18. Januar 2015

Zeig doch mal dein Wohnzimmer!

 Und wie man Gelb schön macht, wenn man Gelb eigentlich nicht mag.
Ein paar Worte zum Farbkonzept.

Tatsächlich haben mich ziemlich viele von euch nach einem Blick in unser Wohnzimmer gefragt. Ein bisschen was hat man ja auf den Silvesterbildern gesehen, aber da ihr gefragt habt, tue ich euch gern den Gefallen und etabliere dann 2015 auch gleich eine neue Kategorie: home. Hatte ich auf einem meiner alten Blogs schon mal und tatsächlich macht mir alles rund um Wohnen, Einrichten und Handwerkern nach wie vor enorm viel Spaß. Und ganz doof stelle ich mich dabei wohl auch nicht an.
Da ich aber schon ziemliche viele Kategorien jenseits der Haare habe, habe ich beschlossen auch dieses „Offtopic“ mehr zu integrieren. Eigentlich ganz einfach, oder? 
Hier also unser Wohnzimmer status quo.

Couch, Regale und Kissen: IKEA / Lampe: näve via Westwing / Bilder: selbstgemalt, Öl auf Leinwand / Kommode und Stühle: antik, Erbstücke

28 Quadratmeter und damit wie ich finde schon recht groß. So haben wir nun auch endlich einen richtigen Essbereich. Es gibt eine gemütliche Sofeecke, einen Fensterbank, auf der man sitzen und nach draußen schauen kann (mein Zweitlieblingsplatz) und ich habe mir einen lang gehegten Traum erfüllt und einen Schaukelstuhl ins Haus geholt – was dann der Lieblingsplatz wäre. Wir haben eine neue Couch (was mit Abstand der größte Rechecheaufwand war, um was das angeht ans Ziel zu kommen. Gern dazu ein andern Mal mehr) und das alte Sofa ist nun Gästebett und steht zwei Räume weiter.

Farbkonzept
Basisfarben sind Weiß, Creme, Gold, Honigtöne und dunkles Holz – Wände, Fußboden, Türezargen und die großten Möbel. Kontrastfarben nur bei den Accessoires.

Ui, da haben wir lange dran geschraubt. Unsere alte Couch war ja rot (Erbstück) und wir hatten in der alten Wohnung dann alles daran angepasst, sodass wir auch jetzt noch viele rote Wohnaccessoires haben. Die werden grad noch sukkzessive ersetzt oder anderweitig untergebracht. Denn an sich ist Rot jetzt nicht ganz so meins. Womit ich schon bei einem wirklich wichtigen Tipp fürs Einrichten wäre:

Wenn ihr eine Gegebenheit nicht ändern könnt, versucht nicht dagegen an zu gestalten, sondern integriert sie. 
Egal ob das der Fußboden ist, der partout eine Farbe hat, die ihr euch nie ausgesucht hättet, ob es eine Ziegelwand ist, die ihr nicht wolltet, Balken an der Decke oder eben ein teures Möbel, das sich nicht so flott ersetzen lässt und das somit noch eine ganze Weile den Raum dominieren wird. Versucht nicht drum herum alles so herzurichten, wie ihr das ideal gern hättet, ignorierend, dass es nicht zu besagtem Subjekt passt. Fügt es ein. Sonst seht ihr das, was euch stört noch viel mehr, weil es immer ein Fremdkörper bleibt.

Ich hätte mir auch nie selbst einen so gelben Holzboden ausgesucht. Ich mag lieber ganz helle oder ganz dunkle Böden. Aber ausgerechnet gelb…? Vorteil des honigfarbenen Bodens ist allerdings seine Wärme. Das Licht im Wohnzimmer ist von sich aus ein sehr kühles, der Raum ist geradezu schattig. Selbst die vielen roten Accessoires und die Couch UND der Boden zusammen mit zwei sandfarbenen Wänden konnten das Licht  nicht gemütlich machen. Welche Wandfarbe also? Der neue Pantone-Ton „Marsala“ war noch kurz im Rennen, der auch gut zur bisherigen Couch gepasst hätte und eben Gold. Dann hatten wir bei Pinterest dieses Bild gesehen und waren angefixt mit Gold und eben mit diesem Blattmotiv… Den Werdegang wollte ich für euch dokumentieren. Aber… das sah wirklich nicht aus. Für so eine Wandgestaltung hätte der Raum noch größer, heller, lichter, die Wand glatter und das Mobiliar minimalistischer sein müssen. War es nicht, wird es auch nicht werden, also drüber gestrichen. Und dann waren wir sehr erleichtert. Aber war schon schade drum…

Da ist sie, die goldene Wand. Die Farbe ist „Glamourgold“ von signeo. Sehr schöne Farbe, aber deckt schlecht. 3x drüberstreichen ist Pflicht. Wenn ihr eine andere Farbe als weWeiß als Untergrund habt, streicht weiß vor, sonst schlägt das immer durch. Wir haben 8x (!!!) streichen müssen, um die Blattstruktur darunter zu verdecken. Man kann sie aber immer noch erahnen…

Also Farbkonzept. Warm war uns wichtig, warm und ruhig. Der Boden gibt mit seinem Honigton einen sehr dominanten Gelbton vor, den wir mit der goldenen Wandfarbe aufgegriffen haben. Bei Gelb hätte ich tatsächlich gestreikt, auch bei Terracotta, und das Rot hatte ich echt Leid… aber so ein Goldgelb, das war nicht nur ein Kompromiss, das war eine Lösung.

Auf Wunsch noch mal die Lampe im Detail. Sie ist sehr bunt, wenn ausgeschaltet. Eingeschaltet dagegen verbinden sich die Lichtfarben zu einem sehr natürlichen weißen Licht. Na, wer hat in der Schule aufgepasst? 🙂 Ist ja logisch dass viele bunte Lampen dann wieder weißes Licht machen, nicht wahr. 🙂
Ansonsten noch unser oller Küchentisch, der noch einen Generalüebrholung bekommen soll, die schon erwähnten antiken Stühle, meine Bilder, ein Flohmarktbesistelltischchen und – unvermeidlich – IKEA. Hier in Gestalt des Teppichs.

 Und somit sind wir bei den Grundfarben: Weiß, Honig, Gold, sanfte Naturtöne und bis hin zu sehr sattem, dunklen Braun. Vor diesem ruhigen Hintergrund lassen sich dann sehr schön einzelne Farbakzente setzen, wie wir es mit dem großen Bild und der dazu passenden Lampe sowie den Sofakissen gemacht haben. Diese bunte Palette zitiert sich aber wiederum selbst, um auch bei den bunten Akzenten keine Unruhe entstehen zu lassen. Gelb so zu integrieren, das ich es mag war bisher das schwierigste Farbkonzept, das ich in einer Wohnung umsetzen „musste“. Ein paar Kleinigkeiten sind noch nicht ganz passend, aber für zwei Monate nach dem Einzug finde ich das doch sehr vorzeigbar.

Ein Schaukelstuhl, ein Schaukelstuhl! Meine neue Lieblingsecke! Auch hier trifft wieder IKEA (Hemnes)  auf Flohmarkt bzw. Erbstück. Der Schaukelstuhl schließlich ist ein altes IKEA-Modell (Lillberg), welches wir bei ebay Kleinanzeigen gefunden haben.
Die schöne Wolldecke ist von Mama selbstgestrickt. 🙂

Tja, das war er, der Werdehgang unserer Blätterwand. Im Stadium rechts haben wir dann beschlossen, dass es uns an unserer Wand einfach nicht gefällt. In einem hohen, lichtdurchfluteten Loft oder ähnlichem mit nur wenigen Möbeln hätte das gut werden können. Aber mit unserer Einrichtung davor war das Muster einfach total erschlagend.

Wenn ihr bei eurem Farbkonzept Hilfe braucht, kann ich euch folgende Websites empfehlen, da könnt ihr wunderschöne Farbpaletten finden:

www.colourlovers.com
Hier findet ihr paletten jeglicher Art, von grell bis soft, von bunt bis monochrom. Ihr könnt mit Suchbegriffen nach Paletten suchen. Zum Beispiel „Winter“ oder „Goldfisch“, wie ihr mögt.

www.design-seeds.com
Hier findet ihr sehr natürliche Paletten. Viele entstehen auf Basis von Naturfotografie. Ich persönlich bin großer Fan der Kristall-Serie. Insgesamt ist hier alles sehr harmonisch. Und ihr könnt hier nach Paletten suchen, die einen bestimmten Farbwert schon beinhaltet. Leider ist der Farbregler ein RGB-Regler, das macht es etwas schwierig. CMYK wäre hier leichter gewesen. Oder einfach ein Farbfeld…
Wer viel bei Pinterest ist, dem werden die Paletten sehr vertraut sein. Ich finde sie dort ständig, selbst wenn ich nicht nach Farben suche.

Und mein Zweitlieblingsplatz auf der Fensterbank über der Heizung mit Blick in den Garten.
Ich fand, es war mal wieder Zeit für einen Waterfallbraid. 🙂


Many of you asked me to show pics of our new living room. So here we are! For the first time, since I am no longer living at my mom’s I have a real dining room now. We used to squat on the couch, eating in front of the television. Not because we liked to, but we had to. Making a new room feel at home and cozy can be rally difficult, especially, when the setting is completely different compared to what you come from. In our old flat our livingroom was much smaller, with dark brwon floor, a red couch and it was a really light room. Here we have more space, a honey yellow floor and the light is much darker and cooler. Most important to us was to create a room in which we feel warm and comfortable, calm and relaxed. Therefore many colours for the wall and the new couch were no-nos as they would have made the light even darker, cooler and some were simply missfitting the yellow and orange wood colour of the floor and the doors. After such a long time with a red couch we really felt for something new, but as already mentioned grey or soft shades of blue or turquoise would have made the room even more chilly. We thought about the new pantone colour „marsala“ , but… a red again? No. To make the room calm we needed a perfect warm match to the yellow floor. Well and there we were: yellow, orange, terracotta? No. Really no.
But that’s maybe the best advice I can give to you when it comes to a room with a difficult colour concept: if there is something you can not alter (or which would be very difficult and/or expensive) don’t try to make a perfect styling around this subject. The trick is to integrate it. Otherwise the subject will always stay foreign. 
I am really no lover of yellow wall paint. Okay, to be honest: yellow is not my colour at all. But for our living room which demanded yellow as a match we found the perfect solution: gold! I love gold and we have many golden interior accessoires. So why not painting one wall golden? So we did. At first we wanted to draw a huge leafe pattern, but that really did not work for our room so we painted the whole wall with a white frame.  Like this the room became what we wanted it to be: warm, cozy, calm and a perfect place to relax. The colours are now based on yellow: white, yellow, orange, gold, soft natural tones of beige and brown and dark brown. With this calm background we could add our personal note with some colourful accessoires. There are still some mismatches, but I think: hey we live here for two month now. And for such a short time, the result is really nice, isn’t it?

The furniture we have are basically IKEA, ebay, flea market, family heritage and westwing finds.

14 Kommentare

  1. Bald nicht mher. 😉 Expedit ist ja aus dem Programm genommen. Aber es gibt ein sehr ähnliches Modell, mit nicht ganz so dicken Außenbrettern. Weiß grad nicht, wie es heißt. Auf jeden Fall auch die Größe und auch mit quadratischen Fächern.

  2. Oh, das ist ein toller und inspirierender Post. Besonders diese Farbkonzepte wie sie auf der zweiten von dir verlinkten Seite dargestellt sind, gefallen mir wahnsinnig gut. Ich versuche natürlich auch farblich passend einzurichten, aber auf die Idee eines richtig ausgereiften Konzepts aus genau x Farben bin ich noch nicht gekommen. Sowas würde ich auch gerne umsetzen, wenn wir hier endlich mal aus der Studentenbude ausziehen *seufz*.
    Schade, dass es mit dem Blatt nicht geklappt hat. Aber ich frage mich gerade, ob es nicht auch einen schönen Effekt gegeben hätte, nur zwei, drei Mal drüberzustreichen, dass es zwar noch wahrnehmbar aber nicht mehr so dominant ist?
    Wie hast du eigentlich auf dem zweiten Bild die Farbskala rechts gemacht?

  3. Ein Farbkonzept durchzuziehen wird natürlich schwieriger, wenn das Budget kleiner wird. Aber man kann das auch dann schaffen. Man muss nur konsequent sein und eben deutlich mehr Geduld mitbringen. Der Trick ist hauptöschlich auch der, keine Deko zu kaufen, die man so allein betrachtet schön findet, die sich dann aber nicht einfügt.
    Die Palette habe ich mit Photoshop hinzugefügt. Damit bearbeite und collagiere ich ja auch meine anderen Bilder.

  4. Oh, ich glaube, du hast mich falsch verstanden. Ich wollte gerne wissen, wie genau das geht, also ob Photoshop eine fertige Funktion für sowas hat? Ich verwende zwar GIMP, aber vieles gibt es da ja auch. 🙂

  5. Oh, okay. Also ich habe eine weiße Ebene, darauf kommt eine Ebene mit dem Foto, rechts bleibt Platz für die Palette. Dann ziehe ich Rechtecke auf und fülle sie mit den entsprechenden Farben. Wenn du jeder Farbe eine eigene Ebene gibst, dann kannst du die sehr leicht später noch nachjustieren was Farbe und Größe angeht. 🙂

  6. Da haben wir auch länger überlegt. Unser Hund liegt mit auf der Couch und reibt sich gern dran entlang. Aber das Sofa war so günstig, dass wir beschlossen haben, dass wir das nun doch so machen und wenn das Teil nach ein paar jahren hin ist, dann ist es so. So wirklich optimal ist die Lösung nicht, zumal es mir widerstrebt etwas zu kaufen, in dem Wissen, das es nur kurzlebig ist, aber Couches, die perfekt gepasst hätten, hätten 10fache gekostet.

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