25. März 2017

Haare im März – plus ein Pflege Update

Mit neuer Haarlänge und auch sonst irgendwie ganz anderem Leben, ist es dringend mal wieder an der Zeit für einen Artikel zur Haarpflegeroutine. Außerdem habt ihr euch schon so oft einen gewünscht. Hier ist er nun.

Nach dem großen Schnitt im Januar ist jetzt so gut wie alles an dünnen, kaputten Enden weg. Ich hab immer noch für meine Verhältnisse mit knapp 6cm ZU dünnes, aber nicht mehr sehr dünnes Haar, aber es ist gesund. Neuwuchs auf allen Längen von 8-10cm bis kurz vor den Spitzen ergibt zusammen mit meiner welligen Struktur (2c, meist ausgekämmt zu 1c) ziemlich schnell Frizz, was leider schnell trocken und stumpf aussieht, selbst wenn die Haare weich und seidig sind. Aber: dafür gibt es Pflege. Und zwar in meinem Fall viel Pflege. Ich bin pflegefaul, aber wer schön sein will, muss fleißig sein. Oder zumindest diszipliniert. Ich sehe das ein bisschen wie Zähneputzen. Muss sein, ist auch keine erfüllende Aufgabe, trotzdem erledige ich sie sehr gewissenhaft (auch weil Zähne, anders als Haare, nicht nachwachsen).

So sieht der Status Quo aus

Midback bei 77cm Länge und 6cm Zopfumfang, evtl. auch etwas mehr als 6cm, Messwerte schwanken leicht. Täglicher Haarverlust für mich normal seit Jahren, Zopfumfag dadurch konstant, aber zu viel Verlust, um meine alte Dichte wiederzuerlangen.

Meine Pflegeziele

Diese ergeben sich aus meinen Problemchen: Ich möchte primär sauberes Haar ohne Haarausfall bzw. mit möglichst geringem täglichen Haarverlust, dabei eine möglichst glatte, geschlossene und somit unfrizzige Oberfläche. Ich ziele NICHT auf extra viel Volumen ab, denn das macht meine Haare optisch nur trocken und stumpf. Ich erwarte somit also auch keinen volleren Zopf oder Pferdeschwanz. Ich wünsche mir Haar, das offen gut liegt und einfach gepflegt aussieht. Leicht frisierbar war es eigentlich immer, da weder übermäßig rutschig, noch störrisch. Kopfhautblitzer sind ein Problem bei dünnem Haar, ebenso Flechtfrisuren aus mehr als einem Zopf, aber das lässt sich mit ein wenig Übung und vor allem frisch gewaschenem Haar eigentlich ziemlich gut umgehen.

Haarpflegetagebuch

Haarpflege war wie gesagt nie etwas, was mir rasant viel Freude gemacht hätte, ich habe nie begeistert Öle gemischt oder Seifen gesiedet und habe immer nur so weit recherchiert, wie es für mich nötig war, um meine Haare zu versorgen. Was… erfahrungsgemäß trotzdem schon deutlich mehr ist, als Erika Mustermann so tut. 😉 Da ich also eigentlich mein ganzes Langhaarleben lang immer so vor mich hin gepflegt habe, aber nie wirklich mit System, sich meine Haaransprüche aber dermaßen in den letzten Jahren verändert haben, dass es so grad schwierig für mich wird, habe ich das Langhaarnetzwerk für mich wiederentdeckt und dort ein Persönliches Projekt angelegt, wo ich meine Haarpflege dokumentiere. Und klar wird wie immer zwischendurch gequatscht. 🙂 Auch das mache ich ja gern, vermutlich sogar lieber als Haare pflegen 😉 . Ich habe immer fette Überschriften gesetzt, so findet ihr pflegerelevante Posts schnell.

Wie ihr seht, habe ich also gar keine Haarpflegeroutine, sondern suche grad eine. Früher sind meine Haare einfach so gewachsen, wenn Shampoo und Condi gestimmt haben, hab ich ab und an etwas Öl reingepackt und gut war. Davon bin ich mittlerweile Meilen entfernt.

Was immer geht

Aloe Vera Gel (ich verwende dieses hier von alverde)
khadi vitalisierendes Haaröl
Monoi Tiare Vanille Kokosöl
Lush R&B Haircreme
Conditioner-Öl-Kuren
Joghurtkuren
Desert Essence Coconut Shampoo
Desert Essence Island Mango Conditioner
alterra Granatapfel Spülung

Aktuell experimentiere ich mit proteinlastigeren Kuren mit Joghurt, Honig, Seidenprotein und was mir sonst noch vor die Nase kommt. Ich empfehle euch sehr die Selbstrührrezepte von unserer lieben Haartraum-Nessa. Das meiste mache ich seit Jahren genau so oder sehr ähnlich, sie ist aber doch etwas versierter – und sie hat die tollen Videos dazu 🙂 . Bezeichnend finde ich, dass wir bei den Sachen, die richtig gut funktionieren (besagte Selbstrührkuren und auch besonders beliebte „Fertigprodukte“ aka Shampoos, Condis und Co.) total auf einen Nenner kommen, obwohl wir so grundverschiedene Haare haben. Desert Essence kann ich genauso empfehlen wie sie und fürs Selbstrühren empfehle ich wie sie für Anfänger, Öle, Joghurt, Honig, Aloe Vera und, wenn ihr dann erweitern wollt, ein Hydrolat und aufbereitete Proteine wie Weizen- oder Seidenprotein. Danach kommen die Spitzfindigkeiten rund um spezielle (ätherische) Öle, genaue Rezepturen, Seifen, Rinsen, Cremes und Buttern.

Einfach gesagt: Je gesünder euer Haar ist, desto unkomplizierter lässt es sich pflegen. Und je besser es von Anfang an gepflegt wird, desto unkomplizierter ist es und muss demnach dann wiederum weniger speziell behandelt werden. Da lohnt es sich, gesundes Haar gesund zu halten allein schon aus Faulheit.

Wenn ich mal tolle Rezepte für Kuren entwickelt haben sollte, die nicht einfach nur sind wie meine Conditioner-Öl-Kur oder wie ein Rezept, das ihr so schon bei Nessa findet, dann lasse ich es euch wissen. Für heute lege ich euch mal ihr Conditioner-Honig-Aloe-Rezept ans Herz. Bringt mir auch super viel! Ein paar Rezepte findet ihr natürlich auch in meiner Handmade-Kategorie. Ich hab euch unten direkt welche in die Weiterlesempfehlungen gepackt. 🙂

Da bei mir also jetzt alles an grob geschädigtem Haar und auch letzten verzweifelten Haarausfallüberlebenden abgeschnitten ist, habe ich mehr Hoffnung, dass mein Bemühen auch was bringt. Nach wie vor ist mein Hauptaugenmerk darauf gerichtet meinen Körper so zu versorgen, dass er überhaupt gesundes Haar wachsen lassen kann, denn – ich wiederhole mich hier gern – mein Haar ist nicht von Natur aus so dünn und anfällig. Ich hatte mal einen fast 8cm Zopfumfang mit wirklich seidig glänzendem, gleichmäßigem Haar. Ich möchte also das, was ich mal hatte, ich will nichts, was für mich unmöglich ist. Primär möchte ich aber einfach schönes Haar. Wenn es nicht mehr so wird wie früher…. ist das so. Ich bin als Ganzes auch nicht mehr dieselbe wie vor 7 Jahren und im Großen und Ganzen ist das sehr, sehr gut so.

16 Kommentare

  1. Danke für deine Liste! Ich habe tatsächlich viel von den o.g. Sachen ausprobiert.
    Mein größtes Problem ist, dass meine Haare Conditioner brauchen, aber ich keinen Conditioner mehr vertrage. Meine Haut kriegt davon Ausschlag und meine Haare fallen direkt beim Einmassieren aus. Ich vermute mittlerweile, dass es an Cetearyl Alcohol liegt (habe nämlich auch mit Hautpflege mit diesem Inhaltsstoff Probleme), aber ich finde absolut kein Produkt ohne.. Also pumpe ich in meine Haare ständig Öle hinein, damit sie nicht so stupf aussehen. Bin leider hochgradig allergisch gegen Sheabutter, Kakaobutter blieb stückchenweise im Haar hängen.Gestrandet bin ich mittlerweile bei Rhizinusöl und Jojobaöl als tägliches Leave-In, aber auch das wird ruckzuck absorbiert und ersetzt den Conditioner nach der Haarwäsche nicht *seufz* Dann habe ich angefangen Avocados mit Ölen anzurühren, teilweise auch mit Joghurt, Eiern, haste nicht gesehen. Gewirkt hat es, aber das Zeug musste irgendwie aus den Haaren heraus. Condi? Probleme siehe oben – Shampoo? Pflege komplett rausgewaschen. Mittlerweile benutze ich ein festes Shampoo von Sauberkunst und verzichte komplett auf Conditioner. Meiner Kopfhaut geht es gut, aber Haare kämmen ist echt lästig.
    Ich weiß da einfach nicht mehr weiter. Vielleicht kennt jemand einen Conditioner mit einem anderen Tensid oder eine Möglichkeit, wie man ölige Avocadopampe aus dem Haar kriegt ohne die komplette Pflege heraus zu nehmen.

    1. Bin zwar nicht Heike, hab aber vielleicht auch ein paar Tipps 😉
      Gibst du Conditioner ins ganze Haar? Ich verwende ihn nur vom Ohr abwärts, so kommt er überhaupt nicht mit der Kopfhaut in Kontakt und die Längen werden trotzdem gut gepflegt. Davon abgesehen: wenn du schon weißt, was das Problem macht, dann suche gezielt nach einen Produkt, was diesen Alkohol nicht hat. Ich bin mir sicher, da lässt sich was finden 🙂
      Willst du trotzdem auf Condi verzichten gibt es andere Hilfen, um die Haare zu pflegen, was ja auch wieder der Kämmbarkeit hilft. LOC ist da ein guter Ansatz, für deinen Fall also Öle oder Cremes direkt nach dem waschen, noch vor dem Kämmen ins nasse Haar geben. Die Dosierung ist da etwas schwieriger, aber das hat man schnell raus. Machst du eine Kur mit Öl und Wasser dient das Condi auch als Emulgator. Du kannst ihn also eventuell weglassen und durch einen anderen Emulgator ersetzen. Das reduziert sicher auch die Pflegewirkung, aber hilft dir vielleicht bei deinem Problem.
      Aber allem voran als schnelle Lösung: Halte den Condi einfach von der Kopfhaut fern 🙂

      Liebe Grüße von der erwähnten Nessa von Haartraumfrisuren 😉

    2. Condi einmassieren? Der gehört nicht auf die Kopfhaut (Nessa schreibt es ja auch schon). Nur Ohr-abwärts. Manche bekommen da auf dem Rücken Aussschlag von, weil da die langen Haare aufliegen.
      Haarwäsche mit Kräutern könnte sonst noch eine Option für dich sein und Kuren mit geringerem Fettanteil aus Aloe-Vera, Honig udn Ei vielleicht. Ei enthält mit lecithin einen natürlichen Emulgator, der eine schwache Reinigungswirkung hat, ähnlich einem Conditioner. Nur wichtig: nur lauwarm auswaschen, sonst stockt das Ei im Haar und das ist auch eher unschön. 😉

    3. @Nessa:
      Vielen lieben Dank für deine Tipps! Ich habe bis heute keinen Conditioner gefunden, der kein Cetearyl Alcohol (Emulgator) beinhaltet. Weder in der Drogerie, im Haarbedarfsladen, im Afro-Shop, bei LUSH und Alnatura. Den letzten Conditioner habe ich nur in die Haare massiert und nicht in die Kopfhaut. Sobald ich zum Condi greife ist die Dusche voller Haare unterschiedlichster Länge. Die Reaktion auf der Kopfhaut kommt so nach 4-5 Tagen in Form von Ekzemen oder extremer Trockenheit (ich wasche meine Haare wöchentlich). In meiner Verzweiflung hab ich einen Monat lang eine Körperlotion ohne besagten Stoff benutzt, was meinen Haare zwar nicht so gut gepflegt hat, hatte aber komischerweise wesentlich weniger Haarbruch/ausfall. Leider wurde die Körperlotion nun auch aus dem Sortiment genommen, sodass ich auch in Sachen Hautpflege wieder am Rad drehe.
      Wie genau funktioniert diese LOC Methode? Was kann man alternativ als Emulgator benutzen? Avocado mit Ei hat gut funktioniert, aber ich hab die Pampe leider nur mit Shampoo herunter gekriegt und war danach quasi wieder am Anfang. Benutzt ihr vom Ei beide Bestandteile oder nur Eiweiß oder Eigelb?

      @Heike:
      Dank dir! Ich hab das Aloe Vera Gel von Balea vor ca. zwei Monaten als Hautpflege gekauft und leider mit Pickeln reagiert (und weggeworfen). Leider weiß ich nicht, ob es an den Zusätzen oder an der Aloe liegt. Kennst du eine Alternative dafür? Was sind deine Erfahrungen mit Ei rauswaschen?

      1. Wenn es dir um den EMulgator geht, reicht das Eiweiß – pflegender ist mit EIgelb, aber da könntest du wieder Probleme mit zu viel Restfett im haar bekommen… Es gibt noch reines Aloe Vera ganz einfach über Amazon oder im Reformhaus. 🙂

  2. Huhu…..ich bin ja auch ein Feenhaar mit 2 a/b, vllt auch c, jedenfalls mit ich lockiger als Du – auch ausgekämmt. Ich hatte immer Probleme mit fettigem Ansatz und trockenen Längen. Nun wasche ich alle zwei Tage mit Condi, zB Sante Birkenblatt oder andere silikonfreie aus dem DM. Danach gibts etwas heymountain Haarcreme rein oder R&B Cream. Meine Haare waren nie besser! Evtl mache ich alle zwei Wochen eine Wäsche mit Haarseife, aber nur, wenn ich das Gefühl habe meine Kopfhaut juckt. Wäre das nichts für Dich?

    1. Oh, das ist doch ziemlich ähnlich? Selber Waschrhythmus, selbes Leave-in, silikonfreie Condis. Wobei ich am Ansatz schon Shampoo brauche, da kann ich nicht mit Conditioner waschen. 🙂
      Seie ist mir zu umständlich bisher, hatte aber auch vielleicht einfach bisher keine passende. 🙂

  3. Hatte mal kurzzeitig überlegt, mir Seidenprotein für die Haarpflege zu kaufen, nachdem es Nessa auf ihrem Blog erwähnt hat. Habe mich dann aber dagegen entschieden, nachdem ich mich über die Herstellung informiert habe und mit Erschrecken gelesen habe, dass für 1kg Seide ca. 12.000 Seidenraupen qualvoll sterben müssen 🙁
    Also bleibe ich bei meiner Haarwäsche mit Roggenmehl, das funktioniert so suuuper, dass ich kein anderes Shampoo mehr anderes ausprobieren will. Kein Haarausfall mehr, dafür glänzendes, kräftiges Haar, das weniger nachfettet und fluffig und gepflegt ist!

    1. Roggenmehlwäsche ist mir jetzt immer mal wieder untergekommen, danach wollte ich schon längst mal gegoogelt haben… Wobein ich ein anderes Mehl wohl bräuchte, allergisch gegen Getreide. Was auch der Grund ist, dass ich kein Weizenprotein als Alternative verwende.

      1. Haferflocken sollen auch funktionieren als Shampoo: Haferflocken in den Mixer geben und zerkleinern zu Mehl, dann mit Wasser zu einer Paste anrühren. Habe ich gelesen – aber noch nicht ausprobiert…
        Wichtiger Tipp: Das Getreide oder Mehl, das man für die Haarwäsche nimmt, darf AUF KEINEN FALL Gluten enthalten!!! Gluten heißt nicht umsonst Klebereiweiß… Es verklebt die Haare so stark, sodass man das alles sehr mühsam und langwierig aus den Haaren kämmen muss. Aber wenn man darauf achtet, funktioniert die Haarwäsche mit Getreide wirklich super. Nehme immer das helle 1150 Roggenmehl und mache danach noch eine saure Rinse. Hier mehr Infos:
        http://www.smarticular.net/haarwaesche-mit-roggenmehl-natuerlich-pflegend-und-vegan/
        http://www.smarticular.net/roggenmehl-statt-shampoo-erfahrungen/
        PS: Die Aloe Vera-Honig-Kur kann ich wirklich sehr empfehlen!! ♥

  4. Das Desert Essence Coconut Shampoo scheint ausser mir jedem zu helfen. 🙁 Habe es mir gekauft, weil ich es auf diversen Blogs positiv erwähnt gesehen habe und liebe den Geruch sowie das Schäumen, aber meine Haare sind nach dem Waschen trocken und frizzig und stehen total ab.
    Ich muss wohl auch mal mehr recherchieren, was meine Haare eigentlich wollen und brauchen, aber bis jetzt konnte ich mich nicht dazu aufraffen. Die Aloe Vera Kur lieben sie allerdings, ich habe mir dafür extra eine Aloe Vera Pflanze bei Ikea geholt. Noch lebt sie, trotz schwarzem Daumen 😀

    1. Ah, das ist ja doof… Vielleicht brauchst du ein Shampoo mit anderen Tensiden. Bei Naturkosmetik sind es in der regel Zucker- oder Kokostensdie (Glukoside). Schau mal auf deine Shampoos drauf und such dann nach einem, was genau den anderen Inhaltsstoff hat. Oder dann eben doch ein konventionelles nur ohne Silikone. Ich verwende ja meist ganz faul Aloe Vera Gel von alverde. Obwohl ich auch eine Aloepflanze habe. Aber se ist so hübsch, ich mag sie gar nicht schneiden…

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