24. September 2016

The Autumn Cake: Crunchy Creamy Pumpkin Chocomousse with Figs, Cinnamon and Beechnuts

Mehr Herbst geht nicht: Kürbis, Nüsse, Feigen, Bucheckern… wow!
Und Schokolade! Die geht ja bekanntlich immer.

Das hier war so ein typischer Fall von: „Oh in meinem Kopf sieht das schon ganz toll aus, schreiben wir das Rezept lieber mal mit!“ Und ja, gut, dass ich das gemacht habe. Der Kuchen ist einer meiner großen Würfe. Er ist vegan, paleo und eine der Süßspeisen, die mit einer sehr geringen Menge an Sirup auskommt. Raffinierter Zucker ist bei meinen Rezepten ja ohnehin nie enthalten. Das Ergebnis ist ein crunchy süßer Schokoboden mit einer eher kakaoherben Mousse on top, garniert mit Feigenscheiben und in Kokosblütensirup karamellisierten Bucheckern, was die Herbe wieder weich abfängt. Der Kuchen ist ein Kühlschrankkuchen und bleibt formstabil auch bei kuscheliger Raumtemepratur. Kühl schmeckt er aber am besten.
Uuuund: der Kuchen ist super für Familien mit kleinen Kindern. Er ist eine pädagogisch wertvolle, elternnervenschonende Tagesveranstaltung. 🙂

Zutaten

Boden
1,5 Tassen Buchweizen
1 Tasse Cashews
1,5 Tassen Datteln
1 große Hand voll Kakaobutter
1 EL Kokosöl
3 gehäufte EL Kakaopulver
1 TL Zimt

Mousse
1 kleiner Hokkaidokürbis, entkernt, ungeschält
fester Bestandteil aus 2 Dosen Kokosmilch
2 Hände voll Kakaobutter
4 gehäufet EL Kakaopulver
50g dunkle Schoki (halbe Tafel)
2 TL Zimt
Schluck Ahornsirup

Deko
3 Feigen
große Hand voll Bucheckern (oder andere Nüsse)
ein wenig Kokosblütensirup (oder anderer Sirup)
ca. 1 EL Kakaonibs

How to

Buchweizen und Cashews in den Mixer geben und eine Runde shreddern, bis die Cashews klein sind. Datteln je nach Mixerstärke dazu geben oder mit dem großen Küchenmesser kleinschneiden. Das alles mit Kakao, Zimt, geschmolzenem Kokosöl und Kakaobutter verkneten und dann auf einem Blech mit Backpapier flachdrücken.

Für die Mousse einen kleinen Hokkaidokürbis dampfgaren. Ich hatte einen mittelgroßen und habe 3/4 des Kürbisses dann verarbeitet – also einfach so viel, bis mein kleiner Topf voll war. Ich verwende den schnöden Dampfgaruralteinsatz von IKEA, der etwas klapprig ist, aber sehr gute Dienste tut. Alle Zutaten für die Mousse in den Mixer geben und pürieren bis eine homogene Creme entsteht. Die Creme gebt ihr dann auf den Buchweizenboden und streicht sie vorsichtig aus. Sie sollte so fest sein, dass sie nicht überquillt.

Nun schneidet ihr die Feigen in Scheiben und belegt den Kuchen. So und wenn ihr jetzt noch richtig viel Zeit ODER Kinder im Kindergarten- bis Grundschulalter habt, dann sammelt ihr Bucheckern. Ich hatte etwas mehr als eine Hand voll. Pult die Bucheckern und röstet sie dann kurz in einer Pfanne zusammen mit etwas Kokosblütensirup. Ahornsirup oder anderer Sirup geht natürlich auch. Bucheckern enthalten ungegart geringe Mengen an Blausäure und Oxalsäure, die durch das Erhitzen zerstört werden. Man sollte sie also nicht roh essen, aber zum Backen sind sie super.

Warum ich sage, dass man das gut mit Kindern machen kann? Weil mir die Idee für den Kuchen morgens bei der Hunderunde kam. Da lag alles voll mit Bucheckern und ich hatte einen kleinen nostalgischen Anflug und habe mich daran erinnert, wie Mama mit mir damals als Heiki noch klein und mit Pottschnittfrisur hyperaktiv die Welt erkundet hat, Bucheckern gesammelt hat. Sowohl die kleinen Nüsschen als auch die aufgeplatzten stacheligen Schalen. Die Schalen haben wir in einen Styroporkranz gesteckt und fertig war ein Herbstkranz als Tischdeko. Und die Bucheckern haben wir verbacken, weil ich da so eine Lieblingsweihnachtsgeschichte hatte, in der Bucheckernkuchen vorkam und ich das auch wollte. Es war also September und ich habe schon Weihnachtsgeschichten vorgelesen bekommen bzw. bald selbst gelesen. Ich war ein Weihnachtsjunkie als Kind. Und bin es noch. Wobei mich da leider ein Projekt an der Arbeit etwas kuriert hat…

Nun ja. Liebe Mama, oder? Das ist doch pädagogisch total wertvoll: draußen in der Natur etwas sammeln, um damit dann zu basteln und zu backen. Ist es. Aber, Mama, ich habe dich durchschaut! Allein mit dem Bucheckernpulen hattest du vermutlich über eine Stunde Ruhe vor deinem kleinen Fragomaten. Für meine Handvoll Eckern für diesen Kuchen hier habe ich  45min gebraucht. Und heute bin ich ja clever genug die Nüsschen mit einer Schere an der Spiitze zu köpfen, damit es dann leichter geht. Früher habe ich das nur mit den Fingern aufgepopelt. Es empfiehlt sich übrigen sehr Fignernägel dafür zu haben.

Also: Bucheckern sind mega lecker. Aber ich weiß jetzt, warum man die nirgends fertig kaufen kann, obwohl das doch eine prima Haselnuss- und Mandelalternative wäre: Das Pulen zu automatisieren ist praktisch unmöglich. Wenn euch das zu anstrenged ist oder ihr keine Kinder habt, die ihr für diese Frondienste einspannen könnt, karamellisiert einfach ein paar Buchweizenkörner, Walnüsse, Pecannüsse oder Cashewbruch. Das passt genauso gut zum Kuchen. Aber Bucheckern sind schon fancy. 😉

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10 Kommentare

  1. Ich hätte ja nie gedacht, dass ich ausgerechnet bei einem Kürbisrezept kommentiere, seit ich vor zwei Jahren mein Kürbistrauma hatte, aber jetzt passiert es^^
    Hab gerade meiner Mutter ein Bild von den Kuchenschnitten gezeigt und es kam nur „Her damit!“ Als ich sagte, sie könne das Rezept haben, kam nur ein schniefender Smiley mit einem „Ich dachte, das kann man fertig kaufen!“ zurück 🙂 Hut ab vorm tollen Aussehen!

    LG, Lisa

    1. Oh ein Kürbistrauma, das ist aber jammerschade! das ist so ein tolles Lebensmittel! Ich liebe ihn! Wir haben und schon üppig bevorratet. 🙂 Aber vielleicht bekommst du die schnitten ja auch ohne Mama hin?

  2. Was für eine tolle Kuchenidee! <3
    Und dann noch all diese wunderschönen Fotos dazu. Ich bin ganz verliebt. Da bekommt man sofort Lust zum Nachmachen. Ich muss direkt mal schauen, wo ich hier Bucheckern sammeln kann. 😉

    1. Es braucht meist noch nocht mal einen Wald. 🙂 In Parks stehen auch oft ein paar Buchen. Hier zumindest. 🙂 Gutes gelingen und viel Spaß! 😀

  3. Hallo Heike,
    sieht mal wieder total lecker und professionell aus. Komm doch gerne mal vorbei und bring die Reste mit.
    Im Ernst, das und die anderen Rezepte muss ich unbedingt noch machen.
    Du hast ja auch öfters mal Eisenmangel und Haarausfall, kriegst du das nur mit guter Ernährung und Eisentabletten in den Griff? Bei mir ist es leider auch schon wieder so weit, dass die Ferritinspeicher total leer sind.
    Gruß Sabine

    1. Hallo Sabine,
      in den letzten Jahren ging es gut nur mit Tabletten zusätzlich zu einer angepassten Ernährung. Im akuten Mangel habe ich immer Spritzen bekommen, weil ich so hochdosiert die Tabletten nicht vertrage. Da müsstest du mit deinem Arzt sprechen. Wenn die Tabletten gehen sind sie das Mittel der Wahl, wenn nicht eben Spritzen oder Infusionen. Die wirken zwar schneller, aber sind jetzt auch nicht ohne was mögliche Nebenwirkungen angeht: Einblutungen verfärben sich dauerthaft, wie ein Tattoo. Das Risiko trägt man dann. Mir ist jahrelang nichts passiert und ich kenne auch niemandem, bei dem es dazu gekommen ist, vom Hörensagen hab ich das aber schon mal mitgekriegt. Ist also nicht so selten. SO oder so: Eisnemangel beheben gehlrt zum Arzt. Wenn du weißt, dass deine Speicher leer sind, bist du da ja schon. 🙂
      Gute Besserung!
      Heike

  4. Hallo Heike,

    wow, das Rezept klingt mega gut! Ich liebe das ja immer, wenn „spontan“ sowas gutes gelingt 🙂 Definitiv ein Vorteil, wenn man viel in der Küche werkelt: das kommt häufiger mal vor 😀
    Ich bin dann mal Bucheckern sammeln!

    Viele Grüße,
    Katharina

    1. Viel Spaß damit! 😀 Aktuell fallen die Eckern einem ja auch praktisch in den Schoß. Ich hab auch wieder überlegt zu sammeln, aber naja, keine Kinder für die Frondienste. 😉 😉 😉 Und aktuell einfach selbst keine zeit dafür. 🙂

  5. Ich finde das mit den Bucheckern total interessant. Die wachsen überall, sind ziemlich nährstoffdicht und schmecken gut und trotzdem sind sie irgendwie in Vergessenheit geraten. Ende des 2. Weltkriegs und in der Nachkriegszeit hat man die Kinder Bucheckern sammeln geschickt. Die konnte man an die örtliche Mühle zur Öl- und Mehrlherstellung verkaufen oder selber essen. Das haben meine Großaltern immer erzählt.

    1. Ja, die Weihnachtsgeschichte, von der ich hier schreibe spielt auch nach dem zweiten Weltkrieg. Es ist eben eine sehr mühsame langwierige Arbeit. Sobald ein minimaler Wohlstand erreicht ist, lohnt es einfach nicht mehr. Srhr schade eigentlich.

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