dass das Gefühl, das einen während der Wehen dann überkommen wird, von den meisten Menschen als Schmerz wahrgenommen wird und zwar in einer ganz anderen Qualität als jeder andere Schmerz, der zuvor erlebt worden ist. Das Versprechen einer schmerzarmen bzw. -freien Geburt wäre mMn eigentlich nur einzuhalten, wenn eine andere Definition von Schmerz zugrunde gelegt würde. Das, was ich vielleicht Schmerz nennen würde, ist dann für die Autorin vielleicht bloß ein Druck, eine Welle, irgendein anderer Begriff. Das macht es ja aber für mich nicht weniger schmerzhaft 😉

      Tja… nun bin ich allerdings ein totaler Kopfmensch 🙂 Daher ist es für mich eigentlich keine Option, mich einfach nicht zu belesen oder mir überhaupt keine Gedanken zum Thema zu machen 😀

      Ihr Rat an mich war eigentlich der folgende: ich solle mich auf die Hebamme einlassen. Und das klingt für meinen Kopf eigentlich logisch. Selbstverständlich soll mein Partner mir ein wichtiger Begleiter sein während der Geburt – aber Partner haben naturgemäß eher selten wirklich viel Geburtserfahrung verglichen mit einer Hebamme 😉 Daher scheint es mir schon sinnig, wenn die begleitende Hebamme diejenige ist, der ich Vertrauen schenken kann, denn sie weiß durch hundert- oder tausendfache Geburtsbegleitung einfach deutlich besser als ich oder mein Partner, was gerade Phase ist =) Und es ist auch das Anliegen von vermutlich jeder Hebamme, eine möglichst schmerzarme und natürliche Geburt zu ermöglichen. Daher vertraue ich hoffentlich im entscheidenden Moment auf ihr Urteil, dass dieser Schmerz gerade richtig ist, dass ich vielleicht wirklich einen Wehentropf brauche, dass es sinnvoll ist, mir einen Zugang zu Beginn legen zu lassen, dass jetzt vielleicht wirklich besser ein Kaiserschnitt gemacht werden sollte. Das wird sie mir sicher nicht sagen, weil ich ihr auf die Nerven gehe und sie mich schnell wieder loswerden möchte 😀 Dafür sind die Risiken von unbegründeten Eingriffen auch einfach zu hoch.

      Gerade diejenigen, die mit einem Zettel voller Wünsche, wie ihre Geburt verlaufen soll, im Krankenhaus ankommen, lassen bei ihr mittlerweile die Alarmglocken klingeln, da dies meist ein Hinweis darauf ist, dass sich jemand sehr konkrete Vorstellungen gemacht hat und sich darauf eingeschossen hat… und oft endeten gerade diese Geburten dann erst recht mit einem Kaiserschnitt oder der Saugglocke, obwohl das ausdrücklich nicht gewünscht war, weil sonst das Leben des Kindes in Gefahr gebracht wäre. Und was sollte auf einer Geburtswunschliste auch draufstehen, dass sich die Hebamme nicht eh wünscht? Wie gesagt: selbstverständlich möchte jede Hebamme eine natürliche Geburt ermöglichen, sie wird nur einschreiten, wenn es nötig für Mutter und/oder Kind sein wird, und nicht, weil es auf einem Zettel stand 😉 Daher bin ich bzgl deines Plans einer Geburtswunschliste etwas skeptisch…

      Sorry für den langen Text, ist nur gerade ein Thema, das mir auf der Seele brennt 🙂 Und ich dachte, vielleicht ist die Hebammen-Perspektive ja gewinnbringend für die Diskussion?

      Ganz liebe Grüße!
      Julia

      1. Liebe Julia, toller Text, vielen lieben Dank dafür! Mit einer Hebammenmama kann ich nicht dienen und ganz offensichtlich auch noch mit keiner eigenen Geburtserfahrung. Ich finde, du sagst unglaublich viel Wahres, was deutlich macht, dass es nicht nur darauf ankommt, welche Informationen man sich holt (also dieses Buch zum Beispiel), sondern auch, wie man sie aufnimmt. Was ich hier schon unter einige Kommentare geschrieben habe ist, dass ich es traurig und erschreckend finde, dass Geburt für viele Frauen an Leistung und Performance gekoppelt zu sein scheint. Das schraubt Erwartungen hoch, erschafft einen Druck, ja schmerzfrei sein zu müssen und wenn das doch so ist, dann macht man gefühlt etwas falsch. Und dieses gefühl allein ist ja schon grauenvoll. Als würde eine Frau sich in der Situation absichtlich falsch benehmen, und dann wird sie eben mit Schmerz bestraft. Fraglich eben auch, ob man in den wenigen Monaten wirklich bereit für eine natürliche Geburt werden kann, wenn man ein Leben lang in unserer durchzivilisierten Kultur gelebt hat, die Leistung propagiert, wo alle die meist Zeit sitzen und es drölftausend Definitionen von Gesundheit gibt (allein was gesundes Essen sein soll füllt Bibliotheken…).

        Die Mischung aus Plan und Loslassen macht es für mich. Der Plan ebnet den Weg und entspannt mich, weil ich mich dann sicherer fühle und – davon bin ich überzeugt – für die meisten Menschen führt ein Plan zielgerichteter ans Ziel als keinen Plan zu haben. Was man dann am Ziel macht, ist wieder was anderes. Informationen, Wegweiser, Ratschläge, sie sind alle gut, aber die Situation ist eben oft eine andere. man verliert viel, wenn man nur plant. Man sieht nichst links und rechts des Weges. Ein geplanter Kuss ist nicht mehr so schön wie ein spontaner. Ein plan kann Scheuklappen bedeuten. Für mich ist er eben Wegweiser, aber ich schaue gern, was links und rechts von mir liegt, während ich gehe, denn manche Umwege sind gar keine, sondern eine Bereicherung.

        In dem Kontext bezüglich Geburtswunschliste: Oh, du Glückliche, da hast du bisher nur gute Erfahrungen gemacht! Ich kenne am eigenen Leib und von anderen leider Krankenhäuser die wirklich den Titel Schlachthaus verdienen. Von daher werde ich schriftlich einiges fixieren, damit mir in der Situation keiner doof kommt und ich dann unter einer Wehe erklären muss, warum ich xy will und yz nicht. Ich habe tolle Mediziner kennenglernt und welche, die einfach nur möglichst einfach ihren Job machen wollten (vielleicht auch einfach irre übermüdet und unter massivem Zeitdruck…). Ich habe das Krankenhaus für unsere Geburt danach ausgesucht. Und so auch Hebammen. Manche der Typ „Stellen Sie sich nicht so an!“ andere aufbauend und einfach toll. Meine Geburtswunschliste wird simpel sein, es geht mir um Grundsätzlichkeiten, die ich auch mit meiner Gyn und meinem Hausarzt schon abgesprochen habe und die Sinn machen. Dass in der Klinik Wert gelegt wird auf Ruhe und Bonding nach der Geburt war Auswahlkriterium, das muss ich da niemandem sagen. Aber es gibt andere, persönliche Dinge, die es mir und auch dem personal einfache r machen werden, richtig zu handeln sollte ich nicht artikuliert antowrten können. Mein Mann weiß das auch alles, aber schriftlich ist eben einmal sicherer. Zur Liste gehört auch der Punkt zu sagen: Ignoriert die Liste, wenn ich in der Situation was anderes will. Es ist ein Wunsch, keine Anweisung.

        Ach ja. Spannendes Thema. Komplex und vor allem eins, das gesellschaftlich stärker geprägt ist als ich zunächst dachte.
        Liebe Grüße,
        Heike

        1. Liebe Heike,

          wenn ich dich so lese, glaube ich, wir ticken in vielerlei Hinsicht sehr sehr ähnlich 😉 Und ich stimme dir absolut zu: es ist wahrscheinlich vollkommen utopisch, dass sich jemand, der*die sein halbes Leben am Schreibtisch verbringt, innerhalb weniger Wochen auf eine Geburt absolut ideal vorbereiten können wird. Ist bei mir ja nicht anders, ich sitze ebenfalls viel im Job und muss mit viel Sport gegenan arbeiten 🙂

          Dem Punkt, dem ich allerdings aus meiner Erfahrung widersprechen möchte, ist die Aussage des Buches, dass natürliche Vorgänge keinen Schmerz verursachen würden. Doch, ich denke, das tun sie in manchen Fällen – eben weil Schmerz uns etwas sagen möchte. Und ich denke, auch der Geburtsschmerz ist kein Notsignal, sondern möchte uns etwas mit großer Dringlichkeit sagen.

          Eine Vorrednerin schrieb, wir könnten nicht wissen, ob Tiere bei der Geburt Schmerz empfänden oder nicht. Da stimme ich absolut zu. Für mich als Außenstehende sind allerdings die Äußerungen, die beispielsweise meine Katze von sich gegeben hat, als sie ihre Junge bekommen hat (lang lang ist’s her… Da war ich noch in der Grundschule^^), nicht zu unterscheiden von den Signalen, die sie bei Schmerz geäußert hat. Entsprechend kann ich nur vermuten, dass zumindest etwas sehr Gewaltiges bei ihr passiert ist – obwohl sie entspannt war, nicht verkopft und Kätzchen einen verhältnismäßig kleinen Kopf haben 😀 Kühe und Pferde sind diesbezüglich ja eher ein schwieriges Beispiel, da diese für Menschen deutlich weniger erkennbare Signale aussenden, wenn sie Schmerzen haben, als es beispielsweise Hunde oder Katzen tun… Sehr schwieriges Thema. Ich vermute allerdings, dass auch Tiere nicht schmerzfrei gebären, auch ohne dass ihnen die Gesellschaft weis gemacht hat, dass sie Schmerzen empfinden würden.

          Was du in anderen Kommentaren geschrieben hast, was z.T. wohl in Kreißsälen passiert… da schlackern mir ja die Ohren o_O Tatsächlich habe ich solche Geschichten bislang weder von meiner Mutter noch von meiner Schwester (Anästhesistin, macht also PDAs) oder auch Freundinnen mit Geburtserfahrung gehört. Ich hoffe ja stark, dass das Ausnahmen sind und kein Regelfall in manchen Krankenhäusern! :/

          Also… mir kommen die Geburtsgeschichten meiner Mutter eigentlich wie ein sehr positives Beispiel vor. Ihre äußeren Umstände waren geradezu ideal: sie kannte natürlich die Umgebung, sie war sehr vertraut mit ihrer begleitenden Hebamme (mit der sie bis heute ein sehr enges Verhältnis verbindet), die die meiste Zeit einfach schweigend bei ihr war und nur wenn nötig Anweisungen gab, sie hatte keine Komplikationen, sie hat das richtige Atmen und Entspannen bereits seit Jahren mit ihren Frauen geübt und verinnerlicht, wusste recht genau, was auf sie zukommt, und war selbst bei der ersten Geburt in unter 4 Stunden durch. Sie beschreibt es als die unfassbarsten und schönsten Erfahrungen ihres Lebens. Und es war enorm anstrengend. Und sie hatte die schlimmsten Schmerzen ihres Lebens.
          Wohlgemerkt: es war für sie keine tolle Erfahrung TROTZ der Schmerzen, die werden einfach als ein Faktor unter vielen genannt. Die gehörten für sie als Selbstverständlichkeit dazu. Daher wusste sie, dass das gerade kein Es-gibt-ein-Problem-Schmerz ist, sondern dass dieser sie leitet und sie sich auf ihn einlassen kann. Das hat es nicht weniger schmerzhaft gemacht, aber sie wusste, dass sie ihn durchstehen wird und ihr Körper das kann.

          Das halte ich für einen absolut entscheidenden Unterschied: sich auf einen Schmerz einzulassen oder Schmerz als grundsätzlich etwas zu begreifen, das darauf hinweist, dass etwas nicht in Ordnung ist. Und das scheint in meiner Lesart der Standpunkt des Buchs zu sein. Ich würde es wohl großartig finden, wenn es nicht eine schmerzfreie Geburt propagieren würde. Das wird kaum eine Frau erleben, vor allen Dingen keine Erstgebärende. In vielen Kommentaren zu diesem Buch kommen immer wieder Frauen zu Wort, die beim erst beim zweiten Kind dieses Werk in die Hände bekommen haben und daraus schließen, dass die zweite Geburt so viel angenehmer war als die erste, weil sie nun eben dieses Buch gelesen hätten. Wenn ich allerdings Menschen frage, die min. zwei Kinder geboren haben, wie sie die zweite Geburt im Gegensatz zur ersten empfunden haben, ist es durch die Bank weg so, dass die zweite als wesentlich schmerzärmer, stressfreier und schöner erlebt wurde – egal ob die Techniken aus dem Buch bekannt waren oder nicht 😉 Daraus schließe ich, dass dies nicht der entscheidende Punkt sein kann, sondern dass diese Frauen zum einen eben schon deutlich besser wussten, was wohl auf sie zukommt (Faktor Kopf), aber vor allen Dingen: jede Frau geht in die zweite Geburt mit einem völlig anderen Körper als in die erste. Nicht nur Muskelgedächtnis etc spielen da eine Rolle, sondern vor allen Dingen, dass die Beckenknochen schon mal bewegt wurden und sich nie wieder so fest zusammenfügen werden, wie sie es vor der ersten Geburt waren, sondern beim zweiten Mal deutlich leichter nachgeben. Daher halte ich das eher weniger für ein Verdienst des Buches, sondern des Wunderwerk Körpers 🙂

          Und generell eine Anmerkung für Frauen, die sich unter Schmerz einfach nicht schaffen zu entspannen: eine PDA kann da durchaus ein Segen sein und ist alles andere als ein Versagen oder Weichei-Getue oder sonst was! Gerade die kann der Ausweg aus der Anspannung sein, damit die Muskeln aufhören gegenan zu arbeiten. Daher finde ich es schwierig, wenn das so verteufelt wird und eine „natürliche“, spontane, schmerzarme und schmerzmittelfreie Geburt als das Non-Plu-Ultra stilisiert wird. Meine Schwester sagte mal ganz salopp zu mir: „Natürliche Geburt bedeutet eben auch hohe Sterblichkeitsrate bei Kind und Mutter. Punkt.“ Nüchtern betrachtet hat sie da völlig recht^^

          Ein guter Mittelweg ist da sicherlich unabdingbar. Und wenn ein Partner im Kreißsaal steht und einen Kaiserschnitt verweigert, weil sie sich doch eine natürliche spontane Geburt gewünscht haben und das Krankenhauspersonal offenbar ihnen diese einmalige Erfahrung wegnehmen möchte, während das Kind im Geburtskanal feststeckt, oder die Mutter schon ganz wachsig vor Blutverlust während einer Hausgeburt eingeliefert wird… dann läuft mE wirklich deutlich was schief…

          1. Ja, ich glaube auch, wir ticken da sehr ähnlich. Gut zusammengefasst!
            Ich kenne Krampfschmerzen, die sich erst durch eine Schmerztablette lösen lassen, weil man eben vor Schmerz sonst noch weiter verkrampft. Nacken bei mir. Mittlerweile brauche ich das nicht mehr, weil ich eben durch viel Training, Dehnung, ENtspannung geschafft habe den Bereich so zu lösen,d ass ich es selbst schaffe. Aber eien Geburt kann ich ja nicht so üben und trainieren, wie meine Schultern.
            Auf jeden Fall sindas auch andere Schmerzen (Krampfweh nenne ich die mal), die sind wirklich eher Anleitung als Notsignal, ich kenne beide Sorten Schmerz gut. Auch ein Grund weswegen ich vor der Geburt jetzt keine Angst mehr habe. Notschmerz erkenne ich und Signalschmerz auch, bei ersterem nehme ich jede Hilfe, die ich kriegen kann, bei zweiterem habe ich noch mehr eigene Optionen.
            Eigentlich ist es ja gut, dass viele keinen Umgang mit solchen Schmerzen gelernt habe, setzt es voraus, dass sie weniger hatten. Eigentlich. Uneigentlich wird auch bei Signalschmerz ja gern einfach ein Tablettchen genommen, um das Symptom abzustellen, weil die Ursachensuche oder -behebung weniger einfach ist…

            Ach ja. Spannend. Und das Thema ist viel viel weitläufiger als nur Geburt. Und ich muss das mit den Tieren noch editieren…

    2. Hmmm, das habeich befüchtet, dass dass viele so verstehen könnten, dass Schmerz bedeutet etwas falsch zu machen. Darum geht es – finde ich – aber nicht. Es geht darum, es leichter zu machen. Schmerzärmer. Zu dem Zitat habe ich der Vorrednerin schon ausführlich geantwortet, ich vertrete da einen anderen Standpunkt, der mir sehr wichtig ist. Schwangerschaft sind nur 40 Wochen. Selbst mit bester Gebirtsvorbereitung fängt das nicht das ab, was villeicht ein Leben lang vorher schon geschehen ist. Und es bleibt eben ein Kraftakt und eine Ausnahmesituation.

      Genau so ein Krankenhaus und so eine Hebamme ich mir gesucht. Sie unterstürzen auch den Ansatz von HypnoBirthing und auch meinen: so natürlich und entspannt wie irgendmöglich, Hochleistungsmedizin ist aber immer nur ein paar Schritte und eine Entscheidung entfernt. Sie ist die Absicherung. Ich halte viel von ganzheitlichen Ansätzen und empfinde sie als den besseren Weg der Wahl. Schulmedizin ist in der Regel aber potenter in Notsituationen und da zu kann eine Geburt eben schnell werden.
      Ich mag hier auch noch mal betonen, dass es mich traurig macht, dass für viele Frauen die performance unter der Geburt so weit vorn steht und sie sich fühlen, als hätten sie versagt, wenn xy doch eintritt.
      Den Druck machen sich Menschen auch in anderen Bereichen: Jugendliche bei ersten Küssen und ersten Malen. Junge erwachsene bei Dates. Bräute vorm Altar. Das ist so bedauerlich, dass Informationen, Ratschläge und Inspirationen dann zu Vorlagen verkommen, die man meint einhalten zu müssen. Wenn ich nicht das und das, dann bin ich schlecht. Schrecklich.
      Ich denke bei Geburt ist das besonders eindrücklich, weil es besonders plakativ ist und etwas, wonach man explizit ja dann auch gefragt wird. Wie lang? Wie schmerzhaft? Welche Hilfmittel? Fragt man sowas über Küsse und Dates? Nicht so. Dazu der Punkt dass eine geburt eben ein körperlicher Kraftakt ist, da sind viele auch deshalb schon gedanklich bei Performance: als müsste ein Gewicht gehoben, ein Marathon gelaufen werden.
      Ach ja.
      Traurig, wie gesagt. Ich denke, das hat viel damit zu tun, was unsere Gesellschaft uns über Leistung vermittelt. Wenn schon die Aussage „Es muss nicht weh tun!“ als Aufforderung zur Leistung verstanden werden kann (verständlicherweise 😉 ).
      Liebe Grüße, Heike

  6. Liebe Heike,
    Ich habe dieses Buch sich in meiner ersten Schwangerschaft gelesen und teile Deine Meinung. Mir hat es super die Angst vor der Geburt genommen! Letztendlich war es trotzdem eine sehr anstrengende und schmerzhafte Geburt. Aber ich bin mir sicher das Buch hat dazu beigetragen dass ich es überhaupt geschafft habe spontan zu gebären. In der zweiten Schwangerschaft habe ich es wieder gelesen obwohl ich wusste dass Wehen durchaus wirklich wehtun können 😉 einfach um wieder das tolle Vertrauen in meinen Körper zu gewinnen wie beim ersten Mal. Und beim 2. ging es praktisch wie von selbst, schon wirklich fast so wie im Buch propagiert, naja, sehr fast. Ich gebe mein Buch auch immer gerne als Empfehlung an meine schwangeren Freundinnen weiter.
    Liebe Grüße und alles gute für Deine weitere Schwangerschaft, und eine entspannte schöne Geburt wünscht Dir
    Lilly

    1. Danke dir! Dass es „trotzdem“ schemrzhaft sein kann, ist mir klar. Ich denke mir oft bei unangenehmen Situationen: Meine Güte wie wäre das denn bitte gewesen, wenn ich das und das vorher NICHt gemacht hätte?“ In der Regel kann man sich eine sehr eindeutige Antwort darauf geben…

      Liebe Grüße, Heike

  7. Ich habe das Buch leider erst vor meiner zweiten Geburt kennengelernt, beim ersten war es hier noch nicht bekannt und auch noch nicht auf deutsch erhältlich.

    Mir hat es beim zweiten Kind sehr sehr viel gebracht und dafür gesorgt, dass ich mein zweites Mädchen fast schmerzfrei und ohne Verletzungen gebären konnte. Das war eine wahnsinnig tolle Erfahrung, die mich als Frau wachsen lassen hat. Die Gewissheit, dass diese Kraft in jeder Frau steckt und jede Frau selbst in der Hand hat, wie sie die Geburt erlebt.
    Schade, dass dieses wertvolle Wissen nur selten in Geburtsvorbereitungskursen weitergegeben wird und der Fokus oft eher auf Medikamenten zur Schmerzbekämpfung liegt, anstatt den Frauen zu zeigen, wie sie die Schmerzen im Vornherein verhindern können.
    Ich sehe es auch so, dass das Buch teils anstrengend zu lesen ist und man sich manchmal wie in einer Verkaufsveranstaltung vorkommt. Das ist schade, aber ändert nichts daran, dass der Inhalt des Buches toll ist.

    Zum Pressdrang kann ich sagen: Beim ersten Kind wusste ich nicht, was passiert, was ich tun soll, und habe daher auf Kommando der Hebamme gepresst, wie eine verrückte, weil das Kind ja raus muss. Diese Tatsache hat mir dann auch eine Geburtsverletzung eingebracht und meinen Beckenboden sehr strapaziert.

    Beim zweiten Kind habe ich dank des Buches eine ganze lange Zeit gar nicht gepresst, sondern war ganz in und mit mir beschäftigt, habe geatmet und visualisiert. Erst in der allerletzten Austreibungsphase, kurz vor Ende, hat mein Körper das Pressen übernommen, ohne dass ich etwas dagegen hätte tun können. Ich habe mich ganz von meinem Körper leiten lassen und das war wirklich toll! Ich habe mein Kind ganz alleine und ohne jegliche Hilfe von außen geboren und empfangen.
    Ich bin komplett heile geblieben und mein Kind kam ganz friedlich und ruhig in die Welt (geschwommen).

    Schade, dass Frauen im Krankenhaus oft die Möglichkeit genommen wird, eine interventionslose, natürliche Geburt zu erleben und das Bild so sehr geprägt ist von Angst und Schmerzen.
    Das müsste gar nicht sein.

    Gebären kann so toll sein! Ein wahnsinnig bereicherndes, wachsen lassendes, tiefgreifendes Erlebnis.

    1. 😀 😀 😀 Oh Ja! Verkaufsveranstaltung! Besuch den HypnoBirthing Kurs! Hör die CD! Geht zu einem HypnoBirthing Akupunkteur… ähen, ja, das war etwas viel Dickes.
      Frteut mich ehrlich zu lesen, dass dir die Infos im Buch so sehr geholfen haben, gerade auchd er Vergleich von zwei Geburten und eben auch, dass die Hebammen klar bemüht sind zu unterstützen, aber sie stecken eben doch nicht in einem drin. Hat ja nichts damit zu tun, dass sie dann per se nicht gut wäre. Nur es ist eben doch ganz viel man selbst, das glaube ich auch.
      Ich hoffe sehr, dass sich das Bild von Geburt und Schwangerschaft in den nächsten Jahren noch mehr ändert. Ich finde das ehrlich schlimm, wie stark da Schmerz und Trauma im Vordergrund stehen als müsste das so sein. Vor allem, weil es meist dann so hingenommen wird als „Ist eben so bei einer Geburt“. Bei „ist eben so“ krieg ich sowieso immer eine kleine Zuckung, egal in welchem Bereich. Nichts ist einfach so. Es gibt immer ein Weil.
      Vielleicht ist auch pressen nicht gleich pressen so wie Schmerz nicht gleich Schmerz ist. Besagte Horrorstories, die ich gehört habe von Ärzten die sich auf den Bauch legen und mitpressen oder mit einem Seil, das der Mutter um den Bauch gelegt wird nach unten reißen… da wird mir schlecht. Aber wenn die Mutter eben selbst mitarbeitet und sich das auch wie kräftiges Pressen gestaltet, dann ist das eben so.
      Nun ja.
      Ich hoffe wie gesagt für mich das Beste und für mögölichst viele ander Frauen auch. Und wenn etwas nicht so gut geht, dann bin ich froh ein Krankenhaus ausgesucht zu haben, dass eben nicht nur die natürliche Geburt unterstützt sondern auch intensivmedizinisch super aufgestellt ist.

      Liebe Grüße, Heike

  8. Hallo,

    ich war im Vorbereitungskurs bei einer Hebamme, wo wir viele Entspannungstechniken erlernt haben und auch auf das Geschehen bei der Geburt vorbereitet wurden. Im Nachhinein bin ich sehr froh, mich derart vorbereitet zu haben, und finde es super dass du das auch tust.
    Eine Sache, die ich im Kurs gehört habe, hat mir sehr geholfen: Laut meiner Hebamme erreicht jede Frau in der Eröffnungsphase einen Punkt, wo sie glaubt, schlapp zu machen, nicht mehr zu können und an dem sie die Moral verlässt. Dies passiert anscheinend kurz bevor der Muttermund komplett geöffnet ist und es in die Austreibungsphase geht. Angeblich flehen die meisten Frauen an diesem Punkt um Schmerzmittel oder einen Kaiserschnitt, obwohl sie da schon so weit sind, dass dies eventuell gar nicht mehr sinnvoll ist. Ich habe meinen Partner darauf vorbereitet, damit er mich unterstützen kann wenn bei mir die Sicherungen fliegen. Vielleicht denkst du daran, es hilft wenn man weiß dass es dazu kommen kann und es eigentlich ein gutes Zeichen ist!

    1. Danke für den Tipp! 🙂 Der Geburtsvorbereitungskurs beginnt bei mir in ein paar Wochen, da werde ich auch dort einfach mal nachfragen. 🙂 Und ja, ich sage das meinem Mann.
      Hab mir ja auch eine hebamme ausgesucht, bei der ich mich mit solchen Themen gut aufgehoben fühle ich denke, da werde ich gute Antworten bekommen. 🙂
      Liebe Grüße, Heike

      1. Bei mir im Geburtsvorbereitungskurs wurde ähnliches erzählt. Die Hebamme meinte (v.a. zu den Männern), dass wenn die Frau grantig wird, anfängt zu schimpfen oder sehr vehement verkündet, dass sie jetzt keine Lust mehr hat, dann ist die letzte Phase der Geburt angebrochen… Kann ich von meiner Geburt auch so bestätigen und auch aus Erzählungen von anderen Leuten…
        (Nur als kurzer Kommentar hierzu, ich wühl mich jetzt noch durch den Rest der Kommentare und überleg mal, ob ich auch noch allgemein was kommentiere, noch hab ich da sehr gemischte Gefühle…)
        LG, Annie

        1. Das glaube ich dir sofort, dass du da gemischte gefühle hast, für dich ja noch sehr nah dran. 🙂 Mein GVK fängt in 10 tagen an. Ich bin gespannt!

  9. Hallo Heike,

    es freut mich sehr für dich, dass die Angst weg ist 🙂 Und dann hangel‘ ich mich mal am Artikel entlang und geben meinen Senf dazu 😀

    >> dass Geburt zwangsläufig ein furchtbar schrecklicher, schmerzhafter Prozess sein würde und das hatte massiven Einfluss darauf, ob und wann ich überhaupt Kinder wollte. Bitter, oder? […] Das überlegt man sich ziemlich gut, ob man bereit ist so einen Akt vernichtenden Schmerzes auf sich zu nehmen, um ein Kind zu bekommen, wenn man meint zu wissen, dass das unausweichlich ist.<> Noch vor wenigen Monaten habe ich mit einer Freundin im Garten gesessen und wir haben beide darüber geredet, dass wir uns ja nichts vormachen müssen, aber dass das bei mir kompliziert und schmerzhaft werden wird und überhaupt ein Kraftakt ohne gleichen und ein Kaiserschnitt wahrscheinlich ist.<>Primär geht es darum, das Baby herauszuatmen, statt zu pressen. Locker zu lassen, statt muskulär zu arbeiten. Es geht viel um Atmung, Visualisierung und Ruhe. […] Natürlich tut es weh, wenn ein Babykopf mit voller Muskelkraft gegen eine andere Gewebe- und Muskelpartie gedrückt wird, die verkrampft ist.<<
    Das ist ja bei jeder Art von Dehnung so (auch denen im "empfindlichen Untergeschoss"). Wenn man entspannt, geht so viel mehr – das ist einfach nur Hingabe. So schön. 😀

    Mit dem Zitat von Dye gehe ich übrigens d'accord. Es ist ja nicht so, dass man versagt hat, wenn man Schmerzen hat oder Hilfe braucht. Es ist ja nicht so, dass Fehler den Wert als Mensch runtersetzen. Man kann was draus lernen und vor allem lernen gegenzusteuern, wenn etwas gerade dabei ist schiefzugehen.
    Wenn der Körper halt immer noch der Meinung ist, dass das doof war, dann macht man's halt anders. Wie beim Dehnen – kalt in eine Vorbeuge? NOOOOPE. Warm? Kein Ding, geh mit den Knien kuscheln.
    Der Körper ist kein Feind, nur manchmal sehr direkt mit seinen Aussagen.

    Ich bin vor ein paar Jahren über Weiblicht (https://weiblicht.blogspot.de/) auf natürliche Geburten gestoßen und dabei über eine Visualisierung gestolpert: ein Kreis (Muttermund), der immer weiter wird. Finde ich bei Periodenbeschwerden unheimlich hilfreich. Genauso wie ein Bild, als würde ein nasser Sack aus mir rausfallen. Ja, Körper, du darfst bluten, ist ok. (Ich hatte vor und während ich die Pille genommen habe, nie Probleme mit Menstruationsbeschwerden, nachdem ich sie abgesetzt hatte, aber lange ziemlich üble. Die letzten zwei Zyklen waren wieder fast auf Vorpillenniveau.)
    Ein möglicher Faktor für die Besserung könnte mehr Stretching gewesen sein: https://www.youtube.com/watch?v=nsl-r-akKms bzw. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5187401/ . Auf beide Quellen bin ich erst vor ein paar Tagen gestoßen, es könnte aber passen, weil ich seit ein paar Monaten relativ viel in der Richtung mache. Eventuell ist das auch für Geburten relevant?

    In jedem Fall freut's mich, dass die Angst weg ist und dass du entspannter an die Geburt rangehen kannst.
    Ich bin seit dem Feminismusartikel übrigens mal wieder am Rumlesen in der Ecke. Naja. Aber aus Erfahrung im Bereich Haare: Einfach im Winter mal rauswachsen lassen und dran gewöhnen, das hilft enorm, einen sinnvolleren Bezug dazu herzustellen. "Ich bin eine erwachsene Frau, ich hab da halt Haare."

    In diesem Sinne ganz liebe Grüße,
    Katja

    1. Och, doofe Seite. In der Vorschau ist gerade ein Teil meines Kommentars gefressen worden.

      Kurz gesagt: Nach „… meint zu wissen, dass das unausweichlich ist.“
      Wollte ich nochmal nach den Gründen nachhaken. Nur Schmerzen oder auch Angst vor Komplikationen? Letzteres kann ich verstehen, ersteres nicht so ganz. Schmerzen gehen vorbei. Vielleicht bin ich da hart im Nehmen (oder glaube es zu sein), aber was sind ein paar Stunden Schmerzen für ein neues Leben? oö Und ich hab mich schon mit echt üblen Periodenkrämpfen (Kaliber Ausschabung ohne Betäubung mit Übelkeit und Kreislaufproblemen) rumgeschlagen, es ist nicht so, dass ich das vollkommen blauäugig sage.

      und nach „…überhaupt ein Kraftakt ohne gleichen und ein Kaiserschnitt wahrscheinlich ist.“
      Wollte ich darüber motzen, dass ich solche einschränkenden Denkmuster nicht mag. Wenn man davon ausgeht, dass etwas mies wird, wird’s selten gut. Zu wissen, dass das etwas doof ausgehen kann, aber nicht davon auszugehen, dass es das zwangsläufig wird, ist was anderes.

      So. Jetzt hoffe ich mal, dass diesmal nichts gefressen wird, ich will nämlich schlafen.

      1. Ach Mensch, das ist jetzt das zweite Mal, dass du Probleme mit den Kommentaren hast. Ich versuche dem mal nachzugehen. Bzw. nachgehen zu lassen. Mein lieber Freund und Entwickler ist leider grad im Urlaub, aber ich setze es mit in meine Mail an ihn, ich hab sowieso noch Aufgaben für ihn.
        Davon ab: wir verstehen uns. 🙂

        1. Ich wollte ja erst sagen, dass es in diesem Fall auch einfach Ungeschicklichkeit/Müdigkeit gewesen sein könnte (irgendwas markiert und versehentlich gelöscht), aber wenn ich nochmal darüber nachdenke, dann setz ihn mal darauf an, ob zwischen spitzen Klammern Sachen gelöscht werden, bzw. ob WordPress(?) das als Formatierung erkennt/verwenden will. Ich hatte jeweils zwei spitze Klammern benutzt (aber keine Slashes, o.ä.), damit die Zitate besser als mit Anführungszeichen zu erkennen sind.

          Liebe Grüße,
          Katja

          1. Ich weise ihn darauf hin. Aber ja, könnte an den spitzen Klamemrn liegen, weil man hier in meinem Editor zum Beispiel auch direkt solche Befehlszeichen eingeben kann und spitze Klammern sind typisch für HTML-Formatierungen.

    2. Huhu Katja! 😀
      Die Visualisierungen für Monatsbeschwerden finde ich gut. Merke ich mir mal. Muttermund als sich öffnender Kreis ist auch super. Im Buch wird vorgeschlagen sich die ringförmigen Gebärmuttermuskeln vorzustellen wie blaue Satinbänder (blau denke ich weil kühl und unbedrohlich im gegensatz zu anderen Farben die schreiend wirken können oder gar blutig), die sich ganz weich hochziehen und lösen, um den Weg nach unten freizugeben. Geht in dieselbe Richtjg schätze ich. 🙂
      Und ich bin froh, dass du mich verstehst mit dem Zitat. 😀 Ich hatte gestern beim Lesen und Beantworten der Kommentare echt das Gefühl, dass… ich hätte nicht gedacht, dass es so missverständlich sein könnte. Hat wie gesagt an meiner Meinung nichts geändert, aber hui. Dieser Performancedruck den da viele verspüren und gleichzeitig das Bedürfnis Schmerz akzeptieren zu müssen, das fand ich erschreckend…
      Ui, und die Moin Yamina hab ich direkt abonniert, die ist ja Klasse! herrlich entspannt und auf den Punkt ohne Rumgeeier.
      Tatsächlich sind ihre Dehnübungen sehr ähnlich bzw. identisch zu Schwangerschaftsdehnübungen und auch zu vielen, die ich auch vorher schon gemacht habe mit fitnessblender und Yoga. kann bestätigen. die bringen viel bei Regelschmerzen. Und mir jetzt auch für den unteren Rücken, der meldet sich nämlich schon, wenn ich anfange die Haltung zu vernachlässigen, vorn hängt ja jetzt schon ordentlich Bauch dran.

      Liebe Grüße!

  10. Liebe Heike,
    ich finde es ganz schlimm, wenn andere Mütter schwangeren Frauen von ihrer schrecklichen Geburt erzählen. Für mich waren beide Geburten sehr schön. Ich habe mir bei beiden Kindern nichts geben lassen und natürlich waren die Geburten zeitweise mit Schmerzen verbunden. Aber ich hatte immer mein Baby vor Augen und wenn man es schafft, jede Wehe zu zulassen und nicht zu unterdrücken, geht es viel leichter. Vielleicht liegt es auch an der Einstellung, die man hat. Ich war und bin immer sehr zuversichtlich und bei uns ist alles gut gegangen und unkompliziert.
    Man darf sich einfach nicht verrückt machen lassen.
    Alles Liebe für dich und deine Familie.
    Susanne

    1. Danke dir!
      ich finde es schon legotim, wenn Mütter von schlimmen Geburten erzählen. Sie müssen ja auch irgendwo hin mit dem Trauma und man kann darus lernen. Schlimm ist, wenn propagiert wird, dass das normal ist und man sich drauf einstellen soll, dass das einem selbst auch passiert. Das macht psychologisch bei Noch-nicht-Müttern viel kaputt. Es kann so sein, muss aber nicht. Zahnarzt kann einfach sein, kann auch weh tun. Darf man beides erleben und erzählen. Besser man lernt draus und putzt öfter Zähne. So vereinfacht gesagt.
      Die Einstellung ist sicherlich wichtig und die kommt ja irgendwo her.
      Ich bin gern positiver Realist: ich will wissen, was passieren kann und tue dann alles, um den besten der gezeigten Wege zu nehmen. Dadurch glaube ich dann auch daran, dass ich mit viel höherer Wahrscheinlichkeit diesen Weg beschreiten werden. 🙂
      Liebe Grüße,
      Heike

  11. Liebe Heike,

    das Buch hört sich interessant an, aber naja… Wer mir erzählt, dass eine Geburt schmerzfrei verläuft, dem glaube ich schlicht nicht.
    Ich habe zwei Kinder, beide auf natürlichem Weg geboren.
    Beim ersten Kind, hatte ich kein bisschen Angst, weder vor Schmerz noch vor Komplikationen. Ich wusste, mein Körper schafft das. Alles wird gut. Ich habe 9 Stunden gebraucht, ohne PDA oder andere Medis. Mit Dammschnitt( den merkt man nicht). Es war eine „schöne“ Geburt.Die 40 Minuten die sehr schmerzhaft waren, war tatsächlich die Pressphase. Aber besonders schlimm fand ich die Übergangsphase, während der sich das Köpfchen einstellt, ich durfte noch nicht pressen und bin fast die Wand hochgegangen. Das Pressen, d.h. für mich das aktive mithelfen war sehr erleichternd.
    Bei Kind Nr. 2 war alles anders. Ich wusste ja was auf mich zukommt, war entspannt und soweit möglich angstfrei.
    Aber der Muttermund wollte und wollte sich nicht öffnen, da ich einen Blasensprung hatte musste mit Medis eingeleitet werden und der Kopf des Kindes stand noch sehr hoch.
    Es war eine Qual und dauerte 17 Stunden!
    Auch das Pressen half hier gar nichts. Das Kind wurde schließlich mit Hebamme und Arzt, die auf meinem Bauch hingen und drückten, mehr oder weniger „rausgeprügelt“.
    Ich wusste vor Schmerz nicht mehr vor und zurück, trotz PDA. Ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass man da entspannen oder locker lassen kann, egal mit welcher Technik.
    In den schlimmsten Momenten der Geburt wünschte ich mir einfach eins mit dem Hammer zu kriegen damit es vorbei wäre…
    Ich finde es prima, wenn es Bücher gibt, die einem Entspannungsmöglichkeiten vor und auch während der Geburt nahebringen, aber ich denke, dass einem dass wenn es hart auf hart kommt nichts nützt. Man hat dann ja auch wahnsinnige Angst um das Kind.
    Ich denke, dass wenn Leute von „sanfter Geburt“ sprechen gemeint ist, dass die Frau zuversichtlich ist und gut mit den Wehen zurecht kommt. Das alles in etwa „nach Plan“ verläuft. Und das ist ja auch wünschenswert.

    Alles Gute für dich/ euch weiterhin wünscht
    Linda

    1. Liebe Linda,
      spannend finde ich im Kontext Geburt genau diese Aussage: „Wer mir erzählt, dass eine Geburt schmerzfrei verläuft, dem glaube ich schlicht nicht.“ Die höre ich oft. Allerdings höre ich auch genauso, wenn auch seltener, von Frauenm die genau das behaupten: anstrengend ja, schmerzhaft, nein. Es sind immerhin so viele und so unterschiedliche, dass ich ihnen ebenfalls glaube.
      Spannend daran ist, finde ich, dass Geburtsschmerz und generell die Besodnerheit der Geburt für viele Frauen ein so intensives Erlebnis ist, dass sie sich einfach nicht vorstellen können (und deshalb nicht glauben können), dass es grundlegend anders sein könnte. Dazu kommt sicherlich, dass Geburten eben im Leben selten sind. 1 Mal? 2, 3 oder 4 mal? Darüber wird in unserer Kultur schon sehr selten. Das heißt, wenn sich etwas allein ein- oder zweimal wiederholt wird es als „so ist das eben“ emfpunden“, allerdings gilt das nur für die Individuelle Frau und nur für die Geburten, die sie erlebt hat.
      Das hat viel denke ich dann auch damit zu tun, wie man sich austauscht und in unseren breiten werden die Horrorgeschichten weiter getragen als die „alles ist gut gelaufen“-Geschichten. Wie du aus dem Artikel entnehmen kannst habe ich selbst bis vor kurzem fest geglaubt, dass Geburten eben schmerzhaft sind und zwar schlimm und Punkt. Ich habe geglaubt, dass Frauen, die das gegenteil behaupten das nur tun, um andere werdende oder Noch-Nicht-Mütter nicht zu verschrecken, denn ein Kind bleibt ja trotzdem etwas ganz Wundervolles.
      Ich bin deshalb sehr, sehr froh über meine Recherchen und den Austausch, zeigt sich doch, dass es auf jeden Fall bedeutend schmerzärmer und für einige sogar subjektiv erlebt schmerzfrei geht. Da kommt dann schnell von den Frauen, die Schmerz erlebt haben das ARgument, dass wir hier schon in ganz vielen Kommentaren gehabt haben: Und wer Schmerzen hat, macht etwas falsch?! Jein. Ob man da etwas falsch „macht“ ist die eine Frage. Ich glaube eher, dass etwas falsch läuft. Wenn ich Schmerzen habe beim SPort, bei einer Infektion, bei einer Verletzung, im Alltag, dann „mache“ ich nicht zwingend etwas falsch schon gar nicht bewusst. Aber etwas „läuft“ falsch, der Körper signalisiert, dass etwas nicht so ist, wie es sein sollte.
      Das ist denke ich der Knackpunkt. Und wie auch schon an anderen Stellen beschrieben: ich bin nach allem, was ich gelesen und nach allen Gesprächen die ich geführt habe auch mit Hebamme und Gyn der Meinung, dass der große Schmerz bei der

      1. Hallo Heike,

        ich habe mit vielen Müttern über Geburten gesprochen. Du hast recht es gibt viele „Horrorgeschichten“ und auch die „Glücksblasen-Storys“, a la schönster Tag meines Lebens. Aber wie du schon sagst, einen großen Kopf aus so einer kleinen Öffnung hervorbringen, ich denke da schießt einem sofort der Schmerz dabei durch den Kopf…Meine Hebamme hat mir vor meiner 1. Entbindung gesagt,“ mach dir nichts vor, presse mal eine Orange durch eins deiner Nasenlöcher! Klar tut das weh!“
        Aber wie man mit dem Schmerz umgeht ist eine ganz andere Sache. Ich habe versucht ihn zu akzeptieren, den an Schmerzen stirbt man ja schließlich nicht. Und vielleicht ist es ja das, was Hypno Birthing vermitteln will. Sich auf etwas anderes konzentrieren und mit den Schmerzen klarkommen. Bei der ersten Geburt hat es auch geklappt, bei der zweiten leider nicht. Woran auch immer es gelegen haben mag.
        Jede Wehe, habe ich gedacht, bringt dich deinem Kind näher, also positiv ausgesprochen. Aber ohne Wehen kein in Gang kommen der Geburt UND Wehe kommt von weh(tun).
        Ich wünsche euch jedenfalls eine „schöne“, d.h. möglichst entspannte, schmerzarme Geburt und alles Gute,
        liebe Grüße
        Linda

        1. Liebe Linda,

          deinem Kommentar kann ich mich nur in allen Punkten anschließen 🙂

          Ich würde noch folgenden Gedanken ergänzen: auf welche Erfahrung stützt es sich denn, dass natürliche Vorgänge keine Schmerzen verursachen würden? Mal andere Beispiele, ganz ab von Geburt: Wachstumsschmerzen – Wachsen ist nun durchaus ein natürlicher Vorgang und wer schnell viel wächst, bei dem*der kann das durchaus Schmerzen verursachen. Da wäre die These doch nur haltbar, wenn es als ein „da läuft was falsch“ gewertet wird, wenn eine Person groß ist? Denn die wenigsten wirklich großen Menschen wachsen doch langsam und konstant, sondern haben Wachstumsschübe. Inwiefern wäre hier also Schmerz bei einem natürlichen Vorgang ein Zeichen für einen Fehler im Körper…? Ich glaube kaum, dass irgendwer „groß gewachsen“ als Krankheitsbild einordnen würde 😀
          Oder auch Zahnungsschmerz. Selbstverständlich tut es weh, wenn ein Zahn durchbricht, dabei ist es natürlicher Vorgang, dass Menschen Zähne bekommen. Deswegen tun wir bei unseren Kindern ja alles dafür, um ihren Schmerz zu lindern, und behaupten nicht, es gäbe da keinen Schmerz…?

          Daher bin ich da ganz bei Linda: ich halte die Frage, ob eine Geburt nun schmerzhaft ist oder nicht, für zweitrangig. Der Umgang mit dem Schmerz ist es doch, was weiterhilft. Das Wissen, dass wir eben an diesem Schmerz nicht sterben werden und er etwas Gutes verheißt.

          1. Hmmmm, also als selbst großgewachsene Frau, die Wachstumsschmerzen kennt, würde ich das abgrenzen. Das ist was anderes. Zum einen die Intensität zum einen die Art des Schmerzes. Ich würde die nahe an einem Muskelkater ansiedeln und tatsächlich glaube ich auch nicht, dass Wachstumsschmerz sein muss, sondern eher, dass er entsteht, wenn der Körper eben so schnell wächst, aber nicht das Material dafür vorhanden ist, um mitzugehen, also ein verdeckter Mangel. Ein leichter Gewebeschaden, der erst wieder aufgefüllt werden muss.
            Dass zahnen wehtut ist auch widerum sinnvoll, denn da bricht ja der Zahn durchs Fleisch und das ist eine kleine Wunde und der Schmerz warnt. Wunde immer gleich Infektionsrisiko. Das ist also ja, normal und gesund, aber mcht Sinn, weil es ein Akutschmerz durch Verletzung ist.
            Bei Geburt kann das ja genauso entstehen oder auch bei Regelschmerzen. Je weniger also reißt, desto schmerzärmer. auch gut fand ich die Ausführungen einiger hier, die sagen: es ist eine Art „Aufmerksamkeitsschmerz“. Der Körper signalisiert, dass jetzt geboren wird und NICHTS anderes. Der traumatische Schmerz ist aber eher wohl ein Notfallschmerz, einer der dadurch entsteht, dass es eben nicht läuft. Dass es verkrampft, reißt, o.ä.
            Schmerz ist eine spannende Sache, wenn auch eine gruselige. Wenn wir jetzt noch „Wohlweh“ miteinbeziehen, dann wird hier eine kleine

        2. Aber Nasenlöcher sind ja auch nicht dafür gemacht sich zu öffnen und zu schlißene plus da sind Knorpel und Knochen. Die Vagina kann sich muskulär verschließen, deswegen fand ich den Vergleich mit dem Anus sinnvoll, der ja eben ganz dicht mchen kann, aber auch ordentlich was durchlässt.
          Wehe kommt von wehtun ist genau etwas, was viele Geburtshelfer (nicht nur im HypnoBirthing) bemängeln: hier formt die Sprache die Erwartung und das muss nicht sein. Deswegen wir oft dann lieber von Wellen gesprochen. Genauso Entbindung. Das impliziert, dass der Arzt die Frau von einer Last befreit. Es Ist damit ein passivierter Prozess. Gebären dagegen ist aktiv.
          Meine Lieblingsworte in diesem Kontext haben nichts mit Geburt zu tun, aber wir verwenden sie regelmäßig:
          Hässlich. Etwas sieht so wenig hübscb aus, dass man es hassen kann. Sehr drastisch.
          Erledigen. Aufgaben sind so unbeliebt, dass wir sie nicht schaffen, sondern niederstrecken.
          Sprache ist sehr mächtig, vor allem, weil wir uns ihrer intuitiv bedienen und vieles nicht hinterfragen. Und machnal gibt es auch kein Alternativwort. Schön ist, wenn man dann in einer anderen Sprache mal schaut, wie das Wort da heißt, manchmal kommt das einen total Standpunktwechsel gleich. 🙂
          LG

  12. Hallo Heike,
    meine Zwillingsgeburt verlief (leider?) anders als gedacht. Wirklich planen kann man das meiner Meinung nach nicht.
    Man liest viel, hört viel und muss sich am Ende doch dem ergebn was kommt. Meine Hebame sagte damals zu uns „Ihr seid nciht so wichtig, die Kinder sind die Hauptpersonen, um die geht es – wir sind nur Mittel zum Zweck! UNd wenn man sich das durchaus ein bisschen vor Augen hält ist sicher was wahres dran. Als werdende Zwillingsmutter wurdest du vor 20 Jahren generell als Risiko-Schwangere eingestuft – warum weiß ich bis heute nicht. Also erst mal Angst machen! Also kein Geburtshaus sondern Klinik mit Kinderklinik dabei -falls etwas passiert! Keine Kuschelatmosphäre, sonder grüne Klinikkacheln. Und die einigermaßen schönen Sachen, wie Seil Gebärhocker, Badwanne und Doppelbett fielen auch schnell weg. Rauf auf die Pritsche und fertig. Nebenan noch eine extreme Frühgeburt mit not OP, also nicht viel Zeit für uns – wird schon! Nach leider wirklich 20 Stunden ohne große Schmerzen und einem Arzt der kurz zuvor geheiratet hatte und anscheinend noch nicht so ganz da war und auch schon wieder weg, die nächste Schicht. Nur die klinikeigene Hebamme und nicht die unsere – keine Lust auf allen Seiten kam dann doch der Kaiserschnitt. Unsere etwas zu kleinen leichten Frühchen auf der Intensiv-KInderstation und ich 2 Tage ohne Kinder – na toll! Kein Roaming! Am 2. Tag hatte eine nette Schwester entgegen aller Regeln ein Einsehen und mir wenigsten kurz einen unserer Söhne ins ZImmer geschmuggelt.
    Aber was soll – es geht auch schlimmer – wie gesagt ich war nicht die HAuptperson! und unten auf der Frühchenstation lagen auch andere Kinder die mal so gerade ind der 29. bzw. 30 Woche zur Welt kamen. Da relativiert sich das dann alles!
    So ich hoffe das ist nicht noch ein zusätzliches Schauermärchen, was du nicht gebrauchen kannst. Mal erhlich – bei mir war es mit den SChmerzen auch nicht viel SChlimmer als eine ordentliche Darmverkrampfung und damit kennst du dich doch auch aus. Entspannung, und ein netter Mensch an deiner Seite helfen wirklich total viel! Und du hast ja recht, es ist keine Krankheit sondern ein hoffentlich ganz natürlicher Vorgang. Vor kurzen hab ich etwas Ahnenforschung betrieben – und las auf einer Geburtsurkunde: „geboren in einer Ackerfurche“ wahrscheinlich hat die Mutter vorher und hinterher einfach weiter gearbeitet.
    Ich wünsch dir ud deiner Merle alles Gute.
    Gruß Sabine

    1. Ui, die geburtsgeschichte klingt wirklich haarig… Ich bin sehr froh ein Krankenhaus hier zu haben, das einen wirklich schönen, gemütlichen Kreißsaal hat mit Hocker und seil und Wanne und Bett und so netten Sachen wie einach auch hervorragend versteckter Technik.
      Ich finde nicht, dass die Mutter nur Nebendarsteller ist, ich empfinde eine geburt als Zusammenspiel, denn niemand darf dabei verloren gehen.
      Das mit der Geburt auf dem Acker ist ja schon fast eine Legende, aber eine, die, auch nach HypnoBirthing gar nicht so unwahrhsceinlich und auch gar nicht SOOO unnatürlich ist. 🙂

      Ich freue mich auf merle und ja, ich habe Übung mit Krampfschmerzen, das ist tatsächlich etwas, was mich das alles sehr entspannt sehen lässt. Auch Atemtechniken gegen Schmerz habe ich seit Jahren. Seit 3 Jahren brauche ich sie aber kaum noch. 😉 Zu fit grad. 😀

      Liebe Grüße, Heike

  13. Also mit dem Zitat, dass natürliche Prozesse nicht schmerzen sollten, kann ich leider nicht zu 100% konform gehen. Ich stimme dir zu, dass man in vielen Fällen Schmerz nicht einfach als gegeben annehmen sollte, sondern dass Schmerz wahrgenommen werden sollte und uns etwas kommuniziert Aber wie Linda schon als Beispiele angegeben hat: Wachstumsschmerz, Zahnungsschmerz (mein armer Kleiner fängt schon langsam damit an :O ), beides natürliche Prozesse und trotzdem schmerzhaft. Aber deshalb läuft nicht gleich was falsch!
    Gleichzeitig finde ich es sehr schwer, über ‚Schmerz‘ zu reden, denn Schmerz ist etwas super subjektives, das von jedem anders wahrgenommen, bewertet und definiert werden. Lass es für den einen ’nur’ eine ‚Welle‘ oder eine ‚Dehnung‘ sein, für den einen ist das vielleicht in der Definition schon Schmerz. Woher weiß ich denn, dass das was ich als Schmerz bezeichne, für andere auch schmerzhaft ist? Es gibt sicher Leute, deren Schmerzgrenze weiter unten liegt als bei anderen und ich finde es gefährlich, wenn dann bei so einer subjektiven Geschichte von einem Menschen auf andere geschlossen wird.
    Und gleichzeitig sind Schmerzen eine so persönliche Sache, dass es auch mir echt schwer fällt, da sachlich in die Diskussion einzusteigen. Denn ich hatte Schmerzen, unvorstellbar schreckliche Schmerzen. Und ich hatte (von außen betrachtet) eine Traumgeburt: 4 Stunden im Kreissaal, Damm intakt geblieben, keine PDA, tolles KH, tolle Hebamme, ausschließlich aufrechte Gebärpositionen, ich könnte sicher noch mehr ergänzen… Und da haben mich manche Aussagen hier dann schon ein Bisschen persönlich getroffen, das kann ich nicht leugnen. Und das nicht wegen irgend einem Performance Druck oder so, sondern einfach weil zu pauschal…
    Entspannungstechniken sind auf jeden Fall super und werde ich glaube ich bei einer eventuellen nächsten Schwangerschaft auch sicher noch intensiver trainieren/mich damit auseinandersetzen, aber ich finde die Aussage, dass jede Frau eine schmerzfreie Geburt haben kann leider genau so falsch/gefährlich/pauschal wie die Aussage, dass jede Geburt per se mit Schmerzen verbunden ist.
    Ich weiß nicht, ob sich dieser Kommentar in seiner Gesamtheit so viel Sinn ergibt, hab ihn in Etappen geschrieben (und grad schreit mein Kleiner auch noch im Hintergrund, wahrscheinlich wegen des oben genannten Zahnungsschmerzes, Papa ist aber bei ihm), wollte nur paar Gedanken dazu gern loswerden…
    Und natürlich wünsch ich dir, dass du eine möglichst schmerzfreie Geburt haben wirst und finde auch viele Ansätze aus dem Buch/ deiner Rezension spannend und es wert sich damit mal näher auseinanderzusetzen…
    LG, Annie

    1. Und wie dein Kommentar Sinn macht! Finde ich sehr reflektiert! Mir machen die Kommentare hier richtig Freude, weil sie mich mindesten so viel weiterbringen, wie das Buch.
      Ich finde es so spannend, dass das geburtserlebnis offensichtlich für viele so krass ist, dass sie sich kaum vorstellen können, dass es so deutlich adners sein könnte.
      Meine Geburt war schlimm schmerzhaft als kann es unmöglich sein, dass es Frauen gibt, die eine schmerzlose Geburt erleben.
      Meine Geburt war schmerzlos/schmerzarm, deswegen ist das auch für jede andere Frau möglich!
      Letztlich möchte ich der letzten Aussage mehr Gauben schenken und da ist der Wunsch Vater des Gedanken, mir erscheitn dieser Ansatz aber auch logischer. Jeder kann Schmerzen haben. Aber niemand muss. Das finde ich sinniger als: Alle müssen Schmerzen haben, niemand kann dem entkommen.
      Aber wie gesagt, ich lerne noch, ich bin da trotz der Logik, die ich mir ja doch zugute halte mit Sicherheit parteiisch und ich habe selbst noch keine eigenen Erfahrungswerte.
      bezüglich Schmerz hnatten wir uns ja schion mal kurz ausgetauscht und da habe ich eben Erfhungen mehr als mir lieb sind, die sich genau um subjektives Schmerzempfinden, Schmerzqualitäten, Schmerzarten und so weiter drehen. Und eben auch genau um die Aussage: Damit musst du leben! Muss ich nicht. Das erlebt zu haben, dass ich das nicht muss, auch wenn mir vermeintliche und echte Fachleute genau das immer und immer wieder gesagt haben, das hat mich denke ich sehr verändert und das ist großer Bestandteil meienr Meinung zu Schmerz allgemein und gebrt im Besonderen.

  14. Liebe Heike,

    ich habe das Buch in der Schwangerschaft mit meinem zweiten Kind gelesen und fand es ..ok.
    Mir hat meine Hebamme (bei beiden malen die gleiche Hausgeburtshebamme) schon in der ersten Schwangerschaft immer Mut gemacht, mich bestärkt und überhaupt.. ich hatte keine Angst vor der Geburt. Ich war neugierig und konnte es kaum abwarten. Schon ulkig, oder?
    Viele haben Angst vor dem Schmerz der da auf einen zukommt in einem Maße wie man ihn vorher noch nie kennen gelernt hat..
    Wovor ich Angst hatte waren Interventionen. Vor allem das ich ins Krankenhaus muss. Was ich auf keinen Fall wollte! Ich hatte mehr Angst vor dem Krankenhaus (was kann da alles passieren..) als vor der Geburt selbst (was kann da alles passieren.. 😉 )
    Als meine Familie hörte das ich Zuhause mit meiner Hebamme und meinem Freund gebären möchte waren alle entsetzt. In der heutigen Zeit?!? Ja.
    Meine Hebamme hat über 35Jahre Berufserfahrung und ist die beste hier. Sie strahlt soo eine Ruhe und Gelassenheit aus, was sich schon in der frühen 1. Sws auf mich übertrug.
    Sie hat mich toll begleitet und hat mir auch „Anweisungen“ gegeben dir mir halfen als unerfahrene Erstgebärende 😉
    Meine Cousine war mit dabei (Kinderkrankenschwester) und sie sagte im Nachhinein: im Krankenhaus hätten sie am Ende eingegriffen und die Saugglocke angelegt.
    Einfach weil die Austreibgsphase sehr lang war (aber Kindstöne waren immer gut).
    Meine Hebamme wusste: ich kann das! ich schaffe das!
    Und ich konnte es, ich schaffte es und gebar einen Jungen und später dann ein Mädchen (auf dem Gebährhocker)
    Es ist körperlich furchtbar anstrengend und natürlich auch in einem gewissen Maße schmerzhaft. Aber ich wusste was passiert, was mein Körper und mein Baby da veranstalteten und das gab mir Kraft und die Gewissheit das ich es KANN!
    Das ist der Lauf der Natur, über viele tausend Jahre schon..
    Und ich bin sehr sehr Dankbar das ich meine Kinder Zuhause bekommen durfte.

    Entschuldige, ich glaube das war jetzt vielleicht etwas am Thema vorbei..
    Ich wünsche euch alles alles Gute zur Geburt! DU kannst das, IHR könnt das!
    alles Liebe, Marika

    1. Liebe Marika,
      gar nicht am Thema vorbei, sondern finde ich sehr gut dazu passend! Und Danke! Ich glaube, hätte ich nicht die gesundheitliche Vorgeschichte, die ich nun mal habe, wäre ich auch eine Kandidatin für eine Hausgeburt, weil ich ebenfalls einfach diese Interventionen nicht möchte. Ich habe zwar (leider) sehr viel Übungen mit Ärzten, die pieksen und reingucken und hier noch und da noch und drücken und da noch und da noch und bin denke ich da relativ gelassen be, verglichen mit anderen, nichts desto trotz weiß ich auch gut, wie sehr sowas aus dem Konzept bringt. Weil ich mich dann auf das Gestochen werden, das Untersuchtwerden konzentrieren muss, damit das eben nicht unangenehm wird. Und die Konzentration möchte ich lieber meinem Kind und meiner Geburt haben.
      Für die Situation, in der ich bin, bin ich einfach sehr froh über die Klinik, die wir gefunden haben, da diese natürliche Geburten unterstützt und trotzdem die Notfallmedizin einen Raum weiter hat.
      Ich schätze deinen Kommentar sehr.

  15. Ach Heike,
    ich bin auf Deinen Blog gestoßen, als Du die Beerdigung Deiner Oma gepostet hast…keine Ahnung wie lange das nun her ist ?
    Ich bin einfach an Dir hängen geblieben 🙂
    Alles lesen über Geburten wird in der Situation des Gebärens ganz weit weg sein !
    Deine Bücher lindern jetzt nur die Spannung und die leise Angst vor der Geburt.
    Das ist auch gut so !
    Diese Schmerzen sind einzigartig, in ihrer Heftigkeit mit nichts zu vergleichen und trotzdem – weil es Frauen seit Anbeginn der Menschheit aushalten – ein Ereignis, dass Dich stolz machen wird.
    Stolz es ausgehalten zu haben und stolz in einer langen Reihe von Frauen zu sein, die ein Leben schenken.
    Wie weit kannst Du Deine Familiengeschichte verfolgen ? Bis zur Urgroßmutter ?
    Vielleicht…
    Aber diese Urgroßmutter hatte eine Mutter, und diese auch usw. …Du wirst wieder einen Teil Deiner Familiengeschichte und die Deines Mannes weiterführen.
    Ist das nicht ein wundervoller Gedanke ?
    Ich wünsche Dir von ganzem Herzen alles Gute und ich muss sagen, dass ich selten so einen schönen
    Schwangerschaftsbauch gesehen habe !
    Du bist eine wunderschöne werdende Mami !
    Alles Liebe für Euch!
    Inga

    1. Liebe Inga,

      erst mal ein dickes, fettes Dankeschön für das tolle Kompliment! 😀 Ich mag meinen Bauch auch wirklich sehr gern. Da wohnt ja auch mein Bayb drin. 😉 Nee, ehrlich, ich hab Glück gehabt. Plus eben gutes Essen und Sport, ich denke, das sieht man durchaus, dass ich eben nicht 8 Monate nichts gemacht habe. 🙂
      Bezüglich Schmerzen: Ach weißt du, ich weigere mich jetzt einfach das anzunehmen, das es doch schmerzhaft sein könnte.
      Dann sage ich lieber hinterher lachend. Ihr hattet so recht! 😀 Ich gehe einfach mit der Erwartung hind ie Geburt, dass es anstrengend wird und zwar härter als jeder Sport, den ich bisher gerissen habe. Aber ich denke einfach nicht an Komlikationen und Schmerz. Ich habe ein persönliche Angst, die ich hier nicht teilen mag (hinterher vielleicht), an der ich arbeite, aber der Schmerz, der gehört nicht dazu. Ich habe Respekt und den halte ich für sinnvoll. Und ja, ich denke, es hat viel mit Stolz zu tun. Aber ich werde auch stolz sein, wenn Merle ein Kaiserschnittkind werden sollte. Ich habe sie 9 Monate ausgebrütet. Das allein ist mehr als Grund stolz zu sein, was ich da geleistet habe. 9 Monate lang. 24 Stunden am Tag. Immer. Die Geburt wird nur der Abschluss. Und der Anfang. 🙂 Wie das mit dem Ende von etwas ja immer so ist. 🙂

      Liebe Grüße, Heike

  16. Meine Geburtserfahrung liegt ja noch nicht lange zurück- von daher bin ich noch frisch im Thema;)..Natürlich hatte ich vor der Geburt von Hypnobirthing gehört, fand es aber zu esoterisch um mich darauf einzulassen. Ich weiß wie man/ ich entspannen kann (ich unterrichte selbst progressive Muskelentspannung) und war vor der Geburt freudig aufgeregt und total positiv. Ich bin auch nicht besonders schmerzempfindlich und hatte erwartet das es weh tut aber aushaltbar wird. Ich hatte allerdings schon vorgeplant und mich z. B . Schon mit pda auseinander gesetzt und den Bogen gelesen und unterschrieben. Ich habe dann festgestellt das eine Geburt dann noch einmal ganz anders ist/sein kann als man sich das vorstellt. Allein schon der Weg bis dahin: als meine Fruchtblase geplatzt ist hatte ich schon 18 Stunden Wehen gehabt (und gemütlich veratmet etc) und eine Nacht nicht geschlafen, das hab ich dann gemerkt als es richtig los ging und ich nochmal 9 Stunden vor mir hatte . Meine Klinik war konventionell aber individuell, ich bin gelaufen, hab gebadet, getönt alles wie vorgestellt aber kam trotzdem an den Punkt an dem mit aller Motivation nichts mehr ging. Ich hatte dann eine Geburt mit der viel gefürchteten Interventionkette (Schmerztropf-pda-wehentropf-…) . Hat mir das geschadet? Mit Sicherheit, ich hatte zum Beispiel Geburtsverletzungen. Hätte ich mir vorstellen können es anders zu machen? Nein- ich hab getan was ich konnte und war noch nie so erleichtert wie über die pda. Mir war rational klar das ich völlig verspannt und erschöpft war und ohne Hilfe die Geburt nicht voran gehen würde. Ich brauchte trotz Schmerztropf noch nen Wehenhemmer damit ich überhaupt die pda kriegen konnte, da war also ganz schön viel los ;). Warum schreibe ich das? Nicht um Angst zu machen oder ein Trauma zu verarbeiten (ich hab keins :)) sondern ganz im Gegenteil! Trotz der Schmerzen die ich nicht wegentspannen konnte, trotz der Interventionen war meine Geburt schön und eine gute Erfahrung. Ich hatte immer die Entscheidungsmacht, wurde immer gefragt und meine Hebamme hat sogar den Chefarzt in die Schranken gewiesen und ihm verboten einzugreifen weil sie wusste das sie und ich alles im Griff hatten und es auch so schaffen (so war es auch). Ich konnte ungestört bonden und auch direkt nach der Versorgung aufstehen.

    Langer Rede kurzer Sinn: auch eine Geburt mit Interventionen kann schön und erfüllend sein und das ich mit die pda „gegönnt“ habe war sehr gut so.

    Übrigens war meine Nachsorgehebamme sehr beeindruckt das ich es überhaupt geschafft habe natürlich zu entbinden- sie meinte bei der GrößenKombination Mann Frau (1,90- 1,58) klappt das meist nicht- von daher bin ich sehr zufrieden mit mir ;)).

    1. Ich finde, das liest sich ganz großartig! Das entspricht viel dem, was ich mir für mih auch wpnsche im Sinne von: wenn es nicht „glatt“ geht, dann so. Ich habe 20 Jahre Erfahrung mit Migränekopfschmerz und weiß sehr gut, dass es einen Punkt gibt, ab dem der Schmerz an sich zu stark wird, um loszulassen. Ich bin mittlerweile so weit, dass ich fast jede Attacke ausbremsen kann, bevor sie so weit kommt und ich dadurch keine Schmerzmittel brauche. Aber wenn ein gewisser Punkt überschritten ist, dann nehme ich das Schmerzmittel. Also jetzt schwanger nicht, aber sonst aheb ich das getan. Weil es die Wahl ist dann noch 2 tage elend zu leiden oder es zu beenden und eben zu wissen, was ich meienr leber mal wieder für eine Aufgabe dageleassen habe. Vom Grad der Erschöpfung und der Erholugnsdauer her ist aber das Aushalten schlimmer.
      Ich bin da also offen für die hilfen der modernen Medizin und Pharmazie, auch wenn ich es anszrebe sie nicht zu brauchen. „Möglichst wenig“ ist da wohld as Stichwort. Und ich habe eben aus anderen stark schmerzbehafteten Situationen lernen können, dass ich da sehr viel tun kann.
      Hast du ja auch! Überleg mal, Wahnsinn, wie lange du es allein geschafft hast. Das allein ist ja schon irre.
      Wie ich gerade schon in einem anderen Kommentar schrieb: ich finde man hat ja auch so oder so Grund stolz auf sich zu sein. Nach 9 Monaten 24/7 brüten. Und dann ist es geschafft, wie auch immer, es ist geschafft. Es ist ein Kraftakt. Warum also nicht Hilfe annehmen? Die, die man eben braucht. 🙂
      Die Größendifferenz ist ja wirklich eine Ansage. Benedict und ich sind ja in etwa gleich groß (7cm Differenz) und ich bin damit sogar eine größere Frau als er ein größerer Mann ist. Plus breites Becken habe ich echt Platz. Also noch mal Respekt!
      Ich bin aktuell froh über jeden Zentimeter meiner Höhe, Breite und Tiefe. Üebrall steht, dass das Kind jetzt schon keine Purzelbäume mehr schlagen kann. Weiß merle nix von.

  17. Hallo liebe Heike,

    ich hatte mir dieses Buch 2010 vor meiner ersten Geburt auch gekauft, gelesen und einiges daraus geübt. Tatsächlich kam meine Tochter dann ohne Probleme und ohne jegliche Schmerzmittel im Geburtshaus zur Welt. Die Endphase der Geburt hat etwas länger gedauert (vielleicht so 45min-1h), da ich zunächst in der Wanne bleiben wollte, sie aber in der halb liegenden Position nicht richtig rausbekommen habe. Nach einem Wechsel auf den Hocker ging es super schnell – die Schwerkraft hilft wirklich ungemein 🙂

    2012 beim zweiten Kind bin ich mit der gleichen Vorbereitung rangegangen, da waren wir aber nur 9 Minuten im Geburtshaus und ich war nur ganz kurz in der Wanne, da war der Kleine auch schon da. Er hat richtig „mitgeholfen“, man konnte deutlich spüren, wie er sich oben in der Gebärmutter mit den Beinen abgestoßen hat. Ganz kräftiges Kerlchen, hat auch direkt nach der Geburt schon den Kopf gehoben. Auch beim zweiten Mal ging also alles gut und die Tipps aus dem Buch bezüglich Atmung und dem Ablauf der Geburt haben wirklich sehr geholfen. Am meisten aber sollte man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass man das kann, als Frau von der Natur dafür vorgesehen ist und Selbstvertrauen haben muss.

    Ich möchte keineswegs die Hilfsmittel und medizinischen Möglichkeiten heutzutage in Frage stellen, beispielsweise bei Risikoschwangerschaften oder auch Zwillingsgeburten braucht man einfach mehr medizinische Hilfe und das ist auch gut so. Jede Frau kann aber versuchen sich mit den entsprechenden Informationen, körperlicher Fitness und mentaler Stärke im Vorfeld der Geburt bestmöglich auf das durchaus anstrengende, aber auch wunderschöne Ereignis vorzubereiten.

    Ich wünsche dir alles Gute, zu packst das!

    Liebe Grüße,
    Nadine

    1. Ach, das klingt toll! Genau sowas möchte ich nach der Geburt auch sagen und schreiben können! Das wäre toll! Ich glaube auch, dass wir ein starkes, kleines Mädchen bekommen werden, so, wie sie ja rumturnt. 🙂 Der Platz, den sie in mir hat, muss ja für was gut sein. 😀 Training!
      Ich freue mich auf die Geburt. Ein bisschen so wie auf hmmmm eine Art Aufführung? Ich hab soviel dafür gelernt und getan, ich freue mich derbe darauf, wie es dann wird, aber natürlich mit ein bisschen Lampenfieber aber mit dem Wissen, dass ich es kann.
      LG, Heike

  18. Achso, nochwas vergessen 🙂

    Das eigentlich schmerzhafteste war die erste Phase wo sich der Muttermund öffnet und das Kind in den Geburtskanal eintritt. Echt gemeine Rücken- und Beckenschmerzen waren das. Alles danach war lächerlich dagegen.

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