8. Mai 2015

Trim marathon and why a U-cut is flattering for most longhaired ladies

Es hat nun schon beinahe Tradition: Wenn wir bei einem Treffen zusammen kommen, dann schneide ich den Mädels die Spitzen. Diesmal auch schön komfortabel mit Schemelchen für meine langhaarigen Modelle und einem Stuhl für mich. Alle sieben haben nämlich so lange Haare, dass ich sonst hätte knien müssen und so nach Nummer drei wäre das dann anstrengend geworden. Ich bin ja auch schon alt, gell? 
It is almost tradition now: when we meet I cut the girls’ hair. This time I almost felt like a pro, having a small stool for my models and a chair for me. This makes it much easier for me to cut, when they step up a little, because otherwise I would have to kneel and well, I am not the youngest, you know? 😉

Also, alles super und schnipp-schnapp Kante bereinigt, Form korrigiert oder verstärkt und ich darf behaupten, am Ende waren alle zufrieden. 

So let’s go ahead and get started with the trim session to even hemlines and bring back some shape. I can look back and say: all were satisfied.

Warum ein U-Cut für die allermeisten Langhaarmädels am vorteilhaftesten ist
Nehmen wir MissMut und somanoana (siehe unten) als Beispiele zur Illustration. Beide haben einen U-Cut bekommen, der der natürlichen Wuchsform ihrer Haare besser gerecht wird. Von der Grundlänge habe ich jeweils nur 1-2cm geschnitten. Durch das U wirken die Haare aber viel voller, als wäre deutlich mehr gefallen. Das ist bei den meisten so, da die Haare an den Seiten häufig dünner sind als die in der Mitte was völlig normal und sogar logisch ist: Diese Haare entspringen dem Pony-, Schläfen- und Um-die-Ohren-Bereich. Dort wachsen sowieso schon weniger Haare als im Vergleich am vollständig bewachsenen am Hinterkopf. Außerdem haben diese Haare oft eine kürzere Terminallänge. Besonders an den Schläfen kennt das eigentlich jeder: feine Flusen oder geesichtsumrahmende Strähnen. Diese Haare sind zudem oft besonders fein und fragil, somit anfällig für Pflege- und Stylingschäden. Und diese Haare wachsen oft auch noch langsamer. Bei mir zumindest. Ich hatte schon genug Neuwuchsschübe, bei denen ich beobachten konnte, dass der Frontbereich nur etwa das halbe Tempo beim Wachsenlassen an den Tag legt wie der Hinterkopfbereich. Das sind auch die Gründe, weswegen es sehr schwer ist alle Haare gleichlang und dick zu bekommen, die Fronthaare müssten ja etwa doppelt so alt werden. Je länger die Haare an sich schon sind, desto mehr wird dann diese natürliche Unregelmäßigkeit in der Dichte sichtbar.
Why I think that a U-cut is the most flattering for longhaires girls
Let’s take MissMut and somanoana (see below) for examples. Both got a U-shape because it matches their natural hairgrowth scheme much more than a straight hemline. I cut only 1-2cm from the overall length but shortend the sides. Like this their hair looks much fuller afterwards, as if I had cut much more. This counts for most people. The thinner sides depend on hair growing at the front, the temples and the areas aorund the ears – much less surface than the completely covered with hair back of your head. In addition to that those front hair is more fragil than that of the back of the head and it often has a shorter terminal length. You know that from the temples I guess: short babyhair or shorter strands framing the face. And talking about myself, this hair is slower than the rest. Mine has half the speed compared to the hair on the back of my head. All this is why it is so difficult to reach very long length with all hair at one length. The longer you aim, the more difficult it gets, the more you might see the natural difference in growth and thickness. 

Mit einem U-Cut lassen sich also optisch die längsten Längen bei vollem Haar erzielen. Ich glaube, das ist nur wenigen bewusst, dass dieses Ideal von „alle Haare auf einer Länge“ sehr viel schwerer zu erreichen ist, als man meinen sollte, weil es eben einfach durch pflegen und wachsen lassen nur sehr selten erreicht werden kann. Allein um den Geschwindigkeitsunterschied auszugleichen braucht es Spitzenschnitte.
Im Gegensatz zum U-Cut wirkt ein V oft schon zipfelig, weil dann auch die Mitte stark ausgedünnt ist. Ich schneide in der Regel keine Vs. Natürlich, wenn sich das jemand wünscht, Bitte. Ich würde aber immer eher zu einer Parabel, also einem tiefen U raten, die Haare fallen dann harmonischer.
Gerade Kanten sind optimal für Flechtzöpfe. Offen wirken sie schnell sehr hart und grafisch, was man dann bewusst betonen kann. Bei sehr vollem, gesundem Haar wird dadurch die Optik von „Wow, so dickes, gesundes Haar!“ unterstützt. Eine gerade Linie betont sowohl den Bereich, in dem sie endet, als auch sich selbst. Volle Kante und Körperpartie (Rücken, Taille, Becken), die man mag: prima! Nicht so volle Kante auf Höhe eines Bereiches, den man nicht noch in die Quere betonen will: besser nicht. Alles natürlich immer im Rahmen des persönlichen Geschmacks und so weiter, aber was Querlinien und deren Betonung angeht, habe ich mir das jetzt nicht grad ausgedacht. Ihr kennt den Effekt vermutlich sowieso schon von Gürteln oder Ringeln. 🙂
So now you understand why most people can reach the longest length while maintaining a hemline with a U-shape. I think only very few beginners really know how difficult it is to reach the ideal of „all hair at one length“. Just good haircare and let it grow is not sufficiant. Simply to even out the differences in growth speed needs some trimms. 
Compared to a U-cut a V often looks tippy because also the middle section is thinneds a lot. I usually don’t cut V-shapes. Okay, if anybody really wants me to,  you are welcome. But I would recommand a parabola shape. This looks more natural. Straight hemlines are perfect for braids  but with hair down they often look , well, straight, even graphic. With full and healthy hair, a straight hemline underlines this healthy status. If your hair is rather thin and not that healthy a straight hemline will focus on that too. You can also use the straight horizontal line to lead the eye to a certain bodypart (the part where the hemline is). So be aware: if your hair ends at an area you don’t want to stress even more, a straight hemline is not your choice (or you have to outgrow it). If you want to turn the focus on that part: here you go. Of course you are always free with your choice. Do, what you like. But what I just said about horizontal lines is nothing I made up in my mind just now. You already might know this effect from belts or striped pullovers.

So. Nach diesem Ausflug in die Theorie und meinem Lobgesang auf das U geht es direkt weiter mit Lady Amaltheas Schnitt. Bei ihr habe ich nur einen klitzekleinen Spitzentrimm (auch U-förmig) vorgenommen. Fürs Gefühl. Ihre Haare fallen super und fächern sich optimal auf, sodass sie immer blickdicht sind, obwohl sie sogar leicht unterdruchschnittlich dickes Haar hat.

Well. After this theoretic excursion and my hymn to the U we continue with Lady Amalthea’s cut. Just a little trim for the good feeling afterwards. Her hair  is really extraordinary not only for the colour but also for its shape on her back: always silky and no seethroughs even though her hair is not the thickest.

Bei Lenja von waldelfentraum.com habe ich den größten Schnitt gemacht. Zurück auf 90cm nach einem Jahr schnittfrei. Bei ihr zeichnet sich allmählich Terminallänge ab. Ein klein bisschen wird mit viel Geduld bestimmt noch gehen. Der Schnitt ist sehr ähnlich zu dem, den ich bei ihr letztes Jahr gemacht habe, aber es hat sich doch noch ein bisschen etwas an der Dichte getan, finde ich.

Lenja’s cut was the biggest. Back to 90cm after a year without any cut. You see that she is close to terminal length now.With patience there might be some more centimeters to reach. The cut this year looks very similar to that of last year but you can still see a little progress.

Nickike braucht öfter einen Schnitt fürs Gefühl. Immer U und seit einiger Zeit plus-minus auf der selben Länge. Ihr Haar ist gesund und gleichmäßig bei einer Länge, mit der sie sich wohlfühlt. Somit trage ich dazu bei, dass dieses Wohlfühlen bestehen bleibt.

Nickike needs a trim more often just for her feeling of healthy ends. Always a U around the same length. Her hair is healthy and even with a length she likes. So I contribute on her feeling at ease with her hair. 

Nrsss habe ich ebenfalls nur einen kleinen Spitzentrimm gegönnt und die U-Form etwas verstärkt. Zuerst wollte sie ganz stark angeschrägte Seiten bis etwa BSL. Wenn sie das nächstes Mal immer noch will, kriegt sie es. Für dieses Mal war sie viel zu schnell wieder davon abzubringen. Doof für Flechtzöpfe und so.
Nrsss got a small trimm and a deeper U as well.  At first she wanted her sides to be shortend up to around BSl. If she still wants that next time, she will get it. Fpr this time she was much too easy to convince, that this was no good idea because this sort of haircut would be annoying for braids.

Die Letzte schließlich ist Nymeria. Locken sind immer schwieriger zu schneiden als glattes Haar, verzeihen aber kleine Fehlerchen dafür auch eher. Bei glattem Haar sieht man jede Millimetermacke in der Kante, bei Locken nicht. Und: Schande auf mein Haupt, hier habe ich tatsächlich etwas mehr geschnitten als abgesprochen. Was mich auch echt ärgert, auch wenn es nur 1,5cm daneben waren. Ich finde das schon ärgerlich. Versaut mir meine Statistik. 😉  Zu meiner Verteidigung: Wie gesagt sind Locken schwerer zu schneiden und durch das Langziehen ist die Zentimeterzahl schwerer abzuschätzen. Getrimmt wurden letztlich nur die Enden, die sich gegen den dichten Hauptteil der restlichen Haare abgehoben haben. Optisch kaum Längenverlust, dafür kompaktere Kringellöckchen. Ist übrigens auch ein U-Cut, aber wie gesagt, Locken, Die fallen dann jedes Mal wieder anders. Eventuell würde ich aber hier etwas mehr anschrägen, wenn ich mir das jetzt so anschaue. Nur ein bisschen.
The last in the row is Nymeria. Curkls are much more difficult to trim for me, as it is difficult to straighten them, so that you really see the hemline. But that is at the same time the beneft: little mistakes won’t show. With straight hair every millimeter is crucial. Well, I have to admit that Nymeria is the only one who „suffered“ from a trim bigger than planned. I was really not satisfied with my work, even though the mistake is only 1,5cm. But for me that is rather big… not good for my statistic. 😉  But as I said: curls are difficult and the centimeters are hard to estimate when you have to pull the strands for cutting. But now it is how it is: a small trim just to even up the hemline so that her curly tips look fuller than before.This is also a U-cut, but well, curls. I already saidd it. They always look different. But maybe a little deeper U would be even better. Next time maybe. 🙂

Und? Was meint ihr? Hat sich doch gelohnt, oder? Auf den Längenbildern haben übrigens schon alle ihren Trim bekommen. 
Und ich bin erst mal weiter scherenabstinent, was mich selbst angeht. Aktuell habe ich fast nur Good-Hair-Days, was für mich immer ein guter Indikator dafür ist, ob ein Trimm nötig ist oder nicht. 
Und noch drei Wochen bis zum Jahresvergleich nach dem großen Schnitt letzten Mai!
And what do you think? It was all worth the effort, wasn’t it? On the lengthpics all trims were already done, by the way. 
Talking about myself: I won’t let the scissors touch my hair. At the moment I have a long period of good-hair-days which is always a significant marker for me to tell me that my hair does not want to be trimmed. And there are only three weeks left until my big chop has its first anniversairy which demands a bigger comparison. 🙂

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3 Kommentare

  1. Hallo Heike,

    du sag mal, mit was für einer Schere schneidest du denn die Haare so toll? 🙂
    Ich habe eine Jaguar Pre Style und glaube so langsam, dass sie mir mehr Spliss beschert, als ich rausschneiden kann. ;-(
    Deswegen wollte ich mich nun nach einer neuen (besseren?) umschauen. Hast du Tipps? 🙂

    Liebe Grüße
    Sina

  2. Hallo Sina,

    ich habe auch eine Jaguar Prestyle Ergo. Bisher war ich damait immer sehr zufrieden. Spliss msacht sie mir definitif nicht, den krieg ich bloß wie eigentlich alle andern ja auch vom vielen Offentragen und vielen Zöpfen. Aber mit der Schere bin ich happy. Nessa hat noch eine andere, ich weiß grad nicht welche. Ich meine aber auch eine Jaguar bloß ein anderes Modell. Vielleicht fragst du sie mal? 🙂 Also wenn du einfach noch eine Meinung zu einer anderen Schere haben magst.

    LG

  3. Hallo Heike,

    ah vielen Dank für deine schnelle Antwort! 🙂
    Hmm.. offen trage ich so gut wie nie und selbst nachts wird mit Seidenhäubchen geschlafen. Als letztes viel mir nur noch die Schere als mögliche Ursache ein. *grübel*

    Bei Nessa werde ich mal nachfragen, was sie benutzt! Danke! 🙂

    Liebe Grüße
    Sina

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