15. August 2015

Flechtwerk: Haircolour

Diesen Monat sprechen wir bei Flechtwerk über Haarfarben. Primär natürlich über unsere eigenen.
Und ich mag sofort mit wehenden Fahnen ins Gefecht ziehen:
This month we at Flechtwerk talk about haircolours. Primarily about our own and so I want to march in to fight for: natural haircolours! 

Ein Herz für Naturhaarfarben, 
ein Herz für Haselnussblond!

Naturhaarfarbe – das ist doch öde…
Behauptet wer? Die vielzitierte Allgemeinheit. Zu Unrecht, wie ich finde!
Die Vorteile einer gepflegten Naturhaarfarbe liegen auf der Hand: Zeit- und Geldersparnis, weniger Haarschädigung und weniger Umweltbelastung. Dazu eine Farbe, die auf jeden Fall zum eigenen Typ passt. Man muss nicht gegenschminken und später, wenn es an das Ergrauen geht, entsteht kein Ansatz, sondern die Silberfäden ziehen sich nach und nach in die Haare ein.
Love for natural hair, love for hazelnutblonde!
Natural haircolours – these are so boring… Who says that? „They“ say so. And I say „they“ are wrong. The advantages are striking: less money and time spent on dyeing, less damage on your hair, less pollution. In addition a healthy, shiny natural hair colour is a colour which matches your own colorite perfectly well. No need of working with make-up against a mismatch because the skin-hair-contrrast is not flattering. And later when the first greys peek through there is no problem with grey roots and coloured lengths.

Wandelbaare blondbraun – oder hier doch eher schon rot?
Mutable blondebrown – or even ginger here?

 Die Naturhaarfarbe passt einfach zu dem Menschen, aus dessen Kopf sie wächst optimal. Genauso wie die eigenen Hautfarbe die ist, die zu einem passt. Sie ist ein Stück Identität. Wie aber auch für die Haut gilt ebenso für die Haare: je gesünder, desto strahlender, desto weniger, muss man daran noch herum manipulieren, um etwas zu verbessern. Meist ist es nicht primär die Farbe, die den Unterschied macht, ob ein Schopf schön und stimmig wirkt, es ist der Glanz, die Sprungkraft, die Lebendigkeit. Gesundes, glänzendes Haar wirkt automatisch satter in der Farbe. Je trockener und spröder, desto stumpfer und mausiger wirkt das Haar, egal bei welcher Farbe. Wer nun färbt, gerät schnell in einen Teufelskreis, denn Färben an sich schädigt das Haar und raubt erneut Glanz. Deshalb bei Farbunzufiedenheit: erst Pflegen und dann färben. oder eben nicht mehr. 🙂 Und wenn Farbe, dann vielleicht lieber Pflanzenhaarfarbe als schonendere Alternative. Ich spreche von Henna und Co, hoffe aber, dass dieses etwas weite Feld von einer meiner Flechtwerk-Kolleginnen üebrnommen wird.
Simply the natural haircolour matches the person on who’s head it is grwoing optimally. It is just the same as with your skin tone, which is matching to you, which is part of your body’s identity. But for hair counts the same as for skin: the healthier, the more glowing, the less manipulation needed to improve the look. Most times it is not primarily the hair colour which makes the difference whether a mane looks flattering or not, it is the gloss, the flexibility, the life of the tresses. Healthy, shiny hair automatically looks brighter in colour. The dryer and the more damaged hair is, the greyer and duller it looks, no matter what colour. Who decides to dye now runs into a vicious circle as the dye adds more damage and kills more gloss in the long run. This is why I recommand if somebody is not pleasaed with their haircolour: haircare first, and let us talk about dyeing later. 🙂 And maybe plantbased colours (henna etc.) are something healthier to consider. I hope some of my flechtwerk-fellow ladies will cover this topic.

Haselnussblond vs. Straßenköterblond
Helles Blond, kräftiges Rot, Schokoladenbraun oder Schneewittchenschwarz – das sind Farben, die gern gefärbt werden und bei denen es sich leicht sagen lässt: „Pö, also mit SO einer Naturhaarfarbe, da würde ich auch nicht färben!“ Ja, diese Farben haben ihren eigenen Reiz durch eine gewisse Besonderheit und den hohen Kontrast. Aber was ist denn schlimm an den Mitteltönen? Außere, dass man von Kindesbeinen an eingetrichteert bekommt, man sei zu aschig, „nicht wirklich“ blond, langweilig und „müsse mal färben“.
Erstens: Aschtöne sind nicht schlechter als warme Töne. Für kühle Farbtypen sind sie sogar beudetend besser als goldige Haarfarben. Man kennt das Phänomen von pipiblondem Haar, das einfach nicht zum Kopf darunter passen will. Gibt es aber auch wenn das Braun zu rötlich gewählt wurde oder sofort ein krottiger Rotton ausgesucht wurde und der Teint einfach nur noch kränklich aussieht. Blass, gelblich, schattig, scheckig. Außerdem: Mitteltöne sind hell genug, um Flechtstrukturen wunderbar zu zeigen (schwer bei Dunkelbraun und Schwarz), dabei dunkel genug, um spiegelnd glänzend auszusehen (fast unmöglich bei hellem Blond).
Hazelnutblonde vs. dishwaterblonde. Light blonde, bright red, chocolatebrown or snowwhite black – these are colours which are very popular to dye and about which it is easy to say: „Well if I had SUCH a natural haircolour, well then I wouldn’t dye at all!“ Yes theses colours have their very own exquisty because of their natural brightness and contrast. But what is the bad thing about the medium shades? The onyl really bad thing coming to my mind are the nasty phrases you are confronted with from early childhood onwards: „So greyish“, „“No real blonde!“, „Looks boring and dull“, „You should better dye it!“
Let’s state that. Ashtones are no worse and no better than golden shades. Especially when you have a cooler colour season, ashy haircolours are much more flattering for you. You know that phenomenon of squeeky yellowish blonde (let’s say the word: bitch blonde)? This is what I mean. Same goes for brunnettes who dyed their hair to reddish which makes the complexion look sick, pale, yellowish and tired. In addition: middletones are light enough to show braiding patterns nicely (difficult with dark brown or black hair) and at the same time dark enough to have a mirror like shine (almost impossible for light blondes).

Generell: Worte formen Gedanken und umgekehrt. Straßenköterblond, Mausbraun, A*schblond… warum so gemein? Ich werfe mal Haselnussblond, Karamelbraun, Toffeegold, Waldhonigbraun, Wildkatzenbraun, Rehbraun und ganz klassisch Blonette in den Raum. Chamäleonblond habe ich auch schon oft im LHN gelesen und es bezieht sich darauf, dass kaum eine Haarfarbe so wandelbar ist wie ein natürlicher Mittelton. Je nach Licht kann diese Haarfarbe alles sein: von kühlem holzigen Braun über warme Goldtöne und kupfrigem Rot bis zu klarem Silberblond (und ich meine hier definitiv nicht grau!).
Also: seid freundlich zu euch und euren Haaren. Und denen anderer Leute. 😉
In general: keep in mind that your words form your thoughts and the other way round. Dishwaterblonde, ashtrayblonde – why so mean? Why not call the colours hazelnutblonde, caramelbrown, toffeegold, honeybrown, wildcatblonde or  fawnbrown? On the LHN the word „chameleonblonde“ is very common, as it describes the tendency of the middletones to look totally different just dependig on the light. From cool wooden brown over golden shades and coppery red  there is everything possible. Also silvery cool blonde. And I am definitely not talking about grey here!
So just be nice to you and your hair. And the manes of others too, of course. 😉

Alle Bilder unbearbeitet, nur in verschiedenen Lichtsituationen mit verschiedenen Weißabgleichen aufgenommen. Wie ihr seht, geht da von silbrig kühl über deutlich gelblich blond bis zu strahlend kupfrig alles bei mir. Das Bild oben links (Schatten mit chattenweißabgleich) kommt meiner Haarfarbe wie sie live aussieht am nächsten.
All pics are unedited, just taken in deifferent light setting using different white balances. As you see my hair csan look very different: from silvery cool over yellowish blond to bright copper – everything is possible. The picture in in the top left corner (shadow with shadow white balcne) comes closest to what my hair ceally looks like.

Blond oder Braun, das ist die Frage
„Du bist doch nicht blond!“ Wie oft ich das schon gehört habe. Und ein Stück weit auch mit Recht. Denn Blond assoziieren die meisten mit hellem, lichten Stroh- bis Platinblond und davon bin ich zeimlich weit weg. Etwa so weit wie von Schokoladenbraun. Was mich an dieser Aussage aber immer stört, ist dieser Nachklang, der mir unterstellt ich wolle eine schönere Haarfarbe zu Unrecht für meinen Schopf beanspruchen, der ja nun wirklich nicht blond… ihr versteht?
Tatsächlich höre ich ähnlich oft:
„Bist du jetzt eigentlich blond oder brunett?“ Meine Antwort darauf ist in kurz: „Such es dir aus!“ und in lang: „Laut Frisörtabelle bin ich mittelblond, laut Wald- und Wieseneinschätzung bin ich hellbraun.“
Blonde or brown, that is the question.
„But you are not blonde!“ Oh I heard that so, so many times. And of course this statement is not totally wrong. Because most people associate with blonde a very light golden shade of beachblonde or even platinumblonde and I am far away from that. It is almost the same distance as to chocolatebrown… But what annoys me about that phrase is that it has a certain undertone as if I was about to falsely taking credit for a desireable haircolour I don’t have. Well, seriously? 
Almost as often as the first statement I hear: „Ehm, and are you blonde or brunette now?“ My answer in brief: „It’s up to you!“ and the long version: „Talking from the hairdresser’s view I am blonde, even in the middle range, not dark blonde. From everybody else’s view I have a light shade of brunette.“ So what was that all about with there is not only black and white? Same goes for blonde and brown.

Dunklerer Ansatz, hellere Spitzen, einmal ziemlich deutlich nicht-blond, einmal ziemlich deutlich nicht-braun. Und die zarten Härchen rund om Schläfen und Ohrpartie sind bei mir auch ein bisschen heller.
Darker roots and lighter ends. One time obviously not blonde, one time obviously not brunette. And I havetiny  lighter strands around my temples too.

Weathering – Natürliches Ombré-Hair
Viele Schöpfe bleichen vom Ansatz zu den Spitzen hin mehr oder weniger stark aus. In den letzten Jahren hat dieser Effekt einen richtigen kleinen auf die Spitze getriebenen Hype erfahren, mit dem, was man sich beim Frisör oder auch zu Hause Marke Eigenbau als Ombré-Look verpassen kann.
Mein Schopf bleicht natürlich von einem neutralen Dunkelblond/Hellbraun sehr rasch zu einem deutlich warmen Karamelton aus. Vergllichen mit anderen, geht das bei mir sehr schnell, bereits ab Ohrhöhe verändert sich meine Haarfarbe stark. Ich und Nessa mit ihren fast knielanden Haaren haben am Ansatz und in den Spitzen ziemlich genau die gleichen Haarfarben. Einzig mein Ausbleichen geht locker doppelt bis dreimal so schnell wie ihres. Und ich tue nichts, um das zu verstärken. Es passiert einfach.
Many manes bleach naturally just by aging from roots to tips. Over the last years this effect was exaggerated by the ombré-hair trend.
My hair is bleaching from a neutral darkblonde/light brown very quickly to a golden shade of caramel. If I compare this with others, my weathering is really fast as it starts right at earlength. For example Nessa and I have almost identical haircolurs at the roots and at the tips but with the difference that her hair need double to thrice as long to bleach that much. I do nothing to enforce or avoid that bleaching, it simply happens.

Immer diese langweiligen Naturhaartöne…
Alle Bilder dieser Serie entstanden im Rombergpark in Dortmund.,
Always these boring natural colour palettes…
All pics of this series were taken in the Rombergpark in Dortmund.

Und nun schaue ich bei Nessa vorbei und bin gespannt, was sie zu ihrem naturgesträhnten Braunblond erzählt, bei Nixe und Wuscheline mit ihrer Färbehistorie im Braun- und Rotsegment und letztlich bei unserer Naturblondine Lenja.
And now I go having a look at what Nessa says about her naturally highlighted brownblonde hair, at Nixe and Wuscheline with their dyeing history in the brown and red range and at Lenja our neturally blonde fairy.

Nächsten Monat zeigen wir euch – auch in Vorbereitung auf das Oktoberfest, wenn ihr so wollt – einen Frisurenklassiker: die Zopfkrone
Next month we will show – also because we approach Ocotberfest then, if you like – a hairstyle classic: crown braids is the topic for September.

12 Kommentare

  1. Hallo Heike,
    ganz toller Beitrag! Ich saß eigentlich die ganze Zeit bekräftigend nickend beim Lesen da und dachte:Ja, ja, ja verdammt! 🙂
    Mag unter anderem daran liegen, dass ich, da meine Haarfarbe der Deinen sehr gleicht, mein Leben lang dieselben Sprüche und Kommentare bekommen habe.
    Irgendwann dachte ich dann auch selbst, dass ich ja unbedingt färben MUSS, da man eine "solche" Haarfarbe eben färbt. Die ist ja so unscheinbar.
    Mittlerweile habe ich mich total mit ihr angefreundet und freue mich über die unterschiedlichen Facetten, die sie bietet, je nach Lichtverhältnissen und Weathering.
    Liebe Grüße!
    Meike

  2. I love natural haircolour as well. I had my natural haircolour until recently. I have started to get grey hairs and I'm "only" 32 years old. Because of that i dyed my har in almost the same colour as my natural but i kind of regret it. I don't want to damage my hair. Have you got any grey hairs? Will you start to dye your hair when you get them? I'm thinking about not colouring my hair again but I don't like the grey… and I don't wany to look older than I am. It's hard 🙂

  3. I have exactly one grey hair – as far as I know. 😀 I can understand your dilemma. Of course grey lets you look older. I am not shure what I would do, when I will reach the point of getting significant amounts of grey hair. Most likely is: when I am still young I will try a soft natural dye with henna. When I am "older" I will let it grow as it is. But I am not shure where I will define that border of being too young for grey or already old enough. It is a real individual and difficult decison.

  4. Tolles Post und Fürspruch für Naturhaarfarben. Sie sind wirklich immer die beste Wahl für den eigenen Kopf und das Gesicht! 🙂 Ich versuche auch bei Bekannten immer deren NHF zu loben und hübsch zu beschreiben. Die Schwester unseres Patenkindes zB hat super dicke dunkelblonde Haare und wird von anderen immer als braunhaarig bezeichnet. Ein bisschen erinnert sie mich an dich und deinen haselnussblonden Haaren. Beim letzten Familienausflug hab ich dann Fotos von ihren Haaren gemacht und ihr gezeigt wie unterschiedlich und hübsch sie sind, so blond gesträhnt mit dunkelblondem Rest. Das fand sie toll 🙂 Hoffentlich kann ich sie so dazu bringen sich niiiiiie die Traumhaare zu färben 😀

  5. Danke. 🙂 Wir waren ja alle doch recht ähnlich unterwegs, mit den Spitzen an den Kopf halten. 😀
    Für viele ist Haarfarbe ja auch einfach ein Statement. Finde ich auch völlig legitim. Aber schade ist es eben immer dann, wenn man färbt, nicht, weil man einen besodneren Look gern hätte, sondern weil man sich selbst, so wie man ist meint überfärben zu müssen.

  6. Ich frag mich auch wieso so viele Leute ihre Haare färben… Ich sehe kaum noch dunkelblonde Menschen! Ich kann das Haarefärben nur verstehen, wenn man in relativ jungen Jahren ergraut und dazu noch eine relativ dunkle Naturhaarfarbe hat.

    Ich weiß auch nicht wie meine Haarfarbe heißt. Ich bin vorne blond, in der Mitte dunkelbraun, stellenweise rotbraun. Insgesamt siehts etwa so aus wie deine Haarfarbe, nur dass ich sichtbare Strähnchen habe. So etwas wie Ombre brauch ich nicht, ich habs von Natur aus.

  7. Übrigens: silberne Strähnen oder gar langes, weißes Haar finde ich wunderschön, auch wenn ich öfter mal schief angeschaut werde für diese Meinung 😀

  8. Vielen Dank für diese Liebeserklärung an Naturhaare. Obwohl es inzwischen viele Nuancen zu kaufen gibt kommt das nicht an die Varianz natürlicher Haarfarben heran. Ein echtes Dunkelblond beispielsweise kann man einfach nicht färben!
    Ich finde auch nicht, dass irgendjemand färben "muss" weil die eigene Haarfarbe "hässlich" wäre.
    Ich selbst habe lange gefärbt, einfach weil ich bunte Farben -also wirklich von pink bis türkis- liebe. Das geht einfach auf blondiertem Haar am besten. Aber seit ich eure Blogs verfolge wünsche ich mir den Glanz gesunder Haare wieder zurück. Außerdem wusste ich schon kaum mehr, wie meine Naturhaarfarbe heutzutage aussieht. Ich habe auch so einen Mischmaschton, man könnte es Karamell nennen, das finde ich eigentlich sehr hübsch. Mal sehen ob ich es schaffe alles herauswachsen zu lassen oder ob ich doch mal wieder etwas knalliger werden möchte…

  9. Gern geschehen. 🙂 So Knallfarben haben aber auch was für sich. Und sich mal richtig auszutoben… warum nicht? Ich fand mein pinkes Dip-Dye vor drei Jahren auch klasse. Habe das aberb nur gemacht, weil ichd as in Spitzen gefärbt habe, die sowieso geschnitten wurden. Und es wuscht sich wirklich schlecht raus und hat ziemlich trockene Haare zurück gelassen.
    Karamel ist eine schöne Farbe. Ich hoffe, du hast weiterhin viel Spaß beim Rauswachsen lassen und züchten. Es lohnt sich so!

  10. Ein wirklich inspirierender Blog! Ich lasse meine Nhf auch grade wieder rauswachsen, deine tollen Bilder sind da noch zusätzlich sehr motivierend 😀 Ich schau dir hier mal weiter zu 🙂 Liebe Grüße! Nina

  11. Danke schön. 🙂 NHF ist ja für sehr viele eine Hassliebe. Rauswachsen lassen ist da dann immer das schwerste. Wenn man einmal komplett ist, bleibt es sich bedeutend leichter färbefrei. 🙂

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