8. Juni 2013

Review – Dhathri ayurvedisches Haaröl

Da ich ja auf einige sehr verbreitete Nahrungsmittel verzichte (allen voran Weizen, Milchprodukte und Industriezucker), kaufe ich gern beim Inder um die Ecke ein: viel Obst und Gemüse, das man sonst nur im Feinkostgeschäft bekommt – aber so viel billiger!
Ein Haarpflegeregal haben sie dort natürlich auch (oh ja, die indischen Zöpfe, wer kennt sie nicht) und vor einigen Wochen stand ich davor und kam nicht umhin besagtes Haaröl von Dhathri einzupacken. 100% natürliche Inhaltsstoffe laut Etikett (naja, fast, aber dazu weiter unten mehr) und etliche davon erkannte ich bereits aus den Foren als gute Haarpflege wieder. Außerdem warb das Etikett mit einer Anti-Haarverlust-Formel, ich war also praktisch gezwungen es auszuprobieren. 😉

So sieht das aus. Im Inneren der Schachtel befanden sich nicht nur die Shampooproben, sondern auch ein richtiger Beipaclzettel, der die einzelnen Pflanzen näher erklärte und außerdem einige „Studien“ angab, laut derer das Haaröl so einiges Tolles wohl bewirken kann:
So soll das Öl gut sein für bzw. gegen diverse Haarprobleme und Problemchen:

Also soll das Haar weicher und seidiger und die Haarfarbe besser werden, frühzeitiges Ergrauen soll aufgehalten werden und Haarausfall reduziert werden, es soll gute Auswirkungen auf den Schlaf haben und es soll Eigenschaften haben, wie ein Conditioner.
Hm.
Weicher? Das kriegt man mit fast allen Ölen hin. Eine sattere Haarfarbe resultiert aus besser gepflegtem Haar, auch das geht mit so ziemlich allen Ölen. Frühzeitiges Ergrauen stoppen? Kann ich nicht nachprüfen.
Haarausfall, siehe unten. „Good effect of sleep“, wenn man das so sagen will! Das Zeug hat einen sehr intensiven Geruch, ätherisch, das hält die Atemwege frei, das glaube ich. Zumal die Empfehlungen lauten eher großzügig mit dem Öl umzugehen.
Conditioning, auch das erzielt man mit fast allen Ölen.

Haarausfall und Ergrauen sind also die Punkte, die das Öl besodners machen. Deswegen gab es dazu dann auch Extrastatistiken.

Zum Haarausfall:

Bis zu 80% Verbesserung nach 16 Anwendungswochen. Das sind fast 4 Monate. Es sei deshalb dazu gesagt, dass in dieser langen Zeit natürlich auch einiges anderes passiert sein kan, was den Haarausfall zum Stillstand gebracht hat. Ich habe nachrecherchiert (siehe weiter unten, Inhaltsstoffe) und tatsächlich aber an mehreren Stellen Hinweise darauf gefunden, dass das Haaröl eine ähnliche Wirkung entfaltet wie Minoxidil (Wirkstoff von Regaine). Und zwar komplett: mit Sheddingphase, mit Verbesserung – und mit der Tatsache, dass der HA zurück kommt, wenn man absetzt. Die Sheddingphase spricht dabei ganz eindeutig gegen einen Placebo.

Hier das wirklich schreckliche Diagramm bezüglich der Wirkung gegen Ergrauen beziehungsweise für einen dunkleren Haarfarbton:

Und noch eins, was explizit die  Abdunklung der Haarfarbe veranschaulichen soll:

Es geht also darum, dass das Haar dunkler aussieht. „Improvement“, also Verbesserung heißt hier, dass die Haare schwärzer werden. Indigo ist Bestandteil des Öls, möglich ist das also. Interessant aber, dass für die meisten Inder Haare schöner sind, je schwärzer sie sind, wohingegen hier ja hauptsächlich heller und goldener angestrebt wird. Aber das nur am Rande.

Inhaltsstoffe

Neela Amari (Indigoferra tinctoria): Indigopflanze

Kayyunyam (Eclipta alba): False Daisy (keine deutsche Übersetzung gefunden, „falsches Gänseblümchen“) „A study in rats showed that petroleum ether extracts of Eclipta prostrata decreased the amount of time it took for hair to begin regrowing and to fully regrow in shaved albino rats. The result of treatment with Eclipta prostrata were better than the positive control, 2% minoxidil.[5]“ (wikipedia)

Kattarvazha (Aloe barbadensis): Aloe Vera

Bramhi (Bacopa monnieri): Kleines Fettblatt. Gibt es auch als Kapseln zur Nahrungsergänzung. Multiple Anwendungen. Zellerneuerung, Erfrischung

Chemparathi (Hibiskus roasinensis): Hibiskus. Mehr innere Anwendugen, als Tee bekannt.

Kaidarya (Berga koenigii): Currybaum, wichtigste Passage aus wiki: „Haare: Gegen vorzeitiges Ergrauen wird die gleiche Mischung auf die Haare aufgetragen, zusätzlich zu einem reichlichen Verzehr von Curryblättern. In Kokosöl gekochte Blätter werden als Haarwuchsmittel verwendet.“

Karimbu (Saccharum officinarum): Zuckerrohr

Ummam (Datura metel): Stechapfel. Diverse heilende Verwendungen, hauptsächlich gegen Asthma.

Uzhinga (Cardiospermum halicacabum): Ballonrebe. „Vor allem in der Homöopathie wird die Ballonrebe zur Behandlung ekzematischer Haut eingesetzt. Hierzu wird aus den blühenden Pflanzenteilen eine Urtinktur hergestellt. Diese wird auch zu Cremes und Salben weiterverarbeitet.“ (wiki)

Naruneendi (Hemidesmus indicus): Sarsarparilla. Diverse Verwendungen.

Nelikka (Emblica officinale): Amlafrucht, indische Stachelbeere. Diverse Anwendungen.

Kadukka (Terminalia chebula): Myrobalanen. Diverse Anwendungen. Antibakteriell, antimykotisch, anticanerogen.

Thannikka (Terminalia bellerica): Bastard Myrobalan

Puranakittam (Ferrous oxide): Eisenoxid. Okay, soviel zum thema 100% natürlich… Ob das Eisen wohl durch die Haut zur Haarwurzel durchdringen soll, um einem Mangl entgegenzuwirken? Weiß ich nicht. Bei Eisenmangel gibt man Eisen-Komplexe und kein Eisenoxid. Letzteres ist nämlich schnöder Rost.

Manchatti (Rubia cordifolia): Färberwurzel. Diverse Anwendungen vor allem für die Haut.

Muthanga (Cyperus rotundus): Zypergräser.

Jadamanchi (Nardostachys jadamansi): Indische Narde. Diverse Verwendungen.

Erattimadhuram (Glycyrrhiza glabra): Süßholz. Diverse Anwendungen.

Karpoor (Cinnamomum camphora): Kampferbaum, Kampferlorbeer. Diverse Verwednungen, vor allem für die Atemwege.

Coconut oil (Cocos nucifera). Nein, das musste ich nicht googlen. Kokosöl.  Dient hier als Trägersubstanz und ist außerdem eins der verträglichsten und wirksamsten Haaröle.

Und Milch. Wozu auch immer.

Und noch ein paar Links zu dem Öl komplett.
Die Geruchserfahrungen decken sich mit den meinen…

http://uae.makeupandbeauty.com/dhathri-hair-care-herbal-oil-review/

http://shinedine.wordpress.com/2012/09/10/830/

http://forums.longhaircommunity.com/showthread.php?t=21791

Die L H C kennt es also auch.
Ich habe noch mehr Foreneinträge gefunden.
Die Erfahrungen decken sich: es wirkt ähnlich wie Minoxidil (inklusive der Sheddingphase!), und wirkt nur gegen HA, wenn man es dauerhaft verwendet.
Da es so wirkt (wirken soll…) wie Minox, hilft es auch längst nicht allen Benutzern. Wäre ja auch zu schön. Gegen einen Mangel-Haarausfall kann es also nicht anstinken. 
Keine wissenschaftliche Quelle hierzu!

Und nun? Wie waren denn nun meine Erfahrungen?

Bei Zimmertemperatur fest, bei Hauttemperatur flüssig, hellgrün und mit winzigen schwarzen Einsprengseln.

Also: das Öl gehört auf die Kopfhaut, nicht primär ins Haar, das nur vorweg! Wer das Öl in die Längen einarbeitet, kann nicht erwarten, dass die Haarwurzel davon etwas mitbekommt und weniger Haare ausfallen oder das Haar später erst ergraut. 🙂

Geruch: Der war fies. Es riecht ätherisch, schwer, etwas wie altes, gemähtes Gras, das bereits anfängt zu verrotten. Mein Freund antwortete auf die Frage, ob ich sehr stinke mit: „Es geht. Du musst dich ja nicht neben mich setzen.“
Der Gestank war wirklich brutal. Vor allem, am Anfang. In Woche zwei war das Öl evtl. schon so weit abgestanden, dass es nicht mehr so intensiv war. Vielleicht hatte es mir aber auch einfach schon die Nase betäubt.

Konsistenz: Die Basis ist Kokosöl. Dementsprechend ist das Öl bei Raumtemperatur fest und muss erst angewärmt werden, um flüssig zu werden. Da die Flasche schwarz ist, aknn man sie auch bei kühleren temepraturen einfach kurz in die Sonne stellen. Ansonsten auf die Heizung legen. Draufsetzen tut’s auch, wenn weder Sonne da ist, noch geheizt wird. Undaufgewärmt wird es fast unmöglich das Öl aus der Flasche zu bekommen, zumal wenn die Flasche nicht mehr ganz voll ist.

Farbe: Hellgrün mit winzigen schwarzen Einsprengseln, ähnlich ganz feiner Bourbon Vanille. Im Haar farblos.

Effekt: Kein Frizz mehr am Oberkopf, aber eher schon das umgekehrte Problem: etwas platt und wenn ich nicht sehr gewissenhaft ausgwaschen habe (normale Shampoowäsche), wurde es schnell klätschig.
Nach nur 2 Wochen konnte ich keinerlei Auswirkungen feststellen, was Haarausfall und/oder Haarfarbe anging. Aber meine Kopfhaut wurde immer zickiger.
Bei den vielen verschiedenen Pflanzenstoffen hatte ich das fast befürchtet, dass ich gegen eine davon allergisch sein könnte. Ich vermute, das war auch der Grund, weswegen ich Probleme bekam.

Empfehlung: Sehr eingeschränkt. Das, was das Öl tun sollte, nämlich Haarausfall eindämmen, konnte ich nicht testen, weil ich vorher abbrechen musste. Haarpflege war aber auf jeden Fall gegeben. Eine Farbveränderung konnte ich in der Zeit nicht feststellen. Und da ich genau ein graues Haar bisher habe, war auch diesbezüglich kein Effekt zu sehen.
Da das Öl Indigo enthält, welches als Pflanzenhaarfarbe für Schwarz genommen wird, würde ich das Öl auch tatsächlich nur Dunkelhaarigen empfehlen, die gern dunkler werden möchten bzw. nichts dagegen haben, wenn die Haare abdunkeln.

Fazit: War einen Versuch wert, mit knapp 5€ war es auch kein zu großer Verlust. Hat eben nicht geklappt. Ich bin zurück bei meinem Kopfhautbalsam auf Aloe-Basis und fahre damit gut (bzw. ich habe mein selbst angerührtes Programm noch erweitert, aber dazu demnächst mehr).
Es war interessant mir die unterschiedlichen Pflanzen anzusehen und zumindest mit der False Daiy werde ich mich noch mal eingehend auseinander setzen, da es eben wirken soll wie Minoxidil.

Translation in brief:
As you see, I tested Dhathri ayurvedic hairoil. As the photos of the instruction leaflet show the English texts, you can see, what this oil is supposed to do: anti hairloss, anti premature graying, improvement of haircolour, conditioning, soft und silky hair. I checked the ingredients and found severel very intersting aspects which could explain how the oil (the oils in fact) work: indigo is also known as a natural haircolour for dark brown and black. False daisy could prevent or cure hairloss similar to minoxidil. 
I had to stop my experiment in week 2, unfortunately, because I got an allergic reaction. With a treatment consisting of so many ingredients that was probable. *sigh* So I cannot tell you whether it works against hairloss or makes your hair darker. But I can tell you that it makes your hair soft und silky – something you can achieve with almost any oil. I would only recommand it to people with dark hair, because of the indigo. And be warned: it smells like hell!

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Heute ist det letzte Tag, um an meinem Gewinnspiel teilzunehmen 
und damit vielleicht ein eigenes Langhaarportrait zu gewinnen! 
Morgen wird ausgelost!
Viel Glück!

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1 Kommentar

  1. Interessanter Bericht, vielen Dank 🙂 ich habe mir auch gestern ein indisches Haaröl bestellt und bin schon sehr gespannt es zu testen 🙂 es hat allerdings viele andere Inhaltsstoffe, die ebenfalls traumhaft schönes kräftiges Haar versprechen ^^ vielleicht habe ich ja damit mehr erfolg als du.
    xoxo Catalina von http://www.so-lipglossy.blogspot.de

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