19. Juni 2017

Heiki liest: Die Psychologie des Gelingens von Gabriele Oettingen – Die Sache wird geWOOPt!

Träume verwirklichen, Ziele erreichen, besser werden – jeder hat etwas, was ihm am Herzen liegt. Und die meisten haben auch in dieser Liste etwas, was irgendwie zu kurz kommt. „Denk positiv, dann wird das schon!“ Nicht ganz, aber beinahe genauso einfach ist es tatsächlich.

Oh Gott, ich bin schwanger und meine Energie ist so limitiert! Wie schaffe ich denn dann jemals all das, was ich tun muss und zusätzlich auch noch das, was ich tun will? Ich habe schon immer große Träume und war noch nie ein Freund davon tiefzustapeln, nur weil es schwieriger wurde. Problem? Lösung. Das ist meine Welt und die impliziert ganz ausdrücklich, dass ich nicht bereit bin, mich für Lösungen aufzureiben. Das sind nämlich dann keine echten Lösungen. Und mit 12 und mehr Stunden Schlaf am Tag im ersten Trimester, viel Gekotze und einer Aufmerksamkeitsspanne von 12 bis Mittag brauchte ich dringend einen Krückstock, um mich aus dem Sumpf wieder herauszuziehen. Denn am Ufer wartete noch mein Buch auf mich. Und so viel anderes.

Ich habe mir zwei Krücken gesucht. Die eine stelle ich euch heute vor, die andere alsbald (siehe unten). Das für mich Geniale zeigt sich jetzt, da ich aus dem Sumpf heraus bin und die Krücken zu Meilenstiefeln geworden sind. Ich bin immer wieder fasziniert davon, wozu der menschliche Geist in der Lage ist – und auch davon, wie er sich selbst Beine stellt, wenn man nicht aufpasst. 😉

WOOP, WOOP!

Was wie ein Ausruf des Erfolges klingt, ist bei Gabriele Oettingen Programm: Sie hat 20 Jahre Forschung auf die Kraft des positiven Denkens verwendet, viele Mythen enttarnt und dabei ein Konzept entwickelt, das empirischen Studien standhält. Letzteres ist eine echte Ansage, stützen sich doch viele Ratgeberratschläge eher auf gefährliches Halbwissen und Von-sich-auf-anderen-Schließen. Das fand ich bei der Fettlogik beim Thema Ernährung ja schon sehr erfrischend einfach mal etwas mehr Butter bei die Fische zu bekommen und nicht nur eine Behauptung zu lesen, die vielleicht sogar auch für mich logisch erscheint (erst mal), aber die eben nicht wissenschaftlich überprüft wurde.

Hier kommt also die Wissenschaft zu positivem Denken:
Träumen reicht nicht! Positiv träumen schon gar nicht.

Und die wollte ich lesen, denn dieser ganzen Positivity-Only-Kiste rund um „Law of Attraction“ und „The Secret“ und „No negative Vibes here!“ konnte ich noch nie viel abgewinnen. Zu Recht, wie ich jetzt weiß, mein Bauchgefühl hat mich nicht getrogen. Dennoch ist Positivität ein großartiges psychologisches Werkzeug für geistige und emotionale Gesundheit und tatsächlich auch, um ans Ziel zu kommen – man muss nur wirklich etwas genauer hinsehen und wissen wie. Träumen allein reicht nicht. Auch nicht groß träumen. Auch nicht mit ganz feste dran glauben, ohne Zweifel. Trotzdem ist es einfach. WOOP ist ein simples Konzept, das von Gewichtsverlust bis Schulnoten funktioniert, von Rauchentwöhnung bis Vorstellungsgespräch.

Ich habe nach etwas gesucht, was mich nach vorn bringt, jetzt, da ich mit Baby im Bauch und sehr bald (!) schon draußen mein gerade freigeschaufeltes Zeitfenster fast verloren hatte, in das doch mein Buch passen sollte. Und der Blogauftritt hier. Überhaupt, meine Selbstständigkeit. Mehr dazu findet ihr in diesem Artikel „Vollzeit, Teilzeit, Lebenszeit“ und ihr könnt sehen, die Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht und nun ist alles anders als erwartet. Definitiv nicht schlechter, nur brauchte ich eine Planänderung und ein wirksames Werkzeug. Ein Werkzeug, das aber auch super Dienste getan hätte bzw. derzeit tut, auch wenn man den Babyfaktor mal rausrechnet. Ein halbes Jahr Verzögerung hat mir die Schwangerschaft etwa beschert. Der Witz ist, dass ich die allein in den letzten 6 Wochen fast wieder vollkommen reingeholt habe, durch eben passende Strategien.

Und ein sehr großer Teil dieser Strategien ist Gabriele Oettingens Konzept mit dem lautmalerischen Namen „WOOP“. Muss ja immer irgendwie heißen. Und da „Mentales Kontrastieren“ und „Durchführungsintentionen“ unsexy klingen, hat sie sich diesen Namen gesucht, ein Akronym aus den folgenden Aspekten:

Wish – Outcome – Obstacle – Plan

WOOP eben. Eine Mentaltechnik, die es dem Verwender erleichtert, seine Träume zu leben oder aber zumindest seine Ziele zu erreichen. Besser zu ereichen. Kann dasselbe sein, muss aber nicht. 😉

Es ist eine einfache Übung.

Wish

Zuerst visualisiere ich den Wunsch, formuliere ihn auch, gern schriftlich, gern bunt und ausgeschmückt. Schwelgen absolut erlaubt. „Ich wäre so gern, ich hätte so gern und dann wäre die Welt für mich so und so!“

Outcome/Objectifikation

Dann bringe ich mich zurück in die objektive Ist-Situation bezogen auf das Ziel, den Wunsch: Im Gegensatz zu Schwelgerei, wo stehe ich? Dabei geht es um eine realistische Einschätzung, einen Realitätsabgleich mit sowohl günstigen Faktoren, neutralen Anteilen als auch Hindernissen oder auch einfach der tatsächliche Abstand, der zum Wunsch besteht. („Objektivierung“ ist mein Name dafür, weil ich irgendwie bei „Outcome“ an Output denke, und da den Realitätsbezug nicht greifen kann. Hab schön lange „Objection“ dazu gesagt. Das heißt aber „Einspruch!“ vor Gericht. Jaja, ambitionierte Nicht-Muttersprachlerin im Englischen, die ich bin : ) )

Obstacles

Und da waren schon kurz die Hindernisse. Diese werden jetzt genauer angesehen. Was steht mir also von meiner objektiven Realität an im Weg, was hält mich davon ab einfach ans Ziel zu kommen? Das können Hindernisse sein, von denen man weiß, dass sie auftauchen werden, aber auch Hindernisse, die spekulativ sind und vielleicht nicht eintreten.

Plan

In der letzten Phase der Übung geht es um den Plan, wie mit den Hindernissen umgegangen werden soll, wenn sie auftauchen, beziehungsweise falls sie auftauchen. Idealerweise werden hier Wenn-Dann-Sätze formuliert. Und wieder auch gern aufgeschrieben.

Und eigentlich war es das schon. Oettingen hat damit das Rad nicht neu erfunden. Was sie aber getan hat, ist empirisch zu belegen, dass genau diese Kombination aus diesen 4 Schritten in dieser Reihenfolge (!) eine maximale Selbstmotivation bewirkt und nicht nur Motivation: die Anwender werden tatsächlich aktiv.

Das Buch belegt Schritt für Schritt ihre Forschung in diversen Bereichen und die Verfeinerung der Techniken bis zum finalen WOOP.

Die wichtigsten Erkenntnisse

Wer sehr positiv denkt, und wirklich glaubt sein Ziel erreichen zu können, der bremst sich damit aus. Denn zu positive Fantasien binden Energie, man belohnt sich quasi im Traum und wird nicht mehr aktiv bzw. deutlich wengier aktiv als Realisten oder gar Pessimisten.

Rein positives Denken macht in einer entscheidenen Situation Sinn für mentale Gesundheit: Wenn man nichts tun kann außer warten. Auf eine Diagnose, auf eine Auswertung. Auf ein Datum. Das ändert nichts daran, wie das Ergebnis sein wird, denn man hat eben keinen Einfluss darauf, aber man fühlt sich damit besser. Positives Denken war also für mich im ersten Trimester sehr gesund, da ich dadurch einfach das Ende der Übelkeit fokussiert habe. Schwangerschaft ist endlich. Mich fertig zu machen mit „Wuäh, es ist so elend!“ hätte nichts gebracht. In den Phasen ohne Kotzi dagegen konnte ich ja Aktivitäten ergreifen, um etwas an meiner Situation zu ändern. Da war Realismus und ein Plan angebracht und genau das habe ich gemacht.

Mentales Konstrastieren führt zu Selbstaktivierung. Mentales Kontrastieren ist der erste Teil von WOOP: Erst der Wunsch, dann der Kontrast zur Realität. Nur diese beiden Übungen zusammen führen schon zu viel.

Mentales Kontrastieren kombiniert Erfolgsfantasien/Visualisierungen mit Realitätsabgleich. Ganz wichtig: In dieser Reihenfolge! Wer seine Realität unbefriedigend findet und sich dann in den Traum stürzt (reverses Kontrastieren) wird weniger aktiv als würde er nur träumen oder nur realistisch sein. Wer dagegen seinen Traum visualisiert und DANACH direkt den Realitätsabgleich macht, der sieht, wo es hakt und ist motiviert, etwas zu tun, um diese hakeligen Stellen zu beseitigen.

Ähnlich wirksam wie mentales Kontrastieren, um aktiv auf Ziele und Träume zuzugehen, ist die Durchführungsintention. Ich habe ein Ziel, weiß um die Hindernisse und entwickelte einen Wenn-Dann-Plan, wenn bzw. falls die Hindernisse auftauchen. Ich habe eine Freundin, die absolut perfekt in dieser Technik ist. Sie hat sich alles zum mentalen Kontrastieren von mir wiederkäuen lassen, als ich das Buch noch nicht durch hatte und fand: Braucht sie nicht. Wenn sie sich etwas vornimmt, dann wird das so gemacht und Punkt. Da sie darin wie gesagt Meisterin ist, hat sie ein Effektivitätslevel, das höher ist als das, was bei einem Anfänger des mentalen Kontrastierens zu erwarten wäre.

WOOP kombiniert beide Techniken und holt damit dann das Maximum an möglichst energieunaufwändiger Selbstmotivation und Selbstaktivierung heraus.

Erwartungen bedingen maßgeblich den Erfolg mit. Und zwar realistische Erwartungen, kein „Das steht mir aber zu, weil ich bin eben toll!“-Denken. War ich schon immer gut in Mathe, dann kann ich auch eine gute Mathenote beim nächsten Test realistisch erwarten. Bin ich beim letzten Mal Hinfallen aufgestanden, werde ich das auch jetzt wieder schaffen. Habe ich es schon geschafft ein Zimmer zu tapezieren, werde ich es auch schaffen einen Boden zu verlegen.

WOOP und hohe Erfolgserwartungen führen zur maximalen Aktivierung (im Vergleich zu eben anderer Strategien wie nur schwärmen, nur grübeln oder reversem Kontrastieren) und damit auch zu maximalem Erfolg.

WOOP und niedrige Erwartungen führen dazu, dass Träume als unrealistisch erkannt werden können und man sich nicht länger für etwas abstrampelt, was bei Lichte betrachtet wenig erfolgversprechend ist. Dadurch kann die Energie für andere Ziele genutzt werden.

Wenn man aber etwas erreichen muss (oder unbedingt will) aber niedrige Erwartungen hat, macht es Sinn, das Ziel so zu zerkleinern, dass man sich das Etappenziel wieder zutraut, um die Erwartung zu erhöhen.

Das Problem mit den Erwartungen – ein Plädoyer für mehr Selbstwert

Menschen die generell niedrige Erwartungen haben, weil ihr Selbstwert stark gelitten hat, kommen mit WOOP vermutlich leider nicht weit (Anmerkung von mir, nicht aus dem Buch). Für sie ist in der Regel der erste Schritt etwas zu finden, worin sie gut sind, um dort von niedrigen auf höhere Erwartungen zu kommen. Ressourcenförderung. Selbstwert ist ohnehin die Basisressource, wenn es um psychologische Strategien geht. WOOP setzt dort an, wo es einfach besser sein könnte, weil die Selbstwertrressource schon in stabilem Maße vorhanden ist. Es ist kein Werkzeug gegen depressive Antriebslosigkeit und Seelenleid, den ultimativen Vernichtern von Selbstwert. Mehr zu dem Thema findet ihr in meinem Artikel „Grow long hair with the Magic Seven: Love.“ Sehr wichtiges und komplexes Thema.

Ein Werkzeug für Optimierer

„Optimierer“ hat ja schon einen etwas abgehobenen Anklang. Aber letztlich ist es treffend. Viele mögen es nicht, weil in ihm eine gewisse Art von Druck mitschwingt: so als wäre manwie man ist nicht gut genug. Bei WOOP geht es aber nicht um eine Wertung ob man „gut genug“ ist, es geht darum, ob man ein Ziel hat, und wie man dort hin kommt. Es geht bei dieser Technik darum, sich selbst optimal zu konditionieren. Ich persönlich stehe da total drauf, weil ich ein Mensch bin, der immer tausend Ideen, aber gefühlt zu wenig Zeit hat. Ich weiß, dass nichts so schwer ist wie „einfach machen“, vor allem, weil Willenskraft etwas ist, was sich im Laufe des Tages erschöpft. Mit WOOP konditioniert man sich selbst, um nicht in jeder Situation wieder entscheiden zu müssen und damit Willenskraft aka Energie abzuziehen. Entscheidungen treffen ist einer DER Energieabsauger überhaupt. Und der Punkt mit: „Wenig erfolgversprechende Ziele werden als solche erkannt und entweder in Mikroziele zerlegt oder ad acta gelegt“ hat mich auch sehr angesprochen. Ich habe so ein paar Träume, bei denen ich unsicher war, ob sie wirklich realistisch waren.

Meine WOOP-Erfolge

Ich habe einige angeleitete Übungen aus dem Buch mit gemacht und konnte dann nach entsprechend verstrichener Zeit kontrollieren. Jap, es funktioniert. Für mich ganz stark im Gesundheitsbereich (as usual, da habe ich auch sehr hohe Erwartungen, plus viel Routine, was eine super Grundlage bietet), was den Blog hier angeht und auch jippiejeahjo mein Buchprojekt um Wer ist Jakob Winter, obwohl ich da echt zerkleinern musste, um meine Erwartungshaltung anzupassen, denn nach 5 verstrichenen Jahren seit der Abschlussarbeit war ich ja doch unsicher, ob das überhaupt noch klappt… Ich habe endlich angefangen den Blog zu monetarisieren, was absolut überfällig war, das Buch ist bei der Lektorin und ich schließe die letzten Lücken in Band 4. Gleichzeitig habe ich noch nie – und das trotz Schwangerschaft! – so konsequent gesportelt wie in den letzte 2-3 Monaten. Und das auf einem sehr sinnvollen Level und vor allem hatte ich in den ganzen 3 Monaten vielleicht zwei Tage, an denen ich mich aufraffen musste (trotz zu Anfang noch echt niedrigem Energiepegel!), es lief von selbst. Wer im Langhaarnetzwerk mein Haarpflegeprojekt verfolgt, wird auch da festgestellt haben, dass es richtig, richtig geruckt hat. Die Sache mit den Entscheidungen, die ich nicht mehr im Tagesverlauf fällen muss, sondern die ich einmal festlege, hat mich unglaublich nach vorn gebracht. Ich bin ein strukturierter Planer, ja, schon lange. Aber mit Entscheidungen habe ich mich bis vor kurzem irre schwer getan. Solche Rumeierei vermisse ich kein Stück.

Nicht nur, aber auch

Diese Erfolge gehen zum größten Teil auf das Konto von WOOP. Aber wie direkt zu Anfang schon bemerkt, nicht nur, denn ich habe noch eine weitere Technik dazu kombiniert und zwar des – Achtung es kommt wieder ein plakativer Name – Miracle Mornings. Das wird das nächste Buch, das ich euch vorstelle. Tatsächlich arbeitet der Miracle Morning mit WOOP, ohne es so zu nennen, da sind einfach zwei Köpfe auf dasselbe Ergebnis gekommen, nur auf anderen Wegen und es wird auch ganz anders kommuniziert.

WOOP ist auf jeden Fall die Grundlage und eben vor allem das, was wissenschaftlich psychologisch standhält. Deswegen habe ich es euch zuerst vorgestellt.

Augenöffner

Das waren die Hindernisse, die ich gefunden habe und tatsächlich in einigen Fällen die Erkenntnis, dass es mir schwer fällt den Weg zum Ziel zu Visualisieren, ich nur das Ziel sehe und mir also der Plan noch fehlte. Soll man gar nicht meinem, ich bin doch die Oberplanerin. Ja. Wenn ich den Realitätscheck sauber gemacht habe. Ich habe also für viele meiner Träume auch schon vor dem Buch geWOOPt, ohne das so zu nennen. Für andere aber nicht. Und es ist bezeichnend, dass es die sind, die ich nicht geWOOPt habe, die sich als die herausgestellt haben, die am meisten stockten und ständig prokrastiniert wurden.

Gutes Beispiel dafür, dass ich schon vor dem Buch geWOOPt habe, ist tatsächlich die Familienplanung. Das war sehr zielstrebig und sehr klar. Emotional im Wunsch, mit realistischer Situationsanalyse, klar und mit Weitblick im Herausfinden der Hindernisse und sehr zielstrebig im Beseitigen dieser Hindernisse.

Gutes Beispiel für unvollständiges WOOP bzw. schlimmer noch, für reverses Kontrastieren (die Technik, die die meiste Energie bindet!) mein Jakob Winter Buch. Eigentlich ein kleines Wunder, dass es schon so weit ist, obwohl ich da immer total falsch rum dran gegangen bin. Allerdings, das Projekt existiert seit 2012, also ja, das hat gestockt. Und wie! Ich bin in den letzten 5 Wochen mit diesem Projekt weiter gekommen, als in den letzten 2 Jahren zusammen! Trotz schwanger und so weiter.

Keine Erfolgsgarantie, aber ein potentes Werkzeug,
um eure Erfolgschancen zu erhöhen

Wenn ihr also ein großes Ziel habt, an das ihr nicht so recht rankommt, sei es Abnehmen, eine Gehaltserhöhung, ein Beziehungsthema oder mit dem Rauchen aufhören (hat Oettingen alles getestet), dann bietet euch WOOP eine wirklich einfache Möglichkeit eure Energien dafür gezielt einzusetzen. Der Aufwand liegt mit etwas Übung bei nur vielleicht einer Minute am Tag. Für ein großes Projekt setzt ihr euch einmal hin und schreibt auf und seid nach 20 Minuten durch. Allerdings empfiehlt es sich dann öfter zu WOOPen. Gern täglich als Konditionierung, oder wöchentlich. Ich mache es täglich im Kleinen und brauche dafür etwa 2-3 Minuten und die großen Projekte bekommen einmal im Monat Extraaufmerksamkeit.

Also dann. Angefixt?

Ich hoffe doch. Ihr müsst die Technik aber wirklich ernsthaft anwenden. Das jetzt hier nur gelesen und verstanden zu haben, reicht nicht, ihr müsst es tun. Hinsetzen. Überlegen: Was will ich? Wie fühlt sich der Erfolg an? Aber wo stehe ich jetzt? Was hilft mir, was nicht? Und diese Was-Nichts, was mache ich mit denen, wenn sie auftauchen?

Genug wiederholt.

Hier wäre der Link zu Amazon.
Die Psychologie des Gelingens von Gabriele Oettingen (1. September 2015) Gebundene Ausgabe

Wir lesen uns wieder zunächst mit was Nicht-Buchigem und dann gibt es bald den Miracle Morning. Der ist unwissenschaftlicher, aber vielleicht ein bisschen gefälliger. 🙂

14 Kommentare

  1. Vielen lieben Dank für diese Buchrezension! Ich bin nun hin- und hergerissen, ob ich das Werk mal auf meine Leseliste setzen sollte – denn vom Gefühl her würde ich sagen, dass ich unbewusst bereits nach diesen Prinzipien vorgehe (und es gibt noch sooo viel, das gelesen werden möchte…!). Also erst die Überlegung, was ich umsetzen möchte, dann der Realitätscheck, einmal im Kopf alle potentiellen „und was wäre wenn…“ Problematiken durchspielen und dann, wenn sich das Ganze immer noch als lohnenswert darstellt, nach Plan umsetzen. Und bei Unerwartetem den Plan spontan anpassen 😉
    Vielleicht wäre es also redundant, vielleicht ließe sich aber auch das, was ich intuitiv tue, noch optimieren…? 🙂 Mal schauen. Ich warte vielleicht noch ein paar Kommentare ab, vielleicht hat es ja noch jemand anderes gelesen =)

    LG!
    Julia

  2. Vielen Dank für diese Rezension. Ich lese schon seit einiger Zeit Deinen Blog (bin ursprünglich über die Haarschneidevideos hierhin gekommen) und wollte endlich mal einen Kommentar dalassen. In meinem Leben gibt es jemanden, der sehr stark unter Aufschieberitis leidet und ich grüble schon lange, wie ich da helfen kann. Vielleicht wäre dieses Buch ja das richtige für ihn. Irgendwie hat er sich in seinem Zustand eingerichtet und beschäftigt sich lieber mit allerlei Ausweichdingen statt endlich mal das anzugehen, was Priorität haben sollte (nämlich der Studienabschluß).
    Liest Du eigentlich ausschließlich solche Ratgeberbücher oder kommt Dir auch ab und an Literatur im engeren Sinne des Wortes unter? Wenn letzteres, fände ich es schön, auch einmal davon zu lesen, welche Bücher Du magst und empfehlen kannst.

    1. Hallöchen!
      Doch ich lese auch belletristik, nicht umsonst ist das ja auch meine Leidenschaft, was meine eigenen Romanreihe angeht. Da könnte ich auch mal was zu schreiben ja, wobei ich dann wohl eher einen Stapel Sommerlektüre oder so vrostellen würde.
      Ich habe viele Graphic Novels, die liebe ich sehr und an Riomane liebe ich Entwicklungsromane, Psychogramme und Sozialstudien.
      Mein letztes Buch war „Unterleuten“ von Juli Zeh. Großartig! Ich habe es geliebt. Jonathan Franzen lese ich noch sehr gern oder David Nicholls.

      Tatsächlich bin ich aktuell sehr in die Ratgeberlektüre vertieft, weil ich im Moment ein paar lange aufgeschobene Wissenslücken schließen mag. Aber wie gesagt. Romane mag ich auch sehr gern. Tatsächlich auch noch ganz gern Jugendbücher und ich habe ein Fabel für schön illustrierte Kidnerbücher, die habe ich imemr fleißig an die verwandtschaft verschenkt und wollte sie am liebsten Selbst behalten. Jetzt habe ich ja bald einen Grund dazu, sie zu behalten. 😀

      1. Generell ja, wobei man ja einfach selbst den Antrieb für sich finden muss. Erfahrungsgemäß ist es schwer in diesem Themenbereich jemandem zu seinem Glück zu zwingen. Aber man kann es ihm präsentieren, das natürlich schon. 🙂

  3. Interessante Methode, die mich stark daran erinnert, wie ich mir selbst in den Hintern trete *lach*
    Ich bin sehr realistisch im Einschätzen von Hindernissen, aber das führt bei mir irgendwie zu einem pessimistischen Weltbild. Ich denke nicht „ich schaffe das nicht“ sondern eher „ich schaffe das, aber was habe ich davon?“ Habe ich das falsche Ziel oder die falschen Erwartungen?
    Ich bin gut darin, mir selbst in den Hintern zu treten und die Sachen wirklich anzugreifen, aber spätestens wenn es vorbei ist, stellt sich bei mir keine Zufriedenheit oder Freude ein. Es ist alles so belanglos… Dann muss ich mich für das nächste Projekt wieder aufraffen, weil mich die Erfahrungen vom letzten Mal nicht in Schwung gebracht haben. Wie erreiche ich wieder den Zustand, dass ich stolz oder glücklich mit den Dingen bin, die ich erreicht habe und mich auf neue Herausforderungen freue?

    1. Oh ich glaube, da geht es darum, dass du das Ziel einfach nicht magst. Da kann WOOP ja nichts für und auch deine Erwartungen ändern daran nichts. Das klingt nch Pflichtübungen, die du zwar gut geregelt kriegst, aber nicht deine echten Träume sind. Wäre also spannend zu gucken, wie es dir geht, wenn du herausfindest, was dir wirklich Freude macht (also eben ein Traum) und du dann schaust, wo bin ich da aber im Vergleich jetzt in der Realität und was hält mich davon ab, dorthin zu gehen und wie umgehe ich diese Hidnernisse bzw. überwinde sie.
      Sachen erledigt bekommen, die mich nicht glücklich machen, sondern pessimistisch hatte ich auch. Gerade das Auseinandersetzen mit „Was will ich wirklich“ hat mich enorm weiter gebracht.
      „Wake up with purpose to go to bed with satisfaction“.
      Ich mag den Spruch derzeit sehr. Weil ich sehr gut weiß, wofür ich morgens aufstehe. Wenn die Antwort ist „Weil ich muss“, überlege, wie du es schaffst, dass du dahin kommst, dass du sagen kannst „weil ich Bock auf das habe, was ich heute tun werde!“
      Ist null einfach, aber es absolut wert. Ich habe immer noch mit großen herausforderungen zu kämpfen, also bei den Obstacles steht einiges, aber ich habe Pläne dafür und ich weiß sehr gut wofür. Das macht enorm viel aus, auch wenn ich bei Lichte betrachtet vielleicht mehr Hidnernisse im Weg stehen habe als ichd as hätte, wäre ich einfach vor einem jahr weiter zufrieden mit meinem Bürojob gewesen wie er war. Aber das ist eben nicht mein Leben. War ein riesen Schritt für mich, bereut ahbe ich ihn trotz aller Hidnernisse und kleinen und großen Umwege, die schon aufgetaucht sind bisher nicht einmal.

      1. Vielen Dank für deinen Rat! Vielleicht stimmt es wirklich, dass ich nicht die Ziele verfolge, die mir wichtig sind und mich ausmachen. Alleine die Frage „wer bin ich und wo will ich hin?“ bereitet mir Sorgen, weil ich mich weder als Arbeitstier, Künstler, Forscher oder Familienmensch sehe. Was mich glücklich macht sind Freunde, Abwechslung, Erfolg mit meiner Kunst, Sicherheit, Probleme lösen. Wie ich das genau erreiche ist ein großes Fragezeichen.
        Ergo versuche ich Probleme lösen und Abwechslung im (späteren) Job zu finden und hoffe, dass sich der Rest so einrenkt. Obwohl es mir relativ egal ist, was ich beruflich tue, solange es mir Spaß macht und halbwegs gut bezahlt ist, klingt alles blah. Entweder ist es fachlich genau meins aber mit massiven Abstrichen in Freunden und Hobbies verbunden ODER ich hab einen weniger abwechslungsreichen Job, der meine Hobbies ermöglicht, aber mit in 5 Jahren sicher auf den Keks geht. Das Mittelding suche ich noch. Der Erfolg meiner Hobbies hängt von meinem Umfeld ab, das ich aber aktuell nicht wechseln oder erweitern kann, weil mir die richtigen Kontakte fehlen. Meine Hobbies zum Beruf zu machen wäre für mich genau wegen dieser Sache keine Lösung. Klug wäre diese Wahl auch nicht, weil ich mit meinem Studium sehr viel mehr Geld und Sicherheit erreichen kann.
        Ich habe mir dieses Jahr viel Zeit genommen, um meine Ziele mit allen möglichen Mitteln zu pushen und trete leider auf der Stelle. Und genau das macht mich gerade am meisten fertig…

        1. Deine Antwort hier ist allerdings finde ich eine super Basis für dich, was die Benennung deiner Realität und deiner Hidnernisse angeht. Strukturier das ein bisschen für dich und dann guck mal, was du bei den einzelen Punkten doch tun kannst. Ja, es liest sich etwas unbestimmt, aber ich denke, das ist genau dein Hindernis. Du brauchst eine Strategie, um dich zu definieren. 🙂
          Wäre so mein Rat. Ich bin aber auchd as absolute Gegenteil von jemanden, der einfach auch mal Dinge auf sich zukommen lässt. Wobei ich meine herauslesen zu können, dass du dir mehr Planbarkeit auch wünschst.

  4. Danke für den Tipp. Ist schon bestellt.
    Miracle Morning lese ich gerade: Ich weiß nicht ob es an dem amerikanischen liegt aber der Autor kommt mir wenig glaubwürdig vor. Oder ist das ein inneres Hindernis in mir dass ich ihm nicht glauben will? Bin schon sehr gespannt was du darüber schreiben wirst :). lg Susi

    1. 😀 Rezension zu ihm kommt ja noch. Aber ja Hal hat einen an der Klatsche, wenn du mich fragst. Die ersten Kapitel beweihräuchert er sich selbst, das nervt. Ich finde diese amerikanische Mentalität, die so überenrgetisch glücklich ist wie auf Kaffee mit Koks sowieso anstrengend. Ich hab ja das englische Original hier, das geht aber noch. Meist wird diese Schreibe in der Übersetzung leider unerträglich. Davon ab, wenn man sich durch seinen Werdegang gekämpft hat, kommen finde ich sehr sehr gute Aussagen. Habe lange nicht mehr so viel in einem Buch unterstrichen. Und nicht wundern: die Amis wiederholen alles immer bis zum Umfallen. 😉

  5. Das erinnert mich sehr an I.T., also an die Begriffe ‚iterativ‘ und ‚inkrementell‘. Zusammen mit den Morning SAVERS und dem 5-Minuten-Journal und diesem Beitrag zum Woopen, meine ich.

    Wo will ich hin? Am besten als User-Story formulierte Ziele entsprechen wohl den wünschen.

    Wo stehe ich gerade? Das ist die realistische Bestandsaufnahme.

    Woraus genau besteht das Delta zwischen Realität und Ziel? Obstacles!

    In welcher Art und Weise kann ich das Delta weg-arbeiten? Arbeitspakete formulieren, bewerten nach wichtig/dringend, dann einen sinnvollen Plan erstellen um sich Schritt für Schritt dem Ziel zu nähern.

    Und dann wieder von vorne anfangen um zu bewerten, ob die Ziele noch die gleichen Ziele sind, wie die Realität sich weiter entwickelt hat, was daraus resultierend das neue Delta ist, welche Arbeitsaufgaben sich daraus ergeben und wie man die abarbeitet.

    Solltest du jemals deine Aufgaben koordiniert als Projekt in einer Softwareumgebung erfassen möchten, dann kann ich dir „JIRA“ sehr ans Herz legen. Vielleicht magst du dich auch Mal mit Kanban, Lean, Agile und Scrum beschäftigen, mit Sprints und Retrospektiven. Ich glaube, du würdest sehr viele interessante Ansätze finden, die du in dein Wissensgerüst einfügen könntest.

    Ich habe mir an Wochenende die 3 Bücher bestellt (Journal, WOOP, SAVERS) und bin schon sehr gespannt, wie die Inhalte mir bei der praktischen Umsetzung helfen können. Stichwort: Selbstmotivation.

    Danke für deine interessanten Beiträge!

    1. Bahnhof? 😀 😀 😀 Oweia, da erwischst du mich aber gerade auf dem ganz flaschen Fuß, im Softwarebereich wäre die Behauptung ich sei Legatheniker noch eine Übertreibung. Ich glaube ich habe verstanden, was du meinst, dass es da analoge Herangehensweise in der Arbeitsmethodik gibt, aber hui, ich müsste jetzt eigentlich eine Menge Worte googeln. 😀
      Ansonsten bitte gerne! Ich hab an solchen Themen im Moment einfach mega viel Spaß!

      1. Hangle dich auf Wikipedia mal von Begriff zu Begriff. Ich finde das irre spannend, weil wir von zwei verschiedenen Seiten kommen, aber das Konstrukt dahinter sehr sehr ähnlich ist. Spannend! Ich geh‘ dann man in den von dir vorgeschlagenen Büchern weiterlesen!

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