19. April 2017

Heiki liest: Fettlogik überwinden von Dr. Nadja Hermann

Was? Die dünne, schwangere Frau, die grad rumposaunt, dass sie zunehmen will, liest ein Buch über Diätmythen und Abnehmstrategien? Geht’s noch? Und wie das geht!
Ein Erfarhungsbericht

Einige von euch werden es sich schon gedacht haben: meine liebe Lenja von waldelfentraum.com hat mich angefixt. Wir können uns ja sowieso gut für dieselben Themen begeistern, von Farbtypen über MBTI bis eben nun zur Fettlogik. Und wir sind beide Feenhaar-Frauen, also Langhaarliebhaberinnen mit selbst feinem/dünnem Haar. Lenjas finalen Abschlussbericht zur Fettlogik und ihrem wirklich grandiosen Erfolg, den sie nach der Lektüre für sich erzielen konnte, habe ich hiermit verlinkt. 🙂 Mein eigener Erfolg ist ein gerade erst gestarteter Work in Progress und schwangerschaftsbedingt natürlich sowieso nicht repräsentativ. Dennoch: Auch mir hat die Fettlogik sehr geholfen vielleicht auch gerade jetzt mit Baby im Bauch.

Tatsächlich hat mich Andrea von echtandrea.de aber schon mal auf das Buch aufmerksam gemacht, wobei sie mich da eventuell auf dem falschen Fuß erwischt hat, waren meine eigenen Fettlogiken da doch noch zu stark verankert und ich war nur oberflächlich interessiert, weil das Thema Skinny Shaming für mich etwas ist, was mich mein Leben lang begleitet. Skinny Shaming? Was ist das denn? Es ist das Phänomen, dass es als ungehörig gilt Übergewichtigen zu sagen, dass sie übergewichtig sind, sich aber bei Untergewichtigen oder sogar Normalgewichtigen die Umwelt irgendwie dazu berufen fühlt, einem ständig aufs Brot zu schmieren, dass man zu dünn sei, mehr essen müsse oder man doch vielleicht sogar magersüchtig sei. Und wenn nicht magersüchtig, dann doch orthorexisch, also dem Zwang erlegen sich unbedingt perfekt gesund ernähren zu müssen inklusive großer Selbstkasteiung und schlechtem Gewissen. Den Langhaarlesern könnte ein ähnliches Phänomen bekannt sein: Ab einer gewissen Länge wird drauf los kommentiert wie nur was, dass man die Haare doch bitte schneiden müsse. „So schöne lange Haare! Willst du die nicht mal schneiden?“ „So schön schlank! Aber sie sollte besser etwas zunehmen.“ Willkommen im Paradox.

Auf jeden Fall war ich seinerzeit nicht ganz happy mit Andreas Aussagen aus der Fettlogik, obwohl ich vielem beipflichten konnte. Auch für mich war zu tief verankert, dass leichtes Übergewicht doch „nicht schlimm“ sei und Menschen eben unterschiedlich sind und einige „von Natur aus“ dicker sind als andere. Ich empfand viele Argumente als verletzend für Übergewichtige, auch wenn ich jetzt sagen muss: Sie sind leider wahr, aber eben unbequem, denn sie heben Ausflüchte und Rechtfertigungen auf. Dass der Ton bei der Verkündung solcher Unbequemlichkeiten und gar dem Einreißen von Schutzzonen die Musik macht, ohne Zweifel, das gilt immer. Körperliche Kritik ist immer ein Thema für die feinsten Samthandschuhe – und dabei ist es erst mal ziemlich gleich, ob man Unter- oder Übergewicht kommentiert.

Wenn die Dünne jetzt gegen die Dicken wettert, steige ich ihr gleich durchs WLAN!

Nichts liegt mir ferner. Ich habe das Buch gelesen aus Neugier durch Lenja, in diffuser Erinnerung an Andreas Ausführungen und weil ich schon ewig die Erzähl-mir-nix-Comics von Nadja Hermann großartig finde. Das ist böser und polarisierender Humor, den ich zu 90% super finde, zu 10% bin ich anderer Meinung – oder vielleicht auch so ertappt, dass ich nicht drüber lachen kann…

Ich habe dieses Buch NICHT gelesen, um selbst abzunehmen oder um andere zu belehren! Es gab Interesse und die gute Frau Hermann hat mich genau so abgeholt, wie man mich kriegt: mit guter Schreibe, sauberen Fakten, einer vulkaniergleichen Logik und dem nötigen Biss, der trotzdem wohlwollend ist, wenngleich auch eher das Wohlwollen eines Erziehers, der weiß, dass auf Lange sicht eine gewisse Härte besser wirkt als all zu weiches ratschlagen à lá „Und da muss jeder für sich seinen Weg finden, wir sind alle Individuen“, auch wenn das auch stimmt.
Um so schöner für mich, direkt auf den ersten Seiten zu finden, dass sich das Buch zwar an Abnehmwillige richtet, die Infos darin aber für alle Gewichtsklassen relevant sind und auch Untergewichtigen helfen, ihre Ziele (Zunahme!) zu erreichen. Jippieh! Ich hab es bestimmt schon mal in meinen Fitnessposts oder so erwähnt. Zunehmen ist für mich eine Qual. Da habe ich so viele Versuche hinter mir wie andere Diäten…

Jaaaa, du bist ja auch von Natur aus so eine, die einfach nicht zunimmt! Ich tausche gern, beschwer dich mal!

Genau da setzt Nadja an (ich nenne sie ab jetzt beim Vornamen, sonst habe ich bei ihrem Nachnamen das Gefühl von einem Mann zu sprechen). Dass ich  (respektive schlanke Menschen) essen kann „so viel ich will“ hängt vor allem damit zusammen, dass ich mit weniger vollkommen satt oder sogar voll bin, als es vergleichbare Menschen (gleiche Größe, Alter, Geschlecht, Aktivitätslevel) sind. Ich will eben nicht mehr. Übergewichtige dagegen wollen tendentiell mehr. Sie sind dabei nicht per se undisziplinierter als jemand schlankeres, nicht gefräßig oder maßlos, einzig, mit der gleichen Disziplin landen sie bei mehr Futterinput. Es geht also nicht darum, dass ich (schlanke Menschen) einen Stoffwechsel habe, der Kalorien verbrutzelt wie ein Hochofen (dazu aber gleich noch mal mehr) im Gegensatz zur berühmten „Sparflamme“ bei Übergewichtigen, es geht darum, dass es mir leicht fällt im Kaloriendefizit zu essen und im Gegenzug schwer fällt einen Überschuss herbeizufuttern. „Stoffwechsel auf Sparflamme“ und „Hungermodus“ etc. enttarnt Nadja direkt zu Anfang als die größten Fettlogikmythen. Und das tut sie IMMER mit sauberen medizinischen Studien und nicht in Reproduktion von Stammtischparolen und Frauenillustriertenweisheiten (so wie ich ja meist auch nicht sauber zitiere und Quellen angebe, sondern nur mein Eingekochtes Zusammenlesen wiedergebe, aus Faulheit, weil ich die Studien nicht raussuchen will und mich auf Sekundärquellen verlasse. Also auch bei Heiki immer bitte schön kritisch. Jetzt zum Beispiel, wenn ihr wollt. Ich hab nicht eine von Nadjas Studien verifiziert. Noch nicht mal gegoogelt.  🙂 ). Ihre Kernaussage lautet gaaanz simpel mit altem Rad neu verpackt statt neu erfunden: „Wer ein Kaloriendefizit fährt, nimmt ab, wer im Überschuss lebt, nimmt zu.“ Punkt. Keine Ausnahme wegen der Schilddrüse. Keine Ausnahme wegen Jojo-Effekten. Keine Ausnahme für Setpoint, schwere Knochen oder „Ich kann aber grad keinen Sport machen!“. Und das dröselt sie eben auf. Denn die Fragen sind sehr einfach: Was ist mein Kalorienbedarf, wie berechnet er sich, wie berechne ich, was ich wirklich esse (nicht schätzen!) und wie schaffe ich es weniger zu essen, wenn ich abnehmen will und mehr, wenn ich zunehmen will.

„Aber ich kenne Heiki persönlich! Was die an Essen verdrückt, ist gigantisch. Davon wäre ich schon lange fett!“

Korrekt. Das kann sehr gut sein. Denn da liegt für sehr, sehr viele Menschen (vor allem Frauen) der Hase im Pfeffer: die Vergleichbarkeit ist nicht gegeben. An diesem Punkt, ja, ganz genau, wir sind alle unterschiedlich. Alter, Startgewicht, Größe, Aktivitätslevel, Muskelmasse – das alles muss vergleichbar sein, um auch die Futtermengen vergleichen zu können. Ich bin für eine Frau sehr groß, das macht meinen Grundumsatz automatisch höher. Dazu kommt, niemand (sogar Benedict nur selten) sieht mich die vollen 24 Stunden in einer Durchschnittswoche. Ich esse in Gesellschaft viel, auf jeden Fall, ich bin da gesellig und an der Arbeit bin ich der typische Schreibtisch-Schnucker mit immer einer Tüte Cashews im Anschlag (vor der Schwangerschaft…). Aber zu Hause… vergesse ich auch schon mal, dass ich noch essen müsste. Oder bin von der halben Tüte Cashews am Vormittag auch einfach satt bis abends. Nach Feiertagsgelagen bin ich danach erst mal eine ganze Weile echt glücklich mit Rohkost. Ganz von allein. Ich bin ein Zappler und ich treibe Kraftsport. Ich habe einen Alltag voller Bewegung mit Hundenrunden und Fußwegen zur Bahn und zurück. Etc.pp. Das allein führt schon zu einem Grundbedarf von rund 2000kcal. Erhaltungsdosis. Will ich zunehmen kommen noch mal ein paarhundert Kalorien oben drauf.

Der Diva-Darm und der Babybauch

Ihr seht also, selbst eine total gesunde Heiki kann schon richtig viel futtern ohne zuzunehmen. Mit Baby im Bauch, das jetzt in die Phase kommt, in dem es Fett ansetzt und mein Körper das auch machen mag für Stillreserven steigt mein Bedarf um noch mal 250-500kcal am Tag (je nach Quelle). Zudem habe ich den einzigen gesundheitlichen Faktor, den auch Nadja wirklich gelten lässt auf meiner meiner Seite (wenn ihr mich fragt ist er nicht auf meiner Seite sondern gegen mich…): Nein, nicht die Schilddrüse. Ich meine meinen Darm. Wer nicht vollständig resorbiert, braucht mehr, damit prozentual dann dasselbe hänge  bleibt. Nach 3 Jahren ohne Colitis Schub ist aber auch dieser Effekt bei mir mittlerweile marginal. Ich versichere euch im aktiven Schub ist Zunehmen ein Witz. Da geht es darum zu halten was nur geht. Ich habe jetzt erst 2 Wochen meine Kalorien getrackt und kann sagen: ich nehme ziemlich genau wie berechnet zu, wenn ich meine Schwangerschaft mit etwa 500-600kcal extra pro Tag einrechne. Macht für mich Sinn, dass ich da am oberen Ende der Richtwerte für Schwangere rauskomme, denn ich bin wie gesagt sehr groß plus habe auch gesund einen sensiblen Darm. Ich esse für 500g Gewichtszunahme pro Woche und komme bei grob 400g raus. Bisher. 2 Wochen sind natürlich super unrepräsenativ, aber ich freue mir derzeit einfach einen Ast, dass es überhaupt aufwärts geht nach Wochen mit Kotzi und Abnahme.

Eine 160cm kleine Frau ohne Hund, mit Auto und der Ruhe weg misst sich also bitte nicht an meinem Verbrauch. Egal ob schwanger oder nicht. Natürlich verdrücke ich eine Menge. Die Maschine will ja am Laufen gehalten werden. Seit ich die Kalorien tracke passe, ich nur eine Mahlzeit am Tag wirklich an und das ist das Abendessen. Da gucke ich, was noch fehlt und fülle das auf.

Ja, du und dein Darm und ich und meine Schilddrüse! Ich kann nicht abnehmen!

Zurück zu Nadja: Nein. Der Effekt ist zwar vorhanden, aber gering. Nadja betont mehrfach, dass eine Schilddrüsenerkrankung zwar in den Kalorienbedarf reinspielt, aber auch mit einem Schilddrüsenproblem ist Abnehmen sehr gut möglich. Der Verbrauch weicht laut Lektüre durch Schilddrüsenfunktionsweise um maximal 10% ab. Also vielleicht 150kcal für eine normalgroße-kleine Frau, die sonst 1500kcal für ihre Ziele braucht. Das ist ein kleiner Schokoriegel. Eine Darmerkrankung ist tatsächlich der einzige Faktor, der wirklich drastisch etwas am Kalorienbedarf (und Nährstoffbedarf!) tut. Und tja, den Faktor habe ich bei mir nun mal. Noch mal, da will keiner tauschen. Kaputter Darm ist Mist. Gewichtsschwierigkeiten sind da echt die kleinsten Probleme, auch deshalb bin ich so ein Oberpingel, was mein Essen angeht, ganz unorthorexisch. Ich mag mich einfach gern gesund. Ich würde ja auch brav bestimmte Übungen machen, wenn ich Probleme mit dem Bewegungsapparat hätte und wäre deshalb auch noch längst nicht sportsüchtig. Schmerzfrei sein ist nur einfach ziemlich geil.

Bei mir funktioniert das nicht, ich esse 1000kcal und nehme trotzdem zu!

Nope. Schätzwertfehler. Bitte wirklich tracken. Die von Nadja angeführten Studien belegen, dass Übergewichtige teils massiv unterschätzen, wieviel kcal ihr tägliches Essen hat, Untergewichtige überschätzen dagegen die Menge und den Gehalt ihrer Lebensmittel. Ich kenne dieses Phänomen von mir selbst von „früher“ (vor ein paar Jahren), mittlerweile schätze ich ziemlich gut. Was ich aber mega verschätzt habe, ist immer der Eiweißgehalt gewesen. Da bin ich jetzt beim Tracken doch ein bisl aus den Latschen gekippt wie sehr ich da überschätzt habe, was ich esse. Ich habe rasant zu wenig Eiweiß gegessen, um Muskeln aufbauen zu können – und habe dennoch vermutlich schon mehr Eiweiß gegessen als die meisten vor allem Frauen, weil ich gern und viel Fleisch und Fisch esse…

So far. Ich könnte ewig weiter schreiben. Über meine Aha-Effekte zum Thema Set-Point. Über mein „Wusste ich doch!“ zum Thema Skinny Fat. Über meine „Ja genau so ist das“-Erfahrungen zum besagten Skinny Shaming. Und so weiter.

Aber auch wenn das hier mehr ein Erfahrungsbericht ist als ein Review oder eine Rezension, so schreibe ich hier ja auch und vor allem für euch. Allein im Bekanntenkreis habe ich zig Menschen, denen ich das Buch am liebsten so vor die Brust drücken möchte: „Da lies das!“ Macht man natürlich nicht. Ist ja gemein, weil ich ja auch nicht die Tür aufmache und „Hallo, ach im übrigen, mir ist klargeworden, weshalb du Übergewicht hast!“ schmettere. Samthandschuhthema wie gesagt und so auf dem Blog ist es halbanonym. Wer sich angesprochen fühlen will, der darf das gern tun.

Und warum empfehle ich das Buch?

Weil Sich-gut-fühlen und Sich-im-eigenen-Körper-wohl-fühlen egal bei welchem Gewicht das Eine ist, Nadja aber sehr, SEHR deutlich macht, dass es gesundheitlich einfach enorm viele Vorteile hat, nicht übergewichtig zu sein. Auch nicht nur ein bisschen moppelig. Auch wenn man optisch seinen Frieden mit sich hat. Ist doch auch schön, wenn man seinem Körper etwas Gutes tut aus Selbstliebe, statt aus Selbsthass, oder? Wie Kelly von Fitnessblender immer sagt „It is all about what your body can do. The superficial changes are just a bonus!“ („Es geht immer darum, was euer Körper kann. Die äußerlichen Veränderungen sind nur ein Bonus!“)

Jetzt bin ich bereit für den Shitstorm. Gebt’s mir. Aber vielleicht bekomme ich ein paar Sympathiepunkte, wenn ich euch meine letzten Wochen als Schwangere beschreibe, die jetzt SEHR SEHR gut nachvollziehen kann wie unglaublich schwer es für Übergewichtige sein muss eben „einfach weniger Kalorien zu essen“. Weil ich jetzt auch mehr will. Mehr, mehr mehr. Wollte ich jetzt mein Gewicht halten, ich müsste wirklich gucken, wie ich meinen Magen beruhige, obwohl meine Kalorien für den Tag schon aufgebraucht sind, denn wie gesagt arbeite ich gerade gezielt und bewusst mit 500g Zunahme pro Woche – was auch genau das zu sein scheint, was mein Körper gerade von sich aus will. Die Sättigung kommt nicht so wie sonst, ich bin tatsächlich fast ständig hungrig und wenn nicht das, so habe ich doch zumindest Appetit. Macht Sinn, dass mein Körper jetzt den nötigen Speck für den Stillvorrat anlegen will, aber ein unschwangerer Körper will das eigentlich nicht. Der will „nur“ Speck haben, weil Energiereserven evolutionstechnisch gut sind. Der nächste Winter kommt bestimmt. Nur heißt das bei uns eben leider: Ja genau, mit dicken Pullis, Weihnachten und langen Couchabenden. Sieht man ja dann nicht so… Also. Ich verstehe, dass das zwar alles schön logisch und toll ist, aber. Aber eben:

Aber Kaloriendefizit! Das wusste ich auch so schon.
Aber der Knackpunkt ist doch, dass man dann trotzdem hungrig ist und deshalb mehr isst!

Wie gesagt, ich verstehe das. Die Fettlogik gibt recht kurz eine Übersicht darüber,m mit welchen Methoden man es sich leichter machen kann, weniger zu wollen, sodass man auch isokalorisch (passend zum Bedarf) oder im Defizit nicht hungert. Und diese Metoden sind individuell verschieden, je nach dem, worauf man besonders anspringt. Aber eben nicht individuell bleibt die Tatsache, dass es ein Rechenexempel bleibt: Mehr Kalorien rein als verbraucht werden führt zu Zunahme. Weniger rein als verbraucht werden, führt zu Abnahme. 100% der Weltbevölkerung können schlank sein. Den einen fällt es leichter als anderen. Aber mit all dem Wissen, das Nadja vermittelt, gibt es weniger Ausreden für sich selbst und die Weisheit, dass Veränderung im Kopf beginnt und nicht auf dem Teller ist nun auch nicht neu.

Selbst ertappt

Ich hab mir auch lange einen erzählt, von wegen ich sei eben ein Hardgainer mit niedrigem Setpoint, wenn dann nähme ich Skinny Fat zu und meine Schwester ist ja auch schlank, also genetische Prädisposition. Das ist das Dünnenpendant zur Dickenlogik. Nein, Heiki. Du musst mehr essen und willst du Muskeln aufbauen und weil dein Darm doof ist noch mal mehr als andere vergleichbare Menschen. So einfach ist das, so schwer ist das. Und bitte, iss mehr Eiweiß wenn du Muskeln willst.

Ein Gedanke kam mir unweigerlich:

Wo könnte ich sein, hätte ich das schon früher gewusst?
Ist ja nicht so als wäre Nadja die erste, die mir vom Kalorienzählen erzählt. Auch „If it fits your macros“ kenne ich. Ich hab mich aber sehr lang dagegen geweigert, also gegen das Kalorien- und Makroszählen. Aus einer Fettlogik heraus, die Nadja ebenfalls anspricht:

Kalorien zu zählen ist doch zwanghaft, bald bist du magersüchtig!

Da man sich sowas als schlanke Person sowieso öfter anhören darf, nun, war ich da vielleicht sowieso schon drauf angespitzt und habe vor Eeeewigkeiten schon beschlossen: „Das wirst du nie machen! Du wirst dein Essen nicht wiegen, nicht zählen, nicht berechnen. Du bist ein Zahlennerd, das kann nicht gut sein, wenn du das in dein Essverhalten einbaust.“ Dass es statt Zwang zu sein, Spaß machen könnte, dass es mich interessiert einfach so, weil ich eben ganz gern rumrechne, das ist mir vor lauter Vorurteil nicht eingefallen. Und so hat Benedict mir eine zeitlang meinen Eiweißkonsum ausgerechnet. „Zur Sicherheit.“ Komisch, bei ihm hatte ich nie den Eindruck, dass er zwanghaft wäre, obwohl er gewogen, gerechnet und gezählt hat (und verdammt, das hat es bei ihm so schnell gebracht!). Kalorien zu zählen, um zuzunehmen, kam mir genauso wenig in den Sinn. Um zuzunehmen! Das ist per se ein Widerspruch zu Magersucht. Aber ich stand felsenfest auf meinem Schlauch oder auch auf einer seeeehr langen Leitung. Die schon erwähnten anderen Verdächtigungen rund um Orthorexie haben mich an diesem Standpunkt nur festbetoniert.

Langer Rede kurzer Sinn: ich habe mich ewig geweigert Kalorien zu zählen, weil ich auch geglaubt habe, dass man davon eine Esstörung bekommen kann. Ich habe das für ungesund gehalten. Aber hey (Nadjas Vergleich) ich gucke doch auch auf mein Konto und vergleiche Preise und Verträge und habe kein zwanghaftes Finanzproblem. Ich habe nur Onlinebanking, ich kenne mein Einkommen und sollte „iso-finanziell“ leben, um keine Schulden zu machen oder eben etwas einsparen, wenn ich ein Depot anlegen will. So ist das mit Essen auch. Natürlich ein Vergleich von Äpfeln und Birnen, denn essen muss ich um zu überleben, Finanzen sind auch kein Teil meines Körpers, aber der Kern ist absolut getroffen.

Und so zähle ich nun bzw. lasse die App (My Fitness Pal) für mich zählen. Jetzt erst. Obwohl ich seit letztem Frühjahr drauf rumdenke, weil ich das da schon für meine Sportziele sinnvoll gefunden hätte. Eben weil bei allen Recherchen rauskam: Vermutlich isst du nicht genügend Kalorien und nicht genügend Eiweiß für das, was du willst. Ein Jahr später habe ich ein Baby im Bauch, wochenlang mies gegessen und erbrochen und beschlossen: „Reicht jetzt, es muss ein Puffer her!“ Mein nur so semigeniales Geesse der letzten Jahre war wunderbar, um mich so fit zu machen, wie noch nie zuvor. Und so gesund. Und dann auf einem überschaubaren Plateau auf Schlittenhügelniveau zu stagnieren. Und jetzt geht es eben weiter. Jetzt baue ich ein Baby und bin wild entschlossen, dass dieser Aufbau klappt und meinem Körper nicht das abringt, was ich ihm in den letzten Jahren mühsam Gutes getan habe.

Danke Nadja. Ich esse jetzt brav im Überschuss und das mit den Makros wird von Tag zu Tag besser. 🙂

P.S.: Und ab jetzt ist das der Heilige Gral oder was? Jetzt weiß ich ALLES? Na, mit Sicherheit nicht. Das habe ich schon vor langem gelernt: Immer wenn ich denke, ich kann jetzt mal aufhören mit dem Lernen, stellt sich rasch heraus, dass ich genau dann aufgehört habe, bevor noch ein richtg großer Aha-Effekt kam. Den habe ich dann immer erst sehr verspätet bekommen. Also. Das Buch jetzt war ein Sprung nach vorn und ich bin gespannt, was mich noch so erwartet. Essen ist mein Thema. Es macht mir Spaß, es ist essentiell und nichts hat sich für mich so sehr bewahrheitet wie „Let your food be your medicine“. Aktuell hab ich wohl mal das Kapitel mit den Dosierungen aufgeschlagen.

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Gibt es auch Kritik am Buch?

Ja. Nadjas Art das Thema anzugehen, ist nicht für jedermann, auch wenn ich mir das wünschen würde. Dem Anspruch kann man aber wohl einfach nicht gerecht werden. Das Buch kann Druck aufbauen, obwohl Nadja immer und immer wieder ja auch argumentiert: es geht darum gesund zu sein, Optik ist nur ein Bonus. Ich merke aber im Gespräch mit anderen, dass ihre Art das Thema anzugehen bei vielen, ich sage jetzt mal etwas hart „Betroffenen“ dazu führt, dass die Schotten dicht gemacht werden. Nadja Hermann ist das Gegenstück zu Criss Karr, die ihr noch von der Crazy Sexy Diet her kennen könnt. Criss ist die liebe Freundin, die euch an die Hand nimmt und alles schöner und einfacher macht und euch ein gutes Gefühl gibt. So, wie die meisten amerikanischen Ratgeberlektüren (die ich kenne). Nadja ist in gewisser Weise der deutsche Gegenpol: sachlich, aber und an auch wirklich hart, zynisch und es wird sehr faktenorientiert gesprochen, kein „Everything in moderation“ und so weiter. Tacheles. Ich kann das gut ab, vielleicht auch weil ich über den Schmusekurs der üblichen Ratgeberlektüren hinaus bin und weil ich schon an einem Punkt bin, an dem mich die Thematik nicht mehr verletzen kann, nur noch erstaunen. Das Buch ist somit nicht unbedignt die klassische Erstlektüre für eine diätgefrustete Personen, da hätte ich andere Empfehlungen, siehe unten.

Davon ab, wuah, Nadja, es tut mir Leid, aber… okay, es passt zu Erzähl mir nix und zum Webauftritt und du bist auch so erfolgreich, aber… ich bin ein Ästhet. Und das Layout im Buch tut mir in den Augen weh. LEIDER! Die Textstrecken sind okay, kein Ding, auch sehr schön, dass die Kapitel so kurz sind. Aber schon die Comics sind so klein. Und ich hab echt gute Augen. Weiter hinten, wo dann Fotos abgedruckt sind, da kann ich teilweise  nicht mal was erkennen. Schwarzweißabdruck von Handyfotos auf saugfähigem Papier mit niedrigem Weißgrad macht… das Gegenteil von Kontrast. Warum dieses Briefmarkenformat? Die Bilder sind toll (wenn man sie einmal erkannt hat) in ihrem Informationsgehalt. Die Brustkorbfotos waren ein Augenöffner für mich. Nachdem ich erkannt hatte, wo da oben und unten ist… Das ist so schade. Ich brauche keine rosa Schnörkel und es ist schön, dass das Buch als Taschenbuch recht günstig ist und ja, es ist aus einem eBook hervorgegangen. Aber, ach Mensch, so schade!

Im Großen und Ganzen bin ich aber inhaltlich einfach so begeistert, dass ich beide Augen zudrücken kann für die grottigem Bilder. Und ihr könnt das auch, ich glaube an euch!

 

Bevor ihr fragt, die anderen Futter-Bücher, die ich gern empfehle, sind:

Melissa & Dallas Hartwig: It starts with food -> egal ob man Paleo gut findet oder nicht, ein super Werk, um zu verstehen, wie Ernährung im Körper funktioniert. Gibt es jetzt auch auf deutsch.
Michael Pollan: Lebensmittel -> Basislektüre für alle, die begreifen wollen, was „Whole Foods“ sind, und weshalb diese immer vorzuziehen sind und all das Detailwissen über Essen schön und gut ist, es aber eigentlich ganz einfach ist. Eigentlich. 😉
Kimberly Snyder: The Beauty Detox Solution -> egal ob man nun vegan oder vegatrisch sein möchte, hier gibt es noch mal viele Infos rund um Verdauung und große Zusammenhänge mit dem Energiehaushalt. Leckere Rezepte für alle, die vor allem eher kohlenhydratlastig unterwegs sind (im Gegensatz zu den sehr eiweißreichen Paleo-Rezepten)
Ann Louise Gittleman: Ernährung nach dem Stoffwechseltyp -> Einmal für das Grundverständnis, das Menschen eben Individuen sind und nicht jede Diät zu jedem passt. Heildiät vs. Dauerdiät, Eiweißtypen, Kohlenhydrattypen, Mischtypen und so weiter.

Und Nadjas Hermanns Fettlogik reiht sich hier nun ein als Ratgeber rund um Abnehmen und Ernährungsmythen. Ich habe noch andere Bücher daheim, die eher als Nachschlagewerke fungieren und meine Futterbibliothek komplettieren und einige Rezept- und Lifestyleratgeber, die den oben genannten Top 4 (Top 5) sehr ähneln, aber diese hier wären die, die ich euch für das große Verständnis am Anfang ans Herz legen wollen würde.

In diesem Sinne: Guten Appetit und viel Spaß bei der Lektüre!

Und wenn ihr mich ab jetzt ein bisschen unterstützen wollt, nun, ich habe beschlossen für euch Amazon-Links einzubinden. Wenn euch also etwas von meinen Empfehlungen gefällt, dann kauft sehr gern über die Links, die ich euch einbinde. Ich bekomme dann eine kleinen Provision. Das ist kein sponsored Post, sondern einfach nur eine Möglichkeit für mich ein bisschen etwas über hasenussblond zu verdienen, ohne euch mit Werbebannern oder unpassendem Werbecontent zu nerven. Es ist dasselbe wie immer, nur mit einem Trinkgeld für mich. Die Shoplinks mache ich euch kenntlich, damit ihr nicht direkt auf Amazon kommt, wenn ihr eigentlich nur hofft wie gewohnt von mir einen Link zu weiterführenden Informationen zu bekommen. Bitteschön Dankeschön. 🙂 Und da wäre dann der Shoplink:

Fettlogik überwinden

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38 Kommentare

  1. Hallo Heike, Danke für deinen ausführlichen Artikel. Ich habe dies alles schon bei Lenja verfolgt und war sehr interessiert. Es ist aber jetzt nochmal interessant, es aus Sicht von jemandem ohne Übergewicht zu hören. Ich selbst bin schlank, aber nicht dünn und habe recht wenig Probleme mein Gewicht halten. Ich bin auch recht groß (175m) und wiege dabei 63 kg. Damit bin ich sehr zufrieden. ABER es würde mich trotzdem sehr interessieren was ich so am Tag in mich reinfuttere, da ich da wirklich nicht viel Ahnung habe! Auch mein eigentlicher Bedarf ist dabei natürlich interessant. Dazu dann gleich so Frage, wie bestimme ich den?

    Es gibt also auch Menschen, die weder zu noch abnehmen wollen und trotzdem angefixt werden können mit dem Zählen :-P. Und ich finde es übrigens auch echt anstrengend, wenn man ständig gesagt bekommt man wäre ja eh nen Hungerhaken (was ich wirklich nicht bin) und müsste ja nicht aufs Essen achten. Und da kommt jetzt genau das, was du auch sagst, doch um gesund zu leben muss man auch dann drauf achten 😉

    Viele Grüße,

    Melanie

    1. Liebe Melanie, dann sind wir uns von Größe und Gewicht ja auch gar nicht so unähnlich. 🙂 Und du hast Recht, es geht ja nicht nur um Zu- oder Abnahme, auch die Körperkomposition ist ja sehr davon abhängig, was man isst. 60kg Skinny Fat sehen dicker aus als 65 kg gut bemuskelter Körper. Gibt es ja zig Beispiele auf Instagram unter dem Hashtag #screwthescale . Und da was dran zu ändern geht eben nur durch Sprt UND passendes essen und da sind all meine Recherchen eindeutig (nicht nur hier über die Fettlogik), wer da etwas zügiger zum Erfolg kommen will bzw. Plateuas vermeiden will, der tut echt gut daran seine Kalorien und Makros zu tracken. Für mich ist das eben hauptsächlich ein Gesundheitsziel, aber mit hübscher Optik als Ergebnis kriegt man mich sowieso, die Eitelkeit habe ich durchaus… 🙂
      Viele Grüße,
      Heike

  2. Ich hab gleich mal auf Kaufen gedrückt. Ich hab zwar das Gefühl, schon viel zu wissen, aber ich lerne auch immer Neues dazu. Ich gehöre wohl auch in die Kategorie Skinny Fat; wenn ich in meinem Freundeskreis erwähne, dass ich versuchen möchte, ein wenig abzunehmen, höre ich regelmäßig „56 Kilo? Da musst du doch nicht abnehmen! Ich würde meinen linken Fuß für so ein Gewicht geben!“. Ja. Das mag ein gutes Gewicht sein, auch für meine Größe, wenn nur Jahre der Unsportlichkeit nicht dazu geführt hätten, dass ich dünne Spaghettiärmchen hab, die mit ach und krach eine halbe Liegestütz schaffen und dann passend dazu das wabbelige Bäuchlein, das oben auf dem Hosenbund thront. Nicht schön. Also habe ich mit dem Sport angefangen. Nicht unendlich viel, weil ich lange Arbeitszeiten habe, aber immerhin. Und ich achte jetzt genauer aufs Essen. Es haut nicht immer hin, ich habe hier und da noch Probleme (Gerade, wenn andere Leute für mich kochen – mein Freund, seine Eltern, meine Eltern … Ich lehne das nicht ab, weil es unhöflich wäre und es außerdem nichts anderes gibt, aber bei Blätterteigpizza und Nudelauflauf mit Sahnesauce in meinem engen Kalorienrahmen zu bleiben, ohne zu hungern, das ist schwer).
    Aber ich lese mich dann nochmal ein wenig ein, wenn das Buch kommt und kann es vielleicht auch meinem Freund mal unter die Nase halten, einfach, um da mal ein wenig Bewusstsein zu schaffen. Also, danke für diesen Beitrag!

    Und wo ich schonmal hier bin: Ich wollte einfach mal ganz schmalzig sagen: Danke, dass es dich und deinen Blog hier gibt! Ich nehme immer so viel hier mit. Wir haben wohl recht ähnliches Haar (jedenfalls hat mir jede Empfehlung von hier geholfen), die Beiträge zu Farbe waren augenöffnend für mich und die Beiträge zur Ernährung sind auch immer spannend. Zudem klingst du ungemein sympathisch und ich fiebere bei den Schwangerschaftsberichten schon regelrecht mit. Danke, danke, danke für dieses schöne Eckchen Internet.

    1. Awwww! 😀 Jetzt muss ich mich erst mal ganz, ganz doll für den letzten Absatz bedanken! Wie lieb von dir! Es ist mir ehrlich eine Freude, wirklich. Das ist so toll, wenn jemand sowas schreibt. 🙂 Danke!

      Von Skinny Fat kann ich ein Lied singen. Wobei in dem Kontext echt der Sport und dabei vor allem Krafttraining echt wichtig zu erwähnen ist (tut Nadja Hermann auch). Wenn du dich da noch weiter einlesen magst sind „Bulkphase“ und „Definitionsphase“ für dich interssant. Kommt aus dem klassischen Bodybuilding, aber was für Extreme geht, geht auch im kleineren Maßstab. Kurzgefasst: es ist vergleichsweise schwierig gleichzeitg Fett ab- und Muskeln aufzubauen, fast unmöglich sogar. Es ist ein Fett weg Muskeldrauf Wechselspiel. Bulk und Definition verfolgen das gezielter und konzentrtieren sich phasenweise erst auf das Eine, dann das andere. Die meisten Mädels, die mit dem BBG von Kayla Itsines trainieren bzw. generell die meisten, die mit einem Workoutprogramm oder einer Diät abnehmen, definieren erst, bauen also Fett ab. Muskelaufbau folgt dann später. Das ist das, wo dann immer davon gesprochen wird, dass man plötzlich so viele Kalorien essen kann. Korrekt. Zum Aufbau braucht man die noch mal mehr als zum Erhalten. Ich wollte z.B. immer gern erst mal bulken, um mein Gewicht generell hochzukriegen (bei dem Aufbau nimmt man nicht nur Muskeln zu, auch Fett und Wasser, völlig normal) und später runterdefinieren, denn dünn genug fand ich mich ja längst. Da ich den AUfbau aber schon nicht hingekriegt habe, ohne meine Makros und Kalorien zu tracken bin ich da nie weiter gekommen. Stagnation auf angenehmem Level, aber doch etwas frustrierend, wenn man da viel Mühe reinsteckt und nicht ganz sieht, wieso sich nix mehr tut.

      Liebe Grüße, Heike

      1. Masse- und Definitionsphase sagen mir was, ich habe das aber aus irgendeinem Grund nie auf mich angewendet (vielleicht, weil ich davon ausging, dass es bei mir nichts zu „definieren“ gibt). Eigentlich Quatsch und du hast absolut recht: Ich will erst Fett abbauen und mich dann später dem Muskelaufbau widmen.

        Die Aufbauschwierigkeiten kenne ich noch aus meiner Jugend, mit 13 konnte ich drei Nutellagläser die Woche mit dem Löffel in mich reinstopfen und man hat trotzdem meine Rippen aus der Entfernung zählen können – hat sich bei mir aber zum Glück (?!) verwachsen. Immerhin hab ich eine nette Oberweite davongetragen, von der ich mich aber geistig schon wieder verabschiedet hab, da nehme ich nämlich leider zuerst ab. 😉

        1. Als Jugendliche hab ich auch so mega gefressen. Das ist aber auch normal, in dem Alter ist der Grundbedarf an Kalorien am höchsten, vor allem bei jungen Männern. Wachstum und so.

  3. Hallo Heike,
    der Post ist wirklich sehr interessant! Ich versuche momentan auch zuzunehmen und habe somit meine Kalorien erhöht. Gleichzeitig versuche ich zu Hause mit Übungen Muskeln aufzubauen, da ich wirklich sehr dünn bin. Momentan tut sich trotzdem nichts auf der Waage. Ich habe einen Reizdarm und denke, dass ich deshalb auch noch mehr Kalorien einberechnen muss. Wie viel Kalorien schätzt du sollte man für einen Diva- Darm einrechnen?

    Liebe Grüße

    1. Puh, du das ist ganz unterschiedlich, je nach Ausnamß. Je mehr Durchfälle man hat, desto mehr. Leaky Gut Syndrome wäre was für dich auch zum Googeln, da wirst du vermutlich dann auch über Paleo stolpern. Dabei ist der Darm in der Aufnahmefähigkeit sehr eingeschränkt, weil im Mikromaßstab „löchrig“. Gibt ein paar Heildiäten, die darauf aussind, das erst mal zu kitten, damit der Darm überhaupt erst wieder so arbeiten kann, wie er soll. Das Buch „Darm mit Charme“ hilft da viel, genauso wie das oben verlinkte Paleo-Buch „It start’s with food.“
      Dann spielt auch wieder mit rein wie groß du bist und wie alt, je größer du bist desto mehr Kalorien musst du auch da reinrechnen, je älter, desto weniger (geringer Grundumsatz).
      Da kann ich dir nicht sagen, wie viel das sein könnte, würde einfach dazu raten, dein Essen zu tracken, dann siehst du, wieviel zu aktuell isst. Wenn nach einer Woche keine Zunahme erfolgt ist, legst du mal 500kcal drauf und schaust wo das dann rauskommt. Nach ein paar Wochen spätestens sollte sich was tun. So die Theorie. Erfahrungen habe ich dazu nicht, auch keine andere Grundlage als gerade meine eigene Logikt. Erfahrungsgemäß musst du dich da selbst sehr durchgoogeln, Ärzte und Ernährungsthemen sind selbst inder Gastroenterologie echt… naja, schwieirg. D gibt es wenig zu holen außer: „Das ist immer eine Individualdiät!“ Vielleicht erzählt man dir noch was zu Ballaststoffen, aber mehr Info habe ich auf diesem ja eigentlich ersten Weg nie bekommen.
      Nüsse, Avocado und alles aus Kokos sind deine Freunde. Hohe Energiedichte bei guten Fetten, also besser als Bratwurst oder so. Wobei ich das ja gern esse. Aber. Tierisches Fett ist immer etwas mit Vorsicht zu genießen, zumal wenn nicht Bio. Das Thema Fleisch ist wirklich sehr individuell gerade für die Verdauung. Taste dich ran. Ein Schritt nach dem anderen und einfach immer weiter machen. 🙂

  4. Hallo Heike,

    eine mehr, der die Fettlogik gefällt, wie schön 🙂

    „[…] und habe dennoch vermutlich schon mehr Eiweiß gegessen als die meisten vor allem Frauen, weil ich gern und viel Fleisch und Fisch esse…“
    Ich glaube, du sitzt da einer „Eiweißlogik“ auf. Wenn man nicht gerade ausschließlich Gemüse und Obst isst, kommt man ganz gut auf seinen Eiweißbedarf, sofern man seinen Kalorienbedarf (größtenteils) erreicht.
    In Getreide ist nicht so wenig Eiweiß drin, wie man denkt/wie ich immer gedacht habe, und der Durchschnittsmensch isst über den Tag durchaus eine relevante Menge davon*. Dazu kommt, dass hier mal Joghurt/Käse/Wurst/Fisch/Hülenfrüchte/Huhn/Ei/Schokolade gegessen, da mal Kaffee mit Milch getrunken wird. Da kommt schon was zusammen. Laut Nationaler Verzehrsstudie [1, S. 103f nach Seitennummer, bzw. S.131f nach Seitennummer des PDFs] unterschreiten 11% der Männer und 15% der Frauen (häufigste Unterschreitung: 21% der Frauen in der Altersgruppe 19-24) den Mindestbedarf laut DACH-Richtlinien (0,8g/kg/d). Also nein. Nicht mehr Eiweiß als der Großteil der Frauen, aber vermutlich mehr Fleisch und Fisch (S.44f, bzw. S.72f im PDF).

    Ich schreibe für Nadja übrigens gerade einen Gastbeitrag zum Thema Eiweiß, ich lasse es dich wissen, sobald der draußen ist.

    Viele Grüße,
    Katja

    * Selbst wenn ich in einer Prüfungsphase keine Zeit habe (Obacht, ich bin nicht „der Durchschnittsmensch“ und das hier ist nicht das, was ich als eine gute Ernährung verstehe), groß zu kochen, sieht der Getreidekonsum in der Regel so aus: 100g Brot + 2* 125g Nudeln. Mit 12g Eiweiß/100g komme ich damit auf 42g Eiweiß, was fast meinem ganzer Mindestbedarf von 44,8g Eiweiß entspricht. Der Rest kommt über Beilagen u.ä. zusammen.

    [1] https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Ernaehrung/NVS_ErgebnisberichtTeil2.pdf?__blob=publicationFile

    1. Hmmm, dann haben wir einfach andere Quellen. Ich lese mich da gern ein und bin ehrlich gespannt auf deinen Beitrag bei Nadja! Sehr cool im Übrigen! Lass mich auf jeden Fall wissen, wenn er online ist.
      Meines Wissens nach ist Eiweiß aus tierischen Quellen kompletter und verfügbarer, außerdem sind diese Lebensmittel (vor allem amgeres Fleisch und Fisch) dichter an Eiweiß als Pflanzen. Bei Pflanzen sind gute werte so bei 10-15 Eiweiß auf 100g. Tierprodukte kommen gut auf über 20% und liefern vollständiges Eiweiß.
      Mein Tagesbedarf liegt auch WEIT höher als deiner mit 90mg Minimum (jetzt rächt sich, dass ich keine Quellen notiert habe), besser 120g für den Aufbau nun. 20% meiner Tagesenergie beziehe ich aus Eiweiß, bei meinen Kalorien wären das eigentlich sogar über 140g am Tag. Da komme ich mit Pflanzen absolut nicht an, zumal ich da auch einfach nichts finde, was ich annehmbar finde: so viele Hülsenfrüchte kriege ich nicht in mich rein und vertrage ich nicht gut. Hanf schmeckt scheußlich. Samen und Nüsse sind super, gleichzeitig aber wieder so fettig, dass ich da auch nicht auf die Masse komme (weil vorher satt). Meine Hauptquellen sind tatsächlich die ganz klassischen, die man im Fitnessbereich oft findet: (mageres) Fleisch, Fisch, Whey, Kichererbsen, Käse, Oatmeal. Ohne das Whey bekomme ich meine Erhaltungsdosis gewuppt, aber nicht die, die ich ja jetzt für Aufbau brauche.
      Ich finde es da sehr spannend zu sehen, wie unterschiedlich da der Bedarf ist. Ich bin ein sehr klassischer Eiweißtyp, ich fahre unglaublich gut mit einer Ernährung mit viel Eiweiß, sehr viel Fett und und wenigen Kohlenhydraten. Ich decke teilweise 50% meines Energiebedarfs aus Fett, das ist ne Menge.
      Ich kenne aber umgekehrt persönlich genug Menschen, die totale Kohlenhydrattypen sind und mit bedeutend weniger eiweiß und fett richtig tolle fitte Körper aufbauen können, samt Muskeln. Was mich zu der Schlussfolgerung animiert, dass es wirklich nur von-bis-Richtwerte sind, was die Makroempfehlungen pro Kilo Körpergewicht angehen. Pi-mal Daumen. Mit den 0,8g pro kg Körpergewicht komme ich vorne und hinten nicht hin, was Leistungsfähigkeit und Aufbau angeht. Zu wenig Eiweiß führt bei mir zu Dauerhunger und sehr ausgeprägten Energietiefs (Hungerlöcher). ABer das bin eben nur ich.
      Nichts desto trotz glaube ich schon, das ich insgesamt sehr eiweißreich esse, eben durch meine Ernährung, die immer noch viel von Paleo hat. Wäre ich nicht schwanger, wäre ich auch noch näher dran. Ich habe jetzt angepasst und die Kohlenhydrate intuitiv erhöht und das dann jetzt auch so in die App eingegeben. Die allgemeine Empfehlung sieht für Schwangere vor, dass sie ihre Energie primär aus Kohlenhydraten beziehen und ich bin nicht sicher genug in meinen eigenen Recherchen um da komplett drauf zu scheißen. 😉 oO nehme ich gerade einen Mittelweg zwischen dieser Empfehlung und dem, was sich seit jahren für mich richtig anfühlt aber ja noch nicht so ganz rund gelaufen ist.
      Ich bin so gespannt darauf, wie es läuft, wenn das Baby da ist und ich wieder Sport treiben kann. Wobei ich, solange ich stille, dann mmer noch nicht repräsentativ bin. Aber muss ich ja auch nicht. Est mal mache ich das für mich und versuche das hier so aufzuarbeiten, dass jeder hier auch für sich selbst etwas rausziehen kann.
      Die von dir verlinkte Studie sagt mir persönlich jetzt nicht so viel. Habe mal zu den Seiten über Proteine (S94) gescrollt und gelesen und mir fehlt eine Bewertung. Bzw. auch eine Begründung. Wo kommen die Richtwerte her? Ich hab jetzt auch keine klügere als: ich habe dort gesucht, wo es offensichtlich funktioniert: im Fitnessbereich und sogar im Bodybuilding.

      Grad noch mal kur recherchiert. Jap. Die D-A-CH-Empfehlungen, also das, was auch auf Lebensmittelpackungen hinten angegeben wird mit dem Tagesbedarf sind bedeutend geringer als das, was im Fitnessbereich gemeinhin empfohlen wird. Oder auch in anderen Ländern. Das weiß ich noch vond er Lektüre der Strunz-Bücher, die sich ja vor allem auf Mikronährstoffe beziehen und er sagt da auch schon sehr deutlich: Deutsche Richtwerte sind jetzt nicht wirklich dolle gut angesetzt, sondern krauchen echt eher beim Minimum rum. Was sich auch mit dem deckt, was ich von einer bekannten Ökotrophologin gehört habe: Da geht es um Mindestwerte. So wie bei Blutwerten auch. Mein Lieblingsthema Ferritin. Mit 15ng/dl noch in der Norm, was aber an sich schon fetter Mangel für viele Stoffwechselprozesse ist.
      der Mensch ist irre anpassungsfähig. Wir fallen ja nicht tot um oder werden sofort krank, wenn uns etwas mangelt, vieles gleichen wir lange irgendwie aus. Aber ich möchte ja nicht gerade so noch ausreichend versorgt sein, sondern optimal. Und da halte ich wirklich jetzt ganz unwissenschaftlich rein von dem, was ich mir in den letzten 2 Jahren angelesen habe die Empfehlungen aus dem Fitnessbereich für bedeutend treffender. Weil es da um Performance geht. Weil es da darum geht, eben nicht nur klarzukommen, sondern aufbauen zu können und auch zu erhalten. Weil man da die Beispiele findet für Menschen, die gut ernährt und gut trainiert sich wirklich praktisch sichtbar verjüngen.
      Mi Vorsicht zu genießen, weil ich ja auch einfach nur das sehe, wonach ich suche und online das gepusht wird, was besonders geile Erfolge zeigt, dennoch scheint mir die Richtung nicht ganz falsch zu sein.
      Ich kann mich irren. In diesem Sinne: sehr gespannt auf deinen Artikel! 😀

      Also: bin sehr gepannt auf deinen Artikel!

        1. Hallo Heike,

          was ein langer Kommentar – vielen Dank 🙂

          Das mit dem pflanzlichen Eiweiß ist so eine Sache – prinzipiell sind die Aminosäureprofile in der Regel unvollständiger, aber durch Kombination kommt man durchaus auf rund 100% biologische Wertigkeit. Getreide und Hülsenfrüchte sind die Kombination schlechthin. Einzelne Pflanzen haben auch eine höhere biologische Wertigkeit als Tierprodukte, Kartoffeln zum Beispiel, aber die konkret enthalten relativ wenig Eiweiß. (Oder kurz: Darauf will ich im Artikel auch eingehen. Urg. Am Ende wird das eher eine Artikelserie als ein einzelner Artikel xD)
          Das mit der Eiweißdichte möchte ich nochmal im Detail durchrechnen, ich will mir da vor allem Eiweiß pro Kalorien ankucken, vielleicht auch pro Volumen. (Hintergrund: Ich habe mir mit zwei Freunden schon ein paar Mal richtig gute Steaks geteilt (geteilt weil teuer). Das sind etwas 100-150g Fleisch pro Nase (und damit im Bereich von 25-40g Eiweiß), aber ich werde davon nicht satt. Gib mir das aus Linsen und ich bin glücklich. Ich glaube aber, dass das schlicht und ergreifend am Volumen hängt, daher die Überlegung.)
          Ja, was den Eiweißgehalt angeht, hast du Recht, das meiste bewegt sich im Bereich von 10-15g, Linsen eher im Bereich von 20-30g /100g Trockengewicht je nach Sorte, aber die muss man vertragen. (Will ich auch reinbringen.)

          Ich gehe bei den 44,8g auch vom Minimum der DGE/DACH aus, im Moment bewege ich mich im Bereich von 60-70g (entspricht ungefähr 1,1-1,2g/kg). Ich nehme an, dass du mit 90g Minimum ungefähr 1,5g/kg ansetzt? Die Quellen würden mich da wirklich interessieren, weil man zwischen 0,8 und 4g/kg alles findet. Ab 3g/kg wird’s mit den Studien schwierig, aber drunter findet man viel.
          Auch, wenn du was zum Thema Nieren und Eiweiß hast. Ich habe mich diesbezüglich noch nicht großartig in Studien eingelesen, nur ein bisschen was überflogen, die überwiegende Meinung scheint mir *im Moment* zu sein, dass bis 2g/kg bei gesunden Nieren ok sind. Bei größeren Mengen ist es ganz oft ein „wundert mich ja jetzt nicht, dass ihr in einem Beobachtungszeitraum von einer Woche keine negativen Auswirkungen auf die Nieren findet“. Wie gesagt, da muss ich noch schauen.
          Dass die DGE/DACH sich mit ihren Empfehlungen eher am unteren Ende bewegt, habe ich auch schon ein paar mal gehört. Ich muss mal kucken, ob ich das so reinnehme.
          Mit 1,1-1,2g/kg geht es mir im Moment ganz gut, das wird aber zumindest zu Teilen daran liegen, dass ich inzwischen auch darauf achte, dass die Vitamine und Mineralstoffe weitestgehend passen. (Ich müsste mich aber in alle nochmal im Detail einlesen. Das war ja das Ding von Strunz, oder?)

          In der Hinsicht bin ich ganz klar ein Kohlenhydrattyp (auch nach dem Stoffwechseltyp). Die Klassiker, die du nennst, „(mageres) Fleisch, Fisch, Whey, Kichererbsen, Käse, Oatmeal“, sind für mich bis auf die Kichererbsen zum Beispiel nicht toll, weil ich davon extrem müde und träge werde. (Ok, bei Milchprodukten und Oatmeal hält sich das in Grenzen, aber bei ersteren vertrage ich das Eiweiß nicht gut und zweiteres mag ich einfach nicht.) Dafür bleibe ich von komplexen Kohlenhydraten sehr lange satt.
          Es ist wirklich gut, das nochmal im Detail zu hören – dann nehme ich die Typen mit in den Artikel. Ich wollte sowieso sowas in der Richtung machen, im Sinne von „finde die Lösung, die für dich passt, nicht die, die als ganz toll angepriesen wird“. Wie gesagt, ich vertrage Milchprodukte nicht gut und wenn ich morgens (insbesondere auswärts) mehr als ein-zwei Eier esse wird mir schlecht. Das kann andersrum ja genauso sein.

          Ach, ich bin vorsichtig bis skeptisch, was die Fitness- und Bodybuildingecke angeht.
          Ich bin’s durch meine Sportarten gewohnt, dass gute Performance nicht wirklich von der sichtbaren(!) Muskelmasse abhängt. Allerdings sind das auch sehr technikbasierte Sportarten: Bouldern und früher Wing Tsun (eine Kung-Fu-Stilrichtung, die es sehr gut erlaubt fehlende Stärke mit Technik wett zu machen – war zumindest in der Schule, in der ich war, so). Mehr Kraft ist bei gleichguter Technik definitiv ein Vorteil, aber viel Kraft kann schlechte Technik nur bis zu einem gewissen Punkt ausgleichen. Und der ist schneller erreicht, als man denkt.
          Mir fehlt im Fitness/BB sehr oft die… Bescheidenheit/Offenheit/Füße-auf-dem-Boden-heit zu sagen, dass „fit/stark aussehen“ nicht zwangsläufig mit „fit/stark sein“ Hand in Hand geht. Bzw. mich ärgert es, wenn „aussehen“ als „sein“ verkauft wird. (Oder andersrum behauptet wird, dass nur Leute mit deutlich sichtbaren Muskeln stark/sportlich erfolgreich wären.)
          Dazu kommt, dass ich ein Mädel im näheren Bekanntenkreis habe, die total auf Fitness und Low-Carb-High-Protein abfährt und mir am Anfang noch Vorträge gehalten hat, wie geil das denn nicht alles ist und ovo-vegetarisch/vegan wäre voll ungesund. Tjo. Sie hatte sich ein halbes Jahr, nachdem sie damit angefangen hatte, einen fetten Eisenmangel angelacht (der inzwischen zum Glück behoben wurde), seitdem gibt’s keine Vorträge mehr. Aber die Einstellung ist für mich für den Bereich prägend geblieben.
          Ich habe absolut nichts gegen ausgewogene, eiweißreiche Ernährung und Fitness/BB, wenn das jemandem Spaß macht. Ich hab nur was dagegen, wenn unausgewogene Ernährung propagiert und „sein“ ausschließlich mit „aussehen“ gleichgesetzt wird.
          Blabla, ist ein Reizthema für mich. Wenn du gute Blogs/Seiten zu dem Thema kennst, gerne her damit, ich würde mich auf lange Sicht gerne damit aussöhnen.

          Und ja, ich lasse dich auf jeden Fall wissen, wenn der Artikel draußen ist.

          Liebe Grüße,
          Katja

          1. Ah ich sehe schon, wir verstehen uns. 🙂 Voll gut. Getreide plus Hülsnefrüchte gleich vollständiges Protein, weiß ich. Ich denke da kollidiert im Fitnessbereich dann einfach auch das häufig praktizierte Low-Carb mit dieser Wahrheit, da die meisten sehr getreidearm unterwegs sind (bis auf Oatmeal und ab und an mal brauner Reis), da geht es dann aber eher um die, die vermeiden wollen zuzunehmen bzw. weiter definieren. Ich für meinen Teil bin da auch raus, weil ich weder getreide noch Hülsenfrüchte in Mengen vertrage. Was du über das Sattwerden schreibst ist genau mein Ding: ich könnte nie so viele Hülsenfrüchte und getreide essen, um damit meinen Eiweißbedarf zu decken, weil das gramm- bzw. volumenmäßig so viel ist, dass ich vorher aufhören müsste. Ich blähe einfach total davon auf und es ist sehr unangenehm. Scheint sehr typisch zu sein, diese Unterscheidung bei Eiweißtypen und Kohlenhydrattypen: Eiweißtypen reagieren oft empfindlich auf Getreide, kriegen davon Sugarcravings, werden nicht richtig satt obwohl sie voll sind, Hülsenfrüchte blähen und die Verdauung liefert insgesamt am Ene des Tages 😉 kein gesund aussehendes Endprodukt, egal ob nun in die zu feste oder zu flüssige Richtung. Kohlenhydrattypen berichten oft von richtigen Bauchschmerzen von vor allem Eiern und einem Widerwillen gegen Fleisch, ebenfalls mit Ergebnissen auf der Toilette, die nicht dazu animieren, das weiterhin essen zu wollen. Ich finde a sowieso, die leute sollten sich mehr angucken „was am Ende rauskommt“, das ist schon aufschlussreich. Aber ich bin da hartgesotten durch meine Colitis und ziemlich schambefreit. Ich sehe das als super Kontrollmöglichkeit, kann aber verstehen, dass manche da ihre Hemmungen haben. Viel Fleisch ist ja z.B. auch für Darmerkrankungen eher verschrien. Ich kenne aber etlich, die damit sehr gut fahren. Beides macht auch Sinn: Fleisch und Eier einserseits stopfen eher, weil keine Ballaststoffe mitkommen, das ist unerwünscht. Gleichzeitig ist es aber leichtv erdaulich, eben weil keine Ballaststoffe mitkommen, der Bläheffekt fehlt und es liefert Energie, die in der regel gut resorbieret werden kann. Viel protein ist super für Gewebewachstum, somit acmht es Sinn sich da im Muskelaufbau mit zu füttern, wenn man Krebs hat, eher nicht, um den Tumor nicht zu füttern.

            Ich hbe oft den Eindruck, dass gerade in der healthfoodszene, die ich ja in den sozialen Netzwerken stark verfolge, die Menschen einfach doch in die Ricjtungen gespült werden, die zu ihnen passen. Was für großartige super fitte Yogis und auch KraftsportlerInnen gibt es, die sich fast nur von Obst ernähren, auf jeden Fall vegan. Hauptsächlich Frauen, wobei das denke ich mehr mit dem Lifestyle zu tun hat, als damit, dass Frauen da mehr für gemacht wären. Umgekehrt viele Omnivore in sämtlichen Sportarten, mit mehr oder weniger stark ausgeprägter Eiweißneigung und dann viele im Kraftsportbereich, die High-Protein/Low-Carb unterwegs sind. Ich finde das schwer zu filtern, weil besagter Lifestyle so stark reinspielt und dabei auch eine präferierte Ästhetik. Bei den Paleos ist allgemin der Ton rauer, da geht es mehr wirklich um Muskeln, Kraft, Crossfit, Lifting und so kram wie Ironman. Männer wie Frauen präsentieren sich in der Szene in der Regel an der Grenze dessen (oder jenseits davon) was aktuelle gesellschaftliche Meinung von „das ist mir jetzt aber zu muskulös“ ist. Eher bulky. Bei den veganern dominiert dagegen die sehr schlanke Version, vor allem bei den Frauen. Omnivor bespielt alles von sehr schlank bis bulky. Wäre also die Frage ob die Fleischfresserei/das viele Eiweiß der Paleos und Co bzw der Bodybuilder dazu führt, dass sie eben so viele Muskeln haben, oder ob da einfach der Lifestyle eine bestimmte bevorzugte Ästhetik bedingt.
            Was die Leistung angeht als „Schein und Sein“, also nicht bloß fit auszusehen, sodnern es auch zu sein, ist wieder ein anderes Fass. Die guten Trainer und damit auch ihre Workputprogramme, die ich kenne gehen ganz klar darauf: Clean Form First! Also Technik zuerst. Es geht darum, was der Körper kann, die Optik zieht dann als Benefit nach. Da wird auch sehr viel Energie reingesteckt das zu kommunizieren, weil sich gute Trainer es nicht leisten können, wenn sich jemand zwar ein Sixpack ansportelt aber gleichzeitig Rückenprobleme provoziert, weil die Antagonistemn nicht mittrainiert wurden. Wie verbreitet das blanke „Sich-Aufpumpen“ dennoch ist, sieht man toll, wenn man mal eine Runde bei YouTube „Gymfails“ guckt. Oder etwas abseits rumgoogelt gerade bei sehr jungen Männern, die sich vermutliches einiges reinpfeifen wovon viel Eiweiß das geringste Problem ist. Man sieht es meist am Gang. Aufgepustet, aber unbeweglich.
            Das ist aber nicht das, was ich meine, wenn ich sage, das ich mich im Fitness- und Bodybuildingbereich auch imnformiere. Gute Informationesquellen waren für mich bisher durch die Bank Fitness Blender, dann Flavio Simonetto (sehr gewöhnungsbedürftiger Typ, aber schon korrekt, Benedict hat anch seinem Programm mal trainiert), dann habe ich mir diverse Seiten zu „if it fits your macros“ durchgelesen, ich kennen den HELP-Guide von Kayla Itsines (ihr Ernährungsguide der allerdings für sehr junge Frauen mit etwa 50-55kg ausgelegt ist, die Definition sehen wollen), dann hatte ich die Bücher „Fit ohne Geräte“ und die Frauemnversion davon hier. Die Stoffwechseltypen die ich im Artikel verlinkt habe waren auch sehr gut, genauso wie für mich als Eiweißtyp dann das Buch der Hartwigs. Alles rund um Whole30 (Paleo) ist fundiert, wenn auch einseitig und ich mag die Art der Kommunikation nicht da typisch Paleo ziemlich brüsk, aber die Infos sind gut.
            Alle Quellen, die für mich mit meinen Zielen und meinem Ernährungstyp relevant waren sprechen von 1g Protein/kg Körpergewicht absolutem Minimum, darunter ist Mangel. 1,5g ist dort meist ideal für Erhaltung, etwa 2g für Aufbau. Und da bin ich dann bei meinen 90-120g am Tag, bzw. mit jetzt mehr Gewicht auch schon eher 100-130g. Empfehlungen für noch mehr Eiweiß sind mir bisher nicht begegnet.
            Ich ahbe auch etliche vegan orientierte Bücher. Vegan ist klassisch High-Carb. Da wird immer davon gesprochen, dass das pflanzliche Eiweiß aus grünem Blattgemüse schon so super ist, dass man sich keine Gedanken mehr machen soll. Ich schaffe es noch nicht mal vegetarisch… Versuche ich das, mutiere ich zum Dauerheißhunger. Alles an mir schreit nach Essen, auch wenn ich voll bin. Es ist nicht mein Weg, aber der von anderen ganz offensichtlich schon, wobei da die wirklich muskulösen Typüen super rar sind und Einzelfälle als Gallionsfiguren heranzitiert werden. Kann aber wie gesagt was damit zu tun haben, dass da der Lifestyle einfach auch anders ist und es viel mehr vegane Frauen als Männer gibt. Da habe ich keine Eiweißempfehlungen zu Gramm pro kg-Körpergewicht gefunden, nur immer wieder allgemein die Aussage: viel Grünzeug reicht und wenn du dann noch Hülsenfrüchte integriert und ab und zu Hanfsamen aufstreuselst und Mandelmilch trinkst, dann passt das schon. Leider recht oberflächlich, aber wenn man wirklich ein Kohlenhydrattyp ist reicht das vermutlich tatsächlich als Info.

            Bezüglich Eiweß und Nieren: Keine Quellen, leider nein. Ich denke bloß so für mich: macht Sinn, dass da gewarnt wird, weil: wer nicht grad im Fitness- UND gesundheitsbereich unterwegs ist, der futtert dann auch einfach viel, was gleichzeitig sehr salzig ist (gerade bei Fleisch- und Milchprodukten nicht unüblich, sodas ich mich frage, ob da nicht des Pudels Kern ist. Kann mir auch vorstellen, dass daher die niedrigen Empfehlungen von DACH kommen, weil was isst denn der Durchschnittsdeutsche? Die Western Standard Diet und das ist so ziemlich der größte Dreck der geht. Viel zu viel verarbeitete Produkte und bei Fleisch und Tierprodukten generell kann ich mir gut vorstellen,d ass das dann eben richtig reinhaut, wenn man von dieser speziellen Sorte Mist besonders viel isst und man da deshalb die Empfehlung runterschraubt. Nicht wegen des Eiweiß an sich sondern wegen dem, was mit dem Eiweiß kommt: Salze, schlechte Fette, Konservierungsstoffe etc.

            Puh… ich glaube ich schicke das jetzt so ab. 🙂
            Hat Spaß gemacht! Guter Austausch! 😀

          2. Es ist sehr interessant auch mal die Gegenseite (Eiweißtyp auf High-Carb) zu sehen. Ich werde den Effekt auf jeden Fall mit in den Artikel nehmen, weil es so wichtig ist, auf eine Art zu essen, mit der es einem gut geht.
            Hülsenfrüchte blähen bei mir übrigens auch, aber wenn ich sie ordentlich durchkoche und gut kaue hält es sich in Grenzen. Schlechtgekaute Nicht-Hülsenfrüchte richten Verheerenderes an.
            Die Verdauungsendprodukte sind übrigens ein guter Punkt 😀

            Ich glaube, dass Bodybuilder generell relativ schnell bei Paleo landen, wenn ihnen viel Tiereiweiß liegt – immerhin hat man damit schwarz auf weiß, dass Kohlenhydrate und insbesondere Getreide nicht toll sind und viel tierisches Eiweiß gut, überspitzt gesagt. Wenn einer dann noch Probleme mit Milch hat, ist paleo im Prinzip perfekt. Ich finde paleo auch sinnvoller als low carb, weil eben auch die Nahrungsqualität betrachtet wird und nicht nur das Verhältnis von Kohlenhydraten zu Eiweiß.
            Ich kann allerdings nicht den Finger drauflegen, warum Yogis häufig bei vegan landen. Vermutlich Lifestyle, eventuell auch von der Philosophie dahinter, aber hm.
            Was die Muskelmasse angeht, glaube ich, dass es vor allem am Sport liegt, den die Leute machen. Bei Yoga und Laufen baut man nicht rasend viel Muskulatur auf, bzw. wenn eher feine Muskulatur. Aerobic, Zumba und generell „typischer Frauensport“ sorgen ja auch nur für eine minimale Muskelbelastung. Bei Kraftsport ist das anders und man bekommt zusätzlich dazu relativ schnell mit, dass man (viel) Eiweiß essen soll, wenn man Muskeln aufbauen will. Davon abgesehen fängt man mit Kraftsport in der Regel an, weil man was an der Optik tun will.
            Am Ende ist es meiner Meinung nach eine Frage von Huhn und Ei – kommen die Leute zu bestimmten Sportarten, weil ihnen die Mentalität zusagt oder passen sich die Leute an die Mentalität an, wenn sie einen Sport lange betreiben?
            Ich kann von meiner Seite aus noch einwerfen, dass sich durch Sportarten, die mir Spaß machen, durchzieht, dass es um sehr feine Bewegungen und Körperkontrolle geht. Reiner Kraftsport mit Geräten ist mir deswegen tendenziell zu langweilig, Aerobic aber auch. Vom Kraftaspekt her bespiele ich an sich von Yoga und Tanzen am einen zu Bouldern und dazu passenden Kraftübungen am anderen Ende alles.

            Vielen Dank, dann lese/höre ich mich mal durch die Quellen. (Die Stoffwechseltypen habe ich übrigens aufgrund deiner Rezension schon gelesen :D)
            Die Empfehlungen für >2g/kg Eiweiß kenne ich vor allem aus der Bodybuilding-Szene, aus der nicht gesundheitsbewussten Ecke. Aber da wird diese Neigung zum Aufpumpen mit reinspielen. Und naja, vermutlich auch, dass die, wie du es so schön sagst, sich Zeug reinpfeifen von dem viel Eiweiß das geringste Problem ist – es kann sehr gut sein, dass unter dem Zeug einfach mehr Eiweiß verstoffwechselt werden kann.

            Ja, deswegen lese ich deinen Blog so gerne und schreibe hier so lange Kommentare 😀

          3. 🙂 Huhu! Schön dich zu lesen! Kann ich das eigentlich auch noch woanders, als nur in den Kommentaren hier? Also, hast du eine Website? Ich wäre sofort leser! Und ich brauche endlich mal nen Feedreader…

            Das mit der Philosophie/Mentalität und dem Huhn und dem Ei ist eine gute Frage, da entscheidet sich glaube ich wirklich viel.
            Welche Sportart einem liegt ist auch wieder spannend, da hatte ich bei meinen MBTI-Recherchen mal was gefunden, das man einfach auch verschiedene Persönlichkeitstypen in verschiedenen bereichen gehäuft findet bzw. bestimmte Bereiche, für bestimmte Personen besonders geeignet sind, wenn sie dabei bleiben wollen/sollen.

            bei Kraftsport ist ja immer noch das Vorurteil sehr präsent, dass man das nur anfängt, wenn man Muskeln aufbauen will, die eher Richtung bulky gehen. Das fdauert ja ewig, bis man da ist. 🙂 Die Trends rund um BBG, Bodyweighttraining, HIIT und Crossfit und Freelatics widerlegen das aktuell ja ein bisschen, wobei dieser Bereich gleichzeitig Leute anzieht, die damit zwar beginnen, dann aber schnell in den eben genannten bulky-Bereich weitergehen und richtig auf Gewichte gehen. Aber die typischen BBG-Mädels machen zwar intensives Krafttraining, aber sind in der Regel sehr schlank dabei. Die „Promis“ unter ihnen sind zwar schon wieder ziemlich athletisch dabei, aber die Masse verschlankt sich einfach primär und wird fitter.

            Oh ja doch, jetzt wo du es sagst! Über 2g Eiweiß pro kg Körpergewicht hab ich auch mal in einem Trainingratgeberbuch von… Joe Manganiello war es glaube ich gesehen. Die

          4. Hallolein 😀
            Einen Blog habe ich nicht. Es war bisher hauptsächlich eine Zeitfrage, aber mir erschien auch die Mischung meiner Interessen immer etwas zu krude, um sie auf einem einzigen Blog zusammenzupacken: Pen-and-Paper-Rollenspiele mit großen Überschneidungen zum Geschichtenerzählen im Allgemeinen, Essen und verwandten Themen, Farb- und Kibbetypen, gelegentlich Romane. Ärmja. Wobei ich mir Essen, Romane und PnP noch zusammen vorstellen könnte. Gespräche beim Lagern, quasi. Ich muss mal darüber nachdenken, falls es was wird, lasse ich es dich wissen.

            (Ich meinte mit Kraftsport Kraftsport mit schweren Gewichten, da hätte ich deutlicher sein sollen.)
            Hm, Vorurteil… wenn man von denen, die Kraftsport mit Geräten betreiben, um in einer Sportart besser zu werden, absieht, dann kenne ich genau einen Mann, der es auf Kraft und nicht primär auf eine sehr wuchtige Optik anlegen würde. (Allerdings ist der auch kein schmales Pflänzchen, mehr so der Typus Bär. Kreuzheben, Bankdrücken und Kniebeugen mit ein paar hundert Kilo halt.) Das kann aber auch an der Altersgruppe Anfang bis Mitte zwanzig liegen. Bei den Frauen kann ich es schlecht einschätzen, da war die Stichprobe im echten Leben ein bisschen zu klein.
            Im Vergleich zum Training mit Gewichten bewegt man unterm Strich bei Bodyweight und Co. vermutlich einfach deutlich weniger Gewicht. Wenn ich mir die Kletterleute bei uns so anschaue – da wird neben dem Klettern viel Bodyweighttraining gemacht oder generell Späße, die auf Körperspannung abzielen – dann sind die Männer durchaus muskulös, aber deutlich schmaler, als reine Kraftsportler (die, die nur mit Gewichten hantieren). Hm. Eher Jet Li als Dwayne Johnson.
            Zu den BBG-Mädels mag ich nicht viel sagen, weil ich die nicht „in echt/in Bewegung“ sehe. Ich meine, ich weiß, wie viel gutes Licht und Posing ausmacht.

            Und ich glaube, zu Mananiello ist dir was verlorgengegangen 😀

          5. Also wenn es mal einen Blog geben sollte, lass es mich wissen. 🙂 Klar, die, die richtig schwere Eisen bewegen, das sind schon in der Regel Kolosse, da hast du Recht.
            Posing und gutes Licht beim BBG, auf jeden Fall, da ist viel Augenwischerei dabei, spätestens wenn die Damen dann anfangen mit Bräune zu arbeiten… dennoch sind die Ergebnisse finde ich sehr krass. Aber junge Menschen, sehr jung meist, da geht das auch noch mal anders als Ü-30. Da gibt es zwar mittlerweile auch genug Beispiele aber da auch schon eher mit diesem „Woah und DAS über 30!“ Weil es einfacher schwieriger wird.
            Blaaa… ich glaube wir könnten ewig hin und her schreiben. Da mich gerade die Kommentarflut zum Folgeartikel etwas erscjlägt, mag ich hier einfach wie am Telefon sagen: „Du ich muss jetzt. Bis bald wieder!“ 😀

  5. Hm – also, ich gebs zu, ich habs nicht zu Ende gelesen. Es schlummert seit Wochen angefangen auf meinem Kindle.
    Eine Anmerkung dazu aber, weil ich mich eben doch persönlich angesprochen fühle.
    „Kaputte Schilddrüse ist keine Ausrede“.
    Ja klaaar, werden jetzt einige denken, der Dicken passt es nicht, dass ihre Ausrede zerpflückt wird.
    Hm – jein.
    Kleiner Erfahrungsbericht.
    Seit bei mir Hashimoto festgestellt wurde, habe ich innerhalb von ein paar Jahren knapp 15 Kilo zugenommen. Gleiches Essverhalten, ich habe mir also nicht plötzlich das Dreifache reingestopft.
    Problem : keine Energie mehr für Sport.
    Ja, wird ein Faktor gewesen sein, sicher.
    Aber auch vor dem Hashi habe ich teilweise monatelang faule Phasen gehabt. Zunahme damals aber: minimal.
    Komisch, dass ich das Gewicht erst wieder verlieren konnte, als die SD ordentlich eingestellt war. Und ich habe es vorher versucht, wirklich.
    Mich zum Sport gezwungen, obwohl ich todmüde war (da bringste natürlich Superleistung). Kaum noch was gegessen. Ich war als Jugendliche zeitweilig magersüchtg, ich „weiß wie’s geht“. Was tat sich? Kaum was.
    Wenn man mal in den einschlägigen Foren ein bisschen liest, hört man solche Geschichten übrigens öfter. Von daher: zu dieser These fehlt mir ein wenig der Glaube.
    Klar, man kann immer sagen, hätteste dich eben noch mehr angestrengt, hättest du es eben einfach NOCH mehr gewollt. Komisch nur, dass es mit gut eingestellter SD plötzlich ging.
    Seltsam, seltsam…
    Klar, das Buch ist darauf ausgelegt, Leuten in den A… zu treten und zu sagen, streng dich halt mehr an. Ist okay, braucht man manchmal.
    Aber hätte ich das Buch 2012 gelesen, ich hätte es mit dem Abnehmen wohl aufgegeben, fest in dem Glauben, es liegt einfach nur am Willen und sonst nix… ehrlich, ich hätte resigniert!

    1. Gegen solche Erfahrungen kann ich natürlich nicht an. Ich kann jetzt nur das widergeben, was Nadja schreibt und sie sagt, Schilddrüse hat einen Effekt von etwa 10% auf den Energiebedarf aber auch sie sagt: Hashimoto ist in dem Kontext die goldene Arschkarte, also in dem bereich ist es extremer. Wenn du dann antriebslos bist hast du nicht nur einen geringeren Bedarf, du verbrauchst auch noch weniger UND machst weniger Sprt und vermutlich macht weniger Antrieb auch weniger Willpower den leckeren Dingen mit mehr Kalorien zu entsagen.
      Das zusammen geht dann sehr schnell auf 15kg plus, wenn es reicht pro Tag etwa 200kcal im Überschuss zu sein um pro Monat locker ein halbes Kilo zuzunehmen. das passt dann auch wieder mit deinen Beobachtungen.
      Es geht Nadja dabei nicht darum, dass es keine Faktoren geben, die es mental/psychisch schwerer machen abzuehmen sondern darum, dass es per se keine körperliche Erkrankung gibt bis auf Elefantiasis ooder andere drastische Sachen, die mir grad nicht einfallen (aber da geht es auch mehr um Wasser als um Fett), die Abnehmen unmöglich macht, weil man dann plötzlich selbst von 1000kcal zun ehmen würde.
      Hormone sind super mächtig und können viel versauen, weil sie eben so massiv auf Laune, Willpower, Antrieb und konzentration wirken. Im Buch geht es ja mehr darum zu entkräften dass das und das physiologisch einfach Mythen sind und dazu gehört das Phänomen, dass man nicht abnehmen kann, weil Schilddrüse und so. Sie gibt nur sehr wenige Tipps recht weit hinten im Buch,w as man machen kann, um sich das Kaloriendefizit zu erleichtern, denn die Fettlogik ist kein Abnehmratgeber in dem Sinne, sondern eben ein Buch, dass es sich auf die Fahne geschrieben hat wissenschaftlich zu entkräften, was gern zu vereinfacht als Wahrheit kursiert aber keine ist.
      Man kann auch mit Diva-Darm zunehmen. Ist nur eben viel schwieriger. genauso kann man mit Schildrüsenproblemen abnehmen, ist halt ätzender als für andere. Nadja Hermann hat übrigens selbst Hashimoto. 🙂
      Dennoch wie direkt zu Anfang geschrieben: gegen solche Erfahrungen, die du selbst gemach hast, kann ich nicht an. Ich glaube dir genauso wie Nadja, ich denke, da gibt es eine große Schnittmenge und dann eben links und rechts davon individuelle Ausreißer.
      Liebe Grüße, Heike

      Liebe Grüße, Heike

      1. Ja, pro Monat ein halbes Kilo – das kommt sogar hin.
        Ich glaube, mein Kommentar kam, so beim zweiten Lesen, etwas harsch rüber, bitte nicht übel nehmen. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass ich neulich das Buch angefangen habe zu lesen, mich über die ersten Kapitel geärgert habe, und, ganz ehrlich, wärs eine Papierausgabe gewesen, ich hätts an die Wand gefetzt (dem Kindle
        wollte ich das nicht antun).
        Keine Ahnung, evtl hätte sich das relativiert, wenn ichs zu Ende gelesen hätte. Nach den ersten Kapiteln kam die Ansprache aus den genannten Gründen für mich aber sehr arrogant rüber.
        Im Grunde ist es ja auch so: mach nur alles richtig (was auch immer das für dich persönlich heißt), und du nimmst ab.
        Ich habe mal in einem der gefühlt 100 Bücher zum Thema Ernährung, die ich gelesen habe, folgenden Satz gefunden: „Es ist fast egal, an welches Programm du dich zum Abnehmen hältst, Hauptsache, du ziehst es zu 100% durch, dann klappt es auch“. Ob das ganz so stimmt – naja, ich könnte mir nie was reinzwängen, nur weil es gesund ist, schmecken muss es schon, aber der Gedanke dahinter ist wohl nicht ganz falsch.
        Wobei ich auch mal was gelesen habe, wo das Kalorienzählen widerlegt wurde, da wurde mehr der Keto-Gedanke propagiert (irgendein Buch mit „Alzheimer vermeiden“ im Titel war das, glaub ich? Oder wars „Lebensmittel“? Irgendwann wars zuviel Input!) Kalorienzählen klappt bestimmt, wenn man es konsequent verfolgt, wobei ich glaube, dass man dann auch automatisch sein Essverhalten allgemein verändert. Vieles wiederholt sich ja auch, wenn man sich mit der Materie beschäftigt, auch wenn die Theorien auf den ersten Blick gegensätzlich sind.
        Sowohl bei Paleo als auch bei Vegan-Glutenfrei-Chemiefrei nach Carr & co. hört man ja immer wieder raus „Pass auf dich auf, achte auf dich, tu dir Gutes, hau dir keinen Müll rein“. Mann muss es halt nur machen. Das Gewicht fällt zwar nicht auf magische Art und Weise plötzlich von dir runter, aber der Allgemeinzustand verbessert sich. Und das ist der Anfang, damit man loslegen kann. Stichwort auch Nähestoffversorgung. Jeder Arzt, der Hashi behandelt, und den man ernst nehmen kann, schaut übrigens ganz besonders auch darauf: gibt es Nährstoffmängel, Stichwort „Nebenbaustellen“. Das geht da nämlich ganz fix. Wobei ich da aber auch mit dem Strunz verquer bin ( hab beide Bücher gelesen), der empfiehlt immer noch ziemlich unreflektiert Jod).
        Klar, dieses Buch hier hat nicht unbedingt Leute mit Hashi als Zielgruppe. Da würde ich ein ganz anderes Buch empfehlen (gibt viele, auch viel Quatsch, aber es gibt eins, das alles Wichtige zusammenfasst, von Izabella Wentz, mir fehlt grad der Titel, gibts mittlerweile aber auch auf deutsch).
        Naja, Fazit: ich werds wohl doch zu Ende lesen.
        Vielleicht kommt da ja doch noch was, das ich mitnehmen kann…

        Leia

        1. Ach was, ich nehme da doch nichts übel. 🙂 Ich kenne dich doch! Und Nadjas Tonfall ist eben schon ziemlich rau, vor allem eben für so ein Samthandschuhthema, aber das ist glaube ich so grundsätzlich nicht ihr Ding.
          Ich habe mal eine sehr schöne Weisheit gelesen: Oft geht es gar nicht darum DEN heiligen Gral zu finden, es geht einfach darum etwas zu ändern. Und die Änderung bringt Menschen dazu sich besser zu fühlen, weswegen sie dann glauben, dass das, was sie tun der Heilige Gral ist. Sind sie der missionierende Typ, dann wollen sie das auch allen anderen aufdrängen. Das ist das, was du meinst mit: Egal welches Programm du machst, hauptsache du hälst dich dran. Letztlich ist das ja auch eine der enormen Schwierigkeiten: Was funktioniert sop gut für mich, dass ich mich dauerhaft dran halten kann und will?
          Abnehmen wie alle anderen Veränderungen auch sind primär Kopfsache, auch wenn es natürlich Handlungen gibt, die ausgeführt werden müssen. Viele Ratgeber funktionieren rein auf der Motivationsebene, viele koppelen Motivation mit Information. Nadja Hermann hier ist fast ein reiner Informationsratgeber. Weswegen ja auch die praktischen Tipps extrem kurz gehalten werden bzw. sie da ja auch sagt, da muss jeder für sich gucken, was passt, hier ist eine Liste, was gängig ist, bitte schön, schau mal, vielleicht ist was dabei. Nichts desto trotz: Kaloriendefizit ist Pflicht und die Ausreden von wegen körperlich nicht dafür gemacht, die habe ich dir genommen, denn sie sind nicht haltbar.

          Sie ist sehr ruppig. Ich hatte mal einen Arzt, der mir einfach gesagt hat: „Wenn das und das nicht gut fpr Sie ist, dann laassen Sie es einfach!“ Haha. das ist dasselbe wie: „mach dir keinen Stress“ oder „rauch einfach nicht mehr“. Klar. Letztlich ist es genau das. Aber das Wörtchen „einfach“ ist der Witz. Es ist nicht einfach. Aber das hat auch niemand behauptet. Schade eigentlich. 🙂

          Liebe Grüße,
          Heike

        2. Danke dir, Leia, für den Buchtipp von Izabella Wentz! Meinst du „Hashimoto im Griff“?

          Ich kann die Erfahrungen bestätigen. 10 kg mehr innerhalb eines Jahres und ich habe die Ernährung nicht verändert, da ich schon immer und ewig meine Kalorien tracke. Es kann aber natürlich auch mit weniger Bewegung zusammen hängen – oder daran, dass sich Hashimoto nicht nur auf die Schilddrüse auswirkt.

          Das ist für mich aber ein Zeichen dafür, dass es eben doch nicht so leicht ist (für den durchschnittlichen Menschen sicher schon) und dass nicht nur der Darm eine Ausnahme von der Regel darstellt, sondern vielleicht noch viel mehr bisher Unerforschtes (was sich letztendlich auch alles auf den Darm auswirken könnte).

  6. Das ist auch das, was ich – bei weitgehender Ahnungslosigkeit – doch nicht ganz glauben kann. Mir ist der Ansatz zu „technisch“ im Sinne von „tue X rein, dann kommt Ergebnis Y raus.“ Ich glaube, so funktionieren Menschen nicht, weder der Körper noch der Rest.

    Was ich einen sehr wertvollen Hinweis finde, ist, den tatsächlichen Kalorienbedarf und auch die tatsächliche Zufuhr nicht zu schätzen, sondern genau zu ermitteln und zu zählen. Ich – als ewiger Hungerhaken, der sich im Defizit ganz wohl fühlt – weiß, dass man sich da gewaltig vertun kann.

    Mein Problem ist ähnlich wie deins – ich müsste, um zuzunehmen, deutlich über 2000 kcal täglich essen, und das finde ich – viel. Ich bin oft einfach vorher satt. Außerdem habe ich eine reizbare Verdauung, die auf ständig Nüsse, Schokolade & Co. irgendwann genervt reagiert, und das kann es ja dann auch nicht sein… Schwieriges Thema!

    1. Nun, wenn man zunehmen will und nur den Rat bekommt, emhr zu essen steht man damit genauso im Regen, wie jemand, der abnehmen mlchte und dem man sagt: Dann iss eben weniger.
      Reizbare Verdauung ist für Menschen die zunehmen wollen sowieo schwer. Das hat schon einen Grund, dass die meisten, die sich mit Darmproblemen rumschlagen eher hager/schmal/dünn sind. Es ist extra schwer und je nach schwere der Verdauungsbeeinträchtigung auch fast unmöglich die Zunahme auf oralem Weg allein zu bewerkstelligen, weswegen bei starken Schüben dann ja öfter auch intravenöse Nahrng gegeben wird. Hatte ich selbst auch schon. Man nimmt nicht zu, wenn der Darm blutet. Punkt. Bei „nur“ sensibler Verdauung ist der erste Schritt ehrauszufinden, was da stört. Durchfälle sind nach Blutungen das zweite große Übel.
      Deswegen kann so paradox es klingt, eine Eliminationsdiät erst mal sinnvoll sein, wenn man als dünner Mensch zunehmen will, um erst mal den Darm auszuheilen. Ist das geschafft geht es vergleichsweise klassisch weiter: Such dir die Nahrungsmittel raus, die du verträgst und die energiedicht sind, bereite sie lecker zu, damit du gern viel davon isst und dann hau rein. Tracken hilft hier wirklich, weil du besser siehst, wo du noch Spielraum hast.
      Ich esse z.B. wirklich gern Salat. Aber damit ich meine Kalorien vollkriege muss da ein üppiges Dressing drauf. Das Gemüse weglassen zugunsten fettigerer, süßerer Speisen ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Es kann unter Umständen einfach auch deshalb schwierig sein, weil viele mit empfindlicher Verdauung die klassischen Dickmacher nicht vertragen, weil sie weder mit viel Fett, noch mit viel zucker noch mit SAlz gut auskommen. Man kommt also nicht in die Situation so ein Gelage zu haben, wie jemand, der das verträgt und sich eine Pizza- oder Kuchenorgie gönnt. Das war für mich immer der Punkt. Ich war dann voll und wollte nicht mehr. Permanentes Überessen ist ekelhaft und der Erfolg war marginal. Es läuft erst besser seit eben erstens der Darm fitter ist und zweitens ich weiß, wie ich mir noch extra Kalorien unterjubeln kann, die ich gut vertrage. In meinem Fall geht immer Avocado, Kokosprodukte, Kakaobutter, Ahornsirup, Banane, Nussbuttern (besser als ganze Nüsse) und fettiger Fisch. Richtiger Süßkram doer fettes Fleisch hat definitiv Grenzen. Aber damit geht viel. Ich koche viel mit Kokosmilch zum Beispiel, das macht schon viel aus. Und ich liebe meine Energiebällchen, die nicht umsonst so heißen.

      Ach so. Was du am Anfang schreibst: tue X rein, dann kommt Y raus. Jein. Also wie gesagt, sobald der Darm beeinträchtigt ist, gilt das nicht mehr. Denn im Zweifel tust du X rein und ziehst Y ab weil Durchfall. Keine ddition in dem Fall. Da geht es dann um verträglichkeiten. Sind die aber gegeben kommt man tatsächlich sehr nah ran und mit solchen Trackern und rechnungen auf jeden Fall bedeutend näher als mit Schätzungen. Es gibt nur sehr wenige Menschen, die intuitiv toal passend essen. Einfach auch deshalb schon, weil uns das hier mittlerweile super schwer gemacht wird mit so viel fertiger Nahrung und vergleichsweise wenigen whole foods, Saisonalität und Regionalität ist so eine Sache und selbst die WholeFoods sind einfach nicht mehr so nährstoffdicht, wie vor noch ein paar Jahrzehnten.
      Es könnte so einfach sein. Ist es aber nicht. 😉
      Liebe Grüße, Heike

  7. Eine tolle Buchvorstellung und persönlicher Einblick. Ich freue mich sehr, dass du es noch gelesen hast und es dir so toll hilft wie mir. Mir geht es ähnlich: wieso hab ich nicht schon früher mit zählen angefangen?! …. Weil ich es wie du einfach sehr kritisch sah und mir immer gesagt habt „nein sowas zwanghaftes machst du nicht! Viel Sport und gesunde Ernährung sollte genügen“… Ja Pustekuchen, wissen wir jetzt beide 😀
    Echt lustig, dass mir kcal-zählen eher sehr viel Spaß macht und mir angenehme Sicherheit gibt.
    Das eher unschöne Layout und die schwarz-weiß-Fotos sind mir auch aufgefallen und fand ich fast schon lustig, weil es so gar nicht zum erfolgreichen Buch passte. Bei einem kleinen Blog wie bei mir, erwartet man eher, dass da unprofessionelle Bilder drin sind. Aber gut ich versteh es – als die Fotos gemacht wurden, hat Nadja nicht an eine Buchveröffentlichung gedacht und hinterher sehr viel aufhübschen ist schwer möglich oder auch einfach teuer? Zum Glück ist der Buchinhalt sooo genial toll, dass ich über den Schönheitsfehler leicht hinweg sehe 😉
    Alles Gute weiterhin und die liebsten Grüße an dich, Mann und dem Küki 😉

    1. Ach und ein Nachtrag zu Eiweiß!
      Ich kann ein Lied davon singen wie sehr man das unterschätzt. Da ich mich vegan ernähre und Hülsenfrüchte bis vor kurzem sehr selten aß bzw. einen Bogen um Soja- und Tofuprodukte gemacht habe (weil ich irrtürmlich dachte, das sei extrem ungesund), war ich enorm unterversorgt was Proteine angeht. Selbst jetzt, wo ich zähle und mit Eiweißshake nachhelfe, ist es gar nicht einfach mein Protein-Soll zu erreichen. Ohne Shake ginge es ehrlich gesagt fast gar nicht! Selbst jetzt beim Gewicht-Halten bzw. minimal und langsam Restfett-abnehmen trinke ich als 1. Frühstück den veganen Eiweißshake mit Sojamilch light – und Tofu ist auch fast ein Muss abendlich, sonst schaffe ich es gar nicht. Und ich hab den Vorteil, dass ich klein bin und kein starkes Muskeltraining mache oder schwanger bin – wo der Bedarf nochmal höhrer wäre!!!

      1. Glaube ich dir sofort! Bei Soja war ich auch sehr lange sehr vorsichtig. Mittlerweile ist es für mich okay, wenn es Bio ist. Konventionell möchte ich das nicht, genauso wenig wie Mais, wegen des Risikos, dass es sich umd genmanipulierte Pflanzen handelen könnte.

    2. Danke schön! 😀 Ich freue mich auch total. Es hat einfach einen richtigen Ruck nach vorn gegeben, mit meinen weiteren Futterrecherchen. Und es schließt eine Lücke und fügt sich sauber ein in das, was ich bisher wusste. Ich bin echt sehr gespannt wo mich das noch hinführt. Uns. Du bist auch schon so so dermaßen weit gekommen, voll toll. Nicht vergessen, du warst eine meine Haupßtanfixerinnen mit dem regelmäßigen Sport. 🙂

  8. Beim Essen zu zählen ging mir immer extrem zuwider. Das ist aufwendig. Man muss sein Essen wiegen und immer nachschauen (oder die App nachschauen lassen) wieviele Nährstoffe jetzt in was sind. Und wie funktioniert das erst unterwegs? Aber wenn ich deinen Artikel so lese, könnten Proteine auch eine Baustelle bei mir sein. Ich esse so gut wie kein Fleisch und vertrage Hülsenfrüchte eher schlecht als recht. Immerhin Milchprodukte esse und vertrage ich in Maßen. Leider stagniert mein Muskelaufbau schon seit zwei Jahren, was sogar meiner Trainerin aufgefallen ist, weil bei meinem Trainingspensum einfach mehr Kondition da sein müsste, die definitiv nicht da ist. Da hast du mich also ertappt. Vielleicht sollte ich doch mal auf meine Proteinzufuhr achten. Und schon kommt der Widerwille. Gibt’s keinen einfacheren Weg?

    Bei Ernährungsstudien muss man tatsächlich vorsichtig sein. Meines Wissens gibt es nicht eine einzige doppelblinde, randomisierte, Crossoverstudie mit hoher Teilnehmerzahl, die nicht große Mängel hat. Nicht umsonst haben wir in der Epidemiology Summerschool immer Ernährungsstudien zerpflückt…so viele Mängel. Das macht das Gebiet so schwierig und sorgt gleichzeitig dafür, dass es immer noch mehr Bücher zu dem Thema gibt, die alle irgendeinen Trend aufgreifen, der zwei Jahre später schon wieder vergessen ist. Weil von wissenschaftlicher Seite tatsächlich eher wenig eindeutig bewiesen ist. Viel Spielraum für eigene Theorien also. Plus, man findet für jede Theorie Studien, die alles unterstützen. Trotzdem ist die Kernaussage über Kaloriendefitit (Abnahme) und Kolorienüberschuss (Zunahme) natürlich richtig. Da spielen trotzdem noch ganz viele Gene mit rein, die es Übergewichtigen genauso schwer machen abzunehmen wie es Untergewichtigen fällt zuzunehmen. Angefangen beim persönlichen Hungergefühl, das genetisch bestimmt ist. Kommt bei manchen früher bei anderen später. Macht für sich allein vielleicht nicht viel aus, aber in der Summe, wenn mehrere Faktoren zusammentreffen halt schon. Ändert aber nichts an der Grundaussage…nur daran wie schwer sie umzusetzen ist. Wenn man von Erkrankungen mit gestörtem Wasserspeicher mal absieht. Die müssen sich auch oft das Gerede um die Kalorienbilanz anhören bis jemand merkt, dass übermäßig Wasser gespeichert wird anstatt Fett.

    Skinny Shaming? Ich wusste nicht, dass es dafür einen Begriff gibt. Hat mich früher sehr gestört als mein IBS noch unbehandelt und ich einige kg leichter war. Als mein Kreislauf aufgrund einer Impfüberempfindlichkeitsreaktion in der Öffentlichkeit zusammengeklappt ist und ich mehrere Minuten bewusstlos war (ja, ein Temperaturanstieg von 37° auf 41° C in einer halben Stunde verursacht sowas schonmal), wurde im Dorf getuschelt, dass ich magersüchtig wäre. Es hätte ja mal jemand nach dem Grund fragen könne anstatt Gerüchte in die Welt zu setzen, die im schlimmsten Fall jemandem schaden können. Meine Mutter wurde als Jugendliche sogar auf einer Arbeitsstelle abgelehnt, weil es ein Gerüchte gab, dass sie magersüchtig sei.

    Ich mag beides nicht. Ich bin ein großer Fan davon Menschen so sein zu lassen wie sie sind. Oder ehrlich nachzufragen bevor man urteilt.

  9. Ich habe dieses Buch nicht komplett lesen können. Ja, mag sein das ich etwas mehr wiege als für meine Körpergröse vorgeschrieben- aber ich bin gesund, fit und fühle mich wohl. Meine Zwillingsschwester ist Magersüchtig. Mehrfach stand sie an der Schwelle. Meine jüngere Schwester ist übergewichtig und verdankt einen großen Teil ihres Gewichtes dem Mobbing durch meine Zwillingsschwester die ihr von klein auf das Essen abwiegen wollte, ihr vorschrieb was sie zu essen hat und und und. Psychoterror den meine Eltern ignorierten. Ich begann mich mit gesunder und umweltfreundlicher ernährung auseinanderzusetzen und teilte meine Beobachtungen mit meiner jüngeren Schwester. Sie ist auf einem guten Weg und wird hoffentlich auch durch die Therapie profitieren. Meine Zwillingsschwester ist im Moment wieder in der Klinik. Sie wird dort so tun als würde sie sich Mühe geben und danach wieder anfangen sich zu schaden und alle anderen zu kontrollieren und belehren. Mein Partner ist der Meinung sie sei ein Narcist. Nun, langsam teile ich seine Meinung. Das Buch ist in einer Art und weise geschrieben die mich an die Sprache meiner Zwillingsschwester erinnert. Toxisch.

    1. das tut mir sehr leid zu lesen, dass du solche Erfahrungen gemacht hast und die Kostellation aus euch drei Schwestern macht es da auch keiner leicht. 🙁 Ich hoffe sehr, dass es deine jüngere Schwester schafft trotzdem ein entspanntes, gesundes Verhältnis zum Essen zu finden und ihr Übergewicht angehen zu können, ohne Angst vor einer Esstörung. Und für deine Zwillingsschwester wünsche ich mir sehr, dass sie zu den Einsichten kommt, die sie braucht, auf welchen Wegen auch immer, Magersucht ist eine schrecklich, komplizierte und vielschichte Erkrankung, die viel zu individuell verläuft, als dass ich mich da jetzt zu irgendeinem Rat hinreißen lassen wollte. Und für dich ebenfalls: Ich hoffe, du schaffst es zusammen mit deinen Schwestern oder auch nur für dich einen Umgang dafür zu finden, wie du dir selbst und ihnen helfen kannst. Ohne Abhängigkeit und Zwang und „einfach“ wohlwollend.
      Dass du in deiner Situation das Buch bzw. die Schreibe als „toxisch“ beschreibst, kann ich absolut nachvollziehen und auch, dass du es nicht zu Ende lesen konntest bzw. wolltest. Da hängt für dich zu viel dran. Das ist das, was ich meinte mit dem Samthandschuh-Thema. Nadja redet Tacheles, etwas was viele sehr schätzen, weil es nicht gar so verbreitet ist in Ratgeberlekrüe. Aber das ist sie eben auch aus gutem Grund nicht, eben weil Menschen, die Rat suchen das meist tun, weil sie schon sensibilisiert sind…
      So oder so: Alles Liebe! Pass schön auf dich auf. 🙂

      1. Guten Morgen 🙂

        Ich bin eben über das Forum auf den Artikel gestoßen und habe mich jetzt gespannt durch den Text und die Kommentare gelesen. Das mit dem Schreibstil hat mich jetzt etwas beschäftigt, vor allem, weil die Resonanz dazu so krass unterschiedlich ausfällt. Allerdings kam das mit der Magersucht eben auch schon einige male. Ich kann mir vorstellen, dass das vielleicht daher kommt, dass ich genau das gegenteilige Problem habe und so geschrieben habe, wie ich es selbst lesen wollen würde.
        Ich bin ein totaler Chaot und klassischer ADS-Träumer, dazu super introvertiert. Das sorgt(e) manchmal dafür, dass Leute mich sehr unterschätzen und mich auf tüddelig-bevormundende Weise behandeln. Ich empfinde es als Zeichen von Respekt, wenn man mir Infos direkt und ohne Drumherum gibt. Ich mag es nicht, wenn jemand für mich entscheidet, was gut für mich ist, und dann z.B. Dinge weglässt. Andererseits bin ich eben ein Typ, der sich eher zu wenig Druck macht und ständig aufschiebt, daher ist es nicht so, dass mich „die harte Wahrheit“ besonders unter Druck setzt.
        Sprich: Für mich war dieses „schonungslos die harten Fakten sagen“ der Umgang, den ich als „Erwachsene auf Augenhöhe“ empfinde, im Gegensatz zu „alles nett verpacken und möglicherweise zu harte Dinge weglassen“, was für mich etwas bevormundendes, von oben herab hat. Aber eben weil ich in dem „Erwachsene auf Augenhöhe“-Modus war und mir selbst sowas keinen Druck macht, erwarte ich auch nicht, dass man das jetzt in irgend einer Weise „befolgen“ muss. Mein Mann ist seit Jahren übergewichtig, hat während meiner Abnahme quasi nebenbei auch ~20kg verloren und ist immernoch übergewichtig. Er will gerne, dass ich ihm mal etwas Druck mache, aber ich hasse selbst nichts mehr, als wenn man mir in mein Essen und/oder Gewicht quatscht, dass ich es nicht über mich bringe – davon abgesehen ist es halt auch einfach seine Sache.
        Was Spiraltänzerin über ihre magersüchtige Schwester schreibt, könnte im Prinzip nicht weiter weg sein von meiner Einstellung und dem, wie ich im echten Leben bin. Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass meine Art zu schreiben, wenn man es im Sinne eines klassischen Ratgebers (was halt für mich eben diesen leichten von-oben-herab-Touch hat) liest so rüberkommt. Falls @Spiraltänzerin diesen Kommentar noch liest: Wenn das was ich geschrieben habe, bei dir in Richtung Psychoterror rüberkam, als ginge es darum, Vorschriften zu machen und zu bevormunden, tut mir das leid. Meine Absicht war und ist, gerade wegen meiner eigenen Geschichte, genau das Gegenteil. Ich hatte gehofft, dass das Buch eher dazu führt, sich zu entspannen, unsinnige Regeln wegzulassen und einen eigenen Weg zu finden, mit dem man gut klarkommt. Essen und das Gewicht sind mit die persönlichsten Dinge, die es gibt.

        Liebe Grüße 🙂

        1. Guten Morgen zurück!
          Wie toll ist das denn, dass du mich und meinen Artikel hier gefunden hast! Und meine dahingeschluderten Kommentare, bei denen ich nicht mehr nach Tippfehlern schaue… *hust* Nun denn. Auf jeden Fall vielen lieben Dank für dein Statement hier. Witzigerweise liest du dich hier sehr anders als im Buch, bzw. auch gar nicht so so witzig, cih schreibe auch für unterschiedliche Medien bedeutend anders, fällt mir grad auf.
          Ich habe mir hier zu Anfangzeiten des Blogs auch schon mal einen ziemlichen Shitstorm eingefangen als es um das Gewichtsthema in anderem Kontext ging, seit dem bin ich vielleicht übervorsichtig, was das angeht und versuche ganz viel an Kritik vorweg zu nehmen.
          Mir hat deine Schreibe wie gesagt sehr zugesagt. Das, was du meinst mit etwas von oben herab bei vielen Ratgebern empfinde ich nicht so, sondern eben sehr als an die Hand nehmen, was aber letztlich wohl aufs selbe rauskommt. Das kann ich nicht immer gut haben, manchmal ist es aber ganz schön (für mich), wenn alles etwas weichgespült wird. Manchmal eben.

          Auf jeden Fall bedanke ich mich herzlich für dein Buch, ich nehme weiter brav und wie berechnet zu und mein Mann, dem ich den Artikel probevorgelesen haben, beovr ich ihn veröffentlicht habe, hat die Fettlogik zwar nicht selbst gelesen, aber war dann so angefixt, dass er jetzt auch trackt. Er ist ein bisschen co-schwanger geworden in den letzten Monaten, wenn du verstehst. 😉 Er nimmt jetzt also ab und wir haben beide Spaß mit dem Tracken. Wir müssen ja noch nicht mal groß anders kochen dadurch, ich esse einfach mehr und haue mir überall noch einen Schuss Kokosöl dran und futtere Nüsse zwischendurch. Wir haben auf jeden Fall echt Spaß und das ist ja auch einfach etwas, was viel darüber bestimmt, ob man der Sache überhaupt eine längere Chance gibt als eine verkrampfte Woche.
          Eine Bekannte wollte es dann auch probieren und sagte aber „Hm, also Obst und Genüse tracke ich nicht, ds ist mir sonst zu krass.“ Ich musste an das Comic mit dem Zimtrezept denken… Ich hab sie so liebevoll bearbeitet, wie ich konnte, dass das nicht so ganz im Sinne des Erfinders ist und dass sie (sehr klein) sich damit selbst ein Bein stellt. Ich bin bei ihr etwas penetranter im Aufnötigen der Infos hier gewesen, weil ich weiß, dass sie sich jetzt Fett absaugen lassen will, weil sie nach 3 Jahren wirklich anspruchsvollem und konsequentem Sportprogramm (HIIT, Gewichte, geführte Programme mit Fitnessblender) einfach immer noch null nach sportlich aussieht sondern immer noch eine Kugel vor sich her trägt. „Diätresistentes Fett“. Määää… Das ist ein schweineteurer invasiver Eingriff… Ich mag ihr das gern ersparen. Aber kann ich natürlich nicht, liegt bei ihr… aber ich hoffe noch, den Termin bekommt man ja nicht von jetzt auf gleich. Sie ist so ein lieber Mensch. Sie hat die Erkenntnis und die Freude so verdient, festzustellen, dass es doch in ihrer Macht liegt etwas zu ändern und dass sie nicht von Natur aus gestraft ist. Mir tut das weh, wenn tolle Menschen sowas über sich selbst sagen…

          Liebe Grüße zurück, ich wünsche einen schönen Sonntag!
          Heike

          P.S.: Dass du ein Forum zur Fettlogik hast, ist bisher an mir vorbei gegangen… da muss ich mal gucken glaube ich. 🙂

        2. Hallo Nadja!
          Ich weiß nicht ob du die Antworten auf dein Kommentar lesen wirst, falls doch will ich die Chance ergreifen und dich hier direkt anschreiben 🙂
          Neben einem riesigen Dankeschön für dieses tolle Buch, will ich dich beruhigen und sagen: man kann es nicht jedem Recht machen – man wird auch nicht jedem sympathisch sein. Das geht gar nicht. Ich empfand dein Buch und Schreibstil einfach nur klasse und wie du schon sagst: es ist auf gleicher Augenhöhe formuliert, direkt, konstruktiv und ehrlich. Man verarscht und belügt sich doch selbst eh genug mit Ausreden, Augenzudrücken usw. Da braucht man kein Weichspüler-Buch, der einen weiter einlullt. (Und eigentlich fand ich dein Buch NICHT hart oder bissig, sondern einfach nur erleuchtend und lustig – fühlte mich in fast jedem Kapitel sehr ertappt hihi)
          Wir sind uns hier vermutlich sehr ähnlich, ich schätze diese Eigenschaften auch sehr an Ärzten.
          Lass dich nicht unterkriegen oder verunsichern! Das wichtigste ist: du hast wirklich viele Menschen erreicht und ihr Leben zum positiven verändert!!! Sehr toll!!! Alle anderen kannst du ignorieren, sie sind vllt noch nicht so weit und brauchen noch mehr Zeit.
          Liebste Grüße!!!

  10. Die Frau hat recht. Leider ist sie eine Person die Narzisstische Züge aufweist. Solche Menschen sind nicht in der Lage ihre Art und Weise zu reflektieren geschweige denn Anderen Tips in konstruktiver Art und Weise zu geben.

    1. Oh, ich glaube, das kann sie schon, trotz narzisstischer Züge wegen mir. Sie ist Psychotherapeutin mit Schwerpunkt auf Ernährung und somit auch auf Essstörungen. Sie könnte in ihrem Job nicht arbeiten, wenn sie dazu nicht fähig wäre. Aber ja, ihr Typ ist nicht unbedingt das, was man als „einfach“ oder „gefällig“ verstehen würde. Sie ist mit Sicherheit nicht für jeden (Patienten) passend. Aber für einige dafür sehr.

    2. Hallo Nina!
      Ganz verstehe ich dein Kommentar nicht – was ist denn an dem Buch und dem Inhalt kein konstruktiver Wegweiser und Ratschlag? Hast du es überhaupt gelesen? Ich denke nicht, sonst würdest du dies nicht behaupten. Ich fand es SEHR konstruktiv und Nadja gar nicht narzistisch. Schade, dass du es so siehst.

  11. Hallo Zusammen,
    sehr interessanter Artikel mit sehr interessanten Kommentaren. Ich habe das Buch nicht gelesen, werde ich auch nicht. Egal ob nun zu viel oder zu wenig auf der Waage, ist es doch immer ein sehr individuelles Problem. Und man muss erstmal an dem Punkt ankommen, an dem man bereit ist,, sich und seine Probleme zu hinterfragen, sonst bringt es meines Erachtens recht wenig. Bei mir ist es ein Zuviel! und man findet gerne Ausreden, obwohl man genau weis wie vernünftige Ernährung und Bewegung auszusehen haben. Darum nimmt von Büchern und Diäten kaum einer langfristig ab. Da muss man schon eine gekonnte Kurve in seinem Leben hinkriegen, um nicht wieder in alte Trott´s zu verfallen. Ratgeber scheinen nur die Geldbörse dünner zu machen und die Herausgeber reicher -deshalb gibt wohl auch so viele von ihnen!.
    LG Sabine

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