23. April 2017

Hallo M****! – Babynamen und wie man sie aussucht

So, die Frau, die ihren Hund Hurley nennt, erklärt euch heute mal, wie „man“ Babynamen aussucht. Bitte das Augenzwinkern nicht überlesen.

„Das ist Hurley.“
„Curly?“
„Nein, Hurley.“
„Ahhh… So wie Liz Hurley?“
„Also eigentlich wie der Dicke von Lost, aber ja, wie Liz Hurley.“
„Sie ist aber eine ganz Süße!“
„Er. Er ist ein Er.“
„Ahhh…“

So läuft das in der Regel, wenn ich meinen Hund irgendwo vorstelle. Nervig, oder? Ich bin auch mittlerweile dazu geneigt ihn „Hörli“ zu schreiben, wenn ich mal in die Situation komme, weil dann erstens alle wissen, wie man ihn als deutscher Hundebesitzer im Alltag ausspricht und zweitens sieht das so süß schweizerisch aus und passt zu dem etwas gemeinen Klischee, dass Schweizer ja so langsam sein sollen (kann ich nicht bestätigen, nur blond sind sie alle! 😉 ) und wenn Hurley-Hörli eins ist, dann langsam. Er hat die Ruhe weg…

Was ich damit sagen will: Offensichtlich haben wir es einmal schon richtig verbockt einen tollen Namen zu vergeben. Keiner weiß, wie man ihn schreibt oder spricht, das Geschlecht ist unklar, man missversteht ihn und selbst ich als Hundemama sage „Hörli“ und nicht „Hurley“ mit amerikanischem „ey“ am Ende. Das ist also quasi meine persönliche Schakkeline. Tut der Liebe keinen Abbruch, aber herzlichen Glückwunsch.

Wie konnte das passieren?

Nun, wir wollten eine Hündin und es wurde recht unerwartet doch ein Rüde und wir hatten keine Namen für diesen Fall parat. Aber Hurley hieß Bobby laut Impfpass, was auch nur ein Name für den Abtransport aus Spanien war also nicht sein ursprünglicher Name. Er war da, früher als erwartet und Bobby fanden wir doof, wir liebten Lost und „Alle lieben Hurley“ (Titel einer Folge) und die kleine Hundewurst ist ein verfressener lockiger Spanier, den eben alle lieben. Zack, Name.
Das ist so ähnlich, als würde ich eine beige Katze, die gern mit Geckos spielt, Danaerys nennen, nach der Mutter der Drachen aus Game of Thrones. Kann man machen, denn… es ist nur ein Haustier. Und ein Haustier hört später sowieso meist besser auf seine zehntausend Kosenamen, aber vor allem, muss es nicht mit seinem Namen in Kindergarten und Schule gehen, es wird nicht vorverurteilt (bzw. es ist ihm egal), es bekommt keine Noten, es muss keinen Job und keinen Lebenspartner finden oder mag vermutlich mit seinem Namen auch keine Marke gründen. Deswegen sind Menschenkindernamen doch etwas besonderes. Und jetzt geht es endlich ans eigentliche Thema.

Babynamen = Menschennamen

Namen für die eigenen Kinder auszusuchen, ist mit das Beste am Schwangersein, wenn ihr mich fragt. Viele (vornehmlich Frauen) machen sich ja schon Gedanken drüber, wie ihre zukünftigen Nachkommen mal heißen sollen, wenn sie selbst noch Kinder sind. Ich für meinen Teil habe den Mädchennamen, den ich vergeben wollte, gefunden als ich 15 war und welch Glück, Benedict war nun, Jahre später, damit einverstanden. Wie wichtig Namen sind, war mir früh bewusst, denn ich mochte meinen eigenen lange Zeit überhaupt so gar nicht, mittlerweile ist er zumindest okay für mich. Heike ist hart und eckig und irgendwie war die Reaktion der meisten darauf immer „So heißt meine Mutter/meine Tante!“, was ich ziemlich blöd fand, denn es hieß automatisch: altbacken und unmodern. Als Jugendliche empfand ich das schon fast als ein Stigma. Was die Zwischenüberschrift hier aber schon schön sagt: Babys werden auch erwachsen und der Name sollte – meiner Meinung nach – dann immer noch passen und nicht nur niedlich sein. Niedlich machen kann man mit Kosenamen, die kommen wie schon gesagt eh von allein.

Verratet ihr den Namen eures Kindes? M****? Ich bin neugierig!

Im privaten Umfeld, da haben wir die Namen schon früh diskutiert, denn ich finde die Gespräche darüber, mega spannend, warum wer welche Namen ausgesucht hat und wer, was und warum mit welchen Namen assoziiert. Seit der Name (und das Geschlecht) feststand, haben wir dann auch Familie und Freunden gesagt, wie unser Töchterchen heißen wird, denn wir wollten unser Baby schon früh ansprechen können. Auch deshalb waren wir so heiß drauf zu erfahren, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist. Denn ein Unisexname wurde es nicht.
Und Überraschung! Hier auf dem Blog bin ich tatsächlich auch so antimainstream, dass ich ihn euch heute verraten werde und nicht bis nach der Geburt warten mag, um das große Geheimnis zu lüften. Das große Geheimnis ist doch sowieso: Oh Gott, was wird das für ein Mensch sein?! Und: Das Kind ist doch schon da. Noch nicht an der Luft, aber sehr wohl real existent und Teil dieser Welt. Ich muss mich sowieso die ganze Zeit zurückhalten, dass ich ihren Namen nicht aus Versehen schon vor diesem Artikel mal instagrame. Bisher heißt sie da ja #babyküki, ihr Arbeitstitel sozusagen.

Wie wir unser Küken nennen, das findet ihr dann weiter unten, Spannungsbogen und so.  (Na, wer scrollt jetzt? :D)

Wonach suchen Eltern Kindernamen aus?

Klang

Das wird immer mit als erstes genannt: der Name muss den Eltern also gefallen, wenn sie ihn aussprechen. Das ist ein Grund für den andauernden Boom der L-Namen (vor allem bei den Mädchen):  Lena, Lea, Lotte, Luise, Laura, Lilly, Lotta, Lisa, Lyn, Luca, Leonie, Leo, Leon, Lukas, Leander, Linus, Liam. Alles sehr weiche Namen, was vielen Eltern entspricht sich einen freundlichen Namen für ihr Kind zu wünschen. M-Namen gehen in die selbe Richtung, sowie Namen mit L in der Mitte und vielen Vokalen vor allem in Kombination mit N als weiterem Konsonanten: Alana, Alina, Elena, Ilja, Mila, Valentin, Ellen. K’s und R’s dagegen machen einen Namen kantiger, T’s spitzer. Fällt besonders bei den typischen Christ…-Namen auf, ebenso bei den norddeutschen -ke Namen, zu denen ich mich selbst zählen kann. Wie somit schon erwähnt, ist mein Name zum Beispiel ein sehr harter. Heike. In Kombination mit Becker (Mädchenname) und Gerkrath auch echt… also ich spreche ihn so weich ich kann aus, damit ich nicht klinge wie Propaganda aus den 40ern.

Assoziation (bei den Eltern)

Nah am Klang ist die Assoziation, bzw. das geht Hand in Hand. Werden Namen als weich oder hart, frech oder süß, klug oder gewitzt empfunden? Bei Mädchen spielt oft die Assoziation in Richtung Grazie, Schönheit und Freundlichkeit eine größere Rolle (Bella, Laura, Linda), bei Jungs mehr der Witz (Linus, Fynn, Lasse, Moritz). Malte ist ein Beispiel dafür, dass ein Name sowohl als weich oder auch als hart empfunden werden kann. Das M und das L machen ihn tendentiell weich, das -te am Ende spitzt den Namen aber wieder zu. Es ist also nicht nur mit den Buchstaben getan, es ist wirklich das, was im Kopf passiert, wenn man den Namen hört. Mir hat man auch schon gesagt, mein Name wäre sanft. Kommt zwar selten vor, aber offensichtlich geht das.

Bedeutung

Diese Attribute um Klang und erste Assoziation sind losgelöst aber tatsächlich doch auch ab und an verbunden mit der tatsächlichen Bedeutung des Namens. Wer nach meinem frühen Schwangerschaftsupdate sich die Folge „Özgür“ vom Tatortreiniger angeguckt hat, der weiß schon mehr. „Özgür“ ist türkisch und bedeutet „Freier Mann“. Dagegen bedeuten mache Trendnamen wirklich… eher unglückliche Dinge. Linus: Das Klagelied, also um nur eine winzige Ecke gedacht, der Jammerlappen. Lea, die Seekuh (die sich abmüht). Da musste ich auch einmal schlucken – und wer von euch Lesern jetzt grad auch?! Heike bedeutet „Herrin des Hauses“, auch jetzt nicht das, was ich mir aussuchen würde, aber zumindest kein Jammerlappen. „Benedict“ ist „Der Gesegnete“. In Kombination mit Gerkrath (Gerk = Kirche = Gemeinde und Rath = Rat = Vorstand) bin ich die Herrin des Hauses und Gemeinderat und Benedict ist der gesegnete Kirchenvorstand. Bös gesagt, hab ich es wohl nie über die Grenzen des Dorfes hinaus geschafft. 😉 Und Benedict hätte eine Karriere bei der Kirche gut gestanden. So.
Bedeutung ist also etwas, was immer mehr Eltern wichtig wird – und umgekehrt aber auch von vielen total ausgespart wird, was dann unter Umständen wie im Falle von Linus ganz schön komisch sein kann. Namensbedeutung herauszufinden ist heute wirklich immer nur einen Googleschritt entfernt. Ein Aufwand, den man werdenden Eltern durchaus zumuten kann, finde ich… Da es aber mehr als nur die Bedeutung ist, was einen Namen trägt, ist es dennoch nachvollziehbar, wenn es auch weiter Linusse und Heikes (Namensplural, auch ganz große Kunst 😉 ) geben wird.
EDIT: Wieder was gelernt: Linus kann auch aus dem Lateinischen für Flachs/Leinen abgeleitet werden und bedeutet dann sinngemäß „der Flachsblonde“. Na, das lässt sich Frau Haselnussblond doch gefallen. 🙂 Besten Dank an meine aufmerksamen Leser und für ihre Kommentare und Anregungen. 🙂

Religion

Mein lieber Herr gesegnerter Kirchenvorstand… Namen mit religiösem Kontext können entweder sehr gewollt oder sehr abgelehnt sein. Benedict als Der Gesegente ist eindeutig kirchlich christlich verankert, Mohammed entspringt dem Islam. Spanier vergeben sogar Jesus, warum auch nicht? In deutschsprachigem Raum ist dieser Vorname allerdings dagegen schon ziemlich fremd. Wer religiös besetze Namen vergibt, vergibt damit ein Statement, das sehr starken Assoziationen von anderen ausgesetzt ist. Etwas, was sehr verbinden und sehr trennen kann. Letzteres ist ein Toleranzproblem, aber eins, über das sich Eltern im Klaren sein sollten. Finde ich.

Ethnie

Gerade bei Kindern mit Migrationshintergrund selbsterklärend, warum dort Wert auf die Wurzeln der Eltern gelegt wird (oder auch gerade ein einheimischer Name gewählt wird, tatsächlich so rum aber eher selten), aber auch bei Kindern in zweiter Generation in Deutschland bzw. bei Kindern von verschiedenen ethnischen Wurzeln ebenfalls üblich, diese Wurzeln im Namen zu tragen. So bleiben viele türkische Familien auch in zweiter und dritter Generation zumindest im Vornamen weiter türkisch, auch wenn der Nachname weggeheiratet worden sein sollte. Auch die Liebe zu einer bestimmten Ethnie/Kultur kann so im Namen ausgedrückt werden, siehe auch weiter unten: „Trendige Ethnien“.

Individualität

Hier gibt es generell Koriphäennamen, bis hin zu selbst ausgedachten Namen, etwas spezielle Schreibweisen oder, oder oder. Manchmal macht es den Eindruck, als hätte man Buchstaben zusammengesetzt und einen Namen erschaffen, so, wie man mit Farben ein Bild malt: sehr frei, sehr kreativ und für Außenstehende oft ohne Widererkennugnswert. Da es den Eltern eben um die Einzigartigkeit des Kindes (oder ihre eigene…) geht, ist das ein Bereich, in dem wirklich sehr fantasievoll mit Namen gespielt werden kann – was erfahrungsgemäß die einen lieben und die anderen zutiefst ablehnen. Marielyn, Marie-Linn, Marry-Lynn oder vielleicht doch Marilin? Wie wär’s mit Marlyna? Zum Beispiel. In dieser Kategorie muss den Eltern klar sein, dass ihr Kind seinen Namen immer wird buchstabieren müssen. Das ist jetzt keine untragbare Bürde, aber es ist eben auch nicht einfach nur Stefan mit F oder mit PH. In den USA sind Fanatsienamen verbreiteter als hier. In Deutschland muss man mit der Frage rechnen: „Ist das überhaupt ein richtiger Name?“, im Zweifel vom Standesbeamten, der die Geburtsurkunde ausstellt. Und wenn er meint, dass es fraglich sein könnte, dass das ein echter Name ist, KANN er ablehnen oder es kann ein Zweitname verlangt werden. Das Internet ist voll von Namen, bei denen man (okay also ich) sich fragt, was sich die Eltern dabei wohl gedacht haben. Im Zweifel mehr, als ich Ignorant in dem Moment ihnen zuschreiben mag, was viel über Vorurteile in mir aussagt aber – ich schließe von mir auf andere – auch darüber, was sich wohl viele andere auch denken: „Echt jetzt?! Euer Ernst?“ Da es um Individualiät geht, ist es nur zu nachvollziehbar, dass auf diese Meinung von außen kein Wert gelegt wird und somit ist wieder gut nachvollziehbar, wieso solche Namen die teils kreativsten Blüten treiben. Ich selbst werde durch meine Recherche und die Gespräche zu diesem Artikel immer toleranter, weil ich die Beweggründe besser nachvollziehen kann und eben nicht mehr nur „Nicht wirklich…“ denke.

Berühmte Vorbilder

Oft nah bei den Individualisten verortet, haben diese Eltern einen echten oder fiktiven Charakter vor Augen, der sie so beeindruckt hat, dass sie den Namen ihrem Kind geben möchten. Oder vielleicht mochten sie auch bloß den Klang. Oder die Bedeutung, hier gibt es also eine Durchmischung, vor allem mit den besagten Individualisten, sodass sich hier Namen wie zum Beispiel Daenerys oder Eowyn finden lassen. Ron, Hermine und Harry vielleicht auch, aber tatsächlich sind es vor allem im Bereich der Fiktion sehr oft die Fantasyhelden, die zum Vorbild gereichen (hey, Harry Potter ist auch Fantasy! Aber ich meine die eher etwas… keltischere Fantasie, mittelalterlich, Feen, Elfen, Gestaltwandler. Sowas), im Bereich der realen Promis sind es Schauspieler, Sänger und Fußballer. Die Namen haben sehr oft keinen „typische deutschen“ Klang, was jetzt bitte nicht mit falschem Patriotismus meinerseits verwechselt werden sollte, aber Daenerys Tagaryen oder auch noch Daenerys Miller ist was anderes als Daenerys Hoppenstedt. Deutsch hat eine sehr typische Klangfarbe, was oft zu verhunzten Vornamen führt (Däneriss Hoppenstedt und eben die viel besungene Schakkeline) oder einfach zu etwas zusammengestückten Namen, da Vor- und Nachname nicht gut passen. Siehe weiter unten. Kein Drama, aber etwas, was „man“ im Kopf behalten sollte/könnte/wollte…
Wer einen wundervollen Linus kennt, der wird vermutlich auch weiterhin an dem Namen hängen, auch nachdem ich jetzt erklärt habe, dass dieser leider „Klagegesang“ bedeutet. Die Bedeutung trägt sich dann mehr über das Vorbild als über den Ursprung.

Modenamen

Für viele enorm wichtig, dass der Name modern klingt, für andere ein Killkriterium, wenn sie auf beliebte-vornamen.de oder auf ähnlichen Portalen herausfinden, dass ihr Lieblingsname in den Top-5 des letzten Jahres war. In meiner Generation die Julias, Stefanies, Annas, Sebastians und Michaels sowie die ganzen Christ- namen: Christoph, Kristina, Christian…Wir wollten zum Beispiel keinen Modenamen, das ist dann wohl unser Ausdruck vom Wunsch nach Individualität jenseits von Namen aus Büchern, aber die, die mir vor allem in den ersten Brainstormingrunden gefielen, waren ziemlich zielsicher mindestens in den Top 20. Spannend dabei ist, dass viele (vor allem Frauen wieder) ja schon jahrelang einen Wunschnamen mit sich herum tragen, lange bevor die Namen Trend wurden. Und wenn sie dann selbst in die Familiengründung gehen, dann gilt dasselbe für ihre GenerationsgenossInnen, die offensichtlich ebenfalls denselben Namen schon lange im Herzen bewegt haben. Das führt dann dazu, dass viele sagen: „Mir egal, dass das jetzt Trend ist, ich wollte den Namen schon ewig!“ der Trend ist somit eigentlich vermutlich älter als das Jahr, in dem er sich im Ranking niederschlägt. Ich mochte zum Beispiel schon seit Jahren Emma oder Leon sehr gern. Tada!

Top 5 der Mädchenname 2016:
1. Mia
2. Emma
3. Sofia/Sophia
4. Hannah/Hanna
5. Emilia

Top 5 der Jungennamen 2016:
1. Ben
2. Paul
3. Jonas
4. Elias
5. Leon
(Quelle für beide Ranglisten ist eben genannte Website, beliebte-vornamen.de)

Modenamen erhöhen nicht nur die Wahscheinlichkeit, dass es Kinder im Dunstkreis gibt, die identisch heißen (gesamtstatistisch gesehen ist das Risiko selbst in den Top-10 gar nicht soooo stark erhöht, da aber Modenamen auch immer eine gewisse Peergroup haben, sind in der Realität dann doch sehr viele Lillys und Mias im selben Kindergarten. Peergroup, Wohnort und Bildungsstätte sind verzahnt), sondern sie legen auch eine Altersassoziation fest. So, wie ich immer vom Namen her bei den Ü-50ern einsortiert werde und würde ich jetzt von jemandem hören, der sich bei uns im Büro bewirbt, der Fynn heißt, würde ich mit jemandem rechnen, der nach einem Ausbildungsplatz sucht und nicht sich auf einen Abteilungsleiterposten bewirbt. Natürlich, die Modenamen der Zukunft vorherzusehen ist nicht möglich. Ich denke, jeder von uns kennt einen Kevin (zumindest vom Hörensagen), der Kevin benannt wurde, bevor der Name zum Stigma wurde.

Ein seriöser Name

Vielen Eltern ist es wichtig, dass ihr Kind mit seinem Namen „alles werden kann“, egal ob netter Nachbar, Banker oder Bundeskanzler. Hier sind vor allem die männlichen Vornamen sehr stark durch ein paar Klassiker geprägt, mit denen man „nichts falsch machen“ kann, da sie keine negativen Assoziationen haben außer eventuell Spießigkeit und etwas Einfallslosigkeit, womit Eltern, die diese Namen vergeben, in der Regel gut leben können, Hauptsche, das Risiko einen Kevin zu wählen ist gleich Null. Diese Namen dienen auch tatsächlich stark zur Abgrenzung nach unten. Es finden sich hier viele Alexanders, Maximilians, Charlottes und Sophies. Etwas weiter auf die  Spitze getrieben, sind dann die sehr altdeutschen Namen, die in unserer Großelterngeneration beliebt waren, die eine noch stärkere Abgrenzung nach unten bieten und den Anklang von „aus gutem Hause“ haben sollen: Wilhelm, Elisabeth und Co. Obacht für Eltern, die das im Sinne haben: der Grat ist hier sehr schmal zu den „Alternativen“, die ihre Kindern so nennen, weil sie wirklich einfach die Oma lieb haben und die Sache mit den Namen nicht so eng sehen. Ein bisschen so wie meine liebe Nickike, die ihre Meerschweinchen Adelheid und Ottilie nennt.
Ich mag dazu noch sagen: Ich kann das Bedürfnis verstehen, keinen Namen zu wählen, der sozial- oder bildungsschwach klingt, gibt es doch genug Artikel zu Studien, die belegen, dass Kindern mit seriösen Namen mehr zugetraut wird als Kindern mit traditionell bildungsferneren Namen. Einfach mal Kevinismus googlen. Gleichzeitig führt diese bewusste Abgrenzung dazu, die Problematik zu verschärfen, wenn auch nicht für das eigene Kind, so doch für die anderen. Beziehungsweise… ich habe dann auch ein eigenes Bild im Kopf von Eltern, denen ein möglichst elitärer Name wichtig ist und dieses Bild hat etwas mit Intoleranz meinerseits zu tun aber auch viel mit Intoleranz auf Seiten dieser Eltern.
Ganz schön kompliziert, oder? Ich sagte ja, Namen sind echt spannend und da gibt es keine absolute Wahrheit, sondern nur Sichtweisen. Ich finde, es schadet nicht unterschiedliche Standpunkte einzunehmen, um zumindest einmal diese Aussichten kurz wirken zu lassen.

Familientradition

Muss an die obere Kategorie anschließen. In einigen Familien wird ein Name immer weiter gegeben. Traditionell als Zweitname. Alle Jung heißen Johannes. Alle Mädchen heißen Luise. Zum Beispiel. Hier wird ein Name vererbt, der sich nicht wegheiraten lässt. In diesem Bereich finden sich viele der positiv gesagt „akademischen“, negativ umschrieben „spießig altbackenen“  oder wie von mir eben erwähnt „elitären“ Namen: Wilhelm, Karl, Gustav, Wolfgang. Elisabth, Maria, Grete. In wie weit man das so empfindet ist, wieder eine Frage der Assoziation, des Standpunktes, der Sichtweise. Familientradition hat aber einen bedeutend größeren Sympathiebonus als der blanke Wunsch nach Abgrenzung von „den anderen“. Es ist mehr ein „Ich gebe meinem Kind etwas mit“ als ein „Ich mache klar, dass es auf jeden Fall aufs Gymnasium gehen wird.“ (und danach auf die Uni, Regelstudienzeit, summa cum laude, Doktortitel, Weltherrschaft) 😉 Ich erinnere an meine Anfangaussage zum Thema Augenzwinkern. Manches muss man etwas überspitzen, um zu zeigen, was in Köpfen von Menschen so vorgehen kann, auch oft eher unterbewusst. Mein Hund heißt Hurley und der Name Wilhelm stand kurz im Raum für unser Kind, wegen besagter Familientradition. Ich würde trotzdem nie von mir behaupten, deshalb wahlweise eine Version von „Schantall, tu ma die Omma winken!“ oder einer elitären Arroganzmutter zu sein.

Kosenamen und Abkürzungen

Auch hier wieder zwei Lager (plus vielleicht ein neutrales): Manche Eltern wollen einen Namen, der sich im Alltag schön abkürzen lässt, andere wollen diese „Verunglimpfung“ auf keinen Fall. Zum Beispiel Liliane, die dann Lilly gerufen wird. Oder Heike, die sich kaum verniedlichen lässt. Kaum. Eltern, seid euch bewusst, da findet sich immer was. Ich klinge jetzt eben etwas finnisch, bin ich doch für viele mittlerweile Heiki, womit ich sehr gut leben kann und auch wenn Mama mit Heike und Kerstin sich seinerzeit wirklich Mühe gegeben hat unkaputtbare Namen für ihre Töchter zu finden, auch Kerstin war mal eine Kerry. So oder so ist das Thema Spitznamen und Verballhornungen nicht zu vernachlässigen. Ein Rafael wird schnell ein Raffi, Lana ist rückwärts leider Anal und wer kennt nicht einen Sebastian, der Basti-Spasti gerufen wurde? Sollte man wissen und vor allem, wenn es um ethnische Namen geht wie Taufick oder Ferda, bei denen die bösen Spitznamen vorprogrammiert sind. Auch der gute Özgür wird wohl ein Özi werden.

No Gos

Namensgeberischer Kindsmord sind Namen wie Adolf oder Osama. Versteht sich bitte von selbst. Kinder mit solchen Namen dürfen sich auch umbenennen – oder sie hoffen auf einen Zweitnamen wie bei Barack Hussein Obama. Wobei Barack seinen Namen ja erhalten hat bevor Hussein zur Prominenz wurde, ein prominenter Früh-Kevin sozusagen… Man kann also nie wissen, was kommt. Aber doch Adolf ist raus und Germania eher auch.

Der Nachname!!!

Oweia! Bitte, bitte, bitte, aufpassen! Ellen Bogen. Claire Grube. Der viel besungene Axel Schweiß. Soviel zu den offensichtlichen No-Gos. Kathrin Ackermann (K. Ackermann) hat es aber garantiert auch nicht leicht mit ihrem Kürzel. Ob man sowas will wie Honey Bader (Honey B. = Honey Bee = Honigbiene), muss man wissen, das Risiko ist im Deutschen aber eher gering.
Jenseits dieser Wortspiele ist hier wieder der Klang nicht zu verachten, wobei da viele gerade bei Mädchen sagen: „Wenn sie heiratet ist das eh anders!“ Nun… muss nicht und kann dauern. Und tja, Heike Gerkrath, ich weiß, wovon ich spreche. Besonders solch harten Vornamen und harten Nachnamen gelten als schwierig, da sie sehr harsch in der Aussprache sein können. Andere Namen neigen zum Lallen. Leander Lehrer zum Beispiel, auch wenn Alliterationen einen eigenen Reiz haben. Marit Zimmermann. Das klingt schnell wie Maritz und erschafft einen Namen, der so gar nicht vorgesehen war. Ist das Schlimm? Nein. Tatsächich aber etwas, was für viele ganz oben steht auf der Liste dessen, was sie abklopfen, wenn der Vorname gesucht wird.
Im selben Kontext noch die schon erwähnte Schwierigkeit mit Vor- und Nachname aus verschiedenen Ethnien. Deutsche Nachnamen verzeihen da leider recht wenig, da Deutsch einen sehr eigenen Klang hat. Englische Nachnamen sind da gefälliger. Ich kenne einen Kerry Bleck. Das geht noch vergleichsweise gut, weil „Bleck“ wie Englisch „Black“ klingt. Kerry Gold dagegen wäre schon wieder ein Witz.

Doppel- und Mehrfachnamen

Zunächst zu unterscheiden nach: Mit oder ohne Bindestrich? Gaaaaanz wichtig. Mit Bindestrich MUSS das Kind später immer beide Namen angeben. Marie-Luise ist Marie-Luise und nicht Marie oder Luise. Marie Luise dagegen kann sich aussuchen, ob sie mit beiden Namen angesprochen und angeschrieben werden möchte oder nur mit Marie oder nur mit Luise. Ein großes Argument für Mehrfachnamen ohne Bindestrich ist die Variabilität. Eltern, denen mehrere Kriterien sehr wichtig sind, können unterschiedliche Namen kombinieren und müssen sich nicht zwischen Lieblingsnnamen und Familientradition entscheiden, sie machen beides und das hat für das Kind im Alltag keinerlei Auswirkungen, es ei denn es will es. Ein wie ich finde sehr schönes Argument für Mehrfachnamen hat mir ein Kollege gegeben, der seinem Sohn einen Dreifachnamen gegeben hat: Er wollte, dass der Sohn für alle Eventualitäten gerüstet ist. Er hat einen unauffälligen „Allerweltsnamen“ mit dem man nicht viel falsch machen kann, der sich einfügt und keine Fragen aufwirft, dann einen sehr traditionellen Namen, mit dem er auch Herr von und zu sein könnte und einen dritten sehr extrovertierten Namen, falls der Gute mal Lust haben sollte künstlerisch aktiv zu sein oder ein Pseudonym braucht (was er somit nicht mehr braucht). Das ist viel gewollt mit nur einem Vornamen, aber die Idee fand ich gut. Bei Mehrfachnamen gilt dasselbe wie auch bei der Vor- und Nachnamenkombination: Manche Reihungen sind etwas merkwürdig. Tom Martin Mark spricht sich leider wie Tomatenmark. Zum Beispiel. Bei Namen bitte immer laut denken.

Geschwisternamen

Kurz angerissen, wer schon Kinder hat oder mehrere plant, denkt oft auch darüber nach, wie die Namen in Kombination funktionieren. Klassiker sind gleiche Anfangsbuchstaben (Nina und Noah), gleiche Silbenanzahl (Lisa und Sarah) ähnliche Sprechweise (Henrik und Jannik) und noch ein paar andere Kombinationen. Hier gilt es den Kindern genug Individualität zu lassen und gleichzeitig nicht eines durch den Namen etwas auszugrenzen: Wenn Simone und Lukas Müller zwei Kinder haben und eins heißt Julia und das andere Lex-Noel fragt sich jeder, was denn bitte mit Lex-Noel so anders ist. Etwas nach Pat und Patterchen klingen dagegen Kombinationen wie Maria und Mario, Stefan und Stefanie oder Selma und Luise… oder gar Selma und Patty… Hust.

Kevinismus, Chantallisator und die Assoziationen der anderen

Tja, für viele Eltern mit der härteste Teil der Namensvergabe: aber wenn sie ehrlich mit sich sein wollen, müssen sie auch daran denken, was andere über den Namen des Kindes denken werden. Im Prinzip habe ich die ganze Zeit hier über fast nichts anderes geschrieben. Ich empfehle noch mal die Folge „Özgür“ vom Tatortreiniger. Manche Namen sind dermaßen negativ besetzt, obwohl sie nicht Adolf oder Osama lauten, dass man bei der Vergabe bitte wirklich einmal in sich gehen sollte. Dass der Begriff Kevinismus existiert, sagt leider alles. Kevinismus bedeutet, dass es Namen gibt, die dermaßen stark mit „Unterschichtenkind!“ besetzt sind, dass dem Kind tatsächlich!!! weniger zugetraut wird. Dazu gehören natürlich Kevin, Chantalle, Jaqueline und leider sehr, sehr viele Namen aus dem Individualistenbereich (ich habe es dort schon angerissen), sowie aus dem der „Wir haben unser Kind nach dem und dem Filmhelden/Schauspieler benannt“ an. Jean-Claude. Na, was für Bilder entstehen im Kopf? Das ist nicht fair und vorveruteilt das Kind vollkommen ungerecht ABER Menschen sind so. Und zwar nicht nur die anderen. Ich auch. Da muss ich mich bewusst am Riemen reißen, um nicht zu denken „Schantall, tu ma die Omma winken!“, vor Augen die totblondierteste Ruhrpottische mit Kippe im Mundwinkel, wie sie ihrem Töchterchen mit Asipalme im pinken Vollplastikbuggee genau das zubrüllt, weil gegenüber auf der anderen Seite der Kreuzung Omma im Tigerschlabberpulli steht. Einmal bitte volle Breitseite garstigst gemeine Vorurteilsassoziationen, über die man bei Cindy aus Marzan lachen kann (oder vielleicht auch hier auf dem Blog), aber wenn man im Deutsch-LK, dann Schakkeline als Klassenbeste an der Tafel stehen sieht, zuckt es innerlich einmal, oder? Bitter. Eigentlich. Wirklich. Es sagt mehr über uns aus, als über das Kind. Es gibt den Chantallisator im Netz, in den man „normale“ (eigentlich jeden) Namen eingeben kann und das System spuckt einen der leider so typischen Doppelnamen aus wie Marischa-Lane oder Sean-Iron. Man kann wohl nur darüber lachen, wenn man selbst weit genug davon entfernt ist so zu heißen, ansonsten ist allein die Existenz einer solchen Toleranzvernichtungsmaschine ein Schlag ins Gesicht. Und an dem Punkt beiße ich mir einmal innen auf die Wange. Weil ich…  ja, darüber auch schon sehr oft gelacht habe.

Trendige Ethnien

Gerade als Abgrenzung auch zu den meist englischsprachigen Chantallisatornamen gibt es andere Namensbereiche, die aussagen: „Also wir nicht!“ Vor allem sind wir mega pädagogisch und gebildet und alternativ. Vorneweg seit Jahren die skandinavischen Namen mit Lotta, Madita, Ole, Lasse und anderen von mir sowohl liebevoll als auch augenzwinkend „Ikea-Namen“ genannten Vornamen. Ich mag die tatsächlich auch gern, komme aber nie umhin eben daran zu denken, dass bestimmt bald ein Hocker so heißen könnte. Holländische Namen wie Maite haben auch einen kleinen Boom erlebt. Auch französische Namen sind für viele positiv besetzt (ich hebe mal vorsichtig die Hand, ich Trendopfer…).

Geschaaaaafft!

Das sind so die großen Themenbereiche, die man abklopfen kann oder vielleicht auch ein bisschen sollte, wenn man einem Kind (einem Meschen!) einen Namen geben möchte und muss. Eine Menge, oder? Ihr habt schon heraus gelesen, dass ich einiges davon wichtiger finde, als anderes, aber ich allgemein finde, dass es bis auf vielleicht Adolf, Kevin und Claire Grube wirklich für jeden Namen letztlich eine Begründung gibt und dass es gut so ist, dass man wählen darf und kann. Mir doch egal, was die anderen denken, kann man sich zur Mentalität machen und darauf schimpfen wie vorurteilsbehaftet die Welt ist: Ich persönlich halte diese Herangehensweise für leider recht kurzsichtig, denn Menschen funktionieren so nicht. Das ist so, wie wenn ich sage, dass es doch egal ist mit welcher Kleidung ich ins Bewerbungsgespräche gehe, wenn ich doch den tollsten Lebenslauf und die besten Fähigkeiten habe. Leider nein. Der Mensch ist… oberflächlicher als oft wünschenswert wäre. Hier wird über einen anderen Menschen entschieden, das macht es sehr viel schwerer als wenn man für sich selbst einen Namen aussuchen könnte, mit dem man ja nur selbst leben muss.

#babykükis Name

Und nun, endlich, wie wird sie denn nun heißen? Wie ich schon verraten hatte, bekommen wir eine kleine Ellen Bogen, äh, also ein Mädchen, dennoch mag ich die Namenssuche für beide Geschlechter aufdröseln.

Allgemein

Wir haben ALLE Kategorien beachtet, die ich oben angeführt habe, einfach schon dadurch, dass ich Bock auf diesen Artikel hatte und recherchiert habe. Aber einige Kriterien waren uns wichtiger als andere, manche vielleicht sogar ein bisschen wurst. 😉
Erstes Kriterium für uns: ganz klassisch, der Klang. Oder eben auch: Mögen wir den Namen? Einfach mal überlegen, was man so für Namen kennt. Wir haben meist nach dem Veto-Prinzip gearbeitet, da ich mega in Schwung war und Benedict schnell angefangen hat sich im Kreis zu drehen mit der Aussage: „Wir müssen jetzt über was anderes reden, ich habe nur noch Namen im Kopf“. Ich habe also vorgeschlagen und er hat gesagt, dass er den Namen okay findet oder auch nicht. Da er die meisten nicht mochte, waren nur wenige in der engeren Wahl. Ich hatte da schon vorselektiert nach meinen eigenen Klang- und Assoziationsvorlieben und hatte die Bedeutung gegengecheckt, denn eine  negative Bedeutung wie Seekuh oder  Jammerlappen wollte ich auf keinen Fall, ich brauchte für mein Seelenheil aber auch nicht den oberbedeutungschwangeren Namen wie zum Beispiel „Der Beschützer“ (Alexander, ein schöner Name in meinen Ohren und meinem Gefühl), auch wenn das natürlich gern von mir gesehen worden wäre.

Klar war also, der Name muss gefallen, die Bedeutung ist zweitranging, darf aber auf keinen Fall negativ sein, wünschenswert wäre eine tiefere Bedeutung. Wir sind beide deutsch mit einem sehr hart deutschen Nachnamen, von daher haben wir uns Namen gewünscht, die die Härte von Gerkrath ausgleichen und deutsch konotiert werden. Schnell war klar: Es würde ein Doppelname ohne Bindestrich werden, aus der selben Argumentation heraus wie seinerzeit mein Kollege: mehr Namen, mehr Möglichkeiten, flexibler. Aber es sollte nur ein Rufname sein.

Ich mag meist kurze ein- bis zweisilbige Namen. Wir haben keinen Familientraditionsnamen, auch wenn wir die Familie gern bedenken wollten. Die Zweitnamen meiner Mutter standen für ein Mädchen zur Debatte ebenso wie der Name von Benedicts Mutter, aber auf keinen konnten wir uns einigen, denn Klang und Assoziation passte für mindestens einen von uns nicht. Die Väternamen waren ebenfalls schnell aussortiert.

Benedict stand vor der Bredouille, dass er als Lehrer durch etwas „schwierige“ Schüler sehr viele gebranntmarkte Namen hat, die er so nicht für sein Kind nehmen wollte. Ich stand vor dem Dilemma meine Lieblingsnamen an meine Romanfiguren verteilt zu haben: Jakob, Tom, Ellen und Anna, sowie für Nebenrollen noch weitere meiner Top-10. Ätsch, denn die Charaktere sind nicht alle so, dass ich sie als Vorlage auch für meinen Sohn oder meine Tochter nehmen wollen würde.

Der Jungenname.

Boah, ich verrate den! Und das, obwohl wir keinen Jungen bekommen! Was wenn mir jetzt eine meiner Freundinnen den Namen wegschnappt?! Eine tiefverankerte Sorge vieler Neumuttis. Ich bin da nicht so. Dann heißen die Kinder eben gleich. Der Rufname bedeutet „Zwilling“. Unspektakulär aber eben auch nicht negativ. Er ist kurz, geht gut zu Gerkrath ist für sowohl Benedict als auch mich durch die Bank positiv besetzt und ist, tatsächlich!, einem fiktiven Charakter entlehnt. Hurley aus Lost Zwei Punkt Null… Und das war gar keine Absicht! Das ist so passiert! Es ist der Name eines der positivsten (fiktiven) Menschen, die ich kenne: stark, loyal, integer, freundlich, witzig und entspannt.

Der Zweitname ist der Name eines Familienmitglieds. DES Familienmitglieds. Vom Zweitnamen musste ich Benedict ein bisschen überzeugen (was für ihn spricht), aber auch alle anderen, denen wir von der Idee erzählt haben, fanden das sofort großartig und ich glaube er insgeheim auch. Rufname und Zweitname zusammen funktionieren schon fast wie ein Vor- und Nachname, es sind die Namen der wundervollsten Männer, die ich kenne. Der Zweitname bedeutet: Der Gesegnete.

Und da wir ja 4 Wochen dachten einen Jungen zu bekommen, haben wir unser Baby schon einen Monat lang
Tom
genannt.
Tom Benedict. Ich liebe diese Namen, immer noch. Aber ich habe ja schon meinen Tom und meinen Benedict. 🙂

Der Mädchenname

Den Mädchennamen habe ich mit 15 mal aufgeschnappt und zwar aus einem Trickfilm. Erst seit ich mir wirklich Gedanken darüber mache, einem echten Kind einen Namen zu geben, habe ich die Bedeutung und den Ursprung nachgeschaut und ich hätte vom Klang her gar nicht gedacht, dass es kein deutscher Name sein könnte. Er bedeutet „Amsel“ im Französischen, was ich wundervoll finde, denn ich liebe diese Vögel. Ich habe mal in der Amselstraße gewohnt und fand das ganz ganz großartig. Ein anderer Urpsrung ist irisch und bedeutet „helles, strahlendes Meer“. Wundervoll. Ich hatte ebenfalls einen wichtigen Charakter bei „Wer ist Jakob Winter“ so benannt, allerdings, habe ich sie extra umbeannt, weil ich den Namen wieder für unsere mögliche Tochter frei haben wollte.
Es gibt den Namen ebenfalls im Englischen, wie ich erst seit kurzem weiß, allerdings dort als männlichen Vornamen, der sich GANZ anders ausspricht als der Name für unser Küken. Wer „The Walking Dead“ guckt, aber den Namen nie geschrieben gesehen hat, wird ihn noch nicht mal erkennen, weil er eben so anders klingt. Der Gute war definitiv kein Namenspate.

Der Zweitname ist passend zum Rufname ein im Deutschen etablierter Name, aber mit ebenfalls französischem Anklang, der tatsächliche Ursprung ist Häbräisch beziehungsweise Italienisch, denn es ist ein zusammengesetzter Name, somit hat unsere Tochter fast schon drei Namen, aber nur fast. Der zweite Teil bedeutet „die Schöne“, der erste Teil bedeutet „die Gnädige“, „die Begnadete“ oder auch „die Anmutige“ und ist außerdem der Name ihrer Patin, wodurch eine Freundin für uns noch mehr zur Familie wird.

Liebe Merle Annabelle Gerkrath, ab jetzt nenne ich dich immer und überall so.

Unsere Merle. Unser Küken. Unser Amselküken. Wir freuen uns wie wahnsinnig auf dich!

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85 Kommentare

  1. Ich kann derzeit auch nur von Hundenamen sprechen ^^
    Die sind aus der Mischung von Individualität und berühmten Vorbilden entstanden.
    Sirius (ein schwarzer Schäferhund) und Galileo (eine französische Bulldogge). Sirius passte optisch unheimlich gut. Halt der große schwarze Wolf. Zudem war Sirius mein Lieblingscharakter aus Harry Potter.
    Dann folgte der Zweithund, der zugegebenermaßen, schon auf dem Papier den Namen Galileo Galilei trug. Nachdem wir wussten das Sirius ein Stern ist, passte natürlich Galileo der Sternengucker perfekt dazu.
    Wir werden regelmäßig auf Gassigängen Wegen der Namen angesprochen… Bisher aber nie negativ.

    Danke für den interessanten Artikel!

    1. Das sind aber auch wirklich sehr schöne Namen! Die würde ich für meinen Hund auch nehmen. Aber Hurley wäre denn eher ein kleiner Remus oder Lupin. Das Wölfchen eben. 🙂 Und mit Sternennamen hab ich es auch total. Mira war auch im Rennen für das Töchterchen. 🙂 oder Mirabelle. Ich mag die -belle-Namen.

      1. Dankeschön! Eine Freundin von mir hat einen Mops und sich später einen Sohn von meinem Galileo dazu geholt. Der Mops heißt Lupin und Galileos Sohn heißt Tonks. 😀 Klingt lustig wenn wir zusammen draußen sind und unsere Hunde rufen.
        Mira klingt auch toll, aber Merle ist super! Der gefällt mir richtig gut.

  2. Ein sehr interessanter Artikel! Bei den beliebten Namen kann ich ja auch ein Lied singen, gleich drei Lisas in einer Kindergartengruppe, aber an sich kann ich nicht klagen, mein Name nervte nur, als mir (Namensbedeutung als Deutschhausaufgabe suchen, danke auch…) einige Mädels dann weismachen wollten, ich hieße eigentlich Elisabeth.
    Und ich mag den Namen, meine Cousine heißt auch Merle 🙂 Ist ganz witzig in meiner Familie, je jünger meine Cousinen und Cousins sind, desto ungewöhnlicher die Namen^^ Bei vielen kam am Anfang „das klingt aber seltsam“, allerdings hat sich jeder innerhalb kürzester Zeit dran gewöhnt.

    1. Stimmt, je jünger die Menschen, desto ausgefallener die Namen. Ich denke, da wandelt sich auch vielleicht noch viel. Wobei ich den Eindruck habe, dass es vor allem die weiblichen Vornamen sind, die bunter werden, bei den männlichen ist da irgendwie weniger Spielraum. Auch sehr klassisches Gesprächsthema: Jungennamen wären viel schwieriger als Mädchennamen. Fand ich gar nicht. Die Auswahl empfinde ich auch als kleiner, aber immer noch riesig genug.

      1. Hier sind inzwischen auch die Jungs mit ungewöhnlichen Namen dabei, mein sieben Jahre jüngerer Cousin war der erste.
        Aber wo ich so drüber nachdenke, die haben alle dankbare Nachnamen. Bei meinem wird das im Zweifelsfalle lustig, vieles passt einfach nicht zu einem längeren, eher ostfriesischem Nachnamen. Gerade ein Kombination mit Englisch ist das gruselig^^

        Was mal die Mutter eines Freundes einwarf, war auch noch interessant: ihre Eltern haben extra auf einen kurzen Namen für ein Mädchen geachtet, damit er auch später zum angeheirateten Namen passt und nicht beide Namen irrsinnig lang sind. Heute zwar nicht mehr ganz so relevant, weil ja nicht mehr immer der Name bei der Hochzeit gewechselt wird, aber durchaus spannend zu hören.

        1. Stimmt die „Verheiratbarkeit“ eines Namens war tatsächlich früher glaube ich noch wichtiger. Ich erinnere mich, dass meine Oma auch mal sowas sagte, als es darum ging, wie meine Schweter Namen für ihre Kinder gesucht hat. Ich würde ja darauf hoffen, dass sie eine Gerkrath bleibt. Ich liebe diese Familie einfach so sehr, es sind großartige Menschen und es gibt nur paarundzwanzig Personen mit diesem Namen in Deutschland. Die Hälfte davon kenne ich, mein Mann kennt fast alle. Für mich stand nie zur Frage, ob ich meinen Mädchennamen behalten wollte oder nicht. Ich freue mich immer noch jedes mal, wenn ich mit Gerkrath unterschreibe. Er ist mir eine Ehre. 🙂 *sülz*

  3. Huhu……die kleine Merle Perle also 😉 Merle habe ich noch niiiie gehört, gefällt mir aber. Klingt süß, aber nicht zuuuu mädchenhaft. Woher kommt der Name und hat er eine Bedeutung? Lg

  4. Hui. Nun wissen wir den Namen! Ich habe schon mitgefiebert ;-). Sehr schöne Namen, für Männlein wie für Weiblein. Auf Merle wäre ich dabei tatsächlich gar nicht gekommen, aber es ist ein sehr schöner Name. Nicht zu häufig, aber durchaus bekannt. Annabelle muss ich zugeben gehört auch zu meinen Favoriten, falls ich mal eine Tochter bekomme. Und wenn wir schon gerade bei den Vorurteilen sind, mir wurde schon gesagt ich würde ja nur „Reichennamen“ bevorzugen. Dazu gehörte nach der Meinung auch Annabelle :-D. Ich bin auch ein Fan von Doppelnamen (ohne Bindestrich!!!) und glaube, dass ich mich dafür auch entscheiden würde. Bei uns wäre das Argument sehr kurzer Nachname. Ich mag dabei gerne etwas ungewöhnliche Namen aber man muss echt aufpassen, dass sie nicht zu ungewöhnlich sind! Ganz schlimm finde ich persönlich englische Namen, die dann aber völlig unenglisch ausgesprochen werden (welches deutsche Kindergartenkind kann schon ein gescheites th?).

    Viele Grüße,

    Melanie

    1. Achja bei den Meerschweinchennamen war ich auch immer ganz große Klasse *hust*: Minnie, Meggy, Nadeja, Dumbledore, Sheepwool 😀

      1. Wenn man nach meinen Meerschweinchen damals geht, dürfte man mir nie ein Kind anvertrauen – Eumel (sie sah wirklich so aus!), Krümel und Socke xD

      2. Ich finde, da kann man sich auch einfach austoben. Sowas macht Freude und dafür hat man die Tiere letztlich auch zu einem großen Teil: aus Freude einfach an ihnen. 🙂

    2. Oh ja, die Ausprechbarkeit ist wichtig. Spanisch Jorge ist ja der Klassiker aus GNTM. Da haben sich ja alle einen dran abgebrochen. Ich krieg den auch nicht sauber über die Lippen bzw. aus dem Rachen. 😀 😉
      Es hat eben leider doch viel mit Toleranz und Vorurteil zu tun und dann der Frage für sich selbst, ob man da etwas gegensetzen will oder nicht und warum und ob man dem Kind damit etwas aufnürdet oder etwas mitgibt… schwierig. Mich hat die recherche bedeutend offener gemacht, aber Vorurteile kann ich auch nicht von jetzt auf gleich abstellen.
      So wie ich eben englische Namen echt mag, aber nicht vergeben wollte, weil eben… Und bei unserem Nachnamen der ja ein t gesprochenes th drin hat, was wird das dann? Samanßa Görkraß?! (ß = englisches th) 😀 😉 😉 😉 Oweia.
      Als Jungennamen hätte ich auch Atticus toll gefunden. Aber eben nur Englisch. Entlehnt dem Protagonisten aus „To kill a mockingbird“. Naja. Wir haben dann einmal über Tom Atticus gewitzelt. Tomati-Kuss. Soviel zum Thema laut denken. 😀

  5. Ich kann bei Babynamen nicht mitsprechen, aber da ich Bücher schreibe, beschäftige ich mich recht intensiv mit Namen. Mir ist es sehr wichtig, dass der Vorname mit dem Nachnamen harmoniert. Harmonie ist für jeden etwas anderes. Für mich ist es eine Kombination aus Silbenanzahl und Betonung – Für andere ist es eine Alliteration oder gar die Nachbarschaft im Alphabet. Hinzu kommen persönliche Vorlieben. Ich mag keine Doppelnamen aus verschiedenen Sprachfamilien und finde in den meisten Fällen den Bindestrich störend.
    Ich assoziiere mit einem bestimmten Namen auch eine bestimmte Sorte Person, halte aber nichts davon, Personen in ein Gut-Böse Schema einzuteilen. Für mich ist z.B. ein Maximilian kein einsamer, langweiliger Streber. Genauso wenig kann ich mir den Namen Josephine für eine Punkbraut vorstellen. Diese Assoziation hat auch nichts mit weichen oder harten Klängen zu tun ^^ Die Namen meiner Charaktere sind übrigens bunt durchmischt. Teilweise häufig und teilweise extrem selten. Ich bemühe mich, realistische Namen zu schaffen und benutze google, ob die Namen zu prüfen. Nicht, dass man den Namen von irgendeinem Politiker benutzt *hust*
    Natürlich weiß man bei einem Kind nicht, ob es eher zurückhaltend oder aufdringlich wird. Wenn man aber zu exquisite oder häufige Namen nimmt, werden die Kinder entsprechend gehänselt oder mit einem bestimmten Verhalten assoziiert. Der Name sollte buchstabierbar sein oder gut abkürzbar sein.
    Wo du gerade das Thema Geschwisternamen ansprichst… Ich hab letztens echt blöd geguckt, als ich ein Päärchen kennengelernt habe, das 6 Kinder hat, die alle mit M anfangen. Das war doch zu viel des Guten xD
    Deine Babynamen gefallen mir aber. Sie sind aussprechbar, buchstabierbar und vor allem nicht zu häufig 🙂

    1. Haha, aber Merle Annabelle wird immer gefragt werden wie die Endung ist. Annabel, Annabell oder Annabelle. Wir haben es wegen der schon französisch entlehnten Merle dann auch bei der Französischen Endung gelassen. Und ich finde das optisch schöner. Das ist z.B. auch etwas, was für mich noch reinspielt. Ich mag es, wenn das Schriftbild des Namens hübsch ist. Annabelle ist ausgewogener mit den Oberlängen Als Annabel. Heike ist auch geschrieben nur eckig (zumindest in Druckschriften), die kleinen e’s helfen da wenig.
      Deine Gedanken, die du dir zu den Namen deiner Charaktere machst finde ich total gut. So handhabe ich das für meine Geschichte weitestgehend auch. 🙂
      Und alle 6 Kinder mit M… hui. Ich kenne eine Familie mit durch die Bank SEHR christlichen Namen für die Kinder, das befremdet mich auch immer ein bisschen. Also nicht bloß Aaron und Noah. Ich meine die richtig, richtig biblischen Namen. Fast schon wie Jesus. Aber so sind Menschen eben unterschiedlich. Trotzdem gucke ich bei einigen Namen döfer aus der Wäsche als bei anderen. Beziehungsweise ich versuche die Mimik still zu halten…

      1. Ohja, Typographie ist auch so eine Sache. Ich mag es nicht, wenn französischen Namen das E weggenommen wird. Das sieht immer so aus als würde etwas fehlen. Wenn man bei manchen Namen der Einfachheit halber auf Akzente verzichtet, ist das noch vertretbar – Aber man soll sich dann nicht wundern, wenn es im Ausland korrekt geschrieben oder anders ausgesprochen wird. Manchmal sieht es auch harmonischer aus, wenn man y statt i benutzt oder ch statt k – Je nachdem was man für einen Nachnamen hat. Trotzdem hat sich in meinem Kopf so eine typische Schreibweise eingebürgert. Das kalte Kotzen krieg ich aber bei so neuen Schreibweisen wie Maik statt Mike.

        1. Wuah, auf jeden Fall! Maik finde ich übel… da geht es denke ich um den WUnsche, dass der Name auf jeden fall englisch ausgepsrochen wird, auch von Großelterngenerattionen, die sonst Mike wie aussprechen würden… Enna statt Anna ist auch sowas, wobei ich mir da hab sagen lassen, dsas wäre ein nordischer Name… Gibt noch mehr Beispiele.

  6. Ein Mörderblogpost 😀 Aber es gibt auch echt viele Sachen zu bedenken, wenn man ein Kind benennen will. Ganz wichtig ist mir: bloß kein Modenamen!!!! Ich fand es selbst immer doof, dass es IMMER eine zweite meines Namens in der Klasse gab. Bei Jungs finde ich es sehr schwierig, irgendwie gibt es mehr schöne Mädchennamen als Jungsnamen, wieso ist das so??
    Merle ist für mich Österreicherin extrem fremd und neu. Kannte ich so vorher als Name gar nicht. Aber finde ihn eigentlich sehr süß und die Kombination mit dem zweiten Vornamen auch sehr gelungen.

    1. Boah was, hab ich dir den Namen vorher gar nicht geschrieben? Doch! Oder? Doch!
      Der name ist auch nicht gerade häufig, wobei lustig ist, dass seit er feststeht er mir öfter begegnet. Aber das ist ja öfter so, wen man sich auf etwas eingeschossen hat, vorher ist es vielleicht einfach durchs Raster gefallen.
      Ich mag auch keinen totalen Modenamen vergeben, wäre da aber einer beigewesen, der mir sehr viel bedeutet, ich glaube, ich hätte es trotzdem gemacht. Ich mochte es eben umgekehrt gar nicht, dass mein Name für viele total fremd war und wenn nicht fremd, dnn eben ein Tantenname.

      Jungennamen sind weniger vielfältig. Das liegt daran, dass man für Jungen und Mädchen von der Bedeutung her Eigenschaften verwenden kann (da gibt es dann häufig auch „die weibliche Form von“ als Erklärung der Bedeutung. Michael und Michaela. Daniel und Daniela. Paul und Paula. Mädchennamen nehmen aber noch mehr Schmucknamen mit auf: Vögel, Blumen, Bäume, Wetterlagen. Bei Jungs gibt es noch häufiger Tiernamen (Leon -> Löwe, Bjarne oder Urs -> Bär) aber auch die gehen in weiblich: Leona, Ursula. Männliche Formen von Jasmin, Iris oder dergleichen findet man dagegen nicht.
      Bei Mädchennamen wird auch mehr komnbiniert und ausgeschmückt. So wie Anna-Belle eben auch. Jungennamen erreichen Vielfalt vor allem durch verschiedene Kulturkreise und wenn man dann im eigenen bleiben möchte, wird es enger.

      Ach und ich hatte so viel Spaß das hier zu schreiben. Ich fange an meine Textwüsten zu lieben. 😀

  7. Boah, so ein langer Spannungsbogen, du machst mich fertig 😀 aber ich hab tatsächlich durchgehalten und nicht gescrollt!
    So ein toller Artikel! Mich beschäftigt das Thema auch schon eine Weile (wenn auch – noch – ohne Anlass) und genau dieselben Kriterien sind mir auch aufgefallen. Das ist schon eine komplexe Angelegenheit 😀
    Einen Punkt gibt es allerdings, den ich mal ganz anders machen möchte: natürlich werden wir uns schon in der Schwangerschaft Gedanken machen, aber dann möchten wir das Menschlein erst mal kennenlernen. Und da möchte ich meinem Mann die gleiche Chance geben. Also werden wir uns erst nach der Geburt entscheiden.

    Ihr habt wirklich einen wunderschönen Namen ausgesucht! Ich wünsche euch noch eine schöne Rest-Schwangerschaft 🙂

    1. Danke schööön! 😀
      Das stand für uns auch erst noch im Raum: Wie wäre es, mehrere Namen auszusuchen und dann bei der Geburt zu entscheiden, welcher am besten passt? Finde ich auch total gut. Und hätten wir uns nicht auf einen einigen können, wir hätten es genau so auch gemacht. Aber Merle fühlte sich so richtig an. Und es ist einfach toll, sie so anzusprechen. 🙂

  8. Abwarten 🙂
    Bis zu meiner Geburt hätte ich Manuela heissen sollen, dann war ich da und meine Eltern waren der Meinung das Manuela nicht zu mir passt, ich würde eben nicht so aussehen.
    Spontan wurde ich zur Sandra.
    Guckt Euch das Mädel erstmal an 😁

    1. Das stand tatsächlich auch erst zur Debatte, also mehrere Namen zur Wahl zu haben und dann erst final zu entscheiden, wenn sie da ist. Finde ich auch eine total gute Herangehensweise. Aber es hat sich so richtig für uns angefühlt und es ist so schön sie jetzt schon ansprechen zu können, dass es nun so gekommen ist.
      Naja, Tom hieß sie ja auch schon mal. 😀 😀 😀

  9. Wie wahnsinnig viele Gedanken du dir um Namen gemacht hast, danke für die Übersicht, die nehme ich dann in 5-10 Jahren, wenn ich selbst vielleicht Mutter werden sollte, mal zur Hand.
    Als Jugendliche fand ich „Amanda“ immer total schön, aber so richtig gut geht der nur im englischsprachigen Ausland. Als Jugenname fand ich „Friedrich“ sehr lange sehr schön, bis ich den Fehler machte, ihn in der Gegenwart meiner Schwester auszusprechen, sodass mein Neffe diesen Namen jetzt als Zweitnamen hat, wodurch er für meinen potentiellen Sohn flachfällt ( 🙁 ). Auch die kürzeren Varianten von Friedrich „Fritz“, „Fiete“ mag ich sehr gern, allerdings heißt einer unserer Hunde jetzt schon Fiete (der andere heißt „Bolle“, Hundename halt) und es reimt sich zu sehr auf „Niete“, was ich einem zukünftigen Grundschüler nicht zumuten mag. Für einen Jungen mag ich auch noch „Justus“ oder „Janosch“ oder auch „Hans“. Ich gehe den Trend der alten Namen gern mit. Bei Mädchennamen bin ich seitdem „Amanda“ nicht mehr funktioniert, leider ratlos.
    Meinen Namen im LHN ist eine Aneinanderreihung von vielen weichen Ls und Vokalen: „Lilalola“, an die Farbe dachte ich kaum, Lola erinnert mich an einen französischen Film, aber ich würde meine Tochter eher nicht so nennen, weil der Name zu kindlich ist.
    Den Namen Merle kenne ich, leider war die Namensträgerin etwas merkwürdig, weswegen ich nicht durch die Bank weg positiv applaudieren kann, aber die Kombination mit eurem Nachnamen passt sehr gut und Merle klingt auch ansich sehr lieb. 🙂

    Liebe Grüße
    Janna („mit doppel-N“, dementsprechend auch schnell gesprochen, denn eine Jaaanaaa bin ich nun wahrlich nicht// übrigens benannt durch meine ältere Schwester, die die Kinderbuchheldin „Janna“ so toll fand 🙂 )

    1. Ohhh, Janna! Der ist auch toll! Jana und Janna waren auch mit auf der Liste, ich hab ein Fable für den Anfangsbuchstaben J.
      Und was du zu deinem Neffen schreibst, ha, das hatte ich hier lange auch. Für Jungs hatte ich jahrelang auf meiner inneren Liste Jan (J-Name eben) oder Philipp. Meine Schwester hat ihren Sohn Jan-Philipp genannt. Tada! Ich hab doof geguckt. Aber nur kurz. Ist ein toller Neffe, darf gern so heißen. 😉 😀
      So in der Familie ist das dann doch etwas nah, da hätte ich diese Dopplung nicht gewollt, aber im Freundeskreis finde ich das voll in Ordnung wenn da Kidner gleich heißen. Kann aber auch verstehen, wenn man das nicht mag.

      Das mit den negativ besetzten Namen hatten wir hier ja auch, eben weil Benedict so viel Schülerkontakt hat. Das prägt sich doch ein. Soll ja auch eben doofe Merles geben. Das hier wird eine tolle. Ist beschlossen. 🙂

      Liebe Grüße,
      Heike

  10. Ich hab noch nie so schnell diesen Blog aufgerufen wie eben, als ich den Instagram-Post sah! Ich finde Namen absolut faszinierend und war ganz, ganz gespannt. Merle ist einer meiner liebsten Namen, ich glaube, seit ich die fließende Königin gelesen habe. Tolles Buch. Aus Gründen wird meine eventuelle zukünftige Tochter den Namen nicht bekommen, aber er ist so, so schön. Habt ihr gut ausgesucht! 😉

      1. Oh ja!!! Vielen Danke, jetzt weiß ich endlich wieder in welchem Buch die Hauptperson eine Merle war. Ich habe die ganze Zeit so überlegt….

        Viele Grüße,

        Melanie

  11. Ich kenne eine Merle aus meiner Kindheit und Merle aus ‚The Walking Dead‘ natürlich auch😉 er stand nie auf unserer Namensliste. Aber genau wie bei dir hatte ich auch schon lange einen Mädchennamen, den ich richtig toll fand. Ich wollte immer gerne eine Sophie oder Sophia bekommen. Als der Name dann Trend wurde, habe ich mich von ihm verabschiedet. Mein erstes Kind ist jetzt schon 13 Jahre alt und ich habe damals alle Kategorien der Namensvergabe durchgearbeitet. Es wurde dann ein Finley. Heute würde ich den Namen ehrlich gesagt nicht mehr vergeben, weil er mir zu dicht an Finn/Fynn dran ist und dieser Name einfach Trend war/ist. Aber er klingt schön, auch wenn er den typischen deutschen Vornamen Müller hat. Meine Töchter sind 6 und 4 und heißen Katinka und Eva. Sie habe jetzt einen Zweitnamen. Denn als wir erzählten, dass wir unsere Tochter Katinka nennen wollten, kamen Reaktionen wie: klingt wie russisches Katzenfutter, oder: ich hatte mal ein Pferd das so hieß😑. Also bekam sie den Zweitnamen Lisann. Nur für den Fall, dass sie ihren Namen doof findet, weil er klingt wie russisches Katzenfutter. Nach der Geburt allerdings haben wir noch keinerlei negative Bemerkung über den Namen gehört. Als 2 Jahre später die kleine einen Schwester geboren wurde, haben wir uns für Eva entschieden. Und weil wir es doof fanden wenn nur ein Kind einen Zweitnamen hat, bekam Eva auch einen und zwar den Namen Alexis. Hätten wir einen Jungen bekommen, wäre sein Name Liam geworden. Und als Zweitname wollte ich entweder Alexander, Konstantin oder Gabriel. Finde ich auch immer noch schön. Ein weiteres Mädchen hätte Friedrich Antonie geheißen nach meinen beide Omas. Aber der Babyzug ist bei uns abgefahren.

    1. Da sind Zweitnamen dann echt immer super, oder? Was ich spannend fand in all den Gesprächen, die ich geführt habe, war wirklich, dass man jeden Namen begründen und schön finden kann. Okay, also fast. Adolf und so, ne? 😉 Ich habe dabei tatsächlich den Eindruck bekommen, dass die Deutschen da ziemlich intolerant sein können und jeder so in seiner Peegroup sehr verhaftet ist und Namen jenseits davon geradezu verwerflich findet. Ich hab mich wie gesagt dabei mehr als einmal selbst ertappt. Es war schön die Gespräche offen führen zu können, das hat mich offener gemacht und aber auch eben gleichzeitig erschreckt, wie hart manche Leute da sind. „Klingt wie russisches Katzenfutter“ finde ich jetzt auch schon ganz schön heftig. „Unteschichtenkind“ ist so der Klassiker oder „Bonzenkind“ oder „Gestatten, Elite!“
      Wie eine Freundin so schön sagte: Gaaaaanz sensibles Thema. Das ist fast noch schlimmer als über Erziehungsstile, Religion oder Politik reden zu wollen. Extrem persönlich, stark familiär geprägt (und niemand will, das sie Familie beleidigt wird) und auf weiter Strecke einfach eine Glaubensfrage, der man mit Vernunftsargumenten kaum beikommt.
      War auf jeden Fall für mich ein Punkt wieder, an dem ich gemerkt habe: „Schönes 21 Jahrhundert, du bist so aufgeklärt – und Hölle musst du noch viel lernen!“
      Das habe ich mir auch gedacht zum Thema Emanzipation, aber das ist ein anderes Thema, das beackere ich hier auch noch früh genug, einfach weil ich natürlich als Mädchenmami gucken muss, was ich mit all dem Rosa machen will, was wohl kommen wird. So viel sei gesagt. Rosa ist das geringste Problem. 🙂
      Liebe Grüße an dich und deine Familie mit außergewöhnmlichen Namen. Eva Alexis finde ich persönlich einfach vom Klang und so ganz ganz zauberhaft.

  12. Toller Artikel, ging uns damals auch so. Was man alles bedenken musste. Mein Mann hat mir über die Schulter geguckt, weil ich so am schmunzeln war und uns sooo wieder erkannt habe.
    Aber ihr habt einen schönen gefunden – hätt ich mir als kleines Mädchen auch gewünscht und nicht die dritte Sabine in einer Klasse.
    Merle kenne ich doch schon einige – zum Glück alle sympathisch!
    Also weiter alles Gute
    LG Sabine

    1. Danke schön. 🙂 Persönlich kenne ich bisher nicht eine Merle. Aktuell nur so, wie du hier schreibst, also ich kenne jetzte Menschen, die eine Merle kennen. Bin sehr gespannt, ob sich das noch ändert. Wenn der Name Trend werden sollte, lache ich mich schlapp. Also nicht, dass mich das grob stören würde. Ist nur so, dass ich ziemlich treffsicher mit Trends bin, ich vielen Bereichen… So, wie ich auch zielsicher die teuren Klamotten in einem laden voller günstiger finde. Auch ne nette Fähigkeite. 😉 😀

  13. Ein wirklich toller Name ists geworden 🙂 ich mag Merle sehr und mir gefallen sowieso alle Namen mit -bella/-belle.
    Vielen Dank auch für den tollen Artikel, da kann ich viel für die Charakterbenennung mitnehmen 🙂
    Ich habe nur das Problem, dass ich immer mit h geschrieben werde. Im Vornamen ohne, im Nachnamen mit. Etwas schwierig, aber auszuhalten. 🙂

  14. Woah, was für ein Artikel! Ich habe bis zum Schluss total gefiebert!
    Und das sage jetzt ausgerechnet ich, voller Begeisterung, wo ich mit meinem Partner ganz genau weiß dass wir keine Kinder… planen (möchte jetzt nicht „wollen“ sagen, das kling immer so brutal). Ist halt so, und für uns ist das auch vollkommen in Ordnung.
    Trotzdem machen wir uns auch immer so spaßeshalber Gedanken wie Potenzielle Kinder von uns heißen könnten. Ist ja irgendwie doch interessant 🙂
    Merle, ein echt schöner Name, aber in meinen Radar würde der nie fallen. Annabelle ist genauso bezaubernd aber auch hier sage ich – mein „Geschmack“ wäre es eher nicht. Auch die Jungennamen sind toll und ich bin irgendwie auch ein Großer Fan von Traditionen und solchen Namen. Deswegen würde ein Junge bei mir vermutlich den Namen meines Vaters tragen, und auch den des Vaters meines Partners. Letztenendes würde er dann wohl Roland Rolf heißen. Wobei ich hier schon auch sagen muss, der Zweitname wäre fast „nur“ zur Ehrung des bereits verstorbenen Schwiegerpapas gedacht, denn Klang… naja, du hast es ja selber angesprochen. Der Name Roland allerdings gefällt mir seit einiger Zeit wahnsinnig gut. Man hört ihn selbst heute unter Erwachsenen eher selten und ich finde er hat etwas Bodenständiges. Roland Schindler, der Name meines Vaters. Roland Horn würde mein potenzielles Söhnchen heißen, wenn es nach mir ginge. Mein Partner hätte da ja andere Ideen. Eric, zum Beispiel. Wäre für mich auch in Ordnung, aber mit k am Ende. Gefällt aber meinem Mann eher nicht so ^^
    Zu einem Mädchen fällt mir spontan kaum ein Name ein. Ganz ehrlich, da wäre ich gerade aufgeschmissen wenn ich in deiner Situation wäre 😀 Ich glaube das können nicht viele Frauen von sich sagen xD

    Naja, jedenfalls ein Toller Artikel. Ich werde das ganze gespannt weiter verfolgen.
    LG, Natascha

    1. Danke schön! 😀 Freut mich, dass der Artikel dich begeistern konnte, auch ohne, dass er für dich tatsächlich soooo viel Relevanz hätte. Aber irgendwie ja scheinbar doch, hast ja viele Gedanken dazu. 🙂
      Roland mag ich auch. Wir haben einen tollen Roland im Freundeskreis, das macht für mich auch immer ganz viel aus, wen ich mit so einem Namen schon kenne. So gesehen ist Merle Annabelle ein unbeschriebenes Blatt, ich kenne da niemanden. Das finde ich auch ganz spannend. Irgendwie ja dann doch ganz anders als wie wir bei Tom Benedict ausgewählt haben, da sind die Vorbilder ja sehr konkret.

      1. Ja, der Punkt, dass man Namen mit Personen im Umkreis stark assoziiert trifft bei mir auch stark zu. Da gibt es – gerade Mädchennamen – sehr viele, die bei mir nicht infrage kommen würden. Und naja wer weiß, vielleicht ist es ja doch ir-gend-wann mal notwendig sich einen Namen auszuwählen. Sowas kann man nie wissen. Aber nicht jetzt. Und zu weit in die Zukunft denken mag ich grundsätzlich nicht 🙂

  15. Herzlichen Glückwunsch zu Eurer Merle!
    M***, ein französischer Vogel … da habe ich es tatsächlich erraten und dachte schon „Merle Gerkrath, das klingt gut!“ 😄
    Aus dem Grund haben wir keine Merle, sondern eine Clara – passt unserer Meinung nach besser zum völlig kantenfreien Nachnamen!
    Zusammen mit ihrem kleinen Bruder Jacob sind wir immer wieder erstaunt, wie unterschiedlich die Leute auf die Schreibweisen reagieren: Clara mit C ist ganz logisch, Jacob mit C dagegen sorgt für großes Staunen!
    Aber wie Du schon für Eure Annabelle vermutest, am buchstabieren kommt man nicht vorbei, egal, ob traditionelle oder ungewöhnliche Schreibweise!
    Ich habe mich/ uns auch an ganz vielen Stellen in Deinem Artikel wiedererkannt, inklusive Familiennamen, Doppelnamen ohne Bindestrich und dem „ich war völlig in Fahrt und er hatte ein Veto-Recht!“ 😂
    Die No-Go’s auf die Spitze getrieben habe ich vielleicht noch berufsbedingt (Historikerin) und habe nicht nur Adolf, sondern aus den gleichen Gründen auch die Kürzel AH und HH ausgeschlossen.
    Aber Du hast Recht, es gibt vermutlich wenige sensiblere und subjektivere Themen als die Wahl der Kindernamen – die gleichzeitig auch noch so viel über die Eltern aussagen!! 😄
    Liebe Grüße an Euch & Eure Bauch-Merle

    1. Grüße werden ausgerichtet. 🙂 Clara und Jacob sind toll! Sehr schön. Aber witzig, dass bei Jacob über das C gestolpert wird. Ich habe ja meinen fiktiven Jakob und wenn ich anderen davon erzähle und man kommt z.B. via Whatsapp oder Mail mal drauf zu sprechen, schreiben ihn so gut wie alle automatisch mit C. Sogar die, die schon mal probegelesen haben. Benedict hat das ähnliche Phänomen, aber dann tatsächlich so wie dein Jacob, da wird gern dsa K verwendet. Gibt schlimmeres. 😉 Finde ich.
      Alles Liebe, Heike (und mich hat man allen Ernstes mal mit AI geschrieben. Da hab ich auch doof geguckt)

      1. Stimmt, Du hast ja schon einen Jak(!)ob!! Lustig, dass es da genau anders herum ist! Zeigt aber ja auch, dass man trotz der ganzen tollen Gedanken, Überlegungen und Abwägungen einfach nicht alles beachten kann!! Obwohl wir es genau wie Ihr probiert haben!! 😄
        LG, Friederike (die man auch unendlich verballhornen kann … 😆)

  16. Liebe Heike,
    Ich habe deinen Artikel sehr gern gelesen und auch bis zum Ende nicht runtergescrollt.
    Ihr habt wirklich sehr schöne Namen ausgesucht.
    Merle hat einen schönen Klang, das wäre mir später bei der Namensvergabe auch wichtig.
    Ich selber heiße Viktoria Isabelle, mittlerweile komme ich damit gut klar. Bin aber bis heute der Meinung, dass ich eher eine Isabelle als eine Viktoria bin 😉
    Ich wünsche dir weiterhin alles Gute!
    Liebe Grüße,
    Vicky

    1. Hihi, Isabelle hatten wir zuerst als Zweitname anvisiert. Dann sind wir noch ein bisschen rumgeeiert und schließlich bei Annabelle gelandet, weil es einfach perfekt war mit der Kopplung mit dem Patinnennamen. Ich mag -belle-Namen. Viktoria ist natürlich sehr stark von der Bedeutung her und ich persönlich finde V-Namen auch vom Schriftbild her sehr schön. Deswegen mag ich zum Beispiel auch Vanessa, Vivienne oder Valentin. Vom Klang sind die für mich gar nicht soooo weit vorn, aber ich mag einfach das V. So, wie ich bei Jungennamen ein Fable für J-Namen habe. Eigentlich. Aber Jakob war ja schon belegt und Jan auch (familiär) und die anderen hatten ein Veto und Tom wa rsowieso dann am Ende vorn. 🙂
      Liebe Grüße, Heike

  17. Hallo Heike,

    Merle ist schön ^^ und es ist toll, wie viele Gedanken ihr euch dazu gemacht habt. (Und Propaganda aus den 40ern – sehr geiler Vergleich 😀 Wäre mir so aber nicht gekommen.)

    Ach, Haustiere hören doch sowieso immer am Besten auf „Leckerchen“ oder „Futter“ 😛

    Der Herr Freund und ich hatten es letztens mal über das Thema, oder genaugenommen davon, dass es schwierig ist Namen zu finden, die für Kinder und Erwachsene passen. Meine persönliche Tendenz geht dann noch zu Namen, die man gut abkürzen kann, Thomas zu Tommi, zum Beispiel.
    Da spielt aber mit rein, dass ich mit Katja in der Hinsicht ein bisschen unzufrieden bin. Gut, meine Eltern konnten nicht wissen, dass ich mal Russisch lernen würde – jetzt habe ich de facto das „Problem“, dass mein „richtiger“ Name eine Koseform ist. Ich bin nicht offiziell „Jekaterina“ und für Freunde „Katja“, sondern auch offiziell „Katja“. Das ist ungefähr so wie offiziell „Susi“ zu heißen.
    Tjo. Und dann wäre da noch der Punkt, dass Katja mit dem Nachnamen vom Herrn Freund nicht gut klingt. Das ist aber auch ein deutsch ausgesprochener polnischer Name und somit sehr hart, da ist Katja zu… weich und zu a-lastig. Und… zu sehr Koseform (deutsche Nicht-Koseformen funktionieren nämlich).

    Achja. Insgesamt gefallen mir vom Klang her Namen aus dem arabischen Raum (deutsch ausgesprochen) auch ganz gut, Ismat und Adil zum Beispiel, aber das geht weder mit meinem Nachnamen, noch mit dem Nachnamen vom Freund. Also tobe ich mich in der Hinsicht bei meinen Rollenspielcharakteren/Romanfiguren aus.

    Viele Grüße,
    Katja (oder wie der Chantalisator meint: Catrice-Chelice)

  18. Ich dachte auch sofort an die wunderbaren Bücher von Kay Meyer über die fließende Königin. Die kannst du dir von Frau Thalbach (Anna? Katharina?) vorlesen lassen, dann ist es nicht zu anstrengend. Die sind inzwischen schon ganz schön alt, ca. 15 Jahre, und ich bin immer noch beeindruckt. Also für mich ist Kükis Name durch und durch positiv besetzt. Merle. Schön! Aber im Endeffekt ist meine Meinung total egal, er muss euch gefallen.

    Freunde haben chinesischen und deutschen Hintergrund, da war es auch nicht leicht, Namen zu finden.

    1. Oh, Anna (?) Thalbach mag ich als Lesestimme! Das wäre mal was, ist notiert. 🙂 Und ja, doch chinesisch-deutsch, das ist nicht so einfach. Eine Freundin von mir ist vietnamesisch-deutsch und heißt Kim. das finde ich sehr passend.

      Liebe Grüße, Heike

  19. Merle ist wunderschön!

    Auch wenn ich nicht auf der Suche nach Kindernamen bin – ich hab den Artikel gern gelesen.

    Ich selbst habe einen langen Namen der quasi immer abgekürzt wird. Ich finds toll, ist wie einen Bonus-Namen zu haben 😀
    Ein Kollege von mir ist gerade Vater geworden. Er und seine Frau wollten unbedingt einen Namen den man nicht abkürzen kann. Er wollte explizit keinen Maximilian der dann eh nur Max genannt wird.
    Tja, so unterscheiden sich die Geschmäcker.

    Bei den abkürzbaren Namen ist ja dann immer noch die Frage zu was er abgekürzt wird. Ich finde z.B. Rebecca sehr schön, aber früher oder später wird da dann Becky draus, und das gefällt mir wieder gar nicht.
    Ich bin ja mal gespannt was für Kosenamen sich so für die kleine Merle entwickeln werden (falls du die mit uns teilen magst). Ich kenne eine Familie in der alle Kosenamen haben, die rein gar nichts mit dem echten Vornamen zu tun haben, das find ich auch toll.

    Ich finds gut dass du die Harmonie mit dem Nachnamen angesprochen hast. Mit z.B. einsilbigem Nachnamen fallen ja schon viele Vornamen raus wenn man nicht will dass es sehr hart klingt.
    Zum Thema hart klingender Name übrigens: Hier in Hessen würde aus der genannten „Rebecca“ gerade bei den älteren Leuten ganz schnell „Rebegga“ werden.

    1. 😀 😀 😀 Ich komme ja gebürtig aus Nordhessen, ich weiß genau was du meinst mit der Rebegga! Und Kaddarina gibt es da natürlich auch und wenn ich pech hatte… dann Heige. Naja. So ist das eben.
      Freut mich, das dir der Arikel gefallen hat. 🙂 Mir auch beim Schreiben. 😀

  20. Da habe ich doch einiges gelernt über die Namenssuche werdender Eltern…
    In meinem Umfeld gibt es derzeit viel Nachwuchs, und da habe ich sowohl schöne als auch befremdliche Namen gehört… Das Tumblr Blog „Chantalismus“ ist einer meiner liebsten Langeweile-Töter… W
    Man fragt sich, was einige Eltern sich dabei denken…
    Ich selbst möchte keine Kinder, habe aber einen Stapel Namen für künftige Haustiere 😉

    Als Ronja habe ich sehr oft zu hören gekriegt „Oh, so heißt der Hund/dasPferd/die Katze von meiner Tante/Nachbarin“. Das ist doch arg nervig, denn in meinen Augen ist Ronja einfach kein typischer Haustiername.
    Allerdings, und das hat mich immer ein bisschen stolz gemacht, haben viele Menschen die mich gut kennen auch oft gesagt „Eine richtige Räubertocher, wie die im Buch.“ Ich mag Ronja Räubertocher, und fand das Mädchen im Buch und in den Filmen immer total toll ^^
    Ich habe meinen Namen immer geliebt und immer für sehr besonders gehalten, zu „meiner“ Zeit gab es auch noch nicht so viele Ronjas wie jetzt.

    Den Namen, den ihr für Babiküki ausgesucht habt finde ich wunderschön! Klingt sehr schön, passt gut zum Nachnamen, und ich finde der Name passt auch sehr gut zu dir 🙂

    Nur eine Sache am Rande:
    Obamas Zweitname ist Hussein, nicht Osama 😉

    1. Oh danke, direkt korrigiert! Mensch, da hab ich nicht mehr nachgeguckt, das hatte ich so im Kopf von jemad anderem, der mir das dazu erzählt hatte. Nun denn. Hussein also. Kontext geht aber immer noch.
      Ronja finde ich auch sehr schön und meine Assoziation war tatsächlich auch die Räubertochter, über die Haustiernamen bin ich etwas gestolpert…
      Chatalismus kenne ich, das ist schon wüst teilweise… Oh weh…
      Und Dankeschön natürlich. Ich freue mich, dass Merle Annabelle allgemein ein gefälliger Name zu sein scheint, denn ja auch das war so gewollt. Eigen, aber nicht zu ab vom Schuss, dass man ihn komisch finden könnte. Also wenn ein paar leute das tun, ist mir das egal, aber so in der Masse mag ich für meine Tochter einen Namen haben, der nicht nur mir gefällt. 🙂
      Liebe Grüße, Heike

  21. Cooler Post!
    Ich bin auch mit einem -ke Namen „gesegnet – tatsächlich heiß ich wie die Dame aus der Tatortreinigerfolge 😀 Deshalb hab ich die umso mehr abgefeiert.
    Wir haben uns bei unserer Tochter (sie ist mittlerweile da!!) für Emma entschieden – Trendname. Eigentlich hatte ich ihn deshalb von Anfang an verworfen, obwohl wir ihn beide schön fanden. Der Mann meinte aber immer, dass es ein total dämlicher Grund sei, einen Namen nicht zu nehmen, nur weil er zu häufig ist. Hat er mich dann auch irgendwann von überzeugt 😀 Ich bin eben geprägt davon, dass wir in unserem Abijahrgang unter 70 Mädchen 7 Katharinas hatten. Aber naja – wie ich hieß keine und ich mag meinen Namen nicht. Was ist jetzt auf Dauer „schlimmer“? Also Emma – ohne Zweitnamen, denn ich habe 3 Vornamen und finde es furchtbar.
    Deine Wahl finde ich schön! Ich hätte ls Kriterium auch, dass der Name nicht länger als 2 Silben sein und nicht hart klingen soll. Und in Kombi mit dem Nachnamen meines Freundes klingt unser Mädchen jetzt ein bisschen, als hätte sie einen Künstlernamen 😀 Emma E. – gefällt mir gut.

    1. Ach Emma ist ein schöner Name! War ja für mich auch im Rennen. Und ich sehe das letztlich auch wie du bzw. wie dein Mann: Hätte ich an einem Namen gehangen, dann wäre mir der Trend egal gewesen. Wie wohl den meisten, weswegen sich Trendnamen eben so durchsetzen. In meinem Jahrgang waren es nicht so krasse Häufungen, aber Andreas, Michael, Julia, Sarah, Anna, Stefanie, Steffen, Martin… die waren mehrfach vertreten. Ich war die einzige. Das war tatsächlich etwas, was ich gut fand, aber woran nicht mein Herz gehangen hätte. Eine Zeitlng wollte ich immer Sonja heißen. Bis ich eine doofe Sonja kennegelernt habe, dann nicht mehr. 😉

      Uuuuund: Herzlichen Glückwunsch natürlich zur kleinen Emma! Habt eine schöne Zeit! 😀

  22. Hallo Heike, herrliches Ratespiel………und bis zum Schluss hast Du uns auf die Folter gespannt. Und wieder mit so einer schönen Geschichte verwöhnt.
    Du kannst nicht nur wunderbar zeichnen, sondern auch nette Geschichten erzählen….einfach herrlich.
    Und Küki wird so einen außergewöhnlichen und seltenen Namen haben, sehr schön. Schön auch, dass ihr sie jetzt schon so nennt. In unseren Köpfen wird sie auf ewig Küki bleiben.

    Und dann Hurley alias Hörli
    Ich liebe Deinen Hund seit der ersten Stunde, an dem ich Deinen Blog entdeckt habe. Das ist nun etwa 3 Monate her und mit jedem Foto, das Du von ihm postest liebe ich ihn noch mehr. Das kleine Wölfchen. Schade, dass man den nicht klonen kann. Ich hätte gleich ein paar Abnehmer.

    In diesem Sinne, auf bald und weitere schöne Geschichten und Bilder
    Alles Liebe, Sabine

    1. Du bist süß, Danke schön! Hörli ist leider kastriert, da wurde schon öfter gefragt. Aber ein Spitz mit einem Dackel sollte etwas vergleichbares ergeben, wobei sein nicht vorhandenes Temparament dazu eher ungewöhnlich ist. 😀
      Liebe Grüße, Heike

  23. Danke für den tollen Post! Jaaa, viele Worte – und wir haben es verschlungen, mein Mann und ich 🙂 Eine Stunde haben wir gestern damit verbracht, alles gemeinsam zu lesen, zu lachen, uns an Beispiele aus unserem Leben zu erinnern, wieder lachen und weiter lesen… Danach haben wir noch geredet, bis uns die Augen zufielen… Du hast Vieles aufgezeigt, das eigentlich selbstverständlich ist, woran man aber nicht sofort denkt. Das ist nicht das erste Mal, dass ich mich mit dem Thema Namensgebung (für eine potentiellen Fall in der Zukunft 🙂 ) bewusst beschäftige, aber ich habe noch nie einen derart vielseitigen, gut geschriebenen, lockeren und informativen Artikel dazu gelesen.
    Deshalb kann ich nur bitten: jaa, mehr davon! Mehr Textwüsten! Dein Blog ist schon etwas ganz Besonderes: ehrlich, reflektiert und pointiert, ich weiß schon, warum du meine Lieblingsbloggerin bist 😉 Bitte mehr Baby-, Haar- und Minimalismus-Themen, ach, es ist egal, worüber du schreibst, deine Texte sind immer toll 🙂
    Und, übrigens: Jakob ist auch mein absoluter Lieblingsname und leider gleichzeitig der Hass-Name meines Liebsten… Schluchz.. 🙂
    Wir haben ja auch noch den erschwerenden Faktor, einen ausländischen, langen und komplizierten Nachnamen zu haben… Dazu wollen wir auf jeden Fall einen Vornamen aus dem europäischen, eher deutschsprachigen Kulturkreis… Uff, sag ich nur.
    Alles Liebe,
    Juli

    1. Och Mensch, ich werde ganz rot! Danke schön! Ich gebe mein Bestes, was den Blog hier angeht. 🙂 Ich glaube, man merkt es. <3
      Aber wie toll, dass ihr den Artikel zusammen gelesen habt, das hätte ich nicht gedacht. Voll schön!
      Einen langen, komlizierten Nachnamen würde ich genauso behandeln: eher "beruhigenden" Vornamen dazu, um es nicht noch mehr zu verkomplizieren.
      Vielleicht lernt dein Mann ja Jakob noch lieben...? Na, wenn er nicht mag, dann nicht.
      Viele liebe Grüße, auch an ihn,
      Heike

  24. Liebe Heike,
    ich habe Deinen Text sehr gerne bis unten gelesen und war am Ende auch stolz, nicht gespickelt zu haben! Als ich dann die zwei unerwarteten und schönen Namen las, hatte ich vor lauter Spannung und Aufregung tatsächlich Tränen in den Augen. Ist übrigens glaube ich verbreiteter als man denkt: Auch Kinderlose beschäftigen sich gerne und immer wieder mit dem Thema Namen. Ich werde wohl auch keine Kinder haben, aber welche Namen ich genommen hätte, das weiß ich schon! Ich war mal verheiratet und habe auch aus einem kleinen Teil Deiner oben ausgeführten Gedanken meinen eigenen Nachnamen behalten. Das hatte viel mit Klang, Rumbuchstabieren-Müssen, aber auch mit dem Ost-Touch meines Vor- und Nachnamens zu tun. Der Name des Mannes hatte eine sehr regionale, sehr deutsche, sehr „normale“ Prägung – hätte gar nicht zu mir gepasst (zu ihm dafür sehr gut!). Ich wünsche Euch von Herzen weiter eine gute Zeit und dem Mädchen ein gutes Weiterwachsen und -entwickeln.
    Liebe Grüße,
    die Mitleserin

    1. Oh wow, ich hätte nicht gedacht, dass es auch für Außenstehende so rührend sein kann. Ich musste auch weinen, als ich den Artikel probevorgelesen habe und beim letzten Absatz angekommen war. Weil, naja, unser Amselküken eben. *schnief*
      Vielen liebe Dank für die guten Wünsche! <3

  25. Schöne Namen! Hoffentlich gefallen sie der kleinen Merle später auch. Übrigens: ich habe mein gesamtes Leben in der Schweiz verbracht, kenne aber nur wenige (natur-)blonde Schweizerinnen. Bei uns sieht die Haarfarbenverteilung ziemlich gleich aus wie bei euch 😉

  26. „Und das, obwohl wir einen Jungen bekommen“ -> Nicht „keinen“? 😀 Oder zeigt das der Bildschirm schlecht an?
    Ich bin auch nicht aus Deutschland, also klingt der Name für mich eher ungewohnt, hab ihn dann gleich irgendwie mit Perle assoziiert – nicht sehr kreativ, aber reimt sich eben. Und vom Klang auch „Meer“,wenn man das e länger ausspricht. 🙂 Schön wird die internationale Aussprache mit dem englischen „ar“, also dem gerollten „r“, oder Merlé mit französischem „r“ und Betonung auf dem „e“ 😀 Ich finde individuelle Namen super, ich war immer die Einzige mit meinem Namen in meiner Altersklasse und mich stört es auch überhaupt nicht, dass die nächstjüngere die ich mit diesem Namen kenne, gute dreißig Jahre älter ist als ich 🙂 In der Schule war es etwas verwirrend, weil die Direktorin so hieß wie ich und als ich einmal im Sekretariat stand, kam eine Lehrerin rein und sagte: „Monika, hast du die Dokumente da??“ und ich panisch: „Was?? Nein!?“, wodurch sich alle sehr amüsiert haben, weil natürlich nicht ich gemeint war 😉

    1. Ups, Nachsatz: Die beiden Assoziationen sind beide vollkommen positiv gemeint, ich liebe das Meer, meine Lieblingsfarbe ist meerblau und Perle klingt gescheit und süß, erinnert mich an die süße rosa Qualle aus „Nemo“!

    2. Ah. super Vertipper. Gehe ich gleich mal korrigieren. Danke für den Hinweis.
      Merle-Perle wird auch garantiert vor allem hier im Ruhrgebiet gemacht werden, weil „Perle“ ja ein synonym für eine bestimmte sorte Frau ist. Nicht unbedingt die schönste, aber kann ich mit leben. Eine Perle an sich ist ja wieder etwas sehr Schönes.
      Die Geschichte aus dem Sekretariat kenne ich von mir selbst in ähnlicher Form. 😀

  27. Ha! Als ich den Titel gelesen hab, hab ich geraten was es wohl für ein Namen ist mit M und fünf Buchstaben und Merle war das was ich geraten habe!!!! 😀 Haha! Für mich klingt der Name eher norddeutsch-skandinavisch als französisch, aber das ändert nichts daran dass ich ihn sehr schön finde! 🙂

    Ich selber hab einen der häufigsten Namen meiner Generation (Lena) und kenne wirklich unglaublich viele Namenspatinnen in meinem Alter. Meine Eltern dachten, der Name wäre originell… 😀 Da ich drei Vornamen habe, und in meiner Grundschulklasse eine andere Lena ohne Reservenamen war, war in meiner Kindheit „Katharina“ mein Rufname. Das war für mich irritierend, aber ok. Meine Schwester hat den schönsten Namen überhaupt, sie heisst Lucia (im Alltag: Lucy) und ihre weiteren Vornamen sind auch alle unglaublich schön. Wäre der Name nicht schon an sie vergeben, würde ich den klauen für mein Kind später 😀
    Ich finde Namen auch ein sehr spannendes Thema. Danke, dass du uns so einen tiefen Einblick in eure Überlegungen gegeben hast! 🙂

    1. Lena ist aber auch ein sehr schöner Name. Kurzform von Helena. Meine Mutter heißt mit Zweitnamen Helene, und Helen war auch im Rennen für das Küken, aber Benedict jhat es nicht so mit griechischen Namen. Lena wäre aber okay für ihn gewesen. 🙂
      Wenn dir Lucia so sehr gefällt könntest du den Namen ja dann später als Zweitnamen verwenden. 😉

  28. Ich muss ehrlich sagen mir hat Hurley gefallen als ich es das erste Mal gelesen habe. Ich dachte gleich an Lost. Ich hab mich gerade gefreut als ich gelesen habe, dass ihr ihn tatsächlich nach Hurley aus Lost benannt habt.

    Ansonsten glaube ich du machst dir zu fast viele Gedanken. Wenig Namen sind tatsächlich so gebrandmarkt und eine Jaqueline, die richtig ausgesprochen wird, löst bei niemandem die Schakkeline-Assoziation aus.

    Ich hab nur einen wichtigen Rat für werdende Eltern: Schaut euch die Top10-Liste der beliebstesten Vornamen an und nehmt keinen davon! Nach 32 Jahren Erfahrung mit dem Namen Stefanie (jaja, 80er), höre ich auf meinen eigenen Vornamen nicht mehr. Wer? Stefanie! Welche? Wir waren 2 Stefanies im Kindergarten, 2 in der Grundschule, 3 am Gymnasium, 4 im Studium und aktuell 5 an meinem Institut. Wenn jemand meinen Namen ruft, gehe ich davon aus, dass nach Wahrscheinlichkeitsrechnung eine der anderen 4 Stefanies um mich herum gemeint ist. Der zweite große Negativpunkt an speziell diesem Namen ist, dass seit Steffi Graf jeder automatisch die Koseform verwendet. Und ich rede nicht von Freunden, sondern von Menschen, die man nicht gut kennt oder sogar noch nie zuvor gesehen hat. Vor allem bei meinem Chef bin ich ab und zu versucht ihn mit Tobi zurückanzureden.

    1. Oh da sagst du was, Steffi ist wirklich so der absolute Klassiker von automatischen Koseformen. Fühle ich mich geradezu ertappt.
      Ach,d as Gedankenmachen empfinde ich nicht als zu viel. 🙂 Mir macht das ja Spaß, die Gespräche waren toll und ich hatte richtig Bock auf den Artikel hier. Das darf man auch echt nicht verkennen: wenn ich hier etwas schreiben will, dann gehe ich deutlich mehr in die Tiefe, als würde ich das nur für mich ausmachen. So, wie ich ja auch noch was über Elternzeit/Elterngeld schreiben mag oder über eins der am meisten nachgefragten Themen: Wie haben wir entschieden, wann der richtige Zeitpunkt für ein Kind war. Auch zur Genderfrage (also geschlechtspsezifische Erziehung/Prägung) wird es einen mega Artikel geben, weil ich da jetzt schon viel gelesen habe, um auch was Fundiertes von mir geben zu können, auch wenn ich ja immer noch weit von Wissenschaftlichkeit entfernt bin. Es ist eben nicht nur fpr mich, sondern auch für die Welt da draußen und das mag ich, das fordert mich auf angenehme und spannende Weise heraus und ich lerne so viel dabei.

      Noch mal zurück zu Modenamen: Das spannende ist, dass viele hier schreiben, dass sie das nicht so mögen/gemocht haben, wenn viele so heißen/hießen wie sie. Umgekehrt kenne ich das aber aus dem anderen Lager genauso: sehr anders zu heißen wird auch als unglücklich empfunden wobei sich das primär auf „altbackene“ Namen bezieht, weniger auf künstlerischere/kreativere/individuellere Namen.

      Vielleicht ist gerade die Schakkeline aber auch ein Ruhrpottphänomen, weil die AUssprache hier einfach sofort hinüber ist bei allen, die nicht wirklich gutes Hochdeutsch sprechen. So wie hier jemand anderes schrieb, dass in Hessen eine Rebecca einfach ein Rebegga wird.

      1. Yep, leider.

        Das denke ich mir schon. So viel Recherche betreibt man normal nicht, wenn einen das Thema nicht interessiert. Nur für die normale Namensfindung für Menschen, die keine Artikel drüber schreiben, sondern einfach nur einen Namen für ihr Kind suchen, finde ich das schon fast zuviel. ES ist schwer genug sich auf einen gemeinsamen Namen zu einigen, was ich so um mich herum mitbekomme. Interessant natürlich trotzdem. Ich lese auch immer gerne das Geburtenregister der Zeitung, welche Namen gerade beliebt sind.

        Geschlechterspezifische Erziehung finde ich auch sehr spannend. Zumal ich als Kind ziemlich gegen das Rollenbild rebelliert habe, das mir aufgepresst wurde und das einfach so gar nicht passen wollte. Ich freu mich auf den Artikel.

        Das hat mit Mögen gar nicht so viel zu tun, an sich würde mich nicht stören, wenn anderen denselben Namen tragen. Genausowenig wie es mich stört, wenn jemand das gleich trägt wie ich. Man hört nur tatsächlich auf, auf seinen Vornamen zu hören und braucht immer den Nachnamen dazu und das ist irgendwie schade. In der Schule wurden wir sogar alle nur noch mit Nachnamen angeredet, von Lehren wie Mitschülern. Mag ich nicht. Klingt irgendwie respektlos.

        Interessant, darüber habe ich jetzt nie so nachgedacht. Vielleicht ist wirklich die Mischung am besten. Nicht zu häufig, nicht zu selten. Hast du deinen Namen wirklich als so altbacken empfunden? Heike hieß im Kindergarten/Grundschule unsere Klassenschönheit. Deshalb verbinde ich den Namen immer ein bißchen damit…mit schön, modern, trendsetzend. Also so ziemlich das Gegenteil.

        Das mit Linus habe ich übrigens noch vergessen: Im Lateinischen heißt das „Flachs“ oder „Flachsblond“. Das Wort Leinen kommt auch daher. Meine Lateinlehrerin hat ihre Tochter Lina genannt, weil sie mit blonden Haaren zu Welt kam und hat uns natürlich erklärt warum. Bedeutungen können je nach Sprache stark variieren. Shiri/Siri ist zum Beispiel hebräisch für „Mein Lied“ oder „Lied meiner Seele“ und heißt im Japanischen „Arsch“. Allen Sprachen wird man’s nie gerecht machen.

        Möglich. Ich kenne das Schakkeline-Phänomen auch hauptsächlich aus Comedysendungen. Das ist hier nicht so verbreitet. Ich kenne eine Jaqueline und die wird französisch ausgesprochen. Ich hätte auch noch nie mitbekommen, dass jemand mit dem Namen etwas negatives assoziieren würde. Im Schwäbischen steckt aber auch noch ganz viel Französisch aus Besatzungszeiten, vielleicht spielt das mit rein. Wir sagen auch Trottoir statt Gehsteig, um nur ein Beispiel zu nennen.

        1. Ah das mit Linus finde ich interessant, das editiere ich noch rein. 🙂 Das macht den Namen für mich wieder viel schöner.
          Die Ruhrpottler sind ja sprachlich sowieso ziemlich derb. „Na du Arsch, wie geht’s dir?“ ist nicht wirklich beleidigend, auch wenn ich persönlich solche Sprechweisen gar nicht mag. Mit „Dicker“ und „Alter“ sprechen sich die Männer hier sehr gängig an. Die feste Freundin wird gern zur „Trulla“ oder „Uschi“. Mag ich nicht, aber ist hier oft so. Leider.

          Oh ja, ich fand meinen Namen echt altbacken. Aber du sagst da was ganz wichtiges: Die, die wir als erstes mit einem Namen kennenlernen, die prägen uns viel ein,w as die Assoziation zum Namen angeht. Meine Kidnergartenfreundin hieß Vanessa. Ich liebe den Namen, obwohl er „die Eitle“ bedeutet. Zum Beispiel. 🙂

  29. Ich mag den Namen so auch gerne, nur momentan ist er mir etwas zu häufig.

    Das ist bei uns eher weniger. Im Jungendslang manchmal oder ganz klischeehaft in „Unterschichtenkreisen“, aber davon gibt’s hier im Süden bei praktischer Vollbeschäftigung nicht so viel.

    Vanessa ist auch wieder so ein Beispiel für unterschiedliche Bedeutungen desselben Namens. Ich assoziiere das immer mit Schmetterlingen (https://de.wikipedia.org/wiki/Vanessa_(Schmetterling)), weil es eine Schmetterlingsgattung ist, deshalb finde ich den Namen eigentlich ganz schön. Aber ich glaube auch, dass die Menschen, die man mit einem bestimmten Namen verbindet und vor allem auch die ersten Menschen, die man mit diesem Namen kennengelernt hat das eigene Bild von diesem Namen prägen oder stark beeinflussen. Das kann sich aber wieder ändern. Meine Mutter fand den Namen meines Vaters anfangs ganz schrecklich, weil der Junge, der sie im Kindergarten und in der Schule oft gepiesackt hatte so hieß. Das hat sich geändert. Inzwischen mag sie den Namen.

    1. Ah, den Schmetterling kenne ich tatsächlich nur als „Admiral“, sher schönes Geschöpf. 🙂
      Ich musste mit Benedicts Namen auch erst warm werden, weil ich es mit kirchlichen Namen nicht so habe. Mittlerweile ist die Bedeutung für mich durchweg positiv.

  30. Hundertprozentig hat man natürlich nie in der Hand, ob der Name auf einmal entweder zum Trend oder verschrien wird. So oder so finde ich es schön, dass ihr euch wirklich Gedanken gemacht hat.

    Meiner wurde von meiner Mutter eher spontan ausgesucht doch ich finde, dass sie damit alles richtig gemacht hat und bin schon immer zufrieden damit. Nicht so häufig, aber jedem ein Begriff. Es reicht schon, dass ich meinen polnischen Nachnamen immer komplett buchstabieren muss, hier wird höchstens „mit c oder k?“ gefragt. Erst gestern war ich auf einer lauten Party mit großem Ausländeranteil; „I’m Victoria“ geht leicht von den Lippen. Schließlich sind so auch Königinnen, Seen, Wüsten, Bundesstaaten (und eine berühmte Dessousmarke) benannt. In Filmen und Büchern sind die Victorias irgendwie gerne mal die intriganten Schlangen, aber das finde ich eher amüsant.

    1. Ich finde den Namen auch schön, ich mag ja V-Namen. 🙂 International und positive bedeutung finde ich dann auch super. Ich glaube bei den Büchern und Filmen sind die Victorias deshalb öfter auf der dunklen Seiten 😉 weil es eben „die Siegerin“. Nicht, dass da Böse siegt, aber dem Bösen geht es ums Siegen. Die guten haben ja dann eher milde, sanfte Namen, vielleicht noch kämpfend. Und gerade in der Fiktion werden sich ja viele Gedanken über die Namen der Protagonisten gemacht. 🙂

  31. Hallo Heike,
    Merle Annabelle ist wirklich ein wunderschöner Name. Ein bisschen wie aus dem Märchen, weiblich und zugleich kraftvoll mit einem angenehmen Klang. Ich glaube, dass die Kinder ihren Namen bereits mit aussuchen und man dies spürt, wenn man hinfühlt und hinhört. Bei unserem Sohn war für meinen Mann und meine Tochter klar, dass er Korbinian heißt. Mir hätte Julian sehr gut gefallen. Aber der kleine Mann in meinem Bauch schien tatsächlich auf Korbinian zu bestehen, das Gefühl war sehr stark. Und jetzt? Er (5) könnte gar nicht anders heißen und besteht auch darauf, dass sein Name ausgesprochen wird. Ich wünsche dir und deinen Lieben alles Gute und eine wunderbare Zeit. Genieße sie, sie ist so besonders beim ersten Baby und so kostbar.
    Susanne

    1. Vielen lieben Dank! 🙂 Korbinian ist auch sehr außergewöhnlich, zumindest so, dass ich ihn noch gar nicht kannte bis jetzt. Mit Julian hättest du mich voll gekriegt, weil J-Namen so toll finde, aber ich weiß genau, was du meinst mit dem Bauchgefühl. Und es ist echt toll, dass dein Sohn sich mit seinem Namen so identifiziert und wohlfühlt.
      Liebe Grüße, Heike

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