3. März 2016

Hallo Verlage, hier ist Jakob!

„Follow me!“
@weristjakobwinter is my Instagram artwork account.
Tom und Jakob als Grundschüler. / Tom and Jakob as young boys in elementary school.

 „Mama hat gesagt, die Geschichte ist toll!“
Hat sie noch nicht mal. Ist nämlich so gar nicht ihr Genre. Stattdessen hat sie mir gesagt, was sie verbessern würde. Das war viel mehr wert.
In jedem Fall ist es nett und schmeichelhaft von lieben Menschen zu hören, dass die eigene Kopfgeburt hübsch ist. Was anderes will man bei echten Babies ja auch nicht hören. Und so ist es dann eben etwas zweifelhaft, ob diese geistigen Ergüsse denn wirklich so toll sind, dass mehr Menschen als man selbst und der treue Dunstkreis Zuneigung dafür entwickeln könnten.
„Mom said, the story is great!“
Well she even did not. Because it is not her genre. But instead she told me which aspects or passages to improve. And that is worth so much more!
Anyways it is of course nice and flattering to hear from beloved people that the own fictional baby is pretty. Because when it comes to real babies you just don’t want to hear anything else too. And so you never really know if your invention, your story is that good that there might be more people able to like it, more than just you and your family and friends.

Was es braucht, neben ein paar Formalitäten wie angemessener Rechtschreibung, sodass dem Korrektor nicht schon nach Seite 1 klar ist, dass das Nachtschichten bedeutet, was es braucht, sind echte Argumente, die die Aussicht darauf stellen, dass das, was da geschrieben wurde auch verkäuflich ist und dass man mit dem Author arbeiten kann.
Denn an sich funktioniert eine Bewerbung beim Verlag etwa so:
Stellt euch vor, es klingelt an eurer Tür und da steht dann jemand, bestenfalls freudestrahlend und von sich selbst überzeugt, schlechtestenfalls verhuscht und stammelnd:
„Hallo, also ich hätte da eine Idee. Eine Geschichte. Die ist auch wirklich toll, ich habe sie schon zu Ende geschrieben, man müsste sie nur noch drucken. Wollen Sie sie veröffentlichen, für mich? Natürlich möchte ich Geld dafür haben und die Kosten für Werbung, Print und all den anderen Aufwand jenseits meiner kreativen Schreiberei, also diese paartausend (paar zehntausend…) Euro, die müssten Sie auch übernehmen.“
WUMS!
Tür zu.
Per Email heißt das Spam.
Per Telefon ist das das, was man entweder abwimmelt oder kommentarlos wegdrückt.
What you need besides formalities like orthograph are true arguments which promise a story which can be sold and an author to work with in a satisfying way. Because actually an application at a publisher is like this: imagine someone ringing at your door and when you open there stands somebody, in the best case smiling and confident, in the worst case awkward and stammering: „Hello, well, I just have an idea. A story. It is really great and I already finished it, it just needs to be printed. Do you want to publish it for me? Oh but the thousands of dollars costs for marketing, print and so on belong to you. And of course I want to get payed too.“ WHAM. Door closed. If you do this via email, this is considered as spam. If you give a phone call you might get fobbed off or just ignored.

Anna & Jakob
Zeichnung von 2012 / drawing from 2012

Und jetzt stelle ich mal in mein eigenes Glashaus und sehe mich um.
Rechtschreibung krieg ich hin, obwohl ich mich hier ja gepflegt ständig vertippe, nichts desto Trotz weiß ich von der Arbeit sehr SEHR gut, dass man einen Korrektor braucht. Aber die Formalitäten lassen sich wie gesagt regeln.
So my dear Heiki, what about you? Orthograph, yes… I get that. Even though I mistype ver often here as I write directly in the editor… But I know rom work  how crucial a corrector is. SO formalities can be fixed rather easily.

Was sind also meine Argumente, mein Fuß oder gar Keil in der Tür? Warum sollte jemand Geld für Jakob und mich in die Hand nehmen wollen? Und wenn das keiner will, warum solltet ihr darauf vertrauen, dass ich sie selbst veröffentlichen kann und sie für euch lesenswert ist?

Was biete ich im Gegenzug für meinen Wunsch nach
Betreung und Veröffentlichung?

So what are my arguments, what is my dooropener? Why should anyone spend invest in me and Jakob? And if nobody wants to, why should you believe, that I will do the publishing on my own granting something worth reading? What can I offer in exchange for my whish for having a lecturer and having Jakob published?

1. Ich glaube an mich und meinen Roman.
Ich glaube an Jakob und daran, dass er so viel mehr erzählt als nur eine seichte Liebesgeschichte.
I believe in me and in my novel. I believe in Jakob and in his ability to tell you more than a shallow lovestory.

2. Meine Schreiberei hier hat mir in Kombination mit meinen Bildern wie schon erwähnt 60.000 bis 100.000 monatliche Seitenaufrufe beschert und das sehr zielgruppengenau. Das heißt außerdem, dass ich nicht an Türen klingel, Spam verbreite oder Leute am Telefon nerve mit rhetorisch klug verpacktem „Bitte, bitte, verlege meinen Roman!“ Nein.  
Ich bettle nicht, ich singe vor. Hier. Vor Publikum.
My writing here in combination with my images gave me a solid followership which generates 60.000 to 100.000 monthly pageimpressions, reaching my target group very precisely. This leads to one real great aspect: I am not the one to ring at doors, so email spam or to annoy somebody on the phone presenting rhetorically polished petitions for my novel to be published. No, I am not begging, I am singing. Here. Audience included.

3. Ich bin ausgebildete Grafikdesignerin und arbeite tatsächlich in der Herstellungsabteilung eines Verlages. Das heißt, ich weiß nicht nur, wie die Konzeption und Umsetzung eines Druckwerkes abgewickelt wird, ich kenne auch die Arbeit im Verlag aus erster Hand. Dummerweise für mich jetzt verlegen wir – der Harenberg Verlag –  Magazine, keine Bücher.
I am trained graphic designer and I work in the production departement at a publisher’s. This means, I not only knwo how to work conceptional and bring a projekt from idea to print, I also now how work is done at a publisher’s. Unfortunately for me we – the Harenberg Verlag – only publish magazines, no books.  

4. Grafikdesignerin? Ja. Bachelor of Arts, Design, Medien Kommunikation.
Meinen Abschluss in Illustration habe ich genau mit der Geschichte gemacht, die ich jetzt zum Leben erwecken will. 
Ich habe eine 1,0 dafür bekommen.
Graphic designer? Yes, bachelor of arts, design, media, communication. I made my final exam in illustration with – tatda! – exactly the Jakob-story I want to bring to life now. I graduated with an A for this exam.

5. Ich habe bereits zu Schulzeiten zwei Schreibwettbewerbe gewonnen: Think Europe 2003 und eine Veröffentlichung (Platz 5) in der Nagelprobe des jungen Literaturforums Hessen-Thüringen 2004. Das ist jetzt eine gewaltige Runde her, aber dennoch.
I won two writing contests during school: Think Europe 2003 and a publication in the „Nagelprobe“ from the Hesse-Thuringia young literature forum 2004. Well, this feels like ages ago, but still.  

Zweite Preiskategorie für mich. Also kein Geld aber Teilnahme am Autorenseminar. Muss mal die anderen Gewinnergooglen, ob davon mittlereweile jemand Schriftsteller ist…
Second price categorie which gave my permission to join the author’s seminar. I just have to google the other winners to see if someboy of them already became a writer…

 

Mittlerweile wäre ich nicht mehr so bescheiden meinen Gewinn von jemand anderen präsentieren zu lassen (es war ein Computer). Ich hatte den Text im Ethikkurs geschrieben, deswegen waren wir als Kurs dort. Es war eine Gruppenarbeit. Aber ihr kennt Gruppenarbeiten. Es war mein Text. So viel zum Thema Bescheidenheit. Heute mal nicht.
Meanwhile I am no longer the girl to be that modest to let somebody else present my price (it was a computer). I wrote the text with or ethics course in school, so we got invited as a class. It was grouwork. But you know groupwork. It was my text. So much about modesty for today. Not.

*click to enlarge both pics*

6. Nicht ganz so lang her ist mein abgebrochenes Studium im Wissenschaftsjorunalismus. 4 Semester war ich dort. Das Schreibhandwerk habe ich also auch zwei Jahre lang gelernt. Warum nicht weiter? Die Antwort wird zu lang, aber kurzgefasst habe ich mich dann doch für das entscheiden, was ich wirklich liebe: die Kunst, das Schöne, die Zeichnerei – Design. Und wie meine Blogthemen beweisen, bin ich nie ganz weggekommen vom populärwissenschaftlichen Inhalt. Schreiberisch bin ich ein sehr guter Autodidakt, der eine vage Ahnung davon hat, dass es unter einem Mentor (oder sagen wir zumindest Lektor) noch mal soviel besser werden könnte.
Not that long ago I studied science journalism – and quit after 4 semesters. So I learned writing and research for two years. Why did I quit? Oh the answer will take way too long but in brief: finally I decided to do, what I love the most: art, the beauty in things, design, drawing. And as many of my blog topics prove I never lost my interest in (popular) science. When it comes to writing I am a skilled self-educator with a vague idea of how good and better I could be with a mentor (or just aim for a lecturer here) at my side.

7. Und wieder: Ich glaube an mich und an Jakob. Ich glaube an meine Worte, an meine Linien und Schraffuren, ich glaube an die romantisch naive Sehnsucht nach Liebe, die die Antwort auf alles verspricht, genauso wie ich an die wunderlichen Leser glaube, die Gefallen daran finden, genau diese Verheißung scheitern zu sehen, die mit der Fiktion leiden und sehnen wollen, die schon lange wissen, dass Licht nur im Dunkeln sichtbar wird.
And again: I believe in me and in Jakob. I believe in my words, in my lines and hatching, I believe in the romantic naive longing for love which promises to be the answer to everything, as well as I believe in the curoius reader who has this strange affection for seeing this promise fail, knowing that there is only light compared to darkness.

Belassen wir es bei diesen sieben Gründen, denn Sieben ist eine magische Zahl. Acht ist in der chinesischen Numerologie die Zahl des Geldes, doch ich mag lieber die Zahl der mächtigen Zauberei, statt die Zahl des Mammons und der unbeabsichtigten Horcruxe…
So let’s leave it like this with seven reasons as seven is a magic number. Eight is the number of wealth in Chinese numerology but I prefer that number of powerful magic over the number of money and unitended horcurxes…

Solltet ihr selbst bei einem Verlag arbeiten oder jemanden kennen, der jemanden kennt, ihr wisst schon, empfehlt mich gern weiter. Denn mich auf die Kreativarbeit voll konzentrieren zu können, statt mich mit Druck, Logistik und Vertrieb ausneinander zu setzen, wird die Veröffentlichung bedeutend beschleunigen. Und sehr wahrscheinlich auch das Endergebnis verbessern.
If you work at a publisher’s or if you know somebody who knows somebody… you know, recommend me. Because working with a publisher will give me time to focus on the creative work, leaving the print, distribution and sale to other professionals. Very likely this will lead to a much faster publishing and – I believe so – a higher qualitiy in the final result. 
And I guess you already got the point that I am professional enough to know, that I won’t do the translation on my own. 

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14 Kommentare

  1. Hey, das sind wirklich sieben tolle Gründe. Ich drücke Dir ganz doll die Daumen, dass es klappt. Leider kenne ich niemanden vom Verlag, aber ich bin zuversichtlich, dass sich für Dich eine Tür auftut. Lg Isa

  2. Was Verlage auch noch schätzen, wenn ein Jungautor anklopft: eine halbwegs passable Marketing-Strategie, zumindest im Bereich Social Media, denn Erfolge brauchen Zeit. Es schadet also nie, Jakob schon mal eine fb-Seite zu basteln, sich mit anderen auszutauschen und den Namen "Jakob Winter" etwas breiter zu streuen, denn bisher liefert Google fast nur Treffer zu Geigenkoffer und co.

    Ich drück dir und Jakob jedenfalls die Daumen!

  3. Stimmt. 🙂 Allerdings ist facebook nicht die Plattform, die ich weiter bespielen möchte, zumal da die sehr junge Zielgruppe sowieso wegbricht. Ich habe auf fb mit haselnussblond noch nicht mal 1000 Follower, das ist eher zäh und viel Mehraufwand für wenig Effekt, da man mittlerweile die Beiträge bewerben muss, damit sie üebrhaupt noch gesehen werden, vor allem bei like-faulen Followern. 😉
    Ausschließen werde ich das nicht, aber zunächst hat Jakob sein Instagram und seine Präsenz hier.
    Die Marketingstrategie wäre eben haselnussblond.de mit seinen vielen Seitenaufrufen. Das habe ich ja schon. Das noch mal aufzubauen in kurzer Zeit ist eben sehr aufwändig. Aber nicht ausgeschlossen. Im Hinterkopf habe ich das auf jeden Fall. Ich muss nur gerade sehen, wo ich meine Energien bündle. Neue Website wäre auch was, aber ich arbeite ja gerade noch am Blogumzug hier und schaffe das kaum. Ich muss erst mal wieder Themen reduzieren, bevor ich drauflege.
    Danke dir auf jeden Fall. 🙂

    Liebe Grüße, Heike

  4. Bisher habe ich ja noch nicht sonderlich viel von deiner Geschichte gesehen, also bin ich mal gespannt was noch folgt.
    Da lernt man mal eine andere Seite von dir kennen – 1.0 in der Abschlussarbeit, Wissenschaftsjournalismus (Abschluss oder nicht, man lernt ja dennoch dabei), die Arbeit im Verlagswesen… Das hat ja schonmal Hand und Fuß im Gegensatz zu "Naja in meiner Freizeit hab ich mal ein bisschen was gemacht"

  5. Liebe Heike,
    leider bin ich nicht im Verlagswesen tätig, aber wenn ich es wäre, dann würde ich dich sofort unter Vertrag nehmen. Ich lese deinen Blog total gerne und ich finde du hast ein Riesentalent und ein gutes Gespür für die richtigen Worte. Ich drücke dir von ganzem Herzen alle Daumen und Zehen, damit dein Traum in Erfüllung geht. Ich bin mir ganz sicher, dass du es schaffst! Alles Liebe,Susanne

  6. Hallo Victoria!
    Ja, doch, ich denke, ich kann behaupten, dass ich hier nicht ins Blaue hinein an einem Luftschloss arbeite. 🙂 Aber selbst wenn, dann wäre der Weg eben etwas härter. Von Haaren hatte ich jetzt auch vor sieben Jahren nicht wirklich Ahnung, aber ich denke, da habe ich mich doch ziemlich gut geschlagen. 🙂 Traum, WIlle, Weg. So in etwa. 🙂
    Ich freue mich, dass du dabei bist! Gerade bei diesem Herzensthema bedeuten mir Kommentare hier noch mal mehr.

  7. Oh SUsanne, das ist so lieb von dir! WIrklich! Bei diesem Thema freue ich mich wirklich doppelt und dreifach über jeden Kommentar. Und gedrückte Zehen habe ich noch nicht in meiner Gute-Wünsche-Sammlung, das muss also jetzt noch besser werden! 😀
    Ganz liebe Grüße an dich und deine Hände und Füße,
    Heike

  8. haselnussblond.de ist für den Anfang sicher gut, gerade aufgrund der Besucherzahlen, ist letztlich aber aufgrund des Themen-Mischmaschs längerfristig für die Vermarktung eines Buches ziemlich suboptimal. Und gerade weil die Netzpräsenz Zeit braucht, würde ich dazu raten, neben dem Blog Jakob schon mal eine Basis zu schaffen. Instagramm ist toll, aber um G+ und fb wirst du längerfristig auch kaum herumkommen. Wenn die Basis stimmt, lassen sich diese Kanäle aber mit relativ geringem Zeitaufwand bespielen.

    Letztlich ist vorläufig egal, was du (jetzt schon) machst, Hauptsache du machst dir Gedanken darüber. Denn die meisten Verlage investieren den Grossteil ihrer PR-Aktivitäten in ausgewählte Spitzentitel und erwarten von den Autoren, dass diese den Hauptteil der Öffentlichkeitsarbeit selber meistern können. Und je mehr davon bei einer Manuskript-Eingabe erkennbar ist, desto grösser ist die Chance, dass der Verlag das Buch druckt, weil er so zumindest die Produktionskosten wieder reinbekommt.

    LG, Julia

  9. Danke. 🙂 Ich hatte heute auch ein souper wertvolles Gespräch zum Vermarktungsprozess, das deckt sich mit vielen, was du hier schreibst. Solche Tipps sind Gold wert. An sich weiß ich das schon, aber es ist wirklich gut, es noch mal zu hören, um die Priorisierung klar zu machen. Denn dass viel zu tun ist für mich, ist klar. Ich muss vor allem schauen, dass ich mich in der Reihenfolge nicht verzetteln, dass ich eben planen kann. Und selbstverständlich auch ausführen. 🙂

  10. Liebe Heike,
    ich finde deinen Blog ebenfalls super, wie gesagt, und wahnsinnig inspirierend! Hast du vielleicht sogar schon eine Leseprobe da? Auch diese kann sich wie ein Lauffeuer verbreiten, allein durch deinen Blog. Ich würde wirklich gerne mehr über Jakob und seine Geschichte erfahren!
    Was die Illustrationen betrifft – die finde ich, meine ehrlich und gut gemeinte Meinung gebend, nicht ganz druckreif und die Aufmachung/der erste Eindruck macht für den Käufer den höheren Prozentsatz aus. Vielleicht ist es ja eine gute Idee, eine Kooperation mit einem/r aufstrebenden Illustrator/Illustratorin zu versuchen? Es gibt viele, die Herzensprojekte auf Erfolgsbasis eingehen, man muss sie nur überzeugen, dass es vielversprechend ist. Und wenn du soviel Herz in deinen Roman gesteckt hast, wie in diesen Blog, wird das sicher nicht unmöglich! <3

  11. Liebste Heike, du bist wahnsinnig talentiert und ich habe immer jeden deiner Beitrage zu Jakob und Anna sehr gern gelesen. ich drücke dir die Daumen und bin mir sicher das soviel Talent und Fleiss auch belohnt wird! Ich habe da in der kreativen Welt leider keine Verbindungen. Du wirst es wundervoll meistern und ich hoffe das Jakob aus der Zeichenmappe in meine deine und unsere Welt klettern darf. Ich drücke Daumen und Zehen!

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